Ausgabe 
16.4.1929
 
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Oberheffen.

Süpgermeister-Tagung in Schotten.

HL Schotten, 15. April. 3m hiesigen Rat­haussaal fand unter Leitung des neuen Kreis­direktors des Kreises Schotten, Dr. 3 a n n, eine Bürgermeisterversammlung des Kreises statt. Rach den einleitenden Be- grühungsworten des Kreisdirektors entbot der Borsitzende des Bürgermeistervereins, Bürger­meister M e n g e l, Schotten, dem neuen Kreis­direktor den Willkommensgruß und gab die Ver­sicherung ab, daß alle Bürgermeister vom besten, ehrlichsten Willen beseelt seien, im besten Ein­vernehmen mit dem neuen Kreisdirektor zum Wohl des Kreises und des Vogelsberges zu wirken. Dr. 3 a n n verbreitete sich alsdann näher über das derzeitig im Vogelsberg sehr aktuelle Thema:Generalkulturplan und wirt­schaftliche Umstellung\ Es sind 26 Ge­meinden im Kreise Schotten und 19 Gemeinden im Kreise Lauterbach vorgesehen, in denen die Umstellung erprobt wird, Meliorationen vorge­nommen, Weiden verbessert werden u. dgl. Auch einige Beispielswirtschaften sollen eingerichtet werden. Der hessische Staat hat größere Mittel zur Verfügung gestellt, um die Rot im hohen Vogelsberg zu lindern. Aus der Versammlung heraus wurden lebhafte Klagen über die außerordentlich hohen Kosten (kultur- technische Kosten und solche der Dermessungs- ämter) geführt. Die Feldbereinigungen werden dadurch gegen früher für die Gemeinden außer­ordentlich verteuert. Regierungsrat Dr. Helm- reich erstattete Bericht über die Wohnungs­baudarlehen in 192 9. Leider ist nur eine geringe Summe, etwa für 20 Wohnungen rei­chend, vom Staate zur Verfügung gestellt wor­den. Lieber den Verkehr und den Viehtrieb auf den Provinzialstraßen wurde näher gesprochen. Auf Erhaltung der Hecken zum Zwecke des Vogelschutzes soll hingewirkt werden. Bedauert wurde, daß den Gemeinden für ihre umfangreiche, undankbare Arbeit in der Erwerbslofenfürforge von dem Ar­beitsamt nur die geringe Summe von 2 Prozent der gezahlten Llnterstühungen bewilligt wird. Die Gemeinden werden nach Einrichtung der Rebenstellen des Arbeitsamtes von diesen Ar- bekten entbunden werden. Die Stellen sollen spätestens bis Mai 1.3. eingerichtet sein. Eine Reihe anderer Punkte, Marktordnung, Erwerbs- lvsenbeiträge der Gemeindebediensteten u. dgl., wurden besprochen. 3m Anschluß an die Ver­sammlung fand imHess. Haus" ein Essen statt, zugleich eine Abschiedsfeier für den nach Gießen versetzten Schulrat Kinkel und den nach Heppenheim versetzten Kreisveterinärrat Dr. Schmidt. 3n gebührenden Worten wurde der beiden scheidenden Herren seitens des Kreisdirek­tors Dr. 3 a n n und namens der Bürgermeister durch Bürgermeister M e n g e l gedacht. Groh sind ihre Verdienste auf ihren Arbeitsgebieten, dem Schulwesen bzw. der Tierzucht. Wenn die Vogelsberger Rotviehzucht, wie die Erfolge auf den letzten großen Ausstellungen gezeigt haben, so großen Aufschwung in den letzten Jahren genommen hat, Jo ist dies ein großes Verdienst von Dr. Schmidt, der sich gerade für dieses Gebiet, für die Weidewirtschaft, die 3ungviehwei- den stets sehr energisch eingesetzt hat. Die beiden scheibenden Herren sprachen Dankesworte für die Ehrung aus und wünschten dem Vogelsberg und dem Kreis Schotten weitere glückliche Fort­entwicklung. Der frühere Kreisdirektor, Geh. RegierungSrat Doeckmann, wohnte der Ver­sammlung bei und überreichte als Abschieds­geschenk allen Teilnehmern ein eigens gedrucktes Liederbuch, eine Sammlung auserwählter schö­ner Lieder, die nach ernster Beratung bei dem gemütlichen Beisammensein der Bürgermeister je­weils gesungen werden möchten. Besonders gefiel das Dürgermeisterlied, das treffend Freud und mehr noch Leid des Bürgermeisters schildert.

Landkreis Gießen.

