Ausgabe 
16.8.1929
 
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Turnen, Sport und Spiel

Nachdruck verboten.

5. Fortsetzung.

War der Abend auch

schon vorgeschritten, die

engen Beziehungen, in denen er von je zum Reichenbachschen Hause gestanden, rechtfertigten

grauen Vorhänge über die alten Gassen und hüllte sie in unbestimmt bläulich webende Dünste.

als er nach breitete ihre

seinen späten Besuch.

Das Abendrot war

Dämonen der Zeit

Vornan von Arthur Brausewetter.

Ein vereinzelter Stern war am Himmel sichtbar. Aber er war bleich und ohne Glanz wie die schmale Mondsichel, die über dem Pfarrturm hing. Von den Häusern sprangen ihm groteske

verblaßt, draußen trat. Die Dämmerung

des Platzvereins ist sehr stark, so daß auch dies­mal mit einer interessanten Begegnung gerechnet werden kann, deren Ausgang vollständig offen ist.

Für den Sonntag hat man für die Ligamann- schaft einen namhaften und sehr spielstarken Frankfurter Kreisligisten verschrieben. Der 2. F. C. 02 Frankfurt a. M.-Rödelheim, der im West­mainkreis des Süddeutschen Fußballverbandes bei den letzten Meisterschaftsspielen hinter Gries­heim 02 (jetzt Oberliga) und Sportfreunde 04 den 3. Tabellenplatz einnahm, gastiert auf dem 1900-Sportplatz. 1900 hält Generalprobe für die am 8. September beginnenden Derbcrnds- spiele und wird deshalb höchstwahrscheinlich in stärkster Aufstellung antreten. Die bis jetzt aus­getragenen Spiele in Groh-Auheim und Fulda sahen die Vereinigten in recht ansprechender Form, trotz der erlittenen knappen und auch unverdienten Niederlagen. Lediglich der Sturm muß sich zu besseren Leistungen aufraffen, wenn nicht das Prestige der Mannschaft leiden soll. Auch hierbei ist der Ausgang nicht vorauszu­sagen, vielleicht trennt man sichUnentschieden", was für die Gießener ein Achtungserfolg wäre, da man die Gästeelf für bestimmt für spielstärker hält. Man hofft auf ein schnelles spannendes Kampfspiel, bei dem der Platzverein einen neuen Stürmer probiert. Die Ligareserve führt am Sonntag das Rückspiel gegen Grünbergs 1. Elf aus. Sie wird die Reise dorthin nicht in der starken Samstagaufstellung antreten können, da einige Spieler verhindert sind. Wenn apch die 1900er das Vorspiel in Gießen leicht gewönnen konnten, so wird man es ihnen diesesmat auf dem kleinen Grünberger Platz nicht so leicht machen. Zudem ist Grünberg zur Zeit sshr spielstark.

Vor dem Ligaspiel trägt die dritte Mannschaft ein Gesellschaftsspiel aus. Der Gegner steht bei Niederschrift dieser Zeilen noch nicht fest.

Die vierte Elf spielt ebenfalls auf dem Sport­platz an der Liebigshöhe.

Don den Zugendmannschaften spielt nur die zweite Iugend gegen Leihgesterns erste Zu- gend ein. Gesellschaftsspiel in Gießen.

Beschläge, zum Teil mit steinernen Kugeln und eisernen Ketten geziert, entgegen. Hier und da flackerte bereits ein Licht hinter einem der hohen quadratmäßig vergitterten Fensterscheiben auf. Wie ein traumschwerer Schatten hob sich die wuchtige Masse der Kirche aus alledem empor. Eine Fledermaus umkreiste im Zickzackflug einen ihrer kleinen Türme, bis sie in einem seiner ehr­würdig klaffenden Risse verschwand, und einige Tauben, die ein verspätetes Nachtmahl hielten, girrten über das Pflaster.

Er hatte nicht weit zu gehen.' Die Reichen- bachsche Wohnung befand sich in einem dem Englischen Hause" schräg gegenübergelegenen Patriziergebäude, das der Oberst früher mit dem unverheirateten Bruder zusammen bewohnt und dann von ihm geerbt hatte. Auch die Ge­schäftsräume waren hier untergebracht.

