da« P arlamenl unk' die von ihm abhängige Regierung unumschränkte Macht haben müsse. Man brauche nicht zu Stahlhelm-Mitteln zu greifen, um das Verantwortungsbewußtsein des Parlaments zu stärken. Es genüge schon, wenn gegen die schrankenlosen Agitationsanträge ein Damm durch dos Vetorecht der Regierung geschaffen werd«.
Oie Kleinrentnerfürsorge.
Stellungnahme der Reichsregierung.
Berlin, 16. Ian. (WB.) In der heutigen Sitzung des Sozialpolitischen Ausschusses des Reichstages gab ein Vertreter der Reichsregierung folgende Erklärung ab: »Die Reichsregic- rung wird sich dafür einsetzen, daß die Dorfristen und Reichsgrundsähe für Kleinrentnerfürsorge überall so durchgeführt werden, wie es das soziale Bedürfnis der von der Geldentwertung betroffenen Personen verlangt. Für die Beteiligung des Reiches an der Kleinrentnerfürsorge wird die Reichsregierung den Betrag von 3 5 Millionen Mark in den Entwurf des Haushaltsplanes 1929 einstellen: diese Beihilfe hat in der Hauptsache den Zweck, den Fürsorgeverbänden die Anwendung der Grundsätze zu erleichtern. Die Reichsregierung wird ferner erwägen, ob der Einbau neuer Sicherungen in die Vor- fristen und Reichsgrundsätze zugunsten der Klcin- und Sozialrentner erforderlich und möglich ist. Die Entscheidung über eine reich sgesehliche Regelung, die einen allgemeinen Rechtsanspruch begründet, ist der Reichsregierung so lange nicht möglich, als die Haushaltsverhandlungen und Beratungen über die Deckuirgs- v o r l a g e n der Reichsregierung nicht verabschiedet sind und die gegenwärtige schlechte finanzielle Lage anhält. Auch die früheren Regierungen haben bei besserer und klarerer Finanzlage nicht geglaubt, ein dahingehendes Gesetz vorlegen zu können. Die Reichsregierung wird allerdings einen Rechtsanspruch, der sich lediglich auf früheren Kapitalbesih gründet, schon aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit nicht anerkennen können.
Abg. Frau T e u s ch (Z.) brachte einen Abänderungsantrag zu dem deutschnationalen Entwurf ein, nach welchem Rentner im Sinne des Gesetzes ist, wer am 31. Dezember 1917 ein Kapitalvermögen von mindestens 5000 Mark besäst oder ein regelmäßiges Renteneinkommen von 250 Mark bezog, ferner, wer für die Ausbildung der Existenzbegründung seiner Kinder mindestens 5000 Mark aufg^- wandt hat, falls infolge Tod oder Verarmung der Kinder eine Unterhaltspflicht nicht gegeben ist.
Abg. Frau Matz (D. Vp.) will neben dem Nachweis eines Zinseinkommens von 500 Mark auch den Nachweis eines früheren Kapitalvermögens von 10 000 Mark zulassen.
Ministerialdirektor G r i e s e r bat zum Schluß nochmals, von dem Begriff des privilegierten Ka- vitalrentners abzukommen und den allgemeinen Rentnerbegriff nach der Fürsorgepflichtverordnung zu nehmen.
Der Gesetzgebungsausschuß des Hessischen Landtages.
WHP. Darmstadt. 16. Ian. Der Gesetz- gebungsausschuh des Hessischen Landtages setzte heute seine Beratungen mit der Behandlung eines Antrages der Aufwertungspartei, die Regierung möge ein Gesetz über die Ablösung der Markanleihen der hessischen Gemeinden und Gemeindeverbände vorlegen, fort. Da der Antrag nur drei Unterschriften trug, die Geschäftsordnung aber fünf vorschreibt, setzten die Abgeordneten Dr. R i e - poth und Keller (D. Dp.) ihre Ramen unter den Antrag, jedoch nur, um seine Beratung im Ausschuh zu ermöglichen. In der Beratung wurden dann von sämtlichen Parteien die Bedenken geltend gemacht, die gegen den dem Antrag beigegebenen Gesetzentwurf Dr. Best sprechen, wenn auch zum Teil die angeführte Begründung gut- geheißen wurde. Bei der Abstimmung wurde jedoch der Antrag gegen die Antragsteller ab- gelehnt. — Der Ausschuß ging dann in der Beratung des Zigeunergesetzes weiter. Es entstand zunächst eine Debatte über den Begriff „Zigeuner", gegen den sich besonders der Abg. Sturmfels (Soz.) wandte, der diese Bezeichnung aus dem Gesetz ausgemerzt sehen wollte. Von der Regierung wurde jedoch erklärt, daß diese Bezeichnung auch in andere Reichsgesehe ausgenommen worden sei. Der Ausschuß nahm dann auch den Artikel 1 des Gesetzes in der Fassung der Regierungsvorlage an. Der Ausschuß wird morgen die Beratung des Zigeunergesetzes fortsehen und wenn möglich in die Beratung des Gemeindebeamtengesehes eintreten.
