Ausgabe 
16.2.1929
 
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Llm die Nachfolge Gasparn's.

Ein Nichtitaliener Aardinalstaalssekretar-

Rom. 14 Febr. (Sil.) Eine Meldung aus­ländischer blätter über eine bevorstehende Reise deS Erzbischofs von Grau und Fürstprimas von Ungarn, F c r e b i, nach Rom, der zum Rach - solger des Kardinalstaatssekretärs Gasparrl ausersehen sein soll, hat hier großes Aufsehen erregt. Wenn auch an der Richtigkeit dieser Meldung zunächst noch gezwei­felt wird, ist es wahrscheinlich, daß Gas""- i nach ileberschreitung eines welthistorischen Abs hnitts in der vatikanischen Politik das Verla..gcn hat, sich in seinem hohen Alter er ist 77 Iahre alt von der Politik zurückzuziehen. Doch würde sein Rücktritt nicht vor der Ratifi­zierung des Vertrages, also kaum vor dem Sommer erwartet, wenn nicht der Gesund­heitszustand des Kardinals eine frühere Aen- derung erfordert. Fürstprimas S e r e d i. der die Freundschaft des Papstes und des Kardinal- lekretärs genießt. hat sich wahrend seiner lan- jährigen Wirksamkeit in Rom auch als Aus­länder während des Krieges viele Freunde erworben, und es dürfte die Wahl des Papstes als Rachfolger des Staatssekretärs auf ihn sol­len. Hinzu kommt, bah durch eine Ernennung SerediS, also eines Richtitalieners auf diesen Posten, die Entnationalisierung der Zentralverwaltung der katholischen Kirche nach Abschluß des Meistbegünstigungs­konkordats als Ausgleich zu erwarten ist.

SieArbett der Sachverständigen.

Autzlandskredite und Zahlungsbilanz.

Paris, 15. Febr. (WD.) Die Reparations- sachverständigen haben heute vormittag eine Sitzung abgehalten, die von 11 ilhr bis 12 Min. vor 1 ilhr dauerte. Ein Kommunique wurde nicht ausgegeben.

Wie verlautet, erstreckte sich die Diskussion auf die Auswirkung der Ausland- r'redite aus die deutsche Wirtschast im Zusam­menhang mit der Zahlungsbilanz und i.)rer Wir­kung auf die Weltwir schaftsla.e seit 1924. Reichs- bampräsldent Dr. Schacht hat die deutsche An­sicht vorgetragen. Ron der anderen Seite wurden nur ein paar Fragen gestellt. Dr. Schacht hat her­vorgehoben. wir stark die Verschuldung der Landwirtschaft zugenommen hat, und eS wurde gefragt, ob diese Verschuldung der Landwir.schaft durch neue Investierun- ?en entstanden ist oder ob eS sich um Der- uste handelt. Eine in Deutschland unternom­mene Enquete hat bekanntlich zu der Feststellung geführt, dah von der 7,5 Milliarden Mark be­tragenden Verschuldung der Landwirtschaft seit 1924 etw« li/4 Milliarden auf Investierungen, die anderen auf Verluste zurückzuführen sind. Dr. Melchior hat über den deutschen Stand­punkt in Der Frage der Zahlungsbilanz gesprochen, wobei er die Ansicht deS Statistischen Reichsamtes vertrat.

Die Agentur HavaS erklärt, dah geprüst wor­den sei, in welchem Mähe die eingeführten Kapitalien produktiv oder unproduktiv seien, und ob der Ertrag der Anleihen geringer oder höher alS der Zinssatz sei, den Deutschland zah­len müsse. Die Diskussion erstreckte sich also aus die Frage, ob die deutsch« Wirtschaft tatsächlich auS den im Auslande ausgenommenen Anleihen Ruhen gezogen hat. Rach demIournal deS Debüts" soll Dr. Schacht den Vetrag der aufgenommenen Kapitalien abgeschäht und sich über die Verteilung auf die verschiedenen Indu­strie- und Handelszweige ausgesprochen haben. Auch sei daS Problem des in Deutschland be­sonders hohen Zinssatzes gestellt wor­den. woraus sich die Frage ergebe, ob es sich nur um einen spezifisch deutschen Fall handele oder um eine allgemeine Zinsbewegung in der Welt. Rach demTernps" soll Dr. Schacht den jährlichen Z i n s e n d i e n st für die im Aus­lande in der Zeit von 1924 bis 1928 aufgenom­menen Anleihen auf ungefähr eine Mil­liarde Goldmark geschätzt haben, also eine Summe, deren Transfer man zu dem der 2,5 Mil­liarden der normalen Dawes-Annuität h i n * zurechnen müsse.