Als wäre er nie fortgewesen und hätte es nie eine Trennung und Entfernung gegeben, so völlig unverändert und vertraut kam ihm alles bei seinem Eintritt vor: die geräumige Diele mit der alten Stuckdecke und dem reich geschnitzten Treppengeländer, der stark geschnörkelte und doch nicht unbequeme Aufstieg, die schwere Eichentür mit ihren phantastischen Verzierungen, die in die Wohnräume führte, die in der sogenannten Saaletage" begannen und sich in großer Aus­dehnung nicht nur nach hinten, fast bis zur Frauengasse, sondern auch ein Stockwerk höher fortzogen, während die später eingebauteHänge­etage" dem Privatkontor des Geschäftsherrn und seines Prokuristen Vorbehalten war.

Wahrhaftig auch die alte Marieke war noch da, die bereits seit drei Zahrzehnten die treue Türhüterin des Reichenbachschen Hauses gewesen und ihm mit demselben halb polnisch unterwürfigen, halb mütterlich zutraulichen Lächeln öffnete wie früher, als er hier als flotter Leutnant seine Besuche abstattete oder zu den Bällen kam. Lind wiederum, als wäre das erst gestern oder vorgestern gewesen, empfing sie ihn mit freundlicher Selbstverständlichkeit und sagte wie damals:Die gnädige Frau lassen sehr bitten." Nur als sie ihm den kecken Reisehut abnahm und sein bereits gelichtetes Haupthaar erblickte, meinte sie mit bedauerndem Ton:Na, de jungä Härr Oberleutnant sin abä auch nich jüngä jeworde ..."

Lind nun stand er in dem großen, nur von einer verschleierten Stehlampe müde erleuchteten Empfangssaal Frau Reichenbach gegenüber, blickte in ihr feines, durchsichtiges Anllitz, das eine stille und zugleich starke Seele ausstrahlte, sah die einmal so glatte und klare Stirn von ver­räterischen Falten durchquert, sah die vielen weihen Fäden in den noch vor wenigen Zähren bläulich schwarzen Haaren und muhte an Marie­kes abgetragene Weisheit denken, dah wir alle nicht jünger, sondern älter werden, es in diesen

wickelt. Die Gasthäuser sind überall bis zum letzten Platz belegt, und es müssen noch Privat­quartiere herange^ogen werden. Bei der heißen Witterung wird die kühle Gebirgsluft hier als sehr wohltuend empfunden. Trotz der hohen Fleischpreise wird volle Pension zu einem ver­hältnismäßig niedrigen Satze gewährt.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a.d. Ohm, 15. Aug. Der ge­strige Schweinemarkt war mit 208 Ferkeln befahren. Für fünf bis sieben Wochen alte Ferkel wurden 38 bis 48 Mk., für acht bis zehn Wochen alte 48 bis 55 Mk. bezahlt. Der Handel war im allgemeinen schleppend, auch verblieb etwas Lleberstand. Der Besuch des Marktes muh als gut bezeichnet werden, besonders wenn man bedenkt, daß in hiesiger Gegend die Ernte noch in vollem Gange ist. Die hiesige Schühengilde beteiligte sich am verllossenen Sonntag, anläßlich der Feier des diesjährigen Derfassungstages an dem ausgeschriebenen Reichswettschiehen und erzielte hierbei eine Ringzahl von 1000.

Kreis Lauterbach.

---Herbstein, 15. Aug. Die hiesige Zu­gendherberge erfährt eine bedeutende Er­weiterung. Ein neuer Schlafraum mit etwa zwölf Betten, ein großer Tagesraum, ein Brausebad werden eingerichtet. Nach dieser Vergrößerung wird die Herberge für etwa 40 Personen Platz bieten.

