Mächte bedingt durch den Dreibund einerseits, die französisch-russische Allianz andererseits, schon vor des Königs Thronbesteigung aber waren einsichtige englische Staatsmänner zu der Heber» zeugung gelangt, daß für England eine dauernde außenpolitische Vereinsamung untragbar sei. Zunächst hatten sich die 2lide der englischen Staatsmänner aus Deutschland gerichtet; noch im November 1899 war der ältere Chamberlain für ein Bündnis mit dem Reich als „das Natürliche" eingetreten. Zunächst schien auch der Gedanke einer deutsch-englischen Verständigung, trotz gewisser Schwierigkeiten, sich durchsetzen zu können. Ein Besuch König Eduards nach dem Tode der Kaiserin Friedrich in Wilhelms)öhe im Iahre 1931 war gedacht als „öle große Gelegen- heit für die Vorbesprechung eines deutsch-englischen Übereinkommens", aber diese Zusammenkunft erwies sich als ein Fehlschlag. Die persönlichen Mihhelligkeiten zwischen Eduard VII. und Wilhelm II. traten wieder verstärkt hervor, und schließlich gelangte man in England zur Lieberzeugung, daß des Kaisers Beteuerungen, er sei für ein Bündnis, unaufrichtige seien und der chauvinistische Ton der deutschen Presse die wahre Stimmung Deutschlands treffender widerspiegele. 3n Wirklichkeit hingegen wollte England bekanntlich ein Zusammengehen mit Deutschland nicht in einem festen Vertrage förmlich fest le gen. wie es sich auch nur dem Reich, nicht dem Dreibunde, anschließen wollte. Anfang 1902 sind die Aussichten für ein deutsch-englisches Zusammengehen hinfällig geworden. Am 8. Februar erklärt Eduard VII. dem Botschaftsrat von Eckardstein, »daß zum mindesten auf lange Zeit hinaus von einem Zusammengehen Deutschlands und Englands, gleichviel in welchen Fragen, keine Rede mehr fein könne".
Mit dem Scheitern des deutsch-englischen Bündnisses war das letzte Hindernis für eine endgültige Verständigung mit Frankreich beseitigt. Tie ersten Verhandlungen zwischen Chamberlain und Cambon setzten im Februar 1932 ein; im Wai 1933 folgt Eduards VII. Besuch in Paris, der erste als König, er trägt dazu bei, die in Erinnerung an den Burenkrieg und an Faschoda Immer noch äußerst starke england- feindliche Stimmung in Paris ins völlige Gegenteil umschlagen zu lassen. König Eduard weiß die Pariser zu bezaubern, seine Reden fließen von Freundschaftsbeteuerungen über, und während ihm bei seiner Ankunft noch Rufe wie: .Es leben die Duren", »Hoch Faschoda" entgegen» geklungen waren, rief ihm bei seiner Abfahrt das republikanische Paris entgegen: „Es lebe unser König". Nun nehmen die Verhandlungen raschen Fortgang; am 8. April 1934 besiegeln Lord Lansdowne und Paul Cambon die Entente cordiale. Rur eine mächtige Stimme erhob sich damals in England gegen den Abschluß der Entente: Lord Rosebery war es. der ernstlich vor der Entente warnte und prophetisch voraussagte, daß das Abkommen früher oder später zum Kriege führen müsse. Die erste Auswirkung der Entente cordiale war die rückhaltslose Unterstützung, die England durch den Mund Eduards VII. den neuen Bundesgenossen für die Konferenz von Algeciras zusicherte.
Ein Jahr zuvor, am 30. Januar 1902. war bereits das englisch-japanifche Bund» n i s perfekt geworden, das die neue ^undnis- politik Englands einleitete, die unter König Eduard immer raschere Fortschritte nahm. 3n den 3ahren der werdenden Entente mit Frankreich waren die Beziehungen Englands zu Belgien schlecht gewesen, was allerdings die Reisen der englischen Militärs nach der belgisch-sranzösi- schen Grenze zur Vorbereitung des militärischen Zusammenwirkens für den Kriegsfall nicht gehindert hatte. Rach dem Tode Leopolds II., den Eduard VII. glühend gehaßt hatte, weist der englische König feinen Gesandten in Brüssel an. .daß keine Zeit verloren werden möge, die alten freundlichen Beziehungen zwischen dem belgischen und britischen Hofe wieder herzustellen". So wird Belgien für die Entente gewonnen.
