Ausgabe 
14.8.1929
 
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Lleberfremdung und Ausverkauf

I Sie 143 Eigenschaften des idealen Gatten. I ÄnÄS

Frauen der ganzen Welt, horchet auf! Wir Gattin zu stellen wären, hat sich Prof. Peters.

der augenscheinlich selbst verheiratet ist, nicht

in ihrem sind zwar hin doch verlangen

es keinen Wiederaufstieg gibt.

Dieser Fall zeigt augenscheinlich, daß der Lieber- sremdungsprozest der deutschen Wirtschaft nicht gleichbedeutend ist mit der Beschaffung von Ar­beitsgelegenheit für die deutschen Arbeiter. Die ohnedies geringe Kapitalbildung in Deutschland wird bei der wachsenden Lieberfremdung noch weiter zurückgehen, ganz abgesehen da­von, Last gerade diese Form der Besitzergreifung mit drohenden Gefahren für unseren Außen­handel verbunden ist. Wenn das Ausland­geschäft von ausländischen Interessenten mit» bestimmt wird, dann werden wir weniger De­visen hereinbekommen, als wir unbedingt ge­brauchen, um die Rohstoff» und Lebensmittel­einfuhr finanzieren zu können. Lind wir werden schliesslich zulassen müssen, dah das ausländische Kapital nicht nur unser Auslandgeschäft bestimmt, sondern auch d i e Einfuhr. Die Lieberfrem- dung ist der sinnfällige Ausdruck dafür, daß d i e deutsche Kapitalbildung nicht aus­reicht. Wenn wir daraus nicht die Nutzanwen­dung ziehen, so werden wir unsere politische und wirftchaftliche Freiheit für immer verlieren.

bringen euch eine der wichtigsten Nachrichten, die ihr seit vielen Jahren empfangen habt!" Mit solchen Worten leitet die NeuyorkerEvening World" einen Artikel ein. in dem sie über die

und Gerste kaum geschnitten, so ist inzwischen auch schon Weize n und Hafer nachgereift. die ebenfalls in kurzer Zeit abgemacht werden mu - sen Die Frucht liegt in vielen Gemarkungen der­art am Boden, daß die Maschinen nicht benutzt werden können. Ein Nachteil hinsichtlich tes Ertrags an Körnern und Stroh entsteht nicht. Mittlerweile ist man auch eifrig am Heimfah­ren desNogg ens und der Gerste bcscha,- tigt. Linaufhörlich brummen Tag und Nacht auf den Dorfangern unserer Gemeinden di« bereits überall in Tätigkeit getretenen Drcs chmaschi - nen, die in der Hauptsache di« Ernte der kleineren Dauernde triebe ausdreschen. Heber all kann man vernehmen, dah die Leute mit, dein Ertrag und dem Ergebnis von der Lager, rocht natürlich abgesehen zufrieden sind. An den Kvhlpflanzen im Garten wie im Felde tre­ten gegenwärtig die Erdflöhe in solchen Mengen

seht«.

s. Beuern, 13. Aug. Dieser Tage feiert« tec älteste Einwohnerin unseres Dorfes, die Witwe Susanne Fiedler, eine Verwandte des bekannten früheren Pfarrers Schwabe, ihren 8 8. Geburtstag bei voller körperlicher Nu- stigkeit. Die beiden hiesigen Dreschmaschinen- bescher Wilhelm und Gustav Arnold haben mit dem Dres chen begonnen. Zunächst wird die Frucht der geringen Leut« auf einem freien Platze ausgedroschen. Die Hofreite des frühe­ren Bürgermeisters Walter ist dieser Tage durch Versteigerung an den Steinbruch- besiher Karl Damm übergegangen. Die Kauf­summe für das stattliche, noch neue Anwesen be­trägt über 15 OOO Mark.

(D Gröningen, 13. Aug. Gestern feierte eine über die Grenzen unseres Dorfes bekannte Persön­lichkeit, der Land- und Gastwirt Adam Ludwig Fay, der Vater des Besitzers der Gastwirtschaft Taunus", bei verhältnismäßiger körperlicher und geistiger Rüstigkeit im Kreise seiner Angehörigen seinen 81. Geburtstag.

