Ausgabe 
17.7.1929
 
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Rudolph Stroh. ..Lill". Der Ro­man eines Sportmädchens. «August Scherl G. m. b. H. Berlin.) Ganzleinen 5,50 Mk. (144). Alle Arten des deutschen Sports in seiner strah­lenden Gesundheit und Lebensfrische, aber auch in seiner häufigen Einseitigkeit, leuchten in diesem Buche auf. Als Heldin steht im Mittelpunkt der spannenden HandlungLill", vor tausend anderen vom Schicksal bevorzugt, aus reichem Hause, flott, jung, hübsch, kerngesund an Seele und Leib, ein Sonntagskind modernsten Schlages und echt Ber­liner Mundart, aber das Herz auf dem rechten Fleck, ein Kind, das erst am Schluß des Romans ahnt, daß Leben kämpfen heißt. Kämpfen nicht nur in den Iugendgefilden des Sports, sondern immer und überall, von der Wiege bis zur Bahre. Hnd kämpfen um neuen Aufstieg, vor allem im heutigen Deutschland.

Erziehung und Llnterricht.

Einführung in die Rechtswissen­schaft. Don Professor Dr. Gustav Radbruch. 31.-40. Tausend. Gebunden 3,60 Mk. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. (285)_ Der Ver­fasser versteht es, die an sich spröde Materie so frisch uns lebensnah zu gestalten, daß die Lektüre des Merkchens auch für den Richt-Iuristen eine Fülle des Interessanten bietet. Manche aktuelle Fragen werden behandelt und dadurch in vielfa­cher Beziehung das Verständnis für juristische Dinge auch beim Laien geschärft und erweitert.

Neues Lesebuch für Berufsschulen, Ausgabe B für d i e weibliche Jugend. (Verlag Emil Roth, Gießen. In Ganzleinen ge­bunden 3 RM.) 219 Dieses vornehm aus­gestattete Buch wurde herausaegeben von Berufs­schullehrer Friedrich Adam, Gießen, Schulrat Karl Backes, Groß-Gerau, Berufsschullehrer I. Cro­ne n b o l d, Wörrstadt, Berufsschullehrer August Kinsberger, Berufsschullehrerin Gertrud K i n s- berg er, Stadtschulrat Joh. Lösch, sämtlich in Darmstadt, Berufsschullehrer Hans Michel, Darm­stadt, und Berufsschullehrer Eugen Neutz, Mainz. Es ist ausgestattct mit vier Federzeichnungen und einer Einbandzeichnung von der Künstlerin Margret Ertl-Wolfinger, München. Bei einer Durch­sicht des Inhalts dieses Werkes kann man die erfreu­liche Feststellung machen, daß hier den jugendlichen Leserinnen eine sehr lehrreiche Lektüre an die Hand gegeben wird. Sowohl auf literarischem Gebiete, wie auch in den kurzgefaßten Abhandlungen aus dem werktätigen Leben und in dem der Staatsbürger­kunde gewidmeten Teile ist von den Herausgebern mit größter Sorgfal" und gutem Geschmacks ausge­wählt worden, um der Heranwachsenden weiblichen Jugend geistig nicht mehr zuzumuten, als sie ver­arbeiten kann, aber ihr in diesem Rahmen doch das beste Lesematerial zu bieten. Die Herausgeber und der Verlag haben sich mit dem Erscheinen dieses Buches ein Verdienst um unsere Jugend erworben.

Bürgerkunde für die Hand des Be- rufsschülers. Von Rektor Schlechtweg, Neu-Isenburg. (Verlag Emil Roth, Gießen. Preis 0,80 RM.) 216 Das Heftchen macht feine Leser in sehr instruktiver Weise mit allem bekannt, was den Staat im engeren und weiteren Sinne betrifft. In geschickter und übersichtlicher Gruppierung ist der vielseitige Stoff behandelt, und dabei ist Bedacht dar­aus genommen worden, daß für den Heranwachsenden jungen Menschen die ganze Sachbehandlung leichtfaß­lich und einprägsam ist. Das Büchlein kann man als sehr wertvolles Mittel für den Unterricht in Staatsbürgerkunde nur empfehlen.

