Ausgabe 
15.2.1929
 
Einzelbild herunterladen

toalhmg wir- der geistllchon Behörde unterstellt. Las Blatt bemerkt dazu, bat) d.eZ In Anbetracht &er Hunderte von Millionen, die dort jährlich kingehen. von großer Bedeutung sei. Ferner werde die Autorität der Bischöfe durch die neuen Terträge durch deit Staat derartig geschützt werden, daß zum Beispiel der Staat solchen Geistlichen, die von ihren Dorgesetzten suspen­diert worden sind, das Tragen der geistlichen Kleidung verbiete. Cs werde jetzt untersucht, welche überflüssigen Diözesen auszu- schalten seien, jedoch nehme man dabei Rücklicht auf uralte Bistümer. Die'e Maßnahme dürfe sich in der Weise abwicleln, daß beim Tode von Bischöfen fktr.cc Diözesen kein Nach­folger mehr ernannt würde. Das Blatt weist auch darauf hin, daß nach den neuen Ver­trügen Attentate gegen den Pap st in Italien bestraft würden, wie Attentate gegen die Sicherheit Les Staates.

Das Geheimnis um Trohki.

Wird der Oppositionsführer in Angora * interniert ?

Konstantinopel, 14. Febr. (Deuter.) Eine geheimnisvolle Atmosphäre umcibt hier die Bewegungen Trotzkis. Die türkischen Behörden nehmen eine sptzinxhafte Haltung ein, und die Presse schweigt. Trotz Gerüchten, daß Trohki in der Dacht nach Angora gesandt werden wird, war das Sowjetkonsulat heute vor­mittag noch geschlossen und von Geheim­agenten bewacht. Dec Sowjelbotschas.er in Angora besuchte gestern den türkischen Außen­minister und hatte, wie man annimmt, mit ihm eine lange Besprechung über Trotzkis Unter­bringung in Angora. Man vermutet allgemein, daß er in einem kleinen Gebäude neben der dortigen Sowjetbotschast interniert wird. Während seines Aufenthaltes in Konstantinopel wird Trotzki scharf von einem Offiz er und drei Unterbcamten der G. P. II. bewacht.

Die türkischen Zeitungen haben Weisung er­halten, von der Anwe enhsit Trotzkis keine D o t i z zu nehmen, die türkische Polizei be­stätigt jedoch, daß Seipoff (Trotzki) in Beglei­tung von vier Männern, einer Frau und zwei Kindern (vermutlich Defektive, seine Frau und seine Kinder/ aus dem DampferZllitsch' einge­troffen ist, und als seine Wohnung das Sowjet­konsulat angegeben hat, ein Grund, ihn sorgfältig zu bewachen ist der Umstand, daß ein Mord­anfall auf ihn nicht unmöglich ist.

Massenmord in der Unterwelt von Chicago.

Alloholschmugglcr öeseitiqcn die Konkurrenz.

Lhlkago, 14. Jebr. (DD.) Line Anzahl TTTän- net, die sich als Polizeibeamle ausgaben, drangen in das Hauptquartier einer Alkohols chmugglerbande im Norden der Stabt ein und trieben die dort Anwesenden in einem hinterzimmer zusammen, wo sie sie zwangen, sich an der wand auszustellen und sie bann mit Ge­wehren und Maschinengewehren kurzerhcmb nie­derschossen. Sechs ber lleberfallenen würben getötet, zwei schwer oerrounbet Die ZHötbcr waren in zwei Lastautos vorgesahren. Line Nach­barsfrau, offenbar die einzige Person, wctche die Schießerei vernahm, alarmierte die Polizei, die die sechs Leichen von kugeln buchstäblich durchlöchert, anjsand. Jedes der Opfer, einschließlich der Der- ronnbelen, hatte sechs bis zehn Schußwunden er­halten. Das Blutbad ereignete sich in einer Garage, die offenbar nur dem Alkoholschmuggel bient Ls handelt sich nach Ansicht der Polizei um den Racheakt einer rivalisierenden Schmugglerbande, welche die Gelegenheit wahrnehmen wollte, die Gegner, die sich zu einer Sitzung versammelt hatten, auf einmal auszu - rotten. Der heutige llebersall stellt in den Lhlkagoer Banbenfriegcn eine Neuheit dar. Bisher war es üblich, die Rivalen zu einerAutosahrt zu verleiten, um sie bei dieser Gelegenheit zu beseitigen. Zu einem derartigen kaltblütigen Blaffenmorben war es noch nie gekommen. Bon den Mördern, die in ihren Autos entkamen, fehlt bisher jede Spur.

