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Nr. 2 V Erstes Blatt
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Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biegen.
Das Urteil
im Oppelner Theater-Prozeß.
Oppeln, 12.Oft. (WB.) 3m Prozeß wegen der Zwischenfälle ans Anlaß der polnischen Theaterauf- führnng wurde von Landgerichtsdirektor Dr. Ehri- slion das Urteil verkündet. Es laufet gegen den Angeklagten Ralewaja auf 8 Monate, Zentner und Tlowak auf je 6 2N o n a t e, potsada und Haupt aus je 4 7N o n a t e, polzer 3 Monate Gesang- n i s. Der Angeklagte Bernard wurde an Stelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von einer Woche zu 105 Mark Geldstrafe verurteilt. Die jugendlichen Angeklagten kaduk und Junte erhielten eine Verwarnung. Die übrigen elf Angeklagten wurden f r e i g e s p r o ch e n.
*
3n der Begründung führte Landgerichts- direktor Dr. Christian etwa folgendes aus: Am 28. April haben Jugendliche unüberlegt anläßlich einer polnischen Theateraufführung s i ch zu bedauerlichen Ausschreitungen hinreihen lassen. Sie haben damit dem deutschen Ansehen keinen guten Dienst erwiesen. Als Motiv möge den Angeklagten die politische Spannung zwischen Polen und Deutschland zugute gehalten werden. Das Gericht muhte sich aber von politischen Motiven völlig frei halten. Cs hat diese nur insoweit verwertet, als sie zur Beurteilung der Llrsachen und Folgen der Vorfälle von Bedeutung sind. Den sensationellen Aussagen der Zeugen Wende und Langer hat das Gericht keinen Glauben geschenkt. Das Gericht hat aber nicht fest st eilen können, dah es sich um einen organisierte nÄeber- fall handelte. Bei der Strafzumessung müsse berücksichtigt werden, dah alle aus einem gewissen, falsch verstandenen Patriotismus heraus gehandelt hätten. Den Angeklagten mühten die politischen Derhält-- nisse in Oberschlesien, insbesondere seit der Losreihung von Ostoberschlesien, zu- gutegehalten werden. Dem Gedankengang der Angeklagten sei die polnische Theateraufführung in Oppeln als Propagandavorstellung erschienen Aus allen diesen Gründen halte das Gericht die verhängten Strafen für angemessen. Das Gericht habe sich auch mit der Frage der Gewährung einer Bewährungsfrist beschäftigt, es habe die Beratung aber zurückgestellt, bis genügende -Unterlagen über die perf ö nliche Führung der Angeklagten vorlägen.
Der preußische Handelsminister zur «Steuerreform.
Die Notwendigkeit der Vermehrung des Volkseinkommens.
Bad Ems, 13.Okt. (Wolff.) Auf dem Korn- inunaloertretertag der Demokratischen Partei hielt der preußische Handelsminister Dr. Schreiber eine Rede über aktuelle Wirtschafts- und Steuerfragen unter besonderer Berücksichtigung der öffentlichen Hand. Es komme nicht so sehr auf die Form der Verteilung des Volkseinkommens wie auf die bisherige Wirtschaftspolitik, sondern auf die Vermehrung des Volkseinkommens an. Es feien Entlastungen auf dem Gebiet der Steuern und des Zinses notwendig. Dazu gebe die Annahme des Poungplanes die Möglichkeit. Die Landwirtschaft müsse von der Rentenbankschuld befreit werden, was allmählich durch Gewinne der Reichsbank möglich fei. Weiter müsse d i e Industriebelastung fallen, sowie die Gewerbesteuer, die eine ungerechte Sonderbesteuerung darstelle. Bei der Einkommensteuer müsse das steuerfreie Existenzminimum heraufgesetzt werden. Der Ausgleich sei durch eine Erhöhung der Bier- und Tabaksteuer herbeizuführen. Der begreiflichen Gegnerschaft einzelner Interessengruppen müsse man entgegenhalten, daß sich durch Senkung der Produktionskosten der Gesamtkonsum hebe. Eine IMprozentig« Steigerung der Biersteuer würde 3 Pf. auf das halbe Liter ausmachen. Der Minister beschäftigte sich bann weiter mit der Kommunalwirtschaft. Er forderte, daß die Betriebe der öffentlichen Hand auf gleiche Weise wie di« Privatwirtschaft besteuert werden. Erst müsse allerdings ein vernünftiger Finanzausgleich durchgeführt werden. Die Kommunalbetrieb« müßten auf das Notwendigste beschränkt bleiben, dann würden Erscheinungen, wie z. B. in Berlin, nicht möglich fein. Die Partei müsse dafür sorgen, daß Politik und Geschäft nicht miteinander verquickt würden.
