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76. Feldbergfesi.

Sonderbericht desGießener Anzeigers".

' Der starker Beteiligung der Turner und Tur­nerinnen des Mittelrheinkreises der D. T. und auch benachbarter Turnkreise (Wetturner aus der Pfalz und dem Wesergebiet) wurde am Samstag und Sonntag wie gestern schon kurz gemeldet das 7 6. Feldbergfest unter Leitung des langjährigen Vorsitzenden des Feld- bergfest-Ausschusses, Philipp Röbig, Frank­furt a. M.-Rödelheirn und des neuen Wettkampf- Obmanns. Kreissportwart E. K r a m b, Kreuz­nach, auf dem Feldberg im Taunus reibungslos Durchgeführt.

Aach Morgenandachten, die unter freiem Him­mel vor großen andächtigen Gemeinden Pfarrer Deidt. Frankfurt a. M., für das evangelische und Pfarrer Geis, Oberreifenberg, für das ka­tholische Bekenntnis hielten, entbot den etwa 1500 Wetturnern und Turnerinnen, die vor Be­ginn des Wettkampfes zu den allgemeinen Frei­übungen angetreten waren, Turner Philipp- b i g in kerniger Ansprache den Gruß des Feld­bergfest-Ausschusses und gleichzeitig den Dank Dafür, daß die Turner des Kreisgebiets trotz Der ungünstigen Wirtschastsverhältnisse dem turn- und geistesgeschichtlich bedeutsamen ältesten deut­schen Bergfest nach wie vor die Treue halten. Sin­ter lebhaftem Beifall konnte Philipp Röbig mit­teilen. daß das alte Fest in diesem Jahre wieder eine Erweiterung gefunden habe durch die erst­malige Austragung der Emanuel-Sch inu d- Staffel, für die in dankenswerter Weise der Mittelrhein-Kreis der D. T. in Erinnerung an den langjährigen verdienten Turnerführer und Kreisvertreter, Schulrat S ch m u ck, Darmstadt, den Schmuck-Schild gestiftet hat. Das kunstvoll von dem Kreuznacher Bildhauer Va - c e k ausgeführte Siegeszeichen fand durch Röbig die schlichte Weihe.

Aach den allgemeinen Freiübungen, die unter Leitung von Oberturnwart Friede. Frankfurt a. M., und Obmann Kramb wirkungsvoll durchgeführt wurden, gehörte der schöne Festsonn­tag ganz dem friedlichen Wettkampfe, der recht gute Ergebnisse zeitigte. Mit lebhaftem Interesse verfolgte das zahlreiche Publikum die volkstüm­lichen Bierkämpfe der Männer, Altersturner, Ju­gendturner und Turnerinnen und die spannenden Mannschaftskämpfe, von denen der altbekannte Wettstreit um das historische Bölsungenhorn schon am Samstagnachmittag mit dem Sieg des Frank­furter Turnvereins 1860 entschieden worden war.

Oie Leistungen

waren infolge des guten Turnwetters naturgemäß besser als in Jahren, in denen sich bei schlechter Witterung dieTücken" eines Bergfestes geltend machten. Don Bestleistungen, die für ein Bergfest beachtlich sind, sind an den einzelnen volkstümlichen Geräten des Dierkampfes zu ver­zeichnen bei den Turnern:

Kugelstoßen (7,25 Kilogramm): E. Wen­genroth, Tv. 1860 Frankfurt, 12,90 Meter (gleich 32 Punkte): W. Leichum, Tv. Aeu-Jsenburg, Joh. Frießner. Tgs. Koblenz, je 12,10 Meter (= 28 P.).

Weitsprung: O. Werner, Tv. Weilmünster, 6,90 Meter (= 29 P.): Karl Prieß, Tv. Kreuz­nach, O. Dexheimer, Tgm. Osthofen, je 6,80 Meter (-- 28 P.); E. Weber, Tgm. Osthofen, L. Bruxmeier, Tv. Dous (Saar), je 6,70 Meter (= 27 P.).

Lauf (100 Meter bergauf): Hans Greß, Tv. Kastel, 12,1 Sek. (= 23 P.).

Bei den Turnerinnen.

Kugelstoßen (4 Kilogramm): Emmi Maisch, Tgm. Bornheim: 11,20 Meter (= 35 P.).

Hochsprung: Else Dickelhaupt, Mtv. Gießen, 1,50 Meter ( 26 P.).

