Ausgabe 
17.10.1929
 
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Volkspartei.

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währt bereits sechs Wochen eine Gruppe von privaten

3n Astrachan ein Prozeß gegen Fischhändlern und

Kleine politische Nachrichten.

Dem sächsischen Landtag ist eine Regierungs­vorlage zugegangen, durch die d e m 9. R o v e m - ber in Sachsen der Charakter als ge­setzlicher Feiertag genommen werden soll. Bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Landtages besteht Aussicht auf Annahme der Vorlage. Der 1. Mai dürfte weiter allge­meiner Feiertag in Sachsen bleiben, wenn auch ein deutschnationaler Antrag vorliegt, der diesen Feiertag beseitigen will.

kaum Meinungsverschiedenheiten zu bestehen. Of­fen ist vor allen Dingen noch die Frage, wieviel im Aachtragshaushalt noch für die produk­tive Erwerb slosenfürsorge bewilligt werden kann.

Die Frage der Aeichsfinanzreform dürfte frühestens zugleich mit dem Haushalt für 1930 spruchreif werden. Zur Zeit liegen, wie von unterrichteter Stelle versichert wird, noch nicht einmal Referentenentwürfe, geschweige denn ein Vorschlag des Reichsfinanzministers für das Kabinett vor. Das ist auch praktisch noch gar nicht möglich, weil die Finanzreform von der endgültigen Gestal u ig des Voung-Planes und der Zündholzanleihe abhängt. Beide Fragen sind aber heute noch nicht geklärt. Lieber das Ausmaß der Finanzreform gehen die Mei­nungen unter den Parteien heute noch weit aus­einander. Während z. B. die Demokraten aus dem Voung-Plan die Möglichkeit zu wesent­lichen Steuererleichterungen herleiten möchten, warnen andererseits namentlich die Sozialdemokraten vor übertriebenem Op­timismus unter Hinweis darauf, daß von den rund 700 Millionen Ersparnissen gegenüber der Dawes-Last etwa 400 Millionen schon da­durch in Anspruch genommen werden, daß der Reichshaushalt 1930 rein zwangsläufig um diese Summe höher sein dürfte als der Haushalt 1929. Die Absicht, wieder einen sog. Vetriebsmittelfonds zu schaffen, scheint allerdings auf keiner Seite zu bestehen. Man will sich offenbar damit begnügen, daß die drücken­den schwebenden Schulden, die bekanntlich mit zehn Prozent und mehr verzinst werden müssen, durch die Zündholzanleihe abgelöstwer- den, die wenigstens für das Reich selbst nur eine

dauernde Belastung von etwa sechs Prozent be deuten würde.

Fengs tritt und sich zu einer ernsten Bedrohung für die Nanking-Regierung ouswächst.

seiner Brüder, von der schon die Rede war, kommt nicht mehr in Frage, weil Habib Llllah diesen Thronanwärter hat ermorden lassen. Es bleibt also lediglich Aadir Khan selbst, in des en Händen auch olle Machtmittel liegen, der über ein gut ausgerüstetes Heer verfügt und der Afghanistan von der Schreckensherrschaft Habib Llllahs befreit hat. Er will aber eine Aatio- nalversammlung einberufen, die den neuen Herrscher wählen soll. Man darf Wohl schon jetzt sagen, daß sich in dieser Körperschaft keine Mehr­heit finden wird, die sich gegen Aadir Khan als neuen König Afghanistans ausspricht.

Meuterei auf einem französischen Kriegsschiff.

S ch a n g h a i, 17. Okt. (Priv.-Tel.) Auf dem fran­zösischen KriegsschiffW aldeck-Rousseau", das zur Zeit in dem südchinesischen Hafen Am o y liegt, brach kürzlich wegen einer Disziplinarstreitig» feit eine Meuterei aus, an der sich der größte Teil der Besatzung beteiligte. Da der Kommandant außerstande war, die Aufrührc- in Schach zu halten, mußte er den amerikanischen Kreuzer Pittsburgh" f u n k e n t e l e g r a p h i sch um Hilfe bitten. Die französischen Meuterer wur­den dann von Hncr Abteilung amerifa- nischerMatrosen überwältigt. Zwei Rä­delsführer wurden von einem sofort zusammengetre­tenen Kriegsgericht zum Tode verurteilt und auf dem Oberdeck des Schiffes aufgehängt. Der Zwischenfall wurde in Schanghai erst durch die Be­richte der amerikanischen Matrosen bekannt.

