Oberhessen.
Landkreis Gießen.
- Lollar. 17. Ian. Dieser Tage feierte Herr Ludwig Wißemann (Lollar) sein 5 0 j äh • riaes Dienstjubiläum als Angestellter der Buderusschen Äsenwerke, Lollar. Der Iubüar steht im 65. Lebensjahr und erfreut sich noch vollster körperlicher und geistiger Frische Die Finna ehrte ihn durch Ucberreichung eines Geld- betrage#, während ihm seine Arbeitskollegen einen Ruhesessel zum Geschenk machten. Am Montagabend fand dann im Gasthaus „Zum -.owen eine kleine Feier statt, zu der Wihemann ferne Arbeitskollegen eingeladen hatte.
d Alten-Buseck, 17. San. Dieser Tage hielt der Gesangverein „Germania seine diesjährige Generalver sanrmlung unter starker Beteiligung der Mitglieder ab. Der vom Rechner erstattete Kassenbericht wurde, da er trotz mancherlei beträchtlicher Aufwendungen während des Geschäftsjahres mit einem Heuer- schuh abschloh. mit Befriedigung ausgenommen. Ein Antrag, anläßlich des 65jährigen Bestehens des Vereins am 9. Iuni ein in engerem Rahmen gehaltenes Stiftungsfest abzuhalren. fand mit großer Mehrheit Annahme. Als Festplatz ist der geräumige Garten des Dereinswirtes Oppermann in Aussicht genommen. Die Reuwahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Christoph Ricolai. 2. Vors. Wilh. Weimer. Rechner Theod. Schmidt, Schriftführer Otto B e ck e r (wiedergewählt). Kontrolleur Karl Hofmann. Der Verein, der gegenwärtig rund 100 Mitglieder zählt, erfreut sich eines ständigen Zuwachses. ~ _
ton. Weickartshain, 17. Ian. Dieser Tage hielt der hiesige Kriegerverein in. der Wirtschaft Trüller seine Generalversammlung ab Hierbei wurden die Kameraden Heinrich Schmidt III., Karl Becker. Aug. Thraum. August Berg, Heinrich Theiß V., Heinrich Hofmann II. und Förster Schlag mit dem Ehrenzeichen der „Hassiä' für 25jährige, und Georg Melchior II. für 40jährige treue Mitgliedschaft ausgezeichnet. Der 1. Vorsitzende hielt dann eine kurze Ansprache mit dem Hinweis auf die hohen Ziele der Kriegervereine; gemeinschaftlich wurde das „Deutschlandlied" gesungen. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt.
ß Lich, 17. Ian. Zu der heutigen Brenn- und Rutzholzversteigerung im Licher Stadtwald, Forstort Großh'.iuserbirg. hatten sich außergewöhnlich viele Käufer eingefunden. Die abgegebenen Gebote bewegten sich fast ausnahmslos in festen Grenzen. Das Durchschnitt Z- ergcbniZ war folgendes: Buchenscheiter 13 Ml.. Buchenknüppel 14 Mk.. Buchenstöcke_ 7 Mk. je Raummeter, Buchenwellen je 50 Stück 11 Ml., Buchenschwellenholz je Festmeter 23 Mk.
Kreis Büdingen.
I! Büdingen. 16. Ian. Ein wohlgelungenes Konzert veranstaltete am Sonntagabend das neugegründete „M änner - Quartett Büdingen" im Saale des Hotels „Fürsten- hvf". Die Chorleitung hatte H. R a g e l s ch m i d t (Hanau). Mitwirkende waren Fräulein Lisel Boehm, Mezzosopran (Städt. Akademie für Tonkunst in Darmstadt) und Fritz Kirschner ■ (Baß), am Klavier Frau Elly Goldschmidt und Kreisdirektor Dr. Gähner. Alle Borträge waren sehr gut und zeugten von hohem künstlerischen Können: sie wurden mit wohlverdientem Beifall ausgenommen. Dem Büdinger Tondichter Geh. Rat Volkmar, brachte man für seine von der Sängerin widergegebenen Lied-Schöpfungen ungeteilten Beifall entgegen.
