Ausgabe 
14.8.1929
 
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26. Verireterversammlung des Verbandes Mitieldeuffcher RoLviehzüchier.

Unter der Leitung des Vorsitzenden Kloster­gutsbesitzers Dr. R i t g e n, Wormeln, fand die 2 6. Vertreterversammlung des Ver­bandes Mitteldeutscher Rotvieh- Züchter bei zahlreicher Beteiligung der ange- schlossenen Llnterverbändc statt. Mit warmen Worten gedachte zunächst der Vorsitzende der großen Verdienste des im März dieses Iahres verstorbenen Vorsitzenden des Verbandes West­fälischer Rotviehzüchter Landrats Dr. Kreisch» mar, Verleburg. Geh. Reg.-Rat Dr. Sarto­rius, Wiesbaden, wurde die Ehrenmitglied- schaft des Verbandes in Anerkennung der großen Verdienste um die -Zucht des roten Höhenrindes als langjähriger Vorsitzender der Herdbuchgesell­schaft Wetzlar und als Ausschußmitglied und Vertreter verliehen. Dem vom Hauptgeschäfts­führer Landw.°Rat Ebbinghaus, Paderborn, erstatteten Geschäftsberichte für dasIahr 1928/29 ist zu entnehmen, daß der Verband am l.Ianuar d. 2. insgesamt 14 ^Interverbände mit 5967 Einzelmitglieder umfaßte, in deren Bestän­den 1026 Bullen und 11 149 Kühe in die Herd­bücher eingetragen waren. Der Verband um­faßt sämtliche deutschen Zuchtgcbiete des einfarbig roten Höhenrindes. Die Entwicklung der Rot­viehzucht war im Geschäftsjahre günstig. Den sechs Verbandsausstellungen und V e r- st eigerungen in Gießen, Frankenberg und Rordhausen wurden insgesamt 224 Bullen und weibliche Tiere zugeführt, die einen Umsatz von 71741 Mk. erbrachten. Der Verlauf der Ver­steigerungen wurde durch die ungünstige Geldlage der Landwirtschaft beeinflußt. Die Vermehrung der Versteigerungen hat sich bewährt. Rach­frage lag in erster Linie nach Dullen mit Lei­stungsnachweis vor. . Die 34. D. L. G. - Schau Leipzig wurde mit 53 Tieren aus sieben Unter» verbänden erfolgreich beschickt, sie brachte wie die Provinzial- und Verbandsschauen deutlich den dauernden Aufstieg der Rotviehzucht zur Erscheinung.

Die Jahres rechnung schloß mit einem Umsatz von 8523,67 Mk. ab. Der von der Haupt­geschäftsstelle vorgelegte Voranschlag für das Rechnungsjahr 1929/30 in der Höhe von 7674,41

Mark wurde genehmigt, der Mitgliederbeitrag in bisheriger Höhe konnte beibehalten werden. Der Entwurf der neuen Derbandsfatzung und Geschäftsordnung wurde genehmigt, die Stel­lung der Ehrenmitglieder wurde festgelegt.

Ueber die Ergebnisse der Rotviehschau im Rahmen der 35. D. L. G.-Ausstellung 1929 in München wurde durch den Hauptgeschäfts­führer ein eingehender Bericht erstattet, der zum Ausdruck brachte, daß trotz der geringen Be­schickung mit 17 Tieren aus drei Unterverbänden die Schau einen sehr guten und allgemein an­erkannten Ueberblick über die Fortschritte der Rotviehzucht erbracht habe. Auf die 17 Tiere des Verbandes entfielen vier Ehrenpreise, 26 Geldpreise und zwei Anerkennungen. Reben den Formenwettbewerben war das Rotvieh in den Milchleistungswettbewerben erfolgreich vertreten. Es wurde beschlossen, im Interesse des Aus­baues der Arbeitsfähigkeit der Rotviehzuchten die D. L. G. um Wiederaufnahme der Zug­leistungsprüfungen im Rahmen der Wander­ausstellungen zu bitten.

Die 36. D. L. G.-Schau in Köln soll aus den westlichen Zuchtgebieten möglichst umfangreich be­schickt werden, während die nachfolgende Wander­ausstellung in Hannover in erster Linie der Beschickung der mitteldeutschen Zuchtgebiete Vor­behalten bleibt.