V Londorf. 13. Aug. Dieser Tag« feierte unser Polizeidiener August Pfeiff sein 25- jährigeS Dien stjubiläum unter allseitiger Anteilnahme der hiesigen Einwohnerschaft. Abends gratulierten Bürgermeister Au mann und der Gemeinderat. Der Bürgermeister überreichte unter anerkennenden Worten als Geschenk der Gemeinde eine goldene Llhr. Später brachte der Gesang­vereinFrohsinn" dem Jubilar ein Ständchen. Einen großen Kunstgenuß bereiteten am Sonntag abend ein Kammermusik-Quartett, di« Herren Fabian, Karl Rabenau (ein Londorfer), Lehrer Momberger und Dr. Hillenbrand aus Gießen, den in der hiesigen Kirche sehr zahl­reich erschienenen Zuhörern durch Veranstaltung eines Kammermusik-Abends. Sie brach­ten in vollendeter Weise je zwei Stücke von Beethoven und von Schubert (u. a.Der Tod und das Mädchen") zu Gehör. Dr. Hillenbrand erläuterte vor jedem Sah die einzelnen Stücke, so daß bei den andächtig Lauschenden volles

Aeutzeren nicht vernachlässigen. Das nicht 143 Eigenschaften, aber immer­einige, die der Gatte billigerweise darf...

Gießener Giadtiheater.

Sacha Guitry:D6sir6".

Wenn dieses Stück so enden würde, wie es be­ginnt, wäre es ein ausgezeichnetes Stück. Leider endet es ganz anders. Das ist schade. Der Schluß ist unwahrscheinlich, konventionell und sentimen­tal. Der Auftakt ist witzig, spritzig und amüsant. Wenn man es noch umkehren tonnte; auf den Schluß kommt ja so viel an; in einem Lustspiel eigentlich alles.

Wirklich schade; denn die Situation der ersten Szene setzt eine Idee voraus, die zur Komödie hätte führen können: diegroße Welt" von rück­wärts gesehen; der Salon vom Vorzimmer und von der Küche her, aus der Dienstbotensphare. Lind da der Kammerdiener- und Köchinnenstand- punkt keineswegs eine Froschperspektive zu fein und nicht immer ein Zerrspiegelbild für Den platten Sommerschwank zu ergeben braucht, hätte sich ein sehr originelles Panorama abrollen können...

Qtber wie man bald merkt die Points reicht, wieder einmal, nicht über den atmosphäri­schen Bezirk des Schlafzimmers hinaus, weder an Me Komödie, noch an eine ernsthafte Kritik oder Satire heran. Man befindet sich im -Lustspiel und bekommt ganz normales Theater vorgesetzt, teilweise sehr hübsch serviert, teilweise allzu ge­flissentlich, zuletzt sehr abgestanden. Eine matte Limonade, obwohl mehrfach Heidsieck präsen­tiert wird. ,

Kurz und gut: der neue Kammerdiener De- flrd verliebt sich in die gnädige Frau, wc^ ihm schon in früheren Stellungen passiert ist. ®r träumt von ihr, sogar laut. Sie träumt auch von ihm, und auch laut. ..x,

Lind bei ihm hört es das Stubenmädchen (nebenan) wie peinlich; und bei ihr hort es Der Postminister, welcher ein freund ter gna* Ligen Frau ist (nicht nebenan) noch peinlicher.

