— Rudolph Stroh. ..Lill". Der Roman eines Sportmädchens. «August Scherl G. m. b. H. Berlin.) Ganzleinen 5,50 Mk. (144).— Alle Arten des deutschen Sports in seiner strahlenden Gesundheit und Lebensfrische, aber auch in seiner häufigen Einseitigkeit, leuchten in diesem Buche auf. Als Heldin steht im Mittelpunkt der spannenden Handlung „Lill", vor tausend anderen vom Schicksal bevorzugt, aus reichem Hause, flott, jung, hübsch, kerngesund an Seele und Leib, ein Sonntagskind modernsten Schlages und echt Berliner Mundart, aber das Herz auf dem rechten Fleck, — ein Kind, das erst am Schluß des Romans ahnt, daß Leben kämpfen heißt. Kämpfen nicht nur in den Iugendgefilden des Sports, sondern immer und überall, von der Wiege bis zur Bahre. Hnd kämpfen um neuen Aufstieg, vor allem im heutigen Deutschland.
Erziehung und Llnterricht.
— Einführung in die Rechtswissenschaft. Don Professor Dr. Gustav Radbruch. 31.-40. Tausend. Gebunden 3,60 Mk. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. (285)_ — Der Verfasser versteht es, die an sich spröde Materie so frisch uns lebensnah zu gestalten, daß die Lektüre des Merkchens auch für den Richt-Iuristen eine Fülle des Interessanten bietet. Manche aktuelle Fragen werden behandelt und dadurch in vielfacher Beziehung das Verständnis für juristische Dinge auch beim Laien geschärft und erweitert.
— Neues Lesebuch für Berufsschulen, Ausgabe B für d i e weibliche Jugend. (Verlag Emil Roth, Gießen. In Ganzleinen gebunden 3 RM.) — 219 — Dieses vornehm ausgestattete Buch wurde herausaegeben von Berufsschullehrer Friedrich Adam, Gießen, Schulrat Karl Backes, Groß-Gerau, Berufsschullehrer I. Crone n b o l d, Wörrstadt, Berufsschullehrer August Kinsberger, Berufsschullehrerin Gertrud K i n s- berg er, Stadtschulrat Joh. Lösch, sämtlich in Darmstadt, Berufsschullehrer Hans Michel, Darmstadt, und Berufsschullehrer Eugen Neutz, Mainz. Es ist ausgestattct mit vier Federzeichnungen und einer Einbandzeichnung von der Künstlerin Margret Ertl-Wolfinger, München. Bei einer Durchsicht des Inhalts dieses Werkes kann man die erfreuliche Feststellung machen, daß hier den jugendlichen Leserinnen eine sehr lehrreiche Lektüre an die Hand gegeben wird. Sowohl auf literarischem Gebiete, wie auch in den kurzgefaßten Abhandlungen aus dem werktätigen Leben und in dem der Staatsbürgerkunde gewidmeten Teile ist von den Herausgebern mit größter Sorgfal" und gutem Geschmacks ausgewählt worden, um der Heranwachsenden weiblichen Jugend geistig nicht mehr zuzumuten, als sie verarbeiten kann, aber ihr in diesem Rahmen doch das beste Lesematerial zu bieten. Die Herausgeber und der Verlag haben sich mit dem Erscheinen dieses Buches ein Verdienst um unsere Jugend erworben.
— Bürgerkunde für die Hand des Be- rufsschülers. Von Rektor Schlechtweg, Neu-Isenburg. (Verlag Emil Roth, Gießen. Preis 0,80 RM.) — 216 — Das Heftchen macht feine Leser in sehr instruktiver Weise mit allem bekannt, was den Staat im engeren und weiteren Sinne betrifft. In geschickter und übersichtlicher Gruppierung ist der vielseitige Stoff behandelt, und dabei ist Bedacht daraus genommen worden, daß für den Heranwachsenden jungen Menschen die ganze Sachbehandlung leichtfaßlich und einprägsam ist. Das Büchlein kann man als sehr wertvolles Mittel für den Unterricht in Staatsbürgerkunde nur empfehlen.