Schwieriger war die Annäherung an und der Ausgleich mit Rußland 3mmer klarer erkannte man in London, daß die geplante Entente, um sich voll auswirken zu können, guter Beziehungen Englands zu Rußland bedürfe. Einen Helfer in feinen Bestrebungen, bessere Beziehungen zwischen London und Petersburg herzustel» len, fand Eduard VII. in 3 swolski, dem damaligen russischen Gesandten in Kopenhagen. Aber noch 3ahre sollten vergehen, ehe des Königs Wunsch nach der englisch-russischen Verständigung Tatsache wurde. Sowohl auf englischer wie auf russischer Seite erhoben sich Schwierigkeiten; hindernd trat auch der russisch-japanische Krieg — war doch 3apan der Vundesgenoffe Englands — dazwischen. Endlos schleppten sich die Verhandlungen hin und erst im März 1907 trat d i e englisch-russische Konvention mit ihren drei Abkommen über Mittelasien in Kraft. Die Verständigung mit Rußland bekräftigte der Besuch des englischen Königspaares in Reval in den ersten 3unitagen 1933. Baron Greindl schreibt über die Revaler Tage: „Die drei Mächte find geeint durch den gemeinsamen Haß gegen Deutschland".
Die zahlreichen Besuche Eduards VII. auf dem europäischen Kontinent „dienten in der Regel diplomatischen Zweden", sie erhöhten — fo verrät uns Lee — „deutlich den Einfluß feiner Persönlichkeit auf Europa und verringerten dementsprechend den, den fein Nesse früher auf die Stimmung des Kontinents ausgeübt hatte". Kurz: der deutsche Einfluß und der des Kaisers sollte lahmgelegt werden. Bei seinem Besuch bei Alfons XII. in Kartagena, sucht Eduard VII. engere Bande mit Spanien zu knüpfen, feine mehrfachen, allerdings vergeblichen, Einwirkungsversuche auf Öen alten Kaiser Franz 3 oseph sind bekannt. So war König Eduard VII. überall auf dem Plan. Deutschland diplomatisch zu isolieren, ein Ziel, das im wesentlichen erreicht war. als der König am 6. Mai 1910 die Augen schloß.
Daten für Mittwoch, 20. März.
Sonnenaufgang 6.04 Uhr, Sonnenuntergang 18.12 Uhr. — Mondaufgang 11.49 Uh., Monduntergang 4.21 Uhr.
1770: der Dichter Friedrich Hölderlin in Laufsen um Neckar geboren; — 1828: der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen in Skien geboren; — 1874: der Dichter Borries Freiherr von Münchhausen in Hildesheim geboren; — 1?78: der Physiker Robert Mayer in Heilbronn gestorben; — 1890: Rücktritt Bismarcks.
Aus her provinzkashauptstaht.
Gießen, den 19. März 1929.
Osterfreuden—Osterleiden.
Von Or. Gurt Kayser, Serlm-Wilmersdorf.
Die kommenden Osterfeiertage bringen mit Ostereiern, Kuchen und Festtagsbraten, mancherlei Freuden für jung und alt. Aber bekanntlich ist nichts schwerer zu ertragen, als eine Reihe von — Feiertagen! Nur zu leicht wird beim Essen und Trinken gerade in den Festtagen gern des Guten zuviel getan und das Resultat ist — ein verdorbener Magen. Dabei handelt es sich um eine Art Streik des Magens. Er wehrt sich nämlich gegen die Lieberstunden, die ihm dadurch zugemutet werden, daß man von ihm mehr verlangt, als er zu leisten vermag. Der menschliche Magen braucht, wie jedes Organ des Körpers, eine bestimmte Zeiteinteilung für Arbeit und Ruhe. Werden ihm diese durch Einnahme regelmäßiger und zweckmäßiger zusamme. gesetz er, nicht zu umfangreicher Wahlzeiten gewährt, dann leistet er das seine. Wenn man aber, wie es besonders Kinder mit Vorliebe tun, durch das Zwischendurchessen von allerlei Süßigkeiten den
dem dürften gewiß beschieden sein „Fröhliche Oster nl“.