D. f. B.

Die Ligamannschast fährt am kommenden Sonntag nach Warburg, um gegen die Liga der Vereinigten V. f. D.-Kurhessen em Gesellschafts­spiel auszutragen. In einem vor mehreren Mo­naten ebenfal^ aus dortigem Platz ausgetra­genen Treffen mußte sich Gießen mit 2:4 ge­schlagen bekennen. Wenn D. f. D. diesmal gün­stiger abschneiden will, muh er eine bessere Gesamtleistung aufbringen als am vergangenen Sonntag gegen Klein-Steinheim. Voraussichtlich wird die Mannschaft in stärkster Aufstellung an- treten, was einige Hoffnung auf Erzielung eines ansprechenden Resultats zuläht. Voraussetzung ist, dah sie mit dem ganzen Kampfgeist und Sieges­willen spielt, der notwendig ist, um gegen eine Mannschaft wie die des V. f. D.-Kurhessen zu bestehen. Die Plahels gehört bekanntlich zur Cßc- zirksliga (Oberliga): sie rerlor vor vierzehn Tagen gegen den allerdings sehr spielstarken Frankfurter Dezirksligaverein Rotweih hoch mit 0:5 und Wird nun Wohl alles daransehen, um durch einen eindrucksvollen Sieg über den zweitklassigen Gegner die Scharte wieder auszuwehen. Man darf auf den Ausgang dieses Treffens der beiden alten Rivalen, die sich schon in so manchem Ge­sellschaftsspiel und Punktekampf gegenuberstanden, gespannt sein.

Die Ligareserve fährt ebenfalls nach Marburg und ist Gegner der gleichen der D. f. D.-Kur° Hessen. Sie gewann fei der letzten Begegnung mit 4:2 und sollte auch diesmal wieder Chancen für einen knappen Sieg haben. Allerdings ist dies ihr erstes Spiel nach der Sperre, das sie nur für sich entscheiden kann, wenn sie sich gleich zusammenfindet.

Für die erste Iugendmannschaft steht der Gegner noch nicht fest, wahrscheinlich wird es, die erste Iugend der Marburger Vereinigten sein. Wenn der Abschluß noch zustande kommt, wird das Spiel ebenfalls auf dortigem Platz ausgetragen. V. f. B. Wird bei der bekannten Spielstärke Mar­burgs um eine Niederlage kaum herumkommen.

Die zweite Zugend wird in Lollar der dortigen ersten Zugend gegenüberstehen. Der Ausgang dieses Treffens ist offen.

Auch die erste Schülerelf tritt auf den Plan. Sie hat sich Garbenteichs Schüler verpflichtet.

Fußball in Großen-Buseck.

Für den kommenden Sonntag ist der Verein Sportlust" Cappel bei Marburg nach Grohen- Buseck zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Der genannte Verein, dem es in der letzten Verbandsspielserie gelungen ist, in die Bezirks­klasse 2 aufzusteigen und somit zur Liga gehört, genießt in seinem Heimatgau den besten Ruf und ist durch seine faire Spielweise gern gesehen. Die Spielvereinigung 1900 Gießen weilte am vergangenen Sonntag mit einer zweiten Mann­schaft bei dem obenerwähnten Verein, und es gelang ihr nur, ein Unentschieden zu erringen, ein Beweis, daß man hier vor eine spielstarke Elf gestellt wird. Lieber die Spielweise der Cap­peler Elf ist man wenig unterrichtet, anzuneh­men ist aber, daß die Mannschaft den in der Marburger Gegend besonders geübten flachen Fußball spielt. Nachdem die erste Mannschaft des F. C. 26 Grohen-Buseck gegen die Liga des Spiel- und Sportvereins 1921 Burg so glänzend abgeschnitten hat, so dürfte bei gutem Willen und unter Einsatz der vollen Kraft, ein weiterer Erfolg erzielt werden. Für die F. C. Zweite ist die kommende Ligareserve derSport­lust" Cappel verpflichtet. Auch die Zugend- mannschaft des erwähnten Vereins wird ver­treten fein, um gegen Großen-Buseck anzutreten.

Sportverein 1928 Garbenteich.

Kommenden Sonntag tritt nach langer Pause die erste Zugend- und die erste Schülermann­schaft des Sportvereins 1928 Garbenteich auf den Plan. Die Zugendelf trägt auf eigenem Platze ein Gesellschaftsspiel gegen die dritte Zu­

wandten, der einen höheren Posten bei der Re­gierung in Schneidemühl belleidete, war es ihm gelungen, das Versäumte nachzuholen, aber einen Tag und eine Nacht hatte er doch darangeben müssen. Lind als er nun imReichshof" anlangte, in dem er sich ein Zimmer bestellt hatte, war dieses längst vergeben und kein anderes mehr frei. ZmDanziger Hof", imDeutschen Haus" und imNorddeutschen Hof" überall dieselbe abschlägige Antwort.