Verschiedenes.
— Meyers Lexikon in 12 Bänden. Siebente, völlig neu bearbeitete Auslage. Heber 160 000 Artikel und Verweisungen auf etwa 21 000 Spalten Text mit rund 5000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text: dazu etwa 755 besondere Dildertafeln (darunter über 100 farbige) und 280 Kartenbeilagen und Stadtpläne sowie 200 Text und statistische Hebersichten. Band 10 (Rechnung bis Seefedern) in Halbleder gebunden 30 Mk. Verlag Bibliographisches Institut QL-®, in Leipzig. — Die gewaltige wissenschaftliche und organisatorische Leistung, die dieses erste große Rachkriegslexikon darstellt, tritt nun immer deutlicher in Erscheinung. Wir können uns darauf beschränken, auf die wiederum ausgezeichneten, in inhaltlicher wie kartographischer Hinsicht vollendeten Kartenbeigaben hinzuweisen und aus der reichhaltigen Zusammenstellung farbiger und schwarzer Bildbeilagen einige ihrem Thema nach besonders interessante Tafeln hervorzuheben: Reklamekunst, Schädlinge, Schlange, Schmetterlinge, zeitgemäße Sportbeilagen (Reitkunst, Rekord, Rudersport, Rhythmische Gymnastik), zahlreiche Tafeln aus dem Gebiet der Kunst, der Technik (Rundfunk, Schreibmaschine, Röntgentechnik). Olllein schon die Beilagen des „Großen Meyer" bilden den orbis pictus unserer Zeit.
Der Text dieses 10. Bandes, ebenso aktuell wie wissenschaftlich einwandfrei, lehrt wieder, wie sehr der Wissensstoff der Gegenwart angewachsen ist, und wie unerläßlich darum für-jeden der Besitz eines Lexikons ist.
— Die Rechtsverhältnisse der Ge- meindebeamten im Volks st a a t Hessen.. Von Verwaltungsdirektor i. R. Ph. Schaefer. (Verlag Emil Roth, Gießen. Preis 2,80 RM., stark kartoniert.) — 218 — Der Verfasser hat das Gesetz über die Rechtsverhältnisse der lIemeindebeamten im Volksstaat Hessen vom 22. März 1929 unter Benutzung amtlicher Quellen, der Rechtsprechung und des Schrifttums für den praktischen Gebrauch erläutert. Er hat seine Aufgabe in der Weise durch- geführt, daß er zu den verschiedenen Artikeln des Gesetzes die erläuternden Kommentare in Form von Fußnoten hinzugefügt hat. Dadurch ist dem Leser eine Klarheit und Uebersichtlichkeit des Stoffes geboten, die man als glücklich bezeichnen muß, weil sie eine rasche und bequeme Orientierung ermöglicht. Das Buch wird den interessierten Beamten ein zuverlässiger Ratgeber sein.
— 1 235 — Das sind Siel Ein charakterologisches Spiel. Rach der amerikanischen Fassung von Webster-Hopkins frei übertragen von Richard Wiener. 168 Seiten 8°. E. P. Tal & Co., Verlag, Leipzig, Wien 1929. (314) — Ein origineller Zeitvertreib. Man macht es so: es sind fünfundzwanzig Fragen zu beantworten: in fünf Gruppen zu fünf, für QUärmer und Frauen getrennt. Die Fragen lauten z. D.: „Sehen Sie meistens Ihren Willen durch?" oder „Erscheint Ihnen die Gestalt eines Casanova beneidenswert?" (für Männer); „Wenn Sie nachts verdächtigen Lärm hören, stehen Sie auf, um nachzusehen, was die Hrsache ist?" oder „QBeinen Sie im Theater?" (für Frauen). Antworten: entweder ja oder nein. Aus dem zahlenmäßigen Verhältnis von „ja" und „nein“ ergibt sich eine Schlüsselzahl mit entsprechender Charakterstudie. Manchmal ist es verblüffend, was man da zu lesen bekommt. Natürlich ist niemand verpflichtet, die Sache ernster zu nehmen, als sie ihm erscheint. Aber ein nettes Gesellschaftsspiel ist es, das auch allerlei Varianten gestattet. Ie mehr Personen, um so besser.
