Ausgabe 
15.2.1929
 
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bl« Gefahr einer bonernben Schädigung besteht. 3m Gegenteil zunächst muh das erfrorene Glied mit Schnee oder mit möglichst kaltem Wasser abgeriebrn und frottiert werden, bis bet Dlulumlaus wieder einzusehen beginnt. Dann erst dars dem erfrorenen Teil allmählich stei­gend Wärme zugeführt werden.

Alle weiteren Maßnahmen Tinkturen, Dal- fame, Salben, Strahlen- und sonstige physikalische Behandlungsmethoden gehören in das Auf­gabengebiet deS Arztes; hähstenS kann man bis zum Eintreffen der ärztlichen Hilfe, nachdem das erfrorene Glied aufgetaut ist, einen Daseline- verband auf legen.

Taten für LamStag, 16. Februar.

Sonnenaufgang 7.13 Uhr, Sonnenuntergang 17.16 Uhr. Mondaufgana 955 Uhr, Monduntergang 0.20 Uhr.

1497: Philipp Melanchton in Bretten geboren; 1826: der Dichter Victor von Scheffel in Karlsruhe geboren; 1834: der Naturforscher Ernst Haeckel in Potsdam geboren; 1891: der Rassenforscher Hans Günther in Freiburg geboren.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Stabt- theater:Olympia", 20 bis 22 Uhr. Elektrizitäts­werk: Vortrag mit praktischen Kochvorführungen, 8 Uhr, im Saale des früheren Hotels Einhorn, Lindenplatz. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das göttliche Weib". Astoria-Lichtspiele:Tom der Rächer".

Stadttheater Gießen. AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadtlheaters teilt mit. daß aus Wunsch einiger auswärtiger Schulen die Schü­lervorstellung .Nathan der Weife" am Sams­tag, 16. Februar, nicht um 16 Uhr sondern schon 1 5 '/; il b t beginnt. Das nächste Gast­spiel des Neuen Operettentheaters Frankfurt bringt an diesem Sonntag. 18 Uhr. als Frem­denvorstellung zu ermäßigten Operettenpreisen in moderner Neuinszenierung die klassische Ope­rette .Der Mikado , Musik von Artur Sulli­van. Die neue Kostümausstattung stammt auS den Ateliers der Firma Friedrich Löw, Frank­furt. 3n den Hauptrollen und Partien find br- fchäftigt die Damen Steffi Domes-Or'.h. Nufchi Wiesner, Käthe Itter und Else Milberg, sowie die Heren Jenö Nador, Karl Reul. Fritz Diestel. Hermann Hanschwann. Josef Detter und Edi Schreiner. Als nächste Premiere ist Oest- reicher und Bernauers Lustspiel .Geld auf der Straße" vorgesehen. Das Stück wird in Berlin allabendlich mit großem Erfolg aufge'ührt.

Ob ft- und Gartenbauverein. Am kommenden Sonntag Hauptversammlung mit Vor­trag. (Siehe heutige Anzeige.)

Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Am nächsten Sonnta<wormittaq Frühvorstellung. Vorfüh­rung des KulturfilmsEhang". (Siehe heutige An­zeige.)

Militärpersonalien. Generalmajor Fett, Insanteriesührer l in Allenstein. ist mit dem 1. Februar aus dem Heeresdienst auS- geschieben. General Fett war bekanntlich einige Jahre Kommandeur deS hiesigen Bataillons, dann Oberst beim Stabe deS 15. Inf.-Rgts. und schließlich dessen Oberst und Regimentskomman­deur, alS welcher er von Gießen nach Kassel ver­

setzt wurde. Don dort ging er nach seiner Be­förderung zum Generalmajor als Infanterie­führer I nach Allenstein. Hauptmann Hof­mann, bisher Hauptmann beim Stabe des 1. Datl. Inf.-RgtS. 15 in Gießen, wurde mit dem l. Februar nach Eisenach zum 2. Batt. Inf.» Rgt. 15 verletzt und zum Ches der dortigen Ma- schinengewehrlompagnie ernannt. Oberleutnant Scheuer pflüg beim 1. Dalt. Inf.-Rgt. 15 in Gießen wurde unter Enthebung von der Stel­lung des Tatalllonsadjutanlen in die Planstelle des Hauptmanns beim Stabe deS hiesigen Ba­taillons versetzt. Oberleutnant R a u s e r wurde zum Stabe deS 1. Datl. Inf.-Rgt. 15 versetzt unter gleichzeitiger Ernennung zum Datalllons- adjutanten.