2fi>er auch das focht ihn nicht an. Er lieh sein Gepäck auf dem Bahnhof und begab sich auf die Wanderung.

An dem stolzen, goldgezierten Hohen Tor und dem alten Stockturm vorbei war er in die Lang­gasse und von dieser in die Zopengasse eingebogen da sah er den Turm von St. Marien vor sich.

Aus dem steinernen Llrwald von Zinnen und Mauern, dem wundervollen Geäst spitzer, nadel- förmiger Dasallentürmchen, aus dem dicht ihn umschließenden^sermeer ragte der alte Recke truhig und stark in den Himmel. Mit der satten Glut dunkelroter Rosen umschmiegte das Abend- licht seine wuchtige Gestalt, flocht ihm eine Krone von leuchtenden Edelsteinen um das königliche Haupt, tauchte ihn in eine Welt von Farben und Duft und baute von Turm zu Turm, von Giebel zu Giebel hinüber feine glitzernd spielen­den Drucken.

Klaus' Seele aber jubelte diesem Anblick ent­gegen. Alle Crdenschwere und Erdensorge war von ihm gewichen.

Mit einemmal regte sich etwas in ihm, das mit dieser hochgehobenen Stimmung Wohl kaum in Einklang zu bringen war: ein rechtes redliches Hungergefühl. Soviel Geld, sich ein schönes Abendessen mit einer Flasche guten Weins zu leisten, hatte er aus allen seinen Verkäufen glück­licherweise noch erübrigt. Lind langte es nur für heute der kommende Morgen muhte für sich selber sorgen.

Lind er faß in der altertümlichen, so ganz dem vornehmen Hansegeist der Stadt angepaßten Weinstube in der Zopengasse, ah und trank, wie ihm zumute war, und faßte, neu gekräftigt, seine weiteren Entschlüsse. Für einen kurzen Augen­blick wollte er bei seinem Oberst vorsprechen.

bitterschweren Zähren vielleicht mit doppelter Schnelligkeit werden.

Aber das war es nicht, was ihn bei dieser ersten Begegnung so befangen, ja geradezu so unsicher machte, sondern etwas anderes: die ihm auf den ersten Blick aufdämmernde Ahnung von mancher Nacht, die diese aufrechte und tapfere Frcr.u in Kamps und Herzeleid durchwacht haben mochte. Lind als läse sie in seiner Seele, sagte! sie unmittelbar nach den ersten herzlichen Will- kommensworten:3a, mein lieber Herr Körber, es hab eben ein jeder der Zeit seinen Zoll zahlen müssen. Sie sind nicht der einzige gewesen, ob­wohl es Sie besonders hart getroffen."

Zch glaubte. Sie hätten weniger Grund, sich über daS Schicksal zu beklagen."

Weil wir ein Haus und ein gutgehendes Geschäft geerbt, ja, vielleicht zu Geld und Reich­tum gekommen"

Vor allem deshalb, weil Zhr Herr Gemahl nicht, wie so viele seiner Kameraden, zur Lln- tätigkeit verdammt wurde, die seinem Feuer­geiste unerträglich gewesen wäre, sondern in eine regelmäßige Arbeit und eine geordnete Lebens­lage kam."

