Ausgabe 
15.10.1929
 
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zur Herstellung von künstlichem Gold entschließen wollte, so käme vielleicht Quecksilber als Ausaangs- material in Betracht. Im Qecksilberatom kreisen 80 und im Goldatom 79 Elektronen; man müßte also ein Elektron aus dem Atom entfernen, und da die Elektronen sehr fest aneinander gekettet sind, kann man ihnen mit groben Mitteln nicht beikommen. Als Hilfsmittel kämen höchstens sehr starke elektrische oder magnetische Kräfte in Frage; deshalb versucht man z. B., am Monte Generoso durch Blitzentladun­gen Spannungen von mehreren Millionen Volt zu erzeugen, um Atomkerne zu zertrümmern. Den ein­zigen Erfolg in dieser Richtung hatte bisher Pro­fessor Rutherford, dem es gelang, mit Alpha­strahlen Stickstoffgas zu zerlegen; er schoß aus dein Atomkern einen Bestandteil heraus, aber auch dabei handelte es sich um außerordentlich geringe Men­gen. Man sieht daraus, daß mit einfachen Appara­turen und mit der Mischung irgendwelcher Chemi­kalien, wie sie der Klempner Tausend offenbar be­nutzt hat, nichts anzufangen ist ganz abgesehen davon, daß auch mit hohen elektrischen Spannun­gen oder ähnlichen Kräften vorläufig nur Spuren von Gold erzeugt werden können. Größere Mengen können nur durch Taschenspielerei in die Retorte gelangt sein.

Im Jahre 1924 glaubte Professor A. M i c t h e mit seinem Mitarbeiter ein Verfahren gefunden zu haben, um in einer Ouecksilberbogenlampc, die mit einem Strom von 170 Volt gespeist wurde, künst­liches Gold Heraustellen. Auch dabei wurden freilich nur Spuren gefunden, und man berechnete damals, daß ein Kilogramm des auf diese Weise hergestellten Goldes 400 Millionen Goldmark kosten würde. Ein­träglich wäre die Goldmacherei also nach jenem Ver­fahren nicht gewesen wenn nicht bald darauf die Gelehrten aller Länder festgestellt hätten, daß die ganze Sache auf einem Irrtum beruhte. Bei ein­gehender Nachprüfung zeigte sich nämlich, daß die beiden Forscher wenig sorgfältig vorgegangen wa­ren. Das Gold, das sie vorweisen konnten, war nichi durch Zersetzung anderer Elemente entstanden; es war vielmehr schon ursprünglich in Spuren in der Apparatur vorhanden, nämlich in den Zuleitungs- clektronen, durch die der elektrische Strom in die Bogenlampe eingeführt wurde. Diese geringe Bei­mischung genügte, die falschen Ergebnisse hervor­zurufen und die Welt monatelang in Atem zu hal­ten. Hätte Meister Tausend aber wirklich den Stein der Weisen" gefunden: warum borgte er sich dann große Beträge, statt sich durch sein Verfahren selbst das nötige Betriebskapital zu verschaffen?

Wirtschaft.

Oie Arbeitslosigkeit.

Nach den endgültigen Berichten der Landes» Arbeitsämter ist in der zweiten Septemberhälfte die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung um nicht ganz 14 000 Personen oder 1,8 v. H. g e st i e g e n. Don den am 30. September gezählten rund 750 000 älnterstützten waren 566 000 Männer und 183 000 Frauen. Auch in dem vorliegenden Berichtszeit­raum beschränkte sich die Zunahme der Unter» stützten ausschließlich auf die Männer (plus 20 000), während bei den Frauen wiederum eine Abnahme zu verzeichnen war (minus 6500). Die gleiche Erscheinung ließ sich auch in der Krisen- unterstühung feststellen. Die weiblichen Hauptunterstühungsempfänger nahmen hier um rund 1 v. H. ab, während die männlichen um rund 2 v. H. anstiegen. Die Gesamtzunahme be­lief sich auf 1500. so daß die Zahl der Unter­stützten in der Krifenunterstühung nunmehr rund 162 000 beträgt.