•* Reichswettkochen. Vom städtischen Gas- und Wasserwerk wird und mitgeteilt: Die Bürgerschaft und besonders unsere Hausfrauen haben wohl ein erhöhtes 3nteresse, das Ergebnis des in Gießen am 12. und 13. Marz durchaeführ- ten Gaskochwettstreites zu erfahren. 3ebe der 21 Damen, die an dem Wettstreit teitgenommen haben, erhielt folgende Aufgabe: Mit geringem Gasverbrauch in kürzester Zeit folgende Speisen zu bereiten: Frühstück: 1/2 Liter Milch und IV3 Liter Wasser kochen; Mittagessen: 1. I1/2 Liter Grünkernsuppe (Maggi), 2. Pichelsteiner, bestehend aus I1/2 Pfund Kartoffeln, IV, Pfund Wirsing. 1 Pfund Schweinefleisch. 3. 1 Pfund Kompott, ferner I1/2 Liter Wasser kochen (Spülwasser); Vesper: IV» Liter Wasser kochen. Zwischen jeder Mahlzeit wurden 5 Minuten Pause zum Abkühlen der Töpfe und Gaskocher eingeschaltet. Das beste Ergebnis, das die Siegerin des Wettstreites zur Herstellung oben angeführter Speisen einschl. Kochen der Milch und des Wassers erzielte, betrug 3 49 Liter Gas = 6,98 P f. in 41 Minuten. Das ungünstigste Ergebnis war 418 Liter Gas —
Adreßbuch derStadtund des Kreises Gießen 1929
Die Hauslisten werden wahrend der nächsten Zeit bei den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern durch Polizeibeamte abgegeben. Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohnerausnahme ist es erforderlich, daß feder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt, und zwar mutz der Eintrag in der Reihenfolge der Stockwerke erfolgen; der Hausbesitzer trägt sich jedoch zuerst ein. Rach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der sie niedergelegt wurden. — Die Einwohnerschaft Bietzens wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereif stellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Rur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Bezug des Adreßbuches wird nur bei vorher grr Bestellung durch die Hausliste gesichert.
Der Geschäftswelt
zur Benachrichtigung, dah neben der Hausliste eine Flrmenlifte abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adretzbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, datz sie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; sie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. Wie in großstädtischen Adreßbüchern werden Zusatz- und Fettdruckzeilen sowie GmpfehLungs- kästchen im Einwohner- und im Gewrrbeverzeichnis eingefügt werden. Darüber hinaus steht geschäftlichen Unternehmungen der Anzeigen-Anhang offen.
Die Vereins- und Kaffen-Vorstände
sowie andere am Vereinswesen Beteiligte wahren die Belange ihrer Vereine durch entsprechende Einträge in die dafür vorgesehene Abteilung der Hausliste oder durch unmittelbare schriftliche Meldung beim Adretzbuchverlag. Diese Meldungen müssen mindestens enthalten: 1. Name des Vereins oder der Kaffe, 2. Namen des Vorsitzenden, Schriftführers und Kassiers, 3. Angaben über Zusammenkünfte, Uebungsstunden u. dgl. m. Bis zu 5 Zeilen sind kostenlos.
Oberhessischer Adreßbuchverlag
Brühl'sche Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen Schulstratze 7. Fernsprecher 51.
Magen aus feinem »seelischen Gleichgewicht" bringt, dann läßt er sich das eben nicht gefallen. Die, normalerweise in 2 bis 4 Stunden vom Magen verarbeitete und an den Darm weiter- gegebene Nahrungsmenge bleibt im Falle einer Heberlaftung liegen, es kommt zur Zersetzung und Gärung des Mageninhalts, und schließlich entwickelt sich unter llebelleitserscheinungen und allgemeinem Unbehagen das Krankheitsbild, das unter dem Namen „verdorbener Magen" nur allzu bekannt ist.