Verschiedenes.

Meyers Lexikon in 12 Bänden. Sie­bente, völlig neu bearbeitete Auslage. Heber 160 000 Artikel und Verweisungen auf etwa 21 000 Spalten Text mit rund 5000 Abbildungen, Kar­ten und Plänen im Text: dazu etwa 755 be­sondere Dildertafeln (darunter über 100 farbige) und 280 Kartenbeilagen und Stadtpläne sowie 200 Text und statistische Hebersichten. Band 10 (Rechnung bis Seefedern) in Halbleder gebunden 30 Mk. Verlag Bibliographisches Institut QL-®, in Leipzig. Die gewaltige wissenschaftliche und organisatorische Leistung, die dieses erste große Rachkriegslexikon darstellt, tritt nun immer deut­licher in Erscheinung. Wir können uns darauf beschränken, auf die wiederum ausgezeichneten, in inhaltlicher wie kartographischer Hinsicht voll­endeten Kartenbeigaben hinzuweisen und aus der reichhaltigen Zusammenstellung farbiger und schwarzer Bildbeilagen einige ihrem Thema nach besonders interessante Tafeln hervorzuheben: Reklamekunst, Schädlinge, Schlange, Schmetter­linge, zeitgemäße Sportbeilagen (Reitkunst, Re­kord, Rudersport, Rhythmische Gymnastik), zahl­reiche Tafeln aus dem Gebiet der Kunst, der Technik (Rundfunk, Schreibmaschine, Röntgen­technik). Olllein schon die Beilagen desGroßen Meyer" bilden den orbis pictus unserer Zeit.

Der Text dieses 10. Bandes, ebenso aktuell wie wissenschaftlich einwandfrei, lehrt wieder, wie sehr der Wissensstoff der Gegenwart angewachsen ist, und wie unerläßlich darum für-jeden der Be­sitz eines Lexikons ist.

Die Rechtsverhältnisse der Ge- meindebeamten im Volks st a a t Hessen.. Von Verwaltungsdirektor i. R. Ph. Schaefer. (Verlag Emil Roth, Gießen. Preis 2,80 RM., stark kartoniert.) 218 Der Verfasser hat das Gesetz über die Rechtsverhältnisse der lIemeindebeamten im Volksstaat Hessen vom 22. März 1929 unter Be­nutzung amtlicher Quellen, der Rechtsprechung und des Schrifttums für den praktischen Gebrauch er­läutert. Er hat seine Aufgabe in der Weise durch- geführt, daß er zu den verschiedenen Artikeln des Gesetzes die erläuternden Kommentare in Form von Fußnoten hinzugefügt hat. Dadurch ist dem Leser eine Klarheit und Uebersichtlichkeit des Stoffes ge­boten, die man als glücklich bezeichnen muß, weil sie eine rasche und bequeme Orientierung ermöglicht. Das Buch wird den interessierten Beamten ein zu­verlässiger Ratgeber sein.

1 235 Das sind Siel Ein charaktero­logisches Spiel. Rach der amerikanischen Fas­sung von Webster-Hopkins frei übertra­gen von Richard Wiener. 168 Seiten 8°. E. P. Tal & Co., Verlag, Leipzig, Wien 1929. (314) Ein origineller Zeitvertreib. Man macht es so: es sind fünfundzwanzig Fragen zu beant­worten: in fünf Gruppen zu fünf, für QUärmer und Frauen getrennt. Die Fragen lauten z. D.: Sehen Sie meistens Ihren Willen durch?" oder Erscheint Ihnen die Gestalt eines Casanova beneidenswert?" (für Männer);Wenn Sie nachts verdächtigen Lärm hören, stehen Sie auf, um nachzusehen, was die Hrsache ist?" oder QBeinen Sie im Theater?" (für Frauen). Ant­worten: entweder ja oder nein. Aus dem zahlen­mäßigen Verhältnis vonja" undnein ergibt sich eine Schlüsselzahl mit entsprechender Cha­rakterstudie. Manchmal ist es verblüffend, was man da zu lesen bekommt. Natürlich ist niemand verpflichtet, die Sache ernster zu nehmen, als sie ihm erscheint. Aber ein nettes Gesellschafts­spiel ist es, das auch allerlei Varianten gestattet. Ie mehr Personen, um so besser.