* Aus dem Klöckner-Konzern. Die zum Klöckner-Konzern gehörenden Mannstädt- Werke haben ihre Abteilung Maschinenfabrik zum Konzern-Werk Humboldt und ihre Zementfabrik nach der Georgs-Marienhütte verlegt. Durch diese Aationalisierungsmahnahmen werden weit über 100 Arbeiter entlassen. Durch Entlassung im Eisenwarenbetrieb, die durch Beendigung der Dausaison notwendig werden, werden jetzt 130 Arbeiter betroffen.

- Entlassungen bei der Deschimag. Die Deutsche Schiff- und Maschinenbau-A.-G. (Deschimag), Bremen hat, wie WTB.-Handels- dienst erfährt, sich gezwungen gesehen, auf ihrem Werk QI.-®. Weser, Bremen einer großen Anzahl von Beamten zu kündigen. Die Zahl der ge­kündigten Beamten dürfte sich auf etwa 200 bis 250 belaufen. Es handelt sich um eine endgültige Maßnahme, die mit der Lage des deutschen Schiffsbaues begründet wird. Die Arbeiterzahl wurde bereits nach Olblieferung derBremen" von 10 000 auf 3000 Mann beschränkt. Seit einiger Zeit arbeitet das Werk nur fünf Tage in der Woche.

Stadt und Land gehören zusammen

Eine Aussprache über den Absatz heimischer Erzeugnisse.

WSN. Da rmstadt, 14. Ott Unter der Lei­tung des hessischen Arbeits- und Wirtschaftsministers K o r e l l fand heute im Wirtfchaftsministerium eine Unterredung statt, in der Stadt und Land, Erzeu­ger, Handel und Verbraucher, zusammengeführt wurden, um den Absatz heimischer Pro­dukte zu fördern. Es waren erschienen Vertreter der Hausfrauenorganisationen, des Einzel- und des Großhandels, der Konsumgenossenschaften, der Marktgenossenschaften, der Gastwirte, der Handels- und Handwerkskammern und des Mühlengewerbes, sowie der Präsident und der Generaldirektor der Hessischen Landwirtschaftskammer.

Minister K o r e l l ging in seiner einleitenden Ansprache von der Verantwortung aus, die die Re­gierung der Landwirtschaft gegenüber fühle. Die propagierte Produktion ssörderung sei be­reits weit vorangetrieben, während die Regelung der Verteilung noch sehr dahinter zurück­bleibe. Der Minister schlug daher vor, daß sich Ver­braucher und Erzeuger in aller Öffentlichkeit über ihre Sorgen und Anstände aussprechen möchten.

Vonseiten der Landwirtschaftskammer wurde dann ein Bild über die Preisgestaltung die­ses Jahres gegeben. Obwohl z. B. die Obsternte gut ausgefallen sei, erhalte der Erzeuger einen so niedri­gen Preis, daß der Städter selbst darüber erstaunt sein müsse. Heber die Güte und Ueberlegenheit der heimischen Produkte brauche man kein Wort mehr zu verlieren. Der Preisspanne sei nachzugehen, aber gleich,zeitig müsse betont werden, daß von einer Ausschaltung des Handels nicht die Rede sein könne.

Ein Vertreter der Konsumgenossen­schaften schilderte darauf die Erfahrungen mit dem Absatz der heimischen Erzeugnisse, insbe­

sondere der hessischen Markenbutter, des sog. deutschen Frischeis und eines guten Roggenbrots.

Dom Einzelhandel wurde die Defiche- rung gegeben, daß man den Absatz deutscher Er- Zeugnisse gern fördern werde. Auch die Haus­frauen erklärten, biere Bestrebungen unter­stützen zu wollen.

Diesen Erklärungen gegenüber betonte der Prä­sident der Landwirtschaftskammer fei­nen besonderen Dank. Gerade die Gedankenlosig­keit sei im Käuferpublikum noch sehr verbreitet. Der Qualitätsmahstab müsse vom Verbraucher angelegt und anerkannt werden.

Ein wesentlicher Teil der Aussprache galt dann der Frage der Herstellung eines hessischen Markenbrotes, wofür die Landwirtschafts­kammer zur Herausgabe von Richtlinien an­geregt wurde. Außerdem wurde für wichtig er­klärt, daß es mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Vermahlungszwang der Mühlen nicht getan sei. Notwendig erscheine ein Beim ahlungs- zwang.