3n vielen Fallen hilft sich dabei der Körper selbst, indem er das Zuviel an Nahrung in Gestalt von Erbrechen wieder zurückgibt. Allein längere Appetitlosigkeit, Ansiedlung von Krankheitserregern auf der gereizten Schleimhaut und nachfolgender Katarrh des Magens und der Därme sind nicht selten unliebsame Folgen, die zumeist ärztliche Hilfe erfordern und geeignet sind, die Erinnerung an die Festtage ernstlich zu trüben. Das beste Mittel, solche üblen Zufälle zu verhüten, heißt: Mäßigkeit. Man genieße z. B. Ostereier aus Zucker. Schokolade oder Marzipan stets nur als Nachtisch, niemals zwilchen den Mahlzeiten. Allzu fette und kompakte Speisen sind bekanntlich schwer verdaulich und sollten daher auch stets nur in mäßigen Mengen genossen werden. Unbedingt vermeide man, Kindern Alkohol zu geben. Gerade In der Festzeit verbirgt sich der Alkohol in den verschiedensten Formen, so z. B. in Likör-Ostereiern und -Pralinen, in Kognak-Dohnen oder -Kirschen und kann in dieser Gestalt genossen, die gleichen schädlichen Folgen zeitigen, wie der reine Genuß der betreffenden alkoholischen Getränke.
Wer die alte lateinische Lebensregel: Ne quid nimis — zu viel tut niemals gut — beherzigt,
8,36 Pf. in 71 Minuten. 3m Durchschnitt wurden für die Zubereitung der Speisenfolge 403 Liter Gas mit einem Zeitaufwand von 54 Minuten benötigt. Praktische Hausfrauen — keine ein» gedrillte, auf Effekt eingestellte Vortrag3- oder Kochdamen — haben diesen geringen Gasverbrauch in kürzester Zeit erreicht und gleichzeitig der Oeffentlichkeit bewiesen, daß die Verbrauchs» zahlen, die das Gaswerk stets herausgegeben hatte, außerordentlich gut mit den jetzt praktisch erzielten Zahlen überetnftimmen. Das Bezirkswettkochen, an dem die beiden ersten Siegerinnen tellnehmen werden, findet am 14. Mai in Frankfurt a. M. statt. Den Gießener Farben ist bei dem Dezirkswettkochen voller Erfolg zu wünschen.
** Süße Kartoffeln. Anfragen aus unserem Leserkreise, die wiederholt auch im Gartenbauverein gestellt wurden, lassen darauf schließen, daß infolge des kalten Winters In vielen Kellern die Kartoffeln zwar nicht erfroren, aber süß geworden sind. Diese häufige Erscheinung ist auf eine Stoffwechselhemmung zurückzuführen, die bei einer Temperaturerniedrigung unter ein Grad Wärme beginnt, bei der die Kartoffeln bei längerer Dauer dieser geringen Wärme süß werden, weil der sich bildende Zucker nicht »erahnet werden kann. Sobald die Temperatur des Raumes wieder steigt, verliert sich der unangenehme Geschmack ganz von selbst. Eine Schädigung der Sehkartoffeln durch verringerte Keimkraft ist durch Süßwerden nicht zu befurchten.
* * Der Verband hessischer Iustizami- männer hüll am nächten Samstag seine diesjährige Provinzialversammlungin Gießen ab. Wie man uns mitteilt, werden im Mittelpunkt der Der- Handlungen die Uebertragung richterlicher Geschäfte
gemäß dem Entlastungsgesetz auf die Rechtspfleger, sowie organisatorische Maßnahmen stehen.
* * Eine Siebzigjährige, b^ren 70. Geburtstag begeht heute Frau Maria Hausmann, Frankfurter Straße 12 wohnhaft, in voller Rüstigkeit.