Aus aller Wett.
Schweres Dampferunglück an der chinesischen Küste.
Der Dampfer „Hsinwah" ist zwischen Schanghai und Honglong auf einen Felsen gelaufen und gesunken. 20 Passagiere konnten in einem Rettungsboot die Küste erreichen, sechs weitere Personen, darunter der zweite Offizier des Schiffes, wurden von einer Fischerdschunke ausgenommen. Mit dem Dampfer, unter dessen Passagieren sich etwa 30 Frauen und zahlreiche Kinder, jedoch keine Europäer befanden, sind wahrscheinlich über 3 5 0 Personen untergegangen. Unter den 26 Geretteten befinden sich vier Passagiere. Man rechnet mit der Möglichkeit, daß einige Ueberlebende sich an die Küste der benachbarten Inseln retten konnten. Die Rachforschungen werden durch das stürmische Meer erschwert. Ein Passagier habe ausgesagt, dah der Dampfer nach der Ausfahrt aus Swa- tau mit schwerer See zu kämpfen hatte. Es habe nur ein Rettungsboot ausgesetzt werden können. Der Dampfer sei sofort gesunken.
Der Dampfer ..Majestic" schwer beschädigt in Reuyork eingelaufen.
Der Ozeandampfer »Majestic" ist am Mittwoch schwer beschädigt in den Reuyorker Hafen eingelaufen. Am Montag ist im schweren Sturm eine riesige Sturzsee über das Schiff hinweggegangen, die das gesamte Dorschifs, die Räume der 3. Klasse und die Mannschaftsräume unter Wasser setzte. Ein Toter und mehrere Verwundete sind zu beklagen. Im Augenblick der Katastrophe waren die Gesellschaftsräume der 3. Klasse mit Frauen und Kindern gefüllt. Die von oben eindringenden Wassermassen drückten Türen zu. Es entstand eine P a - n i k, die erst behoben wurde, als man die Türen mit Aexten aufgeschlagen hatte. In den Mannschaftsräumen stand das Wasser im Augenblick sechs Fuh hoch. Das Licht erlosch und die i
Nachtrags- und Personaletat.
Der Kinanzminister zur OeckungSfrage.
Der Haushaltsausschuß des Reichstages fetzte die Beratung des Nachtragsetats für 1928 fort mit einer allgemeinen Aussprache. Sie wurde eingeleitet von dem
Reichsfinanzminister Or. Hilferding, der erklärte, der Personaletat für 1929 umfasse 50 Millionen. Für 1928 sei diese Summe geringer. weil die höheren Aufwendungen für Besoldungen frühestens am 1. Oktober 1928 in Kraft treten und bei den neuen Stellen erst am 1. April 1929 besetzt werden. Der wirkliche Betrag für 1928 fei 42 Millionen. Von den 50 Millionen für 1929 seien 36 Millionen zwangsläufig. Von dem Rest dienten 2,75 Millionen der Durchführung der Re i ch s t a g s re f o l u t i o n e n. 5,5 Millionen entfallen auf die Stellenvermehrungen bei den Nachgeordneten Behörden und 3 Millionen bei den obersten Reichsbehörden zur Bewältigung der zahlreichen Aufgaben. Der Nachtrag für 1928- ist gedeckt. Das Steueraufkommen in den Monaten April bis November 1928 habe insgesamt 6811,7 Millionen ergeben. Hiervon entfallen auf den Länderanteil 2639,6 und auf den Reichsanteil 4272,1 Millionen. Die Entwicklung des Steueraufkommens bat durchaus den Erwartungen entsprochen. Keinesfalls wird das Fahr 1928 mit einem Ueberschuß abfchließen.
