politischen und reparationspolitischen Rückwirkungen einer Kritik des Reparationsagenten am derzeitigen Finanzminister, wie sie die französische Presse angibt, dürften solche Äußerungen auch die innerpolitische Belastung der jetzigen Koalition zweifellos vermehren.
Hans Delbrück f.
Die in einem Teile unserer gestrigen Aas- aaüe nach gebrachte Nachricht von dem plötzlichen Tode des Geschieh tsprosessors der Berliner Universität, Dr. HansDelbrück, kommt für alle überraschend. Denn gerade in diesen Tagen hat sein Name im Mittelpunkt einer öffentlichen Diskussion gestanden, da er ursprünglich am 28. 3uni in der Berliner Universität eine groß angelegte Rede über den Versailler Friedensvertrag und die Kriegsschuldfrage halten sollte, wozu es aber nicht kam, da die preußische Regierung eine Teilnahme aller Staatsbeamten an Veranstaltungen gegen die Krie-iLfchuldfrage untersagt hatte. Die Rede ist inzwischen im Druck erschienen und stellt em historisches Dokument dar, das in objektiv wrs- senschaftlicher Form die Behauptung der deutschen Kriegsschuld ad absurdum führt.
Mit Hans Delbrück ist ein Historiker aus dem Leben geschieden, der auch politisch außerordentlich regsam war. 3m besonderen trat er vor allem in der letzten Zeit für die demokratische Auffassung ein, wobei er aber einen Standpunkt einnahm, der ihm auch eine Verbindung zu den Rechtsparteien ermöglichte. 3m 3ahre 1848 in Bergen auf Rügen geboren, widmete er sich dem Studium der Geschichtswissenschaft und nahm dann als Reserveoffizier am Kriege gegen Frankreich teil. Dom Kriegsschauplätze zurückgekehrt, widmete er sich weiterhin seinem Studium und promovierte im 3ahre 1873 zum Doktor der Philosophie. 3m wesentlichen wandte er sich der Untersuchung der Kriegsgeschichte zu, wozu er vor allem nach dem Weltkriege reichliches Material fand. 3n den 3ahren von 1874 bis 1879 war er der Erzieher des Prinzen Waldemar von Preußen, habilitierte sich dann in Berlin und wurde schließlich 1896 als Nachfolger des großen Historikers Treitschke auf den Berliner Lehrstuhl für Geschichtswissenschaft berufen. Sein Name trat damals schon insofern recht stark hervor, als er als Leiter der Preußischen 3ahrbücher zahlreiche bedeutsame Artikel veröffentlichte, die großes Aufsehen erregten. Bereits im 3ahre 1882 wurde er als Abgeordneter in den Preußischen Landtag berufen, dem er bis zum 3ahre 1885 angehörte. 3m 3ahre 1884 wurde er in den Reichstag gewählt und war bis zum 3ahre 1890 als Reichstagsabgeordneter tätig. Die ersteren größeren Schriften über sein Studium der Kriegswissenschaft erschienen im Anfang des neuen 3ahrhunderts, von dem besonders die umfassende Geschichte der Kriegskunst zu erwähnen ist, die in vier Bänden in den 3ahren 1909 bis 1920 veröffentlicht wurde. Weiter ist in diesem Zusammenhang sein dreibändiges großes Werk „Krieg und Politik" zu nennen, das er im 3ahre 1919 herausgab. Sein Studium brachte ihn bald in eine erbitterte Gegnerschaft zu Ludendorff, den er in seiner Schrift „Ludendorffs Selbstporträt" als den „Friedenssabotier" hinstellte und dem er auch alle Feld- herrnkunst absprach. Seinen Standpunkt hielt er vor allem auch als Gutachter in dem parlamentarischen Llntersuchungsausschuh zur Klärung der Ursachen der deutschen Niederlage im Weltkriege uneingeschränkt aufrecht, wobei er aber in einen gewissen Gegensatz zu den beiden anderen Gutachtern, dem General v. Kuhl und dem Oberst Schwertfeger kam. Bis jetzt war Delbrück noch Mitglied der Historischen Kommission für das Reichsarchiv und trat in den Dezemberwahlen 1924 als Parteiloser für die Demokratische Partei ein.