Wirtschaft.
Die Reichsbank Mitte Juli.
Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Iuli hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der zweiten Iuliwoche um 290,3 Mill, auf • 2680,9 Mill. Mk. verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 288,2 Mill, auf 2399,8 Mill. Mk., die Bestände an Reichsschahwechseln um 95,6 Mill, auf 14,8 Mill. Mk. abgenommen, während die Lombardbestände um 93,5 Mill, auf 173,4 Mill. Mk. angewachsen sind. Die Effektenbestände sind mit 92,8 Mill. Mk. unverändert geblieben.
An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 282,3 Mill. Mark aus dem Qkr- kehr zurückgeflossen. Der Umlauf an Reichsbanknoten hat sich um 262,5 Mill, auf 4347,4 Mill. Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 19,8 Mill, auf 418,8 Mill. Mark verringert. Unter Berücksichtigung, daß in der Derichtswvche Rentenbankscheine in Höhe von 1,6 Mill. Mark getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 31,0 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 614,9 Mill. Mark eine Zunahme um 11,0 Mill. Mark.
Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben um 24,7 Mill, auf 2388,1 Mill. Mk., im einzelnen die Goldbestände um 41,7 Mill, auf 2036,2 Mill. Mark zugenommen, die Bestände an deckungs- fohigen Devisen um 17,0 Mill, auf 351,9 Mill. Mark abgenommen.
Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 43,3 Prozent in der Vorwoche auf 46,8 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 51,3 Prozent auf 54,9 Prozent.
*
* Baldur Pianofortefabrik A.-G., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung dieser bekanntlich im Konkurs befindlichen Gesellschaft, in der nur ein Aktionär vertreten war, genehmigte die durch den Konkursverwalter erfolgte lieber- tragung des Geschäftsbetriebs, der Vorräte, Halb- und Fertigfabrikate, der Patente, Gebrauchsmuster und Warenzeichen der Baldur A.-G. auf die Philipps A.-G., Frankfurt a. M. Gleichzeitig wurde ein Vertrag genehmigt, wonach sämtliche Firmenrechte der Gesellschaft auf die Philipps A.-G. übergehen. Dieser zweite Vertrag war notwendig, da die
girmenrechte nicht in die Konkursmasse fallen. Die Philipps A.-G. wird die Fabrikate der Baldur A.-G. unter deren Warenzeichen herstellen. Im übrigen wickelt sich das Konkursverfahren bei Baldur weiter ab; für die nicht bevorrechtigten Gläubiger dürfte kaum eine Quote herauskommen. Die Höhe des von Philipps für die Übertragungen gezahlten Preises wurde nicht angegeben.
