Kür den Büchertisch
Neue Kriegsbücher
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Aus fremden Literaturen
vor ollem darunter, daß in ihm zu viel geredet, zu viel diskutiert und philosophiert wird: noch dazu über Dinge, die damals, an der Front, als Gesprächsthemen wohl doch nur ausnahmsweise behandelt wurden. (Hier soll die historische „Richtigkeit" dieser Aufzeichnungen natürlich nicht bestritten werden: von dauernder Wichtigkeit können uns aber nur die Kriegsbücher sein, die über Sonderfall und Privaterinnerung hinausreichen ' • - .........ifett
Einfluß auf die Verteilung der Welt zu gewinnen und in letzter Stunde auch für Deutschland die wichtigsten kolonialen Erwerbungen zu sichern. In der intensiven Beleuchtung, die hier die gesamten großen Weltbegebnisse des Zeitalters finden, liegt die Bedeutung dieser neuen Derössentlichung, bei der man an keiner Stelle das Gefühl hat, einer Reihe von trockenen Aktenstücken gegenüberzustehen, vielmehr einem spannenden Roman, in dem die leitenden Persönlichkeiten der Weltgeschichte die politischen
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y.j.uMiuyen UUL|IUUHM luiiiKu/iu ..VM, j Berlin W 50. — 183. — Das Buch schildert das
Wohlwollen auf, das allerdings mit dein Vorschrei- Leben in einem kleinen Fischerdorf hoch oben im ten in die neueste Zeit sich wesentlich abschwächt. | Rorden. Wir sehen dem sommerlichen Fischfang
(322). — Das schlichte, ergreifende Buch aus der Feder eines Frontsoldaten führt uns wieder an die Stätten des Schwertes. Die Schilderung dieser Fahrt gen Westen ist so packend, so wahr und so groß, dah niemand dieses Buch ohne tiefsten Eindruck aus der Hand legen wird. Einer unserer Kriegsfreiwilligen, ein Infanterist, hat diese Fahrt gemacht. Er fährt über Flanderns Erde, erlebt noch einmal Langemarck: er geht über die blutigen Felder der Somme, durch Loos, Lens, Loretto. Er grüßt die Dergwalder am Damenweg, Reims und die Champagne. Er wandert durch die öden Schluchten und Wälder um Verdun, weilt an Gräben und Gräbern, und was seine Augen sehen, was seine Seele erschüttert, das schreibt dieser alte Westfront-
handelnd durchs Land zieht, fühlen wir alle mit stärkster Erschütterung, daß hier ein ganzer Stand, der am tiefsten zu wurzeln schien, durch die verführerischen Gewalten der Zeit in seinem innersten Lebenskeim getroffen und wie von einem großen Sturm ins Ungewisse und Unbeständige hinausgeschleudert wurde. Rur der alte Ebbe steht aufrecht und unbeirrt in dem Geschehen und sieht die Dinge kommen, wie sie kommen mußten, wenn die Menschen den Glauben verlieren, die Demut verlernen und die Liebe zu Haus und Hof
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Universität Gießen.
Unter diesem Titel hat der vorjährige Rektor unserer Landesuniversität, Prof. Dr. jur. Ro - enberg, im Lindner-Verlag, Düsseldorf, ein Buch über „D ie Universität Gießen. ihreEntwicklung und ihre An st alten" erscheinen lassen (341), daS sowohl in seinem textlichen Inhalt, wie auch durch seine außerordentlich reichhaltige Bildausstattung ein guter Werber für unsere Alma mater Ludoviciana sein wird. Mit Recht sagt der Verfasser des Buches, daß Stadt und Universität Gießen und ihre Vorzüge noch allzu wenig bekannt seien, und es manchem In mehr als einer Beziehung eine lieber- raschung oder aar eine Entdeckung sein werde, wenn er von den Zeilen und Bildern dieses Buches Kenntnis nehme.