Wirtschaft.

Die Reichsbank Mitte Juli.

Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Iuli hat sich die gesamte Kapi­talanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der zweiten Iuliwoche um 290,3 Mill, auf 2680,9 Mill. Mk. ver­ringert. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 288,2 Mill, auf 2399,8 Mill. Mk., die Bestände an Reichsschahwechseln um 95,6 Mill, auf 14,8 Mill. Mk. abgenommen, während die Lombardbestände um 93,5 Mill, auf 173,4 Mill. Mk. angewachsen sind. Die Effekten­bestände sind mit 92,8 Mill. Mk. unverändert geblieben.

An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 282,3 Mill. Mark aus dem Qkr- kehr zurückgeflossen. Der Umlauf an Reichsbank­noten hat sich um 262,5 Mill, auf 4347,4 Mill. Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 19,8 Mill, auf 418,8 Mill. Mark verringert. Unter Berücksichtigung, daß in der Derichtswvche Ren­tenbankscheine in Höhe von 1,6 Mill. Mark ge­tilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 31,0 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 614,9 Mill. Mark eine Zunahme um 11,0 Mill. Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs­fähigen Devisen zusammen haben um 24,7 Mill, auf 2388,1 Mill. Mk., im einzelnen die Goldbestände um 41,7 Mill, auf 2036,2 Mill. Mark zugenommen, die Bestände an deckungs- fohigen Devisen um 17,0 Mill, auf 351,9 Mill. Mark abgenommen.

Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 43,3 Prozent in der Vorwoche auf 46,8 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 51,3 Prozent auf 54,9 Prozent.

*

* Baldur Pianofortefabrik A.-G., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung die­ser bekanntlich im Konkurs befindlichen Gesellschaft, in der nur ein Aktionär vertreten war, genehmigte die durch den Konkursverwalter erfolgte lieber- tragung des Geschäftsbetriebs, der Vorräte, Halb- und Fertigfabrikate, der Patente, Gebrauchsmuster und Warenzeichen der Baldur A.-G. auf die Phi­lipps A.-G., Frankfurt a. M. Gleichzeitig wurde ein Vertrag genehmigt, wonach sämtliche Firmenrechte der Gesellschaft auf die Philipps A.-G. übergehen. Dieser zweite Vertrag war notwendig, da die

girmenrechte nicht in die Konkursmasse fallen. Die Philipps A.-G. wird die Fabrikate der Baldur A.-G. unter deren Warenzeichen herstellen. Im übrigen wickelt sich das Konkursverfahren bei Bal­dur weiter ab; für die nicht bevorrechtigten Gläu­biger dürfte kaum eine Quote herauskommen. Die Höhe des von Philipps für die Übertragungen gezahlten Preises wurde nicht angegeben.