Sie Valkanfahrt desGraf Zeppelin".

Jubelnde Begrüßung in Belgrad, Sofia, Bukarest, Budapest und Wien. Keine Landung in Breslau.

3m Strafrechtsausschuh des Reichs­tages wurde nach längerer Beratung der neue Paragraph 296 des Entwurfes, der dem Para­graphen 175 des zur Zeit geltenden Strafgesetz­buches entspricht, in der Abstimmung mit 15 gegen 13 Stimmen gestrichen. Für die Streichung stimmten die Kommunisten, die Sozialdemokraten, die Demokraten und der Abgeordnete Dr. Kahl von der Deutschen

Mittwochsrüh kreuzteGraf Zeppelin" von 7.30 bis 8 Llhr in geringer Höhe über Belgrad, so daß die Bevölkerung, die das Schauspiel mit großer Begeisterung verfolgte, den Aamen des Luftschiffes deutlich lesen konnte. Die Schiffslei­tung sandte folgendes Telegramm:8.30 Llhr Ortszeit Belgrad überflogen in zwei Schleifen. Postabwurf. Lebhaftes Treiben aus den Straßen. 3eht Morawa aufwärts Richtung Risch-Sofia. Stark dunstig, mäßig hohe Wolkendecke. Richt sicher, ob Weg nach Sofia zwischen hohen Ber­gen für uns gangbar. 3n einer Stunde Entschei­dung.'' Ein weiteres Telegramm lautete:3n hohem Fluge teilweise über den Wolken die prächtige Gebirgslandschaft zwischen Bel­grad und Sofia überquert. Wetter aufklä­rend, jetzt Sonnenschein. 3n Sofia ungeheures 3nteresse und offenbar große Begeisterung. Zwei Kreise über Stadt. Postabwurf in einen Schulhof. Wettlauf von 300 Schülern um den Postbeutel. 3etzt über den hohen Balkan auf Bukare st."

Die Aachricht, daß derGraf Zeppelin" Sofia überfliegen werde, erregte bei der Be­völkerung das lebhafte st e 3nteresse. Die Meldung war in Sofia erst ziemlich spät einge­troffen. Sie verbreitete sich aber mit Windes­eile, und auf Plätzen und Straßen bildeten sich bald Menschenansammlungen, um das Luftschiff zu erwarten. Als es am Horizont erschien, be­gannen die Glocken der großen Aewski- Kathedrale zu läuten, und die Qltenge brach in unbeschreiblichen 3ubel aus. An den Führer des Luftschiffes wurden viele Glück- Wunschdepeschen gerichtet. Aachdem es zwe-.i Kreise um das königliche Schloß und um den Mittelpunkt der Stadt beschrieben hatte, fuhr es mit nördlichem Kurs weiter. Ein Flug- zruggeschwader gab ihm das Ehrengeleit auf Bukarest zu, von wo derGraf Zeppelin" um 12 Uhr folgendes telegraphierte:Aach schöner Fahrt zuerst über die teilweise schneebedeckten Berge des hohen Balkan, dann über die gleich­förmigen weiten Felder Rumäniens hat der I Graf Zeppelin" die dritte Landeshauptstadt,

schloß sich ein Rundgan g durch die Ausstellung an, bei dessen Beendigung Professor Otto nochmals Gelegenheit nahm, allen derern der Ausstellung zu danken.

. von Angestellten staatlicher

Finanz- und Wirtschaftsorgane, der nun den Beweis erbracht hat, daß die Tätigkeit der An­geklagten auf unrechtmäßige Unter- stützung der privaten Fischindustrie

Die Vorbedingungen für die Räumung.