Oie Arbeit der Sachverständigen.

Paris, 14. Febr. (WTB.) Wie Havas berichtet, war der grüßte Teil der heutigen Bormittags- sitzung des Sachverständigenausfchusses durch ein sehr vollständiges Expose des stellvertretenden deut­schen Delegierten Dr. Melchior über die Han­delsbilanz Deutschlands ausgefüllt.Journal des Debets" glaubt in ber Lage zu (ein, mitteilcn -u können, daß die Delegierten in der morgigen Sitzung die Kapltalbewegung auf den internationalen Märkten, insbesondere die in Deutschland, zu studieren haben werden. Sie würden dabei die Faktoren der Zahlungsbilanz im einzelnen auseinandersetzen, also Kapitalein­fuhr durch Touristen und Kapitalflucht, und sie werden außerdem den Wert dieser Fak- toren abzuschätzen haben.

WLffensuO im sozialdemo­kratischen Patteihaus in Wien.

Wien, 15. Febr. (WTB. Funks iruch.) 3m sozialdemokratischen Part ei Hause wurden burd> «ine Poklzeikommisf o r neben dem Bereinsver- mögen eines behördlich genehmigten 3agd° und Schützenvereins Waffen und Munition beschlag­nahmt. Dazu melden die Blätter, daß e t to a 3 0 0 Gewehre verschiedener S y st e m e mit der dazu gehörigen Munition. 30 003 neue Infanteriepatronen, eine große Anzahl von Ae - v olvern sowie mehrere Kisten mit Ma schi - nengewchr - Bestandteilen beschlag- nahmt wurden. Auch Feldiclephonansagen wurden beschlagnahmt, alle Waffen ins Gericht gebracht. Die Dorgeschichte der Beschlagnahme wird in den Blättern folgendermaßen dar estellt: 3n allen Wiener Bezirken wurden Arbeiterschühen- beweine geschaffen, um einen Deckmantel für die Aufrichtung des Aepublikschutzbun- deS zu bilden. Jeder dieser Vereine be' Schieß stände. Geschäftsführer des Ar- bsitcr-Iagd- und Schützenverbandcs. der S^itzen- organis ttionen der einzelnen Schützender, ine war zugleich Wassenreferent des LepublU- schußbundes.

Deutschlands Steuerlast und das Ausland.

Ein schwieriger Vergleich.

Von unserer Berliner Redaktion.

Berlin. 14. Febr. W e man aus den indirek­ten Informationen über den Verlauf der Pariser Sachverständigen-Berhandlungen er,ä;rt, ist ge­stern neben dec allgemeinen Wirtschaftslage, dem Stand der deutschen Industrie, der Handels­bilanz und dem Lebenshaltungsniveau Deutschlands, das bekanntlich nach dem Dawes- Plan nicht unter dasjenige anderer Kulturvölker herabgedrückt werden soll, der Vergleich der deutschen Steuern mit denjenigen der Lasten ausländischer Steuerzahler ange­schnitten worden. Die Berichte bezeichnen selbst diese Frage al- heikel, verwickelt und spröde.

Tatsächlich ist eine Vergleichung der Steuer­belastung ungefähr die schwierigste Detail­aufgabe, mit der sich die Sachverständigenkonfo- renz zu befassen haben wird. Denn die Steuer­systeme oller Länder weichen außerordentlich von­einander ab. 3n Frankreich gibt es die Hauptquelle unserer Steuereinnahmen, die all­gemeine Einkommensteuer, nicht, dagegen eine viel größere Zahl indirekter Steuern aller Art. besonders Stempelsteuern von beträchtlicher Höhe, die z. B. auch bei Abschluß von Hypotheken und dergleichen bezahlt werden müssen. 3n Eng­land bildet wieder die Vermögenssteuer eine Hauptgrundlage der fiskalischen Einnahmen: alle andern Länder aber haben nicht die Verschachte­lung der Belastungen, die bei uns trotz der Erzbergerschen Finanzresorm noch in weitem Umfang durch das Bestehen von Deichs-, Landes- und Kommunallasten neben­einander vorliegt. Auch bezüglich der indirek­ten Steuern gibt es kaum zuverlässige Der- gleichsmaßstäbe: denn z. D. der höhere oder ge­ringere Grad von Verstaatlichung, Kommunalisie­rung und Sozialisierung der großen öffentlichen Betriebe verwischt vollkommen die Grenzen zwi­schen dem Leistungsentgelt, etwa für Versorgung mit Gas, Walser und elektrischem Strom, für Cisenbahnfahrten und für sonstige Transport- leistungen, und zwischen der indirekten Steuer,

die in dieser Form doch auch gezahlt wird, wenn bei vergleichsweise höheren Preisen die Einnahmen an den FiskuS gelangen.