Zeichen der Zeit?

Berlin, 15. Febr. (Priv.°Tel.) Haben wir nicht zwei Millionen Arbeitslose in Deutsch­land? Man sollte meinen, daß jede Gelegenheit zur Arbeit begierig aufgegriffen würde. Denn Arbeits­losigkeit wird von jedem ehrlichen Arbe.ter als etwas Demoralisierendes empfunden. Vielleicht wäre das auch so, denn jeder von uns hält den deutschen Ar­beiter in seiner Gesamtheit für einen unverbrauch­ten und tüchtigen Menschen. Aber wir haben neben­bei eine Arbeitslosenversicherung, deren Folgeerscheinungen gelegentlich zu geradezu kata­strophalen Auswüchsen führen. Wie wäre es sonst zu erklären, daß jetzt am Schwarzen Brett der Berliner Universität ein Anschlag er­scheint, auf dem zu lesen steht, dah für 36 Mark Wochenlohn Studenten nach dem Senf­tenberger Bergbaugebiet gesucht wer­den. Es ist bekannt, dah die Stadt Berlin infolge der strengen Kälte erhöhte Anforderungen an Bri­ketts stellt. An sich ist also die Maßnahme der Gru­benverwaltungen, mehr Arbeiter einzu stel­len, durchaus berechtig! und begrüßenswert. Un­verständlich aber ist eine staatliche Gesetzgebung, die es ermöglicht, daß sich unter den Millionen von Arbeitslosen n i s m a n d s i n d e t, der für 36 Mark Wochcnlohn diese Arbeit annehmen will.

Bezeichnend ist, daß eine gewisse Berliner Prasse selbst diele traurije Erscheinung benutzt, um die tatsächlichen Mißstände unserer Arbeits­losenversicherung zu bemänteln. Daß die Kälte augenblicklich unangenehm ist, darüber besteht lein Zweifel, aber es gibt genug beru'sfreudig« und pflichlgetreue Menschen, die trotzdem ihre Schuldigkeit tun. Man henke an das Heer der Verkehrsbeamten, insbesondere bei der Reichs­bahn, die unter den jetzigen erschwerten Llmstän- den für die Aufrechterhaltung eines einiger­maßen geordneten Verkehr- Sorge tragen müssen. Werden sie nicht mit Erbitterung vernehmen, daß staatliche Unterstützungen an Arbeitslose aus- gezahlt werden, die sich weigern, eine normal bezahlte Aotarbeit in der Vraunkvhlenindustrie anzunehmen. Man redet heute so viel von Spar­samkeit, der Staat hätte jede Veranlassung, von sich auS dazu zu helfen, daß die allgemeinen HandlungSunkosten der großen Firma Deutsch- sand auf ein Mindestmaß herabgesetzt werden. Dazu gehört allerdings etwas Mut zur Der. antwortuna und der Wille, auch einmal den Masseninstrnkten zuwider zu handeln.

Schneestürme in Güdosteuropa.

Berlin, 15. Febr. (TU.) Der starke Schneefall, der in Wien seit mehr als 24 Stunden andauert, hat besonders im Straßenverkehr große Störungen verursacht. Auch am Freitag hielt der Schneefall an und behinderte vor allem die Kohlenzufuhr. In zahlreichen Betrieben mußte bereits die Arbeit ein­gestellt werden. Durch die Einstellung des Betriebes in der Eisenindustrie sind 2000 Arbeiter brotlos ge- worden. Bon Budapest ging am Freitag kein einziger Zug ab. In P r a g wurden die Schulen geschlossen. Der Minister für nationale Verteidigung hat den Landesmilitärkommandos Befehl gegeben, Verkehrshindernisse auf Straßen und Eisen- bahnstrecken durch militärische Hilfe beseiti­gen zu lassen. Es wird die vorläufige Einführung der Kohlenzwangswirtschaft geplant. In Süd- slawien ist die Lage noch katastrophaler. Man befürchtet, daß der Verkehr in einigen Teilen des Landes völlig stillgelegt werden muß. Zwischen Agram und Belgrad verkehren nur noch drei Züge. Die Telephonleitungen sind zum Teil gestört. Koh­lennot wird überall verzeichnet. Die Negierung kün­digt strenge Maßnahmen gegen Preistreibereien an. Italien, das auf einen starken Frost am wenig­sten eingestellt ist, hat demgemäß am meisten zu leiden. Post-, Telegraphen-, Telephon- und Eisen­bahnverkehr ruhen streckenweise vollständig. In den meisten Städten sind die Schulen geschlos­sen. In der Lebensmittelversorgung treten ernste Schwierigkeiten auf. Der Personenverkehr von Rom nach Bologna mußte eingestellt werden, um die Lebensmittelversorgung der Hauptstadt sicherzu-

