Ausgabe 
16.7.1929
 
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Tatsache, daß unsere Chorvereinigungen

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Bekanntmachung. K ®ie , ..

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Rechnungsjahr 1929 liegt vom Mittwoch, dem 17. Juli d. 3., ab eine Woche lang auf

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Atzbach 29.

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Sich, den 16. Juli 1929.

am Landjägergehöst in Dutenhofen sind zu vergeben.

Ludwig Weller, Daugeschäst

dem Bürgermeisterbureau während der Dienststunden zur Einsicht offen. Während dieser Zeit können Einwendungen schrift­lich oder zu Protokoll oorgebracht werden.

Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben.

Jugend und Gesangvereine.

Reformen in den Vereinen nötig. Forderungen an den Staat.

Von G. Echzell, Kassel.

seenAltenhain und Ortsdurchfahrt Freienseen sind aufgehoben.

** Straßensperre. Wegen Vornahme von Strahenbauarbeiten sind die Bahnhofstraße zwischen Mühlstraße und Reustadt und die 2leu» stadt zwischen Bahnhofstraße und Westanlage von morgen ab für den Verkehr gesperrt.

** Geschäftsjubiläum. Herr Ludwig Gräf, Restauration und Lebensmittelhandlung, Ebelstraße Ecke Leihgesterner Weg, konnte gestern sein 30jähriges Geschäftsjubiläum feiern.

* Das Gauturnfest der D.T. in Als­feld. Man schreibt uns aus Alsfeld: Die Tage des Gauturnfestes, das am 20., 21. und 22. Juli in Alsfeld stattfindet, rücken heran. Roch immer laufen die Meldungen von Turnvereinen zur Teibiahme ein, so daß da die Zahl der angemeldeten Wetturner 1100 bereits überschrit­ten jetzt schon das Zustandekommen einer Ver­anstaltung gewährleistet ist, wie sie, rein tur­nerisch betrachtet, der Gau Hessen bis heute nicht aufzuweisen hat. Sonderzüge und Sonderlraftpo st führten werden 'einge­legt, um den auswärtigen Turnern die beste Aus» Nutzung der Festtage durch günstig gelegte Her- und Rückfahrzeiten zu verschaffen. So hat z. D. die Reichsbahnverwaltung am Festsamstag einen Extrazug ab Gießen 15.26, an Alsfeld 17.00 eingelegt. Die Rückfahrt kann ebenfalls durch Sonderzug am Festsvnntag ab Alsfeld 21.56 er­folgen. Der Zug, der auf allen Stationen hält, trifft 23.36 in Gießen ein. Die Feststadt Alsfeld wird ihr Möglichstes tun, ihre Gäste nach jeder Richtung hin zufrieden zu stellen und ihnen den Aufenthalt so angenehm wie nur möglich zu machen. Der Wohnungsausschuß kann mit Ge­nugtuung die Voraussicht bestätigen, daß es ge­lingen dürfte, die über die seitherige Zahl weit hinausgehende Masse von Wetturnern auch dies­mal annähernd alle in Dürgerquartieren unter­zubringen, ein Deweis, daß die Jünger Jahns in Alsfeld mit offenen Armen empfangen wer­den. Der Festausschuß hat dafür gesorgt, daß die Zeiten außerhalb des umfangreichen und vielseitigen, rein turnerischen Programms so aus­gefüllt sind, daß die Teilnehmer während der ganzen Dauer des Festes keinen Augenblick an­genehme Unterhaltung und Zerstreuung zu ver­missen brauchen. Das Fest stellt somit allen Ve- suchern von nah und fern höchste Befriedigung in Aussicht. Wan beachte die heutige Anzeige.

Verband oberhessischer Geflü­gelzuchtvereine. Der Vorstand des Ver­bandes oberhessischer Geflügelzuchtvereine hielt dieser Tage unter der Leitung des Vorsitzenden Kolter (Vad-Rauheim) im Hotel Hopfeld zu Gießen eine Sitzung ab, in der u. a. beschlossen

(neue) 9 bis 10, (pro Zentner, neue, 8 Mk., alte, 4,50 Wk.), Aepfel (ausl.) 45 bis 70, Dirnen 40 bis 60, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 45 bis 70, Sauer­kirschen 45 bis 50, Heidelbeeren 40 bis 50, Him­beeren 70 bis 80, Stachelbeeren 20 bis 35, Johannisbeeren 25 bis 35, Erdbeeren 60 bis 90, Walderdbeeren (Schoppen) 50 bis 55, Aprikosen 55 bis 60, Pfirsiche 75 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund: Tauben 70 bis 90, Eier 13, Blumenkohl 30 bis 90, Salat 5 bis 10, Salat­gurken 25 bis 50, Cinmachgurken 5 bis 10, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 15 bis 25, Sellerie 10 bis 15 pro Stück: gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 20 bis 25, Ra­dieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund.