So schwierig also die 93ergleid)ungen auch sind, ist ober nicht das, fonbern ein ganz anderer Gesichtspunkt maßgebend, wenn man ein ob­jektives Urteil über die Belastungen der Bevölke­rung durch die öffentliche Hand gewinnen will. Und hierauf muß besonders Gewicht gelegt werden, wenn man diese Vergleichung im Sinne der Dawes- beftimmungen durchfuhren will. Denn selbst wenn das deutsche Volk nur die gleich« oder sogar eine etwas geringere Steuerlast trüge, als die Völker fei­ner Gläubigermächte, und selbst wenn diese Last auf den Kopf der Bevölkerung errechnet, im Ver­hältnis zum Volkseinkommen nicht größer oder gar geringer wäre als etwa in Amerika, England ober Frankreich, würde es sich trotzdem um eine schwerer« Belastung handeln. Und zwar aus dem cinfa'd)cn Grunde, weil die wichtigsten Teile des deutschen Dokksvermögens durch den Krieg, die Abtretungen, die Beschlagnahme von Kolonien, Han­delsflotte und Auslandguthaben und schließlich durch die vollkommene Vernichtung der Mittelstands­oermägen im Wege der Inflation, kurz, well die Kapitalgrundlage aus ein Minimum reduziert worden ist, auf welcher sich die Ein- kommen aufbauen. Wenn aber jemand, wie das bet den Gläubigervölkern fast überall der Fall ist, noch ein entsprechendes Vermögen hat, auf das er entweder zur Deckung seiner Steuerverpslichtungen oder aber als Notbehelf dann zurückgreifen kann, wenn ihm die Steuerlasten zeitweilig mehr von sei­nem Einkommen wegnehmen, als er zu ertragen vermag, so ist das ein gänzlich anderer Sachverhalt, als wenn die gesamte Steuerlast bei fehlender Ver- Mögensgrundlage ausschließlich aus dem laufenden Einkommen bestritten und auch bei dessen Rückgang oder zeitweiligem Ausfall auf­gebracht werden muß. 9n dieser Lage befinden sich aber mehr als 90 o. H. aller deutschen Steuerzahler, und wenn sie deshalb in der Tat ebensoviel oder mehr aufbringen als andere, so leisten sie viel mehr als diese.

Don sozialdemokratischer Seite wird betont, daß zwischen dem aufgelösten Jagd- und Schützen­verband und dem Depubli.schuhbund kein Zu­sammenhang bestehe und daß es sich nicht um ein geheimes Dafsenla^.er handelt, sondern um Waffen, die aufbewahrt wurden zum Schuhe der Druckerei und des Par­teihauses, was nach den Ersahrungm, die in den letzten 10 Jahren in Deutschland und Station in sozialdemokratischen Dedakt'onen ge­macht wurden, nicht verwunderlich erscheine. A'ch wird betont, daß sich die Heimwehrleute selbst wiederholt ganz offen mit Maschinengewehren photographieren ließen.

Oie LcmdwirischafiskrislS in Krankreich.

Poincars über ein srotagrarprogramm.

Paris. 14. Febr. (WTB) 3m Senat sand heute eine große Aussprach« über die Landwirt- schastspoliiit der Dcgierung statt, zu der Mini­sterpräsident Potncars in längeren Ausfüh­rungen Stellung nahm. Tie französische Land­wirtschaft leide unter einer latenten Krise; zu­rückzuführen sei sie auf wirtschaftliche und so­ziale Ursachen und vor allem auf die Kon­kurrenz, dir die 3 n d u st r i e der Landwirt­schaft mache. Tiefes Phänomen nehme einen be­drohlichen Charakter an. Tie bebaute Fläche in Frankreich fei um fast zwei Millionen Hektar zurückgegangen. An ihre Stelle seien Weide und sogar Brachland getreten. Als eine der Hauptursachen der Krise bezeichnete Poin- (arö den Mangel an landwirtschaft­lichen Arbeitern. Besonders im südwest­lichen Frankreich mache sich die Landflucht stark bemerkbar. Alle bisher angewandten Maß­nahmen zur Behebung der Krise könnten jedoch nur als Bchelfsmittel angesehen werden. Pcin- cate entwickelte alsdann ein toci gehendes land­wirtschaftliches Wicderaufdaupro- g r a m m ; u. a. trat er ein für die Wieoerher- stellung der 3 o 11 ft a b i t i t ä t. Sollte diese Maßnahme nicht genügen, dann würde die Ae- gierung eines Tages untersuchen müssen, ob der Zollschutz für landtrittschast.i.^e Produkte aus­reiche. Der Senat sprach der Regierung das Der- traucn für diese in dieser Hinsicht betriebene Politik aus.

