auch ist es nicht immer wirtschaftlich, in dos Mauerwerk selbst umfangreiche elektrische Leitungen einzulegen. Hier gibt es nun einen Apparat, der die Lauschzelle heißt. Er geht von dem Grundsatz aus. daß jeder Einbruch mit einem, wenn auch so geringen Geräusch verbunden sein muh. Hier sind nun die aus der Funktechnik bekannten Derstärkungseinrich- tungcn nutzbar gemacht worden. Mit ihrer Hilfe kann man bekanntlich das geringste Geräusch millionenfach verstärken und diese Einrichtungen sind daher ein wesentlicher Teil der Tresoranlagen. Auch hier wie überall kommt es natürlich daraus an. daß die Leitungsanlage sunktioniert. Hier hat die Technik wirklich Vollendetes geschaffen, denn es ist nicht nur gelungen, alle überhaupt denkbaren Eingriffe in die Leitungen unwirksam zu machen, man ist heute sogar soweit, daß sich die unvermeidlichen Fehler, die sich durch Abnutzung und -Zufälligkeiten in die Anlage einschleichen können, rechtzeitig und selbsttätig durch besondere Störsignale selbst melden, so daß der Schaden abgestellt werden kann. So wird also nicht nur das Zerstören. Beschädigen und Lieberbrücken von Leitungen sofort richtig gemeldet, es wird auch angezeigt, wenn z. B. die Spannung einer Batterie nachlätzk. wenn ein Heizfaden durchbrennt, wenn eine Röhre taub wird und ähnliche, unvorhergesehene Zwischenfälle. Die modernen Tresoranlagen sind oft so umfangreich, daß die Bewachung durch Angestellte kostspielig u nd nahezu aussichtslos ist. Dazu kommt, daß das menschliche Ohr nicht die Feinhörigkeit dieser Zellen haben wird, welche jedes ankommende Geräusch in Arbeit und Alarm verwandeln. Lind die Sensibilität dieser Anlage kann nahezu ins Llngernesfentz gesteigert werdens jedes Oeffnen und Schlichen einer Tür, ein fallengelassener Bleistift, ein im Raum gesprochenes Wort und ähnliche Belanglosigkeiten genügen schon, um die Alarmglocken zu läuten. Die Maschine trägt den Sieg über die menschlichen Sinne davon.
Wirtschaft.
Oie Vorgänge
am deutschen Benzinmarkt.
Aus dem deutschen, speziell westdeutschen Benzinmarkte wird gegenwärtig ein Preis- kämpf ausgefochten. Hie Konvention — hie Auhenseiter. Der Rufer im Streit ist die Rheinland-Garagen-G. m. b. H. in Köln, die vor kurzem plötzlich ihren Pumpenpreis auf 27 Pf. und am 7. September auf 24 Pf. für Benzin, 30 Pf. für Gemische und 35 Pf. für Benzol herabgesetzt hat und dabei gleichzeitig ankündigte, daß in den nächsten Wochen weitere Crrnähigun- gen eintreten sollen, bis der Denzinprcis, der bei der Konvention 31 Pf. beträgt, auf 19 Pf. je Liter herabgedrückt sei, und dah man ferner beabsichtige, den Kampf auf gaiu Deutschland auszudehnen, um die gegenüber dem Ausland bedeutend höheren Preise auf ein natürliches Mah herabzudrücken. Stellten bisher die augenblicklichen Vorgänge auf dein Benzinmarkt den Auhenstehenden vor ein Rätsel, so hat die am Montag in Düsseldorf abgehaltene außerordentliche Generalversammlung des Reichsverbandes der Garagenbesitzer, die sich mit dem Denzinkampf in Westdeutschland beschäftigte, insofern eine gewisse Klärung gebracht, als eine Entschließung gefaßt wurde, in der u. a. zum Ausdruck gebracht wird, daß der Verband sich hinter die den Kampf führenden westdeutschen Außenseiterfirmen stellt, ihre bisherigen Maßnahmen billigt und sich dem Kampf anschließen will. Der Verband überlasse aber in Anbetracht der Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse die Entscheidung über Zeitpunkt und Ort der Aufnahme des Kampfes seinen Ortsgruppen bzw. deren Mitglieder. „Die Konvention solle klar zu erkennen geben, dah sie dem Handel eine ausreichende Ver - dienst spanne gewähren wolle", ohne dah diese in dem Verbraucherpreise auf Kosten der letzten Konsumenten zum Ausdruck zu kommen brauche. Ferner solle die Schaffung fester Rormen für die Betriebsstoffe beantragt werden, weil man dem Marken- unwesen entgegentreten und das Vorurteil beseitigen wolle, als ob die Markenbetriebsstoffe eine immer gleichbleibende Qualität besäßen.
