Ausgabe 
19.3.1929
 
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GD hat ober den Anschein, al- ob die zweifellos vorhandenen Widerstände gegen die Diktatnr- regiernng einer einheitlichen Leitung ermangeln, so daß Primo de Rivera immer Twch die Möglichkeit hat, dieser vereinzelt auf» flackernden ÄufstandSbewegung nacheinander Herr zu werden.

Italien im Zeichen der Wahlen

Sein Wahlkampf. Nur eine Liste.

Rom, 19. März. (WTD. Funkspruch.) Die Vorbereitungen zu den am nächsten Sonntag stattfindenden Kammerwahlen tragen nicht den Charakter eine- Wah kample?, sondern bestehen lediglich in einer offiziellen Werbetätigkeit dafür, dah am 24. Marz m 5 glichst viele Wähler an die Urne treten, um für die Liste der 400 Regierungskandidaten zu stimmen. Alle Kandidaten haben sich in ihre Heimatbezirke begeben, um dort für rege Wahlbeteiligung Pro­paganda zu machen. Dem gleichen Zweck dienen die seit Wochen von den Blättern veröffent­lichten Leitartikel, die unter dem Gesichtspunkte der von den einzelnen Zeitungen vertretenen engeren Interessen, die Leistungen des sadistischen Regimes auf politischem, kulturellem und wirt­schaftlichem Gebiet würdigen. Dadurch, dah der 10. Jahrestag der Gründung der italienischen Faszi auf den Vorabend des Wahl­sonntages fallt, bietet sich für die Regierung ein willkommener Anlaß der Wahlpropaganda durch festliche Veranstaltungen g ro - hen Stiles einen besonders wirkungsvollen Abschluh zu geben. Die Zentral!ritung der katho­lischen Aktion hat unter dem Vorsitz von Mon­signore Pizzardo, des päpstlichen Unter- staotssekretars eine Sitzung abgchalten, in der eine Tagesordnung beschlossen wurde, welche sämtliche Katholiken daran erinnert, dah sie ihrer Wahlpflicht zu genügen haben, um den Latcranverträgen in der Kammer zur Annahme zu verhelfen.

Die Rebellen räumen Tomon.

GrotzcrbrfolqdermextktmischenRegienmg.

Mexiko, 18. März. (WTB.) Die Bundes­regierung gibt bekannt, dah die Aufständischen die von ihnen zum Zentrum des Widerstandes gegen die Regierungstruppen unter Calles be­stimmte Stadt Torreon in panikartiger Flucht geräumt hätten. Die Aufständischen ziehen sich fluchtartig in der Richtung auf die Stadt Chihuahua zurück. Die Räumung Torreons begann bet Sonnenaufgang. Bis zuletzt hatte Un­gewißheit darüber geherrscht, ob die Rebellen versuchen würden, sich in der Rähe Torreons zum Kampf zu stellen. Die Flieger der Bun- deöarmee hatten noch heute in den frühen Mor­genstunden festgestellt dah bei Gomez Palacziv eine Konzentrierung oer feindlichen Truppen vor sich ging. Rördlich von Tvrreon und im Rücken der Rebellen-Armee ist es den Bundestruppen gelungen, die Bahnverbindung zwischen Torreon und Juarez bei BermejMa zu unterbrechen. Die Markthalle von Torreon geriet gestern nacht in Brand, so dah daS gesamte Geschäftsviertel bedroht war. Die Insurgenten sahen den Brand als Versuch an, die sonst dunkel gehaltene Stadt für die Flieger der Dundesarmee kenntlich zu machen.

Amanullahs Aussichten.

Sein Anhang wächst.

London, 18. März. (WB.)Daily Tele­graph" meldet aus Peschawar: General Äadir Khan und seine drei Brüder haben sich die Auf­gabe gesetzt, Afghanistan zu retten. Obwohl an­genommen werden kann, daß sich keiner von diesen vier Brüdern dem Anspruch Aman- u l l a h S auf den Thron widersetzen wird, besteht trotzdem kein Grund zur Vermutung, dah irgend­eine Vereinbarung abgeschlossen wurde. Aman-

Was wird der Herr im Frühjahr tragen?

