Derersiederichteinespassagiers.
Bolles Berlrauen zur Führung Eckeners.
Reu York, IS.Mai. (WTB. Funkspruch.) 3Xad) einem Telegramm des Zeppclinpassagiers v. ftryh haben sich in den kritischen Stunden der Fahrt die ersten Anzeichen einer 2Notorenstörung ungefähr nach dem verlassen der französischen ft ü ft e gezeigt. 3n der Nähe von Valencia ergab es sich, daß die Hoffnung, den Schaden mit Vordmil- teln heben zu können, nicht in Erfüllung gehen würde, und Dr. Lckener sah sich veranlaßt, die Passagiere zu befragen, ob sie für einen versuch, die Fahrt fortzusehen, oder für die Rückkehr stimmten. Die Mehrzahl entschied sich für die Rückkehr. Dr. Eckener bezeichnete als einzigen Ausweg die langsame Rückkehr rhoneauswäris. Bei dieser Fahrt, während dernurnocheinMolor in Betrieb war, sah sich die vordleitung schließlich gezwungen, das Luftschiff treiben zu lassen, bis man eine stillere Luftzone erreicht halte. Dies erfolgte, nachdem Marignane passiert war. Die Passagiere legten keine übermäßige Besorgnis an den Tag. Die Stimmung an Bord war durchaus gut, zumal man in die Führung Dr. Eckeners volles vertrauen setzte. Die warmen Mahlzeiten mußten allerdings infolge der Lahmlegung der Maschinenanlage unterbleiben. Angesichts des starken Windes und der Tatsache, daß nur noch ein Motor dienstfähig geblieben war, stellte es sich schließlich heraus, daß auch die geplante direkte Rückfahrt nach Friedrichshafen s i ch nicht als durchführbar erweisen würde. Trotzdem herrschte unter den Passagieren kein Zweifel daran, daß Dr. Lckener auch bei einer improvisierten Landung den Zeppelin sicher auf den Boden bringen würde.
Starkes Interesse der französischen Oeffentlichkeit
Paris, 17. Mai. (TU.) Die französische Oeffentlichkeit hat mit lebhafter Anteilnahme den Verlauf der Fahrt des „Graf Zeppelin" verfolgt. Die Sachverständigenkonferenz, die seit Monaten das öffentliche Interesse ausschließlich in Anspruch nimmt, ist trotz der schweren Krisis, die sie im Augenblick zu überwinden hat, ft a r k in den Hintergrund getreten. In allen öffentlichen Lokalen war das Schicksal des „Graf -Zeppelin" bis zum späten Abend das einzige Unterhaltungsthema. In den Theatern wurden von den Nachrichtenbureaus die neuesten Meldungen auf dem Vorhang in Licht- s ch r i f t gezeigt. Kleber die glückliche Landung in Toulon erfuhr das Pariser Publikum am Freitagabend jedoch keine Einzelheiten mehr, da die Abendblätter längst vorher erschienen waren. Erfreulich war die Feststellung, daß politisches und nationalistisches Empfinden völlig zurücktrat und die rein menschlichen Gefühle für das drohende Schicksal der kühnen deutschen Fahrer durchbrachen. Auf der deutschen Botschaft erhielt man die Mitteilung von der Landung kurz vor 10 Uhr. In der deutschen Kolonie verbreitete sich die Nachricht in der zehnten Abendstunde mit Windeseile. Von Haus zu Haus sprach mqn sich das frohe Ereignis zu. Die deutschen Landsleute empfanden in diesen kritischen Stunden erneut, wie stark sie mit der Heimat in ihren Herzen verbunden waren. — Die Pariser -Presse zeigt in ihrer Berichterstattung über den Abbruch des Amerikafluges des „Graf Zeppelin" eine anerkennenswerte Zurückhaltung. Der „Intransigeant" sieht in dem Unternehmen in der Hauptsache eine bewundernswerte sportliche Leistung und meint, ein Materialbruch, wie er auf der jetzigen Fahrt des deutschen Luftschiffes eingetreten sei, könne nicht immer die Zukunft des Lenkluftschiffes gefährden. Die „Libertö" lobt Dr. Eckener, daß er nicht auS Ruhmsucht versucht habe, den Elementen zu trotzen und mit drei Motoren das gesteckte Ziel zu erreichen.
Ersatzteile auf dem Wege nach Toulon.
Die rätselhaften Knrbelbrüche.