Damit sind die Ziele der Außenseitergruppe bekannt geworden. Die Frage ist nun, ob die Außenseiter sich stark genug fühlen, einen Kampf gegen die in der Konvention vereinigten großen Vertriebsfirmen durchzuführen. Man darf zwar annehmen, daß die Außenseiter einer ausreichenden Unterstützung sicher fein müssen, die es ihnen ermöglicht, den Preiskampf auf eine
geraume Zeit fortzuführen. Allerdings ob mit Erfolg, das dürste bei der starken Stellung der Konvention doch etwas zweifelhaft fein. Denn die Ausdehnung des Kampfes ist nach Aeuße- rungen von Fachleuten weniger eine Frage des Kampfwillens, als eine Frage der Lieferungsund Transportmöglichkeiten. Lind da dürften sich den Außenseiterfirmen eine Reihe von Schwierigkeiten hindernd in den Weg stellen. Abgesehen von der Geld- und Lieferungsfrage spielt die Frage der Grohraumtankanlagen, die den Außenseitern fehlen, eine große Rolle, alle Schwierigkeiten, die zu verschärfen sich die Konvention sicher nicht entgehen läht. Mag nun aber der Kampf zwischen Außenseitern und Konvention ausgehen wie er will, er darf unter keinen Ll m st ä n d e n bei einer eventuellen Verständigung auf dem Rücken des Verbrauchers ausgetragen werden. Man wird daher die weitere Entwicklung der Vorgänge auf dem deutschen Benzinmarkt mit Aufmerksamkeit verfolgen müssen.
Weitere Entlastung der Reichsbank.
Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 14. September hat sich die gesamte Kapitalsanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Reichsschahwechseln. Lombards und Effekten in der zweiten Sevtemberwoche um 258,4 Millionen auf 2404,7 Millionen Mark verringert. 3m einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 232,9 Millionen auf 2239,6 Millionen Mark, und die Bestände an Reichsschahwechseln um 28,5 Millionen auf 17,2 Millionen Mark abgenommen, während die Lombardbestände eine geringe Zunahme um 3,0 Millionen auf 55,2 Millionen Mark erfahren haben. Die Anlage in Effekten ist mit 92,8 Millionen Mark unverändert geblieben.
An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen sind 192,9 Millionen Mark aus dem Verkehr zurückgeflossen. Der -Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 190,9 Millionen auf 4411,7 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 2,0 Millionen auf 403,0 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 37,4 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 426.7 Millionen Mark eine Abnahme um 44,9 Millionen Mark.
Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben sich um 5,5 Millionen auf 2509,1 Millionen Mark erhöht, und zwar haben die Goldbestände um 3,0 Millionen auf 2186,3 Millionen Mark, und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,5 Millionen Mark auf 322,8 Millionen Mark zugenommen.
Die Deckung der Roten durch' Gold allein besserte sich von 47,4 Prozent in der Vorwoche auf 49,6 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 54,4 Prozent auf 56,9 Prozent.
Gründung der Elektrizität^ A.-G. Mitteldeutschland.