Mit dem 81jährigen Geschichtsforscher ist ein Historiker größten Formats von dem Schauplatz des Lebens abgetreten. Für die Wissenschaft bedeutet dies einen sehr schweren Verlust. Aber auch das ganze deutsche Volk hat mit ihm einen Mann verloren, dem es unendlich viel zu verdanken hat, und von dessen Forschungsergebnissen viele der folgenden Generationen zehren werden. Seine historischen Studien brauchen sich hinter denen anderer Geschichtsforscher nicht zu verstecken: was ihn auszeichnete, war vor allem die Verarbeitung des von ihm zutage geförderten Stoffes, die sich durch sachliche Kritik und lebhafte Schilderung der Ereignisse der früheren und späteren Vergangenheit auszeichnet. Die Revolution hat er niemals gebilligt, er hat aber die Republik aus reinen Dernunstgründen anerkannt und durch seine publizistische Arbeit versucht, aus der Vergangenheit entsprechende Lehren für die neue Staatsform zu ziehen. Aber noch wenige Tage vor seinem Tode muhte er erleben, daß gerade diejenigen, denen er politisch noch am nächsten stand, ihn nicht verstanden hatten: sie waren es, die ihm am 28.3uni seine Erinnerungsrede über Versailles und die Lüge von der deutschen Kriegsschuld verboten.
Amtliche Beileidskundgebungen.
Berlin, 15. 3uli. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat der Witwe des verstorbenen Geheimrats Hans Delbrück in einem persönlichen Schreiben seine aufrichtige Teilnahme ausgesprochen.
Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Dr. Decker, hat an die Witwe Delbrücks ein Telegramm gerichtet, in dem es u. a. heißt: ,,3n einem reich erfüllten Leben hat der Verstorbene der h i st o - rische n Wissenschaft Antriebe gegeben, die weiter wirken werden. Heiliger Ernst und unbestechlicher Wahrheitssinn erfüllten chn, als er sich in schwerster Zeit des Vaterlandes an das Gewissen der Nationen der Welt wandte. Dankbar gedenke ich all dessen, was er in langem, segensreichem Wirken der Wissenschaft und dem Vaterland gegeben hat."
Rachrufe der Berliner presse.
Berlin, 16. Juli. (Priv.-Tel.) Sämtliche Blätter widmen dem gestern verschiedenen Historiker Geh. Regierungsrat Professor Dr. Hans Delbrück lange Nachrufe, in denen sie sein Wirken als Hi« storiker und als Politiker eingehend würdigen.
3n der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" wird gesagt: Als Historiker wie als Pvlitcker war Hans Delbrück der Mann der unerschrockenen Tatsachenkritik. Selbständige Nach- Prüfung und unvoreingenommenes Urteil, das hat er gelehrt. 3hm lag nicht daran, Schule zu ma-
Lustschiffbau und presse.
Erklärungen Dr. Eckeners. - Die Monopolberichterstattung.
Friedrichshafen, 15. Juli. (WTB.) Auf einer hier abgehaltenen Tagung des Vereins Würt- tcmbergifcher Zeitungsverleger antwortete Dr. Hugo Eckener auf die Begrüßungsworte des Generaldirektors E f f e r und äußerte sich dabei über die Beziehungen zwischen Luftschiffbau und Presse. Mit Bezug auf das Zeppelinwerk sagte er: Mit ganz besonderer Dankbarkeit gedenke ich des Verhaltens der deutschen Presse, der Führerin der öffentlichen Meinung. Dank gebührt namentlich der württembergischen Presse, denn sie hat in erster Linie für den Zeppelin gearbeitet.
Ls scheint dos Schicksal des Zeppelinwerkes zu sein, immer wieder von neuem um seine Existenz, berechtigung und um den Beweis seiner Eignung für verkehr und sonstige Verwendung kämpfen zu müssen.