Reichspost und Sparkommiffar.
Befriedigendes Ergebnis der Durchprüfung.
Berlin, 13. Okt. (Priv.-Tel.) Vor mehr als einem halben Jahr erschien ein Gutachten der Beauftragten des Reichssparkornmffsars über die P e r s on a l v e rh ä l t n i s se der Reichs- post, das in der Oeffentlichkeit großes Aufsehen hervorrief und zu Gegenäußerun- gen der Reichspost führte. Inzwischen sind jetzt sechs weitere Gutachten über Teilgebiete der Reichspost fertiggestellt worden. Die neuen Gutachten stellen im wesentlichen der Post ein sehr gutes Zeugnis aus, wenn auch bestimmte Aenderungsvorschläge gemacht werden. Sowohl für den Postbetriebs- d i e n ft wie für den Telegraphenbetrieb
Ein Aufruf der ReichsregienW gegen das Volksbegehren.
Berlin, 13.Okt. (Priv.-Tel.) Der angekündigte Aufruf der Reichsregierung, der zu dem Volksbegehren Stellung nimmt, wird in Kürze veröffentlicht werden. In dem Aufruf wird am Anfang darauf hingewiesen, daß es nach zehn Jahren ungeheurer Lasten, die durch den Versailler Vertrag als Folge des verlorenen Krieges dem deutschen Volke aufgebürdet wurden, gelungen sei, einen Umschwung herbeizuführen und durch andere Methoden der Politik eine V e r - tändigung mit den Sieger st aalen zu erreichen. Das sei nicht zum kleinsten Teil deshalb gelungen, weil die Republik deutsche Männer hervorgebracht habe, die mit festem He^en und klarem Kopf, unbekümmert um jeglichen Fanatismus, dem deutschen Volk den richtigen Weg in eine bessere Zukunft gewiesen hätten. Tatsächlich sei es auf diesem Wege gelungen, Deutschland im Rate der Völker feinen alten Platz wieder zu erringen und die Stellung des Reiches als Großmacht zu befestigen.
Darüber hinaus habe die Politik der Verständigung zur Rheinlandräumung geführt, zu einer erheblichen H erabsehung der Reparationen, zur Wiederherstellung der Souveränität der deutschen Finanzen und der deutschen Wirtschaft und zur Anbahnung von Verhandlungen, die das Saargebiet restlos wieder Deutschland zuführen sollen. Gewiß seien noch nicht alle Aufgaben erfüllt, aber der Weg, der frei- gemacht worden sei, sichere auch für die Zukunft der deutschen Republik den Wiederaufstieg. Dieser Politik soll nun durch das Volksbegehren ein Ende bereitet werden, denn was es verlange, sei nichts weiter als eine grundsätzliche Abkehr von der bisherigen Politik der Verständigung.
Der Aufruf fetzt sodann auseinander, welche Forderungen das Volksbegehren erhebe: dah Deutschland sich lossagen solle von den Haager Verhandlungen, an den Dawes-Gesetzen festhalten solle, und daß die dem deutschen Volk verantwortlichen Staatsmänner mit Zuchthausstrafen bedroht werden sollen. Cs wird darauf hingewiesen, daß die Lossagung von den Haager Abmachungen die Befreiung der Rheinlande auf unabsehbare Zellen verhindern würde, dah ein Festhalten am Dawes-Abkommen eine finanzielle und wirtschaftliche Katastrophe herbeiführen würde, daß also mit einem Wort ein solcher Plan keine ernste verantwortungsvolle Polillk darstelle. Trotzdem werde gewagt, ein solches Gesetz vorzuschlagen. Das Volksbegehren sei ungeheuerlich und müsse als ein Versuch schlimmster Volks- verhehung gebrandmarkt werden. Das ganze Volksbegehren sei auf offenkundiger Unehrlichkeit aufgebaut.
