Ausgabe 
15.5.1929
 
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schmutzen, nicht wertvolle Sachen Taschenuhren, Glasgeschirr wie Spielzeug behandeln, Hin­wersen, auseinandernehmen, nicht auf den Rasen treten, sich nicht zum offenen Fenster hinaus- legen usw. TlnD da das bloße, wenn auch ständig wiederholte Verbieten bei der Vergeßlichkeit des Kindes und bei seinem Aufgehen im Gegenwarts­affekt nicht ausreicht, so müssen stärkere Hem­mungsmechanismen geschaffen werden durch asso­ziierte älnlustaffekte. Hier hat also die Strafe noch keine moralische Bedeutung, sondern bloß ab­schreckenden Zweck: sie soll künstlich eine ähnliche Wirkung erzeugen, wie sie in natürlicher Form durch den SahGebranntes Kind scheut das Feuer ' gekennzeichnet ist. Dies Ziel der Ab­schreckung kann freilich dadurch leicht illusorisch gemacht werden, daß mit der Strafe nicht sparsam umgegangen wird. Wenn ein Kind von einem ganzen System von Verboten umgeben und für jede der dadurch bedingten Liebertretungen streng bestraft wird, kann es ja gar nicht mehr die Un­lust der Strafe mit bestimmten Handlungsformen assoziieren und diese so meiden lernen: vielmehr wird als eine allgemeine Reaktion Abstumpfung statt der erhofften Abschreckung erzielt werden. Das Vorgehen mancher Erzieher, die überall dort aufs heftigste zuschlagen, wo das Kind in seiner Ahnungslosigkeit etwas anrichtete, hat nur noch wenig mit Bestrafung zu tun: oft genug ist es nichts anderes als die hemmungslose Entladung des Aergers über den vom Kinde verursachten Schaden, oder der Machtinstinkt, der sich am widerstandslosen Objekt betätigt.

Ein zweites Strafmotiv liegt vor beim Zu­sammenstößen von Erzieherwillen und Kindes­willen. Die Ueberwindung des kindlichen Eigen­willens und Trohes ist erforderlich, nicht nur weil das Ziel des Crzieherwillens durchschnittlich das wertvollere ist und gerade im Interesse des Kindes erreicht werden muh, sondern auch des­halb, weil das Kind zur Selbstbeherrschung und zur Fügung unter eine Autorität fähig werden muß. So ist auch hier Bestrafung nicht zu ver­meiden. Freilich soll man sich dessen bewußt bleiben, -daß auch Eigenwillen und Auflehnung nur Zerrbilder einer an sich wertvollen Anlage des Kindes, nämlich seines Selbständigkeits- streoens sind: und da die Erziehung zum Gehor­sam nichr Selbstzweck, sondern nur Vorbereitung und Vorbedingung für die höheren Zwecke: der Erziehung zur Selbstverantwortlichkeit ist, so muß man sich hüten, aus der Bekämpfung des Eigen­willens eine Ertötung des eigenen Wollens zu machen. Selbst für die frühe Kindheit darf Kada­vergehorsam und mechanisch geregelter Drill nicht als Inbegriff der Erziehungsziele gelten.

Das dritte Objekt der Bestrafung endlich sind solche Handlungen, die als Anzeichen minder­wertige Charakterzüge -- der Raschhaftigkeit, der Unaufrichtigkeit, der Grausamkeit usw. aufgefaßt werden. Hier hat die Strafpädagogik besondere Vorsicht zu üben. Zunächst nämlich ist es schon irreführend, beim kleinen Kinde vonCharakter­zügen" zu sprechen. Wohl bringt das Kind gewisse Anlagen mit, aber diese sind ursprünglich noch nicht eindeutig determiniert, sondern entwickeln sich erst' unter dem fortwährenden Einflüsse der Umgebung nach dieser oder jener Rich­tung zu dauernden Eigenschaften. Unter den mit- wirkenden Umgebungseinflüssen aber ist die Strafe selbst einer der bedeutendsten. Sie kann bei zu großer Häufung und Härte dem Kinde das einzige ihm zur Verfügung stehende Abwehrmittel, die Geheimhaltung und Leugnung, nahelegen und so Tteigung zur Verstecktheit und Verstocktheit erst erwecken oder zum mindesten verstärken. Un- pädagogische Bestrafung fördert also unter Um­ständen das, was sie bekämpfen soll. Selbstver­ständlich soll damit nicht demlaisser faire, Jaisser aller das Wort geredet werden. Rur sollte der Wert der anderen positiven Erziehungs­mittel stets höher bewertet werden, und die Strafe, wo sie nötig ist. den Charakter einer auch für das Kind verständlichen, milden Sühnung nicht verleugnen.