• Mansfeld QI.-®, für Bergbau und Hüttenbetrieb, Eisleben. In der a. o. G.-D. vertraten 42 Aktionäre ein Stammkapital von 31,105 Mill. Mark. Ferner war das gesamte Vorzugsaktienkapital von 375 000 Mark vertreten. Die Derfarnmlung hatte über die Erhöhung des Grundkapitals um 4,5 Mill. Mark durch Ausgabe von 4500 auf den Inhaber lautende Stammaktien von je 1000 Mark mit Gewinnberechtigung ab 1. Ianuar 1930 zu beschließen. Der Vorsitzende, Generaldirektor Dr. E. v. Schön, gab einleitend eine Begründung für die vorgeschlagene Kapitalerhöhung. Die Qkr- waltung schlage aus steuerlichen Gründen' die Dividendenberechtigung der neuen Olktien erst ab 1. Ianuar 1930 vor. Die Gesellschaft schulde aus drei Transaktionen, insbesondere aus der Fusion mit der Halleschen Pfännerschaft, den Qptions- erfordernissen aus der 3-Miil.-Dollar»Anleihe und der Interessennahme bei der A.-G. für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg und in Westfalen, rd. 4,5 Mill. Mark, die der Gesellschaft von einigen Großaktionären leihweise zur "Verfügung gestellt worden seien. Diese Aktien müßten zurückerftattet werden. Der Weg, sie durch Ankauf an der Börse zu beschaffen, sei für die Gesellschaft ungangbar. Infolgedessen sollten sie nunmehr durch die Kapitalerhöhung beschafft werden. Rach längerer Aussprache wurden die Anträge der "Verwaltung genehmigt.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 17. Iuli. Tendenz freundlich. — Im heutigen Vormittagsverkehr waren die Aussichten für die Geschäftsentwicklung noch sehr trostlos, da sich die Spekulation auf mangelnde Aufträge stark reserviert verhielt. Zu Beginn der Börse wurde die Stimmung aber zuversichtlich und freundlich, da sich wieder erneutes Interesse für einige Spezialwerte einstellte. Dor allem soll das Ausland QKaterial aus dem Markt genommen haben. Das Geschäft konnte sich aber nur in Spezialitäten etwas reger entfalten. Auch zeigte die Kulisse hierauf einiges Deckungsbedürfnis. Das nicht mehr so knapp gehaltene Tagesgeld und die Entlastung des Reichsbankinstituts nach dem heute erschienenen Ausweis boten eine Anregung. Besondere Beachtung fand aber die weiter ansteigende Deckungsquote. Etwas mehr in den Vordergrund traten heute Elektrowerte. Führend waren hier Bergmann mit plus 3,5 Prozent. Siemens, Felten und AEG. gewannen bis zu 1,5 Prozent. Auch Elektrische Lieferungen waren nwch der gestrigen starken Abschwächung bevorzugter und 1,5 Proz. fester. Schlickert lagen vernachlässigt. Eine amtliche Rotiz kam vorläufig hier nicht zustande. Stark angeboten waren Glanzstoff mit minus 4 Proz. Olm Chemiemarkt lagen die Aktien etwas gedrückt. Am Montanmarkt waren noch Gelsenkirchen mit plus 1,5 Proz. und Klöckner mit plus 1 Proz. gefragt. Stahlverein plus 1,5 Proz. besonders rege gefragt. Schiffahrtswerte waren weiter gesucht und bis zu 1,5 Proz. gebessert. Am Dankenmarkt gaben Disconto-Gesell- schaft 1,5 Proz. nach. Sonst war hier das Ge- schäst wie an den übrigen Märkten bedeutungslos. Renten still. Ausländer zumeist etwas fester. Am Farvenmarkt war das Geschäft unbedeutend. Die Kurse blieben zumeist gut behauptet, nur Farben lagen erneut etwas leichter. Olm Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Proz. etwas mehr angeboten. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1963, gegen Pfund 20,363, London gegen Kabel 4.8510, gegen Paris 123,875, gegen Mailand 92,73, gegen Madrid 33,45, gegen Holland mit 12,0820 schwach.
Berliner Börse.
Berlin, 17. Iuli. Im allgemeinen entsprach die Eröffnung der heutigen Börse den Beobachtungen, die man im Vormittagsverkehr machen konnte: da Momente, die eine Anregung bieten können, nicht Vorlagen, mußte die börsentechnische Situation und ein eventueller Ordereingang bei der Kursentwicklung den Ausschlag geben. Daß im russisch, chinesischen Konflikt eine Beruhigung eingetreten ist, wurde kaum beachtet. Das Kursniveau neigte mehr zur Schwäche, und in den schweren Werten war Abgabeneigung festzustellen. QlmMon- tanmarft scheint ein gewisser Stillstand eingetreten zu sein. Das Geschäft war wesentlich kleiner als in den letzten Tagen, und einzelne Werte dieses Marktes (Essener Steinkohle, Hoesch, Ilse Bergbau und Rheag) verloren bis zu 3 Prozent.