Lockerung der Wohnungszwangswiri- schast in den hessischen Landgemeinden.

Darmstadt, 14. Febr. Der Gesetzgebungsaus- schuß des Hessischen Landtags behandttte eine Ein­gabe des Vorsitzenden des Hessischen Landgemeinde- tages betreffend Lockerung der Wohnungszwangs- wirtschaft in den Landgemeinden. MinisterK o re 11 erklärte, die Aushebung der Zwangswirtschaft sei zurzeit noch nicht möglich, in der Praxis würden aber die kritisierten Zwangsbestimmunacn fast gar­niert angewandt. Auf der formellen Beibehaltung der Bestimmungen müsse er jedoch bestehen, um bei Uebergriffen lokaler Stellen eingreifen zu kön­nen. Der Minister stellte eine Lockerung der Zwangswirtschaft für größere und teuere Wohnungen sowie für Läden in Aussicht. Aus der Debatte ging hervor, daß mit Ausnahme der Sozialdemokraten, die auf Beibe­haltung der Bestimmungen bestanden, der größte Teil des Ausschusses eine allmähliche und teilweise Aushebung der Zwangswirtschaft für dringend notwendig hält. Die Regierung wurde ersucht, sie möge allmählich mit der Lockerung der Zwangswirtschaft «inen Anfang machen.

Oie Etatberatungen im Finanzausschuß des Hessischen Lanotags.

Darmstadt, 14. Febr. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags erledigte in seiner heut.gen Sitzung zunächst die restlichen Kapitel des Mini­steriums für Kultus und Bildungs- wesen. Kapitel 68 (Technische Hochschule Darm- stadt) wurde einschließlich der im Nachtragsetat an- geforderten Beträge für bauliche und innere Aus- geftaltungen angenommen, ebenso Kap 69 (Landes- bibliotM), wozu von der Regierung eine neue Vorlage angekündiat wurde, Kap. 70 (Landes- museum), Kap. 71 (Förderung der Landesgeschichte), Kap. 73 (Hochbauwesen) einschließlich der im Nach-

tragsetat vorgesehenen Forderungen und Kap. 74 (Denkmalpflege). Der Ausschuß behandelte dann die Kapitel des Justizministeriums (100 bis 107), die ohne wesentliche Debatte angenommen wurden. Zn gleicher Weise wurden die Kapitel des Ministeriums für Arbeit und Wirt­schaft angenommen, so zunächst Kap. 75 bis 82. Bei Kap. 83 (Vodenverbesserung und Wasserver­sorgung) sand ein Antrag Dr. Niepoth (D. 23p.), Best (Vrp.) und Fenchel (Bbd.) Annahme, der den Staatszuschuß zu den Ko ft en der Feldbereinigung von 30000 auf 50000 Mark jährlich erhöhen will; der Zuschuß soll in Form von Zinszuschüssen gegeben werden. Die Re­gierung wird ersucht, eine Nachweisung vorzulegen, aus der hervorgeht, in welchen Gemeinden und in welcher Höhe Zuschüsse in den Rechnungsjahren 1924 28 gemacht worden sind. Genehmigt werden ferner Kap 84 bis 87. Bei Beratung des Kap. 88 (Arbeitsnachweise, Wohlfahrtspflege ufw.) entfpinnt sich eine lebhafte Debatte über StaatsZu­schüsse zu gemeinnützigen Rechtsaus- funfts ft eilen, wofür 25 000 Mark eingesetzt sind. Auf Antrag Houry, diesen Betrag zu streichen, wurde das Kapitel vorläufig zurückgcstellt

Aus aller Wett.