Zur Finanzlage 1929 führte der Minister weiter aus, dah er in der Deckungsfrage noch keine bestimmten Angaben machen könne, da das Kabinett noch nicht endgültig Stellung genommen habe. Rach meinen Vorschlägen wird der Etat jedoch vollkommen ausgeglichen sein. Zusammen mit der Erhöhung der Reparationslast um 312 Millionen Mark beläuft sich das Defizit für 1 929 auf ungefähr 600 Millionen Mark. Rach den Anforderungen der Ressorts würde sich das Defizit auf rund 850 Millionen Mark belaufen. Ich habe mich bemüht, diese Anforderungen stark herabzumindern. Der Betrag, der durch neuen Steuerbedarf zu decken ist, wird sich auf rund 350 Millionen Mark belaufen. Der Etat wird bei den starken Einschränkungen, die ich vorgenommen habe, in sich stabil fein. Ich hoste, dah es noch möglich fein wird, den Etat rechtzeitig vor dem 1. April zu verabschieden.
Abg. Graf Westarp (Dn.) äußerte erhebliche Bedenken gegen die Aufwandsentschädigung einzelner höherer Stellen. In einer Rotzeit sei übergroße Repräsentation nicht am Platze.
Abg. Dr. Hertz (Soz.) betonte, daß 1928 mit einem Lieberschuh wie in den früheren Etatsjahren nicht zu rechnen wäre. Daher müsse der Reichstag sich st a r ke R e se r v e bei der Durchführung der Ministerialverfassung, der Erhöhung
— Oie Parteien fordern Einsparungen.
der Ministerialzulagen auserlegen. Man müsse also die Beratung dieser Dinge zurück stellen. Weiter wünschte der Redner eine Slellenver- mehrung beim Reichsentschädigungsamt.
2lbg. Dr. Cremer (D. Vp.) war dec Ansicht, daß gerade die Zentralressorts eine Herabsetzung des Personal st andes durchführen mühten. Im Buchprüfungsdienst mühten im wesentlichen nur Beamte beschäftigt werden. Cs würde von der Gesamtheit der Beamten nicht verstanden werden, wenn gerade nur für die Ministerialinstanzen bessere Beförderungsmöglichkeiten geschaffen werden. Aehnliches gelte noch mehr hinsichtlich der Ministerialzulagen. Was die Repräsentationsverpflichtungen betreffe, so fei der Redner kein Freund ihres Ausbaues. In diesem Zusammenhang glossierte der Redner die Repräsentationslosten, die das Reich gelegentlich der Anwesenhut des ehemaligen Königs von Afghanistan ausgegeben hatte. Man müsse ganz entschieden gegen feöen Repräsentationsfimmel auftreten.
Abg. Dr. Reinhold (D.) wär der Ansicht, die Deckungsfrage des Etats 1929 könne durch kleinliche Abstriche nicht erledigt werden. Man muh schon den Weg groher genereller Abstriche gehen. Dabei muh man damit rechnen, dah dos Steueraufkommen sich gegenüber 1928 vermindern wird und dah der Zoll für Getreide herabgesetzt werden soll. Bei all diesen Erwägungen darf also der Reich tag nicht bewilligungsfreudig sein. An Repräsentationen geschehe tn Deutschland viel z u viel. Er wolle nur Hinweisen auf die Energievergeudung der führenden deutschen Männer durch die Repräsentationspflichten.