* • Aus dem Gießener Standesamts» r eg ist er. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. März: 1. März: Heinrich Wagner. Schneider, 75 3ahre, Stemstraße 40, Adolf Wilhelm Hankel, Kaufmann, 41 3ahre, Neuen Däne 7, Karl Drescher, ohne Beruf, 78 3ahre, Kkinikstraße 14; 2. März: Viktor Pechtold, Gärt- ner, 62 3ahre, Gnauthstraße 13, Margarete Ohr, geb. Schmall, 63 3ahre. Großer Steinweg 5; 3. Karoline Wilhelmine S ih, geb. Willmer, 56 3ahre, Hammstraße 19, Anni Dorothea Meißl, 7 3ahre, Crednerstraße 33; 4. Heinrich Balser. Anatomiediener i.R., 83 3ahre, S.ephanstr. 28, Hermann Petri, Fabrikdirektor, 72 3ahr.e, Alicen- straße 13; 5. Hermine Sturm, geb. Pelli, 70 3ahre, Duddestraße 2; 6. 3akob Büttner, Schneider, 78 3ahre, Kaplansgasse 17; 7. Margarete Schmidt, geb. Wißner, Witwe, 72 3ahre, Bleich - straße 11; 9. Emilie Wagner, geb. Moegenburg, 63 3ahre, Georg-Philipp-Gallstraße 6, Heinrich Kraft, Gerber, 63 Hahre, Am Kugelberg 51a, Marie Schumann, geb. Honig, 73 3ahre, Katharinengasse 15; 10. 3ettchen Rosenbaum, geb. Müller, 84 3ahre, Dammstrahe 32, Elisabethc Decker, geb. Wittich, Witwe, 58 3ahre, Sonnenstraße 11, Karl Heinr. August Frieling, Schlosser. 23 Jahre, Ederstraße 33, Marie Ginn, Küchen- Mädchen, 63 Hahre, Klinikstraße 32, Dr. Albert Wagner, Wedizinalrat i.R., 67 3ahre, Georp' Philipp-Gailstrahe 6; 11. Heinrich Karl Demut Schreinermeister, 80 3ahre, Ludwigsplah 3, Cha lotte Kröcker, geb. Magold, Witwe, 86 Hahix Am Kugelberg 39. Elise Tremer. geb. Knoch, Witwe, 63 Hahre, Slltersweg 57, Amalie Hildebrandt, geb. Schemmerling, 87 3ahre, Licher Straße 19; 12. Konrad Welker, ohne Beruf, 65 Hahre, Marktplatz 23, Ludwig Ferdinand Göbel, Schneider, 53 Hahre, Liebigstraße 17; 14. Elise Raabe, geb. Otto, Witwe, 83 3ahre, Bahnhofstraße 40; 15. Wolfgang Wieth, 1 Hahr, Wetzsteingasfe 13.
• * Der Dekanatstag des Dekanats Gießen findet morgen in Giihen statt. Auf der Tagesordnung stchcn: Bericht des DekanatSaus- schusses über den kirchlichen und religiös-sittlichen Zustand der Gemeinden in den 3ahren 1927 und 1928; Berichte der Dekanatsvertreter für Aeutzere und 3nnere Mission, den Gustav- Adolf-Verein, Evangelischen Bund und Dekanats» kirchengesangvercine; Wahl des Dekans und scineS Stellvertreters; Wahl der vier weltlichen Mitglieder des Dekanatsausschusfes und deren Stellvertreter; Wahl des Stellvertreters und des Dekansfellvertreters im Dekancllausschuh. Dortrag: „Sic Wichtigkeit der Mischehenfrage". Referent: Pfarrer Böchner, Treis a. d. Lda.
