Mädchen: Irmgard Schäfer 57 P.. 2Dnna Leidich und Hilde Dender 44Vz P., Hilde Isheim 43 P., Luise Leid rch 41V, P- Gerhard Dender und Irmgard Schäfer erhalten die Ehrenurkunde des Reichspräsidenten
4- Grünberg. 16. Iuli. In der lungsten Gemeinderatssitzung unter dem Vorsitz deS Beigeordneten Keller waren 10 Gemelnde- räte anwesend. Die Firma August Schäfer. Hungen welche das Kiefernstammholz von der Stadt gekauft hat, und zwar zu einem viel spateren Zeitpunkte, als sonst Holzkäufe getätigt werden bittet mit Rücksicht darauf um eine Verlegung der Fälligkeit des Restkaufgeldes vom 11 Rovember 1929 auf den 1. März 1930. Der Gemeindcrat beschlicht als Termin für das Rest- kaufgeld den 1. Februar 1930. — In der bis zum Reubau der Reuapostolischen Gemeinde verlängerten Dismarckstraße hat die Firma K. D o ck im vorigen Iahre in einer Länge von rund 50 Meter den Straßenbau auf eigene Kosten her- gestellt, um ihr Baumaterial anfahren zu können. Sie bittet um Uebernahme dieses Stückes und Ersah der Kosten. Rach einem bauamtlichen Gutachten kann der Teil, der in die Fahr- bahn fällt, das sind 128 Quadratmeter, zu einem Preis von 320 Mk. übernommen werden. Vor der Beschlußfassung will der Gemeinderat eine Ortsbesichtigung vornehmen, um sich über den Zustand des Straßenbaues zu überzeugen. — Eine sehr ausgedehnte, zum Teil erregte Aussprache entspinnt sich bei der Frage der Aufhebung der westlich der Dismarckstraße geplanten Verlängerung der Diebsturm- st r a ß e. Hierzu liegt eine Beschwerde des Gewerbelehrers Kröhle vor, der an dieser, im Ortsbauplan vorgesehenen Straße einen Bauplatz erworben hat und dessen Baugesuch vor einiger Zeit abgelehnt wurde, während eine Eingabe der Mittelstandsvereinigung die Aushebung der Straße wünscht. Ein Gutachten des Hochbauamts überläßt die Entscheidung dem Gemeinderat. Die Abstimmung ist geheim und ergibt Ablehnung der Aufhebung mit sechs gegen drei Stimmen. Zwei Gemeinderäte, die durch verwandtschaftliche Beziehungen in der Sache in- teressiert sind, können nach § 107 der Landgemeindeordnung an der Abstimmung nicht teilnehmen. — Von Interesse war, daß gelegentlich der Aussprache der Beigeordnete mitteilen konnte, daß für größere Wohnungen hier keine Wohnungsnot mehr bestehe, da ihm zwei größere Wohnungen als leer gemeldet sind, für die zur Zeit keine Mieter vorhanden sind.
Kreis Friedberg.
WSN. Friedberg, 16. Juli. Seit einigen Tagen macht sich in der Wetter bei Bruchenbrücken wieder ein großes F i s ch st e r b e n bemerkbar. Dies ist um so bedauerlicher, als eine Frankfurter Fischgesellschaft durch Aussetzung neuer iS tut den Fischbestand zu mehren versuchte. Auf dem verseuchten Wasser treiben große Fische, besonders Karpfen, verendet umher. Es wäre zu wünschen, daß die maßgebenden Stellen diesem Massensterben energisch nachgingen.
WSN. Holzhausen v. d. 5)., 16. Juli. Unsere Gemeinde, die im Besitze einer Mineralquelle ist, beabsichtigt, diese wirtschaftlich auszunutzen. Das Untersuchungsergebnis lautet, daß die Ausschüttung der Quelle als Tafelwasser geeignet ist. Man denkt nunmehr daran, die Quelle zu verpachten.
Kreis Büdingen.
