fnrter Wessen die Aussteller aus Oesterreich und Bayern zu Gruppen zusammengefaht waren, so sind diesmal auch die badischen Firmen zu Kollektivausstellern vereinigt. Textile Kunstgegenstände sind gut abgesetzt worden, während Keramik wenig Liebhaber fand.
Möbelmesse: Hier hielten sich die Käufe im Rahmen der früheren Messen. Der Besuch war zahlenmäßig besser als im Herbst. Besonders moderne Küchen, Uhren, Stühle und Polstermöbel wurden stark gefragt.
T e x t i l m e s s e: Die Herrenartikel - Gruppe hatte nur mittelmäßigen Besuch aufzuweiscn, doch sahen sich infolge des etwas verkleinerten Umfanges dieser Gruppe die Aussteller in ihren Erwartungen nicht getäuscht. 3n der Damenartikel-Gruppe war das Geschäft in Damenmänteln, Wäsche, Spitzen, Schals, Strickwaren und Strümpfen recht gut. 3n Daumwollwaren war das Geschäft schwach, dagegen in Gardinen sehr gut.
Bureau schau: 3n dieser im Zusammenhang mit dem Reichskurs für wirtschaftliche Ver
waltung veranstalteten Sonderschau war der Besuch ausgezeichnet, und es kam zu zahlreichen Anknüpfungen, namentlich auch von Behörden.
Lebensmittelmesse: Diese Gruppe veranschaulicht am stärksten den internationalen Charakter der Frankfurter Messe. Als Aussteller sind wieder Belgien, Frankreich, 3talien, Holland und Oesterreich erschienen. Dazu ist Spanien neu hinzugetrcten. dessen Ministerium eine ossi- zielle Beschickung beschlossen hat. Unter den französischen Ausstellern sind erstmalig auch die französischen Kolonien erschienen. Der Besuch dieser Messe war am ersten Tag wenig zufriedenstellend.
Baumesse: Auch diese Gruppe fand außerordentlich starkes 3nteresfe. Die Mehrheit der Aussteller äußerte sich sehr zufrieden, wenngleich es sich naturgemäß in der Hauptsache nur um geschäftliche Anknüpfungen handeln konnte. Auch Holzbearbeitungsmaschinen fanden einen guten 3nteressentenbesuch. 3n kleinen Maschinen wurden gute Geschäfte gemacht, auch in größeren Maschinen sind einzelne Aufträge erteilt worden.
4, Allgemeiner ärztlicher Kongreß für Psychotherapie in Bad-Nauheim.
Erster Tag.
^Bad-Rauheim, 12. April.
Heber 300 Olcrje aus Deutschland, den europäischen Ländern und Amerika sind zum 4. Atigern e i n e n ärztlichen Kongreß f ü r Psychotherapie in unserer Dadestadt eingetroffen, die vor zwei 3ahren schon einmal Tagungsort war. Die zunehmende Bedeutung der Psychoanalyse erhellt daraus, daß auch zahlreiche Seelsorger und Pädagogen als Gäste an den Verhandlungen teilnehmen.
Der Vorsitzende der Allgemeinen ärztlichen Gesellschaft für Ps cho'.h rapie, Geheimrat Prof. Dr. Sommer (Gießen), der anerkannte Vorkämpfer auf dem Gebiete der Psychologie und Psychiatrie, eröffnete heute früh im Kurhause die Tagung mit herzlicher Begrüßung, dabei auf die Bedeutung der Psychotherapie im sozialen Leben der Gegenwart hinweisend und der hessischen Staatsregierung sür die bereitwillige Aufnahme des Kongresses dankend. Von den anwesenden Ehrengästen entbot im Auftrag der hessischen Regierung Ministerialrat Dr. W e h - n e r der Tagung den Willkommensgruh, während Bad» und Kurdirektor v. Boehmer für die Bad- und Kurverwaltung und Bürgermeister Dr. Ahl für die Stadt Bad-Rauheim grüßten. Prof. Dr. Friedländer (Freiburg) überbrachte den Gruß der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung des Kurpfuschertums.
