Wesen. Doch wenn es galt, war der alte Kampfgeist der Mannen um Tüll Harder stets zur Stelle. In Duisburg wird es wohl wiederum der Fall sein. Der Sieg der Hamburger dürfte nicht in Frage stehen.
Das Finale im Handball.
Polizei SP. Darmstadt—Polizei TP. Berlin
Im Handball ist die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft schon weiter herangereift, als dies bei seinem größeren und älteren Bruder, dem Fußball, der Fall ist. Hier stehen sich in Halle der Polizei.S p. V. Darmstadt und der Polizei.S P. V. Berlin gegenüber, also Polizei gegen Polizei. Es ist dies kein Zufall, denn die Polizisten waren es, die sich um die Verbreitung des Handballsportes gaiu besondere Verdienste erworben haben. Berlin war bereits mehrmals Deutscher Handballmeister und ließ sich nur im Vorjahre von seinem Ortsrivalen, dem D.H.C. Berlin, aus seiner Spitzenstellung verdrängen. Sein diesjähriger Gegner wird ihm dabei kein Hindernis sein, das nicht zu überwinden wäre. Doch verdient Darmstadt alle Anerkennung, daß es sich aus der Position eines süddeutschen Zweiten unter der Führung seines alten Kämpen Ians bis zum Schlußkampf durchgerungen hat. Seine Elf wird für Berlin einen würdigen Gegner abgeben und sich auch zu wehren wissen.
S. C. Charlottenburg — Viktoria Hamburg (Frauen)
Ebenfalls in Halle fällt auch die Entscheidung in der Handballmeisterschaft der Frauen. Dort hat die Elf des S.C. C harlottenburg gegen die von Viktoria Hamburg das Endspiel zu bestreiten. Es sind dies zwei gleichwertige Gegnerinnen, bei denen die Voraussage auf die Siegerin schwer fällt. Beide besitzen das Können und die Spielkultur, um den deutschen Meistertitel mit Würde zu tragen.
Handball der Sp.-Vg. 1900.
Rot-Weitz Darmstadt in Gietzen.
ö. Der Spielvereinigung 1900 ist es gelungen, für Samstagabend eine der führenden süddeutschen Handballmannschaften, den V. f. L. „Bot- Weih" Darmstadt nach Gießen zu verpflichten. Die Mannschaft hat in letzter Zeit verschiedene Spiele gegen erstklassige Gegner aus- getragen und dabei sehr beachtenswerte Ergebnisse erzielt. So spielte sie gegen den Meister des Rhein-, Pfalz- und Saargebietes, V.f.R. Kaiserslautern, 2:2, gegen den am vergangenen Sonntag sich für das Endspiel um die Deutsche Handballmeisterschaft qualifizierenden Polizei- sportverein Darmstadt blieb sie nur 5:8 im Hintertreffen. Zwei überraschend hohe Siege errang „Rot-Weiß" gegen Fuhballsportverein Frankfurt, welcher 7:2 geschlagen wurde, und gegen Wormatia Worms, die mit 5:1 den Kürzeren zog. Raturgemäß sind die Siegeschancen der 1900er bei einem solchen Gegner gleich Rull. Es wird für die Gießener schon einen großen Erfolg bedeuten, wenn das Treffen mit einer knappen Riederlage endet. Die SPielvereinigungs- leute werden aller Voraussicht nach die Hintermannschaft in ihrer seitherigen Aufstellung belassen, der Sturm wird allerdings durch Hm. und Reuaufstellungen ein verändertes Gesicht bekommen.
Leichtathletik der Gp.-Vg. 1900.
ö. Auf der Hessenkampfbahn in Kassel kommen am nächsten Sonntag die l e i ch t a t h l e t i * schen Bezirksmeisterschaften von Hes. sen.Hannover zum Austrag. Wie in den Vorjahren, so werden auch diesmal die 1900er mit der übrigen Elite des Bezirks um die Meisterehre kämpfen. Allerdings muß die Expedition für kommenden Sonntag auf eine kleinere Zahl
Vornan von Edgar Wallace.
1. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Larry nahm eine frühe Abendausgabe und überflog die Spalten. Verschiedene Einzelheiten erinnerten ihn an seinen Beruf und dessen Anforderungen. Ein großer Dankeinbruch in Lyon, bewaffnete Räuber hatten in Belgien.einen Postwagen aufgehalten, und dann ein Artikel:
„Der Mann, den man auf den Stufen des Themse Embankment auffand, ist als ein Mr. Sordon Stuart, ein reicher Kanadier, identifiziert worden. Man nimmt an, daß es sich um einen Selbstmord handelt. Mr. Stuart hatte den Abend mit einigen Freunden im Theater verbracht, verschwand im Zwischenakt und wurde nicht wieder gesehen, bis sein Leichnam gefunden wurde. Die amtliche Totenschau findet in den nächsten Tagen statt."
Er las den Artikel zweimal durch und runzelte die Stirn.
„Gewöhnlich geht man eigentlich nicht während der Pause aus dem Theater und begeht Selbstmord — oder das Stück müßte ausnehmend schlecht gewesen sein," sagte er, und der gehorsame Sunnh antwortete:
„Rein, Sir."
Er warf die Zeitung fort.
„Sunny, ich nehme schlechte Gewohnheiten an. Ich fange an, mich für Verrücktheiten zu interessieren, und aus dem Grunde fällt es mir übrigens auf, daß Sie meine Hosen falsch zusammen- gelegt haben, die Bügelfalte liegt ja auf der Seite. Legen Sie sie mal ordentlich, Sie fauler Schlingel"
Der Rachmittag war mit den Vorbereitungen für die Abreise ausgefüllt, und um halb sieben stand er im Hotelbureau, um seine Rechnung zu bezahlen — Sunnh mit seinem Mantel über Dem Arm, der Gepäckträger mit den Koffern hinter ihm —, als ein Page auf ihn zukam.
„Monsieur Holt?" fragte er.
„Der bin ich," sagte Larry und sah argwöhnisch auf das Kuvert in der Hand des Pagen. „Ein Telegramm? — Ich will's nicht sehen.
Trotzdem nahm er es und las mit recht gemischten Gefühlen:
„Sehr dringend. Spezial Polizeidienst. Alle Linien frei machen. Larry Holt, Grand Hotel, Paris. Fall Stuart sehr verwickelt stop wäre persönlich dankbar wenn Sie sofort zuruckkommen und Fall übernehmen."
Der Oberkommissär, der nicht nur Vorgesetzter, sondern auch ein persönlicher Freund Larrys
Wettkämpfer als seither beschränkt werden, da die guten Sprinter zurzeit alle nicht voll ak- tionsfähig sind und dadurch höchstens Plah- chancen vorhanden wären. Die 1900er, die in der Lage sein sollten — vorausgesetzt daß sie für Kassel abkommen können —, ein ernstes Wort um die Meisterwürde mitzureden, sind: Schäfer Emil, im Kugelstoßen: Peters über 1500 Meter: Bepper ling und T ö n g e s über 800 Meter. Falls für die 4 mal 1500-Meter-Stasfel noch ein Mittelstreckler mit von der Partie ist, der den bereits angeführten in seinen Leistungen nicht allzu weit nachsteht, kann man sich auch hier einige Hoffnung machen. Placierungen erwartet man noch von Schäfer im Kugelstoßen, dem zwar technisch recht guten, durch geringe Körpergröße aber benachteiligten Hop- fenmüHer über 110-Meter-Hürden und dem Langstreckler Paul.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
ö. Am nächsten Sonntag empfängt hier die Ligaelf die gleiche des Vereins für Rasen- fpiele 1 900 Offenbach a. M., die in ihrem Kreis (Südmain des Bezirks Main- Hessen) eine führende Rolle spielt und bei Beendigung der diesjährigen Verbandsspiele in der Spitzengruppe nur einige Punkte hinter dem Meister „Kickers-Victoria" Mühlheim rangierte. Die Elf rekrutiert sich in der Hauptsache aus jungen Spielern, die einen technisch schönen, flachen Kombinationsfußball vorführen. Der Platzverein bestreitet das Spiel voraussichtlich wieder in der seither bewährten Aufstellung. Der Spielausgang ist vollständig offen.