Modische Dariaiionen deck HerrenanzogeS. Don Ruth Goeh.

Für den Herrn sind modische Gesetze Helfer des guten Geschmackes. Aiemals Zwang. Sie geben ihm die Möglichkeit, seinem Typ, feiner Erscheinung Rechnung zu tragen. Don diesem Gesichtspunkt aus bleibt die große Linie bestehen, nur die Details wechseln. 3m einzelnen sind sie so wenig ins Auge fallend, daß sie erst alle zu- sammengefaht werden müssen, ehe sie eine neue Mode ergeben.

Der einreihige Sakko bleibt der Anzug des Herrn für den Beruf, für die Straße, für den Tag Zwei oder drei Knöpfe sitzen an der Front. Beim drelknöpfigen wird der mittelste geschlossen, die beiden anderen bleiben offen. Beim Sakko mit zwei Knöpfen liegt der oberste etwas über der Taillenhöhe. Und nur dieser wird geknöpft, während der untere offen bleibt. Die Harmonie der Revers steht im Einklang damit, daß der Einschnitt nicht zu tief erfolgt, weil nur dadurch der gute Sitz verbürgt ist. Der Kragen rück­seitig nicht zu schmal muh tief ansetzen, da der Wäschekragen sichtbar sein soll. Rechts- und linksseitig liegt der Anzugkragen gut an und ver­rät die Hand des Meisters mehr als alles andere. Die Aaht vom Hals bis zur Achsel verlangt be­sondere Sorgfalt, damit sich Wulste und tluer- falten nicht ergeben. Die vchultern ragen nicht mehr über die Figur hinaus. Da, wo Wattierung erforderlich ist, wird sie so gearbeitet, dah die Echulterpartie vollkommen natürlich wirkt. Am besten wird der Eindruck vermittelt, wenn sie leicht eckig erscheint. Der Obetäxmel soll weit und gefällig sein. Von ihm hängt es mit ab. ob der ganze Anzug einen legeren eleganten Schnitt hat. Die Vorliebe der etwas zur Fülle neigenden Herren, den Anzug straff zu tragen, kann nicht genug bekämpft werden. Der sestansihende Sakko macht den Starten stärker, nimmt der Linie jede Eleganz. Gin Anzug muhhängen", wenn er sitzen" soll. Um dem Oberärmel die Wette zu gestatten, ohne dah er plump ausslebt, werden an ihm oben einige Fältchen angebracht. 3m Gegen­satz dazu ist nach der neuen Mode der Unterärmel eng. Das Problem des modernen Aermels kann nur vom guten Schneider gelöst werden. Der Ell­bogen braucht noch Weite, unterhalb der Biegung erst darf sie sich verringern. Sonst zieht sich der Sallo, und es entstehen dort Salten, wo telne

ullahs Sache durchzudrücken. Amanullah Ist keineswegs überzeugt, dah sich die Ost- und Süd- Provinzen für ihn erklären werden. Alle- deutet jedoch daraus hin, daß AmanullahS An­hang wächst. Mangels eines anderen geeig­neten Kandidaten ist es nicht unwahrscheinlich, dah Amanullah in der Lage fein wird, auf Kabul vorzumarschieren und den jetzigen Emir zu ver­treiben.

Kritische Lage in China.

Gencralsopposition gegen Tschiangkaischet.