A Klein-Linden, 14. April. Der hiesige MännergesangvereinEintracht" hielt am Samstagabend im VereinslokalZum Deutschen Hof" seine diesjährige Jahreshauptver­sammlung ab. Zunächst gab der Vorsitzende, August Docking, einen Rückblick auf das verflossene Geschäftsjahr. Er gedachte einleitend der verstorbenen Mitglieder Kaspar Klein, Philipp Lenz, Wilhelm Weigel und Wilhelm Weber. Die Mitglieder ehrten ihre verstorbenen Vereinsbrüder durch Erheben von ihren Plätzen. Der Verein wurde am 12. März 1865 gegründet, von den Gründern ist heute nur noch der Landwirt Philipp Jung am Leben. Der Verein hot 156 Mitglieder, darunter 60 Ehrenmitglieder, die 25 und mehr Jahre dem Verein angehören. Anschlie­ßend wurde der seitherige Vorstandd mit Ausnahme des stellv. Vorsitzenden, FriedrichKlein II., der wegen dienstlicher Verhinderung sein Amt nieder- legen mußte, einstimmig wiedergewählt. Für Friedr. Klein wurde Anton Weller gewählt. Sodann wurde beschlossen, dem hiesigen Radfahrerverein zu feinem diesjährigen Jubelfest einen Preis zu stiften.

Der Verein beschloß weiter, außer der Teilnahme am diesjährigen Gesangswettstreit in Nidda nur noch ein auswärtiges Gesangsfest, und zwar in Großen- Linden, zu besuchen.

Z Alten-Buseck, 15. April. Am Samstag wurde die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde, Fräulein Margarete Decker, im hohen Alter von nahezu 92 3ahren zur letzten Ruhe gebracht. Die Verstorbene konnte sich bis in ihre letzten Lebensjahre hinein einer seltenen geistigen und körperlichen Rüstigkeit erfreuen, die es ihr ermöglichte, bis vor nicht allzulanger Zeit ihr kleines Hauswesen ohne fremde Hilfe zu führen. Don Jugend an beruflich als Dienst­mädchen tätig, hat sie in ihrer letzten Stelle bei einer verwitweten Dame in Gießen über 40 3ahre ununterbrochen in treuer Anhänglichkeit gewirkt. Als sie dann ihres hohen Alters wegen während des Krieges in den wohlverdienten Ruhestand trat, wurden ihre treuen Dienste in hochherziger Weise von ihrer Dienstherrin durch Aussetzung einer namhaften, lebenslänglichen Rente vergol­ten, die jedoch durch die alsbald einsehende In­flation nach kurzer Zeit wirkungslos wurde.

y. Lollar, 14. April. Heute feierten Weiß­bindermeister Franz T a u b e r t und seine Gattin Katharina, geb. Schupp das Fest der goldenen Hochzeit. Bei dem leidenden Zustand des Jubi­lars fand nur eine häusliche Feier statt, zu der die Familienglieder und Freunde des Hauses erschienen waren. Dekan G u ß m a n n überreichte nach län­gerer Ansprache im Namen des Landeskirchen­amtes einen geschmackvoll ausgestatteten Gedenk­schein. Bürgermeister Schmidt überbrachte die Glückwünsche des Ministeriums und der Kreisoer- waltung Gießen und betonte die Verdienste der Jubilarin, die 40 Jahre lang mit großer Treue das Amt einer Hebamme in der Gemeinde versehen hat. Da der Jubilar zugleich sein goldenes Ge- schäftsjubiläum begehen konnte, wurden ihm herzliche Glückwünsche mit Ueberreichung einer Ehrenurkunde von Baunternehmer Becker (Gie­ßen) im Namen der Handelskammer ausgesprochen, denen sich der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins Lollar und Umgegend, Spenglermeister Bernhard Fuchs, anschloß. Als äußeres Zeichen der An­erkennung wurde von ihm ein eingerahmtes, ge­schmackvolles Ehrendiplom überreicht. Auch die Frei­willige Feuerwehr Lollar ließ ihren Glückwunsch übermitteln. Mögen alle ausgesprochenen guten Wünsche in Erfüllung gehen! Gestern verließ unsere Kranken- und Gemeindeschwester Marie S a x e r ihr hiesiges Arbeitsfeld, um ein anderes in Darmstadt zu übernehmen. Zehn Jahre lang hat sie mit Sachkenntnis und vor allem mit hingebender »rung bei Tag und Nacht den Kranken un= emeinde gedient, so daß ihr der bleibende Dank weitester Kreise gewiß ist.