Die drei diesjährigen Zuchtviehverstei- g er ung en in Gießen, Rordhausen und Frankenberg erbrachten einen Umsatz von 70 Prozent des Auftriebs, die Mittelpreise der Bullen lagen mit 632 Mk. höher als im Vor­jahre. Die 'Abhaltung der drei vorgesehenen Herbstversteigerungen wird wie folgt beschlossen: am 4. September in Wetzlar, am 2. Oktober in Rordhausen, am 23. Oktober in Frankenberg. Die Versteigerungen werden wie bisher mit Aus­stellungen verbunden. Das Mindestalter der Bullen wird von 14 auf 12 Monate herabgesetzt. DerStaats-Wand erehrenpreis des Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten" ist mit Genehmigung des Ministers an Landwirt Wilhelm B e p l e r in Hörnsheim, Kreis Wetzlar, verliehen worden.

kichen Vereinen und den Schulkindern die Ge­meinde- und Kirchenvertretung beteiligten. Am Kriegerdenkmal wurde eine Gefallenenehrung borgenommen. Auf dem neuen Sportplatz wickelte sich ein wohlvorbereitetes Programm ab, wofür dem Bürgermeister besonderer Dank gebührt. Er wies in seiner Ansprache auf die Rotwendigkeit und den Zweck des Platzes für Schule- und Ver­ein hin und forderte die Iugend zu fleißiger Benutzung auf. Die anschließenden Wettkämpfe und Spiele der Iugend belebten dann den neuen Sportplatz. Unter großem Iubel erfolgte die Preisverteilung an die Sieger in den Wett­kämpfen. Um unserer Kinder und unserer Iugend willen wünschen wir uns öfter ein derartiges Fest.

Kreis Büdingen.

Ridda, 13. Aug. In der Rächt zum letzten Sonntag wurden hier die Bewohner der Häuser am Marltplah und in den darauf mündenden Straßen plötzlich durch einen llenl ärm aus dem Schlafe geschreckt. Ein Motorrad­fahrer aus Ober-Mockstadt raste auf dem Marktplätze umher und durch die Straßen. Dabei verursachte er mit seinem unbeleuchteten Rade ein ohrenbetäubendes Knallen. Richt nur Der Kranken, sondern auch aller übrigen Be­wohner des bezeichneten Stadtteils bemächtigte sich ein großer Schrecken. Entrüstung und Auf­regung, vis die Polizei den Rohling stellte und feinem abscheulichen Treiben ein Ziel setzte. Man erwartet, daß er eine ganz exemplarische Strafe erhält. Ferner fand auf dem Marktplatz in der- fefben Rächt eine Schlägerei statt, wobei ebenfalls die Polizei Ruhe schaffen mußte.

y. B o r s d o r f, 13. Aug. In unserer besonders an tragfähigen Apfelbäumen sehr reichen Ge­markung sind die Aussichten für die Apfel­ernte gut bis sehr gut Rur wenige edlere Sorten zeigen gar keinen oder schwachen Behang. Reichlich fällt die Ernte bei den hauptsächlich gesuchten Wintergoldparmänen und Schöner von Boskoop aus. In der vorigen Woche hat bereits Die Ernte von Frühäpfeln begonnen. Für den Zentner, wie ihn der Baum.liefert, ohne Aus­lese. wurden 12 Mt bezahlt. Die Ernte an Steinobst wird mittelmäßig sein, dagegen an Walnüssen reichlich werden. Der seit drei Wochen hier bestehende Kirchen streik hat tiorgeftern sein Ende dadurch gesunden, daß der hiesigen Gemeinde jetzt jeden zweiten Sonntag ein Vormittagsgottesdienst gehalten werden soll. Seither fand hier nur jeden Sonntagnachmittag ein Gottesdienst statt. Pfarrer M e m m c r t von Ober-Widdersheim hat um vorläufige Enthebung vom Dienste hier gebeten, bis die Angelegenheit endgültig geregelt ist. Er wird von Pfarrer Anthes in Geiß-Ridda vertreten.