Wir waren, so fuhr der Redner fort, der Kritik des größeren Teiles der deutschen Presse ausgesetzt, weil wir ein Monopol der Berichterstattung teilweise vergeben haben. Ich bedauere. Ihnen mitteilen zu müssen, daß etwas Aehnliches sich wie der als notwendig erweisen wird bei der Weltfahrt. Dr. Eckener äußerte sich über Einzelheiten
der Fahrtroute, kam auch auf die Finanzierung der Fahrt zu sprechen und sagte: Der beste Weg, um solche Unternehmungen bezahlen zu können, führt über die amerikanische Presse, die ja, wie bekannt sein dürfte, auch die verschiedensten Expeditionen durch Geldmittel ermöglichte.
Von der amerikanischen presse wurde an mich herangelreten. Ls ist selbstverständlich, daß die deutsche presse nicht in der Lage ist, solche Summen wie die amerikanische zu zahlen. Trotzdem haben wir uns mit der deutschen presse ebenfalls in Verbindung gesetzt, und es werden auch einige Vertreter an der Fahrt teilnehmen. Also nicht schnöde Gewinnsucht leitet uns hier, wie auch bei den letzten Fahrten, sondern lediglich der Umstand, daß die amerikanische presse finan- ziell stärker ist, und wir naturgemäß für unser
Unternehmen großer Geldmittel bedürfen.
Auch der „Matin" ist an uns herangetreten, seinen Vertreter S a u e r w e i n mit auf die Fahrt zu nehmen. Herr Sauerwein weilte dieser Tage in Friedrichshafen. Auch hier zeigt sich wieder der Zeppelin als völkerverbindendes Mittel.
Heue Flöge des Wgschiffes,/Äo X".
Mit 25 Personen an Bord. — Oer Erbauer und seine Mitarbeiter sehr befriedigt.
Rorschach, 15. 3uIL (WTB.) Don der Dornier-Werft in Altenrhein aus wurden heute vormittag die Dersuche mit dem Flug schiff „Do. X“, in dem 25 Personen waren, erfolgreich fortgesetzt. 3n Abänderung der ursprünglichen Dispositionen wurde nicht so'ort ein längerer Probeflug unternommen, sondern man stellte zunächst Dersuche an, wie sich die riesige Maschine auf dem Wasser und beim Start mit verringerter Motorenkraft verhielt. Gegen 9 Uhr begannen am Schweizer Ufer des Bodensees und schließlich auch nach der Mitte des Seegebietes zuerst einmal Rollversuche mit nur acht Motoren, wobei es sich zeigte, daß die „Do. X“ auch mit nur zwei_ Drittel Maschinenkraft exakt und sicher mcrnövrieren kann. Um 9.30 Uhr ließ Dr. Dornier mit dieser verringerten Maschinenkraft das Flugschiff starten. Zur allgemeinen Ueberraschung aller Beteiligten konnte Chefpilot Wagner die
„Do.X" schon nach 28 Sekunden glatt vom Wasser abheben,
brauchte also zwei Sekunden weniger als bei den am Freitag mit allen zwölf Motoren vorgenommenen Startversuchen. 3n etwa 3 0 bis 4 0 Meter Höhe flog die „Do. X“ ruhig und sicher einige Minuten lang über dem See dahin, um dann entsprechend den Anweisungen Dr. Dorniers wieder auf das Wasser niederzugehen. Die Werftleitung will nach jedem einzelnen Versuch zunächst die Ergebnisse auswerten, bevor weitere Flügeunternommen werden.
Nachdem die Maschinen der „Do. X" am Vormittag in allen ihren Teilen überraschend gut gearbeitet hatten, wurde der Nachmittag zu einem größeren Fluge benutzt. Das Flugschiff hat um diese Zeit einen Rundflug über den Bodensee ausgeführt und dabei auch der Stammwerft der Dornier-Flugzeugwerke in Manzell bei Friedrichshafen am Nordufer des Sees einen Besuch abgestattet. Nach
Ueberquerung der Wasserfläche in ihrer ganzen Breite
landete die „Do. X*, die wiederum Dr. Dornier an Bord hatte, elegant und ohne Schwierigkei
ten um 15.30 Uhr in der Nähe der Manzell er Werft, wo das Flugschiff von den Werksangehörigen begeistert begrüßt wurde. Nach kurzem Aufenthalt flog das Schiff wieder nach Altenrhein an das schweizerische Ufer zurück. Nach Mitteilung der Besatzung entspricht die Maschine allen an sie bisher gestellten Anforderungen in vollem Maße.