Vornotizen.

TageskalenderfürDienstag. Stadt» theater:Die zärtlichen Verwandten", 20 bis 22.15 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ledige Mütter".

Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die heutige Aufführung derZärtlichen Ver­wandten" beginnt um 20 Uhr. Auf das Gastspiel der gefeierten 'Herrn Frau Prasch-Greoen» berg, die einen führenden Namen in der Berliner Schauspielerwelt hat, sei nochmals besonders hin» gewiesen.

* Von der Landesuniversität. Aus dem Staatsdienst entlassen wurde der ordentliche Professor für mittlere und neuere Geschichte an der Landesuniversität Gießen Dr. Aubin, mit Wirkung vorn 1. Oktober 1929 an.

*' Steuerfreiheit der Versasfungs- feiern. In einer Verordnung des Reichsfinanz­ministeriums wird bestimmt, daßVeranstaltungen, die am 11. August aus Anlaß und zu Ehren des Verfassungstages unternommen werden", dauernd von der Vergnügungssteuer befreit bleiben.

* Straßensperrungen. Dom Oberhessi­schen Automobil-Club (A. v. D.), Gießen, wer- den folgende Straßensperrungen mitgeteilt: Kilo­meter 0,08,6 der Straße Jlben st adiAl­te nst ad t im Zuge der Straße Ilbenstadt Düdingen ist ab 18. Juli bis auf weiteres für jeden Verkehr gesperrt. Umleitung über Ossen­heim- StadenStammheim oder Heldenbergen Eichen. Die Strecke L a u t e r b a ch R e u Maar im Zuge der Straße GießenAlsfeld LauterbachFulda ist ab 22. Juli für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Heblos. Die Sperrungen auf den Straßen Selters Ranstadt und der Ortsdurchfahrt Selters, sowie LaubachFreienseen, Freren-

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Schriftliche Angebote unter 6100D an

te» Vtrhem; Anzeiger erberen.

Hessische Bürgermeisterei Lich,

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 5. Juli 1929 bei der Firma Buderus'sche Eisenwerke Dehlar, Zweig­niederlassung Lollar, folgende- eingetra­gen: Durch Beschluß der Generalversamm­lung vom 30. Mai 1929 sind die §§ 16 und 25, Absatz 1, Ziffer 6 (Vergütung des Aufsichtsrates) des Statuts geändert wor- den. 6087V

Gießen, den 12. Juli 1929.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zum Konzert der Kubankosaken.

Man betrat mit der Konzertkarte bewaffnet den Saal der großen Festhalle. Man kam in Er­wartung eines erlesenen Genusses. Doch beim De treten der Festhalle schlug einem Rauch und Dierdunst entgegen. Man mußte an einem Wirtstisch Platz nehmen und wurde genötigt, etwas zu bestellen.

Als die Kubankosaken auftraten, konnte man sie durch Rauch und Dunst hindurch nur wie in weiter Feme erkennen. Ihr wundervoller ®e< lang aber ließ bald das wenig würdige Milieu vergessen. Rur daß bei den geistlichen Liedern die geradezu herrlichen Pianostellen durch Geld- geklapper gestört wurden.

Im letzten Teil wollte der Chor gerade ein Lied beginnen, als plötzlich der Ansager dis erwartungsvolle Stille benutzte und das Pro­gramm des nächsten Tages (es war vor bet drittletzten Rümmer) in allen Einzelheiten be­kanntgab. Dies war für den Chor eine Peinliche (Störung. Hätte man zu Vieser Ansage nicht eine der Pausen im Programm oder feinen Schluß benutzen können?