stellen. 3m Hafen von Neapel hat der eistge Sturm großen Schaden anaerichtet. In R o m selbst hat sich das Wetter in den Abendstunden etwas aus­geklart. In Mailand wurden heute 14 Grad Kälte gemessen. In Dal d'Aosta betrug die Tempe­ratur 22 Grad. Zahlreiche Soldaten mußten mit er­frorenen Gliedmaßen in di« Krankenhäuser gebracht werden.

Großes Wildsterben in Schlesien.

Aus Schlesien kommen fortgesetzt erschütternde Nachrichten über das große Wildsterben infolge der Kälte. In einzelnen ferneren, in denen für die Not- fütterung des Wildes nichts geschehen ist, ist mit Verlusten bis zu 50 Prozent zu rechnen. Die Zahl der erfrorenen Rehe geht im Licgnitzer Bezirk allein in die Hunderte. Die Bestände an Rebhühnern sind erschreckend dezimiert wor­ben. Die völlig ermatteten Völker sind oft mühelose Beute der Raubtiere, die sich auf diese Weise selbst retten. Große, ermattete Rehe sind von Füchsen angefallen und getötet worden. Die Wildnot hat einen derartigen Umfang angenommen, daß in der niederschlesischen Heide sogar Schwarzwild in die Dörfer kommt. Hasen, Rebhühner und Fasanen werden in Massen Beute des Raub­zeuges und der Raubvögel. Es ist schon jetzt fcstzu- stellen, daß mindestens bis auf zwei Jahre eine weitgehende Schonung aller Wildbeftände nötig fein wird, um die Frostschäden dieses Winters wieder auszugleichen.

Severing Über Schuisragen. Magere Aussichten für das Ncichsfchul- gefctz

Berlin, 16. Febr. (Prio.-Tel.) Reichsminister des Inneren, Severing, empfing zu einer Be­sprechung Vertreter der deutschen Leh­rerschaft. Bei dem Empfang wurden die Fra­gen der Grundschule, des Reichsschulgesetzes, der Lehrerbildung, der Schulpflicht und der Zuschüsse des Reiches zu Einrichtungen auf dem Gebiete des Schul- und Erziehungswesens, bespro­chen. Der Minister betonte, daß d i e Schwie­rigkeiten des Reichsschulgesetzes eine Folge der unsicheren politischen Lage sei und des fortwährenden Wechsels in der Reichsregierung und im Reichsinnenministerium. Zu einem Reichs­schulgesetz, das gegen seine Ueberzeugung sei, werde er sich nicht drangen lassen. Die Lehrervertreter bedauerten, daß Die Regelung Der Schul- pflicht durch ein Reich:gesetz noch nicht voran» gekommen sei. Ferner wurde die Notwendigkeit der Durchführung der Verfassung im Hinblick auf Die Lehrerbildung betont. Severing erklärte, daß er im Hinblick auf diese Fragen auf Dem Ver­waltungswege vielleicht einiges erreichen könne.

Das hessische Gemeinde- beamiengesetz

In erster Lesung verabschiedet.

DHP. Darmstadt. 15. Febr. Drr Gesetz- gebungsausschuh des Hessischen Landtages er­ledigte heute die restlichen Artikel 7, 9. 10, 12, 14, 35 und 33 des Gemeindeäeamten-cs.tzes. Die zu diesen Artikeln gestellten Anträge der ver­schiedenen Parteien wurden abgelehm und das Gesetz in der Fassung dec Regierungsvorlage angenommen. Rur Artikel 12 erhielt folgende Fassung: l. Die Gemeindebeamten haben bei Erkrankung und während des üblichen Er­holungsurlaubs Anspruch auf Weitrrge- Währung ihrer Besoldung. 2. Unbeschadet dec Be­stimmungen in AÖsth 1 wird den Gemeindr- beamten, die nach den Vo.schriften der Reichs- Versicherungs - Ordnung kranlenveriiche- rungspflichtig wären, für den Fall der Erkrankung ein Darbezug im eineinhalbfachen Del rag des Krankengeldes der zuständigen Kran- tanfef'e für die Dauer der Regelleistungen der Kramenkc.sie gewährleistet. Auf diese Leistungen wird der Betrag angecechnet, Der dem Beamten für dieselbe Zeit an Besoldung, Ruhegebalt oder Wartegeld zusteht.

