Ausgabe 
17.1.1929
 
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Wirtschaft.

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Nach den Berechnungen des Statistischen Reichs­amtes hie.t sich im November 1 928 die Emission-tätigkeit im Inland« auf der Höhe des Vormonats. Der Rückgang bei den EmiHonen von Inlandanleihen wurde durch die erhöhte E:r.i fiorstätigkeit auf dem Aktienmärkte ausgeglichen. Im Inlands wurden Wertpapiere im Gc amtvetrage von 315 Millionen Mark aus- gegeben, von denen rund 14 Millionen Mark auf die Emission von 2 Millionen Kronen fünf- pro^entige Schuldvrr.chreilungen der Actiebolaget Kreuger & Toll. Stockholm, entfielen. Die Emis­sion wurde in dec Statistik mit dem Kurswerte berück,ichtigt, dec sich unter Zugrundelegung des Zeichnungspreiies von 710 Warr für 100 Kronen aus 14.2 Millionen Mark stellt.

Ron den öffentlich-rechtlichen Kör­perschaften wurden nur zwei Anleihen auf- genommen, und zwar wurden von dek Stadt Elberfeld und der Provinz Schleswig-Holstein achtpro entige Anleihen im Betrage von 7,5 und 7 Millionen Mark aufgelegt. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen öffentlich - rechtlicher Kreditinstitut und von Hypothekenbanken ging erheblich zurück. Don privaten Unterneh­mungen wurden nur geringe Betrage aufge- nommen, die zusammen noch nicht den Betrag von I Million Mark erreichten.

Die Aufnahme von AuSlandanleihen hat wieder erheblich zugenommen. Die Stadt München nahm eine sechs pro'en läge Anleihe von 1.625 Millionen Pfund St-erling in England auf, banon wurde ein Teilbetrag von 0,3 Millionen Pfund erst im Dezember in Holland aufgelegt ind daher in der Statistik noch nicht berücksichtigt. Sine weitere Anleihe wurde in England von der preußischen E.eltrizitats-A.-G.. Berlin, im Be­trage von 1,2 Millionen Pfund ausgenommen, davon wurden 0.2 Millionen Pfund in Holland imtergebracht. Don der sechsprozentigen Aus- iandanleihe der Rudolf Karstadt A.-G. im De- :rage von 15 Millionen Dollar dienten rund 1,26 Mi.lionen Dollar zur Konvertierung des roch ausstehenden Betrages der im Jahre 1925 ausgenomn.e icn siebenpro eurigen Aust and anlrihe. die Ruhrgas-A.-G.. Essen, nahm eine sechsein- jalbpro entige Auslandanleihe im Betrage von 12 Millionen Dollar auf. davon wurden 8,9 Mil- ionen Dollar in den Bereinigten Staaten. 1,5 Nillionen Dollar in Holland, 1 Million Dollar n Schweden und der Rest in der Schweiz auf­gelegt. In den Vereinigten Staaten wurde fermer

Ruhrverband Essen eine sechseinhalbprozen- ige Anleihe im Betrage von 3 Mlllionm Dollar «aufgelegt.

Leder-Handel und -Industrie im Jahre 1928.

Die Frankfurter Handelskammer berichtet mber die Lage der Lederindustrie und des Uederhandels im Jahre 1928 u. a.: Der Hohe Preisstand für rohe Häute und Felle Ende '927 hielt noch in den ersten Monaten 1928 an. dann trat eine Stockung im Geschäft ein, die ein Deichen der Preise mit sich brachte. Den Schuh- fabrilen fehlte es an genügender Beschäftigung, 16 daß sie sich zu Betriebseinschränkungen ge­zwungen sahen, und bei den Lederwaren- und ^reibriemenfabriken zeigte sich dasselbe Bild, -diese Entwicklung fetzte sich bis zum Ende deS Berichtsjahres fort. Auch das Lederkleinhändler- geschäst war unbefriedigend', der sonst im Herbst snsetzende gröbere Bedarf blieb infolge der mil- iien Witterung aus. Da die lederverarbeitenden Industrien infolge des schlechten Geschäftsganges Hrhr vorsichtig disponierten, sind ihre Dorräte am Leder unbedeutend, so daß sie bei Besserung kies Geschäftsganges, in den Ledermarkt stark roerben eingreifen müssen. Die Rohwarenpreise gingen erheblich zurück. Im Gerbstosfgeschäft traten die Ilmsätze ebenfalls unbefriedigend. Die 'greife hielten sich zum Teck, zum Teil gingen sie ffiarf zurück. Die Lederpreise paßten sich dem je>- radligen Stand der Rohstoffe an. In bezug auf Kin- und Ausfuhr für Häute und Leder sind wesentliche Deränderungen nicht in Erscheinung ettreten. Die Einfuhr von Sohlleder aus der Tschechoslowakei und aus Frankreich, welche in faireren Jahren die einheimische Herstellung stark beeinträchtigte, ist in diesem Jahre hauptsächlich infolge der Stabilisierung der Währungen weiter fiurüdgegangen.