Es muh mit allem Ernst darauf hingewiesen werden, daß man einer guten Darbietung immer den Rahmen geben sollte, der ihr gebührt. Dieser Chorabend bei Essen und Trinken in dickem Qualm war gegen die Singenden eine Rück­sichtslosigkeit und gegen solche, die kamen, einen Kunstgenuß zu haben, eine empfindliche (Störung. Mehrere Gießener und auswärtig«

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nicht nur mit finanziellen Röten schwer zu ringen haben, sondern daß ihnen durch den immer mehr fehlenden Rachwuchs eine min­destens gleich große Gefahr droht, kann kaum noch geleugnet werden. An dieser Tatsache wird auch dadurch kaum etwas geändert, daß in ab» gelegenen Gebieten hier und da die Verhältnisse günstiger liegen. Es ist eine erfreuliche Erschei­nung, daß die schulentlassene Jugend und auch die Schuljugend, wie ich noch jüngst in einigen vergessenen Ecken des Hessenlandes, beobachten konnte, in engster Verbindung mit dem Gesang­verein, der hier wirklich ein Kulturträger ist, steht. Indessen hat im allgemeinen die Mechani­sierung und Amerikanisierung in unserenKultur­zentren" eine Entwicklung gezeitigt, die die Ver­greisung unserer Chorvereine herbei- führte.

Unsere Chorvereinigungen sind der Jugend, soweit sie gewonnen werden sollte, alles schuldig geblieben. Soweit die Jugend den Vereinen nähertrat, muhte sie eine furchtbare Kette von Enttäuschungen erleben. Der tatfrohen Ju­gend war in den meisten Fällen jeg­liche Aktivität im Verein versagt. Wie fühl ich mich geengt, gebunden" wurde Emp­findungsgehalt der Jugend, soweit sie den sin­genden Verbänden angehörte.

Vielen Vereinen tat eine Reform an Haupt und Gliedern nach der Richtung hin not, dah man der Jugend Sih und Stimme gibt. Die Musikantengilden und Singgemeinden haben ein viel schärferes Ohr für den Rhythmus unserer Zeit: sie üben noch heute eine starke Anziehungs­kraft auf die Jugendlichen aus, obwohl sie der Jugend weder im Künstlerischen, noch im Vater­ländischen, noch im Geselligen so viel zu bieten vermögen, als ein führender Gesangverein es vermag.

Es soll zugegeben werden, dah einzelne tastende Versuche zur Lösung des Problems unternommen wurden, die aber infolge ihrer jerflattemben Struktur nicht von durchgreifender Wirkung blie­ben: sie blieben zeitbedingt und unvollkommen in den Ausmahen der Enffaltung und der Aus­wirkung auf das Ganze. Chorschulen, von einzelnen Vereinen nicht ohne Erfolg begründet und ausgebaut, vermochten wohl die Zukunft eines einzelnen, besonders gut geleiteten Vereins zu sichern, können aber den Mangel an geeig­netem Rachwuchs für die Gesamtheit aller Sin­genden nicht beheben. Wahlfreie Förder­kurse für musikalisch Begabte und Chöre der Schulentlassenen, hier und da nicht ohne Geschick eingerichtet, sind als Wende_ zum Besseren zu bezeichnen, ohne dah sie eine Lösung des Problems darstellen. Singschulen, Volksmusikschulen, S ch ül e r g e s an g s- feste können wohl vorübergehend ein erhöhtes Interesse der Jugendlichen für die Chormusik wecken, ohne Dauerwert zu besitzen. Starke zu­sammenfassende Tendenzen wohnen den Bestre­bungen inne, die auf ein Zusammenwirken

wurde, die diesjährige Verdandsschau vom 6. BIS 8. Dezember in Schotten abzuhalten. Der Schot- lener Geflügelzuchtverein wird gleichzeittg die Feier seines 25jährigen Bestehens begehen. Auf dieser Ausstellung wird das Universitäts-Tier- zuchtinstitut Gießen zum ersten Male die Zuch^ stamme aus dem Wettlegen 1928/29 zeigen und die Leistungen bekanntgeben. Die Landwirtschafts­kammer hat ihre Mitwirkung bei dieser Aus­stellung bestimmt in Aussicht gestellt. In bet Sitzung würbe weiter beschlossen, ben Verband in sechs Bezirke einzuteilen, die wie folgt fest- gelegt wurden: Bezirk I: Vereine Gießen. Grün­berg, Lollar, Allendorf, Londorf, Daubringen, Hattenrod, Wieseck; Bezirk 11: Vereine Alsfeld. Lauterbach. Schlitz. Homberg a. b. Ohm, Rieder- Ohmen: Bezirk III: Vereine Büdingen. Schotten« Ridda, Laubach. Hungen. Dauernheim. Alten< stadt, Selters, Gedern: Bezirk IV: Vereine Fried­berg, Vilbel. Ober-Rosbach. Rodheim v. d. H^ Holzhausen v. d. H.. Ober-Erlenbach: Bezirk Vx Vereine Bad-Äauheim, Echzell. Reichelsheim« Beienheim, Schwalheim. Wisselsheim, Ober-Mör­len. Södel, Berstadt: Bezirk VI: Vereine Butz­bach, Lich, Gambach, Ober-Hörgern, Holzheim« Lang-Göns. Kirchgöns. Watzenborn, Ostheim.