Der Text beginnt, unter einer Abbildung „Gießen im 17. Jahrhundert", nach einem Stich von Merian, mit einer in großen Stricken skizzierten Schilderung der Gründungsgeschichte der Universität. Im weiteren Verlaufe wird dann ein sehr interessanter Ueberblick über die Geschichte unserer Ludoviciana, das Wirken weltberühmter Männer an ihr, über den rastlosen Ausbau durch Hinzufügung zahlreicher weiterer Institute gegeben und in Verbindung damit auch ein fesselndes Stück der Gießener Stadtgeschichte entrollt. Den Abschluß der feingeschriebenen, von großer Begeisterung für unsere Universität zeugenden Schilderung bildet eine Uebersicht über den gegenwärtigen Stand unserer vielseitigen UniversitätLeinrichtungen und eine in großen Zügen gehaltene Beschreibung unserer Stadt und ihrer an historischen Bauwerken und landschaftlichen Schönheiten reichen Umgebung. Der textliche Teil wird in außerordentlich umfangreichem Maße durch Abbildungen illustriert. Reben der, Titelseite sieht man eine große photographische Aufnahme der Gesamtansicht von Gießen mit den Burgen Gleiberg und Vetzberg und dem Düns- berg im Hintergrund. Weiter werden dem Leser des Buches im Bild gezeigt: ein Blick von der Stadtkirche nach dem Gleiberg und Vetzberg, das Alte Rathaus am Markt, der Heidenturm mit dem Giebel des Alten Schlosses, das Reue Schloß und das Zeughaus in Frontalaufnahme und ferner vom Flugzeug aus, das Burgmannenhaus in der Kirchstraße, oer Hof eines Hauses in der Svnnenstraße, Siegel und Wappen der Universität, Blick in den Universitäts-Forstgarten, ein Bild von Justus Liebig, das Liebig-Denkmal, das Liebig-Museum, Liebigs Laboratoriums- räume, die Büste B v st r o e m s , das Denkmal für Franz Riegel, die Grabstätte von Wilhelm Röntgen, Aufnahmen aus dem Landwirtschaftlichen Institut, von der Wetterdienststelle, den Hniversitätsversuchsgütern, das ilni- versitätsgebäude, ein Blick in die Reue Aula. Aufnahmen aus dem Zoologischen Institut, eine große Anzahl Bilder der verschiedenen Klinikbauten und Inneneinrichtungen, eine Flugzeugaufnahme vom Klinikviertel, Aufnahmen vom Chemischen Laboratorium und vom Physikalischen Institut, ein Bild des großen Gewächshauses im Botanischen Garten, die Universitätsbibliothek mit dem Lesesaal, der Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, der älniversitätss^ortplatz. Bilder der verschiedenen Spvrtmöglichkerten, des Stadttheaters, Flugzeugaufnahmen vom Flughafen, die Lahn bei Gießen, Vetzberg und Gleiberg, Schiffenberg, Kloster Arnsburg, Münzenberg und Schloß Braunfels.
Der Druck ist auf Kunstdruckpapier in sauberer Herstellung ausgeführt und gibt dadurch der dankenswerten Arbeit des Verfassers und der photographischen Mitarbeiter einen würdigen Rahmen. Die Lichtbilder, geliefert von der Universität, wurden. gefertigt von den Photographen D ü r ck und TI h l, Buchhändler K e i ß n e r , Referendar Heinz Otto Wagner und Professor W ei d e n - bad), sämtlich in Gießen, sowie von der Süd- westoeutschen Lustverkehrs-A.-G. in Frankfurt.
Der verdienstvolle Verfasser wünscht am Schlüsse seines Vorwortes, dah das Werk denen, die Gießen kennen und lieben, schönste Erinnerungen wachrufen, unter den anderen aber der Universität Gießen neue Freunde werben möge. Diesen Wunsch können wir nur unterstreichen. Darüber hinaus möchten wir dieses vortreffliche Buch fowohl unseren Mitbürgern, wie auch den auswärtigen Interessenten am akademischen Leben warm empfehlen, denn die Lektüre und die große Fülle von Bildern dieses Buches bereitet seinem Besitzer wahre Freude.
Deutsche Romane.