Von der Verwaltung des Elektr o-Zweck- Verbandes Mitteldeutschland in Kassel wird mitgeteilt: Am 14. d. M. ist die Gründung der Elektrizitäts-A. -G. Mitteldeutschland in Kassel vollzogen und in das Handelsregister eingetragen worden. Die Gründung ist als Bargründung vollzogen worden mit einem Gesellschastskapital von 100 000 Mark, und stellt eine sogenannte Studien- gesell schast dar. Gleichzeitig ist der Zweck dieser Gründung der, eine rechtsfähige juristische Person zu schaffen, die mit den später ihre Sachwerte einbringenden Lieberlandwerken verbindliche Verträge schließen kann. An der Gründung sind beteiligt der Zweckverband Lleber- landwerk Edertalsperre, der Zweck- verbandFuldo-Hünfeld-Schlüchtern, die Kreise Hanau und Kirchhain und die Preußische Clektrizitäts-A. -G. Berlin. Cs müssen nunmehr die Beschlüsse bet Kreise, Körperschaften und anderer Bcfchluh- organc abgewartet werden, um später auf dem Wege der Rachgründung gemäß § 207 H. ®. B. unter entsprechender Erhöhung des Gesellfchafts- kapitals die einzubringenden Werke in die Gesellschaft aufzunehmen. Die Preußische Elektrizi- täts-A.-G., die mit jeweils 26 Prozent des Gesellschaftskapitals beteiligt ist, wird, abgesehen von der Einbringung des Elektrizitäts-Llnter- nehmens des Kreises Frankenberg, ihre Beteiligung in bar einbringen. Die Städte des Go- sellschaftsgebiets bearbeiten zur Zeit die Frage der Errichtung e igener Aktiengesellschaften aus ihren gewerblichen Betrieben und wollen sich durch Austausch eines Teils ihres Aktienkapitals gegen Aktien der Gesellschaft Mitteldeutschland mit dieser ver
zahnen. Bis zur erstmaligen Erhöhung des Aktienkapitals, d. h. bis zur Einbringung der kreiskommunalen Sacheinlagen, dürfte noch ein Zeitraum von einigen Wochen vergehen. Cs kann indessen damit gerechnet werden, dah bis zum Ende des Jahres der endgültige Umfang der Gesellschaft seststeht.
Norddeutscher Lloyd und Tschechoslowakei.
Durch Vermittlung der Bantfirma Friedrich D l e i b t r c u . Berlin, hat sich, wie WTB -Han- delsdienst erfährt, zwischen der Tschechoslowakei und dem Rorddeutschen Lloyd in Bremen eine Verbindung gebildet mit dem Ziel, die Ausnutzung der tschechoslowakischen F r e i h a f e n r e ch t e i n Hamburg in enger Verbindung mit dem Rorddeutschen Lloyd wahrzunehmen. Zu diesem Zwecke wird eine Aktiengesellschaft gegründet, woran der Rord- deutsche Lloyd mit etwa der Hälfte des Aktien- lapitals beteiligt fein wird, während tschechoslowakische Wirtschaftstreise die andere Hälfte des Kapitals übernehmen. Die Verwaltung der neuen Gesellschaft wird je zur Hälfte von deutschen und tschechischen Persönlichkeiten, darunter einem tschechischen Regierungsvertreter, gebildet werden. Die neue Gesellschaft wird vom tschechoslowakischen Staat mit der Wahrnehmung aller feiner Hoheitsrechte betraut werden. Der Erwerb von Schiffen in Zusam- menarbeit mit dem Rorddeutschen Lloyd ist zunächst nur in beschränktem Umfange vorgesehen.