Eine weitere Schwierigkeit für die Bestrafung moralwidriger Handlungen liegt in der Deutung dieser Handlungen. Denn der Erwachsene beurteilt nur gar zu leicht das Tun des Kindes nach dem Maßstabe seiner eigenen Moral, nennt z. B. Lüge, was die äußere Form der Unwahrheit trägt, und gibt sich nicht davon Rechenschaft, daß die psychologischen Bedingungen dieser Erscheinung beim Kinde völlig andere sein können, als er sie aus der Psyche her Erwachsenen kennt. Hier führt also mangelnde psychologische Erkenntnis zu einem verfehlten Rigorismus, der vom Kinde Tugenden fordert, zu denen es noch gar nicht fähig ist, und ihm Laster vorwirft und anrechnet mit denen es zum Teil erst durch diese Vorhaltungen verfrüht bekannt gemacht wird. Wie viele Kinder würden noch lange im Paradieseszustande der Lügenfremdheit durch die Welt gehen, wenn

ihnen nicht vorzeitig durch den Verdammungs- spruchdu lügst jar mit darauffolgender Strafe erst aufgedrängt worden wäre, daß es so etwas wie Lüge gibt.

Wirtschaft.

Oie Arbeitslosigkeit geht weiter zurück.

Die endgültigen Feststellungen über die Ar­beitslosigkeit am 30. April bestätigen die vorläufigen Mitteilungen, daß auch in der Zeit vom 15. bis zum 30. April die Zahl der Hauptunter- stützungsempfänger weiterhin erheblich zu­rück g e g a n g e n ist, und zwar von 1 480 000 auf 1 126 000, also um 354 000 oder 23,9 v. H. Der Rück­gang ist bei den männlichen Hauptunterstützungs- -mpsängern auch diesmal wieder sehr viel stärker, als bei den weiblichen (bei den Männern 27,4 v. H bei den Frauen nur 9 v. H.). Das weist darauf hin, daß der Hauptanteil an der Entlastung nach wie vor auf die Außenberufe entfällt.

Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Krisenfürsorge hat sich in der genannten Zeit fast nicht verändert (am 15. April 198 260, am 30. April 198 780). Bei den männlichen Haupt- unterstügungsempfängern ist ein Rückgang von 164 000 auf 162 000, bei den weiblichen eine Zu­nahme von 34 200 auf 36150 zu verzeichnen.

Die Zahl der R o t st a n d s a r b e i t e r aus der Arbeitslosenversicherung und aus der Kcisenunter- stützung ist in den letzten Wochen rasch gestiegen. Sie betrug am 30. April insgesamt rund 93 000 gegenüber 31 400 am 31. März 1929.

Höhere Zinssätze bei der Seehandlung.