Sn dem Aufruf wird darauf hingewiesen, dah Deutschland niemals den einseitigen Schuldspruch anerkannt hätte, jede deutsche Regierung ihn feierlich zurückgewiesen habe, und dah erst am Jahrestage des Versailler Diktates der Re ich spräsident und die R e ich s° regierung in einer Kundgebung die alleinige Schuld Deutschlands am Kriege feierlich bestritten hätten. Es bestehe jedoch die Gefahr, daß durch das Volksbegehren die unermüdliche Arbeit zur Aufllärung der Welt über die Ursachen am Kriege am Erfolge verhindert werde. — Der Aufruf schließt mit der Aufforderung, zwischen Vernunft und Unsinn zu wählen. Wer den Wiederaufstieg Deutschlands nicht verhindern wolle, müsse das Volksbegehren, das nur die Verhetzung und Versllavung des deutschen Volkes herbeizuführen drohe, ablehnen.
Württemberg lehnt den Anschlag ab. Beunruhigend und überflüssig.
Berlin, 14. Okt. Die „Montagspost" meldet: Wie wir erfahren, hat sich di« württember- gische Regierung geweigert, den Aufruf der Reichsregierung über den Volksentscheid anzuschlagen. Offiziell begründet die tourt» tembergische Regierung ihren Standpunkt damit, daß durch den Anschlag des Aufrufes der Reichs- regierung die Oeffentlichkeit in Würt -
temberg beunruhigt würde, und dieser Aufruf ja eigentlich gar nicht nötig sei, denn eine Mehrheit für den Volksentscheid würde sich bei der politischen Lage in Württemberg doch nicht finden. Der Anschlag des Aufrufes wäre deshalb überflüssig.
Rundfunk und Volksbegehren.
Eine Erklärung
der Reichsrundfunkgesellschaft.
Berlin, 12. Ott (TU.) Die Reichsrundfunk- gesellschaft gibt bekannt:
1. Cs ist unzutreffend, daß der Reichs- ausschuh für das Volksbegehren sich an sämtliche deutschen Sender mit dem Ersuchen gewandt hat, „Rednern für das Volksbegehren das gleiche Recht wie den Gegnern einzuräumen und ihnen Gelegenheit zu geben, bas Volksbegehren vor den Rundfunkhörern zu begründen". Dieses Verlangen ist nur an die Rundfunkgesellschaft 2 Deutsche Welle in Berlin gerichtet worden.
2. Die Deutsche Welle hat dieses Verlangen keineswegs ab gelehnt, sie hat sich vielmehr im Einvernehmen mit dem bet ihr eingesetzten Paria men tarischen Heber» wachungsausschuß, dem auch zwei Abgeordnete der Deut sch na tionalen Partei angehören, mit dem Reichsausschuh dahingehend verständigt, daß der dem Reichsausschuß angehövende Geheimrat Q u a a tz sich mit Georg Bernhard über die Finanz- und wirtschaftspolitische Seile des Poungplanes vor dem Mikrophon der Deutschen Welle im Rahmen der Vortragsreihe „Gedanken zur Zeit" auseinandersetzten sollte. Der zu einem vorbereitenden Gedankenaustausch mit Georg Bernhard in das Bureau der Deutschen Welle eingeladene Geheimrat Quaatz fand sich zur verab
redeten Zeit ein. Ihm mußte mitgelcilt werden, dah der Direktor der Deutschen Welle, Prof. Schubotz dienstlich verreist sei, dah ihn aber der amtliche Stellvertreter des Direktors zusammen mit Georg Bernhard erwartete. Geheimrat Quaatz hat jedoch diese Unterredung abgelehnl.
Die Vorträge über das Volksbegehren, die von verschiedenen Mitgliedern des Reichskabine tts und der Reichsregierung über den gesamten deutschen Rundfunk verbreite 1 werden, sind als amtliche A a f 1 a ge v or t r ä g e zu betrachten, die nach den für den Rundfunk geltenden amtlichen Bestimmungen „unverzüglich, unverkürzt, unverändert und unentgeltlich" verbreitet werdem
Hngenberg über das Ziel des Volksbegehrens.