Kreis Schotten.
a Schotten, 17. Ian. Der neuernannte Kreisdirektor des Kreises Schotten. Dr. I a n n. hat feinen Dienst angetreten. Er stammt aus Gießen, ist daher mit den oberhefsischen Verhältnissen gut vertraut. Zuletzt war er al3 Regierungsrat am Kreisamt Heppenheim tätig. - - Sein 25jähriges Berufsjubiläum feierte Fleischbeschauer Georg Svamer, der mit großer Gewissenhaftigkeit und Treue feinem Dienst obgelegen hat. — Dicker Schneefall ist im Gebirge eingetreten, eine herrliche Schnee» landfchaft und ein Prächtiger Dauhreif-Winter- wald zieren die Gegend. Der vergangene Sonntag brachte eine große Zahl Skiläufer in unsere Stadt, die bereitgestellten Personenkraftwagen b förderten in bequemer Weise die Wintersportler an den Fuß des Hoherodskopfs. In den Klubhäusern herrschte regstes Leben. Auch an den kommenden Sonntagen rechnet man mit starkem Zustrom. Die neueingebaute Zentralheizung in
den Klubhäusern hat sich sehr vorteilhaft bewährt.
Rainrod, 17. Ian. In der unwert unseres Dorfes auf der Höhe des Mühlenkopfs errichteten Iagdhütte wurde eingebrochen und das Innere ziemlich ausgeraubt. Den Einbrechern fielen zwei Grammophone mit Platten Iagd- und Pürschstiefel. Bekleidungsstücke. Hemden und Strümpfe. Kolter. Pfeifen u. a. in die Hände. Der Schaden beläuft sich auf weit über 600 Mk. Die Jagdhütte gehört einer Frankfurter I a g d g e f e U s ch a s t. die bei Ausübung der Iagd hier wohnt. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden.
Kreis -Ilsfeld.
r. Ober-Ohmen, 16. Ian. Der hiesige Turnverein hielt dieser Tage seine ordentliche Generalversammlung ab. Bevor der Vorsitzende Falk den Jahresbericht ermattete, gedachte er der verstorbenen Mitglieder Reuwcger und Wendland. Die Versammlung ehrte die Verblichenen durch Erheben von den Sitzen. Der Mitgliederstand am Schlüsse des Jahres 19'7 belief sich auf 33. Neuaufnahmen erfolgen 10. Abgänge 4. so daß dem Verein am Schlüsse des Jahres 1923 44 Mitglieder an-
gehörten. Die Ausführungen deS Turnwarts spiegelten ein erfreuliches Bild des TurnbetriebS wider. Danach touraen für die Turner«. Schüler- und Samenriegen 312 Turnstunden abgehalten. Turnfeste wurden erstmalig feit Bestehen des Vereins nicht besucht. Der Kassenwart erstattete die Rechnungsablage, wonach sich die Einnahmen auf 445,99 Mk.. die Ausgaben auf 415.58 Mk. beliefen, so daß ein lleberschutz von 30.41 Mk. verblieb. Die Tibllo hek erfreute sich, im Gegen- sah zu den letzten Jahren, ebenfalls wieder eifriger Benutzung. Bei der Vorstandswahl wurde die seitherige Vereinsvertretung wiedergewählt.
• Bleidenrod. 17. Jan. Am 7. Juli d. I. beabsichtigt der hiesige Gesangverein „L i e d e r k r a n z" seine Fahnenweihe zu begehen. Am Sonntag trat der Festausschuß unter Leitung des Vereinsvorsihenden Albrecht Buch zu einer Sitzung zusammen zwecks Entschließung über den Auftrag zur Lieferung der Fahne. In der Sitzung waren die Donner und die Thüringer Fahnenfabriken, ferner die Firma R. H i s g e n , Lich, vertreten. Rach längerer Aussprache einigte sich der Ausschuß dahin, den Auftrag der Firma H i s g e n In Lich zu erteilen. Heber die Vergebung der Fest- Wirtschaft konnte noch nicht entschieden werden.
Turnen, Sport und Spiel.
Halten-Tennis.
Don Ernestine Kuhlmann, Berlin.