Oie Manövrierfähigkeit des Zlugschiffes zeigte sich namentlich beim Start von Manzell aus, als es nach Wiederaufstieg sich mit einer prächtigen Schleife verabschiedete. Es wird weiter hervorgehoben, daß sich das Schiff beim zweiten, während des Vormittags erfolgten Start aus dem Wasser heben konnte, obwohl nur a ch t Motorenin Tätigkeit waren. 3nsgesamt waren mit Maschinisten, 3ngenieuren und Vertretern der Werftleitung 25 Personen auf die verschiedenen Räume des Schiffsrumpfes verteilt. Trotz des Gegendruckes erreichte das Flugschiff schon während des Steigens eine erhebliche Geschwindigkeit, denn am Tachometer konnten 210 Kilometer abgelesen werden. Es wurden dann Geschwindigkeitsversuche festgestellt und mit gedrosselten Motoren noch 18 0 Kilometer erreicht. Vor Manzell wurde unter dem 3ubel der aus dem Werk herausgetretenen Belegschaft gelandet. Wieder rollte der Riesenvogel vor dem Winde auf den offenen See mit soviel Gas hinaus, daß er mit etwa 100 Kilometer Geschwindigkeit über die Wellen des ziemlich stark bewegten Bodensees hinwegglitt. Dabei wurde mit Erstaunen festgestellt, daß man die Welleninder „Do. X"kaumverspürte und den Eindruck hatte, über völlig ruhiges Wasser hinw^gzugleiten. Kurz und leicht hob sich das Flugschiff wieder und stieg schnell auf 60 0 Meter Höhe. Nach einem größeren Rundflug, der bis zur 3nsel Mainau in der Nähe von Konstanz führte, landete der „Do. X" nach etwa halbstündigem Flug wieder glatt in der Werft von Altenrhein. Dr. Dornier, der an dem Probeflug teilnahm, zeigte sich ebenso, wie seine Mitarbeiter und Freunde von den Ergebnissen des Fluges äußerst befriedigt.
chen eine blindäugige Gefolgschaft um sich zu scharen. Delbrück paßte nie in eine der hergebrachten Parteischablone, im alten Deutschland so wenig wie im neuen. Als glühender Patriot trotzte er der Ungnade, ja selbst der Strafdrohung, die ihm seine Kritik an gewissen Regierungs- mahnahmen im Vorkriegsdeutschland zuzog. Aufrecht und rückhaltslos trat er auch dann in der Republik gegen die Schäden auf, die er schärfer sah und wuchtiger bekämpfte, als irgend ein anderer.
Der „Lokal-Anzeiger" ruft ihm nach: Mit Hans Delbrück hat die deutsche Geschichtswissenschaft ihren Senior verloren, den Nachfolger Treitschkes im Lehramt an der Berliner Universität, einen Gelehrten, der seinen Namen mit dem berühmten Werk über die „Geschichte der Kriegskunst" unsterblich gemacht hat, der aber auch mit heißem Herzen an den Geschehnissen der lebendigen Gegenwart teilnahm und bis zu seinem Tode nicht aufgehört hat, ihnen mit scharfer Wachsamkeit zu folgen.
3n der „Deutschen Tageszeitung" wird ausgeführt: Wesentlich für Art und Charakter Delbrücks war seine Verbindung von Historie und Politik. Der unermüdliche Wahrheitsforscher ging an die Ergründung der Krieas- schuldfrage mit der Unerschrockenheit des völlig unabhängigen Historikers heran, und er ist einer der wichtigsten und schneidigsten Vorkämpfer im Kampf geworden, den das deutsche Volk gegen die Kriegsschuldlüge zu führen hat.
Die „Germania" weist darauf hin, daß Hans Delbrück als anerkannter Fachmann auf dem Gebiete der Kriegskunst schon während des Weltkrieges scharfe Kritik nicht allein am Treiben der Alldeutschen, der Extremisten und Hakatisten, sondern auch an der Kriegskunst Ludendorffs geübt hat und nach dem Weltkriege als Mitglied des parlamentarischen Untersuchungsausschusses scharfen Ausdruck verliehen habe. Auf der anderen Seite habe er sich nach dem Kriege dadurch ein großes Verdienst erworben, daß er auf Grund seiner alten Beziehungen zu ausländischen Gelehrten die Frage der deutschen Kriegsschuld geklärt und mit reichem Tatsachenwissen die Kriegsschuldlüge widerlegt hat.