Oie Wirtschaftslage im OillkreiS.

Rach dem Bericht der Industrie- und Handels­kammer Dillenburg für 1928 trat im Eisen- «rzbergbau nach anfänglicher Besserung ein lveträchtlicher Rückschlag ein. Die Lage des Braunkohlenbergbaues im Oberwester­

wald ist nach wie vor gespannt. Don den Hoch­ofenwerken wurde die Haigerer Hütte, 2l.-G.. endgüllig stillgelegt. Es ist jetzt nur noch ein Ofen des Werkes Oberscheld der Hessen-Rassaui- schen Hültenvereins, G. m. b. H, in Betrieb. Die Puddel» und Walzwerke hatten zunächst befriedigenden Auftragsbestand: die Beschäfti- gung ging dann aber rasch zurück. Die Absatz­verhältnisse der Handelsgußgießereien waren 1928 im allgemeinen zufriedenstellend. Die Industrie der Erden und Steine ist vom Geschäftsgang in 1928 nicht befriedigt.

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s Weitere Zunahme der Llrdeits- l o s i g k e i t. Nach den Berichten der Landesardeits- ämter ist die Kurve der Arbeitslofigteit immer noch in steilem Anst.eg begriffen. Nach den letzten Stich­tagszählungen nahm die -Zahl der Hauptunter­stützungsempfänger in der Ärbeitslosenverficherung vom 15. bis 31. Dezember um 402 858 Personen zu. Am 31. Dezember belasteten bereits rund 1,7 Mil­lionen Hauptunterftutzungsempfänger den Markt.

* D i e Kun ft feide - Konvention. Zu der Meldung, daß die deutsche Kunstseide-Kon­vention nicht verlängert worden sei, und zu den daran geknüpften Folgerungen, erfährt W.T.B.- Handelsdienst von zuständiger Stelle, daß die Kunstscide-Konven ion auch weiterhin besteht. Don einer Differenz zwischen der I.-G.-Facben-Indu-- strie und den Dereinigten Glanzstofsabriken könne nicht die Rede fein. Die deutsche Kunstseide­industrie befinde sich gegenwärtig in einer Ab­wehrstellung gegen die ausländische Konkurrenz, besonders gegen die italienische und französische Kunstseideindustrie. Um den Kampf mit der ausländischen Konkurrenz durchführen zu können, habe man sich entschlossen, den einzelnen Mit­gliedern der Kunstseide-Konvention eine gewisse Elastizität in der Preisgestaltung zu geben. Man hoffe also, durch Ausgabe der bisherigen stabilen Preispolitik der ausländischen Konkurrenz am besten begegnen zu können. An eine Einbeziehung der Soie de Chalillon in die Kunstseide-Konven­tion sei zunächst überhaupt nicht gedacht. Ob durch die neue Preispolitik ein Druck auf De» ständigungsverhandlungen mit der ausländischen Industrie ausgeübt werde, bleibe abzuwarten. Jedenfalls sei jeder OplimiZmus hinsichtlich sol­cher Derständigungsverhandlungen vorerst ver­früht.