Lauf (75 Meter): mehrfach in 11 Sek., u.a. auch von Else Dickelhaupt, Mtv. Gießen.

Aecht gut und ehrenvoll abgeschnitten hat unser

Heimaigau Hessen

Mit insgesamt 62 Einzelsiegen hat er die Zahl der in früheren Jahren erzielten Er­folge (im Durchschnitt 50) erfreulich überschritten. Die Siege des Gaues verteilen sich auf dis nachstehenden Dereine wie folgt (Männer, Ober­stufe [= O.j, Jugendturner, Unterstufe s Al.], Altersturner [= QL], Turnerinnen [= Ti.]):

Mtv. Gießen 15 Siege (30., 5 AL, 7 Ti.): Tv. 1 846 Gießen 11 Siege (1 QL, 50., 4 AI., 1 Ti.): Tv. 1 860 Bad-Aauheim 11 Siege (1 QL., 7 O., 1 Al., 2 Ti.): T. u. Sp v. Butzbach 8 Siege (1 21., 1 O., 3 Al., 3 Ti.): Tgm. Friedberg 7 Siege (3 O., 2 Al., 2 Ti.): Tv. Grohen-Linden 3 Al.; Tv. Heuchel- h e i m 1 Ll.; T v. K i r ch h a i n 2 O.: T v. G r i e- Del 1 O., 1 AI.: Tv. Wetzlar 1 Al.; Tv. Lich 1 Ti.

Nachstehend folgt die S i e g e r l i st e in einem für denGieß. Anz." angefertigten Auszug:

Einzelweltkämpfe (Vierkampf).

Männer (19 Jahre und älter), 643 Be­werber, 446 Sieger): 1. Sieg W. Leichum, Tv. Aeu-Jsenburg, 91 Punkte; 2. 21. Schall, Tv. 1860 Frankfurt a. M., 87 P.; 3. I. Müller, Tv. Kreuznach, I. Aeudecker, T. u. Spv. Klein- Auheim, 83 P.; 10. Peter Boltz, Tv. 1860 Bad- Aauheim, 75 P.; 11. Erich Dilges, Tv. 1846 Gießen, 74 P.; 14. Willi Sinnwell, Tv. 1860 Bad-Aauheim, 71 P.; 15. L. Malkvm esius, Mtv. Gießen, O. Schmück, Tv. Büdingen, 70 P.; 16. W. Aeitz, Tv. 1846 Gießen, 69 P.; 18. L. Müller, Tv. Griedel, 67 P.; 21. Franz Müller, Tv. 1 846 G ießen, 64 P.; 23. Stefan Smarzhnski, Tv. 1860 Bad-Aauheim, 62 P.; 24. Willi Arzbächer, Tv. 1846 Gießen, Hch. Schmidt, Tgs. Büdingen, 61 P.: 25. W. Aoth, Tv. 1860 Bad-Aauheim, 60 P.; 26. Walter Loh, Tv. 1846 Gießen, H. Bierwirth, Tv. 1860 Bad-Aauheim 59 P.; Karl Kegel, Tgm. Friedberg, Ernst Aeinhard, Tv. 1860 Bad-Aauheim, Artur Kreiling, Mtv. Gießen, 57 P.; 29. W. Reinhard, Tgm. Fried­berg, Rudolf Spuck, Mtv. Gießen, 56 P.; 30. Hrch. Wieland, Tgm. Friedberg, 21. Langs­dorf, Tv. 1860, Bad-Aaüheim; 31. L. Weikhardt, T. u. Spv. Butzbach.

3ugenbfurner, 17 und 18 Jahre.