Friedrichshafen, 18. Mai. (WTD.) Wie wir vom Luftschiffbau Zeppelin erfahren, ist bei der hiesigen Reichsbahnstation bereits ein Güterwagen bestellt, der mitvier Er - sahmotoren und weiteren Materialien dem nächsten nach Toulon abgehenden Schnellzug angehängt wird. Es steht zur Stunde noch nicht fest, ob die Fahrt des „Graf Zeppelin" von Toulon aus fortgesetzt werden wird, oder ob eine Rückkehr des Luftschiffes nach dem Heimathafen erfolgt. Weiter verlautet, daß der Schiffskonstrukteur des Luftschiffbaues, Dr. Dürr, zusammen mit Professor Milarch, Bonn, sich im Auto heute nacht nach Toulon begeben wird, um die dortigen Wiederinstand- fetzungsarbeiten zu leiten. Die Kurbelwellenbrüche gleichzeitig bei zwei Motoren werden hier in Fachkreisen als technisches Rät» f e I bezeichnet. Cs müßten vollkommen unbekannte Einwirkungen vorgelegen haben, denn weder von einer übermäßigen Beanspruchung auf der Fahrt, noch von einem Konstruktionsfehler könne hier die Rede fein. Die Motoren hatten eine so strenge Prüfung hinter sich, wie es bei der Abnahme von Luftfahrzeugmotoren noch nie der Fall war. Es müßten bei den jetzt ausgetretenen Störungen Vorgänge mitgewirkt haben, die für den Fachmann vorläufig ganz unerklärlich find.
Oie Reform der Arbeitslosenversicherung.
DasArbeitSministeriumgcht inCtaPPen vor
Berlin, 18. Mai. (Priv.-Tel.) Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, dürfte die heftig umstrittene Reform der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung nicht auf einmal, sondern in Etappen erfolgen. Anscheinend hat das Reichsarbeitsministerium die Absicht, dem Reichskabinett zunächst eine schon in Vorbereitung befindliche kleine Novelle zur Reform der Anstalt zuzuleiten. Nach Ablauf der Pfingsttage und des Magdeburger Parteitages der Sozialdemokraten wird der entsprechende Gesetzentwurf noch Ende deS Monats vom Kabinett verabschiedet werden. Die eigentlichen polt tische U Probleme der Reform der Arbeits-
losenversicherung, wie die von den Sozialdemokraten geforderte Erhöhung der Beitragsfähe und die Herausnahme der Saisonarbeiter aus der Versicherung entsprechend dem Vorschlag der Arbeitgeberverbände scheint man demnach für ein zweites und erst später im Kabinett vorzulegendes Gesetz aufsparen zu wollen. Ob sich diese Teilung der Reform in einzelne Etappen wirklich durchhalten läßt, ist noch kaum zu übersehen. Es spielt dabei vor allem der Gedanke eine Rolle, die kleineren und unpolitischen Reformmöglichkeiten m ö g - möglich st schnell auszunuhen, um Zeit für den Abschluß der gründlichen Untersuchungen und der nötigen politischen Verhandlungen zu gewinnen, die als Grundlage für die besonders heftig umkämpften großen Resormproblcme dienen sollen.
Oie kommende Zollpolitik.
Neue Borstöße der agrarischen Parteien.
Berlin, 18. Mai. (Priv.-Tel.) Durch den Ablauf der bestehenden Zollbestimmungen Ende des Jahres, verbunden mit den Abficbten des Reichs- ernährungsminifteriums und den jetzt vorliegenden vier Anträgen der landwirtschaftlichen Oppositionsparteien, ist die Z o l l p o l i t i k stark in den Mittelpunkt aller politischen Erörterungen gekommen. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, werden,sich aber die Antragsteller, nämlich die Deutschnationale Volkspartei, die Christlichnationale Bauernpartei und 'die Deutsche Bauernpartei mit den vorliegenden Anträgen nicht begnügen, sondern zu Beginn des kommenden Monats einen weiteren 23 o t- stoß unternehmen. Auch dann find es wieder Anträge zu Zollfragen, die man beabsichtigt, zu stellen. Einmal soll der Butterzoll auf 60 Mark erhöht werden und weiter soll der K a r t o f f e l z o l l eine Steigerung von 1 Mark auf 2 Mark erfahren. Daneben werden noch andere Zollprobleme eine Rolle spielen. Eine schwierige Aufgabe stellt zunächst die parlamentarischeBehandlung der vorliegenden Anträge dar, die zusammen mit den für Anfang Juni geplanten wohl anläßlich der noch nicht abgeschlossenen Beratungen des Etats des Reichsernährungsministeriums nach den Pfingst- ferlen wahrscheinlich zur Sprache kommen werden.