Die Ligareserve 1900s folgt einer Einladung des Sportvereins Braunfels zu einem Werbespiel. Die Aufstellung der Gießener ist stärker als am Vorsonntag, so daß man bei einigermaßen günstigen Plahverhältnissen mit einem Erfolg der Blauweißen rechnen kann.
S t e i n d o r f bei Wetzlar kommt mit der 1. Mannschaft nach Gießen, um den 1900ern ein schuldiges Rückspiel zu liefern. 1900 wird es mit seiner spielstarken dritten Elf bestreiten. Der Ausgang ist nicht Vorauszusagen.
1900s 1. Jugend empfängt Dillenburgs 1. Jugend im Rückspiel, das einen spannenden Kampf auslösen wird, da die Blauweißen auf Revanche für die im Vorspiel erlittene Riederlage drängen.
2. und 3. Jugend kombiniert spielen in Gießen gegen die 1. Jugend Steindorfs.
Die 1. Schülerelf empfängt die Schüler von „Teutonia" ©teinberg im Rückspiel.
B. f. B.
Am kommenden Sonntag findet hier das letzte Ligatreffen vor der Sperre statt. Als Gegner ist die Liga von „23 i 11 o r i a 1 9 1 2" Eckenheim verpflichtet, die damit eine Rückspielverpflichtung einlöst. Das vor einigen Wochen dort ausgetragene Vorspiel endete mit einem 4:3-Sieg Eckenheims. Die Gäste gehören zur Nordmainkreisliga und stellen eine gute Mannschaft, deren Stärke in ihrer Härte und Ausdauer liegt. Ob es der V. f. B. - Liga gelingt, die Niederlagen der zwei letzten Sonntage durch einen Sieg wieder wettzumachen, erscheint fraglich. Sie sollte alles daranfetzen, um das letzte Spiel auf eigenem Platz und vor eigenem Publikum siegreich zu gestalten, oder wenigstens mit einem gefälligen und zufriedenstellenden Spiel aufwarten. Aller Voraussicht nach wird die Mannschaft am Sonntag in stärkster Aufstellung antreten können, so daß man auf ein günstiges Abschneiden hoffen darf.
Die Ligareserve fährt nach Wetter, um der bärtigen Ersten ein schon lange fälliges Rückspiel zu liefern. In dem vor etwa Jahresfrist hier aus- getragenen Vorspiel mußte sich die V. f. B. - Mannschaft ihrem Gegner, dessen Spielftärke sie gewaltig unterschätzt hatte, mit 1:8 beugen. Sie wird sich sehr anftrengen müssen, wenn sie auch diesmal, zumal auf fremdem Platz, nicht wieder hoch verlieren will.
war, hatte das Telegramm selbst unterzeichnet, und mit einem schweren Seufzer steckte er es in die Tasche.
„Wann kommen wir in Monte Carlo an, Sir?" fragte Sunny, als sein Herr auf ihn zukam.
„Hngefäßt heute in zwölf Monaten," antwortete er grimmig.
„Wirklich, Sir?" fragte Sunny mit höflichem Interesse. „Das muß ja recht weit weg sein."
2.
Flimmer Fred, der eigentlich Grogan hieß, hatte einen berechtigten Grund, sich zu beschweren: Ein angesehener Iustizbeamter hatte ihm feier- lichst versichert, er hätte die Absicht, nach Monte Carlo zu reifen, und nun mußte er ihn auf dem Pariser Dampferzug wiederfinden. Wenn er ihm auch sorgfältig aus dem Wege ging, wußte er doch genau, daß es Larry bekannt war, wer sich unter den Mitreisenden befand.
Fred verließ den Viktoria-Bahnhof in außerordentlicher Eile und war sich noch gar nicht sicher, ob Larrys plötzliche Geschäfte in London nicht vielleicht doch mit seinen (Freds) eigenen Geschäften zusammenhingen. Larry sah gerade noch den Hochstapler in der Menge verschwinden und lächelte zum erstenmal feit seiner Abreise von Paris.