Tennis auf gedeckten Plätzen nimmt erst in diesem Jahre in Deutschland einen größeren Aufschwung. Jahre tanz stand Bremen mit feinen beiden, allen Erfordernissen gerecht werdenden Hallen allein da. Die Spitzenspieler der Hansastadt. die im Freien gute Mittelklasse sind, können in der Halle schwer geschlagen werden, denn hier wird nicht nur im W.nter e.frig trainiert. sondern auch im Sommer: besonders an Regentagen ist großer Betrieb. Es gibt alljährlich Klubkämpfe mit auswärtigen, spielstarken Vereinen, und Treffen mit den Mannschaften der nordischen Länder: die internationalen Hallenmeisterschaften von Deutschland werden hier aus- getrac.en. Hohe Hallen, d e reichlichen Aus. auf gestatten, gutes Oberlicht bei Tage, gedämpftes und coch reichlich.s künstliches Licht, vorschr ftsmäßrges, schwedisches Parke«, G. I rien, reichliche ilm l.ude- und andere Reoenräume — dies alles ergibt den Eindruck einer schönen Stätte zur Pflege des weißen Sports in den Wintermonaten.
Hamburg folgte jetzt dem Beispiel seiner Rachbarstadt und tyird bald einen gesunden Konkurrenzkampf mit dem vorherrschenden Bremen auf nehmen können.
Auch Düsseldorf hat mehrere gedeckte Plätze, die leider Zementbbvden haben. München, Hannover, Leipzig. Breslau bieten j^ren Spielern schon seit längerer Zeit die Möglichkeit, im geschlossenen Raum zu trainieren; die Räume eigen sich aber für sportliche Wettkämpfe und Turniere meistens nicht.
Und nun die Aeichshauptstadt, die Hochburg der Tennisspieler. Dor Jahren wurden in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm einige Plätze auf einfachem Bretterfußboden hergerichtet, aber bald wieder auf gegeben. Im vergangenen Jahre wurde die Reitbahn einer Kaserne in einen Spielplatz verwandelt, der in diesem Jahre sogar eine rote Decke erhalten hat. in einer Funkharle in Königswusterhausen ist ein Platz mit Lehmboden, im Speisesaal der früh.ren Kadettenanstalt in Lichtereflde ein solcher mit gestrichenem Parke« bereitgestellt, im Sportforum wird ein Turnsaal zum Spielen hergerichtet, und im früheren Marftall kann man auf Kork trainieren. Alle Hallen erfüllen ihren Zweck nicht in völlig befriedigender Weise. Jede hat anderen Bodenbelag. teilweise sind die Lichtverhältn.sse ungünstig. die Garderoben unzulänglich, einige Hallen können nicht geheizt werden. Berlin muß zusehen, wie in anderen Städten große Wettkämpfe ab'gehalten ^werden, seine . Spieler, die daran teilnchmen. können in Berlin nur unzulänglich trainieren; auf jeder der hier vorhandenen Unterlagen spielt es sich anders.
Das Söiel geht natürlich viel schneller vor sich als im Freien, das Lausen ist weit schwieriger; Feinheiten und Variationen verlieren einmal durch das weniger gute Licht und dann durch den nicht elastischen harten Boden.
Schnelles Spiel mit gut placierten Bällen, verbunden mit hartem Ausschlag hat in der Halle die meisten Aussichten, mehr als im Freien s.nd
gute Lauftechnik und ein gutes Auge Vorbedingung. Die Gleichmäßigkeit der Beleuchtung, der Lust und des Rahmens der Halle ermöglichen, nachdem man sich daran gewöhnt b't. ein regelmäßigeres und ionze .triartercs S tel. D e g dea't.n Plätze sind aus oiefcn Gründen oe.onders für das Training wertvoll; im Frühlahr fällt die Rotwendigkeit, sich einzuspielen, fort, und die Verbesserungen kommen auch auf dem langsameren Boden zur Geltung.
Es wäre daher viel wert und würde den deutschen Tennissport bedeutend fördern, trenn man die guten Hallen bald vermehren und die Spieler nicht länger zwingen würde, fast ein halbes Jahr lang untätig zu fein oder ihre Zeit mit einer unzulänglichen Ergänzung ihres Sports zu verbringen.