* Bankensusion. Die Verhandlungen der Commerz- und Privatbank A.-G. Hamburg-Ber­lin und der Braunschweigischen Staatsbank haben zu Deteinbarungen geführt, wonach eine Fusion der Braunschweigischen Bank unb Kreditanstalt A.-G. mit der Commerzbank in Aussicht genom­men worden ist. Rebenher erwirbt die Braun­schweigische Staatsbank einen größeren Posten der Aktien der Braunschweig-Hannoverschen Hy­pothekenbank. Die Ucbernahme dieser Aktien er­folgt, da der Staatsbank aus Ra.ionalisierungs- gründen die weitere Aufrechterhaltung eines dop­pelten Dcrwaltungskörpers am selben Platze mit dem sich daraus ergebenden doppellen Spesen­apparat nicht zweckmäßig erschien. Den Aktionären der Braunschweigischen Bank und Strebilanftatt sollen gegen 8000 Mk. ihrer Aktien 5000 Mk. Aktien der Commerzbank gewährt werden. Die braunschweigischen Interessen werden von der Commerzbank durch die Bildung eines Landes- ausschusses gewährt werden, zu dem die Staats­bank den Dorsitzenden und ein weiteres Mitglied stellt und dem mehrere Mitglieder des bisherigen Aufsichtsrates der Braunschweigischen Bank und Kreditanstalt angehöreaa fotlen. Der Präsident der Staatsbank soll in den Aufsichtsrat der Com­merzbank gewählt werden. Der Erwerb eines Aktienpakets der Braunschweig-Hannoverschen HypothekeTTbank durch die Braunschweigische Staatsbank ist erfolgt, um einer Abwanderung der Interessen nach außerhalb vorzubeugen und um die Beziehungen der Braunschweigisch-Han­noverschen Hypothekenbank zum Lande Braun­schweig zu f estigen.

* Amerikanische Holding-Gesell­schaft für die Auslandinteressen der I.-G.-Farbenindustrie. Rach derFranks. Ztg." beabsichtigt die I.-G.-Farbenindustrie A- G., eine amerikanische Holding-Gesellschast für die Auslandinteressen des Konzerns zu gründen, bei der amerikanische Finanzinstituse beteiligt sein sollerr. Der Plan befindet sich noch im Anfangs­stadium. Eine u. a. in Betracht kommende Form sieht vor, daß der Anteil der I.-G.-Farben an dem amerikanischen Unternehmen in die Inter­nationale Gesellschaft für chemische älnternehmun- gen A.-G., Basel, eingebracht wird. Auf die Basler Aktien solle eventuell den I.-G.-Äktio- nären ein Bezugs recht eingeräumt werden Die Durchführung der Transaktion fei noch nicht un­mittelbar bevorftehend. Wie WTD.-Handttsdienst auf Anfrage an zuständiger Stelle bestätigt wird, befindet sich die Angelegenheit noch vollkommen im Anfangsstadium.

* Konzentration inderMühlenindu- st r i e. Zu den Gerüchten über eine Interessengemein­schaft zwischen der Deutschen MühlenvereiniAung A..G. (Scheuergruppe) und der Schlesischen Muhlenwerke A.-G. erfährt WTB.-Handelsdienst, daß es sich hier­bei nicht um Verhandlungen zwecks Bildung einer Interesiengerneinschaft zwischen den beiden genannten Gesellschaften, sondern um die Bildung einer In­teressengemeinschaft mit den sch'esischen Mühlen han­delt, wobei es selbstverständlich ist, daß die zu den Schlesischen Mühlenwerken A.-G. gehörigen Betriebe beteiligt sind. Der Abschluß der Verhandlungen soll nahe veoorstehen.

frankfurter Börse

Eigene Drahtmeldung des .Gießener Anzeigers"'.

Fran kfurt a. M., 17. Ian. Tendenz: sreund- lich. Die sich schon zum Schluß der gestrigen Abendbörse bemerkbar madyenbe freundliche Haltung konnte sich auch heute zu Beginn des offiziellen Marktes erhalten. Der feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und die weiter bestehende Preiskonvention in der Kunstseidenindustrie hatten eine allgemeine Beruhigung zur Folge, da hierdurch ein stärkerer Konkurrenzkampf auf diesem Gebiete ausgeschaltet wird. Auch die beabsichtigte Trans­aktion bei der I. -G. - Farbe nindu st rie wirkte stimulierend, und besonders für dieses Pa­pier machte sich regere Nachfrage geltend. Hiervon ausgehend zeigten auch die übrigen Märkte eine Aufwärtsbewegung. Das Geschäft blieb je­doch immer noch ziemlich klein, und nur bevorzugte Werte hatten etwas lebhaftere Umsätze zu verzeich­nen, da die weiter bestehende Orderslosigkeit nach­teilig wirkte. Die Spekulation hielt sich stark im Hintergründe, da man auf die weiter ansteigende Kurve der Arbeitslosenziffer verwies. Gegenüber der gestrigen Abendbörse gingen die Kursbesfe- rungen zumeist bis zu 1,5 v. H. Lebhafteres In­teresse bestand für J.-G.-Farben mit plus 1 v. H. Am Elektromarkt Schuckert plus 1,75 v. H., Siemens plus 1,5 v. H. und ebenfalls für Chade-Aktien, die 6,50 Mark höher eröffneten. Am Montanmarkt be­stand für Eisenwerte weiter einige Nachfrage, die Besserungen gingen hier dis zu 1 v. H. Don Kali­aktien lagen Salzdetsurch im Angebot und 3 v. H. schwächer. Westeregeln dagegen gut behauptet. Banken uneinheitlich. Danatbank 2 v. H. niedriger. Reichsbank 1 v. H. gebessert. Bernachlässigt waren noch A. E. G. mit minus 0,5 v. H., sowie Holzver­kohlung mit minus 1,75 v. H. Renten still. $)eutfd;e Anleihen behauptet. Von Ausländern Türken eher etwas sd)wächer. Nach den ersten Kursen blieb die Tendenz sreundlid) und die Erholung konnte weitere Fortschritte machen. J.-G.-Farben und vereinzelte Montanwerte waren weiter ziemlich rege gefragt. Die genannten Kurse lagen bis 1 v. H. über Anfang. Am Geldmarkt machte sich für Tages- geld mit 5 v. H. wieder eine Erleichterung bemerk­bar. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2075, gegen Psund 20,408, London gegen Kabel 4,8500, Paris 124,14, gegen Madrid 29,72, gegen Mailand 92,72, gegen Holland 12,0950.