]:[ Gelnhaar . 12. Aug. Unter allgemeiner Spannung der hiesigen Bewohner kam heute zum ersten Male die Wasserleitung in Betrieb. Gerade nach sechzehn Wochen waren sämtliche Anlagen fix und fertig hergestellt. Der Dau der Brunnenkammer sowie der Dau des Ortsnetzes war der Firma Leiner, Dirstein, übertragen worden, die sehr zur Zufriedenheit der Gemeinde gearbeitet hat. Die hiesigen Maurermeister Lein­berg e r und Weber bauten den Hochbehälter, der ebenfalls seine Druckproben bestanden hat. Die Hausleitungen hatten die Installateure W a i h von Lihberg und Jakob von Ranstadt übernommen. Das Pumpwerk lieferten die Sie- mens^Schuckert-Werke, und die Oberaufsicht lag in den Händen des Ingenieur I a k o b vom Kul- turbauamt Friedberg, der auch die Wasser- bohmngen geleitet hatte. Die Quellen liefern ungefähr täglich 140 Kubikmeter: der tägliche Verbrauch unserer Gemeinde beläuft sich auf etwa 70 bis 80 Kubikmeter.

Kreis Schotten.

' Ulrichstein, 12. Aug. Durch ein zahl­reiches Trauergefolge wurde heute 1 Uhr der Landwirt Frank, der letzte unserer Altvete­ranen von 1870/71, bestattet. Er stand im 82.

Dämonen der Zeit.

Vornan von Arthur Brausewetter.

3. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Und wieder vergaß Klaus Körber die Lage, in der er sich befand, vergaß die Demut, die dem Bittenden geziemt, und unterbrach den an seinen Worten wohlig sich Derauschenden mit schlecht verhohlener Ungeduld:Ia, was soll denn nun geschehen, Herr Markenthin? Was können Sie noch für mich tun, nachdem Sie mir eben sagten, daß ein Eingehen auf meine Bitte Ihren Untergang zur Folge haben würde?"

Merkte Benno Markenthin noch immer nicht Die durch keine Rot zu beugende Gesinnung des anderen gegen ihn? Wollte er sie nicht mer­ken? Er nahm die Hände von Klaus Körbers Schulter, lieh sich auf seinen Sessel nieder und zog die Stirn in wichtige Falten.

An demselben Tage, nicht wahr, da Sie mei­nen Auftrag akzeptierten, schlossen Sie einen in ähnlicher Höhe mit Tenerisfen u. Co. ab, die Lieferung von Geschäftsbüchern betreffend? So befinden Sie sich Tenerisfen gegenüber in der­selben Lage."

In einer vielleicht noch schwierigeren, weil der abgemachte Preis den Ihrigen um ein Be­deutendes übertrifft.

Haben Sie mit ihm bereits gesprochen?"

Ich bin auf dem Wege zu ihm."

Gut. Tenerisfen ist nicht nur der klügste Kopf von uns allen. Sein Einfluß und seine Verbin­dungen reichen am weitesten. Wenn einer in dieser verzwickten Sache helfen kann, dann ist er es. Und er wird es tun. Er stand Ihrem lieben Heimgegangenen Vater noch näher als ich... am nächsten von uns allen."

Er sagte mir erst gestern, daß ich mich in jeder Lebenslage auf ihn verlassen kann."

Um so besser. Gehen Sie so schnell wie möglich zu ihm. Sagen Sie ihm, daß Sie mit mir ge­sprochen, daß ich der Ansicht wäre, wir dürften Sie unter keinen Umständen im Stiche lassen, daß ich bereit wäre, alles für Sie zu tun. Hamanns Erben würden auch das noch tragen können, müssen es tragen für einen Freund, den man im Unglück nicht verlassen kann."