Lind schließlich müssen sie teite bas selbe Traumbuch befragen (Freud hätte die Hand« gerungen!), und nachdem sie endlich beide er­fahren haben, dah sie hörbar voneinander ge­träumt haben, da muß Dösirä natürlich gehen.

tjj Lollar. 13. Aug. Wie wir vor einiger Zeit schon berichten konnten, beabsichtigen die Zöllner-Werke A.-G. für Farben- und Lack­fabrikation, vorm. S. H. Cohn, Berlin-Neukolln, ihren Zweigbetrieb Badenburger Muhle im Laufe dieses Jahres stillzulegen. Ent­gegen den damals gehegten Erwartungen ist diese Stillegung sehr schnell gekommen; ter Be- trieb wurde am 1. August geschlossen. Die vor­handenen Rohmaterialien wurden in ein anderes Zweigwerk abbeförtert. Di« Belegschaft betrug zuletzt neben dem Werkmeister 14 Arbeiter^ von tenen zur Zeit noch einige mit dem Abbruch von Trockenhallen und dem Ausbau ter Maschinen beschäftigt werten. Das in ter Nähe ter Farb- mühl« nach dem Kriege errichtete Wohngebäude wird vermietet werten.

zu beschäftigen gewagt. Immerhin werten in englischen Blättern einige Eigenschaften genannt, die man von ter Lebensgefährtin des idealen Gatten erwarten darf. Darunter befinden sich: Freundlichkeit, gute Laune, wenn ter Mann unerwartet Gäste mitbringt. Die Fähigkeit, zu erkennen, daß ter Aerger über Mann und Kinder bisweilen in der eigenen Nervosität liegt. Haushalten mit dem Wirtschaftsgeld. Sorge für die Abwechslung des täglichen Speisezettels. Ein­schränkung ter Telephongespräche während der Arbeitsstunden. Persönlicher Besuch tes Mark­tes. Widerstand gegen die Redeflut der Hausie­rer und gegen die niedrigen Preise bei Aus­verkäufen. Sie soll auch am Morgen bereits dem Gatten beim Frühstück Gesellschaft leisten, soll wissen, wo die Kinder sind, und sich selbst

Forschungen von Pros. Charles C. Peters von ter Pennsylvania-Staatsuniversität berichtet. Dieser Gelehrte hat nämlich die Eigenschaften untersucht, die ter ideale Gatte haben muß, und es sind nicht weniger als 143 verschiedene Dinge, die er von einemfür den Haushalt wertvollen Ehemann" verlangt. Wir wollen hier nicht alle Einzelheiten aufzählen, damit nicht den Män­nern vor Schrecken die Haare zu Berge stehen, und so sei nur einiges von dem mitgeteilt, was ter unglücklich« amerikanische Gatte alles wissen und können muß. Zunächst einmal soll er ein tüchtiger Hauswirt sein. Unter dieser Hauptrubrik werten allein 40 verschiedene Eigenschaften auf- gesührt. Dann muh e r imstande sein, die Gas - und Wasserröhren zu reparieren, die Oefen nachzusehen und auszuräumen, den Herd wieder instandzusehen. die Türen und Zäune sowie die Möbel auszutessern undalte Sa­chen zu den höchsten Preisen zu ver­kaufen". Des weiteren wird von ihm verlangt, dah er sich mit den Kleidungsstücken der Familie beschäftige und vor allem Sorge trage, sie gegen Motten und gegen schädliche Lichteinflüsse ge­nügend zu schützen. Natürlich soll er auch im­stande sein, ein Rechnungsbuch zu prüfen, und gute Kenntnisse in ter Buchhaltung besitzen. Aber das ist bei weitem noch nicht alles. Nach diesen praktischen Eigenschaften kommen erst die mehr geistigen. Cs wird von ihm erwartet, dah er sich von Grund aus auf die Erziehung versteht, und zwar muh er nicht nur Kinder baden, anziehen und füttern können, sondern ihnen auch eine sittliche, intellektuelle und religiöse Aus­bildung zuteil werten lassen. Sodann liegt ihm die Verschönerung tes Hauses ob, die geschmack­volle Einrichtung ter Zimmer; er hat auf einen tadellosen Rasen im Garten zu achten und die Wohnung frei von Fliegen zu halten. Endlich fällt ihm als letzte und höchste Aufgabe zu, in seinem Heim und in seiner Familie für Frieden und harmonisches Beisammensein zu sorgen; es wird von ihm gefordert, dah er sein Tempera­ment stets iiji Zügel hält und die Fehler seiner 1

men. Die Ob ft bäume zeigen einen guten Behang; besonders werten die Lokalsorten gute Erträge liefern. Leiter lassen viele Bäume in­folge ter Trockenheit bereits ihre Früchte fallen, die zum Teil von den Hausfrauen schon zu Gelee verarbeitet werten. Wie andernorts, so klagen die Imker über sehr geringe Ho­nigernten, gerate in diesem Hochsommer, wo in sonstigen Jahren dje zweite Haupttracht ein-

Kreis Friedberg.