Die wissenschaftlichen Sitzungen des heutigen tages behandelten als Hauptthema „Ziele der Psychotherapie". Das Hauptreferat dazu erstattete der Züricher Seelönarzt C. G. 3 u n g. Er geht davon aus, daß die Grundsätze der Freudschen wie der Adlerschen Lehre beobachteten seelischen Tatsachen entsprechen. Die Seele ist vieler verschiedener Einstellungen fähig. Wesentliche psychologische Unterschiede werden bedingt durch die Altersstufen. Die Rormalisie- rungstendenz der Freudschen. wie der Adlerschen Therapie paßt vorzüglich für den jugendlichen Menschen bis zur Lebensmitte. Bei älteren 3n- dividuen empfiehlt 3ung statt reduktiver normalisierender Behandlung die Entwicklung der 3ndividualität ohne Rücksicht aus soziale Angepaßtheit. Diese Entwicklung wird unterstützt durch synthetische Behandlung der Träume. Die im Traum enthaltenen wirksamen Gedanken sind aufzusuchen und dem Patienten in allgemein menschlicher Weise verständlich zu machen. So gelangt der Patient aus dem bloß Persönlichen
zu einer Art überpersönlicher Objektivität. Das während dieser Zeit bestehende Abhängigkeitsverhältnis zum Arzt wird in schöpferische Betätigung übergeführt, und zwar dadurch, daß der Patient die von feiten des Unbewußten erfolgenden Einwirkungen auszudrücken versucht, hauptsächlich durch Zeichnen, Malen und Schreiben. Diese „Bilder" werden wiederum durch synthetische Behandlung dem Bewußtsein einverleibt. Die Wirkung dieser Behandlung ist eine Umlagerung der Persönlichkeit im Sinne einer Reuzentrierung, bei der das 3ch nicht mehr den Mittelpunkt der Persönlichkeit bildet.
Zu dem bedeutsamen Referat 3ungs erstattete F. K ün Fe l (Berlin) das individualpsychologische Korreferat. Der Redner beschränkte sich im wesentlichen auf das Problem der „ Heber tragung“, dabei die Ansicht vertretend, daß der Heilungsvorgang von 3ung und Adler in gleicher Weise beobachtet, aber das Begriffssystem bei Adler verständlicher sei.
Es folgten noch Referate von Stockmeyer (Stuttgart), v. Hattingberg (München), R. Heyer (München), Körner (Kipsdorf), van der Hoop (Amsterdam), Schindler (Berlin), welch letzterer die interessante Frage der Traumdeutung im Lichte der verschiedenen tiefenpsychologischen Schulen behandelte. Sehr anregend war zum Schluß des Tages die Diskussion zum Gesamtthema.
Am Montag findet im Anschluß an den Kongreß ein Ausflug nach Burg Aordeck statt, woselbst das Erziehungsheim und eine Ausstellung von Zeichnungen und Arbeiten psychopathischer Kinder besichtigt werden.
Zweiter Tag.
4 Bad-Rauheim. 13. April.
Der heutige zweite Verhandlungstag brachte als Hauptreferat den Vortrag von Professor Kretschmer, Marburg, über „Psychotherapie der Schizophrenie und ihre Grenzzuständ e“. Der Redner berichtete über Behandlungserfolge, die sich beim 3ugenb- irresein (Schizophrenie) erzielen lassen. Als wirksamste Behandlung der Schizophrenie, die vorwiegend auf Veranlagung beruhe, wäre eine körperliche Konstitutionsthcrapie anzustreben. Veranlagung sei nicht unabänderliches Schicksal. Heute schon gelingt es bei einem Teil der Schizophrenen, durch seelische Behandlung manche schweren Krankheitsfolgen aufzuhalten oder zu bessern.
Vornan einer Nacht
Von Paul Nosenhayo.