Peking. 18. März. (Telun.) Wie aus QI an­fing gemeldet wird, hat der Kongreß der Kuo­mintang-Partei den General Feng von dem Posten des Kriegsministers enthoben. Außer­dem wurde der 3nnenminister, General 3 c n - sischan seines Amtes entkleidet. Die beiden Generäle haben der Partei eine Erklärung über­mittelt, daß sie aus der Kuomintang austreten und nicht mehr die Beschlüsse die­ser Partei ausführen werden. Sie sträuben sich gegen eine Diktatur des Marschalls Tschiangkaischek und forderten dessen so­fortigen Rücktritt von dem Posten des Präsiden­ten der chinesischen Republik. Weiter verlangen die beiden Generale die sofortige Auflösung des Kuomintang-Kongresses, da er nicht dem natio­nalen Gedanken der chinesischen Republik ent­spreche. Dieser Kongreh bettele nur aus An­hängern Tschiangkaischeks, da es den anderen Parteiorganisationen verboten worden sei, Vertreter zum Kongreß zu wählen. Dieser neue Konflikt zwischen Tschiangkaischek und fei­nen Generalen bedeutet eine große Gefahr für die chinesische Republik. Die beiden Generale befin­den sich in der Provinz T s ch i l i und wollen von dort aus ihre militärischen Unternehmungen ge­gen Nanking teilen. Die Lage ist sehr gespannt.

Deutscher Reichstag.

Baukreditgefetz. Beamkenfragei, des Nachtragsciats.

Berlin, 18. März. (D. D. Z.) Aus der Ta­gesordnung steht die zweite Beratung des Bau­kreditgesetzes. Q(bg. Lipinski (Soz.) wendet sich gegen einen von der Wirtschaftspartei einge­brachten Antrag, der verlangt, dah die^p r i - Daten Bauunternehmungen minde­stens zur Hälfte an den Zwischenkrediten be­teiligt werden, die nach der Vorlage 253 Millionen betragen sollen. Diesen Antrag be­gegnet der sozialdemokratische Redner als eine Schädigung des privaten Baugewerbes, das jetzt einen weit größeren Anteil an den Zwischen­krediten habe.

Abg. Lucke (Wirtsch.-P.) bestreitet, daß das private Baugewerbe jetzt in großem Umfange an den Zwischenkrediten beteiligt sei. Den größ­ten Anteil hätten die sogenannten gemein­nützigen Bauunternehmungen, vor allem die sozialen Bauhütten. Bei Ab­lehnung des Antrages der Wirtschaftspartei könne diese der Vorlage nicht zustimmen. Es sollte mehr Ehrlichkeit in der Wohnungs­politik verlangt werden. (Unruhe.)

Reichsarbeitsminister Wissell: Den gegen das Arbeitsministerium gerichteten Vor­wurf der Unehrlichkeit weise ich mit aller Ent­schiedenheit zurück. (Beifall.) 3ch will nicht um­gekehrt sagen, daß der Antrag der Wirtschafts­partei auf Unehrlichkeit beruht. Er beruht aber auf völliger Unkenntnis der tat­sächlichen Verhältnisse. Tatsächlich sind an den Zwischenkrediten beteiligt worden 27,9 Prozent gemeinnützige Gesellschaften und 60,3 Prozent private Unternehmer. (Hört, hört!) Der Antrag der Wirtschastspartei würde also den Anteil deS privaten Baugewerbes herabfetzen.

Abg. Steiniger (Dn.) begründet einen An­trag, wonach das private Baugewerbe in tun­lichst großem Umfang an den Zwischen- krediten beteiligt werden soll. Abg. Frau H a r t- Wig-Bünger (D. D.) stimmt dem Antrag der