„Dringen Sie meine Sachen nach Haus," sagte er zu Sunny. „Ich fahre direkt nach Scotland Bard. Vielleicht komme ich heut abend, vielleicht auch erst morgen zurück."
„Soll ich den Gesellschaftsanzug bereitlegen?" fragte Sunny. Was ihm in erster Linie am Herzen lag, war das elegante Aeußere seines Herrn. Für Sunny war ber Tag in drei Teile geteilt — Straßenanzug, Gesellschaftsanzug und Pyjama.
„Rein — ja — machen Sie, was Sie wollen." „2a, Sir," sagte Sunnh entgegenkommend.
Larry fuhr sofort nach dem Polizeipräsidium und hatte erst einige Mühe, hineinzukommen, da er den dortigen Deamten noch unbekannt war. Schließlich ließ man ihn in das große Dureau Sir John Hasons hinein, der sich von seinem Schreibtisch erhob und ihm mit ausgestreckter Hand entgegenkam.
„Mein lieber Larry," sagte er, „es ist zu nett von dir, auf deine Ferien zu verzichten. Du bist wirklich ein famoser Kerl! Ich habe übrigens gar nicht an deinem Kommen gezweifelt und dir Zimmer 47 einrichten lassen. Außerdem habe ich dir den feinsten Sekretär zur Verfügung gestellt, den ich jemals im Präsidium gehabt habe."
John Hason und Larry Holt waren alte Freunde und Schulkollegen, und zwischen den beiden bestand aufrichttge Zuneigung und ein Vertrauen, wie man es eigentlich selten zwischen zwei Leuten des gleichen Berufes findet.
„Rümmer 47 ist mir unbekannt," sagte Larry lächelnd und legte seinen Mantel ab, „aber ich
Anders die A. - H. - M a n n s ch a f t, die einer Einladung ber 21. S). Wetters folgt unb ebenfalls nach dort fährt. Nach ihrem letzten 8:1-Sieg über Wetter zu urteilen, sollte sie auch biesmal ihrem Gastgeber bas Nachsehen geben können.
Für die Jugenb beginnt bie Sommersperre schon am 17. b. M.: am kommenben Sonntag, ber also ber letzte Spieltag vor ber langen Pause ist, treten des- halb alle Jugenb- unb Schülermannschasten auf ben Plan. Die e r ft e Jugenb empfängt zum Rückspiel die gleiche von Wetter, gegen bie sie vor acht Tagen einen beachtenswerten 3:0 - Sieg erringen konnte. Erwartungsgemäß sollte sie auch am Sonntag, zumal auf eigenem Platz, gewinnen. Die zweite Jugenb trägt ebenfalls auf eigenem Platz ein Rückspiel aus. Ihr Gegner ist bie erftc Jugenb Burgs. Ob V. f. B. feinen Dorfpielsieg von 3:2 wiederholen können wird, ist ungewiß. Die dritte Jugend hat die zweite Wetters zu Gast, der sie an Wettspielerfahrung überlegen ist und die sie daher schlagen kann, vorausgesetzt, daß das körperliche Kräfteverhältnis nicht allzu ungleich ist. Einen sicheren Sieg darf man der ersten Schü - ler Mannschaft Voraussagen. Sie steht in Nieber-Girines der dortigen Schülerelf im Rückspiel gegenüber. Das Vorspiel gewann sie mit 4:0. Weniger Aussicht auf einen Sieg hat die zweite Schülerelf, die ein Gesellschaftsspiel gegen die Schüler Garbenteichs gegenüberstellt.
Arbeiter-Turm und Sportbund.
Am kommenden Sonntag fährt Wieseck i nach Alsfeld. Wieder ist Wieseck gezwungen, die Reise mit Ersah anzutreten. Cs dürfte jedoch Sieger im Spiele bleiben, wenn es den Gegner nicht unterschätzt.
Lollar I hat ein rückständiges Spiel gegen Wetzlar! in Wetzlar auszutragen. Auch hier werden die Gäste Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen.
In der zweiten Klasse hat Watzenborn Kinzenbach zum Gegner. Watzenborn wird abermals eine Riederlage hinnehmen müssen.