3 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Sie legte, wie um sich selbst zu überrumpeln, den Hörer auf die Gabel und trat verwirrt ans Fenster. Die Straße lag im Dunst des fröstelnden Abends; der Rebel hatte sich gelockert, Lichter blinkten aus der Ferne, von farbigen Kreisen umzittert. Dieser Abend, fühlbar anders als die Rächte des Südens, bedrückte und erregte sie zugleich. Alle Dinge waren von einer zärtlichen und drohenden Tiese; sie fühlte die Schatten, die jenseits ihrer Gedanken standen, schneller begann ihr Blut zu jagen. Merkwürdig: ein anderes bäumte sich auf gegen den Zwang, der von außen kam wie die Ausstrahlung einer fremden und gefährlichen Macht. Hier waren Dinge am Werk, die sie zugleich liebte und fürchtete — aus tiefem Dunkel krochen sie heran.
Mit einer unmutigen Bewegung wandte sie sich der Lampe zu. Aus ihrem sonnenfarbenen Licht tropfte es beruhigend auf sie nieder, beruhigend und tröstend. Entschlossen warf sie sich in die Polster zurück; von neuem nahm sie das Buch:
Fedor Sokoloff war der klügste und rücksichtsloseste von allen Emissären, die der Partei dienten. Er hatte das Unglaubliche erreicht: Während einer Reise im Kontinentalzug hatte er die Bekanntschaft der Frau des Polizeipräfekten zu machen gewußt. 3hr Rarne öffnete ihm die Salons der Stadt — sie selbst führte den intrressanten Ausländer in ihren Kreisen ein. Man wußte nicht recht: bestanden zwischen den beiden zärtliche Beziehungen...?"
Betroffen las sie den 3nhalt dieser Sätze zum wiederholten Male. Konnten Zufall und Wirklich- lichkeit so seltsam durcheinander spielen? Hatte der Autor dieser Rovelle ein Erlebnis voraus» geahnt, das noch nicht Existenz besah, als er es niederschrieb? Waren diese Dinge aus reiner kombinatorischer Spielerei gescha fen — oder lag ein unbegreifliches Er'assen zu ünftiger Geschehnisse aus ihrem Grunde? Die Figuren dieser Erzählung waren Fleisch und Blut geworden. Die Ereignisse griffen ineinander, ballten sich zu einem Konflikt, den sie dumpf erfühlte, der um sie kreiste, während sie das dünne Heft in ihrer Hand hielt; aus Gedanken und Gefühlen, aus unbekannten Diesen stieg es herauf. Das Buch begann ihr unbegrei.Iidje A^gst einsu'löfien; sie wollte es fortschieben - sie vermochte cs nicht. Unter einem unerklärlichen Zwange las sie weiter...
Die Geräusche der Straße verebbten. Abend- ' wind tat sich auf; deutlich hörte sie das Rauschen der Bäume jenseits der Fenster.
„Sie werden schon kahl", dachte sie seufzend. Mit einem fröstelnden Gefühl setzte sie hinzu: „3etzt flanieren die Menschen auf den Pariser Boulevards, und das Licht der Bogenlampen leuchtet durch das Sommer grün."
Das unbehagliche Gefühl wuchs und wuchs; sie war nicht eigentlich körperlich abgespannt, aber die Empfindlichkeit ihrer Rerven war übersteigert, so als ob alles in ihr durchtränkt wäre von jenem rätselhaften Erfühlen unkörperlicher Dinge, das die hellsichtige Gabe des Rordlän- ders ist. Sie war losgelöst von den Dingen, die sie umgaben; mit dem Unterbewuhtsein begriff sie die kreisenden Gedanken, die aus der Ferne zu ihr hinüberfluteten: wie die Wellen eines drahtlosen Senders.
Das Buch knisterte in ihrer Hand.