Berlin, 16. Okt. (Priv.-Tel.) Eine Berliner Zeitung gibt eine Meldung desFigaro" wie­der, wonach das französische Kabinett die Rede Maginots gebilligt und eine unterrichtete Persönlichkeit mitgeteilt habe, deutsche Reichsmini st er hätten d i e These Maginots bestätigt, Vorbedin­gung für die Räumung sei nicht nur die An­nahme des Voungplanes und der damit zusam­menhängenden Gesetze im Reichstage, sondern auch die 3ngangsetzung der Arbei­ten der Reparationsbank und die Kom­merzialisierung des nicht aufschiebbaren Teiles der 3ahreszahlungen. Don unterrichteter Seite wird zu dieser Behauptung darauf hingewiesen, daß derartige Aeuserungen von Ministern nie­mals gemacht worden sind. Für die Räu­mung ist nur d i e Annahme des Voung­planes und der damit zusammenhängenden Gesetze Vorbedingung, niemals aber die 3ngang» sehung der Reparationsbank und Kommerziali­sierung der Zahlungen.

ssoung-plan und Nachtragshaushatt.

Bor Ende November kein Zusammentritt des Reichstags.

Berlin, 17. Okt. (V.D.Z.) Die Verhandlun­gen zwischen den beteiligten Staaten über den Voungplan nehmen derartig viel Zeit in Anspruch, daß auch der bisher für den 19. Ao- vember in Aussicht genommene Wiederzu­sammentritt des Reichstags sich ver­zögern wird. 3n parlamentarischen Kreisen rechnet man deshalb damit, daß der Reichstag frühe st e ns am Dienstag, dem 2 6. Ro­vern b e r, seine Sitzungen wieder aufnimmt, vor­ausgesetzt, daß bis dahin der Voungplan für die parlamentarische Behandlung reif ist.

Ende Rovember könnte die Regierung dann allerdings dem Reichstag auch schon den Rach- t r a g s e t a t zugehen lassen, so daß bis Weih- nachten reichlich Arbeitsstoff vorhanden wäre. Dieser Aachtragsetat dürfte eine Summe von über 400 Millionen Mark enthalten, nämlich die Abdeckung des wahrscheinlich mehr als 150 Mil­lionen betragenden Defizits aus dem Reichsh aushalt des laufenden 3ahres, fer­ner eine Erhöhung des Reichszuschufses für die 3 n v a l i d e n v e r s i ch e r u n g , die sich als er­forderlich herausgestellt hat, sodann eine größere Summe für die Weiterzahlung der Kri­senfürsorge an die ausgesteuerten Erwerbs­losen und etwa 50 Millionen für Kriegs- b e s ch ä d i g t e n r e n t e n.

Diese letzte Reuanforderung des Reichsarbeits­ministeriums ist notwendig geworden, weil sich die Zahl der Kriegsreniner durch Wiedergewährung von Renten an die ehemals abgefundenen, nur bis zu 20 Prozent Beschädigten bedeutend er­höht hat. Künftig dürfte der Reichshaushalt durch diese Tatsache sogar noch stärker belastet werden, da noch rund 2 0 0 000 neue Ren­tenanträge schweben. Lieber diese Kriegs­rentenfrage hat schon in Len ersten Oktobertagen eine Besprechung des Finanzministers und des Reichsarbeitsministers mit den Führern der Re- gievungsparteien stattgefunden. Auch über die Zwangsläufigkeit der drei anderen Positionen des Rachttagsetats scheinen unter den Parteien

Afghanistan.

Nach der Niederlage Habib Ullahs.