A Nidda, 16.Juli. Seit 25 Jahren verwaltete Ludwig Weber dahier den städtischen'Faselstall und hat stets die Anerkennung der maßgebenden Stellen für sorgfältige Pflege und Unterhaltung der Faseltiere gefunden. Auf Antrag des Kreisziegenzuchtvereins Büdingen und des Ausschusses der Landwirtschastskammer für Oberhessen erhielt nun Faselwärter Weber für seine musterhafte Pflege der Zuchtziegenböcke auf der Hauptversammlung des Verbandes deutscher Ziegenzuchtoereinigungen in Oldenburg die vergoldete Reichs-
Oberheffen
Am vorigen Sonntag veranstaltete das Hapag- Reisebureau S. Loeb in Gießen seine zweite volkstümlic.)e Rheinfahrt in diesem Jahre. Hatte die erste Fahrt vor drei Wochen einem Besuche des Rheins auf der Strecke von Mainz bis Koblenz gegolten, so war die Fahrt am vorigen Sonntag der Rhein-Anschlußstrecke von Koblenz bis Königswinter gewidmet.
Bei prächtigstem Sonnenschein und tiefblauem Himmel wanderte man am Sonntag früh in der siebten Stunde zum Bahnhof, um von hier aus wenige Minuten nach 7 Uhr mittels Sonderzugs die Fahrt anzutreten, an der etwa 400 Personen teilnahmen. Schon die Bahnfahrt war ein köstlicher Genuß. Bei lochendem Sonnenschein ging es hinein in das wunderbare Lahntal mit seinem zwischen Weilburg und Bad Ems so romantischen Bergland. Bei jeder Kurve der Bahnstrecke, die hier den Flußlauf entlang sich durch die Berge schlängelt und dabei nicht weniger als 18 Tunnels passieren muß, hatte man ein stets wechselndes, außerordentlich reizvolles Landschaftsbild vor sich. Dazu kamen die blitzblanken Städtchen und Dörfer, die sich so lieblich in den Kranz der Lahnberge einschmiegen, ferner die reine Flut des Flusses in den saftig grünenden Wiesen und am Fuße der wohlgepflegten, den Berg hinanstrebenden Waldungen.
In Koblenz angelangt wurde mit mehreren großen Gesellschaftsautos die Fahrt vorn Bahnhof durch die Stadt nach der Anlegestelle des Dampfers angetreten, und gegen zehn Ahr begann dann auf dem wundervollen Schiff „L o - h e n g ri n" der Köln-Düsseldorfer Dampfschiff- fahrtsgesellschaft die Rheinreise stromabwärts nach Königswinter. Auch auf diesem Teile der Fahrt konnten alle Teilnehmer eine Fülle des Schönen und Sehenswerten in sich aufnehmen. Vorbei ging es an den bergigen und bewaldeten Ausläufern des Westerwaldes, dann kamen zur Linken die bis an den Rheinstrom heran- rückenden Gebirgsformationen der Eifel, während gleichzeitig zur Rechten das Sieben- g e bi r g e sich erhob. Entzückende Bilder Boten sich hier den Augen der begeisterten Ausflügler dar. Reizvoll war auch der Blick über die schmucken Städtchen und Dörfer dieser gesegneten Rheinlandschaft. Ebenso interessierte der Anblick bcd großartigen Schiffahrtsbetriebes auf diesem gewaltigen deutschen Strome. Immer wieder hatte das Auge etwas Reues und Schönes zu schauen. Daneben kam abefr auch die Unterhaltung anderer guter Art nicht zu kurz. Die Veranstalterin der Fahrt hatte für zwei Musik
verbandsmedaille. — In der Nähe unserer Stadt an der Gänseweide seit einigen Tagen lagernde Zigeuner gerieten am Sonntagabend untereinander in Streit, so daß die hiesige Gendarmerie einschreiten und die Kämpfenden mit Gummiknüppeln auseinandertreiben mußte. Die Männer gaben sich als Pferdehändler aus. Frauen und Kinder betteln. Auch Kartenschlägerinnen sind dabei. Wegen unbefugten Fischens jüngerer Zigeuner schritt gestern die Polizei ein.