Abg. Er sing (Z.) erklärte, seine Freunde hätten gerade in den früheren Iahren vor der Vermehrung der Ausgaben und der Aufzehrung der Kassenmittel gewarnt, aher Leute von der anderen Seite hätten diese Warner als Sparsamkeitsfanatiker abgetan, und nun fei das Defizit und neue Steuern d a. Ohne Herabminderung der Verwaltung s k o st e n sei nichts mehr zu erreichen. Seine Freunde wurden dos Rötige bewilligen, über der Sparkommissar müsse die Rotwendigkeit ernst prüfen, sonst sei er überflüssig. Reichs- und Länderregierungen mühten zusammen einheitliche Grundsätze für Besoldungen und Beamtengrupven fest'ehen. Wie ihm gesagt werde, hätten 80 Prozent aller Erwerb'tätigen weniger als 3000 Mark Einkommen. Vielleicht könnte die Regierung einmal fest-- stellen, wieviele Beamte unter 3000 Mark Einkommen haben. Die Begründung für die Erhöhung der Ministerialzulagen sei für ihn noch nicht stichhaltig.
DerGchneesturm überOeuffchland
Schwerer Schneesturm im Schwarzwald.
Freiburg, 17. Ian. (WB.) Dienstagnach- mittag und die ganze Rächt hindurch tobte auf dem Schwarzwald und in den Tälern ein w ü - lende r Rordwe st sturm, dessen Stärke auf dem Feldbergobservatorium mit 14 Sekundenmetern gemessen wurde. Bei groher Kälte bis zu 11 Grad unter Rull fiel fortgesetzt Schnee. Durch den Sturm sind umfangreiche Störungen im Telephonverkehr eingetreten. Auch haben Schneeverwehungen eine Störung des Verkehrs auf den Straßen verursacht. Auch die Rocht zum Donnerstag brachte dem Schwarzwold und der Rheinebene einen sehr heftigen, eisigen S Ü d w e ft sturm mit Schnee. Das Thermometer ist in den Höhenlagen bis auf minus 20 Grad und in den Tälern bis auf minus 11 Grad gesunken. Die Schneeverwehungen sind infolge des Sturmes außerordentlich umfangreich. Die Züge der Höllentolbahn und der Schwarzwaldbahn Offenburg—Donaueschingen erleiden erhebliche Verspätungen. Auf der Höllentalbahn muhten für die Frühzüge stellenweise die Geleise erst f r e i g e m a ch t werden. Der Verkehr auf den Höhenstraßen ruht vollständig, der Postkraftverkehr ist größtenteils eingestellt. Der Schneesturm hält auch in den Morgenstunden des Donnerstag mit unverminderter Heftigkeit an.
Schneeverwehungen in Thüringen.
Erfurt, 16. Ian. (WTB.) Ein starker gestern nachmittag einsetzender Schneesturm, der tn den einzelnen Teilen Thüringens bis in die Rächt» und Morgenstunden andauerte, hat überall erneute Schneeverwehungen zur Folge gehabt. So steckt die Landstrahe von Erfurt nach Gotha wieder tief im Schnee. Der regelmäßige Kraftpostverkehr mußte stellenweise unterbrochen und ein Rotverkehr eingerichtet werden. Auf den Reichsbahnstrecken in Thüringen blieben mehrfach Züge stecken, u. a. ein Personenzug von Weimar noch Erfurt, der erst nach längerem Aufenthalt seine Fahrt fortsetzen konnte. Auf den großen Staatsstraßen müssen Personen- und Lastkraftwagen von Arbeiterkolonnen aus den Schneemassen herausgegraben werden. Auf der Staatsstraße Weimar—Berka liegt der Schnee stellenweise zwei Meter hoch. Die Schneepflüge arbeiten in angespannter Tätigkeit. Auch in der Greizer Gegend sind die Verkehrsstockungen sehr erheblich. Aus den Wäldern auf den Thüringer Bergen wird allgemein großer Schneebruch gemeldet.
Verkehrsstörungen in Pommern und Mecklenburg.