367 Bewerber, 226 Sieger. 1. Sieg R. Würz­berger, Tgm. Ffm.-Bornheim; P. Moritz, Tgm. Eintracht" Frankfurt a. M., 77 P.; 2. H. R o th- ermel, Mtv. Gießen, 76 P.; 3. P. Büch­ner, Tv. Homburg v. d. H., 75 P.: 4. E. Stengel, Tv. Großen-Linden, L. Schwab, Turn- u. Spv. Butzbach, 74 P.; 5. W. Langenohl, Tv. Heuchel­heim, 73 P.: 9. W. Lotz, Mtv. Gießen, H. Aold, Tv. Wetzlar, 69 P.; 10. F. Strem­me l, Mtv. Gießen, K. Grieshaber, Tgm. Friedberg, 68 P.; 11. O. Linden st ruth, M t v. Gießen, 67 P.: 13. 2L Dender, Turn- u. Spv. Butzbach, R. Dender, Tv. Griedel, 65 P.; 14. E. Stern, Tv. Großen-Linden, 64 P.; 15. W. <5 trau 6, T v. Gießen, 63 P.; 18. Ludwig Vogt, T v. 1 846 Gießen, Kurt Mohr, Tv. 1860 Bad-Aauheim; 11. Karl Seipp, Tv. Großen-Linden, 59 P.: 21. K. H. Dinzel, Turn- und Spv. Butzbach, Hugo Müller, Tgm. Friedberg, 57 P.: 22. Otto Kern, Tv. 1846 Gießen, 56 P.: 23. H. Schütz, Mtv. Gie­ßen, 55 P.; 24. Otto Leinweber, Tv. 1846 Gießen, 54 P.

Allersturner (35 bis 39 Jahre).

68 Bewerber, 62 Sieger. 1. Fritz Tritschler, Tgm. Ffm.-Dockenheim, 87 P.; 2. I. Deuter,

MMMWMMW.

Vornan von Edgar Wallace.

4. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Die sind ein unglaublicher Schuft," sagte der andere in seiner freundlichen Manier und- chelle.Alnd Sie amüsieren mich auch. Aehmen Sie mal an, daß ich anders wäre, wie ich wirk­lich bin! Aehmen Sie mal an, ich wäre verzweifelt und könnte das Geld nicht auftreiben! Was dann? Ich könnte Sie--"

Er lachte bei dem Gedanken, daß er irgend etwas Schreckliches begehen könnte.

Das würde für mich keinen Alnterschied ma­chen," sagte Fred,aber für Sie auch nicht. Ich habe den ganzen Vorfall niedergeschrieben, die Schießerei, wie ich dem Mann half, zu fliehen, wie ich nach London zurückkam und ihn dort als Mr. David Judd wieder erkannte mein Rechts­verdreher hat die ganze Geschichte in Händen."

Ihr Anwalt?"

Selbstverständlich mein Anwalt," nickte Fred. Er beugte sich über den Tisch.Wissen Sie, ich habe zuerst überhaupt nicht geglaubt, daß Ihr Bruder gestorben war. Ich dachte, die ganze Sache wäre bloß ein Schwindel, um mich übers Ohr zu hauen, und ich hätte es auch nicht ge­glaubt, wenn ich es nicht in den Zeitungen ge­lesen hätte und nicht selbst beim Begräbnis ge­wesen wäre."

Dr. Judd steckte den Zahnstocher In die Tasche Und stand auf.

Daß ein Mensch wie Sie einen Aamen wie Den seinen mit Schmutz bewerfen durfte!" sagte er. All seine gute Laune war aus seiner Stimme verschwunden, und er zitterte vor leidenschaft­licher Empörung.

Er ging um den Tisch herum und blickte finster auf Flimmer Fred herab, und Fred, der an solche Szenen gewöhnt war es war ja nicht seine erste Erpressung lächelte nur.

Er war der beste Mensch, der je gelebt hat, der geschickteste, der wundervollste Mann," sagte Dr. Judd mit schneeweißem Gesicht.

Vielleicht einer der größten Männer, den die Welt^ je gesehen hat." Seine Stimme schwankte in höchster Erregung.Alnd durch einen Men­schen wie Sie--" Seine Hand schoß nieder,

und bevor Fred wußte, was vorging, hatte er ihn am Kragen gepackt und emporgerissen.

Was fällt Ihnen denn ein? schrie Fred uyd versuchte, sich loszureißen.

Das Geld macht mir nichts aus," stieß Judd hervor.Das läßt mich kalt. 2Iber das Dewußt- jein, daß Sie Sie--es in Ihrer Macht

haben, einen Mann mit Kot zu bewerfen, einen Mann--" Seime Stimme brach, und die an­

dere Hand fuhr in die Höhe.

Ein Schrei wie von einem wilden Tier! Fred warf sich mit aller Macht zurück und entriß sich den Händen seines Gegners. Plötzlich, wie herbei- gezaubert, war in feiner Hand ein Revolver.

Hände hoch und keine Bewegung! QSeröammt noch mal!