** Die Grippe in den Schulen. Die Er­krankungen an Grippe haben auch unter den Schü­lern und dem Lehrpersonal der Gießener Schulen stark zugenommen. In einer ganzen Reihe von Klassen aller Schulen fehlt neben Lehrkräften ein er­heblicher Teil der Schüler bzw. Schülerinnen; zum Teil ist der Umfang der Erkrankungen sogar so stark, daß in Klassen der Volksschulen bis zu 20 Kinder wegen Gripocerkrankung dem Unterricht fernbleibcn müssen. Zurzeit schweben Erwägungen darüber, den Unterricht in der Schillerschule Diel- leicht von morgen ab zu schließen. Den Anlaß dazu geben besonders auch die baulichen Umänbe- rungen an diesem Schulhaufe, durch die das Ge- fahrenmoment für die Gesundheit der Kinder erhöht wird. Ferner ist schon seit einigen Tagen der Unter- richtsbeginn für die Kinder der beiden unteren Jahr­gänge, also ür die Unterklassen der Volksschule, mit Rücksicht au die Kälte um ein bzw. zwei Stunden später feftge etzt worden.

ee Zwei neue Wasserleitujigs- rohrbrüche, die erfreulicherweise nur tnZu­leitungsrohren auftraten und infolgedessen Hei­neren Umfanges waren, wurden gestern in der Bahnhofstraße festgestellt. Auch hier wurden die Reparaturarbci.en sofort in Angriff genom­men. Die bisherigen Jnstandsetzungsarbei en an den zahlreichen Rohr'orüchen stellten an die Ar­beiter außerordentlich hohe Anforderungen. Das Schassen bei dem strengen Froste und im Be­reiche der ausströmenden Wassermengen setzte den beteiligten Leuten sehr stark zu. Trotzdem gingen sie mit größtem Eifer ans Werk und nahmen dabci dir vielfachen Unbilden dieser Ar­beit opferbereit auf sich. Hierfür diesen Arbei­tern öffentlich ein Wort der wärmsten Anerken­nung zu sagen, ist nur gerecht und billig.

Dortrag über elektrische- Ko­chen. Der heute abend im Hotel Einhorn statt- sindende Dortrag über elektrisches Kochen sei der Beachtung der Hausfrauen noch besonders empfohlen. Der Saal ist gut geheizt.

** Helft den hungernden Tieren! Unter der strengen Kälte leidet besonders die Vogel- weit. Auf einer Fahrt von Köln nach Gießen be­merkte ein Lokomotivführer ' nederholl am Wald- säum tote Vögel, die dem Frost und Hunger zum Opfer gefallen waren. Bei derselben Fahrt konnte er auch einen Kampf zwischen einem Bussard und einem Raben wahrnehmen, die sich die Beute eines toten Häsens streitig machten. Merkwürdig dabei war, daß der Bussard, stark blutend, das Kampffeld räumen mußte. Man sieht, der Kampf um den Hunger geht bis zum Aeußersten. Sorge jeder dafür, daß bei der furchtbaren Rot, unter der die Tierwelt »zur Zeit leidet, etwas Durchgreifendes getan wird.

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über dos Ver­mögen der Karl Zimmermann Eheleute in Gießen ist infolge eines von den Gemein- schuldnern gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Dergleichstermin auf Jreitag, den 1. 2Hän 1929 vormittags 10 '/> Uhr

vor dem Amtsgericht in Gießen Zimmer Rr. 101 anberaumt. 1385V

Der Dergle.chsvorfchlog und die Erklä­rung des Gläub.gerausschusfes sind auf der Geschäftsstelle des Konkursgerichts zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt.

Gießen, den 11. Februar 1929.

______________Amtsgericht._______________

Zwangsversteigerung.

Am Donnerstag, dem 7. Mär; 1929, vor­mittags 9 Ahr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen den August Körbel Eheleuten in Rauschenberg zugeschriebene Anwesen Krosdorfer Straße 75 296V

Fl. 33, Nr. 29 = 74 qm Hofreite, geschätzt 13 150 RM.

Fl. 33, Nr. 30 = 2306 qm Grad garten, ge­schätzt 4610 RM.

v. .-steigert

Die amtsgerichlliche Verfügung tft an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt.