Dafür konzentrierte sich aber die Aufmerksamkeit der Spekulation heute mehr auf den Elektro- markt, an dem für AEG. wieder Ausland- Interesse bestehen soll. Auch in Bergmann setzten sich die Käufe einer Großbank fort. Schifffahrtsaktien hatten lebhafteres Geschäft, wobei allerdings mehr als psychologisches Moment die Ausfahrt der „Bremen" und der damit wieder einsetzende Wettstreit Deutschlands um das „Blaue Band" mitgesprochen haben dürfte. Die schwereren Werte (Demberg, Glanzstoff, Polyphon usw.) ver- loren bis 5 Prozent. Auch Farben neigten weiter zur Schwäche. Deutsche Anleihen unverändert. Ausländer vollkommen geschäftslos. Anatolier zur Schwäche neigend. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Der Geldmarkt war unverändert angespannt. Tagesgeld 8,5 bis 10,5 Prozent, vereinzelt darunter bis 8 Prozent. Monatsgeld 9,5 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7,25 Proz. Diese neue Geldmarktsituation war auch de»' Grund, weshalb sich der gute Reichsbankausweis per 15 Iuli (Entlastung etwa 290 Millionen, Besserung der Deckung auf 46,8 bzw. 54,9 Proz.) zunächst nicht auswirken konnte. Erst im Cßetlaufe wurde es, vom Montan- und Elektromarkt ausgehend, freundlicher. Reichsbank konnten um weitere 2 Prozent anziehen. In Schiffahrtsaktien blieb das Geschäft lebhafter. Hapag gewannen 2,5 Prozent gegen Anfang. Kaliwerte waren 1,5 bis 3 Prozent höher. Die Rotiz für Otavi versteht sich heute exklusive Dividende. Auch im "Verlaufe lagen Kunstseidenwerte schwächer und etwa 1 Prozent niedriger, was auf die Hnlernehmungs- luft der anderen Märkte etwas abfärbte, so daß sich die erhöhten Preise nicht immer behaupten konnten.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 17. Iuli. Der Prv- duktenrnarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Die stark ermäßigten Auslandnotierungen verstimmten, so daß das Geschäft sehr klein blieb. Das Angebot nahm größeres Ausmaß an, auch waren die Forderungen bedeutend ermäßigt, doch erfuhren die Preise infolge der Hmsahlosigkeit keine Veränderung. Es wurden notiert: Roggen 22,75 Mark, Hafer (inl.) 23,25 bis 23,50, Mais (gelb, für Futterzwecke) 23,25, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 39 bis 41,25, Roggenmehl 31,25 bis 32, Weizenkleie 11,75 bis 12, Roggenkleie 13 Mk. — Tendenz: stetig.
B.rliner Produktenbörse.
Berlin, 16. Iuli. Die stürmische Hausse an den gestrigen überseeischen Terminmärkten, die ein selten gesehenes Ausmaß erreichte, und die im Einklang damit um mehr als einen Gulden per 100 Kilo erhöhten Cis Offerten für Auslandweizen bewirkten an der hiesigen Produktenbörse eine Fortsetzung der lehttägigen scharfen Preissteigerungen. Besonders kam dies im handelsrechtlichen Lieferungsgeschäft zum Ausdruck, wo die Iulisichten für Brotgetreide etwa 10 Mark fester einsehten, während die Herbstlieferungspreise infolge der etwas ruhigeren Liverpooler Meldungen die Dormittagsgewinne von etwa 8 Mark für Weizen und 6 Mark für Roggen nicht voll behaupten konnten, sondern 3 bis 5 Mk. fester einsehten. Inlandweizen neuer Ernte wird aus allen Produktionsgebieten reichlicher als in den letzten Tagen angeboten, Forderungen und Gebote gehen jedoch um etwa 5 Mark auseinander, so daß Abschlüsse schwer zustande kom- rroen. Roggen neuer Ernte wird infolge des großen Preisunterschiedes zwischen Weizen und Roggen weniger stark offeriert. Für prompt verladbaren Roggen kamen auf etwa 5 Mark höherem Preisniveau vereinzelt Hmsätze zustande.