gewollt sind. Am Unterärmel vier eng gefetzte Knöpfe, die merkwürdigerweife noch immer Zier- knöpse beißen. Und doch sollen sie ihren eigent­lichen Zweck erfüllen, nämlich geknöpft werden. Darum sind ausgearbeitete Knopflöcher da, so­bald es sich um einen Qualitätsanzug handelt. Der mittelste Knopf des Sakkos sitzt in Taillen­höhe. Der unterste in Höhe des Tascheneinschnil- teS. Der oberste soll von dem Revers nicht ver­deckt toerbert Heber dem obersten Knopf und ziemlich nahe am Aermel ist die Drusttasche an­gebracht. Sie ist geräumig, eine wirkliche Tasche, mit breiter Leiste verseheir Der Figur zum Vor­teil gereicht der höhere Sitz der Seitentaschen. Aiemals sollen sie sich unterhalb des letzten SchlutzknopseS befinden. Aeuerdings werden sie ohne Patten getragen, aber die Patten sind keinesfalls ganz aus dem Modebild verschwunden. Unmittelbar an der Rock-Kante sitzen die Knöpfe. Das ist für den Abstich der Kante wichtig. Sie soll rund, aber nicht zu rund sein. Dom untersten Knopf angefangen, gehen die beiden Flügel des Sakkos in natürlichem Fall sofort auseinander. So oft wundern sich die Herren darüber, was ihrem Anzug das Unschöne und Unelegante gibt. Dabei sind scheinbar alle Mode- und Schneider- gesetze beachtet. Kleinigkeiten wie immer geben auch hier den Ausschlag. Sobald der Ab­stich zu rund verläuft und sobald die beiden Flügel nicht zeitig genug auseinandergehen, er­weckt der Anzug den Eindruck, als fet er nicht für den Träger gefertigt Gr macht dann die Figur unproportioniert. Die Beinkleider sind nicht wehr so lang und nicht mehr so weit wie bisher. Sie stoßen nur noch auf den Spann des Fußes auf, fallen aber nicht darüber. Der zweireihige Sakko wird auf drei Knopfpaare gearbeitet, von denen nur der oberste offen bleibt Die Taschen sind hier wie beim einreihigen Sakko in Hüfthöhe angebracht Man vermeide es, sie zu weit nach vorn zu setzen, jedoch stets im Verhält­nis zur Gestalt des Trägers. Will er sehr schlank wirken, muß die Tasche nach hinten rücken, ist seine Fiqur überschlank und will er etwas voller erscheinen, wird die Tasche mehr nach vorn zu eingefchnitten. Doch darf man trotzdem die Allgemeinregel auf stellen: die Seitentasche nie zu weit nach vorn, weil sie sonst die Linie des Anzuges verdirbt

Sicherlich wird Flanell in der neuen Saison das Liebiingsgewebe werden. Für die warme 3ahreszeit ist er sehr geeignet weil er leicht und luftdurchlässig ist. Rur ganz gute Qualitäten sollen zur Verarbeitung Eommen. Denn es so lange gedauert hat. bis Flanell sich einführen konnte, so lag das daran, dah man leichte Ge-

©cutfcftnationalen zu und lehnt den Antrag der Wirtschaftspartei ab, ebenso Abg. Schönoorn (Zentr.). Damit schließt die Aussprache. Der Antrag der Wirtschaftspartei wird gegen die An­tragsteller abgelehnt, der Antrag der Deutsch- nationalen gegen Sozialdemokraten und Kommu­nisten angenommen. Mit dieser Aenderung wird das Gesetz In zweiter und dritter Beratung an­genommen, wonach der Reichsarbeitsminister ermächtigt wird, für die Deutsche Bau- und Dodenbank in Berlin Bürgschaften insoweit zu übernehmen, daß der Gesamtbetrag der jeweils bestchrnden DürgschestsrerpfliÖlungen den Gegen­wert von 250 Millionen Mk. nicht übersteigt.

Ls folgl die zweite Beratung des Nachtrag», etats für 1928.

Der Ausschuß hat die in der Regierungsvorlage enthaltene Anleiheermächtigung um250 Millionen erhöht, die für die A rbeits- losenversicherung verwandt werden sollen. 3m übrigen beschäftigt sich der AachtragSetat nur mit Personalangelegenheiten.

Abg. Frau Teusch (Zentr.) begründet ein vom Zentrum eingebrachtes 3nitiativgesetz, durch das die Bestimmung der Personenabbauverord­nung über die Kündigung weiblicher Beamten, die sonst am 31. März 1929 außer Kraft treten würde, bis zum 3nfrafttrcten deS neuen Deamtengesetzes verlängert werden soll.

Abg. Frau Bohm-Schuch (Soz.) verlangt dem Zentrumsentwurf gegenüber die schleunige Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Rechte der weiblichen Beamten. Die Streichung der Ministerialzulagen sei in der jetzigen Aotzeit notwendig. Preußen sollte hier schleunigst dem Beispiel des Reiches folgen.