Das „Berliner Tageblatt" erklärt: Wissen, Urteil und Charakter verbanden sich in ihm zur Einheit und verhalfen ihm zu einer Anerkennung und Wertschätzung, die an den Grenzen der Partei, der Schule, des Landes nicht Halt machte. Sein unerwartetes Hinscheiden trifft gleich schmerzlich die Wissenschaft und das ganze öffentliche Leben. Cs reiht eine Lücke, die sich lange fühlbar machen wird.
In der „V o s s i f ch e n Z e i t u n g" heißt es: Gerade an seinem 70. Geburtstage, am 11. November
1918, brach das Reich zusammen. Mit frischem Temperament nahm Hans Delbrück sich seines Volkes in dessen größter Not an. Er kämpfte für den neuen Staat, der ihn innerlich zwar wenig anzog, den er aber als die Rettung immer stärker anerkannte. Er kämpfte gegen Ludendorsf und gegen die Dolchstoß, legende, und gegenüber der Versailler Kriegsschuldthese verfocht er mit unerschütterlichem Glauben die Ueberzeugung von Deutschlands völliger Unschuld am Kriege.
Der „21 b e n d" sagt: Das deutsche Volk hat einen schweren Verlust erlitten. Hans Delbrück war gewiß nicht unser Mann. Vor dem Kriege war er frei- konservativer Abgeordneter, seine bürgerliche Einstellung hat er niemals verleugnet. Aber er war ein Mann von höchster Lauterkeit der Gesinnung, ein Denker und Forscher, der im wahren Sinne des Wortes ein Vertreter der voraussetzungslosen Wissenschaft war.
Spionage in Pommern?
Berlin, 16. Juli. (Priv.-Tel.) Vor einiger Zeit erschien beim Landratsamt in S t o l p in Pommern ein der Kriminalpolizei seit langem spionageoerdächtiger Russe, der angab, roid)tige Mitteilungen über eine polnisch- f r a n z ö s i s cb.e Spionageorganisation in Ostdeutschland machen zu können. Er verlangte für die Preisgabe seiner Informationen 12 000 Mark. Das Anerbieten des Russen wurde abgelehnt; die Polizei überwachte aber den Russen, der bald darauf seine Rückreise über Warschau antrat. Nach einer Meldung der „Stolper Morgenzeitung" fand man bei dem ohne Mittel nach Deutschland gekommenen Rusten 32 000 Zloty und eine genaue Aufstellung der pom- merschen Garnisonen.
Aus dem Gefängnis entlassen.
Bützow, 15. 3uli. (WTB.) Heute nachmittag wurden aus dem Zentralgefängnis in Bützow die fünf wegen Fememords in Mecklenburg Verurteilten aus der Haft entlassen. Es handelt sich um den Oberleutnant a. D. Schöler, den Maurer N o h o n, den Landwirt Li h k a, den Feldschuhbeamten Boldt und den Schuhmacher Kala. Diese fünf waren im 3uli 1925 vom Schwurgericht Berlin wegen Fememordes zum Tode verurteilt worden. Die Todesstrafe wurde dann in eine Zuchthausstrafe umgewandelt. Auf Grund der Reichsamnestie vom vorigen 3ahre erfolgte dann die Umwandlung der Zuchthausstrafe in Gefängnisstrafe. Die nunmehrige Freilassung der fünf Verurteilten ist auf Grund eines Be
schlusses der mecklenburg-schwerinschen Staats- regierung erfolgt
Das Befinden des englischen Königs.
London, 16.Juli. (TU. Funkspruch.) Das De» finden des englischen Königs war nach deü Operation im Verlaufe des Montagnachmittags zu- frieden st eilend. Ein amtlicher Krankheitsbericht ist nicht ausgegeben worden. Aus der Umgebung des Königs verlautete am späten Abend, daß das Allgemeinbefinden normal fei.