Mansfeld QI.-®, für Bergbau und Hüttenbetrieb, Eisleben. In der a. o. G.-D. vertraten 42 Aktionäre ein Stammkapital von 31,105 Mill. Mark. Ferner war das ge­samte Vorzugsaktienkapital von 375 000 Mark vertreten. Die Derfarnmlung hatte über die Er­höhung des Grundkapitals um 4,5 Mill. Mark durch Ausgabe von 4500 auf den Inhaber lau­tende Stammaktien von je 1000 Mark mit Ge­winnberechtigung ab 1. Ianuar 1930 zu be­schließen. Der Vorsitzende, Generaldirektor Dr. E. v. Schön, gab einleitend eine Begründung für die vorgeschlagene Kapitalerhöhung. Die Qkr- waltung schlage aus steuerlichen Gründen' die Dividendenberechtigung der neuen Olktien erst ab 1. Ianuar 1930 vor. Die Gesellschaft schulde aus drei Transaktionen, insbesondere aus der Fusion mit der Halleschen Pfännerschaft, den Qptions- erfordernissen aus der 3-Miil.-Dollar»Anleihe und der Interessennahme bei der A.-G. für Bergbau, Blei- und Zinkfabrikation zu Stolberg und in Westfalen, rd. 4,5 Mill. Mark, die der Gesellschaft von einigen Großaktionären leihweise zur "Verfügung gestellt worden seien. Diese Aktien müßten zurückerftattet werden. Der Weg, sie durch Ankauf an der Börse zu beschaffen, sei für die Gesellschaft ungangbar. Infolgedessen soll­ten sie nunmehr durch die Kapitalerhöhung be­schafft werden. Rach längerer Aussprache wur­den die Anträge der "Verwaltung genehmigt.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 17. Iuli. Tendenz freund­lich. Im heutigen Vormittagsverkehr waren die Aussichten für die Geschäftsentwicklung noch sehr trostlos, da sich die Spekulation auf man­gelnde Aufträge stark reserviert verhielt. Zu Beginn der Börse wurde die Stimmung aber zu­versichtlich und freundlich, da sich wieder erneutes Interesse für einige Spezialwerte einstellte. Dor allem soll das Ausland QKaterial aus dem Markt genommen haben. Das Geschäft konnte sich aber nur in Spezialitäten etwas reger entfalten. Auch zeigte die Kulisse hierauf einiges Deckungsbedürf­nis. Das nicht mehr so knapp gehaltene Tages­geld und die Entlastung des Reichsbankinstituts nach dem heute erschienenen Ausweis boten eine Anregung. Besondere Beachtung fand aber die weiter ansteigende Deckungsquote. Etwas mehr in den Vordergrund traten heute Elektrowerte. Führend waren hier Bergmann mit plus 3,5 Prozent. Siemens, Felten und AEG. gewannen bis zu 1,5 Prozent. Auch Elek­trische Lieferungen waren nwch der gestrigen starken Abschwächung bevorzugter und 1,5 Proz. fester. Schlickert lagen vernach­lässigt. Eine amtliche Rotiz kam vorläufig hier nicht zustande. Stark angeboten waren Glanzstoff mit minus 4 Proz. Olm Chemiemarkt lagen die Aktien etwas gedrückt. Am Montanmarkt waren noch Gelsenkirchen mit plus 1,5 Proz. und Klöckner mit plus 1 Proz. gefragt. Stahlverein plus 1,5 Proz. besonders rege gefragt. Schiffahrtswerte waren weiter gesucht und bis zu 1,5 Proz. ge­bessert. Am Dankenmarkt gaben Disconto-Gesell- schaft 1,5 Proz. nach. Sonst war hier das Ge- schäst wie an den übrigen Märkten bedeutungs­los. Renten still. Ausländer zumeist etwas fester. Am Farvenmarkt war das Geschäft unbedeutend. Die Kurse blieben zumeist gut behauptet, nur Farben lagen erneut etwas leichter. Olm Geld­markt war Tagesgeld mit 8 Proz. etwas mehr angeboten. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1963, gegen Pfund 20,363, Lon­don gegen Kabel 4.8510, gegen Paris 123,875, gegen Mailand 92,73, gegen Madrid 33,45, gegen Holland mit 12,0820 schwach.

Berliner Börse.