Anmerkung der Redaktion: In Gießen wird bekanntlich die große Volkshalle schon seit Monaten zu Hallen-Tennis benutzt. Wenn hier auch nicht alle Wünsche der Spieler erfüllt werden können, so begrüßen sie dennoch die gebotene SpvrimöglichLeit in den Wintermonaten.
V. f. B.
Am kommenden Sonntag hat die L i g am ann* schäft auf eigenem Platz die Liga von Frohnhausen im fälligen Verbandsspiel zum Gegner. Im Vorrundenspiel konnte D.f.B. trotz der dortigen ungünstigen Platzverhältnifse mit 3:1 gewinnen. Daß die Gäste ein ernstzunehmender Gegner sind, hat ihr kürzlich errungener 5 :3-Sicg über die Gießener Spielvereinigung bewiesen. Sie stellen eine äußerst zähe und flinke Mannschaft und werden der D.f.B.-Clf den Sieg nicht so ohne weiteres überlassen. Immerhin wird man kaum annehmen können, daß sie in der Lage sein sollten, den Siegeszug des Tabellenersten unterbrechen zu können. Iedenfalls wird es einen harten Kamps geben, den die Platzmannschaft auf Grund ihrer reiferen Svielweise gewinnen kann, wenn fic sich in derselben Form zeigt wie am vergangenen Sonntag. Sie darf sich keineswegs das hohe Spiel des Gegner 1 aufdrängen lassen, in dem dieser ihr bestimmt überlegen ist. sondern muß bemüht sein, ihren flachen Kombinationsstil beizubehalten.
Die Ligareserve empfängt, ebenfalls zum Derbandespiel, die gleiche Frohnhausens. Ob sie ihren hohen Sieg vom Vorspiel wiederholen wird, steht in Zweifel, da die Aufstellung der Mannschaft eine wesentlich andere ist. Trotzdem sollte Frohnhausen Sieg und Punkte hier» lassen müssen.
Die Dritte fährt nach L a u b a ch, um dort gegen dessen Zweite anzutreten. Rach den Leistungen zu urteilen, die die V. f. B.-Mannschaft in den letzten Spielen bot, darf man ihr einen Sieg über die spielstarken Laubacher zutrauen.
Rach längerer Pause tritt auch die vierte Mannschaft auf den Plan. Sie hat auf eigenem Platz Leihgesterns erste Mannschaft zum Gegner. Auch hier ist ein Sieg der routinierteren Plahelf zu erwarten.
Die vom Gaujugendausfchuß für kommenden Sonntag angefetzten Iugend- und Schü-
lerpslichtspiele find von dem Ausschuß der Witterung wegen verfchoben worden.
Syielveremigung 1900 Gießen.
5. Wetzlar hat am kommenden Sonntag einen Fußball-Großkampftag. Die Spieloereinigung 1900 Gießen weilt mit Liga- und Ligareseroemannschaft beim Sportverein Wetzlar im Spiel um die Punkte. Das Vorspiel gewann 1900 nur ganz knapp 2:1, war aber im Feldspiel mehr überlegen, als es das magere Resultat ausdrückt. In Wetzlar hat jeder Gastverein mit den schlechten Platzoerhältnissen zu rümpfen, die die Einheimischen, die an diese Verhältnisse gewöhnt sind, viel stärker erscheinen lassen, als sie in Wirklichkeit sind. Die Wetzlarer Mannschaft zeigt sich stets in guter körperlicher Verfassung, nur im Zusammenwirken der einzelnen Mannschaftsteile fehlt die richtige Harmonie. Bei den 1900cm will man es diesmal mit einer anderen Mannschaftsaufstellung versuchen. Der am Sonntag verletzte Rechtsaußen wird durch eine früher bewahrte Kraft ersetzt. Mittelstürmer und Torwart sind auch mit von der Partie. Aber vuch in sich selbst zeigt die Els durch Umstellungen ein ganz anderes Bild, wodurch man größere Einheitlichkeit und Durchschlagskraft im Angriff erzielen will, ohne die H ntermannschaft zu schwächen. Berücksichtigt man das verhältnismäßig schlechte Abschneiden der Dlauwe^ßen in den jüngst ousgetragenen Verbandsspielen, so muß man wohl auch im kommenden Spiel mit einer wenn auch knappen Niederlage rechnen, da die Mannschaft infolge des stetigen Spielerwechsels es vor der Hand an Einheitlichkeit fehlen lassen wird; darüber helfen auch die guten Einzelspieler in der Mannschaft nicht hinweg. Als Spielleiter fungiert Wingenseld von Borussia Fulda.