Neustadt a. d. ch., 13. Okt. (Wolff.) Die Deutsch- nationale Bolksparlei Hal in Neustadl a. d. $). eine Rhein- und Saarlagung abgehalten, in der u. a. der Parteiführer hugenberg in einem Referat über die politische Parteilage dem Gedanken Ausdruck gab, daß man nicht wolle, daß die Gegenwart entlast«! werde, damit spätere Geschlechter die Lasten trügen. Man wolle lieber jetzt alle Schicksalsschwere auf sich nehmen, damit später das deutsche Dolk endgültig frei sei. Zu den Pressemeldungen über seine Ablehnung eines Zwiegesprächs mit Georg Bernhard erklärte hugenberg, daß er auf dieses Angebot noch nicht geantwortet habe, da er «s erst am Samstag brieflich zu gestellt bekommen habe. Er werde aber trotzdem einen ablehnenden Bescheid geben. Das Volksbegehren sei nicht das Ende, sondern der Anfang der nationalen Offensive. Es habe eine Zeit gegeben, daß die Deutschnationalen mit Par- teien paktiert hätten, die mit den marxistischen Par-
Der Anleihe» «nd Monopolvertrag mit dem Zündholztrnfi.
Berlin, 13.Oft. (Priv.-Tel.) Wie die „Boff. Atg." hörl, ist über die Grundzüge de» Anleihe- und Iündholz-Monopolplans zwischen Reichsregie- rung und Ivar kreuger völlige Ueberein- ffimmung erziel! worden. Die wichtigsten Bestimmungen des Anleiheverlrages sollen darin liegen: Der Schwedenlrust bzw. feine Dachgesellschaft, die ftreuger und Toll A. B. in Stockholm, gewährt dem Deutschen Reich ei ne sechsprozentige Anleihe von 125 Millionen Dollar auf 50 Jahre fest. Der Kreditgeber ist nicht berechtigt, vor Ablauf von 50 Jahren eine auch nur teilweise Rückzahlung zu verlangen. Dagegen genießt das Deutsche Reich das einseitige Recht, nach Ablauf von zehn Jahren eine fionoer- t i e r u n g oder eine Tilgung in die Wege zu leiten.
Trägerin des Zündholzmonopols wird eine Gesellschaft öffentlichen Rechts, die durch Umbildung der bisherigen Syndikalsorganifation, der Deutschen Zündholz-Verkaufs-A.-G., geschaffen werden soll. Das gesamte Bermägen der Gesellschaft fällt nach Ablauf des Monopols entschädigungslos dem Deutschen Reich zu. Die Aktien bleiben, wie bisher, 3 u 50 v. h. in Händen der schwedischen Fabrikanten, zu 50 v.h. in Händen der deutschen Fabrikanten. Der deutschen Gruppe wird auch die Zündholzsabrik der Konsumvereine, die bisher außerhalb des Syndikats stand, angehören. Der Anteil der Schweden an der Monopolgesellschaft ist also nach wie vor um 50 o. h. geringer als ihr Anteil an der Produktion. Die deutschen und die schwedischen Aktionäre stellen je5Aufsichtsratsmikglieder; ein elftes Mitglied, das den Vorsitz führen dürfte, ernennt das Reich, das außerdem ein weitgehendes Kontrollrecht genießt.
Im Gegensatz $n der jetzigen Regelung ha! jedoch der Avfsichlsral der neuen Monopolgefellschaft nicht da» Rech!, die Zündholzpreise festzusehen. Die Preisfestsetzung ist vielmehr ausschließlich Sache des Reiche». Zunächst ist oorgc- sehen, den Höchstpreis für zehn Schachteln Zündhölzer billigster Sorte im Detailverkauf von 25 auf 35 Pf. zu erhöhen. Die Uedernahmepreife, die das Monopol an die Fabrikanten zahlt, werden nicht erhöht, so daß weder die deutschen noch die schwedischen Fabrikanten einen unmittelbaren Mehrgewinn aus der Preiserhöhung erzielen. Sie genießen aber den unmittelbaren Vorteil, daß sie durch den Fortfall der ausländischen Konkurrenz ihre Anlagen besser ansnuhen und dadurch ihre Gestehungskosten verbilligen können.