Gießen, den 8. Januar 1929.

3. 2L des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher.

Aus der Provinriakhauptstadt.

Gießen, den 15. Februar 1929.

Wie schütze ich mich vor Erfrierungen?

Don Dr. med. Q. MoSßacher.

Während bisher der Kreis der Frostbeulen- träger und -trägerinnen immerhin ein beschränk­ter war, ist ihr« Zahl in diesem ungewöhnlich strengen Winier ganz außerordentlich gestiegen. Und selbst gesunde, kräftige Menschen, di« sonst ganz und gar nicht zu Frosterscheinungen neigen, geraten in Gefahr, sich die Ohren, die Nase, die Finger und die Zehen zu erfrieren. Denn gerade di« vom Herzen am weitesten ent­fernt liegendenKörperenden" sind ganz be­sonders dem Erfrieren ausgesetzt. Di« Kältv- schäden aus der Haut ähneln übrigens stark den Derbrennungserscheinungen. Bei beiden unter- scheidet man drei Grade. Bei der ersten und mildesten Form der Erfrierung zeigt sich eine lebhaft« Rötung oftmals auch mit bläulichem Ton die in der Wärme zu jucken und zu kribbeln, zu brennen und zu schmerzen pflegt. Der zweite Grad der örtlichen Erfrierung ist durch Rötung und Dlalenbildung gekennzeichnet. Beim dr-tten und schwersten Grade kommt «S zum Absterben deS Gewebes.

Die Derhütung von Erf rierungSerscheinun- gen auf der Haut ist im großen und ganzen recht einfach. Dor allem gilt eS. für warme Kleidung zu sorgen; insbesondere sür ausreichende Bedeckung der gefährdeten Körperenden durch Ohrenschützer, warmha.tende Strümpfe. Stiefel und Handschuhe; es ist jedoch darauf zu achten, daß der Dlutumlaus dadurch nicht gehemmt wird. Der zweite Grad der Erfrierung, der mit Blasen­bildung einhergeht, wird vorzugsweise an den Füßen beobachtet. Denn der verdunstend« Schweiß oder die verdampfende Flü,s.gkeit naßgewordener Füße entzieht der Haut noch in höherem Maße und noch schneller die Wärme, als es schon die kalt« Außentemperatur an und für sich tut. Kein Wunder, wenn eS dann imFußundrehen" tu schmerzhaften Frostblasen kommt, die nicht selten platzen und sich dann au hartnäckigen Frostg«schwür«n entwickeln dank dem Ein­dringen von EntzündungS» und Eitererregern in die entstandenen Risse. Es versteht sich von leibst, daß Personen, die an übermäßiger Schweiß­absonderung der Füße leiden, knappes Schuh- toerf vermeiden.sen und nur bequem fitzende Strümpfe und Schuhe tragen bürfen.

Bei grimmiger Kälte wird man das Aus- Shen auf daS Allernotwendigste befchränken;

ufgabe der Derkehrsunternchmungeu ist eS, für oute Beheizung der elektrischen Dahnwagen, der Autobusse und der Eisenbahnwagen zu sorgen. Anscheinend ist eS bisher noch nicht möglich Swesen, besriedigende Heizvorrichtungen in den utos anzubringen. Wenn man schon gezwungen ist, sich im Freien aufzuhalten, soll man bei der uiherordentltch niedrigen Temperatur möglichst nicht reden und nur durch die Nase atmen. Denn hierbei wird die eingeatmete Luft erst Lngewärmt. bevor Ne in die empfindlichen tie- seren Luftweg« gelangt; diese Dorwärmung fehlt aber, wenn dt« Lust durch den Mund eingeatmet wird. Bei allen schwereren örtlichen Erfrierun­gen soll man sich davor hüten, die befallene Partie sofort der Wärme auszufetzen, da bann