(p Lollar, 15. April. Gestern fand im hiesigen Gewerbeverein unter dem Vorsitz von Spengler- meister Fuchs durch den Prüfungsleiter, Rektor Daab, die mündliche Prüfung der Jung- Gesellen statt. Ihre schriftliche Prüfung hatten sie bereits im Anschluß an die Fortbildungs­schule abgelegt, und das Gesellenstück wurde am Samstag im Deisein von Meistern und Prü- fungsgesellen heraestellt. Die 18 Prüflinge glie­derten sich nach folgenden Berufen: 4 Schreiner, 6 Schlosser, 4 Weißbinder, 1 Zimmermann, ein Sattler und 1 Schneider. Die Prüfung haben alle bestanden, und zwar 5 mit der Rote gut; 6 mit »im ganzen gut; der Rest mitbestanden". Rach Lieberreichung der Gesellenbriefe durch den Vor­sitzenden wurden von diesem, von Rektor D a a b, und Bürgermeister Schmidt ermahnende Worte an die Jung-Gesellen gerichtet, die ihnen das Weiterstreben und die Vervollkommnung im ge­wählten Berufe warm ans Herz legten. Gestern konnten die beiden Weihbindermeister Franz Tauber und Christoph Ringleb von hier das seltene Jubiläum der fünfzigjährigen Meisterschaft in ihrem Handwerk feiern. Die Handwerkskammer ließ ihnen zu diesem Ehrentag durch einen Vertreter Diplome überreichen.

+ Grünberg, 15. April. Am Samstag­abend fand die Generalversammlung des Vorschuhvereins (e. G. m. b. H.) statt. Aus dem vom Rechner Möller vorgetra­genen 3ahresbericht über das verflossene 66. Geschäftsjahr ist folgendes zu entnehmen: Der Geschäftsbetrieb hat sich im Jahre 1928 in erfreu­licher Weise weiter entwickelt. Die Llmsähe haben sich auf allen Konten erhöht und stiegen von 7 232 964 Mk. auf 9 568 463 Mk., ebenso erhöhte sich die Bilanzsumme von 507 555 Mk. auf 596 804 Mark, das eigene Vermögen, bestehend in Rück­lagen und Geschäftsguthaben, stieg von 52 012 Mark auf 63135 Mk. Die Spareinlagen weisen eine langsame, aber stetige Zunahme auf und haben den Stand von 386 455 Mk. erreicht. Die Rachfrage nach Krediten war im ganzen Jahre lebhaft; die Kasse konnte begründeten Ansprüchen genügen, außerdem war es ihr möglich, die auf­genommenen Bankkredite von 80 545 Mk. Ende 1927 auf 42 943 Mk. Ende 1928 herabzumindern. Die Zahl der Mitglieder stieg von 438 auf 456. Die Kasse ist Mitglied des von Schulze-Delitzsch gegründeten Deutschen Genossenschaftsverbandes. Der Jahresbericht, lotete die vorgetragene Bi­lanz wurden ohne Widerspruch genehmigt und

dem Vorstand Entlastung erteilt. Der vom Vor­stand vorgeschlagene Verteilungsplan des 5456 Mark betragenden Iahresgewinnes wurde gutgc- heißen. Danach gelangen auf 32161 Mk. einge­zahlte Geschäftsguthaben 9 vom Hundert mit 2894 Mk. zur Verteilung, während 2562 Mk. zur Rücklage geschrieben werden. Die drei aus­scheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates, Schlossermeister Heinrich Schmidt II., Schuh­machermeister Gottlieb Frank und Spengler­meister Julius V o n - E i f f wurden wiederge­wählt. Ferner wurde beschlossen, die durch die Inflation entwerteten alten Geschäfts­guthaben mit 14 Prozent zu entschä­digen, soweit es sich dabei um Mitglieder handelt, die der Kasse treu geblieben sind, wäh­rend bei den ausgetretenen Mitgliedern nur dann eine entsprechende Entschädigung stattfinden soll, wenn es sich um ältere, bedürftige Mitglieder handelt, worüber Vorstand und Aufsichtsrat ent­scheiden sollen. Als Grundlage der Entschädigung soll der Stand des Geschäftsguthabens vom 31. Dezember 1918 maßgebend fern.