Die fortdauernde Anspannung am Geldmarkt veranlaßte die Preußische Staatsbank (S e e h a n d l u n g) für einige im Geschäftsver­kehr mit den Danken und Bankiers geltenden Haben- und Soll-Zinssätze neue Bedingungen bekanntzugeben. Die Steigerungen betragen 5 K bis 1 Prozent. Der Zinssatz von 7 Prozent für tägliche Gelder, die über Ultimo bei der Staatsbank stehenbleiben, ist rückwirkend vom 4. Mai auf 8 Prozent erhöht worden. Für Ein­lagen auf einen Monat fest werden jetzt 8 Prozent (bisher 7a;8 Prozent), auf zwei Monate fett 81 4 (7V2) Prozent und auf drei Monate fest 81/. (76/8) Prozent vergütet. Die Sähe für feste Einlagen gelten als Richtlinien. Im Einzelfall werden die Bedingungen der Marktlage ent­sprechend vereinbart. Auf Sonderkonto ,.H (Darlehen auf einen Monat fest, mit dem Recht zu jederzeitiger Einzahlung) werden auf der Debetseite 9' -> (83 '<) Prozent, auf der Haben­seite 61/* (5:* 4) Prozent berechnet.

*

* Sie Kohlen Produktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaats Hessen weist für den Monat April folgende Zahlen nach: An Braunkohlen wurden ge­fördert 37312 Tonnen: davon wurden verkauft 16 631 Tonnen: der größte Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet, und zwar 15 936 Tonnen zu Schwelerei­produkten und 270 Tonnen zu Briketts. Die Briketts- crzeugung betrug 122 Tonnen.

* Fusion Effektenbank - Vereins­bank genehmigt. Die G.-V. der Deutschen Vereinsbank K. QL a. QL, Frankfurt a. M., geneh­migte einstimmig den Qlbschluß mit 5 Prozent Dividende und die vorgeschlagene Fusion mit der Deutschen Effekten- und Wechselbank, Frank­furt a. M. Die G.-V. der Deutschen Effekten- und Wechselbank, Frankfurt a. M., genehmigte ohne Erörterung den Abschluß mit 9 (i. V. 8) Prozent Dividende, die Fusion mit der Vereins­bank und die im Zusammenhang Damit notwen­dige Kapitalerhöhung um 5 auf 15 Mill. Mk.

* Wayh L Freytag A.-G., Frankfurt a. M. Der Aussichtsrat hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, der auf den 6. Juni einzu­berufenden G.-V. nach reichlichen Abschreibungen und Rückstellungen eine Dividende von 8 (i. V. 10) Prozent vorzuschlagen. In das neue Geschäfts­jahr hat die Gesellschaft einen erheblichen Auf­tragsbestand übernommen, der sich unterdessen weiter erhöht hat. Sofern keine wesentlichen poli­tischen oder wirtschaftlichen Störungen eintreten, glaubt die Gesellschaft mit ausreichender Be­schäftigung rechnen zu können.

* Frankfurter Maschinenbau A. - G., vorm. Pokorny & Wittekind. Frank- f ü r t a. M. Rach dem Bericht wurde im Ge­schäftsjahr 1928 ein Betriebsüberschuß von (in Mill. Mk.! 2801 (2819) erzielt. Unkosten ver­minderten sich auf 1664 (1871): dagegen stiegen Steuern auf 0.483 (0.244), soziale Abgaben er­forderten 0.141 (). Abschreibungen 0.225 (0.208). so daß ein ermäßigter Reingewinn von 0.288 (0.285) verbleibt, woraus 4 (6) Prozent Dividende

auf 6.6 Stammaktien and wieder 6 Prozent auf 0.318 Vorzugsaktien vorgeschlagen werden. Die restlichen 5292 (3699) Mk. werden vorgetragen. Im laufenden Geschäftsjahr habe sich die Kon­junktur zunehmend gebessert, und es feien An­zeichen vorhanden, daß der Auftragseingang in der nächsten Zeit günstig bleiben wird. Wenn auch die ungünstigen Faktoren des deutschen Wirtschaftslebens nicht oder nur langsam be­seitigt werden, so erhoffe man für das Unter­nehmen doch eine Besserung. (G.-V. 28. Mai.)

Frankfurter Börse.