Damit war die erste Lesung des Gesetzentwur­fes beendet. Einstimmig wurde eine En.schließung der Demokraten angenommen, in Der d.e Regie­rung e.sucht w rd b l igst die Dienst- r nbDrchtg- verhältn.sse der Beamten von Gemeinde- Verbänden namentlich Bezirks- und Kreis- sgarkassen entsprechend Den Bestimmungen des Gemeindebeamtengesetzes gesetzlich zu regeln.

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages.

Ein Protest an den Neichsarbcitsnrinistcr. Die Zuschüsse an die Kirche bleiben un­verändert.

Darmstadt, 15. Febr. Der Finanzaus­schuß des Hessischen Landtags behandelte heute zunächst das Kap. 88 (W ohlfahrtspslege und Arbeitsnachweis) des Aröeits- und Wirtschaftsministeriums. Es entspann sich eine längere Debatte über die Rücksetzung des hessi­schen Schlichters Dr. Bernheim auf Bestel­lung als Schlichter für Hessen und Hesien- Rassau. Der Ausschuß nahm einstimmig fol­gende Protestentschließung an:Der Finanz­ausschuß erhebt energischen Protest ge- 'gen die Behandlung Hessens bei der Ernennung des Schlichters für Hessen und Hessen-Rassau. Er erblickt in der Ablehnung Der ursprünglich fest­gesetzten gemeinschaftlichen Vereinbarung zwi­schen Reich, Hessen und Preußen, wonach Dr. Bernheim zum Schlichter bestellt werden sollte, eine gegen Die getroffene Vereinbarung verstoßende Behandlung des Landes Hessen, um so mehr, als die Beteiligten die langjährigen Verdienste des Dr. Bernheim anerlannt haben. Wie wir dazu hören, hat Staatspräsident Adelung diese Entschließung sofort an Den ReichsarbeitSminister weitergegeben.

Der Ausschuß genehmigte Dann die restlichen Kapitel deS Etatb deS WirtschastSministeriums und kam noch au dem Kapitel 33 (Kirche n). DaS Kapitel selbst wurde genehmigt. Abgeleßnt wurde ein Antrag der Frau H e r ä u S (Sn.), Der die Regierung ersucht, eine endgültige Re­gelung der Beziehungen zwischen dem Staat und der evangelischen Landeskirche zu schaffen. Gegen zwei Stimmen a b g e l e h n t wurde ein zweiter Antrag Fran HeräuS: ,11m der un­

zweifelhaft bestehenden Rot der evangelischen Kirche vorläufig zu steuern, sollen 303 000 Mk. mehr als im Vorjahre in den Haushaltsplan 1929 eingestellt werden." Mit 9 gegen 4 Stim­men abgelehnt wurde ein Antrag Haurh (D.Vp.). Axt (Vp.): »Die Staatsbeiträge zur Landeskirche werden um 50 Pro;, erhöht, ohne daß dadurch die Gewährung eines Darlehens von 600 000 Mk. an Die Kirche zu Den bisherigen Bedingungen auch im Rechnungsjahr 1929 beein­trächtigt wird. Angenommen bei Stimment­haltung Der Sozialdemokraten wurde ein Antrag Heinstadt (Zentr.), In Dem Die Regierung er­mächtigt wird, den Kirchen ein Darlehen zu ge­währen in derselben Höhe und zu den,"eiben Be­dingungen wie im Rechnungsjahr 1929. Wie wir hören, ist zwischen den beteiligten Kirchen und dem Staat alsbald mit einer interimisti­schen Erledigung ihrer Beziehungen zu rechnen.

Parteitag der hessischen Demokraten.

Die Demokratische Landespartei wird ihren Parteitag am 2. und 3. März in Worms in denZwölf Aposteln" abhalten. Am Degrü- ßungsabend wird Reichstagsabzevrdneter Prof. Dr. H e l l p a ch über das ThemaWeniger Staat" sprechen. Am Sonntag wird nach dem üb­lichen Gefchäfisbericht und dem Bericht Der CanD- tagsfraltion. Den Abg. Seiber erstatten wird, Der Paete'.vorsitzenDe, Rcichsjufti-Minister Koch- Weser, über Den Einheitsstaat einen Vortrag halten.