Er sprach es wieder ein wenig pathetisch, doch mit einer Wärme, die Klaus Körbers ent­schwundenen Mut mit frischen Kräften belebte. Er hatte den Mann doch vielleicht zu gering eingeschäht. Hatte von der Höhe feiner aristo­kratischen Welt und Menschenerfassung auf ihn wie auf einen weit unter ihm Stehenden herabgeschaut... er fand beim Abschiednehmen sogar ein kurzes Wort des Dankes, über das Herr Markenthin mit zufriedenem Schmunzeln quittierte«

Lebensjahre und erfreute sich allgemeiner Be­liebtheit. Um 3 Uhr begann die 650» Iahrfeier unseres Bergstädtchens, womit die Verfassungsfeier und unser Iug endfest ver­bunden wurde. Ein stattlicher Festzug trat auf der Ohmstraße an und bewegte sich zum festlich geschmückten Schlohberg. Rach dem Vortrag eines Eröffnungsmarsches durch die treffliche Ulrich­steiner Musikkapelle dankte Beigeordneter Geiß im Ramen der Stadt herzlich den zahlreich aus nah und fern zusammengekommenen Fest­genossen. Professor Dr. Roesche n, Laubach, gab dann in seiner Festrede einen Ueber­blick über die wechselvolle Geschichte des 1279 zum ersten Male urkundlich genannten Städtchens. Von etwa 1340 batiert der älteste Bau, von 1345 die Errichtung der Burgbefesti­gung. 1347 wurde Ulrichstein durch Kaiser Lud­wig den Bayern zur Stadt erhoben. Schwere Drangsale brachten der 30jährige und der sieben­jährige Krieg. 1759 und 1762 wurde die Burg be­lagert, 1813 war Blücher in Ulrichstein. 1826 bis 1832 wurde das Schloß abgerissen. Um seine Ausgrabung und den Wiederaufbau der Rörd- feite machten sich besonders verdient Archivdirek­tor Dr. Schenk zu Schweinsberg, Post­meister M e i s k i, Oberbaurat Berth. Die Rede war umrahmt durch ansprechende Vorträge des Gesangvereins, der Kapelle und die des Schülerchors. Auch der Gesangverein und der

Die Stürme und Regengüsse waren gewichen. Hell und warm lag die Februarsonne auf den Straßen, als Klaus Körber das Markenthinsche Haus verließ, sich in die im neuen Stadtteil gelegene Villa zu begeben, die sich Tenerissen erst vor kurzem mit bedeutendem Aufwand hatte bauen lassen. Etwas wie frohes Hoffen war in feine Seele eingezogen und beflügelte seinen Schritt durch die linde und doch frische Vorfrüh­lingslust. Wenn ihm Markenthin schon mit einer Bereitwilligkeit, die ihn beinahe beschämte, seine Hilfe zusagte, bann konnte sie ihm Tenerisfen, auf den der Vater immer die größten Stücke gehalten, unmöglich versagen.

Aber als er nun, von den Vorübergehenden mit Höflichkeit, ja, von manchen trotz seiner jungen Iahre mit Ehrerbietung begrüßt, in die lange, von noch Jungen Bäumen an beiden Seiten eingefaßte Straße einbog, an deren Ende die Villa Tenerissens lag, da konnte er doch einem seltsamen Zagen nicht wehren: Alles hing von dem kommenden Augenblick ab, sein ganzes Leben und Schicksal. Tenerissen hielt es in den mächtigen Händen. Er konnte es neu aufbauen und konnte es zugrunde richten... ein für alle­mal da drückte er schon auf den Knopf der elektrischen Leitung an der hohen Eingangspforte, hörte es laut, fast schreiend durch die weiten Räume hallen, vernahm das gemächliche Kom­men des Dieners die mit Läufern belegten Mar­morstufen hinab... Schritt für Schritt.

Auch Tenerissens hatten heute morgen Klaus Körbers telephonischen Anruf erhalten. Und auch hier hatte er nicht ein geringeres Erstaunen her- Dorgerufen, als bei Hamanns Erben.

Er wird Ellis wegen kommen," war der einzige Schluß, zu dem Frau Tenerissen nach reiflicher Ueberlegung gelangte, den sie bei sich behalten wollte, auch eine längere Zeit mit sich herumtrug und ihn bann doch ihrem Manne mitteilte.

So... so," hatte, dieser nach seiner kargen Gewohnheit geantwortet illind sich nun um so eifriger in das gefchichtliche Werk vertieft, das er zu feiner Sonntagserholung zu lesen pflegte da stand Klaus Körber vor ihm.