3n seiner Schlußbemerkung faßte Minister K o - r e l l dann die Ergebnisse der Aussprache zu­sammen, die eine erfreuliche Einigkeit und den geschlossenen Willen, der heimischen Wirtschaft zu helfen, gezeigt habe. Die gegebenen Anregun­gen würden in gemeinsamem Zusammenwirken weiter verfolgt und auch durch systematische Auf­klärung in der Schule vertieft werden. Es gelte vor allem aber, in alle Kreise des Volkes hinein­zutragen, was bisher auf dem Gebiete der Pro­duktionsverbesserung in Hessen schon geleistet worden sei. Die heutige Unterredung sei nur ein Anfang gewesen, Stadt und Land zusammen­zuführen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 15. Okt. Tendenz: unein­heitlich. 3m vorbörslichen Verkehr machte sich zunächst ausgehend vom Farben-Markt. an Dem im Zusammenhang mit der heutigen ersten amtlichen Notiz der 3.-G.-Bezüge einige Käufe vorgenommen wurden und die den Kurs bis auf 201 Prozent anziehen liehen allgemein eine etwasfreundlichereStimmung bemerk­bar. Zu Beginn der offiziellen Börse griff jedoch eine ständig wachsende älnsicherheit Platz, und die Abgabeneigung überwog. Große Verkäufe wur­den namentlich am Elektromarkt beobachtet, an­geblich in erster Linie für schweizer Rechnung. Ferner verstimmte auch der durch die Erklärung des Herrn Siemens deutlich gewordene Gegen­satz zwischen dem AEG.- und dem Siemens- Konzem. Auf die allgemeine Tendenz von un­günstigem Einfluß war die Stockung bei den Verhandlungen mit dem Schweden-Trust, der unbefriedigende Monatsbericht der Maschinen» bauiikvustrie und nicht zuletzt der allgemeine Or­dermangel. Am Elektromarkt lagen AEG.. Schuckert und Siemens bis 2,5 Prozent schwächer, Licht & Kraft 4 Proz. gedrückt, während Chade-Ak- tien auf die schwache Qtotierung des Peseta-Kurses erneut 7 Mk. nachgaben. Farben gaben gegen den vorbörslichen Kurs etwas nach, konnten aber gegen gestern noch 2 Prozent höher einsehen. 3.-G.-Bezüge wurden nach 4.15 vorbörslich mit 4 im Freiverkehr gehandelt. 3m Einklang mit Farben lagen Rheinstahl 1,25 Prozent höher. Sonst blieb das Geschäft am Montanmarkt still. Banken eröffneten bei kleinen Umsätzen etwa behauptet. Niedriger lagen Glanzstoff mit 7,75 Prozent, und Deutsche Linoleum mit minus 3 Pro­zent. Zellstoff Waldhof konnten 1 Prozent an» ziehen. Am variablen Markte lagen Kleyer 1,5 Prozent höher. Auch Wayh & Freitag plus 1,5 Prozent, auf die Mitteilung über guten Ge­schäftsgang und voraussichtlich wieder Vorjahrs­dividende. Deutsche Anleihen waren behauptet. Von ausländischen Renten Türken etwas ge­fragter. 3m Verlaufe wurde die Stimmung, an­scheinend auf Interventionen, etwas freundlicher. Nennenswerte Umsätze verzeichnete aber ledig­lich der Farben-Markt. an dem I.-G.-Bezugs» rechte bei lebhaftem Geschäft auf 4,85 Prozent anzogen, so daß auch die Farben-Aktie 1,25 Pro­zent anziehen konnte. Tagcsgeld unverändert. 8,5 Prozent. Am Devisenmarkt lag die Peseta etwas erhöht. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1915, gegen Pfund 20,41, London gegen Kabel 4,8690, gegen Paris 123,89, gegen Madrid 33,19, gegen Mailand 92,92.

Berliner Börse.