Kreis Schotten.
x Schotten, 16.Juli. Aus dem Gemeinde- rat. Mit dem Bau einer Erweiterung des Krankenhauses, Anlage einer elektrisch betriebenen Waschmaschine, beschäftigte sich der Gemeinderat und genehmigte die vom Hochbauamt Schollen vorgelegten Pläne. In dem Nebengebäude sind eine Garage, Raum für Desinfektion, Waschküche, Plättstube, Krankenzimmer für Jnfektions- kranke, Tagesräume, Teeküche u. dgl. vorgesehen. Das städtische Krankenhaus ist dauernd sehr gut belegt, die erste Halbjahresabrechnung schließt günstig ab. Mit dem Bau der Nebengebäude soll sofort begonnen werden, die Ausschachtung ist soweit schon beendet. Die neuen Krankenräume erhalten große
am Mein.
kapellen gesorgt, die in unermüdlicher, sehr anerkennenswerter Weise musizierten! weiterhin konnte man dem Gesang von Rheinliedern eines der Musiker lauschen: und wenn das noch nicht genügte, ertönte der gemeinsame Gesang bekannter Volksweisen vom Rhein über den Strom hinweg. In angeregtester Stimmung wurde gegen 12.30 Ahr Königswinter erreicht. Hier hatte man etwa drei Stunden Zeit, um auf den Drachenfels zu gehen oder zu fahren, und von dort den wundervollen Blick auf das herrliche Landschaftsbild zu genießen. Bei dem auher- orBcntlid) klaren Wetter konnte man über Godesberg und Bonn hinweg, weit um Horizont die Türme des Kölner Domes erblicken, daneben sah man unmittelbar zu seinen Füßen das herrliche Siebengebirge, ein Bild, das sich für immer eindrucksvoll in die Seele einprägte.
Gegen 15.20 Uhr erfolgte bann, wiederum auf dem vortrefflich eingerichteten und sehr bequemen Dampfer „Lohengri n", die Rückfahrt von Königswinter nach Koblenz, stets begleitet von schönstem Sommerwetter. Mit einiger Verspätung langte die große Reisegesellschaft gegen 19.30 Uhr in Koblenz wieder an, von wo aus bann um 20.15 Uhr die Rückfahrt mittels Sonderzuges nach Gießen auf der am frühen Vormittag passierten Strecke erfolgte.
Wiederum Halle das Hapag-Reisebureau den Fahrtteilnehmern einen außerordentlich genußreichen Sonntag verschafft. Mit Anerkennung verdient hier noch vermerkt zu werden, daß der Verkehrsverein Königswinter den Beamten seines Bureaus zur Beratung und Bedienung der Reisegesellschaft bis nach Koblenz entgegengesandt hatte und dadurch schon auf der Hinfahrt allen Teilnehmern Gelegenheit geboten war, sich über alle Fragen des Besuches in Königswinter eingehend Aufschluß zu verschaffen. Bei der Ankunft in Königswinter wurde die Reisegesellschaft von Herrn König, Vorstandsmitglied des Verkehrs- Vereins Königswinter, empfangen, der es sich ebenfalls angelegen fein ließ, sich um die Gäste aus Oberhessen fürsorglich zu bemühen. Wenn diese Fahrten natürlich in erster Linie Vergnügungszwecken dienen, so sind sie doch auch in hohem Maße geeignet, bei allen Teilnehmern eine tiefere Kenntnis unserer schönen deutschen H e i ma t zu verbreiten und dadurch fördernd auf die Liebe zu ihr einzuwirken. Aus diesem Grunde verdienen diese Veranstaltungen der volkstümlichen Rheinfahrten volle Unterstützung zum Nutzen aller Beteiligten.
Veranden in sehr schöner, sonniger Lage. Den für das Krankenhaus aufgestellten Voranschlag über das laufende Jahr von 30 000 bis 40 000 Mark nahm der Gemeinderat unbeanstandet an. Ebenso erfolgte ohne Debatte die Annahme des aufgestellten städtischen Voranschlages in Einnahme und Ausgabe von 380 000 Mark. Die Gemeindeumlagen mußten im Hinblick auf die durch den Bau des Krankenhauses bedingten höheren Kosten um 10 000 Mark erhöht werden, sie betragen für das Rechnungsjahr 50 000 Mark. Die Einnahme aus Miete in den städtischen Häusern beläuft sich auf etwa 12 000 Mark, der Stadtwald hat 25 000 Mark eingebracht, die Grundstücksverpachtung über 9000 Mark. An Wassergeld gehen etwa 14 000 Mark ein. Den Einnahmen stehen anderseits hohe Ausgaben gegenüber, besonders auf dem Gebiete der Straßen- und Wegeunterhaltung über 12 000 Mark, Schulen etwa 21 000 Mark, Forstverwaltung, allgemeine Verwaltung 24 000 Mark u. a. m. An Steuerausschlagsätzen hat der Gemeinderat bestimmt: 42 Pf. pro 100 Mark Steuerwert der land- und forstwirtschaftlichen Grundstücke, 21 Pf. für Bauplätze, 56 Psi gewerbliches Betriebskapital, 240 gewerblicher Ertrag, 34 Pf. Sondersteuer. Der evangelischen Kirchengetneinde bewil-
UWWUWWMM.