Luftfahrt ist not.

Gin Werberuf des Deutschen Luflfahrt- verbandes.

Berlin. 15. Febr. (WB) Der Deutsche Luftfahrt-Verband veranstaltete einen Sresseempfang, auf welchem dar Vorsitzende des erbandes. Staatsminister a. D. Domini- cus. ausführle: Der Deutsche Luft'ahriverband wurde 1902 gegründet und bildet als behördlich anerkannte Spitzenorganisation den Zu­sammenschluß und die gemeinsame Interessen­vertretung aller Luftsport treibenden Vereine des Reiches. Während alle übrigen Sportarten durch Reich, Länder und Gemeinden von Amts wegen gefördert werden, darf der kost­spieligste Sportzweig, der Motorflugsport, in­folge der auf uns lastenden Vestimmung inter­nationaler Verträge von den öffentlichen Be­hörden des Reiches keinerlei Unter- st ü tz u n g erhalten. Ganz anders liegen die Ver­hältnisse im Auslande. Wie traurig es bei uns mit dem Flugzeugbau aussieht, illustrieren am besten folgende Zahlen: an flugbereiten Ver­kehrs-. Sport- und Militärflugzeugen sind vor­handen in der Tschechoslowakei 550. in Polen 600, in Spanien 700. in Italien 1500. in Eng­land 2103, in Frankreich 3200. Deutschland da­gegen hat nur trotz der größten Einwohnerzahl 450 Verkehrs- und Sportflugzeuge. Wenn sich alle Freunde und Gönner unserer Bewegung durch Beitritt und Mitarbeit zu uns bekennen, wird auch die Entwicklung unserer Luftfahrt eine Auswärtsbewegung nehmen, die dem technischen Stande und der wir schaftspo i ischen Bedeutung dieser großen deutschen Sache Rechnung trägt. Oer neue Präsident des Reichsgerichts.

Berlin, 15. Febr. (WD.) Der Reichspräsi­dent hat den Präsidenten des Reichsgerichtes, Prof. D. Dr. h. c. Walter Simons, auf dessen Antrag zum 1. April d. 3. in den Ruhe­stand verseht und auf Vorschlag des Reichs­rates den Ministerialdirektor im Reichsjustiz­ministerium, Dr. Erwin Dumke, zum Präsi­denten des Reichsgerichtes ernannt.

Aus aller Welt.

Reue Ehrenmitglieder der Akademie der Wissen­schaften der 1L D. S. S. R.

Die in Den Abteilungen Der russischen AkaDemie Der Wissenschaften ausgestellten Ehrenmitglieder unD korresponDierenden MitglieDer sind nunmehr in Der Generalversammlung Der MitglieDer Der AkaDemie einstimmig bestätigt roorDen. Zu EhrenmitglieDern mürben u. a. gewählt: M a x v. Laue, ArnolD SommerselD, Ulrich v. Wilamowitz- MoellenDorf (DeutschlanD), Jacques ADamar, Paul Kangevin unD Joseph Douoille (Frankreich), ferner Riels Dor (Dänemark).

Reue Auvstellongspläne Der Stahl Köln.

In Der Kölner StaDtverorDnetenversammlung teilte Oberbürgermeister Adenauer mit, daß in Der Aoteilung Des Völkerbundes für intellek­tuell- Zrsirnmenaroeit der DSchluß gefaßt wor­den sei, eine internationale Ausstel- (ung unter Dem Protektorat DeSVöl- kerbundeS cinzu richten. ES hätten sich Dafür Fraickreich sür P a r l S und Belgien für 2 rüs - s e l beworben. Von dem deutschen Vertret«

wurde vor geschlagen, sie in Köln ftaffftnDen zu las,em Daraus tour De von der Aoteilung ein» stimmig Der Beschluß gefaßt, an Die Stadt Köln heranzutreten. Ferner seien Vorbereitungen für die große internationale Ausstellung des IahreS 1932 ,D i e neue Zeit" in Köln im Gange, hinter der die Reichsregierung, Der Deusche Werkbund. die Messe, dos Ausstellungsamt und man könne sagen. Die gesamte deutsche Wirtschaft stände. Auch im Ausland, besonders wieder i n Rußland, vegegne dieser Ausstellungsplan regstem Interese.