Anhaltende Glanzstoff-Vaiffe.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M, 18. Sept. Tendenz: unsicher - 3nfolge der anhaltenden Glanz- ft o f f b a i f f e war zu Beginn der heutigen Börse die Tendenz wieder unsicher und schwächer. Die etwas besseren Aussichten an der gestrigen Börse wurden zunichte, und die Unternehmungslust schrumpste erheblich ein, zumal die anfänglich an den Markt gegebenen Aufträge f a ft r e st lo s zurückgezogen wurden. Die Spekulation schritt erneut in stärkerem Maße zu Abgaben. Aber in erster Linie hatten Glanzstoff - A k t i e n hierunter zu leiden. Es trat ein neuer Rückgang von 7 Prozent ein. Die Grenze von 300 Prozent ist somit um 10 Prozent unterschritten. Die übrigen Märkte wurden anscheinend hiervon ungünstig beeinflußt, zumal auch die ^keuyorker Börse gestern recht unsicher war,* was in der Hauptsache auf die dortige Geldmarktverfassung zurückzuführen ist. Die Kursgestaltung im allgemeinen wurde aber trotzdem nicht besonders nachteilig beeinflußt, man kann vielmehr sagen, daß im Grundton eine gewisse Widerstandsfähigkeit zutage trat, aber trotzdem war keine Belebung des Geschäftes zu bemerken. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die Kursgestaltung nicht einheitlich. Es überwogen Abschwächungen bis zu 1,5 Prozent. Am Elektromarkt lagen AEG. knapp gehalten, Chade- Aktien gut behauptet. Licht & Kraft und Siemens gaben je 1,25 Prozent nach. Kaliwerte verloren bis 2,25 Prozent. Am Chemiemarkt eröffneten 3.-G.-Farben gut behauptet. Goldschmidt büßten 1,5 Prozent ein. Montanpapiere gaben ebenfalls etwa 1,25 Prozent nach. Rheinstahl unverändert. Einiges 3ntereffe bestand für Daimler und Süddeutsche Zucker bei leicht gebesserten Kursen. Zellstoffwerte, Bauunternehmungen und zumeist Dankwerte konnten ihre Kurse der gestrigen Abendbörfe erhalten. Renten still. Don Ausländern Zolltürken etwas höher. Rach den ersten Kursen traten weitere Rückgänge bis 1 Prozent ein. Glanzstoff-Aktien verloren erneut 4 Proz. Dies war der Grund zu allgemeinen weiteren Abschwächungen. doch schritt hernach die Kulisse zu Rückdeckungen. Die Tendenz wurde allgemein etwas fester, und es traten, wenn man die erst eingetretene Verschlechterung in De tracht zieht, Besserungen bis zu 1,5 Proz. ein. Die Rachfrage nach Glanzstoffwerten war etwas reger, bei einem Gewinn von 6 Proz. 3n Spezial- werten war das Geschäft etwas lebhafter. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Proz. angeboten. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2005, gegen Pfund 20,365, London gegen Kabel 4,8468, gegen Paris 123,8550, gegen Mailand 92,67, gegen Madrid 32,86, gegen Holland 12,09.
Erneuter Kursrückgang in Glanzfioff.
Berliner Börse.
Berlin, 18. Sept. Rachdem es gegen Schluß der gestrigen Börse und im Rachmittagsverkehr den Anschein hatte, als ob sich die allgemeine Tendenz von den Vorgängen am Kunstseidemarkt frei machen könnte, beeinflußte ein er
neuter Kursrückgang der Glanz- stoffaktie n schon die gestrige Abendbörse wieder nach unten, und im heutigen Vormittagsverkehr herrschte aus demselben Grunde äußerste Zurückhaltung. Besondere wirtschaftliche Momente lagen nicht vor. Man verwies auf eine leichte Verschlechterung der Ar- beitsmarktlage, auf das nach uneinheitlichem Verlaufe schwache Reuyork und auf die versteiften Tagesgeldfähe am dortigen Platze, die neue Befürchtungen für den Geldmarkt aufkommen liefen. Da auch der Donnerstag wieder näher rückt, achtete man auch wieder auf die Goldabzüge von London nach Ll. S. A. Ein Moment vielleicht, das nicht übersetzen werden darf, ist. daß der Reichstag in den nächsten Tagen wieder zusam mentritt, so daß die bisher zurückgestellten innerpolitischen Differenzen mehr in den Vordergrund treten dürften. Der offizielle Dörsenbeginn zeigte jedoch trotz der weiteren schwachen Veranlagung der Kunstseidewerte relativ widerstandsfähige Haltung. Es