Kunst und Wissenschaft.
Deutsche Ausgrabungstäligkell in Aegypten.
Der Wiederaufnahme der deutschen A u s g r a « bungstätigkeit in Aegypten ist durch eine Reise, die Professor Dr. Roeder, Direktor des Pelizaeus-Museums in Hildesheim im März und April 1929 ausgeführt hat, der Weg geebnet worden. Auf dieser Reise, zu der die Mittel von Freun- den der ägyptischen Archäologie aufgebracht wur- den, hat Professor Dr. Roeder im Delta und in Oberägypten je eine Ruinenstätte festgestellt, deren Freilegung eine antike Stadtanlage mit Tempeln, Straßen, Plätzen und Häusern zu ergeben verspricht. Die Stifter der Mittel haben sich nunmehr zu einem „Verein für Städteausgrabungen in Aegypten" zusammengeschlossen, dessen Vor- sitz zu übernehmen Staatssekretär Professor Dr. P o p i tz sich bereit erklärt fjat. Die Anträge auf Genehmigung der Grabungen sind von der ägyptischen Regierung in entgegenkommender Weise ausgenommen worden, und die Arbeiten sollen im nächsten Winter mit einem Stabe von Mitarbeitern begonnen werden, der alle in Frage kommenden Fachgebiete umfaßt.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.
Schluß- Kur»
Datum
16.7.
17.7.
16 7.
17 7.
5% »t. Reld)MnleÜ?e o. 1927 .
et Onl..8n>löf.-6d)utt mit Mui lof.-Sedjten
teSflU ohne Aueios.-Rechle
7% Frank,. Hyp^-Bk Soldps. un- kündbar bU 1939
V/i% Rheinische Hvv^Bank Stau Soldps.
ettt.®. abg. Borkrteg».Obligation., rückzahlbar 1939
67,25
85,5
79
87
—
67,5
50,9
10
51
10
4% Schweiz. BundeSb^SirU..
4% Ceflerrei<hi(d)t @olbrte.. .
4,20% Ceftert. Silberne. .
4% Oesterreich, dnbeiü. Rle
4% Ungarische Soldne.
4% Ungarische StaaUr. v. 1910
4%% belfll. von 1913
4% Ungarische Kronenrte..
4% TütL stollanleihe v. 1911 . .
4% Türkisch» Bagdadbahn-Anl.. Serie 1
4% bciflL Serie 11 . .
4% Rumänen convert Rte. . . .
4H% Rumänen ffiolbonl. von 1913
98 29,5 2,3 1,65 23,25
1,75 7,9
7,75 7,75
8,2
29,5 2,6
23,2
22,13 1,75 7,85
7,6 7,65
16,9
1 1 1 1 1 1 1 1 1 lill
«Dg. Deutliche ($1|enba6n . . Hamburg-Amerika Paket . . Hamb.-Südam. Damvstch. . Hansa Dampfschifs . .
Norddeutscher Lloyd . . . llklg. Deutsche Creditanü. . . Barmer Bankverein . .
Berliner HandelSgesellsch. . . xommcrz- und Prioat-Bank Darm ft. u. Nationalbank Deutsche Bank . •
Dirkoato-SeseMchast 8UU..
Dresdner Bank . . .
Mitteldeurich« Lrrdstdack . . vretalldanl........
keichrbank .......