Oas Preußenkonkordat.
Das Kabinett verabschiedet den Aufruf.
Berlin, 17. Mai. (VDZ.) Das preußische Staatsministerium hat heute nach dreistündigen Beratungen den endgültigen Konkordatsentwurf verabschiedet. Die Vorlage geht nunmehr auf dem gewöhnlichen diplomatischen Wege n a ch R o m. Es dürfte drei bis vier Wochen dauern, ehe die Zwischenberatungen soweit gediehen sind, daß das Konkordat den preußischen parlamentarischen Instanzen zugeleitet werden kann. Sollte der Papst den Konkordatsentwurf ablehnen, so käme eine Vorlage an das Parlament nicht in Frage. Sollte er zustimmen, so wäre für die Verabschiedung in Preußen Zweidrittelmehrheit erforderlich, was aber die Frage der Regierungserweiterung besonders aktuell werden läßt. Verhandlungen mit der evangelischen Kirche über ein ähnliches Abkommen sind bisher offiziell nicht geführt. Der Demokratische Zeitungsdienst weiß aus dem Inhalt des dem Abschluß nahen preußischen Konkordatsentwurfs folgende Einzelheiten mitzuteilen: Der Entwurf regelt u.a. d i e Frage der Bistümer und Erzbistümer. Die preußische Regierung habe sich damit einverstanden erklärt, daß neben Köln Breslau und Paderborn Erzbistümer würden. Das bisherige Kollegiatstift in Aachen werde in ein Bistum umgewandelt werden. Außerdem werde ein Bistum Berlin neu geschaffen werden. Die Neugrün- düng eines Bistums Perlin sei von der Kurie mit dem Hinweis darauf, daß über 500 000 Katholiken in Berlin leben, gewünscht worden. Die Administra- tur Schneidemühl werde in eine Delega - t u r umgewandelt. Die früher geäußerten Wünsche auf Schaffung von neuen Bistümern in Esten, Cammin (Pommern) und Altona seien fallengelassen worden. Der Konkordatsentwurf enthalte weiter Bestimmungen über die Wahl der Bischöfe und über die Zusammensetzung der Domkapitel. Außerdem sei in dem Entwurf die finanzielle Auseinandersetzung zwischen dem Staat und der katholischen Kirche geregelt. Von besonderer Bedeutung für die parla- mentarische Behandlung und für das Schicksal des Konkordats im Preußischen Landtag fei die Tatsache, daß sich in dem vorliegenden Entwurf kein Wort über d i e Schule findet. 2luch ein Hinweis auf die Schulbestimmungen der Weimarer Verfassung sei in dem vorliegenden Entwurf nicht enthalten. Nach der „Germania" sind Meldungen über den Inhalt des Konkordates solange als Kombinationen aufzufassen, als die zuständigen kirchlichen ober staatlichen Stellen sich über den Inhalt der Abmachungen nicht offiziell geäußert hätten.
Wirtschastsverhandlungen mit Rußland.
Berkehrsprobleme, Zoll und Urheberschutz.
Berlin, 18. Mai. (Priv.-Tel.) Nach dem bisher zwischen der deutschen und der russischen Regierung gepflogenen Vorbesprechungen über Fragen der Wirtschaftsverhandlungen scheint es, daß nunmehr nach der unliebsamen Unterbrechung, die diese Angelegenheit seinerzeit durch die Schachtn-Affäre erfuhr, jetzt ein aussichtsooller Anfang für eine Lösung vieler schwierigen Probleme gemacht worden ist. Es handelt sich dabei vor allem um ein Abkommen über den Luftverkehr, an dem Deutschland einmal, im Hinblick auf die wichtige Flugverbindung mit Moskau, aber auch in bezug auf seine Pläne, die nach einer Verbindung nach dem fernen Osten abzielen, und die schon mehrfach in enger Zusammenarbeit mit den Russen besprochen wurden, interessiert ist. Weiter sind Fragen eines Zolltarifabkommens und der sehr wichtige Abschluß einer Urheber- schutzkonoention Thema der kommenden 23er- Handlungen. Es ist zu erwarten, daß der Abschluß einer Urheberschutzkonvention bei der bisher beobachteten Einstellung der Russen auf die allergrößten Schwierigkeiten stoßen wird, während der vierte Punkt, der Abschluß eines Transitpostver« kehrsabkommens, weniger große Schwierigkeiten bereiten dürfte.