D e r Nationalsozialistische deut­sche Studentenbund. Hvchschulgruppe Gießen, veranstaltete am Freitag abend im Saale des U. C. einen gutbesuchten Vortrags­abend. Dr. H. S. Ziegler (Weimar) sprach über das ThemaEndkampf um die deutsche Kul-. tur". Der Redner wies zunächst auf ben Stu­dentenkampf in Berlin hin, bei dem die Frage Staatsbürgerprinzip" oderDlutprinzip" eine wesentliche Rolle spiele. Zum Thema übergehend vertrat der Redner zunächst die Auffassung, dah sich im deutschen Volke ein Charakterzusammen-. bruch ^bemerkbar mache. Es sei Pflicht jedes deut­schen Staatsbürgers, das deutsche Volk, das unten Kulturbolschewismus leide, aus dieser Atmo­sphäre herauszuheben. Man müsse sich um das Schicksal seiner Mitmenschen kümmern und deren Gewissen aufwecken. Die Ehre sei das Schicksal, eines Volkes, sie sei der Angelpunkt aller Po­litik. Der Redner wies sodann auf die Kultur- brüche früherer Zeit (Völkerwanderung. Kreuz­züge. Reformation usw.) hin. die aber feinem Bruch des Charakters zur Folge gehabt hätten. Er versuchte dann in längeren Ausführungen den Verfall der deutschen Kultur und den Zu­sammenbruch des deutschen Charakters nachzu­weisen. Was dem deutschen Volke in einem Teil« der Presse und der Literatur an Gift tropfen­weise verabreicht werden, sei unverantwortlich. Besonders wirkten die Karikaturen ungünstig auf die Volksseele. Was heute an Schlagerliteratur. Operetten und Theaterstücken geboten werde, fei vielfach ebenso verwerflich, wie die in der Li­teratur oft hervortretende Verletzung des reli­giösen und sittlichen Empfindens. Das Kino trage teilweise zur Verflachung des deutschen Volkes bet Auf dem Gebiete der Musik berge die Jazz­musik eine große kulturelle Gefahr. Auch bei der Baukunst vermisse man die Betonung des.Volks­tums und die Rücksichtnahme auf die Eigenart des deutschen Volkes. Schwer gesündigt werde auch bei der Inszenierung von Dühnenwerken, wobei man sogar vor der Zerstörung von Wer­ken unserer Meister, wie Richard Wagner usw.« nicht zurückschrecke. Was teilweise auf dem Ge­biete der Malerei geleistet werde, widerspreche jedem sittlichen und künstlerischen Empfinden. Auch das Radio beeinflusse die deutsche Volks­seele ungünstig. Der Redner kam dann noch auf die Kleidung der deuffchen Frau zu sprechen und bemerkte, daß das Rachlassen des Schamgefühls auf diesem Gebiete auch ein Zerfallmerlmai un­serer deutschen Kultur fet Der Redner forderte zum Kampfe für eine Gesundung der deutschen Volksseele und zum Dienst am Volke auf. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache an.

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von Erwachsenen- und Schülerchören hinwirken.

Das erste Mitteldeutsche Sängerbundesfest 1930 in Kassel soll erstmalig Lösungsmöglichkeiten idealen Zusammenwirkens von Erwachsenen und Jugendlichen aufzeigen. Indessen stellen alle solche gelegentlichen Mitwirkungen nicht der Weisheit letzten Schluß dar, wenn es nicht gelingt, ein dauerndes, nachhaltiges Interesse zu wecken und die Jugendlichen den singenden Verbänden ein­zufügen. Gleichwohl wird der Wert der Chor­musik in den Augen der Jugendlichen stark ge- gefühlsbetont erhöht, wenn der Schülerchor mehr als bisher als wertgebendes Glied einer künst­lerischen Gemeinschaft, wenn auch nur ad hoc gebildet und vorübergehend zusammenbleibend, gilt, und wenn man ihn vor allem mit wesens­gleichen Maßstäben mißt.