Roman von Edgar Wallace.
29 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Der nächste Tag brachte keine neuen Entwicklungen. Die Polizei hatte noch einmal die Wäscherei durchsucht und doch noch einen, Raum entdeckt, der oberhalb des Zimmers lag, in dem Diana eingeschlossen gewesen war. Es war ein winzig kleiner Raum im Dachgeschoß, der Spuren von Benutzung zeigte, aber von den Beamten leer auf gefunden wurde.
Larry verwünschte sich selbst, daß er seine erste Durchsuchung des Grundstücks nicht sorgfältiger durchgeführt hatte. Er war aber so erleichtert gewesen, als man Diana wiedergefunden hatte, und war darum nicht so gründlich vorgegangen, wie er es hätte tun müssen.
Zwei Menschen wünschte er vor allen Dingen zu finden. Erstens den Mann, dem der kleine Finger der linken Hand fehlte, jene rätselhafte Person, die sich einen Tag vor ihm in Beverley Manor nach Mrs. Stuart erkundigt hatte. And zweitens Emma, die geheimnisvolle Aufwärterin. Er fühlte in seinem Innersten, daß Emma den Schlüssel zu allen diesen unbegreiflichen Rätseln in Händen hatte.
„Ich werde es mir nie verzeihen," sagte er zu Diana, „toenn dieser Frau etwas zustöht."
„Sie brauchen nicht zu befürchten." sagte sie kopfschüttelnd, „baß sie ihr ein Leid zufügen werden. Ihr Leben ist viel zu kostbar für die Bande, uni) ich werde ganz genau wissen, wann die eigentliche Gefahr für sie beginnt."
„Sie?" rief er überrascht. „Wirklich, Diana, manchmal sind Sie mir direkt unheimlich."
Sie lachte und lieh ihre Schreibmaschine emsig klappern.
„ Flimmer Fred ist noch nicht zur Besinnung gekommen," erzählte er ihr, „aber die Aussichten dasür sind nicht ungünstig. Der Doktor sagt, daß kein Schädelbruch vorliegt und daß der Druck auf das Gehirn, der ihn noch besinnungslos Bält; nachlassen wird."
„Wo liegt er denn?"
„3m St. Mary-Hospital", erwiderte Larry. „Ich habe ihn in ein Privakimmer legen lassen mit einem Mann als Wache. Richt, weil ich befürchte, der arme Fred konnte entwischen," fügte er lächelnd hinzu, „sondern weil es einige Leute in London gibt, denen außerordentlich viel daran liegt, daß er entwischt, aber nur auf eine Weise, die ihnen selbst vollkommene Sicherheit garantiert —'
Sie brauchte nicht zu fragen, was er damit meinte. Larry legte den Fäerhalter weg, den
er in der Hand hielt, obgleich er sehr wenig geschrieben hatte.
„Es wäre keine schlechte Idee, wenn wir nach St. Mary fahren und uns an der Quelle erkundigen würden, wie es ihm geht.— Wollen Sie nicht mitkommen?"
Als sie sich vor dem zehn Zenttmeter breiten und ebenso hohen Spiegel, den sie nach dem Präsidium importiert hatte, den Hut aufsetzte, fragte sie, ohne freu Kopf nach ihm umzudrehen:
„Was beabsichtigen Sie mit Dearborn zu machen?"
Er strich nachdenklich sein Kinn.
„Im Augenblick weiß ich wirklich nicht, was ich machen soll. Es ist schließlich kein Verbrechen, wenn ein Mann behauptet, er wäre blind und ist es nicht. And übrigens hat er vielleicht noch genügend Sehkraft, um Ihre Hand gesehen zu haben. Vielleicht gibt es noch ein Dutzend anderer Erklärungen. Er konnte ja seine Hand auch ganz mechanisch, instinkttv erhoben haben."
Sie nickte.
„Cs ist möglich," versetzte sie ruhig, „aber et lächelte doch auch, als ich ihm zulächelte."
„Wer würde das nicht tun?" sagte Larry verliebt.