Gewiß, dafür konnte man Gott nicht dankbar genug sein. Aber Sie vergessen, daß es für ihn nur einen Beruf gab, nur eine Tätigkeit, in der er auf ging. Es ist wohl kein anderer so von Geburt an Soldat gewesen wie - er. Nicht nur sein Vater und Großvater soweit er seinen Stammbaum verfolgen kann, waren sie alle Offizier. Lind nun der Liebergang in eine Arbeit"

Sie brach ab. Die Tür hatte sich leise ge­öffnet: eine hoch und schlank gewachsene, bei aller Wohlbildung vielleicht zu schlanke und ein wenig schmale Mädchengestalt in hellem, kurz geschürz­tem Hauskleide mit weiten Aerrneln war in das Zimmer getreten. Die dunklen, im Halb­kreise um die Schläfen liegenden Haare ver­hüllten den oberen Teil der Stirn, ließen dafür aber das feine Oval des frauenhaft zarten Ge­sichts mit der kühlen, blassen Haut um so deut­licher hervortreten. Aus den tiefen, blauen Augen grüßte ein Leuchten, still und gemessen, wie alles an dieser eigenartigen Mädchengestalt, die in der Zeit, da er sie nicht gesehen, zu einer wundervollen Reise herangeblüht war.

Ich glaube, ich hätte Sie nicht wiedererkannt, wenn ich Ihnen da vorhin auf der Straße be­gegnet wäre."

Ich Sie aber um so eher," gab sio mit einer Stimme wieder, iw der ein seltener Wohlvang war.

Es sind über stellen Iahre her, daß wir mit­einander getanzt haben, und wenn ich mich recht erinnere, war es nur ein einziges Mal, und zwar hier in diesem Hause, zur Feier Ihres 17. Geburtstages." (Fortsetzung folgt)

Andere Welten warteten auch seiner. Was gewesen und verfehlt, lag hinter ihm. Hinter ihm sorgloses Genießen, unbekümmertes Spiel jugendlicher Triebe und Wünsche. Ein dunkler Vorhang trennte ein verflossenes Gestern von dem kommenden Morgen.

Mit einemmal war auch neue, ungeahnte Kraft in ihm. Durch die tiefe Stille der einsamen Nacht­stunde brausten Fausts Worte:

Ich fühle Mut, mich in die Welt zu wagen, Der Erde Weh, der Erde Glück zu tragen. Mit Stürmen mich herumzuschlagen

Lind in des Schiffbruchs Knirschen nicht zu zagen. Was einmal gewesen, versank zu neuen Llfem lockte ein Tag.

2. D u ch.

Danzig. Ein Waienabend umschmiegte die alte Hansestadt mit linden Liebesarmen, erzählte in ihren alten Gassen Märchen von gestorbenen Zeiten, schwang seine glutroten Fackeln über hohe Türme empor zu einem Himmel von mattblauer Seide und ruhte still und geborgen unter den verträumten Giebeln schmalfrontiger, dicht an­einandergekuschelter Häuser. Obwohl die Glocken­spiele des Rathauses und von St. Katharinen feierten, ging doch ab und zu ein leises Singen und Klingen durch die Lust. Lind wenn man, von den QPärften und Straßen abzweigend, in die Enge der schmalen Nebengassen sich begab, gl .übte man, es ganz deutlich zu vernehmen. Aber man wußte nicht, woher es kam, noch, wohin es sich verlor; traumhaft war es und geistergleich wie die ganze alte Stadt, über die der zunehmende Abend die dunkelnden Fittiche breitete.

Co sah Klaus Körber sein Danzig wieder, so wandelte er, nachdem er den Hauptbahnhof und das Gewirr der surrenden Elektrischen und der fauchenden Autos hinter sich gelassen, durch seine alte, kraftumsponnene Herrlichkeit, der er von je in so tiefer Liebe zugetan war.

Sehr glücklich war sein Einzug nicht gewesen, und ein anderer, der zum Aberglauben neigte, hätte darin vielleicht keine gute Vorbedeutung gesehen. Unmittelbar vor dem Korridor, nachdem er nur noch wenige Stunden von seinem Ziele entfernt war, hatte man ihn trotz seines ener­gischen Widerspruchs aus dem Zug gewiesen und an der Weiterfahrt gehindert, weil er wohl die deutschen wie polnischen Sichtungsvermerke, aber nicht die geforderte amtliche Bescheinigung des Finanzamts bei sich hatte, dah der Verdacht einer C teuerhinterziehung bei ihm ausgeschlossen wäre. Mit Hilfe eines entfernten Der-

bearüßende Einrichtung getroffen, daß die Schu­ler der Real- und der Volksschule zum Früh- stück ein Fläschchen sterilisierte, kühle Milch für zehn Pfennig bekommen. Bei der jetzigen heißen Witterung ist diese Gelegenheit den Kindern besonders erwünscht. Wenn sich die Einrichtung bewährt, kann im Winter warme Milch von einem hiesigen Milchgeschäft geliefert werden.