Auch die vor dem Ligaspiel stattfindende Begegnung der Reservemannschaften dürfte interessant werden. Wetzlars zweite Elf ist in dieser Saison noch ungeschlagen. 1900 hält den dritten Platz. 9m Vorspiel fieate Wetzlar. Es wird wohl auch diesmal Sieger bleiben. Leicht werden es ihr die 1900er wohl nicht machen, auch wenn Ersatz in deren Reihen fein sollte.
1900s 3. Gif spielt in Großen-Buse ck. Sie wird es dort nicht le cht haben, über die 2. Mannschaft des Platzvereins zu triumphieren.
Die für den Sonntag angesehten Zugendspiele 1900 I — D. s. B. I und 1900 II — Steinberg I find wegen der Witterung vom Verband ab« gesetzt worden.
Fußballklub 1926 Großen-Buseck.
Großen-Buseck I — Lollar I 1:2. Großen-Duseck II — Ettingshausen 1 7:1. Die ersten Mannschaften der obengenannten Vereine trugen am Sonntag ihr fälliges Derbandsspiel aus. 9n der ersten Halbzeit waren beide Mann- schäften gleichwertig. Lollar erzwang sich in der 7. Minute die Führung, jedoch glich Großen- Duseck in der 26. Minute aus. In der zweiten Halbzeit toaren die Gäste etwas besser und konnten durch einen Handelfmeter den Sieg am sich bringen. Die Verteidigungen beider Marrn- schäften waren sehr gut. Das durchweg sehr harte Spiel wurde von Schäfer, D. f. D. Gießen, ger- recht durchgeführt.
Die zweite Mannschaft konnte einen 7:1 -Sieg über Ettingshausen 2. erringen und so ihren Ta- bellenstand sehr verbessern.
Rächst en Sonntag fährt die 1. Mannschaft Großen-Busecks nach Rieder-Weisel zum Ver- bandsspiel. Die Dusecker dürfen den Gegner nicht leicht nehmen, zudem sie auch noch einige Leute ersetzen müssen. Im Vorspiel konnte Großen- Duseck mit 7:2 Toren glatter Sieger bleiben.
Die zweite Mannschaft Großen-Busecks emp- fängt auf eigenem Platze die 3. Mannschaft der Spielveveinigung 1900 Gießen zum VerbanlO» spiel. 1900 kann man wohl als der bessere-, Mannschaft einen knappen Sieg zutrauen, immerhin hat Großen-Duseck in den letzten Spielen eine Formverbesserung geejigt und wird den Gästen ein gefährlicher Gegner sein.
D. f. K Lich.
Rach dem unentschiedenen Spiel gegen Ettingshausen (1 :1) haben die Rasenspieler am nächsten Sonntag in Saubringen anzutreten. Da« Vorspiel konnte Lich hoch mit 6:2 gewinnen. Ob die Grün-Weißen dieses Spiel auch in Dau- bringen gewinnen werden, hängt nut vom Sturm ab, der in letzter Zeit sehr zurückhaltend war. Spielt die Angriffsreihe wie im Vorspiel, so könnte man der Gastemannschaft einen knappen
Sieg zutrauen.
Auf dem Licher Sportplatz tritt die 2. Mann- schäft der Ersten von Q ue dbotn entgegen.
Lache Naimz»!
Roman von 3- Gchneider-Foerfil.
Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa.
48. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
.Hierher!" gebot der Staatsanwalt und schob Hettingen dicht dazu hin, so daß da; Licht, welches durch die Fenster kam. gerade in sein tot- weißes Gesicht siel. „Wollen Sie nun angesichts Ihres erbarmenswerten Opfers noch weiter leugnen?“
Hettingens Hände zitterten hilflos.
