Oberheffen.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 14.April. Von dem ungünstigen Stand unserer Landwirtschaft legte eine am Samstagabend in unserem Dorfe abgehaltene Verpachtung von etwa 20 Grundstücken beredtes Zeugnis ab. Die Vachfrage nach den Grimdstückcn war allgemein sehr schwach. Auf einzelne Stücke erfolgte überhaupt keinerlei Angebot. Für andere Stucke wurde kaum 1 Pfennig auf den Quadratmeter Ackerland erzielt, ein Preis, der noch nicht einmal die Höhe der auf den Grundstücken ruhenden Steuern und Abgaben erreicht. Ausgestellte Aecker kamen auf 1 bis 1.5 Pfennig für den Quadratmeter. Vur Wicsenland war begehrt und erreichte bei bester Qualität bis 3 Pfennig pro Quadratmeter.
* Lollar, 13. April. Zu der Vachrlcht un „Gieß. Anz." vom Freitag über die Errichtung einer Hühnerfarm in unserem Orte teilt uns Herr H. F. G e i st l e r mit; dast er mit di e - ser Sache nichts zu tun habe und die Meldung. soweit seine Person dabei genannt wurde, unrichtig sei. ,
: Reiskirchen, 13. April. In dieser Woche gingen hier zwei Pferde an Vieren-- schlag ein. Von einem Gespann des Guts- besitzers Ve um ei er in Winnerod fiel hier ein Pferd. Es mustte in einen Stall gebracht werden, wo es am anderen Tag verendete. Das Tier hatte einen Wert von 1200 Mark. Das andere Pferd gehörte dem Landwirt P e tri. Es wurde unweit des Dorfes von dem Vierenschlag betroffen und konnte noch in den Stall zurückgebracht werden, wo es nach einigen Tagen ein- ging. In einem Falle ist der Schaden durch Versicherung gedeckt. Der Ausfall von Arbeitstieren trifft die Besitzer um so schwerer, da jetzt die IFrühjahrsbcstcllung beginnen soll.
* Allendorf a. d. Lda., 13. April. Am Mittwochabend trafen sich hier bei Gastwirt Ranft eine Anzahl Parteifreunde der Deutschen Volks- Partei aus dem Lumdatal zu gemeinsamem Ge-
dankenoustausch über die Irrt »titienbfltf interessierenden wirtschaftlichen und politischen Fragen. Provm- zialgeschäftsführer Dr. Weißer referierte über den Stand der Reparationsverhandlungen und über die verschiedensten innerdeutschen Erneuerungsbe- strebungcn. Eingehend beschäftigte er sich mit den Sparanträgen der Deutschen Volkspartei. An die Ausführungen schloß sich eine sehr ausgedehnte Aussprache an, die ein deutlicher Beweis war für das Verständnis, das der politischen Haltung der Deutschen Volkspartei entgegengebracht wird. Es wurde der lebhafte Wunsch laut, derartige Zusammenkünfte öfters zu veranstalten.
Kreis Friedberg.
WSÄ. Friedberg, 13. April. Am Donnerstagnachmittag hatte sich, wie wir bereits meldeten, im Bahnhof Friedberg ein unbekannter M a n n erschossen. Wie jetzt fest- gestellt werden konnte, handelt cs sich bei dem Toten um den 38jährigen Gärtner Winter aus Offenbach, WÜHelmstraste 3, der seit Mittwoch vermiht wird. Winter lebte mit seiner Frau in Scheidung. - x
Kreis Büdingen.
• Kefenrod, 14. April. Am Samstag gegen Abend stürzte der 28 Iahre alte Landwirt Karl Webelholz von hier, als er in der Scheune Stroh vom Gebälk herabholen wollte, von der Leiter in die Scheunentenne hinunter. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei einen O b e r s ch e n ke l b r u ch am linken Bein. Die herbeigerufene Freiwillige Sanitäts- kolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte den Verunglückten nach Anlegung eines Rotver- bandcs in die Chirurgische Klinik in Gießen.
Kreis Lauterbach.
WSV. Lauterbach, 14. April. Der Stadtvorstand stimmte der Erbauung einer neuzeitlichen, allen modernen Anforderungen entsprechenden Kläranlage für die Stadt Lauterbach zu und erteilte in seiner letzten Sitzung Den Bauauftrag der Firma Ludwig Schneider in Heuchelheim bei Gießen zum Preise von rund 30 000 Mark.
Großfeuer in Wiesbaden.
Eine Fabrik vollständig niedergebrannt.
wsn. Wiesbaden, 13.April, heule morgen kur; vor vier Uhr geriet die 5 f a n i o 1 - und Kapselfabrik Alach in der Aarslraße in Brand. Das ganze Fabrikgebäude ist dem Feuer zum Opfer gefallen. Sämtliche Maschinen, sowie das Kesselhaus sind vernichtet. Die umliegenden kleineren Gebäude konnten durch die Feuerwehr gerettet werden.
Kunst und Wissenschaft.
Eröffnung der Berliner Leibl-Ausstellung.
In Berlin wurde am Samstagmittag in der Preußischen Akademie der Künste die erste große Gesamtausstellung vonWerkenWil- helm Leibls eröffnet. Reben den Vertretern der Familie Leibls, des diplomatischen Korps, der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden, den führenden Persönlichkeiten der Kunst und der Wissenschaft war fast das gesamte kunstbeflissene Berlin sowie eine große Anzahl von Künstlern vertreten, u. a. die Botschafter von Amerika und Frankreich, Kultusminister Dr. Becker, die Staatssekretäre Dr. P ü n d e r und Dr. Z w e i g e r t, der Leiter der Kulturabtei- hing des Auswärtigen Amtes, Gesandter Freitag. Oberbürgermeister Böß, der Generaldirektor der Staatlichen Museen, Geheimrat W ä tz o l d, sowie zahlreiche Abgeordnete beider Parlamente. Die Ausstellung umfaßt etwa 142 Gemälde, sowie zahlreiche Zeichnungen und graphische Arbeiten Leibls. Reben der Rationalgalerie in Berlin, dem Wallraf-Richartz-Museum in Köln und der Berliner Galerie Matthiesen sowie fast allen städtischen Museen in Deutschland, u. a. Hamburg, München, Dresden, Leipzig, Breslau, Magdeburg, Hannover, Elberfeld, Krefeld, Karlsruhe, Stuttgart und Bremen, hat auch
in hervorragendem Maße der Privatbesitz mit dazu beigetragen, die Ausstellung zu ermöglichen. Der Präsident der Akademie, Professor Max Liebermann, begrüßte die Erschienenen und wies auf die Bedeutung Leibls als eines der größten deutschen Maler des 19. Jahrhunderts hin. Hierauf dankte Direktor Waldmann namens des Arbeitsausschusses der Ausstellung noch einmal allen denen, die zum Gelingen dieser Ausstellung mitgeholfen haben, im besonderen auch dem preußischen Kultusminister Dr. Becker, der dem Plane der Ausstellung von Anfang an seine Förderung zuteil werden ließ. Professor Liebermann erklärte schließlich die Ausstellung für eröffnet.
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Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die im § 368 des Reichsstrafgesetzbuches bestimmte Geld- ober Haftstrafe. Außerdem wird die Vertilgung der vorhandenen Raupennester auf Kosten der Säumigen angeordnet werden.
Gießen, den 13. April 1929.
Der Oberbürgermeister.
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