Merkwürdig: sie wußte genau, daß in diesem Augenblick durch die Vesterbrogade ein Auto fuhr, dessen Ziel ihr Haus war. 3n diesem Auto — es war eine Limousine — sah ein Herr. Ein junger Herr. Sie kannte diesen Herrn, sie fühlte es an dem Klopsen ihres Herzens. 3eht huschte das Licht einer Laterne flackernd über seine Züge: er war es.
Run bog der Wagen um die Ecke...
Ein Hupensignal zerriß die Stille: sie fuhr zusammen. Knatternd kam es heran; knirschend stoppte ein Wagen.
Sie suhlte, wie ihre Hnruhe stieg; eine Glocke ging, Türen schlugen. Jemand klopfte.
Sie antwortete nicht; sie fühlte, daß ihre Stimme zittern würde.
Zum zweiten Male klopfte es; dann ging behutsam die Tür.
Aus der Schwelle stand ihr Reisebegleiter aus dem Coupa; er war in Frack und Frackmantel. 3n der Rechten hielt er einen Strauß Marschall- Riel-Rosen. Sie richtete sich auf; er ging schweigend auf sie zu, legte die Rosen zu ihren Füßen, beugte sich über sie und küßte ihre Hand.
„Mein Mann ist noch nicht zurück", sagte sie leise — nur um etwas zu sprechen.
Er lächelte und schüttelte den Kopf. „Das Mädchen sagte mir, er habe befohlen, nicht auf ihn zu warten."
Sie sah mit einer Befangenheit, über die sie sich selbst keine Rechenschaft geben konnte, an ihm vorüber; er verstummte. 3rgend etwas lag zwischen ihnen — vielleicht die Erinnerung an jene Zärtlichkeiten — das Bewußtsein eines gemeinsamen Geheimnisses — vielleicht eine Art Scham; aber während sie ihm scheu in die Augen sah, ergriff sie von neuem die suggestive Welle, die von ihm ausging — von neuem fühlte sie sich in seinem Bann. Sie lieh einen Blick über seine Erscheinung gleiten; er gehörte zu den Männern.
Kronfeld, Berlin, erstattete dann sein Referat über „Psychotherapie gestörter Organfunktionen: 3ndikation. Gegenindikativ n, Methode der Wah l". Der Redner führte aus, daß bei Behandlung von Organ-Reurosen die innere Medizin häufig erfolgreicher sei als die reine Psychotherapie. Am Beispiel der Herz-Reurose wurde die Vereinbarkeit körperlicher und seelischer Behandlung klargelegt.
Prof. 3. H. Schultz, Berlin, referierte über „Gehobene QI u f g a b e n ft uf c n im auto
genen Training". Weitere Referate erstatteten Speer, Lrndau; Simmel, Berlin; Löwenstein, Bonn; Rümke, Qlmsterdam; Unger, Hohenpeißenberg. Simmel beleuchtete psychoanalytische Gesichtspunkte für die Psychosen- therapie, wobei er bedauerte, daß die organisatorischen Vorbedingungen in geschlossenen Anstalten zu einer Psychotherapie der Psychosen nicht gegeben sind.
Eine in die Tiefe gehende Aussprache schloß sich an die Vorträge an.
Turnen, Sport und Spiel.
Kunstturnwettkampf in Frankfurt am Main.