---Eckartsborn, 15. Aug. Ein Ehren­mal für die Gefallenen des Weltkrieges errichtet gegenwärtig die hiesige Gemeinde. Die von der Firma G e m m e r (Lißberg) ausge­führten Arbeiten gehen ihrem Ende entgegen, fo daß die Einweihung des Denkmals am kom­menden Sonntag erfolgen kann.

Kreis Schotten.

ch Aus dem Kreise Schotten, 15. Aug. Eine Reihe von Züchtern des roten Vogels­berger Viehes hat in den letzten Tagen einen schönen Erfolg gehabt. Als Vertreter der Firma Hagenbeck durch unser Gebiet kamen, wurden sie auf die reingezüchtete rote Rasse aufmerksam, so daß sie sich entschlossen, einige Tiere zu erwerben. Bei einer Rundfahrt wählte man mehrere tragende Rinder und sprungfähige Dullen aus. Es wird beabsichtigt, diese Tiere nach Südwest-Afrika zu bringen. Dei dem Auf­kauf wirkte das zuständige Landwirtschaftsamt in Nidda, ferner Gutsbesitzer Fischer vom Hof Zwiefalten mit.

cpHartrnannshain,15. Aug. Der Frem­denverkehr hat sich äußerst günstig ent-

Fußball in Güddeuischland.

Wenn auch nicht alle 64 süddeutsche Dezirks- ligavereine bereits am ersten Sonntag in den Kampf eingreifen der Mainbezirk fehlt völ­lig, so gibt es dennoch bereits spannende De- gegnungen. Cs spielen: in der Gruppe Ba­den: F. C. Freiburg gegen Sp. Dg. Freiburg, Sp. Dg. Schramberg gegen S. C. Freiburg. Gruppe Rhein: Sp.Dg. Mundenheim gegen V. f. L. Neckarau, S. D. Waldhof gegen F. Dg. Rohrbach, Mannhein 08 gegen Sp. Dg. Sand­hofen. Gruppe Saar: D. f. R. Kaisers­lautem gegen Sportfreunde Saarbrücken. Gruppe H essen: Mainz 05 gegen Aleman­nia Worms, 1. F. C. Langen gegen D. f. L. Neu- Isenburg. Don den Gesellschaftsspielen sind zu erwähnen: S. D. Wiesbaden gegen Gradjan- ski Agram (Samstag), F. S. V. Frankfurt gegen Gradjanski Agram (Sonntag), Karlsruher F. V. gegen Hertha/B. S. C., Kassel 03 gegen Rot­weiß Frankfurt.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Der kommende Samstag und Sonntag wird die Fuhballabteilung der Spielvereinigung 1900 Gießen erstmals in der neuen Saison in Gießen in Tätigkeit sehen.

Bereits am Samstagnachmittag erwartet man auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe die Liga­mannschaft vom Sportverein 1920 Heuchelheim. Den Gießener Dorortlem ist nach jahrelangen Bemühungen endlich die Meisterschaft in der ^-Klasse (1. Gaullasse) gelungen und damit zu­gleich der Aufstieg in die Liga (2. Bezirks klasse). Die Gäste stellen eine richtige Kampfmannschaft, aus der Torwart, Läufer und Innenstürmer be­sonders hervorragen. Auf dem heimischen Platz in Heuchelheim trotzte diese Elf selbst den stärk­sten Gegnern beachtenswerte Resultate ab, wäh­rend sie auswärts nur sehr selten spielte, und somit der richtige Vergleich fehlt. Im Vorspiel in Heuchelheim lieferten sich die morgigen Geg­ner ein recht spannendes Spiel, das einen knappen 3:2-Sieg der 1900er zeitigte. Die Ausstellung