WSN. Friedberg, 12. Aug. Mit Wirkung vom 1. Oktober d. 3. an ist der bisherige Re- aierungsbaurat Hermann Gombel, der bis­herige Amtsvorstand des Hessischen Hochbauamts Dieburg, zum Vorstand tes Hessischen Hoch­bauamts Friedberg mit ter Amtsbezeichnung Oberbaurat ernannt worden. Die Stelle tes Amtsvorstandes tes Hessischen Hochbauamts Die­burg ist demnächst neu zu besehen.

WSN. Friedberg, 13. Aug. Mit schweren Kopfverletzungen wurde heute ein Kind aus Nieder-Wöllstodt in das hiesige 51 ukenhaus einge­liefert, das einem Motorradfahrer in das Rad hineingelaufen war.

WSN. Bad-Nauheim, 13. Aug. Der vor Antritt des Europafluges in Frankreich tödlich ver­unglückte Flieger Diplom-Ingenieur Hofmann wurde inzwischen in die Heimat übergeführt. Die Leiche traf gestern abend mit der Bahn hier ein; die Beisetzung findet Mittwoch nachmittag auf dem hiesigen Friedhof statt.

J S t e i n f u r t h, 12. Aug. Zur Einweihung des Spiel- und Sportplatzes tourte hier ein Festzug veranstaltet, an dem sich außer sämt-

Oochschulnachrichten.

Der Lehrstuhl für neuere Kunstgeschichte an der Universität Heid elberg ist an Stelle von Carl Neumann dem ordentlichen Professor Dr. Erwin Panofsky in Hamburg angeboten worden. Dr. Panofsky, der aus Hannover gebürtige Kunst­historiker, absolvierte seine Studien in München, Freiburg und Berlin, besonders unter A. Gold­schmidt und W. Dög«, erwarb in Freiburg den Doktorgrad und erwirkte 1920 fein« Zulassung als Prioatdozent für mittlere und neuere Kunst­geschichte. Hier erhielt er sechs Jahre später die Er­nennung zum ordentlichen Professor und Direktor des Kunsthistorischen Seminars. Panofskys Ver­öffentlichungen betreffen besonders Dürer, ferner Michelangelo, Perspektive, Kunsttheorie und Me­thodologie der Kunstgeschichte, mittelalterliche Bau­kunst, Typengeschichte. Professor Dr. Josef Schacht in Freiburg i. B. hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der orientali­schen Philologie an der Universität Münster als Nachfolger von H. Grimme abgelehnt.

Der Prozeß ter Lieberfremdung ist schon so weit vorgeschritten, dah wir uns nicht einmal väterlich mehr aufregen, toenn wir darüber unterrichtet werten, daß mächtige ausländische Interessen die amerikanische General Electric Comp. den größten K onzern der beut­eten Elektrizitätsindustrie d i e AEG. teinflussen und leiten. Cs klingt ja alles so harm­los, daß es sich nur um eine Ausdehnung tes Auslandgeschäftes handele, obschon der Hinweis daraus, daß die Hereinnahme ausländischer Kapi­talinteressen deshalb erfolgen mußte, weil die deutsche Finanzkraft dazu nicht ausreichte, uns doch stuhiz machen sollte. Noch verhängnisvoller ist es, toenn gewisse Gewerkschaftsführer in dem Prozeß der Lleterfremdung nichts anderes sehen als neue Beschäftigungsmöglichkeiten für die deut­sche Arbeiterschaft. Das ist eine mehr als ein­seitige Auffassung, die unter keinen Llmstänten im Interesse ter deutschen Arbeiter liegt. Das ausländisch« Kapital, woher es auch immer stammt, will zwar in erster Linie ein gutes Ge­schäft machen, wird aber trotzdem die Interessen des Herkunftslandes nicht hinter die Interessen tes Anlagelantes zurücksetzen.