— Eonrad Ferdinand Meyer: Jürg I e n a t s ch. Roman. 306 Seiten. Reelams Tlni- versal-Dibliothek Rr. 6964—66. Geheftet 1,20 Mk.» in Ganzleinen 2 Mk. (159.) — Gleich nach dem Freiwerden der Werke Conr. Ferdinand Meyers hat der Verlag Reclam seine sämtliche Ro- vellen und eine Auswahl seiner Gedichte in billigen Einzelausgaben herausgebracht. Jetzt fügt er noch das bedeutendste und umfangreichste epische Werk des großen Schweizer Dichters hinzu: Jürg Ienatsch. Die Feuerbrände des 30jähri- gen Krieges stehen hinter diesem Roman, dessen Held der gewaltige Freiheitskämpfer des Grau- bündener Landes ist. Seine Liebe, sein Triumph und sein Fall durch die Hand des geliebten Weibes sind mit dramatischer Wucht erzählt. Die vorliegende Ausgabe ist trotz ihrer Billigkeit ge- fchmackvoll ausgestattet. Der von dem bekannten Buchkünstler E. R. Weih entworfene Ganzleinenband macht das Buch zur Zierde jedes Bücherschrankes.
— Gustav Frenssen: „2)er Untergang der Anna Vollmann". Ullstein-Verlag, Berlin. (320) Einer der immer wieder wirkungsvollen, stimmungsreichen Seeromane des berühmten Schriftstellers, eine vorzüglich komponierte Erzählung vom rätselhaften Verschwinden eines Schiffes, von Not und Verbrechen, die sich an seinen Untergang ketten, und von der Sühne durch eine jüngere Generation«
— Ida Boy-Ed, Tine Frau wie du. Tlllstein, Berlin (152). — Der Band, „Eine Frau wie du", ist im besonderen Sinne ein Frauen- roman, mit feinem Verständnis für die Schwächen, aber auch für die mannigfachen äußeren Hem-z mungen des eigenen Geschlechts geschrieben. Ein Roman für Liebende, ein' Wegweiser durch die ■ vielen Fallstricke des täglichen Zusammenlebens in einer Ehe und eine Warnung an den Mann. > der in der Frau zu oft nur das angebetete Idol.
nicht aber den Kameraden im täglichen SebenÄM kampf fehen will.
Helden sind.
— Herbert Eulenberg: Die letzten Wittelsbacher. Brosch. 6 Mark, geb. 8,50 Mark. Phaidon-Verlag, Wien IV. (173) — Nach Eulenbergs .Hohenzollern" geht man nur mit Widerwillen und Schaudern an sein neuestes „historisches" Feuilleton. Wir wollen vorweg anmerken: Es ist nicht ganz so schlimm wie sein Vorgänger. Eulenberg bringt für die neuesten Opfer seiner historischen Forschung immerhin noch einiges
zu, dann kommt der Herbst mit dem Schlachtfest der Bauern und dem interessanten Versuch, einen Konsumverein zu gründen, bann der Schnee, der das Leben abtötet und zur drohenden Gefahr wird, als das Lebensmittelschiff strandet, auf das das Dorf wartet. Diese einfachen Vorgänge werden allmählich so tief durchleuchtet, daß der Strand Holmefjords zum Strand des Lebens wird: der gottesfürchtige Pfarrer des Dorfes kämpft für alle um einen lebendigen Glauben, er wird durch die schweren Schicksalsschläge, die das harte Leben hier oben mit sich bringt, immer mehr erschüttert und schließlich in den Wahnsinn hineingetrieben. — Auch dieses Buch ist für Gunnarsson charakteristisch und wird ihm neue Anhänger zuführen.
— Ragnar Holm st röm: Frachtdamp- f e r S/S Omega. Erzählung von der See. Aus dem Schwedischen überseht von Axel Lübbe. Stuttgart 1929, Engelhorns Romanbibliothek, Band 1027/28. Broschiert 2 Mk., Leinen 3,50 Mk., Halbleder 5 Mk. — (304) — Ian brennt heimlich durch und wird Kohlentrimmer des Frachtdampfers S/S Omega. Er will Seemann werden und die Welt sehen, die er bisher nur von Ansichtskarten kennt. An Bord der Omega lernt er die Welt kennen, — aber nicht so, wie er es erhofft hat, sondern in einem andern, wertvolleren Sinn: er lernt Menschen und Ver- hältnifse kennen, wie sie wirklich sind. Die interessanten Gestalten der Omega-Besatzung sind gut gezeichnet. Voll Menschenkenntnis und in Vertrautheit mit dem Seemannsleben läßt Holm- ström Charaktere und Schicksale lebendig werden.