Auf einer treibenden Eisscholle erfroren.

Lindau, 14. Febr. (WB.) Bei Wasserburg am Bodensee wurden heut' früh gegen acht Ahr acht Personen bemerkt, die mit einer Eis­scholle ine offene Wasser des Sees hinausgetrieben worden waren. Mit großen Schwierigkeiten gelang es, fünf der Treibenden im bedenklichen Zustand zu retten, wobei es sich her- ausstellle, daß sie sich schon seit gestern nach­mittag auf der Scholle befanden. Sie hatten sich auf das See-Eis gewagt, das mit ihnen ins Trei­ben gekommen war. Ihre Hilferufe wurden nicht ge­hört. Es handelte sich um f ü n f ft n a b e n im Alter von 8 bis 13 Jahren und um drei Erwach­sene, die sich später auf die Suche nach dcn ftin- dern begeben haben und mit ihnen zusammen abge­trieben worden sind. Die drei Erwachsenen und zwei finaben sind gerettet worden. 3m Lause des Nach­mittags bemühten sich der Schraubendampfer Ocfferrcid) und die Wasserpolizei Lindau, zu den drei finaben zu gelangen, die auf der zweiten Eisscholle abgetrieben waren. Der Lindauer Wasserpolizei gelang es, bis zu den finaben oor- »ubrinnen. Sie färb zwei erfroren auf der Eisscholle, während der dritte nicht aufzu­finden war und vermutlich ertrunken ist. Den den am Bormittag geretteten fünf Personen mußten drei mit schweren Erfrierungen ins Spital nach Hoyren gebracht werden, während die anderen beiden mit leichteren Erfrierungen baoongefommen sind.

D Kölner fiarneual ein geschäftlicher Mißerfolg.

Eine Umfrage derKölnischen Zeitung" bei den maßgebenden Stellen des Kölner karne­valistischen Lelens (bei KarnevalS^esell^chaften, Dallo.'alen, Kaf ce', Vesta:rart). Dergnü^ungs- Palästen und Dekorationsfirn e i) hat die Tat­sache er;e;en, daß der diesmalige Karneval in­folge des großen Geldmangels ein starker geschäftlicher Mißerfolg gewesen ist. Bei fast allen Karnevalsgesellscha'ten ist die Mitgliederzahl teilweise bis zur Halste zurück gegangen, wodurch die Go'ellschas ten selbst in große Ge.dschwierigk iten geraten sind. Bei allen Teranftaltungen (Sitzungen, Kostüm­festen^ und Maskenbällen) ist der Verzehr sehr z u r ü ck g e g a n g c n . dagegen der Verbrauch an Mineralwasser stark gestiegen. Sekt wurde fast überhaupt nicht getrunken. Es wurde in zahlreichen Fällen auch versucht, Weine und Butterbrote von zuhause in d i e Ball­lokale ein zu schmuggeln, was in einigen Fällen zu Zollrevisionen" durch Wirte und Kellner - auch bei den weiblichen Besuchern führte. Ein Umsatz von 4,53 Mk. pro Person auf einem Ball soll eine Diefenausnabe ge­wesen fein. 3n einem der größten Säle setzten 620 Personen insgesamt 839 Mk. um. 3n den DergnügungSpalästen, Kas eeS und Restaurants wird der Rückgang der Einnahme» auf 30 bis 40 Prozent geschätzt.

Unter Anklage des Versicherungsbetrugs.