Berlin, 17. Iuli. Im allgemeinen entsprach die Eröffnung der heutigen Börse den Beobach­tungen, die man im Vormittagsverkehr machen konnte: da Momente, die eine Anregung bieten können, nicht Vorlagen, mußte die börsentechnische Situation und ein eventueller Ordereingang bei der Kursentwicklung den Ausschlag geben. Daß im russisch, chinesischen Konflikt eine Beruhigung eingetreten ist, wurde kaum be­achtet. Das Kursniveau neigte mehr zur Schwäche, und in den schweren Werten war Abgabeneigung festzustellen. QlmMon- tanmarft scheint ein gewisser Stillstand einge­treten zu sein. Das Geschäft war wesentlich kleiner als in den letzten Tagen, und einzelne Werte dieses Marktes (Essener Steinkohle, Hoesch, Ilse Bergbau und Rheag) verloren bis zu 3 Prozent.

Dafür konzentrierte sich aber die Aufmerksamkeit der Spekulation heute mehr auf den Elektro- markt, an dem für AEG. wieder Ausland- Interesse bestehen soll. Auch in Bergmann setzten sich die Käufe einer Großbank fort. Schiff­fahrtsaktien hatten lebhafteres Geschäft, wobei allerdings mehr als psychologisches Moment die Ausfahrt derBremen" und der damit wieder einsetzende Wettstreit Deutschlands um dasBlaue Band" mitgesprochen haben dürfte. Die schwereren Werte (Demberg, Glanzstoff, Polyphon usw.) ver- loren bis 5 Prozent. Auch Farben neigten weiter zur Schwäche. Deutsche Anleihen unverändert. Ausländer vollkommen geschäftslos. Anatolier zur Schwäche neigend. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Der Geldmarkt war unverändert angespannt. Tagesgeld 8,5 bis 10,5 Prozent, ver­einzelt darunter bis 8 Prozent. Monatsgeld 9,5 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7,25 Proz. Diese neue Geldmarktsituation war auch de»' Grund, weshalb sich der gute Reichsbankausweis per 15 Iuli (Entlastung etwa 290 Millionen, Besserung der Deckung auf 46,8 bzw. 54,9 Proz.) zunächst nicht auswirken konnte. Erst im Cßetlaufe wurde es, vom Montan- und Elektromarkt aus­gehend, freundlicher. Reichsbank konnten um wei­tere 2 Prozent anziehen. In Schiffahrtsaktien blieb das Geschäft lebhafter. Hapag gewannen 2,5 Prozent gegen Anfang. Kaliwerte waren 1,5 bis 3 Prozent höher. Die Rotiz für Otavi ver­steht sich heute exklusive Dividende. Auch im "Ver­laufe lagen Kunstseidenwerte schwächer und etwa 1 Prozent niedriger, was auf die Hnlernehmungs- luft der anderen Märkte etwas abfärbte, so daß sich die erhöhten Preise nicht immer behaupten konnten.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 17. Iuli. Der Prv- duktenrnarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Die stark ermäßigten Auslandnotierungen verstimm­ten, so daß das Geschäft sehr klein blieb. Das Angebot nahm größeres Ausmaß an, auch waren die Forderungen bedeutend ermäßigt, doch er­fuhren die Preise infolge der Hmsahlosigkeit keine Veränderung. Es wurden notiert: Roggen 22,75 Mark, Hafer (inl.) 23,25 bis 23,50, Mais (gelb, für Futterzwecke) 23,25, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 39 bis 41,25, Roggenmehl 31,25 bis 32, Weizenkleie 11,75 bis 12, Roggenkleie 13 Mk. Tendenz: stetig.

B.rliner Produktenbörse.