ergaben sich zwar bei äußerst geringem Geschäft zu den ersten Rotierungen überwiegend kleine Kursabschläge, die aber ganz vereinzelt über 2 v. H. hinausgingen. Etwas stärker lagen Schubert & Salzer, Polyphon und von Rebenwerten Buderus. Deutsche Gisenhandel und Chemische Heyden. Die bereits erwähnten Kunstseidewerte verloren anfänglich 9 bzw. 14 v. H. Als Ausnahme wären Bank für Elektrische Werte mit einer Steigerung von 2 v. H. zu nennen. Deutsche Anleihen ruhig, Ausländer freundlich. Pfandbriefe eher schwächer. Geldmarkt weiter etwas leichter. Tagesgeld 6,5 bis 9v. H.: Monatsgeld 9 bis 10,75 v. H., Warenwechsel 7.75 bis 7,60 v. H. Der Verlaus zeigte keine einheitliche Tendenz. Besonders Kaliaktien waren starken Schwankungen ausgesetzt. 3m Grundton war die Börse widerstandsfähig, bei der herrschenden Geschäftslosigkeit ließen sich kleinere Kursrückgänge aber nicht immer vermeiden. Bemerkenswert war die schwache Haltung der Rorddeutschen Lloyd-Aktie, die bis auf 106,5 v. H. zurückging. Man will hier Abgaben zweier großer Privatbankfirmen beobachten und brachte diese Bewegung im Zusammenhang mit Hamburger Abgaben. Auch die übrigen Schiffahrtswerte wurden durch die schwache Haltung der Rord- deutsche Lloyd-Aktien beeinflußt.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 18. Sept. 2lm heutigen Hauptmarkt war das Geschäft wieder recht ruhig. Die schwächeren Auslandnotierungen verstimmten wieder, Angebot kam ziemlich an den Markt. Don Brotgetreide lagen Weizen und Roggen leicht nachgebend. Am Mehlmarkt konnte Roggenmehl unverändert notieren, Weizenmehl büßte 0,25 Mark ein. Don Futtermitteln lag Mais für Futterzwecke leicht gedrückt. Es wurden notiert: Weizen 25 bis 25,10 Mark, Roggen 19,90 bis 20, Sommergerste für Brauzwecke 21 bis 21,50, Hafer (inländischer) 18,75 bis 19, Mais (gelb) für Futterzwecke 20 bis 20,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 38 bis 38,50, Roggenmehl 28,25 bis 30, Weizenkleie 11,35 bis 11,50, Roggenkleie 11,25 bis 11,50 Mark. Tendenz: ruhig.
Große Strafkammer Gießen.
* Gießen, 17. Sept. Ein „Homöopath" von hier, der von seiner kräuterkundigen Großmutter Einblick in die Elemente der Heilkunde erhalten haben will, behandelte einen Bekannten, der Fieber und Lungenschmerzcn hatte, mit harmlosen Medikamenten, die er ihm verbotswidrig verkaufte. Als der Kranke rostbraune Blutkugeln hustete und seine Frau einen Arzt zuziehen wollte, brachte der Angeklagte sie davon ab, indem er ihr sagte, die Behandlung werde sie 60 bis 80 Mk. kosten, soviel wie die Acrztc verstehe er auch, das Aushusten von Blut sei gut, dadurch komme es heraus, er kriege die Krankheit schon weg. Als nach mehreren Tagen dann doch ein Arzt zugezogen wurde, war es zu spät, der Kranke starb an einer infolge seiner Lungenentzündung eintretenden Herzlähmung. Wegen fahrlässiger Tötung war der Beschuldigte vom Bezirksschöffengericht Gießen zu dreiMo - naten Gefängnis verurteilt worden. Auf seine Berufung wurde heute das Urteil bestätigt. Auch heute kam das Gericht nach dem Gutachten zweier medizinischer Sachverständiger zu der Lleberzeugung. daß bei rechtzeitiger Anwendung herzstärkender Mittel, wie sie bei Lungenentzündung unbedingt von vornherein zu verabreichen sind, der tödliche Ausgang mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit vermieden worden wäre. Ferner erhielt der Angeklagte auf die Berufung der Staatsanwaltschaft noch wegen unerlaubten Verkaufs von Arzneimitteln eine Geldstrafe von 30 Mark.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.
Frankfurt a M.
Berlin
Franyurt a. M.
Berlin
Frankfun a. Uli.
Berlin
Berlin, 17. September
Geld
Brief___
Schluß-i
Kurs I
l-Ubr Kurs
Schluß-l Anfang- Kurs | Kure
Schluß- Knr«
1-Uhr Kurs
Schluß. Kur«
Anfang. Kurs
Schluß- Kurs
i-Uhr Kurs
Schluß- Kurs
Anfang- Kurs
Französische Noten.....
Holländische Noten ...... italienische Noten......
Norwegische Noten......