— „Revue-Girl." Roman von I. P. Mc. E w o i). Deutsche Bearbeitung von Arthur R u n d t. 205 Seiten 8". E. P. Tal & Co., Verlag, Leipzig, Wien 1929. — 232. — Dieser Roman ist weniger feines Stoffes wegen interessant — er schildert den Werdegang eines amerikanischen Revuegirls —, als um seiner originellen Form wegen: Das Ganze ist nämlich als moderne Reportage aufgemacht, setzt sich zusammen aus Briefen, Telegrammen, Rezensionen, Funksprüchen, Dialogfetzen, Inseraten, Theaterzetteln und Zeitungsschnitten, und wird übrigens — wie ein Bühnenspiel — mit dem Verzeichnis der handelnden Personen eingeleitet.
— P. G. Wodehouse: Jeeves macht alles. Vier lustige Geschichten. (EngelhornS Romanbibliothek, Band 1026.) Stuttgart 1929, 3. Engechorns Rachf. — Broschiert 1 Mk. Leinen 1.75 Mark. — 208. — Wodehouses liebenswür- diger Humor hat schon mit seinen früheren Kostproben viele Anhänger gefunden: Wodehouse versteht sich auf eine englisch frisierte, film- mäßige Situationskomik, die selten ihre Wirkung verfehlt. Seine harmlos-heiteren Geschichten sind eine angenehme, anspruchslose und entspannende Lektüre.
ftellungen und Urteile sind nur mit größter Vorsicht auszunehmen. Manches erscheint neu und interessant, wenn auch auf seine Glaubwürdigkeit nicht nachzuprüfen. Der überaus schnoddrige Ton, der Eulenberg beliebt — wohl um von der Zunft der Fachhistoriker geziemend abzurücken, oder gar als bewußter Demokrat nicht irrtümlich in den Geruch eines Wahrers monarchischer Tradition zu kommen — dieser macht auch dieses Buch wenig sympathisch.
kämpser nieder. Die Erinnerung steht auf. AuS Schutt und Geröll alter Gräben, die noch so liegen wie einst, aus den zerschlagenen Brocken der Betonklöhe auS den verlassenen toten FortS wuchs dieses Buch als etwas Reues und Großes hervor. Der es schrieb, widmete es dem Gedächtnis seiner gefallenen Kameraden. Don ihnen erzählt er. Ein fieses Danken packt uns, und führt uys zu ihren vergessenen Ruhestätten. Jedem Leser wird dieses Buch zu einem packenden Erlebnis.
— Der unbekannte Soldat. Erlebnisse und Gedanken eines Truppenarztes an der West- front. Don Dr. Erich Meyer. München. I. F. Lehmanns Verlag. Gebd. 3,60 Mk. (323) — Der Verfasser hat die zwei letzten Kriegsjahre als Truppenarzt an den Brennpunkten der Westfront mit- gemacht und dort genug des Schweren und Er- schütternden blutenden Herzens erlebt. Man merkt dem Buche an, daß es eigenstes Erleben und Empfinden widerspiegelt, daß nichts selbstgefällig, oder gar aus politischer Absicht romanhaft erfunden ist. All das Furchtbare, Not und Tod, Zerstörung und Untergang, menschliches Versagen und verständliche Unzufriedenheit, kommt zu seinem Recht, nichts wird verschwiegen, nichts beschönigt und vergoldet, und trotzdem wirkt der Krieg ganz anders als ihn die Pazifisten schildern. Wir erleben ihn hier aufs neue als Lebenskampf des Volkes um feine höchsten Güter, dem fick der Lebenswille des einzelnen im festen Glauben und freier Hingabe opferwillig und todesbereit unterordnet. So wird dieses Buch jeden Mitkämpfer packen. Er wird es in Er- griffenheit lesen und es der Jugend schenken, damit sie erfahre, worum die Väter gekämpft haben.