Sinnfällig wird dies, wenn es sich bei ter Llebersremdung um Wirtschaftsgruppen oder Lln- ternehmungcn hantelt, die an sich zukunftsreich sind, die also auf Märkte rechnen können, die sich schließlich über alle Erdteile- ausdehnen. Da die deutsche Wirtschaft nun einmal darauf an­gewiesen ist, von Jahr zu Jahr größere Mengen an Fertigwaren ausführen zu müssen, so ist es wirklich nicht gleichgültig, ob dies Ausfuhr­geschäft ausländischer Aufsicht wenigstens zum Teil mit unterliegt. Cs kann sich sehr wohl der Interessenzwiespalt ergeben, daß die ausländische Finanzgruppe eine Ausdehnung gerate des deut­schen Auslandgeschäftes in diesen oder jenen Er­zeugnissen nicht wünscht. Hier liegt auch eine Erklärung dasür, dah die Llebersremdung sich gerade jener deutschen Wirtschaftsgruppen zu be­mächtigen sucht, für die das Auslandgeschaft die Voraussetzung für jede weitere Entwicklung ist. Geschieht das vollends in Form internationaler Konzernbildung, so wird die deutsche Wirtschaft dadurch erst recht in eine Abhängigkeit gebracht, die ebenso schlimm ist wie di« politische Fesselung durch tert Versailler Vertrag und den Voung» Plan. Bisher hat sich wenigstens das Ausland­kapital noch für keine Industriegruppe interessiert, das nur den deutschen Inlandmarkt versorgt oder sonst räumlich begrenzte Aufgaben zu lösen hat.

Auf der anderen Seite steht fest, daß es, am internationalen Kapitalumschlag gemessen, nur verhältnismäßig geringe Summen sind, die in Deutschland den Lleberfremdungsprvzeh voll­ziehen. Wie weit der Prozeß vorgeschritten ist, darüber gibt es leider nur Mutmaßungen; was aber darüber hinaus an festen Tatsachen be­kannt ist, genügt schon, um das deutsch« Volk mit größter Sorge für die weiter« Entwicklung zu erfüllen. Wir wissen, daß die Kugellager- und die

Verständnis für die Melodien vorhanden war. Pfarrer Thorn aus Odenhausen sprach nach Beendigung in herzlichen Worten den Dank der Zuhörer aus, und bat die Herren, uns recht bald wieder einen solchen Genuß zu bereiten. Der Reinertrag ist für kirchliche Zweck« abgeführt worden.

s. Allendorf a. d. L d a., 13. Aug. Ein zahlreiches Tr a u e r ge f o l g e, wie es unser Städtchen selten sieht, gab vorgestern dem Gast­wirt und Weißbindermeister Eberhard Ranft das letzte Geleit«. Er war durch sein Geschäft in ter ganzen näheren Llmgebung wohlbekannt. Sein arbeitsreiches Leben war durch einen Herz­schlag jäh geendet. Am Grabe legten ter hie­sige Männergefangverein, der Turn- und Krie­gerverein, ter Gastwirte-, Geflügelzucht-, Ge­werbe- und Schützenverein Kränze nieder.

--- Aus der Rabenau, 12. Aug. Infolge des anhaltenden günstigen Sommerwetters geht die Ernte rüstig vorwärts. Noch sind Korn

morgens um halbvier und nicht ohne zuvor eine I längere aufschlußreiche Rede gehcllten zu haben | das ist am allerpeinlichsten.

Das Stück wurde viel besser gespielt als es ist. Großes Verdienst der tüchtigen, sauberen Regie von Tannert, dem Löffler als ein ge­schmackvoller Ausstattungschef mit aparten De­korationen zur Seite stand.

Tanner t spielt natürlich auch den Desire. Eine seine Sache für ihn. Er gibt diesen aben­teuerlichen Lakaien als eine Kreuzung aus Grandseigneur und gutem Jungen, die viel für sich hat.