F r a n k f u r t a. M., 15. Mai. Die heutige Börse war wieder schwächer, da die ft a r t angcspann - ten Geldmarktverhältnisse weiter verstimmten. Die Spekulation zeigte daher sehr wenig Unternehmungslust und schritt, nachdem sie gestern abend verschiedentlich Rückkäufe vorgenom­men hatte, zu erneuten Abgaben, die jedoch kein größeres Ausmaß annahmen, fc> daß die Verluste gegenüber der gestrigen Abendbörse nicht besonders groß waren. Etwas stärker angeboten waren am Kalimarkt Salzdetfurth mit minus 5 v. H., auch Glanzstoff gaben 5 v. H. nach. 3m großen und gan­zen waren die Umsätze äußerst bescheiden, und bei der bestehenden Lustlosigkeit und Zurückhaltung stagnierte das Geschäft hauptsächlich an den Nebenmärkten f a ft vollkommen. Die Stütze, die Auslandorders, fehlte auch heute wieder fast ganz. Am Farbenmarkt eröffneten I.-G.-Farben bei größerem Angebot 3 0. H. niedriger, da der Be­schluß in der heutigen Generalversammlung, wonach doch nur eine Dividende von 12 v. H. ausgeschüttet werden soll, verstimmte, da verschiedentlich damit' gerechnet wurde, diese Gesellschaft würde eine Di­vidende von 14 0. H. zur Ausschüttung bringen. Scheideanstalt und Holzverkohlung waren gut be­hauptet. Am Elektromarkt waren die Umsätze eben­falls sehr gering, nur Siemens lagen mit minus 3 v. H. etwas stärker im Angebot, während die übrigen Werte zumeist gehalten blieben. Gessiirel waren sogar gut behauptet, doch muß der Divi­dendeabzug berücksichtigt werden. Montanwerte und Banken hatten ebenfalls kaum Umsätze zu verzeich­nen. Als Nachwirkung der Dividendereduzicrung bei Wayß & Freytag von 10 auf 8 v. H. erschienen für dieses Papier an der Maklertafel Minus-minus- Zeichen, Umsätze waren aber nicht zu verzeichnen: man konnte nur einen Taxekurs von 10 v. H. hören, was einem ungefähren Verlust von etwa 13,5 v. H. gegenüber der gestrigen Abendbörse entspricht. Ren­ten still. Auch im Verlaufe blieb die Börse vollstän­dig leblos. Bei der anhaltenden Lustlosigkeit gaben die Kurse erneut bis zu 1,5 0. H. nach. AEG. da­gegen waren etwas gefragt und leicht gebessert. Schuckert bis 2 v. H. niedriger. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,75 v. H. weiter gesucht. Am Devi­senmarkt war die Mark weiter fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2120, gegen Psund 20,441, London gegen Kabel 4,8510, gegen Paris 124,14, Mailand '92,58, Madrid 34,20, Holland 12,0675.

Berliner Börse.

Berlin, 15. Mai. Schon im heutigen Bor» mittagsverkchr war die Tendenz unsicher, und diese Stimmung übertrug sich auch wieder auf die Börse selbst. Das Geschäft war außerordent­lich gering, nur in AEG. bemerkte man wieder Auslandkäufe, während die Spekulation an fast allen Märkten zu Glattstellungen schritt. Das die Börse heute vor allem bewegende Moment war die Bilanzsihung der I.-G.-Farben- Industrie. Obwohl der größte Teil der Börse seit langem mit einer unveränderten Dividende von 12 Proz. gerechnet hatte, rief doch die Be­stätigung dieser Annahme eine starke Verstim­mung hervor. I.-G.-Farben waren daraufhin über" 3 Proz. niedriger angeboten. Die ersten Kurse lagen fast durchweg 1 bis 3 Proz. unter Den gestrigen Schlußnotierungen. Bemberg, Spritwerte, Kaliwerte, Glanz st off und Polyphon gingen sogar bis zu 9 Proz. zurück. Gut behauptet blieben nur A E G., etwas fester lagen Iunghans mit einer Besserung von 2'/4 Proz. Deutsche Anleihen waren etwas schwächer, auch Ausländer lagen bei nicht e inheitlicher Haltung meist niedriger. Am Pfandbriefmarkt hielt das Angebot in Geldwerten weiter an. Tagesgeld blieb mit 8% bis 103/4 Proz. (stellenweise mit 8 Proz.) weiter gesucht. Monatsgeld 9 bis 10'/, Proz. Rach den ersten Kursen konnten sich nur I.-G.-Farben bei etwas lebhafteren älmsätzen gut behaupten, während der überwiegende Teil der Werte um 1 bis 2 Proz. weiter zurückging.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 15. Mai. Die weitere Befestigung an den nordamerikanischen Tcrmin- märlten konnte dem hiesigen Markte heute keine Anregung bieten, und die Haltung war all­gemein sehr ruhig und lustlos. Einige Rachfrage