Berlin, 15. Okt. Nachdem bei ruhigem Geschäft der heutige Dormittagsverkehr einen noch im großen

und ganzen freundlichen Grundton gezeigt hatte, war zu Beginn der offiziellen Börse bereits eine kleine Verschlechterung der Stimmung festzustellen. Diese war aber weniger auf allgemeine Momente (Maschinenbaubericht für September, mit weiterem Nachlassen des Auftragseinganges und Be­schäftigungsgrades, langsam steigende Arbeitslosig­keit, unregelmäßiges Neuyork, oder innerpolitische Lage usw.) zurückzuführen, als auf einen plötz­lichen Rückgang der Karstadt-Aktie und einiger anderer Spezialpapiere. Die Kursent­wicklung wurde dadurch im allgemeinen uneinheit­lich, und Kursgewinnen bis zu 2,5 v. H. standen Ab­schwächungen in gleichem Ausmaß gegenüber. Et­was lebhafter ging es, angeblich auf Auslandinter- effe, am Farbenmarkt zu, an dem außerdem die heutige erste Bezugsrechtnotiz anregte. Das Dementi einer Kapitalerhöhung bei Chade hatte bei diesem Papier einen Kursrückgang von 9 Mk. zur Folge. Auch Svenska lagen trotz Berücksichtigung des Di- oidendeabschlages von 5,60 Mk. auffallend schwach. Das Hauptgeschäftsthema war aber eine Veröffent­lichung der heutigen Fachpresse über den Grund zur Verzögerung der Zulassung der jungen Kar­stadt-Aktien. Man wollte von einem angespannten Status wissen und schätzt die kurzfristigen Verbind­lichkeiten der Gesellschaft auf fast 150 Millionen Mark. Darauf erschienen Karstadt-Aktien mit Minus- Minus-Zeichen und notierten 8 v. H. niedriger. Sonst fielen noch BMW. durch schwache Haltung auf. Deutsche Anleihen behauptet. Ausländer geschäfts­los. Pfandbriefmarkt still. Der Geldmarkt war zum Medio steifer. Tagesgeld 8,10, Monatsgeld 9,25 bis 10,5 o. $)., Warenwechsel zirka 7,75 v. H. Von der schwachen Haltung der bereits gemeldeten Spezial­werte ausgehend, zeigten die Kurse im Verlaufe all­gemein eher rückgängige Bewegung,. Es wird ver­sucht werden, für die Aku-Aktie (Allgemeine Kunst- seiden-Umie) eine erste Notiz per Kasse zustande zu bringen. Kunstseidenwerte verloren im Verlaufe zirka 3,5 v. H., Polyphon 4 v. H., Svenska 3 Mk., BMW. zirka 2,75 v. H. Später konnte man auf diesem ermäßigten Niveau leichte Jnteroentionstätig- keit der Banken feststellen, die auch vereinzelt Er­holungen zur Folge hatte.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 15. Okt. Auftrieb: 1728 Rinder (darunter 355 Ochsen, 91 Bullen, 672 Kühe, 516 Färsen), 413 Kälber, 104 Schafe, 4643 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, auZgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 57 bis 60 Mk., (ältere) 53 bis 56; sonstige vollfleischige (jüngere) 48 bis 52; (Bullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 57; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48 bis 53; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 49; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 42 bis 45;

fleischige 37 bis 41; gering genährte 30 bis 36; (Färsen Kalbinnen, 3ungrinder): voll­fleischige, auZgemästete, höchsten Schlachtwerts 57 bis 60; vollfleischige 53 bis 56; fleischige 48 bis 52. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 79 bis 82; mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 78; geringe Kälber 68 bis 73. Schweine: Fett­schweine über 300 Pfund Lebendgewicht 88 bis 90; vollfleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund 88 bis 91; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 84 bis 88 Mk. Markt­verkauf: Rinder ruhig, Lleberstand. Kälber und Schafe mäßig-rege, ausverkauft. Schweine rege, ausverkauft.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Die Viehhofanlage in Gießen.