Deutsch-Teste rr., L100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schwerer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten - • Ungarische Noten . . - . •
Devisenmarkt Berlin Telegraphische
16,415
167,91
22,03
111,43
59,01
2,485
112,08
80,60
61,78
12,37
73,00
-Frankfur
Auszahli
16,475 168,59 22,11
111,87
59,25 2,505 112,52
80,92 62,02 12,45 73,30 t a. M. Jng.
Datum
17.9.
18-9.
17 9.
18.9.
Datum
17.9.
18.9.
17-9.
18-9. -
Datum
17.9.
18.9.
17.9.
18-9.
5% Dt. Reichsanleihe v. 1927 .
Dt. Anl..,lbISs.-Schuld mit «ufr los.-Rech-tcn.........
DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . .
7% Franks. Hyp.-Bk. Goldpf. un- kündbar 618 1932.......
<ys% Rheinische Hyp^Bank Ciqu •
Goldps............
A.E.G. ab«. BorkrtegS-Obllgatton.. rückzahlbar 1932 ......
4% Echweiz. SunbeSb^anL. . . 4% Oeslerreichische Goldrle.. . .
4,20% Deitert. Silberne.....
4% Ceftenr.'rf). einhelü. Rte . . 4% Ungarische Goldrie......
4% Ungarische Staat». V. 1910 . 4yt% deogl. von 1913.....
4% Ungarische Kronenrte.. . . . 4% Türk. ssollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdabbohn-Anl..
Serie I...........
4% desgl. Serie II.......
4% Rumänen coikvert. Rte. . . .
4Vi% Rumänen Goidanl. von 1913
Mg. Deutsche Ellenbahn . . 4%
Hamburg-Amerika Paket ... 7
Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8
Hansa Dampfschiff.....10
Norddeutscher Lloyd.....8
Slilg. Deutsche Srcditanst. . . 10
Barmer Bankverein .... 10
Berliner HandelSaesellsch. . . 19
Commerz- und Prisat-Bank. 11
Tarmfi. u. Nationalbank . . 1-
Deutsche Bank......1C
DiSkonto-Gesellschast 8tot. . IC
Dresdner Bank......1°
ReichLbank........*2
53,65 10,4
85,5
78
88
99, £5
2,35
22,3
1,7
7,6
7,5
7,5
7,45
14,85
123,75
201
174.5 267 164
50,5
154,5
295,75
L 71 5 = -
£ 1 S 1 1 1 In 1 1 13 l£l 11^1 S 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 »I 1
£ । 1 1 1
53,7 10,3
7,65
7,75
7.6
115,75
154,75 108,25 124,13 124,25
201,5
174,5
266,75
164,5
151
154,5
294
A.E.S............o
Bergmann.........
Elektr. Lieferungen..... 10
Licht und Krast......10
Felten ck Guilleaume. ... 7^, Ges. s. Elektr. Untern.....10
Hamb. Eleklr. Werke .... 10 Rhein. Elektr.........9
Schles. Elektr........10
Schlickert..... 11
Siemen« 4 Halske ..... 16
Tronsradio . ....... 8
LolMeyer »Ho..... • 10
Buderu-...... 5
Deutsche ErdR...... . 6
Essener Steinkohle......8
Gelsenkirchener ...... 8 Harpener...... • . ■ O
Hoesch Eisen........6V,
Ilse Bergbau..... . 10
Kldcknerwerke .......
Mannesmann........7
Mansselder.........7
Lberichiei. Eisenb. Bedarf
Obersch'.e!. Kokswerke.....7
Phönix Bergbau......6%
Rbeinii»e Braunkohlen... 10 Rheinstahl.........6
Riebeck Montan ...... 7,k Bereinigte Stahl». .....