Alnd dann fragte eine Stimme sanft und lie­benswürdig :

Kann ich hier irgendwie behilflich sein?"

Fred fuhr herum. Freundlich lächelnd stand Larry Holt auf der Türschwelle.

Flimmer Fred, ein Bild komischer Bestürzung, starrte den Eindringling an.

Ra, Sie haben aber keine Zeit verloren?" Die Worte wurden beinahe unbewußt hervor- gestotzen, und Larry lachte leise.

Wegen verbotenen Waffentragens abgefaht, Fred!"

Das ist doch in unserem Lande kein Ver­brechen," sagte der andere mürrisch und lieh die Waffe sinken.

Dr. Judd war wieder Herr über sich selbst geworden und sagte leichthin:

Alnfer Freund Grog an ist Ihnen doch be­kannt? Er ist Mitglied unseres dramatischen Theatervereins, und wir haben gerade eine Szene aus den Korsischen Brüdern geprobt. Ich glaube, das sah ganz echt aus."

Ich dachte, es war aus Julius Cäsar," sagte Larry trocken.Wissen Sie, die Szene zwischen Cassius und Brutus. Die Revolverschießerei war mir allerdings aus dem Gedächtnis entschwun­den."

Der Doktor blickte von Flimmer Fred zu Larry.

Mit wem habe ich eigentlich das 23ergnügen?" fragte er. Er war immer noch blaß, aber feine Stimme hatte ihren gutmütigen Klang zurück» gefunden.

Ich bin Inspektor Larry Holt von Scotland Bard," stellte Larry sich vor.Aber nun ernst­haft gesprochen! Erheben Sie irgendeine An­klage gegen diesen Mann?"

Rein, nein, sagte Judd lachend.Rein, wirk­lich, das war weiter nichts wie eine harmlose Dummheit."

Larrys Blick wanderte von dem einen Mann zum anderen. Cs ist kaum die Gewohnheit eines leitenden Direktors einer Versicherungsgesell­schaft, mag dieselbe auch noch so klein sein, mit einem bekannten Verbrecher harmlose Dumm­heiten zu machen.

Ich nehme an, Sie kennen diesen Mann?"

Ich habe chn schon verschiedene Male getrof­fen," antwortete Judd ruhig.

Tgm. 'Fulda, 86 P.: 3. P. Sturm, Tv. Groß- Gerau, 83 P.: 10. F. Scheffe, Turn- u. Spv. Butzbach, 74 P.: 19. Fr. Sauer, Tv. 1846 Gießen, 65 P.

Altersturner (40 Jahre und älter).

95 Bewerber, 88 Sieger. 1. E. Ketzler, Tgs. Ffm.-Bornheim, 90 P.; 2. H. Koch, Tv. Herborn, 87 P.; 3. I. Remspecher, Tv. Dieburg, 86 P.; 28. I. Fleischhauer, Tv. 1860 Bad-Aauheim, 58 P.

Turnerinnen (17 Jahre und älter).

164 Bewerber, 133 Siege. 1. Sieg Else Bickel- haupt, Mtv. Gießen, 76 Punkte: 2. Friedel Ritzel, Tbd. Wiesbaden, 75 P.; 3. Gerda Brückner, To. 1817 Mainz, 74 P.; 5. Gustl Gaudes, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 70 P.; 8. Tilli E s p a ch, Mtv. Gießen, Elli Langbein, T.-und Spv. Butzbach, Elisabeth Kreßmann, Tgm. Friedberg, 67 P.; 10. Erna Althaus, Mtv. Gießen, 65 P.; 11. Hanni Graf, T.° und Spv. Butzbach, 64 P.; 15. Charlotte Amend, M t v. Gießen, 60 P.; 16. Ida Hauck, To. 184 6 Gießen, 59 P.; 19. H. Pappe, Tv. Lich, 56 P.; 20. G. Otto, M t v. Gießen, A. Heß, Mtv. Gießen, 55 P.: 23. F. Ruppel, T.- und Spv. Butzbach, M. Sei­fert, Mtv. Gießen, 52 P.; 24. Tilli Reinhei­mer, Tgm. Friedberg, 51 P.; M. Roth, To. 1860 Bad-Nauheim, 50 Punkte.

Mannschastskämpfe.