Cßor völlig ausverkauftem Hause sand gestern in Frankfurt a. M. ein Kunstturnwettkampf der drei Meistermannschaften: G ö g g i n g e r T. V.» Mannheimer T. D. 1846 und Tg. „Eintracht" Frankfurt a. W. statt. Der Wettkampf war in jeder Beziehung ein Erfolg, und es wurde in allen Konkurrenzen, namentlich zum Schluß am Reck, erbittert, aber auch mit wahren Spitzenleistungen um den Sieg gekämpft. So gelang es der Frankfurter Eintracht nur ganz knapp mit 1264 gegen 1262 Punkten des ®ög- ginger Turnvereins den Sieg zu erringen. Die ©ögginger und die Frankfurter Turner waren sich jedoch vollkommen gleichwertig, man hätte sogar nach der Ausgeglichenheit der Leistungen erwartet, die ©ögginger als Sieger zu sehen, den Frankfurtern war aber in der letzten Hebung das Glück mehr hold. Die Mannheimer Turner zeigten ebenfalls recht beachtliche Leistungen und konnten zum Schluß ihren Punktverlust wieder etwas aufholen, erzielten aber im ganzen nur 1176 Punkte. 3n der ersten Hebung am Darren konnte Frankfurt durch Pfeiffer und Winter einen Heinen Vorsprung herausholen, der in den Freiübungen knapp gehalten werden konnte. Am Pferd vergrößerte sich der Vorsprung etwas, da die Frankfurter eine etwas leichtere Mannschaft als die ©ögginger darstellten. Die Reck- übung als letzte war bitter umkämpft. Göggingen war zu Beginn vorherrschend und sicherte sich durch Himmelheber, Faber und Bet - scher und zum Schluß durch W a n g o l d einen kleinen Vorsprung, der nur mit äußerster Mühe durch Müller, Pfeiffer und Winter mit zwei Punkten Überboten werden konnte, zumal der vorzügliche ©ögginger Betzler als letzter Mann sich etwas unsicher zeigte. Das Endergebnis:
1. Frankfurter Tg. „Eintracht" 1264 Punkte;
2. Turnverein Göggingen 1857 1262 Punkte;
3. Turnverein Mannheim 1846 1176 Punkte.
Handballspiele der D. T.
Vorspiel um die kreismeisierschask der Turnerinnen. T. u. F. C. Frankfurt — Tv. 1817 Mainz 0:3.
Aufsliegspiele der 1. Gaugruppe.
Tv. Offenbach-Bürgel — Tv. Riederrad 2:4. Tv. Hüttengesäß — Tv. Gr.-Buseck 1:5.
Llm die westdeutsche Fußballmeisterschaft.
3n Westdeutschland sind die Meisterschaftsspiele in ihr letztes Stadium oingetreten. Die Sieger der einzelnen Bezirke haben, soweit sie feststehen, mit den Endspielen um die Verbands» Meisterschaft begonnen.
3n der Runde der Ersten verlor Hüsten09 gegen die Sp. Vgg. Herten mit 0:2 Toren, während der F. V. Reuendorf den Vorteil des
die für den Frack geschaffen scheinen. War es das veränderte Licht — war es die Ermüdung der Reise — fast schien er ihr in den wenigen Stunden älter geworden: reifer, gefestigter. Hnö ernster. Von neuem spürte sie den leichten Rausch, der sie vorhin in seiner Gegenwart ergriffen hatte — das prickelnde Glück des Bewußtseins, mit ihm allein zu sein.
„3ch habe den Wagen warten lassen". Tagte er.
„Das war nicht nötig", antwortete sie lächelnd. „Die Villa des Staatsrats Kreutz liegt schräg gegenüber.“
3m Rebel fing sich rötliches Licht der Laternen, die das Gerichtsgebäude flankierten; rölliche Kreise schimmerten, ohne die Straße recht eigentlich zu erhellen. Lastendes Schweigen lag über dem Menschengewimmel, das in schwärzlichcm Kolonnen den Häuserblock belagerte. Die Fenster der Rückfront waren lichtlos; nur im Torweg schimmerten spärliche Flammen. Schwere Schatten lagerten über den Mauern, die den Hof in konzentrischen Kreisen von der lebendigen Stadt trennten: jenseits der dunklen Portale stand grelles Licht, das in unsichtbare, durch Mauer- führungen symmetrisch abgezirkelte Quadrate fiel. Das Haus schien in einem heimlichen und gefahrvollen Leben zu vibrieren; seltsam feindselig war alles durchtränkt von der feuchten Kühle des schweigenden Rebels. 3rgendwo ging ein ©lockensignal; irgendwo öffneten und schlossen sich Türen. Dann horte man einen Augenblick erregtes Murmeln, dazwischen eine scharfe und durchdringende Stimme. Qlber die Türen fielen zu, und wieder stand der schweigende Block gegen den dunklen Himmel.--—
Der Vorsitzende strich sich den Weißen Spitz- bart mit einer kurzen Bewegung seiner Rechten, einer Bewegung, die von kühler Härte war; während er den Kops hob und zu der jungen Angeklagten hinüberblickte, schlossen sich seine Augen halb; sein nachdenklicher, von Argwohn erfüllter Blick heftete sich auf ihr blasses Gesicht.