Stralsund, 16. Ion. (WB.) Infolge des Schneesturmes, der seit gestern aus nordwestlicher Richtung weht, sind starke Schneeverwehungen
eingetreten. Fast alle vorpommerschen Kleinbo hnen liegen still. Bei der Stoatsbahn Saben die Schweden-Züge zwei- bis dreistündige Verspätungen. Auch im Fernsprechverkehr sind starkeStörungen aufgetreten. Der Schiffsverkehr von Stralsund nach Rügen ruht vollständig. Dos gestern und heute anhaltende Schneetreiben hat auch in Mecklenburg zahlreiche Zugverspätungen und sonstige Verkehrsstörungen hervorgerufen. Die O-Züge Warnemünde—Berlin und Warnemünde —Hamburg hatten größere Verspätungen, weil die deutsch-dänische Fähre infolge Schneesturmes mit 35 Minuten Verspätung im Wamemün- der Hafen eintraf. Heute früh kam die dänische Fähre infolge des Schneesturmes mit 30 Minuten Verspätung in Warnemünde an. Rach den gestrigen starken Schneefällen brachte der heutige Schneesturm im ganzen Lande Schneemengen, wie man sie seit Iahren nicht erlebt hat. Die Verkehrsstockungen nehmen immer größeren Umfang an. In Schwerin mußte heute jeglicher Straßenbahnverkehr eingestellt werden. Der Schneesturm dauert mit unverminderter Heftigkeit an.
Schwerer Sturm auf Rügen.
Tie Insel von jedem Verkehr abgeschnitten.
Saßnitz, 16. Jan. (WB.) Nachdem der feit gestern über Rügen wehende, von schweren Schneeböen begleitete orkanartige Sturm aus Südwest sich heute morgen gelegt hatte, sprang gegen Mittag der Wind noch Norden um. Der Sturm setzte mit großer Gewalt wieder ein und trieb große Schneemassen daher. Die Insel Rügen ist augenblicklich von jedem verkehr abge- schnitten. Alle Straßen sind unpassierbar. Der nachmittags gegen 2.30 Ahr hier fällige Personenzug, in dem sich etwa hundert die Realschule in Bergen besuchende Kinder befinden, geriet ungefähr zehn Kilometer vor Saßnitz im Schnee s e st. Der gegen 4 Ahr hier fällige Schwedenzug ist auf dem Trajektschiff zwischen Stralsund und Rügen im Eise fferfengeblieben. «Er war bis acht Ahr abends noch nicht eingelroffen, und es liegt noch keine Nachricht vor, ob und wann er eintrifft
Schweden.
Stockholm, 16. Ion. (Tel.) Der furchtbare Schneesturm, der über Stockholm und den größten Teil Schwedens hinwegtvbt, hat viele Unglück s f ä l l e im Gefolge gehabt. Zur Zeit hält die Stärke des Sturmes nvch unvermindert an. Die Stadt W e st e r v i k ist von den Schneemassen fast zugedeckt. Der Schnee reicht bis zum 2. Stockwerk hinaus. Der Eisenbahnverkehr kann in ganz Schweden nur unter den größten Schwierigkeiten auch nur teilweise auf- rechterha lten werden. Dampfer, die in Stockholm eintrafen, glichen riesigen Eisbergen. Der Dampfer „Ella" aus Trelleborg strandete vor den Aaland-Inseln.
Mannschaften mußten in den dunklen Räumen solange schwimmen, bis auch hier die Türen auf- geschlagen wurden. Ein Teil der Ladung wurde schwer beschädigt, die Post vollständig durchnäßt. 289 Passagiere der 3. Klasse mußten in anderen Räumen untergebracht werden. 2llS her Dampfer
eintraf, war die Mannschaft immer noch damit beschäftigt, das Wasser tonnenweise aus dem Innern des Dampfes auszupumpen. Die „Majestic", die jetzt der Londoner „White Star Line" gehört, ist der frühere deutsche Riesendampfer „Fürst Bismarck".
Katastrophe eines holländischen Rettungsbootes.
Wie aus Hoek van Holland gemeldet wird, traf von dem südöstlich von Hoek van Holland gestrandeten lettischen Dampfer „B a l k a" die sunkentele- graphische Nachricht ein, daß das Motorret° tungsboot „Prinz der Niederlande", das, auf die Hilferufe der „Balta" ausgelaufen war, in der Nähe des Dampfers umgeschlagen sei, daß es aber der „Balta" infolge des hohen'Wellen- ganges unmöglich sei, ein Boot zur Hilfeleistung auszusetzen. Daraufhin wurde von Stollendamm ein Rettungsboot abgelassen, das später berichtete, daß man das verunglückte Rettungsboot mit dem Kiel nach oben treibend gesehen habe, und daß von der Besatzung jede Spur fehle, lieber das Schicksal der „Balta" laßt sich zur Zeit nichts Genaues sagen. Zwei Schleppdampfer versuchen, trotz der heftigen Brandung den Dampfer von der Seeseite aus zu erreichen.