— Alfred Polgar: Hinterland. 275 Seiten 8°. Verlag Ernst Rowohlt, Berlin W 3o. — (315) — Atlch ein Kriegsbuch. Und zwar ein zeitgenössisches insofern, als diese Skizzen und Feuilletons des bekannten Wiener Kritikers schon in der Kriegs- und Rachkriegszelt entstanden, damals verstreut publiziert, teilweise von der Zensur verboten, jetzt gesammelt und in einem Bande vereinigt worden sind. Es entsteht so em Gesamtbild in Mosaik, das als Ergänzung zu der übrigen, noch immer anwachsenden Kriegsliteratur angesehen werden kann. Hier wird der Krieg von hinten geschildert, von der Kehrseite, nicht von der Front, nicht von der Etappe, sondern von der Heimat, vom Hinterlande aus: und zwar scharf, deutlich und schonungslos: lauter kleine, sehr intensiv gesehene Impressionen. Trotz aller Objektivität der Betrachtung spricht aus jedem Sah verzweifelte Ohnmacht zu helfen und besserzumachen, mühsam unterdrückter Protest gegen alles Unglück und Elend der Zeit, das ja hier nur in seinen trübsten und trostlosesten Ausstrahlungen und Riederschlägen erfaßt wird.
und Heimat nicht mehr kennen.
— IackLondon: Die Herrindes großen Hauses. Roman. 310 Seiten 8°. Drosch 3 Mk., Leinen 4,80 Mk. Äniversitas Deutsche Derlags°A.-G„ Berlin. (258.) — Dieser autobiographische Roman, der das Schicksal schlichter, naturnaher, allein nach ihrem eigenen Gewissen lebender Menschen in der großräumigen kalifornischen Landschaft gestaltet, zeigt den Epiker Jack London von seiner besten Seite.
— Gunnar Gunnarsson: Strand des Lebens. Roman. 336 Seiten 8°. Brosch. 5.50. Leinen 7.50. Tlnlversitas Deutsche Derlags-A-G.,
— Sigrid Tlndset: Olav Auduns- sohn und seine Kinder. Herausgegeben von I. Sandmeier. Liebertragung von Sand- nieier und Angermann. Erster Band: 312 Seiten 8°: zweiter Band: 436 Seiten 8'. Geh. 11,25, geb. 15. Rütten & Loening Verlag, Frankfurt a. M, 1929. (133) — Mit diesen beiden Bänden werden die vorausgehenden, „Olav Audunssohn" und „Olav Audunssohn auf Hest- viken", fortgesetzt und das ganze Werk — ein Gegenstück zu „Kristin Lavranstochter" — zum Abschluß gebracht. Kriegstaten und Bemühungen um fein Seelenheil helfen Olav nicht über den ungesühnten Mord am Verführer seiner Frau hinweg. Als ein schwerer Verdacht gegen die eigne Tochter sich als unhaltbar erweist, bricht er körperlich zusammen, kommt aber innerlich zum Frieden. Der Sohn des Verführers, von Olav als eigen angenommen, wandelt sich aus einem haltlosen Schwächling zum Mann und Helden. So klingt Olavs Geschichte erhebend aus.
— Martin Andersen Rexö, Im Gotte s l a n d. (Gesammelte Werke. Achter Band.) Leinen 9.50 Mark. Verlag von Albert Langen: in München. (316) — Mit seiner großen Darstellungskunst weiß Rexö in dem spannenden und aufwühlenden Roman den Zusammenstoß des Altehrwürdigsten und Unvergänglichsten, von Acker, Scholle und Heimat, mit den neuen Mächten der Zeit, mit Geld und Kapital, sichtbar zu machen, und wenn Jens Vorup wie Tausende von anderen dänischen Dauern schachernd und
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I Dabei kann man allerdings das unbehagliche Ge- UtW fühl nicht unterdrücken, daß der blinde Haß, mit
— <?^nrn de Iouvenel Graf Mira- dem Eulenberg die Hohenzollern verfolgt, ihren
Sonn her ^ßnlfötribun ein stürmifckes Leben süddeutschen Rivalen sehr zu statten gekommen ist.