Dor einiger Zeit las ich in 3hrer Zeitung ein Eingesandt des Herrn Stern, Gießen, über die Viehhofangelegenheit, und die Ant.wort der Stadt Gießen. Die Gründe der Stadt Gießen begreifend, womit die Verzögerung dieses Baues als unumgänglich dargelegt wird, möchte ich aber im 3nteresse des Diehhandels und der Volkswirtschaft darauf aufmerksam machen, daß ein Wirtschaflsgebilde wie der Gießener Markt mit einem regelmäßigen Auftrieb von weit über 1000 Tieren nicht mehr unter freiem Himmel abgehalten werden kann. Der an sich kapital­schwache Viehhandel hat an den Gefahren deS Markthandels und an den Konjunkturen des­selben ohnehin genug zu leiden. Er kann es sich nicht leisten, die Gesundheit seiner Tiere auch noch den Gefahren der winterlichen Witterung auszusetzen. Es kann dem Viehhändler auch nicht zugemutet werden, daß er seine eigene Gesundheit dadurch gefährdet, daß er sich stundenlang in Wind und Wetter hinstellt. Aber auch die in ihrem Dermögensstand geschwächte Volkswirt­schaft kann es sich nicht leisten, derartig immense Werte diesen Gefahren monatelang auszusetzen. Wenn auch für dieses 3ahr keine Qlenberungi mehr möglich sein wird, so möchte ich allen be­rufenen Stellen doch ans Herz legen, raschestens ans Werk zu gehen. Staat und Stadt haben eine moralische Verpflichtung, daß sie ihrem Kinde, das sie mit Hilfe des Diehhandels groß­gezogen haben, nun auch baldigst für die not­wendige Unterkunft sorgen. S. St.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 8. Okt. In einem Dorf der Um­gegend hatten eines Sonntags junge Burschen aus einem benachbarten Orte stark gezecht. Auf dem Heimweg begegnete ihnen in dem Dorf der Wacht­meister, den sie aber wegen der Dunkelheit, nicht erkannt haben wollen. Sie fielen über ihn her, war­fen ihn zu Boden und schlugen bann gemeinsck-aft- lich auf ihn ohne jede Veranlassung ein, so daß er einige Zeit bewußtlos liegen blieb. Der nämliche Vorgang spielte sich später am Ausgang des Dor­fes nochmals ab. Der Wachtmeister konnte nicht feststellen, wer die Angreifer waren. Auch die beiden einzigen Tatzeugen, die ihm zur Hilfe eilten, er­kannten nur zwei von ihnen. Diese beiden wurden auch von einem Mitangeklagten, der seinerseits un­umwunden zugab, mit den andern dreingeschlagen zu haben, als Täter bezeichnet. Das Gericht hatte keinen Anlaß, dem Mitangeklagten keinen Glauben zu schenken, zumal seine Angaben durch die beiden Tatzeugen unterstützt wurden. Während bezüglich des einen dieser Angeklagten, der erst 16 Jahre alt war, das Gericht sich für unzuständig erklären und die Sache insoweit an das Jugendgericht verweisen mußte, erhielt der andere wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung zwei Wochen und der gestän­dige Mitangeklagte 10 Tage Gefängnis. Die übrigen Angeklagten wurden trotz erheblicher Ver­dachtsgründe wegen mangelnden Beweises freige­sprochen.

Ein Fuhrmann und sein Knecht wurden aus Nachbarhäusern beobachtet, als sie die vor einem stark beladenen Wagen gespannten Pferde, weil sie infolge eines Hindernisses nicht weiter vorwärts gehen wollten, roh mißhandelten. Die Anforderun­gen, die sie an die Zugkraft der Pferde stellten, waren offensichtlich viel zu hoch. Beide erhielten im Strafbefehlsverfahren ansehnliche Geldstrafen. Der Fuhrmann zahlle, der Knecht erhob Einspruch. Heute stellte sich heraus, daß ersterer der treibende Teil war und der Knecht ganz unter dem Einfluß sei­nes Dienstherrn stand, dem zu Gefallen glaubte er so handeln zu müssen. Das änderte aber an der Tier­mißhandlung nichts. Doch setzte das Gericht die Strafe um die Hälfte herab.

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Banknoten.

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Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. ^-elegraphische Auszahlung.

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Hoesch Eilen. ..... Ille Bergbau.....

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Riebeck Montan .... Vereinigte Stahlw. . . Olavi Minen.....

Kal« Alcher-lebea . . . Kali Westeregeln.... Ralttoed Salzdetfurth .