„Diese Dinge," sagte er mit seiner leisen, aber scharf a^entuierten Stimme, „sind so seltsam, so unglaublich und zugleich so ineinander verschachtelt, daß wir, um ein ungetrübtes Bild von dem Verbrechen, von seinen Wurzeln und von seinen Auswirkungen zu erhallen, alle Einzelheiten hören müssen. Der Herr Polizeipräfekt selbst hat den Fall bearbeitet; er hat mit unendlicher Wühe Stein für Stein dieses verzwickten Geduldspiels zusammengetragen. 3ch habe Sie persönlich bitten lassen, Herr Präfell," wandle er sich zur Linken, „um von 3hnen selbst die Dinge zu erfahren, in deren Mittelpunkt dieser rätselhafte Mord steht. Die beugen, deren Bekundungen uns einige Lücken ausfüllen sollen, sind ohne QluSnahme zur Stelle: der Rarnens» aufruf hat es ergeben. Darf ich Sie bitten, Herr
eigenen Platzes besser auszunutzen verstand und den S. C. 03 Kassel mH 3:1 Toren besiegte.
Fußball io Hessen-Hannover.
Hessen 09 kastel — Spo. kastel 6:1.
Hessen 09 überraschte nach der angenehmen Seite und zeigte ein produktives Angriffsspiel, das sich zahlenmäßig auswirkte. Spielvevein lieferte eine schwache Partie.
"B. C. Sport kastel — kurhesten kastel 0:3.
Es war von Anfang bis Schluß ein äußerst interessantes Spiel. Das Ergebnis gibt den Spielverlauf nicht richtig wieder. Bei beiden Mannschaften war die Verteidigung der bessere Teil. Sport hatte in der zweiten Hälfte etwas mehr vom Spiel.
Borussia Fulda — hermannia kastel 3:0.
Borussia Fulda war in diesem Spiel zweifellos die bessere Mannschaft und hat deshalb auch verdient gewonnen. Sie zeigte ein äußerst gefälliges Zusammenspiel und war hierin der Kasseler Mannschaft weit überlegen.
V. 5. V. 06 Kassel — Iura Kassel 1:0.
Die siegende Mannschaft, die in der zweiten Klasse fhielt, tonnte hier einen achtbaren Erfolg über den Gegner aus der höheren Klasse erzielen. Rach den beiöerfcitigen Leistungen ist der Sieg für Kassel 06 als verdient anzusprechen.
S. C. 05 Kassel — Sp. vg. Göttingen 3:0.
Beide Mannschaften standen sich nach langer Zett zum ersten Male wieder gegenüber. Die 05er waren jederzeit die bessere Mannschaft, namentlich in der Verteidigung überragten sie ihren Gegner.
Süddeutsche Fußballmeisterschaft
Runde der ZReiffer.
Hier fiel zwischen den beiden Tabellenersten, dem 1. F.C. Rürnberg undBayernMün- ch e n, die Vorentscheidung um die Süddeutsche Meisterschaft. Der „Club" errang auf Grund besserer Gesamtleistung einen verdienten Sieg von 4:1 Toren und hat hiermit einen wesentlichen Schritt auf dem Wege zum Enderfolg hinter sich gebracht.
Germania Brötzingen erlitt nunmehr die 3. Riederlage auf eigenem Platze, auf dem sie einst für unbesiegbar galt und diesen Ruhm drei 3ahre lang aufrecht erhallen konnte. Diesmal erwies sich der K. F. D. Karlsruhe als die bessere Mannschaft, die mit 2:1 Toren knapp, aber sicher siegen konnte.