4% . 8 . 6
10 . 8
10 10 12 11 12 10
10 10
. 9 . B
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281,5
172,75
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125,13
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157
162,5
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126,75
129
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173,4
157,75
162,5
315,13
124,75
169,5
117,9
127
129
215,5
185,75
280,5
172,75
157
162,5
317
Frankfurt a M.
Berlin
Schluß» Kure
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Schluß- Kure
Ansang» ftuti
Datum
16.7.
17-7-
16.7.
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Bergmann . . .
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Oeftt. Lieferungen. .
10
—
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Licht und Krasl . .
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139,25
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10
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Zellstoss Waldhos.....12
Zellstoss Aschaffenburg ... 12
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Dessauer Gai.......8
Daimler Motoren......0
Deutsche Maschinen-Fabrik . . 0
Adlerwerke Klever......5
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Rat. Automobil.......0
Orenstein 4 Koppel.....5
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Franks. Maschinen......6
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Gebr. Roeder.......io
Böig! 4 Haesfner......8
Südd. Zucker........8
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188
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55
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"noten
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110,4
197,5
55
56
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124,5
Berlin, 16. Juli
(Selb
Brief
Ämerikarnlche Noten ..... Bel-ftche Novm ........ Däntichc Noten........
Englische Roten...... .
4,172
58,30
11,43
20,29
4,192
58,54
111,87
20,37
Berlin, 16. Juli
Geld
Brief
Französische Noten.....
16,417
16,477
Holländische Noten......
168,03
168,71
Italienische Noten......
21,95
22,03
Norwegiiche Noten......
Deutfch-Oesterr., ä 100 Kronen
111,50
59,08
111,94
59,32
Rumänische Noten......
2,475
2,485
Schwedische Noten......
112,18
112,62
Schweizer Noten.......
80,68
81,00
Spanische Noten.......
60,53
60,77
Tschechoslowakische Noten . .
12,393
12,453
Ungarische Noten ...
72,87
73,17
Devisenmarkt Berlin
- Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
16. Juli
17. Jnli
Amtliche Notierung
Amtliche Noneruna
'»etd
Brte>
Geld
Brief
Amst-- Rott.
168,37
168,71
168,31
168,65
Bnen.-LtreS
1,760
1,764
1,758
1,762
Brff.-Antw-
58,255
58,375
58,24
58,36
Christiania.
111,75
111,97
111,69
111,91
K open Hagen
111,68
111,90
111,70
111,92
Stockholm -
112,40
112,62
112,38
112,60
Helimgfors.
10,535
10,555
10,535
10,555
Italien. . .
21,93
21,97
21,925
21,965
London. . .
20,335
20,375
20,337
20,377
Neupork . .
4,195
16,42
4,203
4,1925
4,2005
Paris....
16,46
16.415
16,455
Schwei» . .
80,64
80,80
80,625
80,785
Spanien .
60,76
60.88
60,81
60,93
Japan . . . Rio de Jan Dien in D^-
1,917
1,921
1,930
1,934
0,497
0,499
0,496
0,498
CtfL adgefi
59,035
59,155
59,025
59,145
Prag . . . . Belgrad . .
12,411
12,435
12,407
12,427
7,363
7,377
7,365
7,379
Budapest. .
73,10
73,24
73,075
73,215
Bulgarien .
3,027
3,033
3,032
3,033
Lissabon
18,75
18,79
18,73
18,77
Danzig. . . Konstantin.
81,35
2,018
81,51
2,022
81,29
2,023
81,45
2,027
Athen. .
5,42
5,43
5,425
5,435
Canada
4,168
4,176
4,165
4,173
Urnftuav. .
4,076
4,084
4,036
4,044
Lairo - -
20,855
20.905
20,86
20,90
ffranlfuri a. M.
Berlin
i'Uot- Kure
Sckftuh^Ansong
Kur» ! Kur»
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