Berlin, 16. Iuli. Die stürmische Hausse an den gestrigen überseeischen Terminmärkten, die ein selten gesehenes Ausmaß erreichte, und die im Einklang damit um mehr als einen Gulden per 100 Kilo erhöhten Cis Offerten für Ausland­weizen bewirkten an der hiesigen Produktenbörse eine Fortsetzung der lehttägigen scharfen Preis­steigerungen. Besonders kam dies im handels­rechtlichen Lieferungsgeschäft zum Ausdruck, wo die Iulisichten für Brotgetreide etwa 10 Mark fester einsehten, während die Herbstlieferungs­preise infolge der etwas ruhigeren Liverpooler Meldungen die Dormittagsgewinne von etwa 8 Mark für Weizen und 6 Mark für Roggen nicht voll behaupten konnten, sondern 3 bis 5 Mk. fester einsehten. Inlandweizen neuer Ernte wird aus allen Produktionsgebieten reichlicher als in den letzten Tagen angeboten, Forderungen und Gebote gehen jedoch um etwa 5 Mark aus­einander, so daß Abschlüsse schwer zustande kom- rroen. Roggen neuer Ernte wird infolge des großen Preisunterschiedes zwischen Weizen und Roggen weniger stark offeriert. Für prompt ver­ladbaren Roggen kamen auf etwa 5 Mark höhe­rem Preisniveau vereinzelt Hmsätze zustande.

Kunst und Wissenschaft.

Deutsche Ausgrabungstäligkell in Aegypten.

Der Wiederaufnahme der deutschen A u s g r a « bungstätigkeit in Aegypten ist durch eine Reise, die Professor Dr. Roeder, Direktor des Pelizaeus-Museums in Hildesheim im März und April 1929 ausgeführt hat, der Weg geebnet wor­den. Auf dieser Reise, zu der die Mittel von Freun- den der ägyptischen Archäologie aufgebracht wur- den, hat Professor Dr. Roeder im Delta und in Oberägypten je eine Ruinenstätte festgestellt, deren Freilegung eine antike Stadtanlage mit Tempeln, Straßen, Plätzen und Häusern zu er­geben verspricht. Die Stifter der Mittel haben sich nunmehr zu einemVerein für Städteausgrabun­gen in Aegypten" zusammengeschlossen, dessen Vor- sitz zu übernehmen Staatssekretär Professor Dr. P o p i tz sich bereit erklärt fjat. Die Anträge auf Genehmigung der Grabungen sind von der ägyp­tischen Regierung in entgegenkommender Weise ausgenommen worden, und die Arbeiten sollen im nächsten Winter mit einem Stabe von Mitarbei­tern begonnen werden, der alle in Frage kommen­den Fachgebiete umfaßt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.

Schluß- Kur»

Datum

16.7.

17.7.

16 7.

17 7.

5% »t. Reld)MnleÜ?e o. 1927 .

et Onl..8n>löf.-6d)utt mit Mui lof.-Sedjten

teSflU ohne Aueios.-Rechle

7% Frank,. Hyp^-Bk Soldps. un- kündbar bU 1939

V/i% Rheinische Hvv^Bank Stau Soldps.

ettt.®. abg. Borkrteg».Obligation., rückzahlbar 1939

67,25

85,5

79

87

67,5

50,9

10

51

10

4% Schweiz. BundeSb^SirU..

4% Ceflerrei<hi(d)t @olbrte.. .

4,20% Ceftert. Silberne. .

4% Oesterreich, dnbeiü. Rle

4% Ungarische Soldne.

4% Ungarische StaaUr. v. 1910

4%% belfll. von 1913

4% Ungarische Kronenrte..

4% TütL stollanleihe v. 1911 . .

4% Türkisch» Bagdadbahn-Anl.. Serie 1

4% bciflL Serie 11 . .

4% Rumänen convert Rte. . . .

4H% Rumänen ffiolbonl. von 1913

98 29,5 2,3 1,65 23,25

1,75 7,9

7,75 7,75

8,2

29,5 2,6

23,2

22,13 1,75 7,85

7,6 7,65

16,9

1 1 1 1 1 1 1 1 1 lill

«Dg. Deutliche ($1|enba6n . . Hamburg-Amerika Paket . . Hamb.-Südam. Damvstch. . Hansa Dampfschifs . .