In dem Bureau des Chefarztes von St. March trafen sie den Chirurgen, der diesen Fall in Händen hatte.
„Sie kommen wie gerufen", meinte er. „Ihr Schützling ist gerade wieder zur Besinnung gekommen."
„Dars er sprechen?" fragte Larry eifrig.
„Ich denke, ja. Aus jeden Fall sehe ich keinen Grund, warum er nicht sprechen dürfte, wenn die dringende Rotwendigkeit dazu vorliegt. Er ist begreiflicherweise sehr schwach, und unter gewöhnlichen Amständen würde ich keine Erlaubnis geben, ihn zu — vernehmen. Ich gehe in meiner Annahme wohl nicht fehl, daß es sich um eine besondere polizeiliche Recherche handelt."
„Allerdings", sagte Larry grimmig.
Der Arzt führte sie nach dem Krankenzimmer, an dessen Tür das junge Mädchen zögernd stehen blieb.
„Soll ich mit hineinkommen?" fragte sie.
„Ihre Gegenwart ist sehr notwendig," sagte Larry, „und wenn auch nur in professioneller Eigenschaft. Haben Sie Ihr Stenvgrammheft bei sich?"
Sie nickte, und beide betraten das Zimmer, in dem Fred Grogan lag. Sein Kopf war ganz verbunden, sein Gesicht war blaß und verzerrt, aber seine Augen leuchteten auf, als er Larry erblickte.
„Ich hätte es niemals für möglich gehalten, mich auf Ihren Besuch zu freuen", sagte er. »Aber vor allen Dingen, Inspektor," feine
Stimme klang sehr ernst, „müssen Sie die Frau aus dem Kesselhaus herausholen."
„Die Frau im Kesselhaus?" fragte Larry schnell. „Was meinen Sie damit?"
„Das Kindermädchen. Die Amme von Clarifsa," war die verblüffende Antwort, „und wer Clarissa eigentlich ist, mag der Teufel wissen."
„Ieht werde ich Ihnen die reine Wahrheit erzählen", begann Fred und setzte sich im Bett zurecht. „Ich will nicht sagen, daß ich keine Lüge erzählen könnte — ich glaube, Rapoleon soll das gesagt haben, aber davon war ich nie überzeugt."
„Der Ausspruch ist in derselben Periode gefallen, aber von einem anderen Mann", sagte Larry lächelnd: „aber zerbrechen Sie sich nicht den Kopf über historifche Begebenheiten. Ich möchte, daß Sie die ganze Geschichte hier so schnell wie möglich vom Herzen hrrunterreden."
„In meiner freien Zeit habe ich 'ne ganze Masse gelesen", sagte der Verwundete nachdenklich. „Historische Bücher und erstklassige Romane — es gibt im Portland-Gefängnis eine sehr gute Bibliothek, die ist aber nicht ganz so gut wie die Bücher, die man im Wormwood-Scrubs-Ge-- fängnis zu lesen bekommt. Das hat ja auch nichts mit der Sache zu tun. Ich werde Ihnen jedenfalls die Wahrheit erzählen, Mr. Holt. Das beste ist, ich fange von vorne an, und ich muh mich da in ein schlechtes Licht setzen, aber Sie müssen eben eine ganze Masse, was ich Ihnen hier zähle, bergen en, weil ich sonst in den Verdacht kommen könnte, nicht ganz ehrlich zu sein."
„Der Gedanke, daß sich eine derartige Meinung über Sie verbreiten könnte, wäre mir unerträglich", sagte Larry, aber ohne zu lächeln, „und ich kann Ihnen die Zusicherung geben, daß sämtliche Einzelheiten, die sich nicht direkt auf den Mord Gvrdon Stuarts beziehen, in diskretester Weise vergessen werden."
„FamosI" sagte Fred sichtlich erleichtert. „Also. Die ganze Geschichte beginnt vor ungefähr vier oder fünf Jahren in Montpellier. Kennen Sie vielleicht Montpellier?"
„Sehr gut", sagte Larry. „Sie können also alle topographischen Einzelheiten auslassen. Ich kenne die Stadt vom Coq d'Or bis zum Palais."