Mit einer fürchteclichen He5ertolnbuing öffnete er die tränenverhangenen Lider, sah nach dem bleichen, süßen Mädchengesicht, das in stummem Schweigen auf der Bahre lag, von weichem, goldflimmerndem Gelock umrahmt.
Ohne aufges ordert zu werden, trat er ganz dicht heran und neigte sich beschauend darüber. Ein Schütteln ging über seinen Körper, Träne um Träne riefelte ihm über das Gesicht imb die gefesselten Hände.
„Sie bereuen also?" ließ sich die Stimme des Staatsanwaltes vernehmen.
Hettingen wandte den Dllck von der Toten ab und sah dem Richter in die Augen. „Ich habe nichts zu bereuen!“
Mit grimmig aufeinandergebissenen Zähnen blickte der Anwalt dem Verhafteten nach, der von den Polizisten eben wieder hinausgeführt wurde.
Wie lange mochte das noch dauern, bis dieser Mensch sich endlich zu einem Geständnis bequemen würde?
Irn Arbeitszimmer des Kommerzienrates Icm- kes schellte das Telephon. Er, sowie feine Frau und Diebow sprangen gleichzeitig aus ihren Stühlen auf.
Die Stimme des Anwaltes klang noch heiser vor Erregung aus dem Apparat. „Die Gegenüberstellung mit seinem Opfer hat soeben statt
gefunden und seine Schuld einwandfrei zutage I gebracht. Er ist völlig zusammengebrochen und vermochte vor Weinen kein Wort hervorzub.in- gen. Run ist er wieder in seiner Zelle und sieht still vor sich hin. Ab und zu bewegt er die Lippen, als spräche er mit jemand. Vielleicht will er simulierenI"
„Dars ich ihn besuchen," fragte Iankes.
„Jederzeit!"
„Dann komme ich sofort!"
„Es ist gut! Ich werde den Auftrag geben, dich ungehindert unbeschränkt lange zu ihm zu lassen!"
„Ich danke dir, mein Lieber!"
Als der Kommerzienrat den Hörer einhing, faßten ihn Dikows Hande um drn Arm. „Vater, hilf mir, ober ich werd? verrückt. Hältst du ihn einer solchen Tat für fähig?"
„Rein! ES ist lediglich eine fürchterliche Verkettung von Umftänb-n, die ihn als Mörder erscheinen lassen."
„Du glaubst an seine Unschuld?"
„Wie an die meine."
Diebow fuhr mit den Spitzen seiner Finger nach den Schläfen und drückte mit aller Gewalt dagegen. „Mich kostet S den Verstand. Ich habe euch alles erzählt, wie es war, die gestrige Rächt! Immer suche ich mir alles zu vergegenwärtigen: Seine Verstörtheit, als ich kam das geheimnisvolle Flüstern in der Baracke — sein offenkundiges Bestreben, mich weiterzuhaben, — das eigentümliche Krachen hinter mir, al8 ich schon im Stroh lag. die plötzlich geöffnete Türe! — Wenn ich das alles vor Gericht aussagen soll, jage ich mir zuvor noch eine Kugel durch den Kopf — sonst wird es ein M ireid."
Der Kommerzienrat sah ihn warnend an. „Das würde ihn nur noch mehr belasten!"
„Dann werde ich jede Aussage verweigern!"
„Auch dadurch kannst du ihm eiivn unberechenbaren Schaden zufügen, Kurt!"
„Dann sag mir ein n Ausweg!" schrie Diebow. „Irgend etwas, wie ich ihm helfen kann! Wissen, I du bringst den Mann, der ohne Zögern sein
Das Gericht sicht die Beweise meiner Täterschaft in lückenloser F:lge aneinandergereiht. Rur ich I selbst weiß, wie lose die Glieder dieser Kette I
zusammenhängen. Es spricht alles gegen mich, die Fundobjekte in der Baracke, meine eigene, blutbesudelte Kleidung! - Ich weiß, tote f«v« all diese Verdachtsmomente mich belasten. — Aber ich kann sie nicht widerlegen."