zuzuwenden. Neben Anlage von größeren E rd- beerplantagen auf Aeckem hat man auch hie und da den Anbau von Bohnen in größerer Ausdehnung vorgenommen. Es kamen meistens nur Buschbohnen zur Anpflanzung, und zwar bewährten sich die SortenSchwert-Nord­stern" undHinrichs Riesen" aufs beste. So konnte ein Landwirt auf einem knapp V, Morgen großen Acker eine Ernte von über 17 Zentner erzielen, die er zum Teil zu recht guten Preisen absehte. Die Getreideernte befriedigt eben­falls. Quantitativ ist der Ernteausfall zufrieden­stellend bis gut, qualitativ sehr gut. Während das Hektoliter Weizen beispielsweise in sonstigen Zähren bis zu 74 Kilogramm wiegt, hat man diesjährig Gewichte von 78,5 bis 79 Kilogramm, festgestellt. Die Gartenfrüchte, besonders die Gemüse, ergaben sehr geringe Erträge, nur die Gurken- und Bohnenernte ist zufrieden­stellend. Die Obstbäume versprechen ein gutes Mittelergebnis trotz des durch die Trockenheit verursachten Abfalls eines großen Telles der Früchte. Da aus verschiedenen anderen Gegen­den über geringere Obstergebnisse berichtet wird, so hoffen die hiesigen Landwirte auf gute Obstpreise.

Kreis Friedberg.

Da d-Nauheim, 15. Aug. Der Stadt- rat hielt gestern eine Sitzung unter Vorsitz des Beigeordneten Kling ab. Es waren nicht weniger als achtzehn Punkte zu erledigen. Her­vorzuheben ist, daß der endgültige Beitritt zum ZweckverbandWette rau" erfolgt ist, und dem vorgelegten Entwurf einer Satzung zugestimmt wurde. Der Anschluß an den Zweck­verband ist ein erfreulicher Schritt auf dem Wege der Annäherung und Verständigung der Nachbarstädte Friedberg und Bad-Nauheim, die ja übrigens jetzt gemeinsame kommunalpvlitischr Arbeit leisten wollen, soweit es möglich ist. Der gemeinsame Städteausschuß ist von beiden Stadt­räten schon vor längerer Zeit beschlossen, und gestern wählte der hiesige Stadtrat seine Ver­treter in dasüberstädtische" neue Parlament. Beschlossen wurde, die Bad-Nauheimer Kirmes, das weitbekannte Saisonschlutzfest, am 6. und 7. Oktober nach altern Brauche auf dem Marktplatz in der Altstadt zu feiern. Die starke Inanspruchnahme der hiesigen Arbeits- amtsnebenstelle macht die Verlegung der Geschäftsräume aus dem Stadthause notwendig. Der Stadtrat stimmte der Ermietung einer Pri­vatwohnung zu 1680 Mark Iahresmiete für das Arbeitsamt zu. Abgelehnt wurde zunächst der Antrag der Verwaltung auf Beschaffung eines Elektro-Lastwagens mit 2000 Kilogramm Trag­kraft. Der Dauausschuh soll sich mit der Sache nochmals beschäftigen. Für Asphaltie­rung eines Teils der Fürstenstraße wurden 9500 Mark bewilligt.

Bad-21 anheim, 15. Aug. In Heidel­berg, wo er im Ruhestand lebte, ist General­oberarzt a. D. Dr. Schrade gestorben. Nach langjähriger militärärztlicher Dienstleistung bei den verschiedensten Truppenteilen, u. a. auch beim Infanterie-Regiment Nr. 116 in Gießen und beim Feldartillerie-Regiment 47 in Fulda, be­kam er 1909 als Oberstabs- und Chefarzt die Leitung des hiesigen Militärkurhauses (jetzt Reichsversorgungskuranstalt). Durch die men­schenfreundliche wohlwollende Behandlung, die er seinen Pflegebefohlenen zuteil werden ließ, ist sein Name bei Tausenden von Militärkurgästen in allen Teilen des Reiches noch in bester Er­innerung. Dr. Schrade war hier Begründer der heute noch sehr regen Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft und hat sich als Kolonnen- arzt der hiesigen Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz auch um das hessische Kolon­nenwesen sehr verdient gemacht.

Kreis Büdingen.

A Nidda, 15. Aug. Nach Ablauf der Som­merferien der hiesigen Schulen wurde die zu

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