Folgende Forderungen, die sich als ziel­klare Musikpolitik des Deutschen Sängerbundes für Musikpflege der schulentlassenen Jugend ergeben, wären zu erheben:

1. Der Staat muß allen chorischen Verbänden, die vor großen musikalischen Aufgaben mit Her­anziehung von Orchestern und Solisten stehen, alle nur denkbaren Erleichterungen gewähren. Die Ermöglichung solcher künstlerischen Aufgaben hat die denkbar größte werbende Kraft auf die Jugendlichen.

2. In allen größeren Orten ist die schulenb- lassene Jugend, soweit sie musiffreudig und musik­begabt ist, zu singenden Jugendverbänden auf überpolitischer und interkonfessioneller Grundlage zusammenzufassen. Die Leiter solcher zu bildenden Chorsingschulen würden als Organe der Jugend- pslege zu gelten haben und den Bezirks- und Kreisjugendpflegern für die körperliche Ertüch­tigung entsprechen müssen.

3. Die Lehrstühle für Musik an den Pädagogi­schen Akademien sind mit Persönlichkeiten zu besetzen, die nicht nur Theoretiker, sondern auch Praktiker der Chormusik sind. Sie müssen für die Chorpflege des Bezirks mitverantwortlich sein.

4. In allen wichtigen Kunstzentren sind Musik­hochschulen zu begründen, die sich die Heran­bildung der Chormeister angelegen sein lassen. Rach Möglichkeit ist eine enge Anlehnung an die Pädagogischen Akademien zu erstreben.

Die Mittel und Wege, die aufgezeigt wurden, um die Jugendlichen für die Chormusik zu ge­winnen, konnten nicht erschöpfend fein. Die Auf­gabe ist als kunstpolitische nicht gleichförmig zu lösen. Man wird derVerschiedenheit des historisch GewordenenRechnung tra­gen müssen. Die Anwendung aller Mittel wird ein Bild der Mannigfaltigkeit und Vielgestaltig­keit wahrer Kunstpolitik ergeben. Gelingt dieses Kunstwerk, so liefern wir einen mächtigen Bau­stein zur Hebung und Sicherung deuffcher Chor- musik. . .

Besinnen wir uns in den Chorvereinigungen auf uns selbst, auf die starken Wurzeln unserer Kraft! Rur so gewinnen wir die Jugend, die unsere Zukunft ist.

Aus bet Provinzkalhaupistadi.

Gießen, den 16. Juli 1929.

Wir Oaheim-Gebliebenen.

Die Ferienzüge find fort, viele Bekannte in ben Bergen, an der See, auf einer Wanderung, oder an irgendeinem idyllischen Ort zur Er­holung. Und wir? Ich glaube, wir sind die Mehrzahl: denn nicht jedermann kann sich eine Sommerreise leisten. Auch find wir. nicht der Ansicht, daß wir das ganze Jahr sparen und uns einschränken, damit wir nachhernutreben können: Da bin ich auch gewesen, da war es wunderschön, das kenne ich auch, nur ließ Die Verpflegung zu wünschen übrig, da war es lang­weilig, allerdings fabelhaft billig usw. Solche Reiseerlebnisse haben wir vielleicht schon gehabt, früher Aber sie jedem wieder von neuem zu erzählen, wirkt langweilig Wenn unsere Freunde zurückkommen und wir gefragt werden: Wo war ihr? dann antworten wir lächelnd: Zu Hause!

Ist es denn so schlimm, wenn man seine Ferien zu Hause verlebt? Ich denke, nicht. Wir können uns zu Hause genau so gut erholen wie sonstwo. Nur müssen wir uns etwas umstellen. Ich weiß nicht, ob es allen so geht, wie mir. Während der Dienstzeit denkt man jeden Morgen: Wenn ich Urlaub haben werde, wird sich einmal richtig aus- geschlafen. Und siehe da! Wir werden meistens früher wach, als in der Zeit, in der wir schwer arbeiten müssen. Das ist auch ganz natürlich: denn wir sind nun nicht so ruhebedürftig. Des­halb muß es jetzt heißen: In den Tagen des Urlaubs recht früh heraus! Wir merken dann erst, wie lang ein Tag ist, besonders bei gutem Wetter. Wie viele Menschen wissen es immer noch nicht, daß gerade die Morgenfrühe, wenn die Wiesen noch im Tau erglänzen und die Hitze nicht erschlaffend wirkt, auf die Sinne und auf das Gemüt einen besonderen Zauber ausubt. Die ersten Morgenstunden, auf einem Spaziergang, oder im Anschauen des Gartens, sind die aller- schönsten. Wer den Tag so beginnt, hat reichen Lohn. Rach einem kurzen beschaulichen Gang stellt sich der Appetit von selber ein. Rach dem Mittagessen soll man ruhen. Und nachmittags? Welches Wonnegefühl, wenn man sagen kann: Da kann ich machen, was ich will! Schon dieser Gedanke allein ist Erholung.