Burgfriede am Tage von Versailles.
Berlin, 18. Mai. (Priv.-Tel.) Olm28.3uni werden eSzehnIahreher fein, daß Deutschland gezwungen wurde, das D e r s a i l l e r D i k- tat zu unterschreiben. AuS diesem Anlaß schlägt
der Arbeitsausschuß deutscher Verbände vor, daß für die Veranstaltungen dieses Tages Burgfriede gelten solle, nach dem alle innerpolitischen organisatorischen oder persönlichen Angriffe in Rede und Schrift Derrn ie den werden. Aller innere Streit soll zurücktreten, damit eine einheitliche und überparteiliche Kundgebung gegen das Versailler Diktat zustande kommt.
Oie deutschen Vorbehalte.
Endkampf auf der Pariser Konferenz.
Paris, 17. Mai. (WB.) Havas berichtet: Die Sachverständigen her Gläubigermächte haben in ihrer heutigen Nachmittagssitzung das Studium der Vorbehalte Dr. Schachts, die in dem von Sir Josiah Stamp abgesaßten Bericht ausgenommen sind, fortgesetzt. Sie haben sich vor allem mit dem unbedingten Teil der Annuität der deutschen Schuld und den Bedingungen für ihre Mobilisierung in der Höhe des mobilisierbaren Annuitätenteils beschäftigt. Zwischen den von Owen Poung in feinem Memorandum angegebenen Ziffern (650 Millionen Mark pro Jahr) und denen Dr. Schachts (630 Millionen) besteht immerhin ein bedeutender Unterschied. Die Gläubiger haben auch versucht, untereinander das Risiko der Zahlungen auszugleichen, die aufgeschoben werden in dem Fall, in dem eine Transfermodalität Deutschland für den bedingten Teil seiner Schuld bewilligt werden würde. Die Staaten, die Emissionsoperationen vornehmen und eine dem mobilisierbaren Teil der Annuität entsprechenden Summe an Kapilalweri erhalten würden, würden gegenüber denen begünstigt werden, die mit dem bedingten Teil der Annuität bezahlt werden würden, falls letzterer ein Moratorium genießen würde. Um dieser Lage abzuhelfen, denken die Sachverständigen daran, von den auf diese Weile bevorzugten Staaten zu fordern, in der Bank für internationale Zahlungen eine Summe von Devisen zu deponieren, die der Zahlung eines unbedingten Annui- tätenteils für ein Jahr entspricht. Diese Summe könnte in Mark umgewandelt werden und geeignet sein, von den Gläubigem, die momentan benachteiligt sind, nutzbar gemacht zu werden.
Andererseits haben die Sachverständigen wiederum die Vorbehalte Dr. Schachts in der Frage des Zahlungsmoratoriums und der Trans- fermodalitäten diskutiert. Diese Punkte waren bereits gestern geprüft worden und ihr Studium ist noch nicht genug fortgeschritten, um definitiv zu fein. Morgen vormittag wird die Erörterung in einer neuen Sitzung der Vertreter der Gläubigermächte fortgesetzt werden. Man hofft, daß noch nach Schluß dieser Sitzung Owen Poung die Ansicht der Gläubiger hinsichtlich sämtlicher Vorbehalte Dr. Schachts wird bekannt geben können. Es ist wahrscheinlich, daß vor kommenden Montag keine weitere Sitzung stattfinden wird.
Keine Abstriche!