Wieseck II hat Beilstein II zu Gast und wird auch dieses, sein letztes Spiel der Vorrunde, mit einem Sieg abschließen.
Gießen 11 wird sich in Rodheim abermals eine Riederlage gefallen lassen müssen.
Daubringen und Hungen werden sich in Daubringen ein spannendes Spiel liefern, bei dem der Plahbesitzer die meisten Siegesaussichten hat.
Treis wird im Spiele gegen Burkhardsfelden in Burkhardsfelden dem Plahbesitzer Sieg und Punkte überlassen müssen.
Rodheims Jugend wird gegen Heuchelheims Jugend in Heuchelheim den kürzeren ziehen.
W i e s e ck s Jugend wird die Jugend Wißmars ebenfalls mit einer Riederlage heimschicken.
Am kommenden Sonntag findet in Heuchelheim die Vorprobe zu dem am 29. und 30. Juni stattfindenden Bezirksfest statt. Reben der Probe der Freiübungen werden die Geräteübungen durchgeturnt, um den Kampfrichtern den Gang der Hebungen einzuprägen. Die Kampfrichter für Leichtathletik werden eine theoretische und praktische Prüfung damit verknüpfen. Außerdem wird mit dieser Veranstaltung das Ausscheidungsturnen der Geräteturner zum diesjährigen zweiten Dundesfest des Ar- beiter-Turn- und Sportbundes, welches vom 18. bis 21. Juli in Nürnberg stattfindet, vorge>- nornmen.
Gießener Tennisklub 1922.
Auf ben Gießener Plätzen findet am nächsten Sonntag ein Klubwettkampf gegen „Rot-Weiß" Kassel statt. Die Gäste werben eine spielstarke, in letzter Zeit immer besser geworbene Mannschaft ben Gießenern gegenüberstellen.
werde mich außerordentlich freuen, die Bekanntschaft des feinsten Sekretärs von Scotland Bard zu machen. Wie heißt er denn?"
„Es ist kein .er', es ist ’ne ,sie<," lächelte Hason. „Miß Diana Ward. Sie hat sechs Monate hindurch bei mir gearbeitet und ist wirllich das geschickteste und vertrauenswürdigste Mädchen, das ich jemals in meinem Dureau gehabt hab."
„Allmächtiger! Ein weiblicher Sekretär!" sagte Larry gedrückt, fügte aber gleich lebhafter hinzu: „Selbstverständlich bleibt's, wie du es angeordnet hast, John, und selbst dieses Muster aller Tugenden soll mir keine Angst einjagen. Höchstwahrscheinlich hat sie ’ne Stimme wie eine Raspel und kaut Gummi?"
„Ihr Aeußeres ist nun gerade nicht besonders einnehmend, aber das ist doch schließlich nicht die Hauptsache," antwortete Sir John trocken. „Seh' dich hin, alter Freund, ich habe viel mit dir zu besprechen. Cs handelt sich um den Fall Stuart," begann er und reichte Larry sein Zigarettenetui. „Erst gestern haben wir herausgefunden, daß Stuart ein sehr reicher Mann gewesen ist. Seit neun Monaten ist er in England und hat die ganze Zeit über in einer Pension auf dem Rottingham Place — Marlybone — gewohnt. Er war ein rätselhaftes Individuum, ging nirgendwohin, hatte fast aar keine Freunde und war außerordentlich zurückhaltend. Es war natürlich bekannt, daß er vermögend war, und nur seine Londoner Bankiers, die uns seinen Ramen mitteilten, als sie herausgefunden hatten, daß er der unbekannte Tote war, waren von ihm ins Vertrauen gezogen. Mit ,ins Vertrauen ziehen^ meine ich nur, daß ihnen sein Rame und seine Vermogensverhältnisfe bekannt waren."
„Was meinst du damit, wenn du sagst, er ging nirgendwohin? War er denn die ganze Zeit über in feiner Wohnung in der Pension?"