Berlin, 17. Oft. (Prio.°Tel.) Der Sommerfeld­zug Nadir Khans gegen Habib U l l a h hat mit einer Befreiung Afghanistans von der Gewalt. Herrschaft des Nachfolgers Aman Ullahs geendet. Habib Ullah, der schon in die Zitadelle Kabuls ein­geschlossen war, hat sich noch im letzten Augenblick in Sicherheit bringen fönnen. Er weilt jetzt bei einem ihm ergebenen Stamm und wird vermutlich im nächsten Frühjahr ver juchen, die verloren­gegangene Macht zurückzuerobern. 3n der Zwi­schenzeit wird man in Afghanistan zu überlegen \ haben, wer nun eigentlich die Herrschaft übernehmen soll. Aman Llllah scheint ein- gesehen zu haben, daß er seine Rolle endgültig ausgespielt hat. Er hat kürzlich erklärt, daß er bereit sei, als Gesandter Afghanistans in Rom zu bleiben. Die Kandidatur eines

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, Aur Wiederbesehung des Lehrstuhls der physi- | rauschen Chemie an der Göttinger Llniversi- ! tat an Stelle von Geheimrat G. Tammann ist ein Ruf an den ordentlichen Professor Dr. Arnold Gucken an der Technischen Hochschule in Bres­lau ergangen. Zum Rachfolger von Professor W. Hcubner auf dem Lehrstuhl der Pharma­kologie in Göttingen ist Professor Dr. med. Ernst Frey von der Llniversität Rostock in Aussicht genommen. Der durch das Ableben des Geheimen Hofrats D. Michels an der Llni­versität 3 e n a erledigte Lehrstuhl der deutschen Philologie und Literatur ist dem ordentlichen Professor Dr. Hermann Schneider in Tü­bingen angeboten worden. Der durch den Weggang des Professors Eberhard Schmidt an der Llniversität Kiel erledigte Lehrstuhl für Straf- und Prozeßrecht ist dem ordentlichen Pro» fessor Dr. jur. Erik Wolf in Rostock an­geboten worden.

Zum Rachfolger des Geheimen Medizinal- rats A. Westphal auf dem Lehrstuhl der Psychia- ttw an der Llniversität Bonn ist der Professor Dr. med. Arthur Hübner ebenda in Aus­sicht genommen.

General Feng verhastet?

Widersprechende Meldungen aus China.

Berlin, 17. Oft. (Priv.-Tel.) Aus China fommt die überraschende Nachricht, daß General Feng, der sich zum Besuch beim General Pen aufgehalten bat, von seinem Gastfreund verhaftet worden sein soll. Die Japaner haben daraufhin sofort eine andere Mitteilung in die Welt gesetzt, die offenbar besser zu ihrem Spiel in China paßt. Sie behaup­ten, daß von einer Berljaftung gar keine Rede sein könne, vielmehr hätten die Generale Feng und Pen ein Bündnis gegen die Nanking-Re- g i e r u n g geschlossen. Das, was die Japaner be­haupten, scheint wohl doch eine Erfindung zu fein, weil nach wie vor alle chinesischen Angaben darin übereinstimmen, daß General Feng tatsächlich in der Gewalt des Generals Pen sich befindet. Nun darf man natürlich daraus nicht schließen, daß Ge­neral Pen auf Seiten der Nanking-Regierung steht und sie von einem ihrer lästigsten Widersacher be­freien wollte. General Pen legt allergrößten Wert auf die Erhaltung seiner bisherigen Selbständigkeit. Er scheint aber doch das Bedürfnis zu haben, den Frieden nicht zu stören und hat aus diesem Grunde die erste Gelegenheit benutzt, um General Fena hinter Schloß und Rie- gel zu setzen und damit die Kriegsgefahr auch im weiteren Umkreis der Provinz Schansi zu beseiti­gen. Wäre es zwischen Feng und Tschiangkaischek zu einem bewaffneten Konflikt' gekommen, dann wäre auch General Pen in diese Streitigkeiten hin- eingezogen worden. Es fragt sich allerdings, ob nicht über kurz oder lang General Pen in die Fußstapfen

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Ich rauche eine pfeife.

Von Siegfried von Vegesack.

Cs gibt Zigaretten-, Zigarren- und Pfeifen­menschen. Sage mir, was du rauchst, und ich sage dir, wie du bist. Das Rauchen ist keine Sache des Geschmacks, der Laune, der zufälligen Reigung, sondern Chcvrakteranlage, Schicksal. Wer Zigaretten, Zigarren und Pfeife wahllos durcheinander raucht, hat eben keinen Charakter. Oder er tut es aus Raffinement. Lim mit um fo stärkerer Leidenschaft zu seiner einzigen Ge­liebten zurückzukehren. Zuweilen ist man untreu, nur um an der Treue wieder Geschmack zu fin- den. Der Raucher aus Passion und der wahr­haft Liebende hat nur einen Geschmack, nur eine Auserwählte.