Bc uer Börse.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

B e r li n, 17. Ian. Wie erwartet, war zu Beginn der heutigen Börse die Stimmung etwas g e - bessert. Die feste Haltung der gestrigen Neu­yorker Börse bot eine gewisse Anregung. Beson­ders aber beschäftigte man sich weiter mit der Farben-Transaktion, über deren Entwick­lungsmöglichkeit man noch nicht im Klaren ist. An­derseits verstimmte etwas die Ablehnung der Tarife in der rheinischen Textilindustrie seitens der Arbeit­geber und der unbefriedigende Bericht der Ma- ichinenbauindustrie. Die etwas freundlichere Ten­denz kam in den Kursen nur vereinzelt zum Aus­druck. Im allgemeinen waren diese behauptet und wichen gegen gestern kaum ab. Das Geschäft war recht gering. Orders trafen nur spärlich bei den Banken ein. Eine Enttäuschung brachte der erste Kurs für Reichsbank mit 318,60, da sie vorbörslich mit 321 taxiert morden waren. Svenska waren um 3 Mark gebessert. Polyphon plus 3 v. H., Ehade- Aktien plus 8 Mark. Letztere profitierten angeblich von einer festen Tendenz der Schweizer Börse, da die Arbitrage hier als Käufer auftrat. Sonst be­stand noch einiges Interesse für I.-G.-Farben und Siemens, während Bemberg 4,75 v. H. und N. A. G. 2,25 v. H. niedriger lagen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer zumeist behauptet. Nur Mexikaner bis 1 d. H. niedriger und zur Schwäche neigend. Der Pfandbriefmarkt war geschäftslos, doch zum Teil etwas freundlicher. Geld war heute weiter eher an­gespannt. Der Satz für Tagesgeld stellte sich auf 4,5 bis 6,5 v. H. und lag nur vereinzelt darunter. Trotzdem waren Beträge heute besser placierbar. Monatsgeld 7,25 bis 8,5 o. H., Warenwechsel etwa 6,25 v. H. Der Verlauf brachte einige Bewegung in Spezialwerten. Svenska konnten um 4 Mark an­ziehen. Karstadt, R. W. E., Polyphon und einige Montanwerte waren bis 2 v. H. gebessert. Lebhaf­

ter war das Geschäft aber nur am Pfandbriefmarkt, da eine amerikanische Meldung über die Gründung einer Internationalen Holdinggci.il- fdjaft der Chemieindustrie mit 75 Millio­nen Dollar Gesamtkapital mit den gestrigen Trans­aktionen der J.-G.-Farbenindisstrie in Zusammen­hang gebracht wurde. Unterstützt wurde diese Ver­sion wahrscheinlich dadurch, daß die Führung des amerikanischen Bankensyndikats der neugegründe­ten Gesellschaft die Schröder-Bank hat, die auch der deutschen Kali- und Chemieindustrie durch die Auf­legung der Anleihe des Deutschen Kalisyndikates nahestehe. Im weiteren Verlaufe blieb der Farben und Montanmarkt lebhafter und fest. Sonst bröckel­ten die Kurse von ihrem Höchststand eher wieder ab.