Norddeutscher Lloyd . . . llklg. Deutsche Creditanü. . . Barmer Bankverein . .

Berliner HandelSgesellsch. . . xommcrz- und Prioat-Bank Darm ft. u. Nationalbank Deutsche Bank .

Dirkoato-SeseMchast 8UU..

Dresdner Bank . . .

Mitteldeurich« Lrrdstdack . . vretalldanl........

keichrbank .......

4% . 8 . 6

10 . 8

10 10 12 11 12 10

10 10

. 9 . B

U

124

117

129,5

186,5

281,5

172,75

158,5

162,5

315,5

125,13

118

185,75

157

162,5

124,25 194 169

116,9

126,75

129

215,5 186,25 281,75

173,4

157,75

162,5

315,13

124,75

169,5

117,9

127

129

215,5

185,75

280,5

172,75

157

162,5

317

Frankfurt a M.

Berlin

Schluß» Kure

t-Uhr- Kure

Schluß- Kure

Ansang» ftuti

Datum

16.7.

17-7-

16.7.

17-7.

iLü.®. ...

. 8

197,25

198,25

196,9

198,5

Bergmann . . .

. 9

224,5

228

226

227

Oeftt. Lieferungen. .

10

156,5

155

156

Licht und Krasl . .

o >

10

214,5

214,5

215,65

215,75

Reiten 4 Guilleaume.

. 6

139

140

139,25

140,5

Ges. f. (Seift. Untern..

e e e

10

215,25

215

Hamb. Gleite. Werke .

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10

141

140

Rhein. Gleltt. . .

M M M

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152,25

Schies. Elekir. . . .

10

191

190,5

Schuckert ...

. 8

235,75

235,25

Element 4 HalLke . .

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12

396,75

395,25

395,5

TranLradio ...

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148

147,5

Lahmeyer »Co.. . .

10

171,5

170,75

SuberuJ......

. 6

78,5

78,25

_

Deutsche Gtböl . . .

. 6

120,25

120,4

119,6

Essener Steinkohle . .

e . .

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143,5

140,5

Gelsenkirchener . . .

i y»

9-4

141,5

143

141,75

142

Harpener......

. 6

150

150

149

Hoesch Eilen.....

. 8

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138,25

Ilse Bergbau ....

Älötfncrwcrtf ....

. . -

. 8

. 7

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115,5

116,25

215

116,25

212

115

Köln-Neuesten. . . .

. 9

136

135,25

Mannesmann ....

. 8

126,75

126,75

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Mansselder.....

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Lberschte!. Eiscnb. Bedarf. .

. b

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Oberschles. Kottwerke.

. . .

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_

110,5

110.25

Phönir Bergbau . . .

5S

109

109,5

108,75

108,25

Rheinische Braunkohlen. . .

10

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299,25

301

300,75

Rheinstahl . . . s. % Jahr Riebeck Montan......

4 y»

7,2

131,5

131,75

131,75

130,25

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117,4

64,75

238,5

Bereinigte Siahlw. .

. 6

117,25

68

118,75

117

68,25

Kali «icheriteben . .

10

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_

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10

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403

Kaliwerk Salzdetfurth

15

403

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9- ®. Farben.Industrie Dynamit Nobel . . .

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Goldschmidt ....

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MetallgeseUschaft. . ,

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11

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127

Frankfun a M

Berlin

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1 Uhr Kurs

Schlutz- Kurs

Anfang

Kurs

Datum

16.7.

17. 7.

16.7.

17-7.

Philipp Holzmann.......