3n Reunkirchen gewann die Frankfurter Eintracht nach vielen Enttäuschungen in den letzten Wochen endlich wieder ein Spiel. Das 1:0, das sie über Borussia Reunkirchen erzielen konnte, gibt die Heberlcgenhcit der Frankfurter nicht ausreichend wieder.
Runde der Zweiten und Drillen.
Hier erlebte die Gruppe Aord mtt dem 2:0 des F.Sp.V. 05 Mainz gegen den F.Sp.D. Frankfurt die erste Riederlage ihres feit» herigen Tabellenführers aus Frankfurt. 3n der Gesamtleistung mögen die Frankfurter besser ge-
I Präfekt, uns genau zu erzählen, was Sie von diesen merkwürdigen Dingen wissen?"
Plötzliche Stille trat ein. Die junge Angeklagte wandte sich mit einer zögernden und angstvollen Gebärde zu dem Mann, der sich drüben, wenige Schritte von ihr, langsam erhob. Es schien, als ob sie versuche, in seinem Gesicht zu lesen; aber es war von völliger Hndurchdringlichkeit, und niemand hätte sagen tonnen, ob das, was man jetzt hören würde, eine Anklage oder eine Entlastung — ein Schuldig oder ein Hnschuldig sein würde.
Man vernahm einen Moment das Scharren von Füßen. Mtt einem schnappenden Geräusch schloß sich eine Tür; die Angeklagte zuckte nervös zusammen.
Die Augen von hundert Menschen hefteten sich auf den Präfekten, der sich mit ruhiger Gelassenheit erhoben hatte. Er war im schwarzen Mantel. Darunter schimmerte die Weiße Krawatte des Frackanzugs.
Die junge Angeklagte betrachtete ihn mit nervöser Reugier. „Warum ist et im Frack?" dachte sie. „Er ist der einzige, der im Frack ist. Wie ein Scharfrichter. Oder ist dieser Vortrag, den er jetzt halten will, nur ein kleines 3ntermezzo für ihn, und er fährt von hier aus in ein Weinrestaurant, in dem lachende und glückliche Menschen finb? Vielleicht mit einer Frau, im Abendkleid, im Dekolletee? Zu einem Liebesabenteuer?"
Sophus Andersen, der Polizeipräfekt, zog ein kleines Rotizbuch. Er hatte ein unbehagliches Gefühl, während er es aufschlug: obwohl er nichts lat als seine Pflicht, obwohl er wußte, daß er keinen Schatten zu schwarz malen würde, verfolgte ihn dennoch der verzweifelte Blick der jungen schönen Angeklagten dort drüben. Sie war etwa im gleichen Qu.ter mit seiner Frau — sie hatte zärtliche junge Augen. 3hre Manieren waren die der guten Gesellschaft; ja, man erkannte deutlich, daß sie aus einer kultivierten Welt kam. Sie tat ihm leib; niemand in diesem Saale ahnte, wie sehr er sie bemitleibetc. Die Dinge um sie herum waren von so undurchdringlicher Rätselhaftigkeit, daß eigentlich niemand sagen konnte, wie ihr realer Kern beschaffen war. Fast erfüllten ihn diese Zweifel mit Freude.
„Sie werden mir erlauben, Herr Präfekt," sagte der Vorsitzende, „daß ich Sie nach denjeni gen Dingen frage, die ich chronologisch ur prozessual in einer gewissen Reihenfolge — ic möchte fast sagen: in mein Begriffsvermögen einordnen möchte."
„3ch bitte darum, Herr Präsident."
„Sie haben alle Einzelheiten im Kopf?"
„3a. 3ch habe das meiste im Kopf." vHnb das übrige?“
„3ch habe mir einige Rotizen gemacht." „Sehr gut" (Forts, folgt.)
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