Abg. Schmidt- Stettin (Dn.) macht dem Reichsfinanzminister den Dorwurf, er habe durch die Verzögerung des Aachtragsetats es verschul­det, daß die Beamten viel später in den Genuß ihrer Aufbesserungen gelangen, als es sonst der Fall gewesen wäre. Zum Zentrumsentwurf wür­den sich die Deutschnationalen ihre Stellung­nahme noch Vorbehalten.

Abg. Bernhard (Dem.) erklärt: Die Demo­kraten seien gern bereit, beim Etat für 1929 die Härten und Ungerechtigkeiten der bestehenden Besoldungsordnung auszugleichen. Diese Besol­dungsordnung, an der die großkopseten Be­amtenvertreter aller Parteien gearbeitet haben, hätte von Aichtbeamten auch nicht schlechter ge­macht werden können. Eine besondere Merkwür­digkeit sei die Existenz von militärischen Ver­tretern der Länder beim Reichsrat, die vom Reich bezahlt werden. Die Beförderung der weiblichen Angestellten zu Beamten in gleicher Weise wie die der Männer sei eine Forderung der Gerechtigkeit. Weiterberatung Dienstag.

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages.

Darmstadt, 18. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages nahm zunächst die zweite Lesung des neuen H a u sh a l t s g e se tze s vor. Die Beschlüsse der ersten Lesung wurden durch­weg bestätigt, und die umstrittenen Artikel 16 und 17 in der Fassung der Regierungsvorlage an­genommen. Der Ausschuß faßte dann folgende Entschließung:

Die Regierung wird ersucht, den Minister der Finanzen zu ermächtigen, zur Sicherung einer sparsamen und wirtschaftlichen Verwal­tung der den einzelnen Dienststellen überwiese­nen Mittel Prüfungen vornehmen zu las­sen, ob den in Artikel 21a und 50, Absatz 1 und 2, gegebenen Vorschriften Genüge geleistet wird."

Außerdem wurde Absatz 2 des Artikels 30, der in erster Lesung gestrichen worden war, toieber» hergestellt.

Einstimmig angenommen wurde ein Antrag Wittmann (Soz.) über Vorlage einer Statistik über die bisherigen Unterhaltungs- und Reubau kosten staatlicher Gebäude,

webe nahm, die einen guten Sitz nicht gewähr­leisten konnten. Ganze Anzüge aus Flanell er­obern sich den Platz an der Sonne. Später wird man den Flanell-Sakko (zweireihig) zum anders­artigen Beinkleid wählen. Uni-Sakko zur ge­streiften Hose. EheviotS, Saxonies und Kammgarne streiten sich ferner um die Herr­schaft. Auch Frisco und shetlandarUge Stoffe gehören zu den Hersiellungsgeweben.

Blau in allen Tönungen vom Schiefer- bis zum Marineblau ist beliebt. Dazu kommt das neue Grau mit seinen verschiedenen Ruancie- rungen. Maus-, Tauben-, Stein- und Hellgrau sehen besonders in Flanell sehr gut aus. Doch auch die Kammgarne nehmen diese Farbklänae gut auf. Unter Braun nimmt daS Haselnuß­braun einen besonderen Platz in der Mode ein. Es hat einen dezenten und ruhigen Klan^. Grünliche und beigefarbene Tone bereichern die Farbenskala. Aber immer kommt es auf die Musterung an. Sie ist ein wichtiger Faktor und bestimmt in hohem Maße das Aussehen des An­zuges. Fischgrätenmuster in allen möglichen Farb- stellungcn bleiben die Sa&oriten. Richt weniger beliebt sind die weißen Streifen auf dunklem Grund. Für den praktischen und eleganten Som- meranzug dominiert ein weißer Streifen auf blauem Grund. Karos und Ueberkaros, sowie diagonal verlaufende Musterungen, ferner solche aus und in meliertem Grund gehören zu den aparten Erscheinungen in der Dessinfrage. Strichel- und Punktz.ichnungen, gemusterte Bin­dungen auf meliertem Grund entsprechen der neuen Mode.