Bölsungenhorn (Dereinsmehrkampf in 100- Meter-Lauf (bergan), Weitsprung, Kugelstoßen, Schleuderball, 4X100-Meter-Staffel). Angetreten sieben Mannschaften: 1. To. 1860 Frankfurt a. M., 894 Punkte; 2. Tv. Koblenz, 852 P.; 3. To. Neu- Isenburg, 792 Punkte. Weitere Rangfolge: Turnv. Kreuznach, 774 P.; 5. Tv. Bockenyeim, 769 P.; 6. To. 1817 Mainz, 732 P.; 7. Tv. Fulda, 703 P.

Jahn sch i ld (5X100-Meter-Staffel), 8 Bewer­ber: 1. Tgm. Fulda, 62,08 Sek.; 2. Tgm. Rödelheim; 3. Tv. Neu-Isenburg.

Schmuck-Gedächtnis-Schild (5X100- Meter-Staffel), 14 Bewerber: 1. Tgs. Koblenz: 2. To. Dillenburg, 3. Tgj. Offenbach a. M.; 63,03 Sek.;

Brunhildeschilo (4X75 Meter, Turnerinnen), 7 Bewerber: 1. Tv. 1817 Mainz, 44 Sek.; 2. T.- und Spv. Eintracht, Frankfurt a. M.

(M t v. Gießen, verlor durch einen bedauer­lichen llebergabefchler.)

Vorführungen des Turnlehrerkurses an der Universität Gießen.

Eine Wanderung führte die Gießener Stu­denten der Leibesübungen wie im ver­gangenen Jahre zum Feldbergfest. Der Feldberg­fest-Ausschuh hatte den Studierenden eine Son­dervorführung genehmigt. In kurzen Alebungen wurde einiges aus der Ausbildung gezeigt. Flotte Körperschule und anschließende Gesellschaftsspiele fanden auf dem stark belebten Dergesgipfel einen großen Zuschauerkreis, der mit lebhaftem Beifall dankte. Die Vorführung zeigte, daß auch an der Gießener Alniverfität die Turnlehrerausbildung auf dem neuen Grund­satzFreude ist alles" sich aufbaut.

Handball.

Polizel-Sp.'v. Butzbach 1. Somp. 15. Inf. Reg. 7:7

Am Freitag standen sich die' beiden Mannschaf­ten zum Rückspiel gegenüber. Trotz aufgeweichtem Boden lieferten sich die Mannschaften einen flot­ten Kampf. Die Soldaten gingen in den ersten Minuten mit 2:0 in Führung, mußten sich aber bis zur Halbzeit ein 5:4 für Butzbach gefallen lassen. Aach Anpfiff kam Butzbach mehr und mehr auf, und 15 Minuten vor Schluß war das Verhältnis 7:4 für Butzbach. Butzbach ging bann in die Abwehr. Die Soldaten fanden sich wieder zusammen und konnten mit 7:7 das Spiel beenden. Beide Mannschaften lieferten sich einen fairen Kampf.

Sie wissen natürlich auch, daß er ein Ver­brecher ist, unter dem Aamen,Flimmerfred< bekannt ist und schon mehrere Jahre hier und in Frank­reich im Gefängnis gesessen hat?"

Der Doktor blieb einige Augenblicke schweig­sam.

Das habe ich mir auch gedacht," sagte er leise, und begreiflicherweise muß Ihnen meine Ver­bindung mit diesem Mann sehr eigenartig Vor­kommen aber ich bin leider nicht in der Lage, eine Erklärung geben zu können."

Larry nickte. Flimmer Fred war die einzige Person, die in Sorge war. Er schwebte in töd­licher Angst, daß Dr. Judd sich Larry offen­baren und ihm die Veranlassung seines Besuches mitteilen würde. Aber jede derartige Absicht lag Dr. Judd fern.

Sie können jetzt gehen!" sagte er kurz. Flimmer Fred gab sich die Mühe, einen Teil seiner Ain» verfrorenheit zurückzufinden, und steckte sich mit zitternden Händen eine Zigarre an.

Sie müssen sich .Aervin für die Aerven< kaufen," sagte Larry, der ihn beobachtet hatte. Ein Drogist an der Ecke hatte noch auf, als ich hierherkam."

Mit einem kläglichen Versuch, vollkommene Gleichgültigkeit zur Schau zu tragen, stolzierte Fred hinaus. Larry wartete, bis er verschwunden war, und wandte sich dann zu dem Doktor:

Es tut mir sehr leid, daß ich gerade in einem so unpassenden Augenblick kommen mußte," sagte er.Ich glaube kaum, daß Sie irgendwie in Ge­fahr waren. Freds dramatische Effekte liegen nur im Drohen, aber er schießt nicht."