y Lich, 15. April. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der S t a d t v o r st a n d mit der Vergebung der Rohbauarbeiten für den R e u - bau eines Postgebäudes in Lich. Das Gebäude wird bekanntlich seitens der Stadt errich­tet und der Reichspost mietweise überlassen. Die Bauleitung liegt in den Händen des Hessischen Hochbauamtes Gießen. Die Vergebung der Dau- arbeiten war zum öffentlichen Wettbewerb aus­geschrieben. Auf Grund der eingereichten Ange­bote wurden durch Beschluß des Stadtvorstandes die Bauarbeiten wie folgt vergeben: Erd-, Mau­rer- und Betonarbeiten der Firma Karl und Christian Feh in Lich, Steinhauerarbeiten dem H. Schmiedeknecht in Londorf, Kunst­steinlieferung dem Phil. Hch. Scheid in Bellers­heim, Zimmerarbeiten dem Heinrich S ch m i d t XI. in Lich, Grobschlosserarbeiten dem Friedrich Schmidt in Lich, Dachdeckerarbeiten dem Chri­stian Vater in Lich, Spenglerarbeiten dem Jonny Möhring in Lich, Dlitzableiteranlage dem Philipp Volkmann in Heuchelheim. Auf Anfrage teilte der anwesende Vertreter des Hess. Hochbauamtes Gießen mit, daß mit den Sau­arbeiten im Laufe der kommenden Woche begon­nen würde. Im Anschluß hieran gab der Bür­germeister von einer Verfügung des Kreisamts Gießen Kenntnis, daß der Finanzminister zur Wiederbelebung der Bauwirtschaft durch steuerliche Begünstigungen fol­gende Anordnung erlassen habe: Wohnungs­bauten, die im Kalenderjahr 1929 begonnen wer­den, bleiben für das zur Zeit der Fertigstellung laufende und für die nächstfolgenden fünf Rech­nungsjahre auf Antrag grundsteuerfrei; entspre­chendes gilt für den verhältnismäßigen Teil der Grundsteuer von solchen Reubauten, die nur zum Teil Wohnzwecken bienen. Ein Bau gilt in diesem Sinne als begonnen, wenn mit der Aufführung des Mauerwerkes angefangen wurde. Das be­baute Grundstück wird während der Dauer der Steuerfreiheit des Reubaues zur Grundsteuer so herangezogen, als ob es unbebaut geblieben wäre. Der Stadtvorstand beschloß, dem Vorgehen des Staates zu folgen und in gleicher Weise den Rachlaß der allgemeinen Gebäudesteuer der Stadt Lich zu bewilligen. Weiter gab der Bürger­meister bekannt, daß es sich als notwendig er­wiesen habe, den Schlauchschacht des Feuerwehrgeräteraumes in der Land­wirtschaftlichen Schule bis zum Dach zu erhöhen. Rach dem von der städtischen Bauleitung vorge­legten Voranschlag ist hierfür ein Kostenauf­wand von 150 Mk. erforderlich. Die Ausführung wurde genehmigt und weiterhin beschlossen, in dem Gebäude noch zwei Türschließer anzubringen. Mit dem diesjährigen Pfingstmarkt am 21. Mai ist, wie in den Vorjahren, eine Zie­ge n sch a u des Kreisziegenzuchtver­eins Gießen verbunden. Der Stadtvorstand beschloß, seitens der Stadt Lich für diese Schau für Ehrenpreise einen Geldbetrag von 200 Mk. und außerdem für die beste Leistung eines Licher Mitgliedes des Kreisziegenzuchtvereins einen Wertgegenstand in der Preislage von 20 Mk. zur Verfügung zu stellen.

Kreis Büdingen.

Blofeld, 15. April. Hm ein Hinüber­tee ch s e l n des Wildes nach der hiesigen Feld* und Waldgemarkung zu verhindern, läßt der Pächter der Dauernheimer, Rei­chelsheimer und Leidhecker Waldjagd einen etwa 4 Kilometer langen und zwei Meter hohen Drahtzaun errichten. An den We­gen werden bewegliche Tore angebracht.

Kreis Schotten.

tog. Gedern, 15. April. Der hiesige Schütz en verein (gegründet 1876) hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Der 1. Schühenmeister Reinhard Diehl erstattete zunächst den Bericht über das abgelaufene Ver­einsjahr 1928; er konnte einen erfreulichen Auf­schwung des Dereinslebens feftstellen, wenn auch mehrfach beklagt wurde, daß das Interesse für den Schießsport in der Bevölkerung noch viel zu wünschen übrig lasse; auch wurde es als drin­