Die Mäntel sind die Ergänzung der modi­schen Ausrüstung. Erhöhte Bedeutung hat natur- Semäß für das Frühjahr der Regenmantel. Imprägnierte wasserdichte Strichgarne werden mit ausknöpsbarem Futter verseh.n. Sicher zur Freude des praktischen Mannes, zumal er diese Mäntel beiderseitig tragen kann. Wird das Futter herausgenommen, dient er als Hülle in den ersten warmen Frühlingstagen. Der Stadt­mantel ist der Chesters ield. Mit verdeckter Knopfleiste gearbeitet, zeigt er sich unauffällig und geschmackvoll. Gleich ihm wird der Rag­lan auS Homespun oder in Fischgrätenmuster mit verdeckter Knopfleiste gezeigt. Charakteristisch für ihn sind die angeschnittenen Aermel und die schräg verlausenden Revers. Der Ulster mehr im sportlichen Stil hat drei Knopfpaare und große Taschen. Derne Farben sind: Grau, Braun und Blau, ober auch tarierte Ulster sind nach wie vor auf der Modenbuhne des Herrn zu sehe«.

Anstalten und Einrichtungen. 3n einem Antrag des Bauernbundes wird die Regierung ersucht, alles in ihren Straften Stehende zur Bekämp­fung der Rabenplage zu unternehmen. Der Antrag selbst wird für erledigt erklärt. Zurückgestellt wurde die Regierungsvor­lage über die Errichtung eines Gewächs­hauses für den Botanischen Garten der LandeSuniversität Gießen. Die Regierung soll hier nochmals die Unterlagen genau nachprüfen. Einstimmig genehmigte dann der Ausschuß eine Regierungsvorlage über den Anka uf von Waldungen der ehemaligen Siandesherrschaften 3fenburg, Birstein und Cr- bach-Schönberg in der Rähe von Offenthal, Dhi- lippseich und an der Bergstraße, sowie im Oden­wald. Die Ankaufssumme für den Wald, der zu außerordentlich günstigem Preise erstanden wird, beträgt annähernd drei Millionen Mark. Don­nerstag nachmittag: Generallulturplan für den hohen Vogelsberg und Finanzausgleich mit den ©aneinben.

Keine (Sonderverhandlungen Braunschweigs.

Braunschweig, 19. März. (WTD. Funk- ihruch.) 3n der gestrigen Sitzung des Haus- haltsausschusseS deS Braunschweigischen Land­tages wurde die Frage der Derwaltungs- re f o r m und der Erhaltung der Selb­ständigkeit des Freistaates Braunschweig im Anschluß an die bekannten Anträge der Deutsch- nationalen und der Demokraten behandelt. Der Antrag der Deutschnationalen, sofort in An- schlußverhandlungen mit Preußen einzutreten, wurde von der Linken abgelehnt. Dem glei­chen Schicksal verfiel der andere Antrag, Braun­schweig solle Reichsland werden. Dagegen wurde vom Ausschuß der Antrag der Deutschen Bolls- Partei einstimmig angenommen, das Staats­ministerium zu beauftragen, die im Reich seit 3ahresfrist angebahnten Bestrebungen auf eine Neuregelung des staatsrechtlichen Verhältnisses zwischen Reich und Ländern mit allen Mitteln nachdrücklichst zu fördern.

ZolaS Börsenroman ist verfilmt.