Ich komme eben von Herrn Markenthin," sagte er, nachdem ihn Tenerissen in seiner zu­geknöpften Art begrüßt hatte.Und derselbe ge­schäftliche Grund, der mich zu ihm getrieben hatte, veranlaßte mich, auch Sie um eine Unterredung zu ersuchen."

Ein geschäftlicher Grund... so... so..."

Tenerissen mußte an seine Frau denken und an die Enttäuschung, die er ihr bereiten muhte. Dabei lies ein wehmütiges Lächeln um seine scharfen Mundwinkel.

Darf ich bitten," sagte er kurz und förmlich. Sie beauftragten mich vor einigen Monaten

Schülerchor zeigten eine treffliche Schulung. Hier­auf folgte Besichtigung der Ruine mit Erläute­rungen von Prof. Roesch en. Daran schloffen sich Spiele und Wettkämpfe der Schuljugend. So­dann fand Konzert und gesellige Unterhaltung in den Ruinen der Burg statt.

Kreis Alsfeld.

XlX Ruppertenrod. 13. Aug. Die an un­serem Transformatorhaus vorgenom­menen Arbeiten übersteigen das anfänglich ver­mutete Maß. Rachdem man dem Bau, der Haupt- ftation ist, eine schwere Betondecke gegeben hat, ist man eben daran, die ganze Inneneinrichtung umzugestalten. Es werden modernere und wert­vollere Apparate aufgestellt. Man begrüßt die Verbesserungen um so mehr, als man hofft, nun endlich von den so unangenehmen Gewitterstörun­gen 'befreit zu werden: bekanntlich herrscht hier, wenn nachmittags ein Gewitter über bie Gegend zog,, die ganze Äacht Strommangel.

() Groß-Felda, 13. Aug. Während der großen Sommerferien werden in und an der Schule große Aenderungen vorgenommen. Für die gesamten Renovierung s arbeiten sind von der Gemeinde achttausend Mark bewilligt worden. Zunächst wurde noch ein dritter Schul- faa^ für die gewerbliche Fortbildungsschule errich­tet. In den beiden seitherigen Schulsälen wurden bie beiden Fenster an der einen Seite vollständig

mit einer bedeutenden Papierlieferung für Ge­schäftsbücher."

Ich warte bereits auf bie Erledigung."

Ich kann Ihren Oluf trag nicht erfüllen."

Sie können nicht weshalb nicht?"

Ich glaubte, Ihnen als erfahrenem Kauf­mann das nicht erst auseinandersehen zu müssen."

Tenerissen wiegte den grauen Kopf einige Male hin und her.

Weshalb schlossen Sie fest ab, wo heutzutage kein Kaufmann anders als freibleibend liefert? fragte er kurz und scharf.

Weil man damals noch sehr oft fest abschloh ... besonders in unserem Geschäftszweige. Auch Sie haben keinerlei Bedenken geäußert."

Bedenken waren nicht Sache des Käufers, sondern des Verkäufers."

Die immer kühler werdende, ganz auf das Geschäftliche sich beschränkende Art des Mannes, den er solange nur als väterlichen Freund und Berater gekannt und verehrt hatte, brachte Klaus Körber um den letzten Rest der Ruhe, mit der er sich gewappnet hatte.

Ich glaubte, in dem Verhältnis, das von den Eltern her zwischen uns herrschte, nähme man das nicht so genau, selbst wenn man sich als Käufer und Verkäufer gegenüberstände."

Keine Miene bewegte sich in dem Gesichte des alten Tenerissen.

In geschäftlichen Dingen habe ich das Ge­fühlsmäßige stets ausgefchieden. Auch Ihr ver­storbener Vater tat es, wie jeder Kaufmann."

Aber ein guter Ratschlag

Ich glaube, den Ihnen oft genug gegeben zu haben. Wenn Sie ein fo ungelehriger Schüler blieben, kann ich nichts dafür."

Klaus Körber erwiderte nichts mehr.