Schlägerei zwischen Hamburger Zimmerleuten in Dresden.
In Dresden wurden etwa fünfzehn zugereiste Angehörige der Bereinigung „F r e i e B o g t l ä n d e r", die im Boltshause eine Unterstützung abgeholt hatten, auf der Straße von etwa vierzig bis fünfzig Angehörigen der Bereinigung „Rot-Schlipse und Schwarz-Schlipse^ mit Aexten und an deren Werkzeugen angegriffen, wobei zwei Vogtländer Stichwunden im Genick und Rucken davontrugen. Die „Freien Vogtländer" flüchteten vor der Uebermacht über die Marienbrücke nach dem rechten Elbufer und wurden von den Angrei- fern oerfolgt. Die Fortsetzung der Schlägerei in der Neustadt tonnte jedoch durch inzwischen herbeigerufene P o l i z e i b e a m t e verhindert werden. Die Angreifer konnten bisher nicht f e ft genommen werden.
Oie Wetterlage.
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Mlttv/och, dJ6.Jan.1929, 7h abds.
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Wettervoraussage.
Das Ostseedruckfallgebiet füllt sich weiter auf. Sein« Kaltluftmassen an der Rückseite führten im Laufe des gestrigen Tages und in den Abendstunden zu Frostverschärfung. Iedoch wurde während dec Rächt durch den Vorstoß milder Lustmassen von Westen her Temperaturanstieg und vorübergehender Schneefall verursacht. Gießen gestern abend — 10 Grad Celsius, heute morgen — 6 Grad Celsius. Da noch weitere leichtere Störungsbildungen nicht ausgeschlossen sind, ist bei zeitweisem wolkigen Wetter noch mit stellen- weisem Schneetreiben zu rechnen. Der Frost hält weiter an.'
Wettervoraussage für Freitag: Teils wolliges, teils aufheiterndes Wetter, Frost, noch vereinzelte Schneefälle.
W itt e r un g s a us s ich t en für Samstag: Wenig Aenderung der Wetterlage wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 16. Januar: mittags —6,2 Grad Celsius, abends —9,9 Grad Celsius; am 17. Januar: morgens — 6,3 Grad Celsius. Maximum — 4,9 Grad Celsius, Minimum —11,2 Grad Celsius. — Crdtemperaturen tn 10 Zentimeter Tiefe am 16. Januar: abends —1,9 Grad Celsius: am 17. Januar: morgens —2,8 Grad Celsius. — Sonnen- scheindauer 6 Stunden.
Wintersporlnachrichten der Hess. Wetterdienststelle.
Vogelsberg (Hoherodskops): Schneetreiben, Temperatur minus 12 Grad Celsius, Neuschnee 15 Zentimeter, Gesamtschneehöhe 30 Zentimeter, Pulverschnee, Sportmöglichteit gut.
Odenwald (Tromm): Schneefall, 30 Centime ter Pulverschnee, minus 10 Grad Celsius, .Sportmöglichteit für Ski und Rodel sehr gut. Neukirchen: Sckneefall, 30 Zentimeter Pulverschnee, minus, 7 Grad Celsius, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut.
Taunus: Kleiner Feldberg: Leichter Schnee-s fall, 12 Grad Celsius, 29 Zentimeter Schnee, 3 ( bis 5 Zentimeter Reuschnce, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.
Sauerland: Winterberg: Heiter, — 18 Grad Celsius, 40 Zentimeter Schnee. 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee. Ski und Rodel gut.
Schwarzwald: Feldberg: Leichter Schneefall. — 15 Grad Celsius, 125 Zentimeter Schnee, 11 bis 15 Zentimeter Reuschnee, Pulverschi^e, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Ruhestein: Leichter Schneefall, —12 Grad Celsius, 83 Zentimeter Schnee. 11 bis 15 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut.
Alpen (Garmisch-Partenkirchen): Heiter, 7- 17 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, 6 tnS 10 Zentimeter Reuschnee. Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Berchtesgaden: Wolkig, — 12 Grad Celsius. 26 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee. Pulverschnee, Sportmöglichteit für Ski und Rodel gut.