Die große Masse raucht Zigaretten. Die Ziga­rette verpflichtet zu nichts, sie ist kurzlebig, kurzweillg. Du hälft sie zwischen zwei Fingern, berührst sie kaum mit den Lippen, ziehst ein toe- nig, stippst die Asche fort, und ehe der Rauch den du nachlässig zur Decke bläst, sich verzogen hat, zerdrückst du schon den qualmenden Stummel. Die Zigarette ist das wahrhafte Sinnbild un- Aer schnellebigen Zeit. Zwischen dem Auf- blihen des Streichholzes und dem Fortwersen

Dtumm- Ä liegt aller ©enufi Betoloflen.

? öu öuruck: nur einen etwas bitte- ^n Geschmack auf der Zunge und einen leichten St- inl §?aCrrbcl?ct Kundin. Beides vergeht, zur nächsten Zigarette, zur nächsten Freundin. Der etwa weiterqualmende fummel der Erinnerung wird schmerzlos mit ein paar Tropfen kalten Tees gelöscht.

Ganz anders steht es mit der Zigarre. Wer ihr huldigt, muß wenigstens irgendwo in einer Ecke seines Gemütes, etwas wie Ruhe, Behagen uud Treue bewahrt haben. Denn die Zigarre Jv ?nsprüche. Du muht ihr die

Bauchblnde abknopfen, die Spitze kunstgerecht abichneiden. Es genügt nicht, daß du sie zwischen zwei Fingern halst und sie dann und wann slüch- M Aunde berührst. Du mußt sie

fest -wisc^n die Lippen pressen, du mußt an ihr saugen. Der rüstige Zigarrenraucher bekommt mit der Zett russelfomnge Sauglippen. Er hält am Genuß fest. Mtt Ernst, mit Würde, mit Andacht. Lind was er hält, das wirft er nicht ohne weiteres fort. Hinter der qualmenden Zi­garre steckt die gesicherte, unerschütterliche Welt­anschauung des behäbigen Familienvaters, so­liden Bankbeamten, gutsituierten Rentiers. Mit

tigen Umständen bleibe das zu Recht erlassene Stahl­helmverbot aufrechterhalten. Der Minister wandte sich hierauf gegen die Nationalsozialisten, wobei es zu fortgesetzten Lärmszenen und einer kur- aen Unterbrechung der Sitzung kam. Er werde gegen das gegenwärtige politische Rowdytum mit aller Schärfe oorgehen.

In der Aussprache stimmten die Sozialdemokra­ten der Haltung der Regierung zu, während die Deutschnationalen eine Feststellungsklage beim Staatsgerichtshof über die Beteili­gung der Beamten am Volksbegehren ankündigten.

der Zigarre Im Munde hat noch niemand eine fremde Frau geküßt. Allerdings auch nicht die eigene. Aber das ist auch nicht nötig. Denn der richtige Zigarrenraucher schiebt sich die 3m- porte zu ganz bestimmten, ein für allemal fest­gesetzten Zeiten -wischen die Lippen: morgens, nach dem Frühstück, mittags, nach dem Kaffee oder Kognak und abends am Stammtisch. So fann sich die Frau danach richten. Lind was den Duft der Zigarre betrifft, so verfliegt er nicht, wie bei der treulosen Zigarette, sondern er bleibt für alle Zeiten in den Fenstervorhängen, Por- tieren, Teppichen haften. Deshalb ist es gut, daß der Zigarrenraucher in der Regel keine Freundin hat. Wenn er aber eine hat. dann wechselt er sie nicht so schnell. Er ist für das Soude, Beständige, für das Feuer, das nicht gleich ausgeht. Er hält, was er hat. Lind was er hat, das hält er.