Gefängnis für den Dersicherungsbrtrüger Eckhvss.

Der kanadische Staatsangehörige Alexander E ck h o f f wurde nach zweitägiger Verhandlung von dem Erwcittrten Schö,f:ngcricht in Meseritz wegen vollendeten und versuchten Versicherungsbetruges sowie wegen Aufforderung zur Degehung eines Verbrechens nach Paragraphen 265, 263, 257, 49a, 74 Slr.G.2. zu einer Gesamtstrafe von einem I<h r Ge­fängnis sowie zu Den Kosten des Verfahrens verurteilt. Eckhoff erhob gegen das Urteil Pro­test und schimpfte mit erhobener Faust. Rur mit Gewalt konnte er wieder in das Gefängnis zu­rückgeführt werden. Das Urteil hat er bisher nicht angenommen.

Auf der Fahrt zur Trauung erfroren.

In einem '^orfe in Der Bähe von Pekrilau in Polen fuhr ein Drautpaar auf einem Lei­terwagen in öle Stadt, um sich trauen zu lasien. Dci Der Ankunft in Petrikau zeigte es sich, daß die Draut während Der Fahrt erfroren war.

300 000 Gulden beim Leydener Ralhausbrand gerettet

Dei den AufraumungSarbciten am Schauplatz der Leydener Rathauswtastrophe gelang es. in ein Kellergewölbe ci.^uöti.age.a und den im Drandlasten aufbewahrten Danknoten- i n h a l t in Höhe von etwa 303 030 Gulden fo gut wie unversehrt zu bergen und in Sicher­heit zu bringen.

Großseuer in Buenos-Aires.

Im Dockdistrikt brach ein Vrand aus. Der bald einen gewaltigen Umfang annahm, als Die Flam­men auf ein Lagerhaus Übergriffen, Das eine große Menge von Alkoholvorräten ent­hielt. Es erfolgten mehrere starke und etwa 20 kleinere Explosionen. Die Die ganze Stadt erschütterten. Der heftige Südwind hielt die Flammen von fünf Lagerhäusern ab. in Denen große Mengen Explosivstoffs und etwa 6 Mil­lionen Liter Alkohol aufgespeichert waren, doch wurden am Strand etwa 533 englische und 80 amerikanische Automobile zerstört, die ge­rade ausgeladen worden waren. Präsident I r i - gehen und mehrere Kabinetts.nitglieder verwei­len zur Stunde an der Drandstätte.

Oie Wetterlaae.

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Wettervoraussage.

Wettervorhersage für Sonnt a g: Rückgang der Kälte, vielfach nebelig-wollig, stellenweise leichter Schneefall.

W i 11 e r u n g s a u s s i ch t e n für Mon­tag: Roch Frost, wahrscheinlich weiter zurück­gehend, sonst wenig Aenderuag Der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 15. Februar: mit ags 10,5 G.od Celsius, abends 17,2 Grad Cel­sius: am 16. Februar: morgens 21,5 Grad Cel­sius, Ma-imum 9,0 Grad Celsius, Minimum 23,4 Grad Celsius. ScDtemprrakurrn m 10 Zen time, er T'.efe: am 15. Februar: abends 6,1 Grad Celsius: am 16. Februar: morgens 6,8 Gead Celsius. SonnenscheinDauer: 6®/< Stunden.

Dintersporlmeldungen der hesi. Dclierdleustslelle.

Vogelsberg (Hoherodslopf): Heiter,14 Grad Celsius. 35 Zentimeter Schnee, gekörnt. S.i und Rodel sehr gut. Herchenhainer ,-e: Heiler, 14 Grad Celsius. 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Odenwald (Tromm): Heiter,22 Grad Celsius, 40 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel gut. Reunkirchen: Heiter. 18 Grad Cel­sius, 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel gut

Taunus (Kleiner Feldberg): Heller, 11 Grad Celsius. 43 Zentimeter Pulverschnee, Stt und Rodel gut.

Sauerland (Winterberg): Wolkig.13 Grad Ce.s.us. 45 Zentimeter Pulverschnee. Oft unD Rodel gut

Schwarzwald (Luhestein): Heiter.16 Grad Celsius. 73 Zentimeter Pulverschnee. Oft und Rodel sehr gut

Alpen (Garm sch-Partenkirchen): Hci er.14 Grad Celsius. 42 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel s:hr gut BerchteSgadrn: Wollig. 13 Grad CelfiuS. 49 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel gut