Geheimes Konsistorium im Vatikan.
9t o m, 15. Juli. (WB.) Der Pa p st hielt ein g e • Heimes Konsistorium ab. Er kreierte den Erzbischof von Mailand, Schuster, zum Kardinal und bestätigte Monsignore T a p p u n i als Patriarch der Kirche von Antiochia in Syrien. Der Papst hat keinerlei Ansprachen gehalten, sondern äußerte nur einige Worte im Hinblick auf die Regierung. Er kündigte jedoch an, daß er später eine Ansprache halten werde.
Ans aller Welt.
Grubenbrand auf Zeche „Katharina" bei Efsen.
In der Nacht zum Montag ist in einem Blindschacht der Zeche „Katharina" in Kray bei Esten auf der fünften Sohle aus bisher noch nicht ge- Härter Ursache ein großer Grubenbrand ausgebro« chen, der trotz sofort eingesetzter Rettungsmaßnah- men im Laufe des Montagoormittags an Ausdehnung zugenommen hat und bereits zum Hauptquerschlag der vierten Sohle eingedrungen ist. Es sind vier Bergarbeiter abgeschnitten, über deren Schicksal noch Unklarheit besteht. Nach einer Mitteilung des Oberbergamts in Dortmund sind weitere Menschenleben nicht in Gefahr. Die Belegschaft der Schachtanlage muß vorläufig feiern.
Noch kein Verkauf des Eibsees.
Die „Münchener Neuesten ^Nachrichten" behaupt ten, daß die von verschiedenen Blättern gebrachten Meldungen, wonach der Eibsee an eine amerikanische Privatgesellschaft verkauft worden sei und von dieser bereits Ende August übernommen werden soll, den Tatsachen nicht entsprechen. Die Familie T e r n e, in deren Besitz sich das Cibseehotel und der See befinden, stand zwar, so sagen die „Münchener Neuesten Nachrichten", in Verhandlungen mit Vertretern eines amerikanischen Klubs. Diese sind aber vor einigen Tagen, ohne einen Kaufvertrag abgefchlos- fen zu haben, aus Bayern nach der Schweiz abgereist und werden erst Ende August zur Fortführung der Verhandlungen zurückkehren.
Oie Wetterlage.
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Montag, gi5. Juli 1929,7" at>ds.
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Wettervoraussage
Infolge der starken Erwärmung ist der hohe Druck etwas zurückgegangen. Es haben sich zwei Kerne herousgebildet, von denen der eine über Deutschland, der andere über dem Nordmeer liegt. Zunächst wird unter dem Einfluß des hohen Druckes das herrschende Weiter noch fortbauern. Später jedoch ist mit aufkommender Bewölkung und Gewitterneigung zu rechnen, denn über Irland zeigt sich heute morgen ein Fallgebiet, das unter allmäh- lichem Herannahen späterhin Störungen Hervorrufen wird.
Wettervoraussage für Mittwoch! Noch heiter, heiß und trocken.
Wettervoraussage für Donnerstag: Ueberaang zu wolkigem Wetter mit Neigung zu Gewitterstörungen, schwül.
Reisewetlerdiensl
der amtlichen Wetterdienststelle Gießen.
Bayern (Garmisch - Partenkirchen): Gestern kühle Nacht, meist heiter: heute morgen 15 Grad. Südwestwind, heiter bis halb bedeckt. — (Berchtesgaden): Gestern kühle Nacht, meist heiter: heute morgen 14 Grad, Nordostwind, heiter bis halb bedeckt.
Rheingebiet (Köln): Gestern warmer Tag. meist heiter: heute morgen 18 Grad, Ostwind, heiter.
Küste (Westerland auf Sylt): Gestern milde Nacht, meist heiter: heute morgen 15 Grad, Nordwestwind. heiter bis halb bedeckt. — (Borkum): Gestern milde Nacht, meist heiter: heute morgen 17 Grad, Ostwind, heiter bis halb bedeckt. — (Swinemünde): Gestern kühle Nacht, meist trübe; heute morgen 19 Grad, Nordwestwind, heiter bis halb bedeckt.
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