Berlin. 17. Mai. (Priv.-Tel.) Gegenüber einer Meldung der Agentur Havas, die die Annahme oder Llbänderung gewisser Vorbehalte der deutschen Sachverständigen zum Gegenstand hat, erfahren Berliner Blätter in informierten politischen Kreisen, daß unter keinen Umstän - den damit zu rechnen sein dürfte, daß an Öen Vorbehalten irgendwelche Abstriche vorgenommen werden können. Auch die Forderung des Verschwindens ’ sämtlicher Kontrollpfänder gehört zu den Bedingungen, die als unerläßlich bezeichnet werden müssen. Angesichts der Tatsache, daß die aus den Reparationslasten erwachsenden Ausgaben fast drei Viertel der tatsächlichen Ausgaben des Reiches ausmachen, ergibt sich, wie wenig stichhaltig die von gegnerischer Seite erneut aufgestellte Behauptung ist, daß Deutschland unbestreitbar am wenigsten durch Wiederaufbauarbeiten belastet fei. Derartige Behauptungen verdienen die schärfste Zurückweisung. Die Gerüchte über Unstimmigkeiten innerhalb der deutschen Sachverständigendelegation werden in informierten Kreisen als gänzlich unzutreffend bezeichnet. Das gleiche gilt von der Behauptung, daß Generaldirektor Vögler sein Mandat niedergelegt habe und sich in Berlin befinde.
Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages.
Darmstadt, 17. Mai. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages ist heute mit der ihm vorliegenden Arbeit zu Ende gekommen. — Eine Eingabe des Allgemeinen freien Angestelltenbundes und des Zcntralverbandes der Angestellten auf nachträgliche Gewährung der örtlichen Sonderzulage für die Beamten und Angestellten im besetzten und Grenzgebiet für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1927 wurde gegen eine Stimme bei zwei Stimmenthaltungen a b g e l e h n t, ein gleichlautender Antrag Reiber (D.) wird mit dem gleichen Stimmverhältnis abgelehnt. — Ein Antrag Keller (D. Dp.) und Dr. Best (V. Rp.) auf dreimonati ge Steuerstundung für frost geschädigte Betriebe wird einstimmig durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Der Finanzminister erklärte eine solche allgemeine Steuerstundung für unmöglich, er hat aber die Finanzämter angewiesen, im E inz e lf a ll e bei Anträgen auf Steuerstundung auch auf die durch den strengen Winter hervorgerufenen besonderen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen. Mit Rücksicht auf die in der Zeit vom 3. bis 8. Iuni in Darmstadt stattfindende Polizei- w o ch e und die zu gleicher Zeit in München stattfindende große Landwirtschaftliche Ausstellung wird der Landtag erst am 11. Iuni zusammen treten.
Ernste Schwierigkeiten für die Nanking Regierung.
London, 17. Mai. (WTB.) Die Truppen der Provinz Kwanasi, die sich gegen die Nankingregierung im Aufstand befinden, schließen den Ring um Kanton, das nur schwach verteidigt ist. Es besteht zugleich Aussicht auf größere Feindseligkeiten zwischen dem Präsidenten der Nationalregierung Tschiangkaischek und General Fengyuhsiang, die das Schicksal des ganzen Landes berühren können. Es wird angenommen, daß Fengyuhsiang, dessen Fonds früher aus Nanking stammte, jetzt von Sowjetrußland un• terstutzt wird. Ein neuer Aufstand gegen die Nationalregierung soll ausgebrochen und eine unabhängig« Regierung im Hafen von Swatau errichtet
worden fein bunter General Hsukingtong. der dort den Oberbefehl innehatte, bevor er von Tschi- angkaischek verdrängt wurde. Der Eindruck verstärkt sich, daß bald eine große Bewegung gegen Tschiang- kaischek in China entstehen werde.
Aus aller Well.
Line Werkbund-Ausstellung Film und Photo.
In Stuttgart macht der Deutsche Doltsdund zum erstenmal den Versuch, sämtliche Arbeitsgebiete moderner Photographie systematisch zu- sammenzustellen. Das Ausstellungsmaterial ist in folgenden drei Hauptgebieten zusammengestellt: Die Photographie als dol.mentarisches Gestaltungsmittel unserer Zeit, hochwertige Leistungen derjenigen Persönlichkeiten, die als erste ausschließlich mit den Mitteln der Kamera gearbeitet haben, und endlich neue Gestaltungsversuche, sowie Verwendung der Photographie in Verbindung mit Typographie. Zeitungs- und Werbewesen. Besonderes Interesse ist der Photographie im Dien st e des Werbewesens gewidmet. Man sieht außer deutschen Ausnahmen solche aus Kalifornien, Neuhork, London, Paris, Holland, Belgien, Schweiz, Oesterreich, Tschechoslowakei und Sowzetrußland. Es ist der Ausstellungsleitung gelungen, die besten Arbeiten sämtlicher Persönlichkeiten aus aller Welt zusammenzubringen, die auf dem Gebiet moderner Photographie führend sind.