Frankfurter Gctrcivc(?örse

Frankfurt a. M., 17. Ian. Der Produkten- markt verkehrte heute auf die weiter erhöhten Auslcnrdnotierungen ebenfalls in etwas fester Haltung, jedoch waren die Umsätze nach wie vor äußerst gering und die offizielle Preisgestaltung erfuhr keine wesentliche Renderungcn. Das Mehl­geschäft beleble sich heute c was und namentlich für Roggenmehl bestand weiter etwas Rachfrage, so daß die Rotierung um 0,25 Mk. herabgesetzt ist. Es wurden notiert: Weizen 23,50; Roggen 23; Sommergerste für Brauzwecke 24,25 bis 24,50; inL Hafer 23.25 bis 23,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 23 bis 23,75; Weizenmehl, süddeut­sches Spezial 0, 32,75 bis 33,25; Roggenmehl 29,75 bis 30.50; Weizenkleie 13,70 bis 13,75; Roggenkleie 14.25 bis 14,50 Mk. Tendenz: stetig.

Frankfurter Lchlachtvieftmarrt.

Frankfurt a. M., 17. Ian. Auftrieb: 93 Rinder, 1219 Kälber. 346 Schafe, 439 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: Beste Mast-- und Saugkälber 70 bis 74 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 66 bis 69; geringe Kälber 58 bis 65. Scha f e: Mastlämmer und jüngere Wasb- hämmel (Wttdemast) 50 bis 55; mittlere Mast­lämmer. ältere Wasthämmel und gut genährte Schafe 45 bis 49. S ch we i n e: Bollfleifchigc Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebend­gewicht 72 bis 7j; von etwa 200 bis 240 Pfund 74 dis 76; von etwa 160 bis 200 Pfund 74 bis77, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 71 bis 74 Mk. Marktverkauf: Schweine ' schleppend, ausverkaust. Kälber ruhig. Schafe rege, geräumt. Norddeutsche Mastkälber über Rotiz.

Amtsgericht Gießen.

Eine voraussichtlich umfangreiche Verhandlung, die Verstöße gegen die Verordnung über die Arbeitszeit zum Gegenstand ha­ben sollte, fiel wegen Erkrantung des Arbeit­gebers aus. so daß sich die Satzung auf Ver­handlungen iw er Einsprüche gegenStras- befehle wegen Hebert retungen beschränkte. Interesse bot eine Zuwiderhandlung gegen die Straßenverkehrsordnung. Ein Mann aus O. hat in den heißen Monaten vorigen: Jahres zweimal verbotswidrig unweit der Straßengabelung RödgenAnn:rod in der Rahe des sog. Profefsorenecks mit seinem Pferdefuhr­werk den erhöhten Fußsteig befahren, und zwar fast vor den Äugen der Straßenpoliz^i. Er ver­teidigte sich damit, dort sei die frisch geteerte Straßendecke durch den überaus starken Auto- mobilverkehr und zwar vorzugsweise in den heißen Monaten derart glatt, daß einem vor­sichtigen Fuhrmann, der nur einigermaßen ein Herz für seine an weichen Boden gewöhnten Pferde habe, unmöglich zugemutet werden könne, den Fahrdamm einzu^alten; arrdernfcrlls sei stets zu bejürchten. daß ein P^crd zu Fall komme; Un­fälle hätten an besagter Stelle sich auch schon in Menge zugetragen. Die Straßenpoli'eibeMNten erklärten zwar als Zeugen, ein vorsichtir.er Fuhr­mann sei, falls er die i.t derartigen Fällen gebo­tenen Maßnahmen ergreife, recht wohl in der Lage, ohne Schaden für die Pferde die fraglichen SteUeri zu passieren, ohne den Fahrdamm zu verlassen, aber das Gericht vermochte sich zu­nächst nicht von der bollen Schuld des Ange­klagten zu überzeugen, nameirtlich um deswillen nicht, weil festgeste/lt wurde, daß in gleicher An­gelegenheit auch schon von anderer Seite Ein­gaben an die Prövinzialdirettion mit der Ditte um Abhilfe der dortigen Mißstände gemacht wor­den sind, namentlich von dem Lierschutzverein. Eine Aussetzung der Verhandlung, deren Aus- gang immerhin in Interesse eines sicheren Etra- ßenverkehres bedeutsam ist, schien daher g:6oten, um u. a. in den Eingaben Material für das noch weiter auszudehnendr Drweisverfahren zu iin« Len. Auch ist eine Sachverständigenvernehmung und ein Augenschein in Aussicht genommen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. RsichZbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.

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