Das glaube ich auch nicht," lachte der Dok­tor.Aehmen Sie Platz, Mr. Holt! Ich konnte natürlich nicht annehmen, daß Sie kommen wür­den. Abends arbeite ich gewöhnlich sehr lange hier."

Es war niemand unten, als Ich kam," sagte Larry,und das ist ja auch meine Entschuldigung, daß ich unangemeldet nach oben kam."

Der Doktor nickte.

Ich hatte den Portier weggeschickt, um mir Zigaretten zu besorgen da ist er ja auch schon."

Wie in Bekräftigung seiner Worte wurde an die Tür geklopft, und der Mann kam herein und legte ein Paket auf den Tisch.

Aun, Mr. Holt," sagte der Doktor, indem er sich eine Zigarette an steckte,was führt Sie zu mir? Ich nehme an, wieder der Fall Stuart. Ich habe heute schon einen Ihrer Beamten hier- gehabt."

Es handelt sich allerdings um den Fall Stu­art, nickte Larry zustimmend.Ich habe ge­rade den Fall übernommen und die Alntersuchung der diversen Fundgegenstände abgebrochen, um

Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.

1900 bei den Bezirksmeisterschaften zweitbester hess.-hann. Verein.

ö. Die Heerschau der Leichtathleten des Bezirkes Hessen-Hannover, die wie gestern schon kurz berichtet am Sonntag in Kassel stattfand, nahm für die 1900er einen mehr als zufriedenstellenden Verlauf. Sie errangen zwei Meisterschaften, be­legten fünf zweite und einen dritten Platz und rangieren so in der Gefamtwertung dicht hin­ter den rühmlichst bekannten Hessen-Preußen Kassel. Angesichts der Tatsache, daß die Spiel- Vereinigung 1900 nur sieben Leute auf die Sprinter mußte man, wie berichtet, ganz ver­zichten zur Stelle hatte, sind sie Erfolge um so höher zu bewerten. Den imposantesten Sieg und eine überlegene Meisterschaft errang Emil Sch äf er mit 13,16 Meter im Kugelstoßen. Die nächsten Plätze (Sorge, Kurhessen Kassel, Poetsch, Göttingen 05, Mohl, D. f. D. Gießen) wurden erst mit den Leistungen von 11,94 Meter, 11,82 Meter und 11,60 Meter belegt. Ein sehr schönes Rennen und damit die Dezirksmeisterschaft lief B e p p e r- li ng über 800 Meter. Als Zeit wurde 2:05 Minuten notiert. Sie wäre wesentlich besser ge­worden, wenn nicht widrige Windverhältnisse geherrscht hätten. Die nächsten Plätze wurden von Worthmann, Wetzlar, und Range, Fritzlar, belegt. Peters, 1900, dem die 800-Meter- Meisterschaft genau so wenig zu nehmen gewesen wäre, wie seinem Dereinskameraden Depperling, bestritt die schwierige 1500-Meter-Strecke und mußte hier dem westdeutschen Meister 1927 Christoph, Göttingen 05, der die größere Routine hatte, den Vortritt lassen. Zeiten: 4:16 M. und 4:17,6 M. Eine respektable Leistung bot auch 1900s dritter Mittelstreckler T ö n g e s, indem er seine Veranlagung und Schnelligkeit durch einen zweiten Platz über 400 Meter (in 54,5 Sek.) zum Ausdruck brachte. Eines der schönsten Kamps- bilder boten die 110-Meter-Hürden. Hier gab es im Endlauf ein Drust-an-Brust-Rennen zwischen Sobo11ka, Hessen-Preußen, und Hopfen- müller, Gießen 1900. Ersterer gewann mit einem knappen Meter in der relativ guten Zeit von 16,8 S. Im Diskuswerfen war E. Schäfer diesmal nicht ganz auf bet Höhe, wenn auch seine 35,66 Meter 18 Zentimeter hinter dem Be­zirksmeister Gary, Marburg durchaus be­achtenswert sind. In der 4xl500-Meter-Staffel konnte, wie von vornherein befürchtet, der vierte Mann, der dazu noch Erfah war, keinesfalls den Anforderungen genügen. Die Mannschaft kam dadurch über den zweiten Platz (sicherer Sieger wurde Hessen-Preußen, Kassel) nicht hinaus. Eine recht annehmbare Zeit lief Paul, 1900, über 5000 Meter: 16:34,8 M. Er belegte mit dieser Leistung den dritten Platz hinter Scheyhing, Hessen-Preußen, und Melzenbach, A. S. C. Göt­tingen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900-Gießen) (Liga) V. f. R. 1900-Offenbad) a. 7N. (Ciga) (2:1.