DerlaaDaul“ Wo nur ein Hohenzoller oU der preußische Staat
^nteuSÄ mit Bayern und den Wittelsbachern zusammen-
Tnolforrführerä der modernen Geschichte hat hier gekommen, und sei es nur auf die angenehme Weile sh rtnutxpnpr foiMt ein anaeiehener Po- einer Heirat und dergleichen, unterläßt Eulenberg ™ unordentlich ÄNn und es nicht, seinen stets Sereitgehaltenen Schmutzkübel
ÄH 4?ÄetaST"elnem »u entiwnn. So m di- Sefiiir« auch di-fe- Sud)« Stofen sSwtürmen gibt das Buch neben | aufeerft problematisch, auch (eine historischen Fest, einer sehr gut gesehenen Charakteristik des gwhen Redners und Slaatsmannes eine ausgezeichnete Milieuschilderung der großen Revolution.
— Die Tragik im Leben Bismarcks. Eine Studie zum Problem der Führung. Von
Dr. Harms. 2.80 Mark. Verlag von Quelle _ Ernst Johannsen: Vier von der & Meyer in Leipzig. (244) — Harms zeigt uns Infanterie. Ihre letzten Tage an der West-
die Ereignisse unter sonst nicht gewohnten De- front 1918. 108 Seiten 8°. Im Fackelreiter-Ver-
sichtspunkten. Als tragisches Moment im Schick- lag, Hamburg/Dergedorf, 1929. - (326) — Das
salsablauf Dismarcks lernen wir einen nie genug Kriegsbuch eines Arbeiters aus Altona, der 1916,
beachteten Kausalzusammenhang kennen: weil Alter von 18 Jahren ausgezogen und 1917 feine Herrennatur keinen gleichberechtigten Mit- a(g Neunzehnjähriger an die Westfront geschickt arbeitet duldete, blieben die wertvollsten Kräfte wurde. 1928 schrieb er dieses Buch, das die letzten der Ration von der Regierung ausgeschlossen. Schicksale und Erlebnisse von vier, cna mitein- Daraus ergibt sich ein doppeltes Verhängnis ander verbundenen, gemeinen Frontsoldaten in — Bismarck vergeudet seine besten Kräfte für einet Infanteriekompagnie im Westen schildert, eine Unsumme von Kleinarbeit und nicht zuletzt Hfe Eindrücke des Duches sind ungleich: es leidet für den Kampf um die Gunst des Monarchen. ...... "
der ihn schließlich doch fallen läßt —, das deutsche Volk hat in der Politik nichts mitzureden, । ÖQjU über Ainge, otc oamais, an oer . bis es, blindlings ins Verderben geführt, sein Gesprächsthemen wohl doch nur ausn Schicksal selbst in die Hand nehmen muß. Ob ' ' .......' “ ' "
es jetzt überhaupt noch lernen wird, sich selbst zu regieren, ist die große Schicksalsfrage. So liegt im Gefchici Dismarcks, dessen System der Regierungskunst, nur auf einen Uebermenschen zu- -------------------- a ,
geschnitten, unter jedem Rachfolger zwangsläufig und sich mit einer gewissen Allgemeingültiak verderblich wirken mußte, zugleich die Tragik des ihrer Gestalten und Ereignisse legitimieren.) D „unpolitischsten Volkes der Erde" inbegriffen. scheint uns hier schon deswegen nicht, oder nicht
— Königin Victorias Driefwechsel vollkommen der Fall zu sein, weil der Verfasser und Tagebuchblätter während der Jahre gar keine objektive Schilderung an sich beabsichtigt, 1879—1885. Aus Veranlassung des Königs sondern sehr bewußt und sehr deutlich eine Ten- Georg V. herausgegeben von George Earl &€ng seine Darstellung yineinbringt: nicht nur Buckw, autorisierte Üebersehung von Richmond gegen den Krieg als solchen — die haben andere Lennox. Preis geb. 16 Mk. Verlag von Karl Bücher auch —, sondern, aus der besonderen Her- Siegismund, Berlin SW 11. (302) Von dieser funft, Umwelt um) Einstellung des Verfassers wichtigen Sammlung liegt ein neuer in _ sich heraus, auch eine politische, soziale, religiöse Ten- abgeschlofsener, die Jahre 1879—1885 umfassen- tzenz. Das ist eine fühlbare Schwäche des Duches, der Abschnitt vor, in dem zahlreiche große Er- bag sonst nicht nur nicht literarisch, sondern auch eignisse nicht nur der englischen, sondern der stellenweise recht ungehobelt im Stil wirkt. Lesensganzen europäischen, insbesondere auch der beut- wert ist es jedoch wegen seiner oft erschütternden scheu Politik, eine neue Beleuchtung erfahren. Schilderungen der unsäglichen Leiden und Röte Wie König Eduard während seiner Regierungs- beß Soldaten an der entfesselten Front, im zeit den bedeutenden politischen Einfluß durch Westen 1918.