Die Treuherzigkeit, mit der er blickt und spricht, hilft nämlich über manches hinweg, woran man sich sonst fangen würde. (Man vergißt z. B. immer wieder die naheliegende Frage: warum sihmeiht die gnädig« Frau den frechen Kerl nicht kurzerhand hinaus, anstatt sich solche Sachen von ihm erzählen zu lassen?)

Diegnädige Frau" ist natürlich eine ziem­lich ironische Bezeichnung; Maria Koch hatte es nicht ganz leicht, den Mischungsthp zu tref­fen, ter hier gemeint ist, auf halbem Wege zwischen wirklicher Dame und wirklicher Kokotte. 3n Erinnerung bleibt die geläufige Konversa­tion und ein fabulöses Abendkleid... mit einem Ausschnitt, von dem Wedekind gesagt haben würde: hinten bis zur Bewußtlosigkeit.

Heinrich Hub und Luise Schubert-Jüng­ling hatten die wenig lohnende Aufgabe, ein Ehepaar Cornich« darzustellen, das eine glatte Derlegenheitserfindung von Sacha Guitry bildet.

Sehr gut: ter Postminister von Hans Hais; ihm steht ter Smoking besser als das härene Ge­wand des Iochanaan; er bringt die Rolle ganz zwanglos, leicht, elegant, reserviert; die parise­rische Herkunft des Ganzen wird bei ihm am deutlichsten spürbar.

Zwei hübsche Chargen: das überaus aufgekratzte Stubenmädchen (Ilse Jahn) und die dumm­dreiste Köchin (Liselotte Fuhrmann).

Das Publikum war angeregt bei ter Sache und schien sich bestens zu unterhalten.

Dr. Th.

Zündholzindustrie von Schweden beaufsichtigt wird, dah die Schallplattenindustrie in Ang« l- sachsen botmäßig geworden ist. Holländi­sches und schweizerisches Kapital ha­ben sich ebenfalls großer Industriegruppen be­mächtigt, selbst die Tschechoslowakeihat sich industrielle Interessen in beträchtlichem Ausmaß in Deutschland gesichert Zu ter Kraftwagen­industrie ist nun auch die Elektrizitäts- inbufttic gekommen, wobei es nicht einmal sehr große Kapitalien gewesen sind, die den Lleberftemdungsprvzeß eingeleitet haben.

Ein« schlimme Botschaft kommt aus der Film­industrie. Der Cmelka-Konzern, an dem das Reich unmittelbar interessiert ist, soll reif für i schwarz find Wohl

den Hebergang in ausländischen Besitz sein. Wenn ^fämbkinadmitt« zurDer-

das wirklich dar Fall fein To« to Ä » gL JÄÄ Ä« S Wort ter Kritik zu scharf, denn hier handelt es m<6nma meves ge^riia? j » stark, sich nicht etwa nur um industrielleAnlagen unö ^mte Gemüsebau in diesem Jahr«

Gewinnmöglichkeiten daraus, sondern auch um L % geltem sein wird. Blumentohl- und ein Volks bi l düng smitt«l ersten Banges ^Zk^feK sind vollständig gelb. Gut« Er- 0118 das Reich seinerzeit tem ^^'Konzeon bringen in den Gärten di« Bohnen und Dui ten groben Theaterbesitz der Ph°bus-Gruppe » denen bic sommerliche Wärme besonders überließ, geschah das unter der Bedn^ng daß kommt. Auch in ten Wiesen ist das

lerne ^e^^^übrtragung an mmc 8 vortrefflich gewachsen; ein

in Frage kommen dürfe. Das Gegenteil scheint tocitI.CI. durchgreifender Regen wird quantitativ der Sall 8u sein, ^"n die zustan^ und qualitativ dem Grummet sehr zustatten fom-

im Reichsftnanz- und Wirtschaftsministerium ya- I -- - - ----- --

ten auf öffentliche Anfragen bisher geschwiegen.