28
„Ich war gerade in Montpellier," begann Fred, „sah mir die Gegend an und amüsierte mich ein bißchen, bis ich so langsam in einen Spielklub hineinkam, der still und leise von einem Mann namens Floquart geleitet wurde. Gespielt wurde Bakkarat, und ich habe immer viel Glück beim Bakkarat, namentlich wenn ich gut Freund mit dem Geber bin. Diesmal aber war ich mit dem Geber nur .oberflächlich be*
ligte der Oemeinberat für Me W l ehe rherstkl» lung des Innern der Stadtkirche den Betrag von 3000 Mark. Das Kircheninnere ist in wunderbarer Weise restauriert worden. Die Einweihung der neuhergestellten Kirche wird in vierzehn Tagen stattfinden.
* Eichelsdorf, 16. Iuli. Am Sonntag fand hier der Kreisfeuerwehrtag deS Verbandes der Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Schotten statt, der 14 Wehren mit 1080 Mitgliedern umfaßt, wozu auch die Pflichtfeuerwehren geladen waren, die zum größten Teile vertreten waren. Im Möserschen Saale wurde der geschäftliche Teil unter dem Vorsitz des Verbandsvorsitzenden Stang, Schotten, erledigt. Kreisdirektor Dr. I a n n und Regierungsrat Dr. Helmreich vom Kreisamt Schotten, sowie Kreisfeuerwehrinspektor Eberheim. Schotten, nahmen an den Verhandlungen teil. Der Vorstand des Kreisverbandes wurde einstimmig wiedergewählt. Der Bezirkstag 1930 findet in Ober-Seibertenrod statt, den Bezirkstag 1931 erhält Götzen, den Kreisfeuerwehrtag 1931 Laubach. Ein Brandangriff der Frw. Feuerwehr Eichelsdorf, an dem die Frw. Feuerwehr Schotten mit Motorspritze und mechanischer Leiter teilnahm, zeigte zwei gut geschulte Wehren in glänzender Zusammenarbeit. Rach Abschluß.der Tagesarbeit verbrachten die Feuerwehrleute noch einige gemütliche Stunden im Versammlungslokal. Ein Konzert der Feuerwehrkapelle Eichelsdorf unter Leitung ihres tüchtigen Kapellmeisters A. Spangenberger fand starken Beifall.
ld. Aus dem ob. Vogelsberg, 16. Iuli. Wenn auch das Rehwild nunmehr an Wildbret gut geworden ist, ist es doch kaum einem Jäger gelungen, einen wirklich guten Bock zu erlegen. Als Folge des ungemein strengen Winters 1928/29 ist eine dürftige Gehörnbildung zu verzeichnen. Auch die Rehkitze scheinen wenig zahlreich zu sein und zeigen in ihrer körperlichen Entwicklung deutlich die Folgen des Rotwinters, die sich noch auf Jahre hinaus bemerkbar machen werden und nur durch eine sorgsame Hege bet Rehbestände ausgeglichen werden können.
± Groß-Eichen, 16. Juli. Am Sonntagabend hatte sich der hiesige Turnverein sehr zahlreich im Saale von G. Faust zu einer außerordentlichen Generalversammlung versammelt. Der Vorsitzende, Lehrer Bopf, begrüßte zunächst die erschienenen Turner und Turnerinnen. Hauptpunkt der Tages- ordnung bildete das in diesem Jahre abzuhaltende Schauturnen. Es soll nun am 18. August auf dem Turnplatz abgehalten werden.
Starkenburg.
WSR. König (Odenwald), 16. Iuli. Die diesjährige Heidelbeerernte ist mit einem guten Ertrage in vollem Gange. Während die Händler anfangs das Pfund mit 30 Pfennig bezahlten, sind in den letzten Tagen die Preise um die Hälfte zurückgegangen, weil bei dem starken Angebot, das durch die schulfreien Kinder, die jetzt mitsammeln, eingetreten ist, genügend Ware an den Markt kommt.
Preußen.
Kreis Limburg.