Olavi Minen......16’/,
Kali Aschersleben.....lo
Kali Wesiecegeln......10
Kaliwerk Salzdetfurth ... 16
F. ®. Färben-Industrie ... 12 Dynamit Nobel.......6
Scheide anstatt....... .9
RütgerSwerle ........ 6 Metallgelellschafk. ...... s
193,75
170
206
138
208
385
166
142,75
146
213 115,25
113,25
138
107,25
265
115,5
237,5
243
397
214,75
150,5
72
79,5
125,5
193,5
204,25
222,25
383
70
141,5
114,75
112
107
123,5
114,75
235,25
214,75
70,5
194
224
170,5 205,25 138,25
209 142,75 145,25
188 223,25 385,75
166
71 113,25 141,25
143 146,5 129,75 213,5 114,75 126,75 112,75 138,5 81,75 102,9
157
266 123,5
115,5
69,9 236,5
243
396
214,25 101
72,75
79 124,75
193,5
170,5 204,5 138,5 20/,25
142 145,25
186,5 223,13
383,5
164,,5
69 112.9
141,75
142
113,9
111,9 138,5 80,75
102,5 106.75
265.9
123
114,25 69.75
242,5 394,5
215 102,25
126
PhUlpp.vmzmann......<
Heidelberger Er ment .... 10 dement Karlstadt.....1°
Wayß & Freitag.......8
Schultheis Payenhoser ... 15
Ostwerke........ 12
Ber. Glanzstosf......18
Bemberg.........i»
ZeUstoss Waldhos .... 13’/, tfellflofi Alchasscnburg ... ;z
Charlottenburger Wasser ... 8
Dessauer Ga«........9
Daimler Motoren......0
Deutick-e Maschinen-Fabrik . . >
Adlerwerle Klever......0
Ludw. Loewe.......10
Rat. Automobil ....... 0
Orenstein L Koppel.....6
Leonhard lieh......10
Bomag Meguin ....... 0
Franks. Maschinen ...... 4
Gritmer...... 6
Heyligensiaevt .....
Iunghan»..... 6
Lechwerke..........8
Mainkrastwerke.......8
Miag...........10
Rekursulmer ........ 8
Gebr. Roeder ....... ln
Voigt ck Haessner......9
Südd. Zucker.......10
Dan
99,5
126,5
183
297
236
152
58
9
60,5
105,75
107,5
125
109,5
159
knoten
98
290
152
44,5
39,75
—
159,4
99
288,25
222,5 303
234
236
151,5
105,4
187,75
44,25
52,25
40,25
- 200
22,5
85,5
198
53,5 57
59,75
124
222
158,5
97,5
289,5
223,5
289
225,5
235,5
151
104,5
43 51,75 40,13
84.5 196,75
124
17. September
18. September
22,3
20
22
1.7 7,45
7,5
7,5
7,45 15
U6,65
156,5 109,2b 124,13
124,4 201
174, 266,75 164,25 150,75
154,5
296,75
Amtliche Notierung
Geld ' Brief
Amtliche Notierung
Geld | Brief
«mst.-Rott. Buen.-AireS Brff.-Antw. Christiania. .Kopenhagen Stockholm . HelssngforS. Italien. . . London. . . Neuyork .. Paris.... Schwei; •. Spanien . . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D-- Seit, adgest. Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig.. .Konstantin. Achen. .
Canada . . Urngnay. Catire . .
168,18 1,757
58,28
111,69
111,71
112,34 10,541
21,945 20,334
4,196 16,42
80,85
61,86
1,983 0,4965
59,035 12,418
7,380 73,19
3,035 18,76
81,31
2,010
5,42
4,166 4,066
20,86
168,52 1,761
58,40
111,91
111,93
112,56 10,561
21,985
20,374 4,202
16,46 81,01
61,98 1,987
0,4985
59,155 12,438
7,394 73,39
3,038 18,80
81,47
2,014
5,43
4,174 4,074
20,90
168,26 1,759
58,30 111,71 111,73 112,37
10,543 21,95
20,338 4,197
16,415
80,84 61,875
1,991 0,4975
59,04 12,42
7,378 73,21
3,035 18,73
81,31
2,012 5,42
4,164 4,096
20,866
168,60 1,763 58,42
111,93 111,95 112,59 10,563
21,99 20,378
4,205 16,455
81,00 61,995
1,995 0,4995
59,16 12,44
7,392
73,35 3,041
18,77 81,47
2,016
5,43
4,172
4,104
20,906
Berlin. 17. September
Geld
Brief
Amerikanische Noten .....
Enalische Noten........
4,176
58,15
111,45
20,30
4,196
58,39
111,89
20.38