„Eie können nicht, Baron? — Sie hätten besser gesagt, Sie wollen nicht!"
„Unb wenn auch. Herr Kommerzienrat. Daändert nichts an bvc Sache."
„Da be'inben Sie sich aber in einem schwere« Irrtum, lieber Baron! Das Gericht ---—•*
„Wird mich ohne w itereS verurteilen", vollendete Joachim dm ctegebroche:nn Satz Sänke-. „Ich boüe nur. daß das Garze rasch voniber- geht. — Vielleicht können Ste mir ein: schn-llS Abwicklung del Prozesses ertol-ten. Herr merjimrat — M in Dank wäre Ihnen noch Uder das Grab hinaus sicher.--“
„Hein, verehrter Herr Baron, so wollen wie nicht reden." — Santes war von der Rupe Joachims auf daS tiefste erschüttert und hart« Mühe, feine Fassung zu bewahren. „Vorläufig lebt nur ein Bestreben in mir. Sn freizukriegttl. — Ich werde Ihnen den beften Verteidiger beschaffen, den wir in der Schweiz haben. Sollten Sie einen bekannten Anwalt in Wim liebet damit vertraut wissen, so sagen Sie mir seine AdresiL Mein Sohn wird hinsahren und ihn unverzugllw
Er wartete, bis sein Gast Platz genommen hatte, und ließ sich dann auf dem Rande der graugestrichcnen Eisenpritsche nieder.
Erst auf seine Hände sehend, hon er sodann die Auc-en zu denen des Kommerzienrates und li.tz sie in denselben ruhen. „Sie erwarten nun eine Erklärung von mir — aber ich kann sie nicht geben! — Ich muß Ste bi ten, das zu ^verzeihen!
eigenes Leben für das b:ine hin gegeben hätte, durch irgend in unbedachtes Wort an den ©eigen — daS geht über alles, was ein Mensch ertragen kann. Wenn er verurteilt wird, könnt ihr mich noch vor ijm einscharrenl"
„Mäßige dich um Gottestoillen!" warnte Iankes und sah erschrocken nach seiner Frau, die einer Ohnmacht nahe in ihren Stuhl zurück- geglitten war. „Ich gehe jetzt zu ihm und bringe euch Bescheid."
„Ich komme mit, Vater!" Kurt war schon an der Tür:.
Der Kommerzienrat schob ihn zurück- „Zu viele auf einmal kann der arme Mensch nicht btou- chen. Du wirst brav bei der Mama bleiben und sie nicht w iter mit unüberlegten Red.n ängstigen. Roch Lt er nicht verurteilt und noch lebt er! — Das andere wollen wir abtoartenP
Als Iankes nach einer Viertelstunde in Hettingens Zclle trat, saß dieser an Ti'che und schrieb an einem Briefe. Unfähig, sich sofort zu erbeben, reichte er ihm dir Hand entgegen, welche der Kommerzienrat mit festem Drucke zwischen den seinen behiell.
-Mein lieber Baron! — Dieser fürchterllche Irrtum!"
Hettingens Stimme war vollkommen ausgeglichen und beherrscht. »Ich danke Ihnen für Ihr Kommen, Herr Kommerzienrat! Dars ich Ihnen meinen Stuhl anbicten? Ich habe noch das Belt," sagte er lächelnd, als Iankes ob- wehrte. „Meine Füße sind noch etwas unbehol- sen! Wenn Sie erlauben, möchte ich mich setzen."
hierherbringen." „
„Sie sind zu gütig, Herr Kommerzienrat.
in diesem Falle vermochte mir auch ein hawes Dutzend Verteidiger nichts zu nützen. CS flWi einzelne Dinge, über die ich schweifen muß. W eben das ist es. was mich unter das Bell bringt.
„Hm Gottes willen, vertrauen Sie sich, ani Worüber find Sie gezwungen, zu schweigen. Herr Baron?"
Hettingen schüttelte abwehrend den Kops.
Über zu reden, läßt sich mit meiner Manne-eyr» nicht vereinbaren. Herr Kommerzimrat. Sie tne»* den das ohne weiteres begreifen, auch wenn mich nicht näher darüber äußere."
(Fortsetzung folgt)