”w D. H. C. G i e ß en. Bei sehr starkem Besuch aus allen Teilen der Bürgerschaft hielt der D. H. C. Gießen am Samstagabend in dem mit Wimpeln geschmückten Saale des Cafe Leib sein 21. Stiftungs- und Auszeichnungsfest ab. Nach der Begrüßungsansprache des zweiten Vorsitzenden Heinrich K l e m m r a t h, der mit trefflichen Worten auf die Ziele des Bundes: Heimatliebe, Wanderlust und Vaterlandsliebe hinwies, entwickelte sich eine reichhaltige Vortragsfolge, die von Musikstücken der Kapelle Weller und gemeinschaftlichen Liedern umrahmt war. Sine von fünf Damen getanzte Hallerrevue, sowie ein Solotanz mußten auf stürmisches Verlangen wiederholt werden. Lebhaften Beifall fanden auch zwei vorzüglich vorgetragene humoristische Duette zweier V.-H.-C.-Schwestern und ein Dialekt-Zwiegespräch zweier jugendlicher Damen. Einen breiten Raum nahm naturgemäß die Verteilung der Auszeichnungen ein, die, von sinnigen Wander» sprächen beg.eitet, an 23 fleißige Wanderer verteilt werden konnten. Es wurden ausgezeichnet mit der Nadel 25: L. 2 u11ron, Alfred Betz, H. D i l g e s, Anna M a l k o m e s i u s, Carl Moos, Ad. Schmäh l. H. Schneider; mit der Nadel 50: Anton Veh, Luise Führer, Adolf Pfaff, Marie Wagner; mit der Nadel 75: K. ©rüget, Emil Kinkel, Paula Süsel; mit der Nadel 100: H. Kraft, A. Schneidmüller; mit der Nadel 125: H. Klemmrath, E. Rademaker; mit der Nadel 150: K. Stroh, K. Weber; mit der Nadel 250: Ehr. Georg. Den Schluß des Programms bildete ein von vier Paaren im Kostüm flott getanzter steirischer Bauerntanz mit Hodler und Schuhplattler, der begeisterte Aufnahme fand und ebenfalls eine W ederholung erleben mutzte, sowie ein von sechs Mitgliedern der „Wanderer" exakt gefahrener Radreigen. Dem wohlverdienten Dank an sämtliche Mitwirkende verlieh der zweite Vorsitzende am Schlüsse beredten Ausdruck, Tanz hielt dann alt und jung bis zur Feierabendstunde beisammen. Auch der andern Tages auf die Hardt veranstaltete Ausflug verlief bei gutem Besuch in bester Stimmung.
"DerDeutschnationale Handlungsgehilfenverband, Ortsgruppe Dietzen, veranstaltete am Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße eine Fllmvorfühnmg, betitelt: „D e r Kaufmannsgehilfe, sein Stand und fein Verband". Außer den Mitgliedern und Freunden des Verbandes waren zu dieser Veranstaltung etwa 150 Vertreter, von Behörden, Schulen usw. geladen, welche ihr 3n- teresse an den Bestrebungen des Verbandes auch durch zahlreichen Besuch bekundeten. Der Geschäftsführer des D. H. V. in Gießen, Rudolf Brzezinski, sprach nach Begrüßung der Gäste kurze Begleitworte zur folgenden Filmvorführung.- Der Redner zeigte in kurzen Zügen die Gründung und Entwicklung des D. H. V., der heute mit 346 000 Mitgliedern die größte Angestelltengewerkschaft der Erde fei. Ganz auS eigener Kraft habe sich der Verband, fast ohne bedeutende Rückschläge, von Hahr zu Hahr weiter entwickelt, habe ein Aufgabengebiet nach dem anderen erfaßt und stehe heute als sozialer, wirtschaftlicher und politischer Machtfaktor da. Weiter erwähnte der Redner die ständig steigenden Ausgaben deS Verbandes, unter Hinweis auf die bis jetzt von der Organisation geschaffenen sozialen Einrichtungen. Die Filmvorführung brachte Bilder aus dem Berufsleben des Kaufmannsgehilfen, die einen guten Einblick in die antisozialen Verhältnisse dieses S.andes um das Hahr 1590 gewährten, und ferner zeigten, welche Schwierigkeiten allein zur Erlangung eines früheren Ladenschlusses und zur Beseitigung der Sonntagsarbeit zu überwinden Waren. Die weiteren Bilder zeig'en Verwaltung, Derlagsanstalt, Selbsthilfe- und soziale Einrichtungen des Verbandes.