gend erforderlich bezeichnet, bah die Teilnahme der hiesigen Vereinsmitglieder an den Veran­staltungen der benachbarten Vereine in Büdin­gen, Ridda und Ortenberg noch viel stärker als bisher fein müsse. Rach der Rechnungsablage durch den Vereinsrechner Karl Limpert, die ebenfalls ein günstiges Bild zeigte, wurde der Geländeerwerb des Schießplatzes endgültig geneh­migt und im Anschluß daran die im Laufe des kommenden Dereinsjahres vorzunehmende Ein­tragung des Vereins in das Vereinsregister be­schlossen. Die Rechnung wurde darnach geprüft und dem Rechner unter Ausdruck des Dankes für seine gewissenhafte Arbeit Entlastung er­teilt. Außerdem wurde beschlossen, den Vor­stand in Zukunft auf drei Jahre zu wählen und die Satzung entsprechend zu ändern. Der Vorstand wurde beauftragt, einen neuen Sahungs- enttourf auszuarbeiten und diesen einer außer­ordentlichen Generalversammlung vorzulegen. Die dann vorgenommene Vorstandswahl ergab die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes.

Kreis Alsfeld.

c» Homberg a. d. Ohm, 15. April. Bei der jüngsten Holzversteigerung konnte man Holz zu wesentlich billigeren Preisen erwerben. Während man noch vor kurzem 4 Raummeter Buchenscheiter mit durchschnittlich 55 bis 58 Mark bezahlte, konnte man dieses jetzt schon für 44 bis 46 Mark bekommen. Auch die übrigen Holzarten waren billiger.

<5 Maulbach, 15. April. In unserer Kirche fand die Konfirmation der Schulentlassenen unseres Kirchspiels durch den Ortsgeistlichen, Pfar­rer Kalb Henn, dahier, statt. Es waren zusam- men 13 Konfirmanden; davon stammten aus Maul­bach 1 Knabe, 3 Mädchen, aus Appenrod 3 Knaben 3 Mädchen, aus Dannenrod 3 Knaben.

Zeitschriften.

Wenn in weiten Kreisen des deutschen Volkes noch vielfache Llnkenntnis darüber herrscht, welche Wandlungen die Stellungnahme von Amerikanern zur Kriegsschuldfrage im letzten Jahrzehnt erfahren hat, so wird der von den Berliner Monatsheften" herausgegebene Son­derdruckSidney D. Fay über den Ur­sprung des Weltkrieges" hier gründlich Wandel schassen. Die vorliegende Broschüre ent­hält die deutsche Wiedergabe der Schlußfolgerun­gen, die der namhafte amerikanische Professor Fay in seinem Werk über den Ursprung des Weltkrieges auf Grund jahrelangen Studiums gezogen hat. Sein Bekenntnis, daß das Ver­sailler Schuldurteil fallen gelassen werden muh. wird sich in allen Kulturländern auswirken un6 zur Folge haben, daß kein ernst zu nehmender Historiker oder Politiker sich mehr unterfangen wird, die Versailler Kriegsschuldthese als ge­schichtliche Wahrheit darzustellen. Die Broschüre, zu der Professor Dr. Roloff, Gießen, eine Einführung und Dr. Alfred von Wegerer ein Vorwort geschrieben haben, ist sehr geeignet, weite Kreise unseres Volkes über den gegenwär­tigen Stand der Kriegsschuldfrage in den Ver­einigten Staaten von Amerika zu unterrichten.

Gutschein-Sy st em und Zugaben- Unwesen. Von Friedrich Huth, Herausgeber der Industrie- und Handels-Korrespondenz, mit einer Einleitung von Dr. Marie-Elisab eth Lüders, M. d. R. (Friedrich Huths Verlag, Berlin-Charlotten­burg. Preis 1.20 Mark. 117.) Die Broschüre enthält eine Auswahl der gegen den Zugabenunfug gerichteten Aufsätze, die der Verfasser während der letzten Jahre in Zeitungen und Zeitschriften ver­öffentlicht hat; sie sind durch zweckentsprechende Be­arbeitung in engere Verbindung gebracht. Die Dar­stellung der in Betracht kommenden Methoden, wie der im In- und Auslande angewendeten Gegen­maßregeln ist instruktiv sowohl für Industrielle und Kaufleute, für die Angestellten von Industrie und Gewerbe, wie für alle Kreise des kaufenden Publi­kums. Besonders beachtenswert ist ferner die von Frau Dr. Marie-Elisabeth Lüders, M.d. R., verfaßte Einleitung unter dem TitelEinge­wickelte Käufer".

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Es ist die Erhebung einer Umlage be- schlossen, zu der auch die Ausmärker bet­zutragen haben. 3449D

Garbenteich, den 15. April 1929.

Hessische Bürgermeisterei Garbenteich.

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