Dor dem Erweiterten Schöffengericht Meferitz begann heute der Prozeß gegen, den kana­dischen Staatsangehörigen Eckoff. Dem Angeklagten wird Versicherungs­betrug zur Last gelegt, Verleitung zur falschen Aussage, um eine Versicherungssumme zu er­halten und Erdichtung eines Staub- Überfalls, um sich in den Besitz einer Ver­sicherungssumme zu setzen. Der Angeklagte ist 1896 im Kaukasus geboren und hieß ursprüng­lich Ikajesf. Mit 16 3ahren wanderte er mit Verwandten nach Kanada aus. Er hatte in seiner amerikanischen Heimat verschiedene Berufe, wie Artist, Barbier, Hotelbeü^er, Far­mer, Dentist und Photograph. S.in großes Ver­mögen will er sich durch Pelzhandel er­worben haben. 1927 kam Eckoff in Bremerhaven mit seinem in Kanada erworbenen Auto an in der Absicht, über Deutschland^ nach seiner Heimat zu fahren. 3n Berlin brgao er sich zu einer Versicherungsgesellschaft, um aus Geheiß eines Unbekannten fein Auto versichern zu lassen. Auf dem Wege nach Polen hatte er zwei Autounfälle. Beim zweiten brannte sein Auto aus, und er selbst wurde verletzt. Als er geheilt war, fingierte er am 23. 3uni v. 3. den Aaubüberfall bei Bodelwitz, um sich in den Besitz der Llnfallversicherungssumme in Höhe von 200 000 Mk. zu sehen. Die von der Kriminalpolizei aufgenommenen Ermittlungen er­gaben, daß Eckoff sämtliche Llnglücksfäli« nur hervorgerufen hatte, um sich In den Besitz der abgeschlossenen Versicherungen zu setzen. Ein Chauffeur sagte aus, bah Eckoff ihm 20 Mk. gegeben habe, damit er auf der Berliner Chaussee an einer verabredeten Stell« warten sollte, an der Eckoff seinen Wagen zur Explosion bringen wollte. Der Zeuge sollte bann vor Gericht bezeugen, daß Eckoff ver­unglückt sei. Der Angellagte habe ihm 1503 ML. als Belohnung angeboten.

fturzschluh.

In der nordspanischen E.adt Cuenca geriet in einem Hause der Transformator der elektrischen Lichtanlage i.t Brand, der auf das gesamte Gebäude Übergriff. Als der Besitzer und seine Frau versuchten, die Leitung zu durchschneiden, wurden sie von dem elektrischen Schlage tödlich getroffen. Ch Hausangestell.er. der den Körper eines Ge töteten berührte erhielt ebenfalls einen Schlag und wurde schwer verletzt

Todesopfer einer fiohlenoxtzd^asvergiflung.

In Düsseldorf wurden vier zu einem Haushalt ge­hörige Personen durch Kohlenoxydgas vergiftet be­sinnungslos aufgefunden. Der Feuerwehr gelang es, drei von ihnen wieder ins Leben zurückzurufcn. Das Hausmädchen der Familie war bereits tot. Die Kohlengase waren durch eine undichte Stelle in der Rohrzuführung der Zentralheizung in die Zimmer gedrungen.

Die Wetterkaae.

La torui

we

Nördoyi

R»$l

nüa

Jan Nchkn

Ponnerstaa. - d.14.Feb.1929,7h ahdS.

xT.,v . BÄren-tns ---

Ovcixemes GWfttr 9 woimg. q orotiei

Schere a Oraoorin « neeci RGew-nec ©wiwwiic«^ «Kntr» O$i jS na»iot' Sinjtvevest q Murmacne« sordwcsl »ie »teile m«een mit otm wmoe Pit otieen Stationen sttntndcn Zt» »n geicn dH Temperatur an Pie Linien rerDifideo Orte mit ent n»eresfli<eau umfle-ernnete» letidrura

Wettorvoraussttge.

Wettervorau ssage für Samstag: Nebelig-wolk.g bis bedeckt, Abschwächung des Frostes,- Neigung zu Schneefällen.

Witterungsaussichten für Sonntag: Weiterer Rückgang des Frostes, vereinzelte Nieder­schläge.

Lufttemperaturen am 14 Februar: mittags 1?. Grad Celsius, abends14,7 Grad Celsius, am 15. Februar: morgens16,5 Grad Celsius. Max^ . in um12,7 Grad Celsius, Minimum 19,1 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 14. Februar: abends5,9 Grad Celsius: ach 15. Februar: morgens5,4 Grad Celsius

winterfportmeldungen der hesi. Dcllerdiensfsleste.

Vogelsberg (Hoherodskopf): Heiter,20- Grad Ottlsius, 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski ueb" Rodel sehr gut. (Herchenhainer Höhe): Heiter, 18 Grad Celsius, 40 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut

Odenwald (Tromm): Heiter,18 Grad- Cel­sius, 38 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel gut. (Neunkirchen): Heiter.18 Grad Celsius, 38 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel gut

Sauerland (Winterberg): Bewölkt,19 Grad Celsius, 45 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Ro­del gut

Schwarzwald (Ruhcstcin):17 Grad Cel­sius, 73 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut

G0 rMisch Partenkirchen: Heiter,22 Grad Celsius, 43 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel lehr gut. Berchtesgaden: Lcichtet Schneefall,17 Grad Celsius, 46 3entüneter verschnee, Ski und Rodel gut -