ö. Die Blauweißen konnten am Sonntag aber­mals einen der spielstärksten Bertreter der Maini- schen Kreisliga geschlagen nach Hause schicken. Da­bei sind die Gäste mit der 2:1°Niederlage noch ver­hältnismäßig günstig davongekommen, was zum großen Teil ein Verdienst ihres sehr guten Tor­wartes war. 1900 konnte das Spiel fast ständig überlegen durchführen, obwohl es vor dem Wechsel gegen die Sonne und den sehr heftigen Wind spielen mußte. Die Läuferreihe war aber diesmal in ganz großer Form und sorgte mit ihrem fladjen Paß- und Zuspiel für einen erfolgversprechenden Spielaufbau, was zyhlreiche Torchancen zur Folge hatte. Lediglich zwei wurden aber nur verwertet, da der Qnncnfturm ständig zu lange mit dem abschlie­ßenden Torschuß zögerte. In der Mitt« der zweiten Spielhälfte wurde dies zwar merflith besser, jedoch ließ die Treffsicherheit viel zu wünschen übrig, und

Sie noch sprechen zu können, bevor Sie weg» gingen."

Mir ist sehr wenig bekannt," antwortete der Doktor, behaglich rauchend.Vorgestern abend ging Stuart mit mir ins Theater. Er war ein eigenartiger, sehr ruhiger und vor allen Dingen außerordentlich reservierter Mann, dessen Be­kanntschaft ich ganz zufällig gemacht habe. Mein Wagen stieß mit seinem Taxi zusammen, und ich kam mit einer ganz unbedeutenden Verletzung da­von. Er erkundigte sich dann nach meinem Be­finden, und so begann unsere Freundschaft wenn man überhaupt von Freundschaft sprechen kann."

Erzählen Sie mir bitte die Einzelheiten über diesen Abend!" bat Larry.

Der Doktor blickte zur Decke des Zimmers hinauf:

Lassen Sie mich mal überlegen. Ich kann Ihnen die Zeit mit ziemlicher Genauigkeit mit- teilen, ich bin ein wenig pedantisch veranlagt. Wir trafen uns am Theatereingang um drei Viertel acht und gingen dann sofort in die Loge A, die letzte auf der linken Seite.j5)ie Logen liegen auf dem Straßenniveau, während sich Parkett und Stehplätze unterhalb des Aiveaus befinden. Kurz vor Schluß des zweiten Aktes stand er mit einer kurzen Entschuldigung auf und verlieh die Loge. Seit dem Augenblick habe ich Stuart nicht wieder gesehen."

Hat ihn denn niemand von den Logenschlie­ßern bemerkt?"

Rein, aber das ist schließlich leicht zu er­klären. Sie wissen ja, daß es eine Erstausführung war. Die Angestellten wollen natürlich das Stück auch sehen unt^ stehen dann in den verschiedenen Saaleingängen, anstatt sich um ihre Arbeit zu kümmern."

War es Ihnen bekannt, daß Stuart so reich, beinahe ein halber Millionär war?"

Ich hatte davon keine Ahnung," erwiderte der Doktor wahrheitsgemäß.Mit Ausnahme, daß er von Kanada kam, wußte ich überhaupt nichts über ihn."

Ich hatte die Hoffnung, von Ihnen eine ganze Menge Aufklärungen erhalten zu können," sagte Larry enttäuscht.Aiemand anders scheint mit Stuart bekannt gewesen zu sein, und be­greiflicherweise dachte ich, er hätte Ihnen etwas mehr Vertrauen geschenkt."

Weder ich noch sein Bankier wußten etwas über ihn. Erst heute morgen erfuhr ich von dem Direktor der London & Chatham-Dank, daß er ihr Kunde war. Das einzige, was wir wußten, war, daß er sehr vermögend war."

(Fortsetzung folgt)

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