bestand nur nach Weizenmehl, das etwa 25 Ps. anziehcn konnte. Für Hafer trat ein Preisrück­gang von etwa 25 Ps. ein. Die übrigen Rotie­rungen blieben unverändert. Kleie lag eher etwas niedriger. Es wurden notiert: Weizen 24, Roggen 22.75. Sommergerste für Brauzwecke 23.75, Hafer, inländ. 23.25 bis 23,50, Mais (gelb, für Futter- zwecke 21 bis 21,50, Weizenmehl, südd. Spezial 0, 32 bis 32.25. Roggenmehl 29,75 bis 30,50, Weizen­kleie 12 bis 12,25, Roggenkleie 13. Tendenz ruhig.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverküudigungsblatt Nr. 33 vom 14. Mai enthält: Falsche Rcichsbanknoten. Straßensperre. Schulmusikalische Tagung in Wies­baden. Dienstnachrichten.

Zeitschriften.

Zeitschrift für Musik. Monats­schrift für eine geistige Erneuerung der deutschen Musik. Herausgegeben vom Steingräber-Verlag, Leipzig. Hauptschriftleiter Dr. Qllfred Heuß. 1929: Heft 4. Heftpreis 1,50 Mk.: Qlbonncmcntd- preis vierteljährlich 4 Mark. Die Erinnerung an Die vor 200 Jahren erfolgte Erstaufführung von Ioh. Seb. Bachs Matthäuspaffion regt den Schriftleiter Dr. QI. Heuß zu einer Betrachtung der Chöre in den Matthäuspafsionen von Vach und Heinrich Schütz an. Mit seinen Ergebnissen stellt er sich in Gegensatz zu Friedrich Spitta, Dem Bruder des Vachbiographen.Spitta erscheint Der Passionskomponist Schütz größer als Bach, weil dieser den ganzen Stoss im kirchlichen Sinne betrachtet habe, während Schütz menschlich frei dastehe. als ein unbefangener, rein psychologisch vergehender Dramatiker ' Heuß stellt dagegen fest, daß bei Bach Affekt, Leidenschaft herrschen (er sieht die Priester durch fein eigenes, leiden­schaftliches Temperament"), so daß sich leicht das Gegenteil einer rein-kirchlichen Einstellung Nach­weisen liehe: vielmehrist es beiden Meistern Darum zu t un. die Passionsgeschichte in reiner Menschlichkeit als tiefreligiöse Menschen zu sehen: sie tun es. aber auf Grund ihres so sehr von­einander verschiedenen Wesens und ihrer ver­schiedenen Welteinsicht und Menschenkenntnis'. Wilhelm Virneisel (Koblenz) führt seine Arbeit über den musikalischen Konversationsstil in Ri­chard Strauß' Intermezzo zu Ende. Rudolf Franz (Leipzig) berichtet über Verdis OperDie Räuber". Vom völkerpsychologischen Gesichtspunkt beleuchtet Karl Schück (Leipzig)Amerika und die Musik". Reben verschiedenen anderen Auf­sätzen Musikberichte: als Rotenbeilage sechs Chöre aus Der Matthäuspassion von H. Schütz.