Deutsche Dolksparter. Am Montag sand im .Hindenburg" die allmonatliche Zusam­menkunft der Frauengruppe der Deutschen Dotts» Partei statt. Der trotz der schneidenden Kälte außer» ordenttich gute Besuch sprach von dem Interesse unb der Freude der oolksparteilichen Frauen an diesen Zusammenkünften. In ihrer Begrüßungsansprache gedachte die Vorsitzende, Frau Emma S ch u d t, m warmen Worten des so früh verstorbenen Mitglio- des der Frauengrupoe, Fräulein Marie Meyer, die trotz häuslicher Pflichten jederzeit ein reges In­teresse an der Arbeit der Frauengrupve genommen hatte. Die Anwesenden ehrten das Andenken bet Verstorbenen, indem sie sich von den Sitzen er­hoben. Frau Schudt wies auf die von 9. bis 12. Mai in Bremen stattfindende Tagung oolkspar- tcilicher Frauen hin, die durch die Wahl der Red­ner, wie durch die zur Behandlung stehenden The­men eine Fülle von Anregungen für alle Teilneh­mer verspricht, und sich der vor zwei Jahren statt­gehabten Frauentagung in Jena ohne Zweifel würdig an die Seite stellen wird. Der Bedeutung Bremens entsprechend sollen die Themen des ersten Tages unter weltwirtschaftlichen Gesichtspunkten stehen, während die Studienkreise des zweiten Tages Fragen behandeln, die in ganz besonderem Maße in das Gebiet der Frau fallen, wie di« De- Ziehungen von Staat und Gesellschaft zur Familie, die verschiedenen Arbeitsgesetze usw Eine Fahrt nach Helgoland auf einem Dampfer des Norddeut­schen Lloyd soll den Ausklang bilden. Es steht zn hoffen, daß aus allen Teilen Deutschlands die Ta­gung reich beschickt werden wird. Nachdem Frau Schudt noch kurz auf einige Gesetze hingewiesen hatte, wie das Schanlstättengesetz und das Rentner- versorgungsgesetz, gab sie das Wort der Frau Landtagsabgeordneten Birnbaum. In Anknüp­fung an einen Bericht über eine lagung, die am 22. Januar die weiblichen Abgeordneten der Deut­schen Dolkspartei in Berlin zusammengeführt hatte, behandelte die Rednerin in großen Umrissen da» schwierige Problem der Derwaltungsreform und Der damit zusammenhängenden Fragen und gab einen kurzen Ueberblick über die brennenden Fra­gen der Tagespolitik. Zum Schlüsse erläuterte sie eingehend das Rentneroerforgungsgesetz und die Gründe, die es im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstages zum Scheitern gebracht hatten. Die An­wesenden folgten mit regster Aufmerksamkeit den sach'.ichen und klaren Ausführungen, und erst zu vorgerückter Nachmittagsstunde trennte man sich, nachdem die Vorsitzende der Rednerin den Dank der Versammlung ausgesprochen hatte.

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Fagdverpachlung.

Die Verpachtung der Jagd der Gemar- tang Eberstadt ist nicht genehmigt.

Nochmalige Verpachtung findet statt am Montag, bem 18. d. 2H nachmittags 3 Ahr, Ira Rathaus zu Eberstadt. 137vv ffbcrftatrt, den 14. Februar 1029.

Hessisch« Bürgermeisterei Eberstadt.

Görlach.

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Doj Holz wird übernommen, wie es im Walde lieg.: es ist mit Rinde gemessen und nicht geschält. Es wird durch Forst^iart Schäfer in Dorf-Gill vorgezeigt.

Dieebote sind, durch entsprechende Dufschrift kenntlich gemacht, bis zum Samstag, 2. März l. 3-, vormittags 83 Ahr, beim Forstamt Schiffenberg in Gießen, Goethcstraß" 42 (Fernruf 2578) snzureichen. Eröffnung daselbst um 1014 ! Uhr vormittags.

Gießen, den 14. Februar 1929.

Der Markvorstand.

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Am Freitag, dem 15. Februar d. X, 20 Ahr, finden im Saale des früheren Hotel Einhorn, am Lindenplatz 1, prak­tische Kochvorführungen statt.

Sie Stromabnehmer, Hausangestellten werden zu diesem Dortrage höflichst ein- geladen. 1340V

Anschließend erfolgt eine Gratisver- losung elektrischer Apparate.

Direktion

der ftäbt Elektrizitätswerke Gießen.

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Platzvergebung.

Zu dem am 23. und 24. Juni ftotifin- denden Vejiekskriegersest und 53jährf. gern Sliftungsfeft des Kriegervereins Muschenhelm soll der Juxploh (Karusiell, Schiffrschaukel, Schau- und Zuckerbuden usw.) vergeben werden. 1360V

Angebote sind bis zum 16. März 1929 an den Vorstand zu richten.

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