Lin Verbrecher
flieht durch den Tunnel der Untergrundbahn.
Auf dem Berliner Untergrundbahnhof Moritz p l a tz kam es Freitagabend zu einer aufregenden Szene. Eiy Mann, der von zwei Polizeibeamten zur Wache gebracht werden sollte, riß sich plötzlich auf der Straße los und floh in die Halle des Untergrundbahnhofes hinein. Er hielt die Beamten, die ihn verfolgten, durch einen scharfen Schuß in Schach, rannte bann in den Untergrundbahnhof und entfloh durch den Tunnel, durch den die Unter» grundbahngleise zum Bahnhof Neanderstraße führen. Die Beamten nahmen mit einigen Passanten die Verfolgung auf, so daß der Verkehr auf dieser Strecke völlig unterbunden war. Die Beamten stürzten ihm nach. Der Vorsteher des Bahnhofs ließ sofort die Strecke stromlos machen, um ein Unglück zu verhüten. Um Mitternacht war der Flüchtling noch nicht gefaßt.
Entlarvung einer polnischen Paßfälscher'oande in Dortmund.
Der Kriminalpolizei ist es gelungen, einer großen wohlorganisierten polnischen Betrügerbande auf die Spur zu kommen, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Polen, die ohne Pässe waren, Aufenthalts- und Besch äftigungsmbglichkelt im Deutschen Reich zu geben. Die Mitglieder der Bande, die in verschiedenen größeren Städten Deutschlands ihren Sitz hatten, besorgten neu- elntreffenden Landsleuten gegen erhebliche Summen Aufenthaltsgenehmigungen. Die Haupt- beteiligte, eine in Dortmund wohnende Polin, stand in Verbindung mit im Freistaat Thüringen amtierenden Bürgermeistern. Cs ist nachgewiesen, daß die Beamten sich schwerer Urkunden- fälschungen — ein Bürgermeister sogar der passiven Bestechung in mehr als vierzig Fällen — schuldig gemacht haben. Der Haupt- beschuldlgte hat sich unter dem Druck des Beweismaterials bereits zu einem Geständnis bequemt.
Oie Wetterlage.
Tbash.
Ibtrd«i
Mcverr
^lond.
freitao»
» » 'rankt Akn 7 o
1b
1/7 Q'^'Varsc o M i10-
Owolkenlos. Oneittr. o nalo beocckt ® wolkig. • oedeckt •Ktgtra » Sehnet a Graupeln, s Meoei K iiewitier.(§)wind5tiiie.o-, sehr «eichter Ost massiger Sudsuowesi. q stürmischer «ordwesl Oie Pfene fliegen mit dem Winde. Pie oeioen Stationen stehenden Wahlen geben die Temperatur an. Pie Limen verpindeo Orte mit gleichen^ auf Meeresniveau umoerethneten Luftdruck
Wettervoraussage.
Die Besserung der Wetterlage wurde durch den Einfluß der RandftörunAen des östllch«n Tiefdruck- gebietes unterbunden. Mit Ausnahme des Küsten- qebieles regnete es heute morgen fast in ganz Deutschland, und die Morgentemperaturen lagen vielfach unter 10 Grad. Das ausgedehnte Hochdruckgebiet, das sich von Skandinavien in südwestlicher Richtung bis nach Frankreich hin erstreckt, hat in seinem Kerngebiet sich weiter gekräftigt und weist Im Norden Barometerstände von nahezu 780 Millimeter auf. Nach Beendigung des Störungselnflusses wird sich mehr die Herrschaft des hohen D/uckes durchsetzen, so daß sich die Pfingstfeiertage das Wetter etwas freundlicher gestalten wird. Jedoch bleibt es noch kühl, und die später einsetzende Erwärmung geht nur langsam vonstatten.
Wettervoraussage für Sonntag: Kühl, anfänglich wolkig, später aufheiternd, meist trocken.
W e ttervoraussage für Montag: Leichte Erwärmung, sonst wenig Aenderung der Wetterlage.
Lufttemperaturen am 17. Mai: mittags 13,8 Grad Celsius, abends 10,6 Grad; am 18. Mal: morgens 10,2 Grad. Maximum 14,2 Grad, Minimum 7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Mai: abends 18,6 Grad; am 18. Mal: morgens 12,4 Grad. — Niederschläge 0,1 mm. — Sonnenscheindauer 6X Stunden.