Im Maiheft derZeitwende" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung in München) schreibt überReue Wege im Strafvollzug und in derEntlassenenobsorge" Ministerialdirektor Richard Degen, der uns einen Blick in den mo- dernen Strafvollzug tun läßt, Der nicht bloß der Vergeltung dienen will, sondern zugleich auch versucht, die Gefangenen, soweit sie für eine Der­artige Einwirkung überhaupt noch zugänglich sind, zu tüchtigen und arbeitsamen Menschen und brauchbaren Mitgliedern Der menschlichen Gesell­schaft zu erziehen. Ein Auslanddeutscher aus Der Südsteiermark gibt ein erschütterndes Be­kenntnis von der inneren Rot des Ausland« deutschen, von der Schwierigkeit, im häßlichen Kampf des Tages die Seele rein zu bewahren. Erich Brock versteht mit feiner Empfindung für die zarten Schwingungen Der Frömmigkeit der Iansenisten uns ein Bi ID vom Schaffen des Malers von Port Royal: Philippe de Cham- paigne zu geben. Heber Immanuel Kant wird von Professor Dr. Julius Ebbinghaus mit Geist und Temperament, mit seltener innerer Teilnahme geredet nicht von Kants Werk, seinem Sy­stem, sondern von seiner Persönlichkeit. seinem Charakter, von seinem gewaltigen Kamvs gegen älnwahrhaftigkeit und intellektuelle Hnredlichleit.

Letzte Nachrichten.

Auch Oldenburg löst auf.

Oldenburg, 15. Mai. (MTV. Funkspruch.) Auf Ersuchen des Reichsinnenministeriums ist der Rote Frantkämpferbund einschließlich der Roten Jungfront durch Verfügung des oldenburgischen Staatsministeriums vom 14. Mai ab für das G e - biet des Freistaates Oldenburg auf. g e 1 ö st worden. Das vermögen ist zugunsten des Reichs beschlagnahmt. Das verbot ist nicht zu­letzt deshalb erfolgt, weil die Absicht bestand, das Rotfronttreften zu Pfingsten nach Olden- barg zu verlegen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den \

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ührlen Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.

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0,5015

59.29 12,483

7,421 73,56 3.048 18.94 81,79 2.045 5,465 4,194 4.104 21,00

4% Oesterreich, einheill. Rle . .

(Äeld 169.15

1.769 53,405 112,16 112,40 112,50 10.578

22.035 , 20,413

4.2085

16,445

81.04 59.71

1.878 0,499

59.125 12.453

7,407

73.32

3.044

18.88

81.55

2.045 5,455

4.183 4,116

20.94

Briet 169.49

1.773 58,525 112.38 112,62 112,67 10,598 22.075 20,453 4.2165 16.485

81.20 59.81 1.882 0.501

59.245 12,473

7.421 73,46 3.050 18,92 81.71 2,049 5,465 4.191 4.124 20.98

4% Ungarisckse DlralLr. v. 1910 . 4'/;% bergt, von 1913 .

4% Ungarische Kronenrtc.. .

4% Türk. ZoUantcihe v. 1911 . .

4% Türkische Vcgdadbahn-Anl.,

4% desgl. Serie II.......

4% Rumänen conoert. Rle. . . . 471% Rumänen Boldanl. von 1913

Slllg. Deutsche Eisendadn . .

Hamburg-Amerika Paket ... 8

Hamb.-Lüdam. Dampssch. . . 8 Hansa Damplichiss ... 10 Norddeutscher Lloyd.....8

Wlg. Deutsche Crrditanst. . . 10

Barmer Bankverein ... 10 Berliner HandelSgesellsch. . . 12 Commerz« und Privat-Bank . 11 Darmst. u. Nationalbank . . 12 Deutsche Bank .....10

Dirkonto-Sesellschast 8tnL. . io Dresdner Bank......10

Mitteldeutsch« Tredilbank . . . e

Metallbank ......... 0

Ncichkbank . -......12

Berlin, 14. Mar

Gelv

«rief

runcrikanische Note» .....

Belgische Noten........

Dänisch« Noten ........

Englische Noten........

4,209

58.417

112,08

20,414

4,229

58.657 112.52 20,494