Ich hatte Ihnen erst kurz vor dem Vertrag, den Sie übrigens nicht mit mir, sondern mit meinem Gesellschafter machten, in nicht mißzuder- stehender Deutlichkeit gesagt, daß die Zeit gekom­men wäre, wo man große Abschlüsse nur noch freibleibend machen sollte. Daß ich, nachdem mir mein Gesellschafter den fertigen Kaufvertrag mit­geteilt, nicht mehr zu seinem und zu meiner Firma Schaden eingreifen konnte, wird Ihnen als Kaufmann klar sein müssen." _

Eine unerbittliche Logik lag in jedem Worte, das der alte Tenerissen sprach. Mit kühler Ruhe blickten die ernsten, strengen Augen unter den öichtbuschigen Brauen auf sein Gegenüber.

Trotzdem könnten Sie leidlich abgeschlossen haben, sowie Sie meinen zweiten, Ihnen bei derselben Gelegenheit gegebenen Rat befolgten, daß im Falle- fester Abschlüsse die fofortige Deckung mit den entsprechenden Devisen un­bedingte Rotwendigkeit wäre."

Auch das gelang mir nicht mehr."

..Sie haben sich nicht cingebccit? Gar nicht ein­gedeckt?"

zugemauert, und die vier kleinen an der Westseite wurden durch vier bedeutend größere ersetzt. Sämtliche Schulsäle und Zimmer der Lehrerwoh­nung werben von Grund auf renoviert: von außen erijält das Schulhaus ein vollständig neues Kleid.

(-) Kestrich. 13. Aug. Die hiesige Schule feierte ihren diesjährigen Iugendtag am Verfassungstag. Di? Kinder, ihre Eltern und viele Freunde der Schule zogen auf denStein- gipfel". Gesänge, Gedichte und turnerische Vor­führungen der Schüler und volkstümliche Darbie­tungen aller Art bildeten ein abwechslungsreiches aramm. Die Feier hinterließ die besten Ein-

Preußen.

Kreis Wetzlar.

O Groß-Rechtenbach, 13. Aug. Die Amtsversammlung beschäf ttgte sich in ihrer letzten Sitzung in der Hauptsache mit der Wahl eines neuen Dürgermeist-ers. über deren Ergehnis bereits berichtet wurde. Die Beratung über die Einführung der Schulzahn­pflege wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Ein Antrag des Rheinischen Verbandes gegen den Alkoholismus auf Gewährung einer Unter­stützung wurde abgelehnt, ebenso der Beitritt des Amtes zur Arbeitsgemeinschaft zur Uebertoa- chung der elektrischen Anlagen auf dem Lande. Bezüglich der Strompreise und Anschluß­gebühren für die Versorgung der Gemeinden mit Elektrizität wurde der Bürgermeister er- mächtigt, mit dem Lieferwerk (Dudemssche Eisen­werke in Wetzlar) Verhandlungen zu führen, die eine Ermäßigung der Strompreise zum Ziele haben sollen. Der von der Aufsichtsbehörde angeregte Erlaß einer neuen Daupolizeig^üh- renorbnung mit höheren Gebührensätzen wurde abgelehnt. Die Gesellschaft für Volksbildung zu Berlin, deren Mitglied das Amt ist, hatte den Antrag auf Erhöhung des Mitgliederbeitrag's gestellt. De,n Anträge wurde stattgegeben. Der gemeinschaftliche For stschutzverband dcs Amtes Rechtenbach, welchem die Gemein­den Ebersgöns, Oberkleen, Riederkleen, Dorn­holzhausen, Hochelheim, Klein-Rechtenbach, Wei­denhausen, Volpertshausen, Vollnkirchen undRie- derwetz angehören, beschloß, die im Iahre 1924 gebildete Forstgehilfenstelle zu Riederkleen wie­der in eine volle Förster st eile umzuwandeln. Der bisherige Hilfsförster Schweitzer zu Rie­derkleen wurde einstimmig zum Gemeindeförster gewählt. Der Verband beantragte, von einer Ausschreibung der Gemeindeförsterstelle Abstand zu nehmen, um die hierdurch entstehenden Kosten zu ersparen. Der engere Forstschutzverband Rie­derkleen, welchem die Gemeinden Dornholzhausen, Hochelheim und Riederkleen angehören, faßte den Beschluß, im Forsthause zu Riederkleen ver­schiedene größere Instandsetzungsarbeiten vorneh­men zu lassen und diese dem Anftreicher <3t>- hannes Höchst zu Riederkleen zu dessen Angebo. zu übertragen.