„Darauf komme ich jetzt," sagte Sir John. „Er ging aus, aber kein Mensch weiß, warum. Jeden Rachmittag ohne Ausnahme machte er eine Autofahrt und hatte unweigerlich dasselbe Ziel — ein kleines Dorf in Kent, ungefähr fünf« undzwanzig Meilen von hier. Er ließ den Wagen an einem Ende des Dorfes warten, ging durch das Rest hindurch und war für einige Stunden verschwunden. Hnfere Nachforschungen ergaben, daß er sich lange Zeit in der Kirche aufhielt, übrigens ein altes Gebäude aus der Zeit der Saxonen, dessen Fundamente vor etwa tausend Jahren gelegt wurden. Genau nach zwei Stunden, pünktlich wie ein Hhrwerk, kam er zurück, stieg in den Wagen — er hatte ihn gemietet — und fuhr na<$ Nottingham Place zurück."
„Wie heißt das Dorf?"
„Beverley Manor," sagte der Oberkommissar. „Also, weiter. Am Mittwochabend brach er zum
Turn- und Sportabzeichen.
Morgen Samstag, 18 Hhr, Abnahme der Prüfung für das Turn- und Sportabzeichen im Schwimmen in der Müllerschen Badeanstalt. Sund Deutscher Zugendvereine (9.9.3.)
Am kommenden Sonntag findet in Frankfurt a. M. das Sportfest des Landesver-, bandes Hessen und Nassau des B.D.I. statt. Erstmalig wird sich auch die Iungenschaft der Matthäusgemeinde Gießen daran beteiligen, die zwanzig zum Teil sehr gute Leichtathleten entsenden wird. Ob sie sich Dort durchsetzen können, erscheint sehr fraglich in Anbetracht der außerordentlich starken Konkurrenz aus Wiesbaden, Bad Ems, Frankfurt, Höchst, Hanau, Darmstadt und Mainz. Die Gießener werden zum Dreikampf und in den Staffeln starten. Ebenso wird sich die Handballmannschaft an den Spielen beteiligen, wo ihr angesichts ihrer augenblicklichen Spielftärke wohl einiger Erfolg befchieden fein dürfte.
Motorradrennen „Rund um Schotten"".
Der 4. Laus um die Deutsche Meisterschaft für Motorradfahrer, das am nächsten Sonntag zum Austrag kommende 5. Rennen „Rund um Schotten", hat ein Rekordergebnis von 85 Fahrern gezeigt, während das Rennen im vergangenen Jahre nur mit 28 Fahrern beseht war. Die einzelnen Läuse sind ganz hervorragend besetzt: In den Meisterschaftsläufen sind 25 Fahrer am Start, in der Beiwagenklasfe 9 Maschinen, ferner starten 29 Ausweisfahrer und 22 internationale Fahrer in der Klasse der Maschinen von 500 und 1000 ccm.
Oberhessen.
Landkreis Gietzen.
Klein-Linden, 13. Juni. Das 11. Bun- b e 5 f e ft bes Radfahrerbunbes Oberhessen wirb hier anläßlich bes 25jährigen Jubelfestes des Rabfahrervereins 19 0 4 vom 22. bis 24. Juni abgehalten. Es treffen dazu etwa 40 Radfahrervereine aus allen Teilen Oberheffens unb bes Lahntales ein, barunter auch Vereine aus Alsfeld, Hungen, Lich, Laubach, Londorf ufro. Das Rennen findet in drei Klaffen zu 77, 60 unb 25 Kilometer statt. Zahlreiche Ehrenpreise unb Wertpreife kommen zur Verteilung.
^Watzenborn-Steinberg, 13.Juni. (Ein- gefanbt.) Bei ber Durchführung ber Felbbereinigung in unserer Gemarkung würben zahlreiche schöne Wege geschaffen, von denen einige chauffiert wurden, während diese Ausgestaltung bei einigen anderen noch vorgenommen werden soll. Zur Durchführung dieser Arbeiten ist vor einigen Tagen eine Steinklopfmaschine in Betrieb genommen worden, an den erforderlichen Steinen ist hier ebenfalls kein Mangel. In ber Einwohnerschaft ist nun ber Wunsch immer stärker geworben, baß bei dieser Gelegenheit auch der Watzenborn er Weg chauffiert werden möchte. Das Material hierzu unb bie erfor« berlichen Arbeitskräfte finb vorhanben. Man hofft, daß unsere Gemeindevertretung diesem Wunsche Rechnung trägt.