Und wieder anders ist es bei der Pfeife. Erst mit der Pfeife beginnt die eigentliche Kunst, das Mysterium des Rauchens. Denn ihre Ansprüche sind noch hoher, noch vielseitiger, noch kompli- zrerter, ate die der Zigarre. Das Pfeifenrauchen ist eine Wissenschaft für sich. Richt in Monaten ~ .ln Zadren kannst du sie ganz ergründen.' Lind auch das nur, wenn du die innere Berufung dazu hast. a

Da ist vor allem die Pfeife selbst: der Pfeifen- Mundstück. Mundstück und pselfenkopf -kannst du voneinander trennen, wenn du Oust hast, und wieder zusammen schrauben. Und den Deckel kannst du aufklappen und wieder zuklappen, ganz nach Belieben. Lind dann gibt o^^?^^eutel. aus Leder oder aus Gummi. Am schönsten sind solche mit Reißverschluß, die °ufreißen undwieder zureißen. Lind den Tabak darin: holländischen, englischen. Dar-

*annL^ schnuppern. Aber das Allerschönste U^^putzer: ein silbernes Instrument, das aus drei Teilen besteht, die wie ein Echlüssel- bund zusammenhängcn. Erstens ein kleiner run- fmit du den Tabak im Pfeifen- cth ^^opfen kannst Zweitens ein flaches Loffelchen zum Auslosfeln und Auskratzen der

Und drittens ein dünner Spieß zum Durchbohren und Reinigen der Röhre. ® .Denn der Pfeifenraucher hat neben dem Rau- chen immer noch einen zweiten Genuß: er ist seiner Pfeife beschäftigt. 3rnmer gibt es

N ^°psen. du kratzen, zu bohren, zu & ÄÄ&au6einan6tl'du w*nun6

die hiesige Presse, die Kirchen- und Schulbe­hörden von Hessen-Kassel, Rassau, Gießen und Frankfurt, sie haben sich für unsere Ausstellung eingesetzt. 3hnen allen herzlichen Dank. Lind ein besonderes Wort des Dankes den persönlichen Freunden der Sache.

Es ist das Werk von Herrn Professor Rudolf Otto, was Sie hier sehen. 3ch darf gewiß in 3hrer aller Sinn unseren Dank an Rudolf Otto durch eine einfache Handlung vornehmen. Äe sämtlichen Kollegen der hiesigen theologischen Fakultät möchten in diesem Moment Herrn Pro­fessor Rudolf Otto eine persönliche Freude be­reiten. Heute überreichen wir ihm als nachttäg­liche Gekurtstagsgabe eine Südsee-Figur aus Reu-Mecklenburg für die Religionskundliche Sammlung. Wir grüßen den Menschen und för­dern das Werk. Unter diesem doppelt glücklichen Zeichen darf ich die Ausstellung Fremde Heilig­tümer" für eröffnet erklären.

Und wenn der Zigarettenmensch seine AuSer- wählte nur flüchtig berührt, der Zigarrenmensch genußsüchtig an ihr saugt, so beißt sich der Pfei- fenmensch an seiner Auserkorenen fest. Denn das Geheimnis der Pfeife ist: man muß sie emrauchen. 3mmer ist er mit seiner Geliebten beschäftigt, er wirft sie niemals fort, auch wenn ihr Feuer ausgeht. Er stopft sie immer neu, und jedesmal schmeckt sie ihm besser.

3ch rauche eine Pfeife.

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Bukarest, überflogen und nähert sich dem Wall der Transhlvanischen Alpen, um sie in Richtung Kronstadt zu übersteigen. Unter uns liegen die Oelfelder von Ploesti und Kam- pina. Ueber uns strahlendes Blau." Ein weiteres Telegramm laufet:Rach wunderbar schönen Fahrt durch die herbstbunten Waldberge des Grenzgebirges erschienGraf Zeppelin" über­raschend über dem alten deutschen Kronstadt und lockt alles, was Deine hat, auf die Straßen. Tücherschwenken. Hochrufe. Sirenengeheul. Es geht jetzt bei allmählich sinkender Sonne noch nach Hermannstadt und in das Banat. Schade, daß die Lage so kurz sind."