Dah ausländisch« Filme nach Deutschland kom­men. ist unvermeidlich, da wir sonst deutsche Film« nicht im Auslande absehen können. Wenn indessen ein großer Teil ter deutschen Lichtbild- tHeater ausländischem Einfluß und ausländischer Leitung ausgeliefert wird, so wird die Einfuhr ausländischer Film« überhaupt keine Grenzen mehr kennen. Di« deutsche Filmindustrie wird dann abermals in eine Krise gedrängt, aus der

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

X Wies«ck, 13. Aug. Die Diensteinfüh- rung des neuen Rektors unserer Volks­schule, Petri, fand heute früh im Schulsaale statt; anwesend war die gesamte Lehrerschaft, ter Gemeinte- und Schulvorstand. Nach einem Ehoralgesang der Oterklasse zeichnete Stadtschul­rat Fischer ein Bild von den Ausgaben des Rektors der Schule unserer Tage, in ter Arbeits­freude und Arteitsemst ihre Wohnstätte haben mußten. Im Hinblick auf die gleichzeitig einzu- führende neue technische Lehrerin, (Fräu­lein Schmidt aus Gießen, würdigte er deren Ausgaben, dabei warm anerkennend, was Ge­meinde- und Schulvorstand bisher für die Schule hier getan haben. Hnter den noch ^u lösenden Fragen nannte er die Schaffung einer Bade­anstalt und einer Turnhalle, hierbei Heuchelheim als vorbildlich erwähnend. Ein letztes Wort galt ten Schülern, besonders ter durch eine Prämie anläßlich tes Dersassungstages ausgezeichneten Schülerin Erna Lepper. Bürgermeister Sch o In­der begrüßte den neuen Rektor als Baumeister, ter die Brücke zwischen Haus und Schul« zu schla- gen habe und sagte weitere Hnterstühung der Gemeinde zu; sein weiterer Gruß galt der neuen Lehrerin. Fräulein Leyerzapf überreichte mit herzlichen Worten im Namen der Kolleginnen einen Blumenstrauß; Lehrer Burk betonte das von ter Lehrerschaft durch ihre Abstimmung be­kundete einmütige Vertrauen. Rektor Petri antwortete tiefbewegt mit dem Gelöbnis, sein Bestes auf seinem verantwortungsvollen Posten herzugeten.

s. Aus dem Busecker Tal. 13. Aug. Auch in diesem Sommer kann man wieder eine bedeutende Zunahme der Getreidemäh­maschinen sestellen. Landwirte mit kleinerem Betrieb benützen die Grasmäher, an welchen sie sogenannte Handablagen anbringen lassen. Größere Maschinen, wie Selbstbinder, werden im Gegensatz zur Wetterau hier fast gar nicht angefchasft. da sie für Kuhfuhrwerk, das die große Mehrzahl der Bauern unseres Tals Der- wendet, zu schwer sind. Infolge dieser zu­nehmenden Verwendung der Maschine sowie des langsamen Nachreifens in diesem Jahr ist für manche Landwirte zur Zeit ein Stillstand in den Erntearbeiten eingetreten. Die Pause wird zum Schälen der Stoppeläcker benutzt, das gerate in diesem trockenen Sommer sehr not­wendig zur Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit ist. Infolge der Knappheit des Klees werden auch mehr als in sonstigen Jahren Stoppelerbsen und Sens als Futtermittel auf die abgeernteten Qleder gesät. Aus dem gleichen Grunde wird auch Heuer der Mais viel früher als gewöhnlich verfüttert. Da Mais das einzige Futtermittel ist. daS ausgezeichnet steht, kann dies ohne Ge­fahr geschehen. Weit schlimmer ist das hier und da gebräuchliche starke Abblättern der Dickwurz, da die Blätter für das Dickenwachstum der Wur­zeln erhalten werden sollten. Soweit sich die Ernteergebnisse bis jetzt überblicken lassen, ist bei der Winterfrucht eine ausgezeichnete Roggen­ernte zu verzeichnen, während Weizen durch­schnittlich mäßig steht. Bei der Sommerfrucht ist Hafer prachtvoll gediehen, die Gerste dagegen teilweise recht kurz geblieben.