Die Aktionäre der Monopolgesellschaft erhalten eine feste Dividende von 8 o. h.» die je zur Hälfte auf Deutsche und Schweden entfällt. Was die Monopolgesellschaft etwa darüber hinaus verdient, flieht nach Schaffung der erforderlichen Rücklagen in eine besondere Kasse. Aus dieser Kasse erhält das Reich nach Abzug seiner Verwaltungsspesen einen erheblichen Gewinnanteil, der kleinere Rest wird als Sonder- abgabe an den Schwedentrust bezahlt.
Die abschließenden Beratungen dürsten erst Mitte dieser Woche stattfinden. Ls sind noch gewisse Lin- zelsragen, namentlich wohl der Ausgabekurs der Anleihe, zu klären, so dah es noch verfrüht wäre, schon heule von einem endgültigen Erfolg der Verhandlungen zu sprechen. Rach Unterzeichnung der vorläufigen Verträge muh noch die Zustimmung des Reichstags und des Reichsrals eingeholt werden.
und den Postscheckdienst wird gesagt, daß sie „wohl geordnete Dienstztoeige" darstellen. Auch für das Telegraphenbautoesen wird vermerkt, „daß es auf gesunder Grundlage und im richtigen Ausgleich zwischen den Forderungen des Verkehrs und den Belangen der Wirtschaft aufgebaut" sei. Ebenso wird in der Schlußzusammenfassung des Prüfungsergebnisses die Organisation des Kassen- und Rechnungswesens anerkannt. Für den Fernsprechverkehr wird sogar festgestellt, daß bter eine stärkere Besetzung und eine Herabsetzung der Arbeitszeit wünschenswert ist. Sehr interessant ist, daß der weitere Ausbau des
L u f 1 p o st d i e n st e s für erwünscht gehalten wird, wobei allerdings die Frage offenbleibt, ob weitere Luftverbindungen einzurichlen sind, die ausschließlich dem Post- und Güterverkehr dienen. Erst die Prüfung der bisher eingerichteten Linien wird hier einen Maßstab ergeben. Eine weitere Durchführung der Mechanisierung des Postbelriebes wird für nottoen- dig gehalten. So wird z. D. die Einführung der Maschinenbuchung bei den Oberpostsparkassen für dringend wünschenswert erachtet.
Auch zu der Frage der Reuabgrenzung der Oberpostdirektionsbezirke wird eingehend Stellung genommen. Das betreffende Gutachten hält die Aufhebung von etwa 15 Oberpostdirektionen für zweckmäßig und eine Einsparung im Dauerzustand von mindestens 5* 1/2 Millionen Mark pro Jahr möglich.
^oung-Plan
und Rheinlandräumung.
Maginots Torge um Frankreichs Ticherheit. Eine unmögliche Konstruktion.
P aris, 13. Oki. (TL1.) Kolonialminister Magi n o t kam bei der Einweihung eines Gesallenen- denkmals in Lvnguwille nochmals auf dieDhein- lanbräumung zu sprechen und erklärte, daß gewisse französische Kreise über seine Auflegung des Haager Abkommens erstaunt gewesen seien. Man könne aber unmöglich dem Haager Abkommen eine andere Auslegung geben, als die, dah die Räumung der dritten Zone erst beginne, wenn der Voung-Plan
angenommen und in Tätigkeit getreten sei. Er sei sich Wohl darüber klar, dah Deutschland eine andere Auslegung vorziehe, und dah auch die französischen Verfechter einer bedingungslosen sofortigen Räumung seine Ansicht nicht teilten. Aber die große Mehrheit des französischen Volkes dürfte mit ihm darin einig sein, dah es nur die eine Möglichkeit gebe, die Interessen des Landes zu wahren, nämlich: die Truppen am Rhein zu belassen, bis der Poung-Plan Wirklichkeit geworden sei. Frankreich wünsche Frieden in Sicherheit. Diese Sicherheit sei aber nur möglich durch eine Abrüstung der Völker und dann auch nur unter der Bedingung, dah die Abrüstung allgemein und vollständig sei. Da eine derartige Abrüstung für die nächste Zeil jedoch sehr unwahrscheinlich erscheine, müsse ein Land, um in Frieden zu leben, die notwendigen Vorsichtsmahnahmen treffen, um sich im gegebenen Falle verteidigen zu können. Diese Vorsichtsmahnahmen habe Frankreich noch nicht getroffen. Die französische Ostgrenze sei offen und müsse schleunigst befestigt werden.