seine persönliche Gegenwart und durch das — „Wir waren im Westen". Auf feld- Mittel zwangloser Gespräche als Verständnis- gtQucr Straße von Dpern bis Verdun. Von voller, menschenkundiger Ratgeber, Mitarbeiter I Wilhelm Steinbrecher. (Mitteldeutsche Ver- und Beobachter auf seine Minister ausübte, so lags-Aktiengesellschaft Erfurt. Preis 1,50 Mk.). übte seine Mutter, Königin Victoria, ihren Ein- ----- - w ° *
sluh durch ihre Briefe aus. An einem rauschenden Weltleben lag ihr nichts und ihre Zere-
nialpslichten bereiteten ihr Pein, aber an ihrem -enilichen Königsrecht, dem Recht der poetischen Mitbestimmung, hielt sie auf as zäheste fest. Zwar konnte sie Gesetze. Re- gierungs- und Parlamentsbeschlüsse nicht um- | flohen oder rückgängig machen, wenn sie einmal zustande gekommen waren: aber sie konnte sie aufs stärkste beeinflussen, solange sie noch im Werden waren, und sie hat dies immer । getan. Das politische Mittel, dessen sie sich dabei bediente, war die Korresponderrz, die sie mit ihren Ministern führte und die Berichterstattung. zu der sie diese Minister- zwang. Auch unter früheren Herrschern hatte es zu den Pflichten des Premiemnnisters gehört, dem Monarchen über den Verlauf der Kabinettssihungen und der Parlamentsdebatten regelmäßige schriftliche Meldungen zugehen zu lassen. Aber was damals bloße Formalität gewesen war. wurde unter Victoria zu einer wichtigen politischen Transaktion. Einer so aufmerksamen und kritischen. von so festen Lieberzeugungen erfüllten und so stark in die Politik lebenden Leserin gegenüber, wie es Königin Viktoria war. konnten die Minister in ihren Briefen nicht mit bloßen Allgemeinheiten und Redensarten operieren. Blieb ein wesentlicher Punkt ungeklärt oder erhielt sie Mitteilungen, die ihre Mißbilligung fanden, dann griff die Königin ausnahmslos zur Feder, zwang den betreffenden Minister zu einer Diskussion der Frage und hinderte ihn, seine Politik fortzuführen, bis diese Diskussion erfolgt war. Darum ist die Korrespondenz der Königin Victoria mehr als bloß ein Ausdruck ihrer ausgeprägten Jndividialität. Auch der jetzt veröffentlichte Teil, der aus pvlitllchrn Gründen zunächst als Schluß der ganzen Sammlung angesehen werden muß, stellt ein Stück europäischer Geschichte bar, und zwar während eines Zeitraumes, in dem Fürst Bismarck auf der Höhe seines mächtigen Einflusses auf die Welt- ereignifse stand. Es ist die Zeit der stärksten Expansion der europäischen Mächte auf den über» feeischen Kontinenten, in der es auch für das englische Weltreich galt, seine wichtigsten Positionen zu sichern und zu erweitern. Der Briefwechsel der Königin Victoria zeigt, in wie hohem Maße die Königin persönlich mit ihrem steten Drängen auf energische Haltung den Schritt des englischen Imperialismus, oft gegenüber den passiveren Reigungen der Regierung, gefördert hat. Wir erleben in diesen Briefen, welche Beachtung und Bewunderung die Bildung des deutschen Bündnisses mit Oesterreich und sodann mit Italien fand, und wie Bismarck es verstand,