WSR. Limburg, 16. Juli. Auf der Straße von Rennerod nach Mademühlen ereignete sich heute ein schwerer Motorradunfall, der ein Menschenleben forderte. Der 23jährige Motorradfahrer Kroppach aus Rehe jagte im etwa 60- bis 70-Kilometer-Tempo die Straße entlang, als aus einem Feldweg ein Heuwagen einbog. Bei dem Versuch auszuweichen, rannte Kroppach gegen einen Chausseestein. Während Kroppach nur leichtere Verletzungen erlitt, wurde seine Mitfahrerin, eine Försterstochter namens Mathuta Schultheiß, durch die Wucht des Anpralls gegen einen Baum geschleudert. Der Schädel wurde ihr zertrümmert. Sie war sofort tot.
fannt', wie Sie vielleicht sagen würden, und drei ganze Tage lang habe ich fein anderes! Geld als mein eigenes in rbie Hände Bekommen. And jeden Tag war von meinem eigenen (Selbe immer weniger zu sehen. Ra und dann haben sie mich in einer Rächt fein säuberlich ausgenommen, und als ich von 'Floquart wegging, hatte ich gerade Geld genug« um nach Haufe zu kommen, wenn ich zu Fuß ging.
Ich kam gerade aus der RueRarbonne, als ich einen Schuß hörte, und sah auf der anderen! Seite des Platzes einen Mann an der Erde liegen und einen anderen auffallend schnell weg- geljen. Damals waren die polizeilichen Einrichtungen jedenfalls nicht ganz aus der Höhe, denn nirgendwo war ein Schuhmann zu sehen. Den Kerl, der so schnell abmarschierte, mußte wohl gedacht Baben, daß er glücklich entwischt war, als ich plötzlich auf ihn zukam. Es war Morgendämmerung und gerade hell genug, daß ich sein Gesicht sehen konnte. Er sah sehr gut aus, hatte einen großen, gelben Bart und war. glaube ich, zu Tode erschrocken, als ich plötzlich auftauchte und ihn in Beschlag nahm. Privatangelegenheiten gingen mich ja schließlich nichts an, aber Sie müssen nicht vergessen, daß ich völlig — hm — ausgemistet war. Dann dachte ich auch, hier wäre die Gelegenheit, einem Mitmenschen in Rot zu helfen, und ihn von etwaigen Geldsummen, die ihr vielleit verdächtig machen könnten, zu befreien. Er erzählte mir eine lange Geschichte, daß der Mann, den er erschossen hatte, ihm eine große Gemeinheit zugefügt hätte, — in Gegenwart der jungen Dame möchte ich nicht näher darüber sprechen —, und dann steckte er mir ungefähr sechzehntausend Franken in die Hände, und dann ließ ich ihn seiner Wege gehen; er tat mir so leib.“
Er blickte verschmitzt zu Larry auf und grinste.
„Weiter. — Als ich sah, daß sich fein Schuhmann blicken lieh, ging ich über den Plah und sah mir den Erschossenen an, obwohl ich wußte, daß ich großes Risiko lief, in der Rähe einen halben oder ganzen Leiche gesehen zu Werdern Man hat später gesagt, er wäre sofort durch den Schuß getötet worden, das stimmt aber nicht, denn er lebte noch, als ich zu ihm kam und mich nach dem armen Teufel bückte, um zu sehen, ob ich noch etwas für ihn tun könnte. Ich fragte ihn, wer auf ihn geschossen hätte, und er sagte" — Fred machte eine nachdrückliche Pause — „David Judd."
Larry zog erstaunt die Augenbrauen in die Höhe.
„David Judd?" fragte er. „Ist er mit dem Doktor Judd verwandt?"
(Fortsetzung folgt.)
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__ LiN-M eineE'N« für den M der ihn M deutsche M bis es, M Schicksal.^ eS jetzt ubeN gieren, -st im SesHa aierungskunf geschnitten, u unpolitisch!" ‘ - König und Taget 1879-1885- Georg V, Hs -Sudle, auton Lennoj. Preis tziegismund, wichtigen 2ai abgeschlossener der Abschnitt eignisse nicht ganzen europ< scheu Politik, Die König C zeit den bei seine persör Mtel Mi voller, mens und Deobaä übte seine 1 stutz durch i den Weltle »nialpslich Milchen !i tischen as zäpefte qicrunge» u flößen ober ma( zustande iir auss K un Werden getan. Das' bediente, to ihren Mini tung, zu t unier frühe ten des 9 archen übei und der P liche Meld damals blc unter Vict Transaktion schen, von und so stgi gegenüber, t len die Mi bloßen Mg nettn. Miel oder erhielt Mg sanden, loS zur Fede zu einer Dis srine Witil erfolgt war. Königin ihrer ausges vnössentlich zunächst als gesehen we> scher Geschj Zeitraumes, Hohe seines Eignisse sta Mn der
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