Wir können, ohne zu hetzen, die schönsten ver­schwiegensten Plätzchen unserer näheren Umgebung besuchen. Wir vergessen nicht das Baden und lassen die Sonne auf uns wirken, stärken ©e- sundheit und sammeln Kräfte für die kommende -Arbeit. Können wir mehr an der See oder in den Bergen tun?

Wir denken auch an unsere Kinder. Sie haben nun endlich ihre gewünschte Freizeit. Bei ihnen kommt ja im Wörterbuch gleich nach Weih­nachten das Wort Ferien. Gönnen wir ihnen diese Tage von ganzem Herzen. Und wenn es in der Schule einmal nicht so war, wie wir ge» wünscht hätten, bann bürfen wir deshalb doch nicht verlangen, bah sie auch weiterhin einige Stunden des Tages hinter den Büchern sitzen. Laßt sie gewähren! Die Ausspannung, die kör­perliche Erholung sind viel wichttger und werden bessere Früchte zeitigen, als wenn wir Zwang ausüben und ihnen so die Ferien stören.

Mit Ausflügen brauchen wir nicht zu geizen, wir find nicht auf das Wochenende, an dem es doch meistens regnet, angewiesen. Beginnt der Tag schon, bann heißt es: Rucksack packen und hinaus! So finden wir Abwechslung in ieder Beziehung.

Ein Wort noch für die Strohwitwer, deren Ehefrauen an die See ober in ein Erholungsbab gehen. Ist euch nicht zuerst etwas merkwürbig zumute, wenn ihr euch den Kaffee selber kochen müßt? Aber wie schnell ist das gelernt. Seitdem wir wieder alles laufen können, ist es ja eine Kleinigkeit, ein einfaches Mittagessen zu bereiten. Ihr habt ja vor allem eins: Zeit! Ich kenne manche Ehemänner, die sich ganz Wohl fühlen, wenn die bessere Ehehälfte fehlt. Ratürlich gibt es auch Unglückliche, die den Tag nicht erwarten können, bis der Haushalt wiederkomplett" ist. Bei diesen kann man allerdings von einer Er­holung nicht sprechen. Aber es sind Ausnah^men.

Tränkt die Tiere reichlich!

Der Gießener Tierschutz-Verein, Kaiserallee 1, teilt uns mit:

Aus das Tränken wird in der Tierpflege oft zuwenig Wert gelegt. Wan kann wohl be­haupten, dah ein großer Teil der arbeitenden Tiere, namentlich der Pferde und der Ketten­hunde, zuwenig Wasser bekommt. «Sie würden bei der gleichen Futtermenge besser ernährt aus­sehen. wenn ihnen Gelegenheit geboten würde, während der Mahlzeit etwas Wasser zu sich zu nehmen. Beim Füttern auf der Straße erhält eine sehr große Anzahl Pferde nicht einmal hinterher Wasser. Da das trockene Futter den Durst erhöht, hört das Tier oft vor Durst auf zu fressen. Wo nur einigermaßen Wasser erreich­bar ist, sollte das Tier nach der Mahlzeit aus­giebig getränkt werden. Ein gut getränktes Pferd kann besser arbeiten, als ein durstendes, da es ganz anders gestärkt ist.

Daten für Mittwoch, 17. Juli.

Sonnenaufgang 4.02 Uhr, Sonnenuntergang 20.09 Uhr. Mondaufgang 17.03 Uhr, Monduntergang 0.21 Uhr.

1860: die Schriftstellerin Klara Viebig in Trier geboren; 1924: der italienische Politiker Ricciotti Garibaldi in Rom gestorben.

Gictzcncr Wochenmarktpreise.

Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 30 bis 35, Weißkraut 30 bis 35. Römischkohl 15 bis 20. Bohnen (grüne) 35 bis 50, (gelbe) 40 bis 50, (dicke) 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 30 bis 60, Zwiebeln 10 bis 25, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln (alte) 5,5,

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