Das Luftschiff hat von Bukarest kommend um 19.45 Uhr bei der Ortschaft Artand die unga­rische Grenze überflogen und hat um 22 Uhr B u d a p e st erreicht. Das Luftschiff flog in geringer Höhe, fo daß es trotz des etwas nebligen Wetters gut zu sehen war. Aus den öffentlichen Lokalen und den Prioathäusern strömten große Menschen­mengen auf die Straßen, um das Luftschiff zu begrüßen. Auf den beiden Donauufern, besonders auf dem Donau-Korso, warteten große Menschen­mengen seit den ersten Abendstunden auf die An­kunft des Luftschiffes. DerGraf Zeppelin" kreuzte kurze Zeit über der Stadt und flog dann in west­licher Richtung weiter. Um 1.05 Uhr erschien er zum zweiten Male über Wien, von wo die Fahrt auf Schlesien zu ging.

In Breslau erschien das Luftschiff am Don­nerstag früh um 8.26 Uhr am Horizont im dichten Nebel, von der Menge mit lauten Hochrufen be­grüßt. Zu gleicher Zeit traf bei der Leitung der Landemannschaft ein Funkspruch Dr. Eckeners ein, worin mitgeteilt wird, daß das Luftschiff we - gen Wetterverschlechterung, verbunden mit stark zunehmender Unsichtigkeit und niedriger Bewölkung auf der ganzen Nordstrecke leider ge­zwungen fei, van ein er ßanbung in Bres - lau abzusehen, um nach dem Besuch Ober- schlesiens die Rückfahrt über Wien, Mün­chen noch bei Tage anzutreten.

zu reiten.

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Hoch» mrde die in einem Sett selten in auf get gcklemmt war. Loderte W rS ist noch mcht \ Verbrechen oder e »ei allen ist. Die 2 sehr schwierig gesta tei Zeiten als v brecher bekan ik Höhlensorschunc

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Die Ausstellung ^Zremde Heiligtümer^ in Marburg.

Dieser Tage wurde im 3ubiläums°Kunsttnstttut in Marburg vor einem geladenen Personen- tteis die AusstellungFremde Heilig- t ü m e r" eröffnet. Prof. D. Heinrich Frick führte in seiner Eröffnungsansprache u. a. folgendes aus: Die Marburger Religionskundliche Sammlung ist die Veranstalterin dieser Ausstellung. Die Sammlung ist jung. Sie muß noch wie ein Kind, das eben die ersten Schritte gehen lernt, um sich herum Hände spüren, düe hilfsbereit führen und stützen. Wir sind in der glücklichen Lage, viele solcher Hände um uns zu haben. Den Missionsgesellschaften habe ich bereits gedankt. Staatliche Museen, private Freunde und Gönner, nicht zuletzt aber die an Ort und Stelle zu­ständigen Autoritäten haben uns in zuvorkom­mender Weise geholfen.

3mmer wieder hören wir die Frage an uns gestellt: warum macht ihr eine solche Sache eigent­lich in Marburg? Gibt es nicht geeignetere Plätze dafür? Darauf haben wir zwei Antworten zu geben.

Eine solche Sache, wie sie uns vorschwebt, gibt es genau genommen bisher über­bauet erst eine in der Welt, das ist das be­deutende Religions- und Missions-Instttut im Vatikan, das von Pater W. Schmidt geführte sog. Lateran-Museum. Das Thema, um das es hier geht, ist: die bildhafte Erfassung, die raum­haft-sichtbare Darstellung religiösen Lebens. Das kann nur im lebendigen Kontakt mit lebender Religion in der weiten Welt geschehen. Wir haben eine Idee. Es gibt auch interessierte Per- sonllchkerten und Material genug in Deutschlano fo werden sich auch die nötigen Räume und Geld-' mittel finden.

ilnb zweitens: gerade Marburg, gerade diese romantische Llniversitäts-Kleinstadt ist der rich- ttge Platz dafür. Der Ortsausschuß in Marburg.