3m BerlinerUniversum" wurde ein Fllm der Produktion Cin^mondial Edition-Film de France im Ufaverleih,Geld! Ge ldl!Geld!!!" nach dem RomanLargent von Zola, urauf» geführt. Manuskript und Regie von Marcel L'Herbier. Dec Film schildert den Kamps zwischen der soliden Hochfinanz und rücksichts- losen Spekulation, deren Häupter durch Alfred Abel und Pierre A l c o v e r verkörpert wer­den. Don Abel, der den gradlinigen, korrekten Knanzmann gibt, hat man schon Besseres ge­sehen. Abgesehen von einigen Übertreibungen weiß Alcvver jedoch zu fesseln. Reben der deut­schen Schauspielerin Brigitte Helm, deren Ta­lent durch das vielfach langatmige Manuskript nicht voll zur Wirkung kommt, sind zu nennen Dvette Gilbert, Henry Victor und Mary G l v r y. Wirkungsvoll finb die Aufnahmen des Dörsentrubels, der durch Geräuschaufnahmen her- ausgehoben wird. Die Photographie leibet unter ihrer Unregelmäßigkeit, unscharfe Bilder stören wiederholt. DaS Publikum spendete der einzig anwesenden Schauspielerin Brigitte Helm seinen Beifall.

Gelinde Bestrafungen.

Berlin, 19. März. (Telun.) Rach einer Pa­riser Meldung hat P a i n l e v e am Montag­abend nach eingehender Beratung im Winister- rat die angekündigten Maßregelungen ge­gen drei Offiziere der Rheinarmee verhängt. General Partouneaux, der Stadtkomman­dant von Trier, wurde, weil er während der schwersten kritischen Zeit einen Maskenball be­fohlen hatte, zur Disposition gestellt. General G o u b e a u, der Kommandeur der in Mainz liegenden Armeekorps, der eine Parade befohlen hatte, erhielt einen Verweis und Oberst M a r m i n l a , der Kommandeur des- gerbataillons in Düren, der in grimmigster Kälte einen Geländemarsch hatte unternehmen lassen, soll strafversetzt werden.

Kunst und Wissenschaft.

Die Pläne des neuen Frankfurter Operintendanten

Der neue Intendant der Frankfurter Oper, Prof. Dr. Turn au, und der neue Reg sseur, Dr. Her­bert Graf, machten der Preise Ausführuogen über ihre Pläne. Das Ziel Professor Turnaus ist, olle Beoölkerungsschichten wieder ins Theater zu drin- gen und das Publikum zur Aktivität zu erziehen. Das klassische Repertoire muffe gepflegt werden, daneben müsse man vor allem die Spiel­oper und die klassische Operette auf die Bühne bringen, da das Publikum nach der anstren­genden Tagesarbeit nicht in der Lage fei, allabend­lich im Theater an die tiefsten Probleme heranzu« gehen. Schließlich werde man sich der modernen Oper zuwenden. Erstaufführungen sind u.a. ge­plant: Die heitere SpieloperSchwanda, der Dudelsackpfeifer" von Weinberger, Hindemiths neue OperNeues vom Tage".Oedipus Rex"

Kindliche Spiele für Erwachsene.

Auf den uralten Trick, der bei Eröffnung der Cheopspyramide schon als veraltet zurüdgewiesen wurde, sind in Brüssel mal wieder zwei Damen bereingefafien, die in einem Caf6 zwei Herren kcnnengclcrnt hatten. Diese stellten sich als Mr. Morphy und Moux aus Dublin vor und brachten im Lause der Unterhaltung das Gespräch daraus, dah man zu Menschen, Die einem sympathisch sind, unbegrenztes Vertrauen haben se.

Machen wir die Probe", schlug Mr. Worphy vor und legte seine gefüllte Brieftasche auf den Tisch.Wir gehen jetzt eine halbe Stunde spazie­ren und hoffen unser Vertrauen gerechtfertigt zu sehen."

Tatsächllch hatten es die 3ren mit ehrlichen Damen zu tun, aber nun sollten diese auch eine Probe ihres Vertrauens geben. lieferten zu diesem Zweck einige Ohrringe und Armbänder ab, mußten aber nach einem halbstündigen Spa­ziergang feststellen, daß die 3ten bis auf wei­teres verschwunden waren. 3n Berlin ist mal eine ähnliche Sache passiert, aber als die Herren das Loka! wieder betraten, fanden sie statt der Damen einen Zettel auf dem Tisch, daraus stand:

»Der Trick ist gut, aber wir kannten ihn schon."