Heidelberger Cement .... 10

Gement Karlstadt......8

Wayß 4 Freitag ...... 10

Schultheiß D atzen Hofer ... 15

Ostwerke.........12

Bcr. Glanzstoss......18

Bemberg ........ 14

Zellstoss Waldhos.....12

Zellstoss Aschaffenburg ... 12

(Charlottenburger Wasser ... 7

Dessauer Gai.......8

Daimler Motoren......0

Deutsche Maschinen-Fabrik . . 0

Adlerwerke Klever......5

Ludw. Sterne.......10

Rat. Automobil.......0

Orenstein 4 Koppel.....5

Leonhard Dietz.......6

Bamag-Menuin.......O

Franks. Maschinen......6

Gritzner.........U

Heyligenstaedt.......v

Lechwerke. ........b

Mainkrastwerke.......8

Miag...........10

Rekars ulmer........8

Peters Union........8

Gebr. Roeder.......io

Böig! 4 Haesfner......8

Südd. Zucker........8

_____________Sani

112

135,5

188

98,5

410

245,5 161

55

50

57

70

62

105,75

105,13

124

119,5 114

220

150,25

"noten

IllllllllllSlllllllllllllgllSIII

112

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161 111,75 196,75

55,25

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121

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243,5

110,4

197,5

55

56

50

23,5

93,13

124,5

Berlin, 16. Juli

(Selb

Brief

Ämerikarnlche Noten ..... Bel-ftche Novm ........ Däntichc Noten........

Englische Roten...... .

4,172

58,30

11,43

20,29

4,192

58,54

111,87

20,37

Berlin, 16. Juli

Geld

Brief

Französische Noten.....

16,417

16,477

Holländische Noten......

168,03

168,71

Italienische Noten......

21,95

22,03

Norwegiiche Noten......

Deutfch-Oesterr., ä 100 Kronen

111,50

59,08

111,94

59,32

Rumänische Noten......

2,475

2,485

Schwedische Noten......

112,18

112,62

Schweizer Noten.......

80,68

81,00

Spanische Noten.......

60,53

60,77

Tschechoslowakische Noten . .

12,393

12,453

Ungarische Noten ...

72,87

73,17

Devisenmarkt Berlin

- Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

16. Juli

17. Jnli

Amtliche Notierung

Amtliche Noneruna

'»etd

Brte>

Geld

Brief

Amst-- Rott.

168,37

168,71

168,31

168,65

Bnen.-LtreS

1,760

1,764

1,758

1,762

Brff.-Antw-

58,255

58,375

58,24

58,36

Christiania.

111,75

111,97

111,69

111,91

K open Hagen

111,68

111,90

111,70

111,92

Stockholm -

112,40

112,62

112,38

112,60

Helimgfors.

10,535

10,555

10,535

10,555

Italien. . .

21,93

21,97

21,925

21,965

London. . .

20,335

20,375

20,337

20,377

Neupork . .

4,195

16,42

4,203

4,1925

4,2005

Paris....

16,46

16.415

16,455

Schwei» . .

80,64

80,80

80,625

80,785

Spanien .

60,76

60.88

60,81

60,93

Japan . . . Rio de Jan Dien in D^-

1,917

1,921

1,930

1,934

0,497

0,499

0,496

0,498

CtfL adgefi

59,035

59,155

59,025

59,145

Prag . . . . Belgrad . .

12,411

12,435

12,407

12,427

7,363

7,377

7,365

7,379

Budapest. .

73,10

73,24

73,075

73,215

Bulgarien .

3,027

3,033

3,032

3,033

Lissabon

18,75

18,79

18,73

18,77

Danzig. . . Konstantin.

81,35

2,018

81,51

2,022

81,29

2,023

81,45

2,027

Athen. .

5,42

5,43

5,425

5,435

Canada

4,168

4,176

4,165

4,173

Urnftuav. .

4,076

4,084

4,036

4,044

Lairo - -

20,855

20.905

20,86

20,90

ffranlfuri a. M.

Berlin

i'Uot- Kure

Sckftuh^Ansong

Kur» ! Kur»

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