2. Rödgen, 13. Juni. Die Kanalisierung ber Langen Orts ft raße ist setzt durchgeführt. Die Arbeiten wurden nach Möglichkeit beschleunigt, damit die Straße am kommenden Sonntag, an Dein hier ein Sängerfest ftattfinbet, ungehindert benutzt werden kann. Gleichzeitig mit ber Kanalisierung mürben auch bie Hausanschlüsse in biefer Straße neu gelegt. Außerdem ist bie Wasserleitung bis zum Friedhof weitergeführt worden.
I Staufenberg, 12.Juni. Unser herrlich gelegenes Städtchen vereinigte am Sonntag in seinen Mauern eine stattliche Anzahl Sänger. Feierte doch der „Gesangverein Staufenberg"
erstenmal mit seinen Gewohnheiten und nahm die Einladung eines gewissen Doktor Stephan Iudd zur Hrausführung einer neuen Revue im Macready-Theater an. Doktor Stephan Iudd ist der leitende Direktor der Greenwich-Versicherungsgesellschaft, eine kleine Gesellschr-st — so eine Art Familienkonzern —, hat aber in der City einen sehr guten Rus. Mr. Iudd ist Kunstliebhaber und Besitzer eines sehr schönen Hauses in Chelsea. Iudd hatte für die Erstaufführung eine Loge — nach den Zeitungen zu urteilen, war, nebenbei gesagt, das Stück einfach fürchterlich —, und zwar die Loge A. Stuart tarn und war, wie Iudd aussagte, auffallend unruhig. In der Pause zwischen dem zweiten und dritten Akt verschwand er unbemerkt aus dem Theater, kam nicht zurück und wurde erst wiedergesehen, als man seinen Leichnam an dem Themse Cmbank- ment fand."
„Wie war denn das Wetter in der Nacht?" fragte Larry.
„2m Anfang klar, dann aber dunstig mit Neigung zum Nebel," antwortete Sir 2obn. „Tatsächlich hat ja auch der Schutzmann, der in dem betreffenden Viertel Dienst hatte, wo der Leichnam gefunden wurde, zu Rapport gegeben, daß zwischen halb vier und halb fünf sehr dichter Nebel lag.“
Larry nickte. „Besteht vielleicht die Möglichkeit, daß er im Nebel seinen Weg verfehlt hat und in den Fluß gefallen ist?"
„Gänzlich ausgeschlossen," sagte Sir 2ohn nachdrücklich. „Von der Zeit seines Verschwindens bis halb drei Hhr morgens war das Embankment frei von Rebel, und niemand hat ihn bemerkt. 2ch wiederhole: bis zu der Zeit war die Rächt völlig klar."
„Hnd jetzt kommt noch ein merkwürdiger Hm» stand," fuhr der Kommissar fort. „Als er gefunden wurde, lag er auf den Stufen, nur die Füße hingen im Wasser — und," fügte er langsam hinzu, „die Flut war noch im Steigen."
Larry sah ihn erstaunt an.
„Willst du damit vielleicht sagen, daß er nicht von der Ebbe dort angeschwemmt worden ist?" fragte er ungläubig. „Wie sollte er denn sonst dorthin gekommen fein, mit den Füßen im Wasser, noch dazu, wenn das Wasser stieg? Hnd doch muß es Ebbe gewesen sein, wie hätte er sonst auf die Stufen kommen tonnen?“
„Das sage ich ja auch," nickte Sir 2ohn. „Wenn er nicht unmittelbar nach Verlassen des Theaters ertrunken ist, als die Flut am höchsten stand und anfing zu fallen, scheint es mir beinahe unmöglich, daß er bei Tagesanbruch, als die Flut erst wieder begann, auf den Stufen angeschwemmt werden konnte."
Larry rieb nachdenklich das Kinn.
Kortsetzung folgt)