I ® Farben-Industrie. Dynamit Wobei .... Echeideau statt..... Goidlchmto« ..... Rütgerswecte ..... Metallgeielll chatt. . . .

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4% Schweiz. Bundefib.-Anl.. . .

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4,20% Oesterr. Silberne.....

4% Oesterreich, eintzeitl. Rte. .

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4% Unganfdie Staatfir. v. 1910 .

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4% Türk, Zolianteihe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahn-Anl..

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68

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121

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7.5 Proze

Lllg. Deutsche Estenbahn . Hamburg-Amerika Paket . Lamb.-Sützam. Dampssch. Hansa Dampfschiff .... Rorddeuticher Lloyd . . .

8111g. Deutsche Eredilanst. .

Barmer Bankverein . . . Berliner Handeifigelellsch. . Evmnierz- und Prtvat-Bant Darmst. u. Nalionalbauk . Deutsche Bank.....

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Frankfurt a M.

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b% Dt. Reichfianleche v. 1927 .

Dl. Anl.-Miöl.-Schuld mit Aufi-

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Defigl. ohne Aufilol.-Rechte . . . 7% Frankl Hyv -Bl. Goidpf. un-

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Ifintbar bis 1932.....

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A.E.G. aba. BorkriegS-Obligation.

rückzahlbar 1932.....

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Berlin

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Datum

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Reiten 4 Guilleaume....

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Ges. f. Elektr. Untern.. . . .

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10

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Siemens & Halske.....

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Frankfurt a M.

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Zellstoff Waldhof . .

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Zellstoff Aschaffenburg

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37

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Sildd. Zucker ....

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152,5

Berlin, 14. Oktober

Geld

Brief

französische Noten.....

Holländische Noten ......

16,42

16,48

168,11

168,79

Italienische Noten......

Norwegische Noten......

Deutsch-Oesterr,5100 Kronen

21,93

22,01

111,75

112,19

58,70

58,94

Rumänische Noten......

2,471

2.497

Schwedische Noten ......

112,17

112,61

Schweizer Noten.......

80,74

81,06

Spanische Noten...... .

Tschechoilowakische Noten . .

Ungarische Noten ...

58,88

12,345

72,85

59,12 12,405

73,15

14. Oktober

15. Oktober

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

iseiD

Briet

Geld

Brief

Ämst.'Rott-

168,46

168,80

168.48

168,82

Buen.>AireS

1,759

1,763

1,757

1,761

Brss.-Antw

58,425

58,445

58,435

58,555

Christiania. Kopenhagen

111,91

112,13

111,93

112,15

111,95

112,17

111,95

112,17

Stockholm . Helsingfors. Italien. . . London. . .

112,35

112,57

112,35

112,57

10,52

21,93

10,54

21,97

10,517

21,92

10,537

21,96

20,383

20,423

20,38

20,42

Neuvork . .

4,1880

4,1960

4,1865

4,1945

Paris....

Schweiz ..

16,44

16,48

16,445

16,485

80.97

81,13

58,86

80,965

81,125

Spanten. .

58,74

59,82

59,94

Japan . . . Nio de Ian.

2,001

0,498

2,005 0,500

1,998 0,438

2,002 0,500

Wien In D--

Ceft abgest.

58,85

58,97

58,83

58,95

Prag . . . .

Belgrad . .

12,394

12,414

12,388

12,408

7,393

7,407

7,391

7,405

Budapest. .

73,07

73,21

73,07

73.21

Bulgarien .

3,032

3,038

3,030

3,036

Lissabon

18,78

18,82

18,82

18,86

Danzig. . . Konstantin.

81,44

1,995

5,435

81,60

1,999

81,45

1,994

81,61 1,998

Athen. . .

5,445

5,435

5,445

Canada

4,141

4,149

4,141

4,149

Uruguay. .

4,096

4,104

4,096

4,104

Cairo . .

20,905

20,945

20,903

20,945

Berlin. 14. Oktober

Geld

«rief

Amerikanische Noten .....

Belgische Noten .......

Dänische Noten ........

Englische Note»........

4,169

58,32

111,75

20,355

4,189

58,56

112,19

20,435