-K- Aus dem Kreise Wetzlar, 13. QI1 Die sich kürzlich in der Kreisdreschgil i zusammengeschlossenen Dreschmaschinenbesitzer v seres Kreises haben für die diesjährigen Dres. arbeiten besondere Richtlinien feftgefegt, na.) denen sich der Druschlohn für eine Dreschmaschin mit einer Mindestbetriebskraft von 8.PS. und drei Mann Betriebspersonal auf 9,60 Mark stellt. In den Dörfern unseres Kreises ist es schon seit langen Jahren Brauch, die Straßen­fronten der Wohnhäuser mit Weinstöcken zu bepflanzen. Bei entsprechender Sortenauswahl stellen diese Weinstöcke nicht nur eine einträgliche Rutzpflanze dar, sondern das Straßenbild wird auch durch das satte Grün wohlgepflegter Wein­spaliere günstig beeinflußt. Im vergangenen strengen Winter sind leider viele Weinstöcke den starken Frösten erlegen. Zahlreiche Dorfbe­wohner haben ihre Weinstöcke abgehauen, ohne bis jetzt wieder für Ersatz gesorgt zu haben.

Rein."

Der alte Seneriffen erhob sich von seinem Stuhl. Den baumlangen, sehnigen Körper ftraff gespannt, starr und bewegungslos in der auf­rechten Haltung stand er dem anderen, der sitzen­geblieben war, gegenüber, sah auf ihn herab mit einem halb mitleidigen, halb spöttischen Blick der kleinen Augen, die einen noch graueren, noch kälteren Ton angenommen hatten.

Dann kann Ihnen kein Gott mehr helfen, geschweige denn ein Mensch."

Doch ... Sie konnten mir helfen ... Sie allein!"

Ich bin gebunden... an mein Geschäft, an meine Gesellschafter. Ich bin nicht allein. Und selbst wenn es durch größere persönliche Opfer geschehen könnte... ich will nicht."

Sie wollen nicht?"

Jetzt hatte sich auch Klaus Körber aus seiner gebeugten Haltung emporgerichtet. Mann gegen Mann standen sich der Alte und der Junge gegenüber.

Das ist das Versprechen, das Sie meinem Vater in der letzten Stunde gegeben haben! Das Sie mir gestern abend feierlich. befräftigt haben. Sie haben Ihr Wort weder dem Lebenden noch dem Toten gehalten."

Er dachte, der da drüben würde ein hefttges Wort der Rechtfertigung oder Zurechtweisung erwidern... Ungebeugt in seiner energischen Haltung, unbewegt in jedem Glied, jeder Muskel verharrte der alte Tenerissen.

Ich weiß, daß Ihr verstorbener Vater, stünde er jetzt an meiner Stelle, dasselbe tun würde. Ein Mann, der handelt wie Sie, ist nie und nimmermehr ein Kaufmann."

So verweigern Sie mir jede Hilfe?"

Ich wüßte nicht, worin sie bestehen sollte. Ich muh die bestimmte Anzahl der Geschäfts­bücher liefern. Selbst wenn ich jeden Preis be­zahlen wollte, bekäme ich sie heute nicht. Wären Sie früher zu mir gekommen, vielleicht, daß sich noch ein Weg gefunden hätte. Jetzt ist es zu spät."

Zu spät..., wiederholte Klaus Körber dumpf und sah ins Leere.

Als Ihr Herr Vater Ihnen die in der ganzen Provinz, ja in ganz Deutschland angesehene Pa­pier- und Kartonagenhandlung vermachte, da glaubte er sie in besten Händen. Und wir, seine Freunde, glaubten es mit ihm."

Die unseligen Verhältnisse, die über das ganze Geschäftsleben hereinbrachen"

Rein, das war es nicht," unterbrach ihn Tene­rissen hart und schneidend.Mit denen wären Sic bei einer so vorzüglichen Einsetzung fertig­geworden. Aber daß Sie kein Kaufmann waren, das war es... das ganz allein..."

(Fortsetzung folgt.)

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