Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

fe|t.

»cbotjt.

iS »en.

A S* »oi

toa*Unn u.9 ge-

30: NmX sZS Hi-Ä

difeik

iben.

°rz.

anMl; Pfarrer

rz.

i Uhr: ?Qffions.

X

,u5S Konfir.

IU5b« Nmnes.,

btitrie

MM verbalen i>«d Mi Mesl i®« lt tintt hu den btMl

12.3Hoq 1929 nbtn Gewinn« gen

)0 178389 l8 235718 )5 262740 0 302978 II 377863

209487

236521

288424

306346

390053

83764 282277

30426 306171 , 90428 113980 A 278080 362187 >1743 66591 69412 812 187333 196555 33 217859 224388 26 362373

10837 35163 33784 2292 69231 95449

6832 16689 1 8924 1713 44892 46877 >183 62150 71918 !7 100866 101846 18 123285 132889

141871 149434

181187 171244

193882 199001

222211 235894

252480 279834

161724 174661

194866

208969

225132

236169

256393

280175

287335 289415

310007 312126 95 335818 339379 37 351057 353175 17 384071 3885P

>8

12

38

21

55

55

12

27

74

90

20

urfffl GeMlie

3«i

909

096 990

616

998

841

338

196959 245627 253543

296678 806703 320899 839912

356259 376555

371883 , 275111 309538 6741 62021 207772

48677 84352 101847 )47 297837 365774 eeocA 70848 76069 00 127597 130894

180432 189796 18 267963 282022 U «8426 344041 S! W 390305

6436 6864 25093 <8432 62039 67230 IM 748 196090

& s 318160 336076 366845 372842 399899

913 .

'Prämien zu XI 4 Ml 3000.20

Ä»«

11,771 58,45 1'2'29 112-24 112,4® 10,592

22,05 20,439

69-lg

12-4

7,3

73-

3.039

1i-g

ä

-

&

22,16 112-47

Ä Ä

'fl,44 V-

S LZ 112,46 112,68 10.612 Ä Ä 81, Ä 0,5015 59,2g 12-49 7> 73,50 18, 81,84 9,01? 5,452 !Z 20,99«

ssfM

E

168-2

22,08

112,W

59,04

2,49

112,20

81,0

62,83 :

12-435

73,18

.jMrflW**

.'S

1,876 0,499

2)ncf

S-ld

Nr. 62 Erstes Blatt

179. Jahrgang

Donnerstag. 14. März 1929

Erich«,nt täglich,«wher Sonntags und Feiertag» Beilagen

Die Illustrierte Gießener Familienblätte, Heimat im Bild Die Scholle

Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112.

Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiaer Sietzen. postscheinonto:

Krontfurtam Main 11686.

Gietzemr Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vn,S unb Derlei«: Srbhl'sche UniversttSlr-vuch- und Steinbruderei B. Lanze In Sieben. Schristlettong und Seschäst,stelle: SljalftraMJ-

Annahme von Anzeigen für die Tagernummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°-. mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Polstik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An­zeigenteil Äurl Hillmann, sämtlich m Gießen.

^Befreiung und Freude ...

am Bahnhof schwere

werden

verladen, sammeln sich würdige

Mittlerweile Schrankkofser

Herren um ein noch würdigeres Oberhaupt, schüt­teln mit betonter Ewigkeit oder auch mit der weit ausholenden Geste des Dolksmanns etwelche Handschuhe gelber Couleur und tun sich in dieser Stunde des Abschiedes von der nun wieder zärt­lich werdenden Stadt der Iungmädchenpensionate so wichtig, wie cs sich wohl Vertretern dergro= ßen Politik" geziemt. Der Volkerbunds- rat hat seine Sitzungen abgeschlos­sen. und seine Teilnehmer von allen Enden der Welt reisen nun mit dem Schwarm ihrerBe­gleiter ab. Das geht immer so schichtweise vor sich, und ein boshaftes Gemüt könnte wohl auf den Vergleich kommen, dah es daran erinnere, wie die Arbeiter noch vor kurzem mit großen Schippen und gutem Schwung den schmutzig ge­wordenen Schnee in einem großen und fast ele­ganten Bogen in den See schaufelten. Aber bos­hafte Gemüter gibt e- beim Völkerbundsrat nicht. Man muh das wenigstens voraussehen, denn wenn auch gerade bei den letzten Themen, die im hohen Saal zur Beratung standen, bei der Be­handlung der Minderheitenfrage, und ganz besonders bei der Aussprache über den Fall 11 l i ö, für die Deutschen zum mindesten allerlei Anlaß zur Boshaftigkeit und sogar zum Zorne gewesen wäre, so gingen doch die Unter­haltungen so sanft, so ruhig, so gemessen dahin, daß einer, der keine dieser europäischen Sprachen verstand, wohl hätte glauben können, er fei in einem Refektorium der ehrwürdigen Schwestern von sacre coeur

Immer wieder bei diesen internationalen Ta­gungen ist es schlechthin ein Grund zur Bewun­derung, wie es derRegie" gelingt, Schärsen ab- zufchleifen, Gesechte abzubrechen und Gegensätze, wenn sie noch so tief sind, nicht zur Explosion kommen zu lassen. Hier ist das Kompromiß wirklich zum Kunstwerk erhoben! Eine bes­sere Charakterisierung für das Ergebnis der Minderheitsdebatte, wie sie von derReuen Züricher Zeitung", die mir gerade hier auf der Terrasse zur Hand liegt, gezeichnet wird, kann wohl kaum gegeben werden.Die Lust der Groß­mächte", so heißt es da,am Minderheitenschutz etwas zu ändern, ist außerordentlich gering, darüber muß man sich klar sein . . . Aber es handelt sich ja gar nicht um eine Erfindung neuer Rechte oder um eine Erweiterung alter Verträge, sondern lediglich darum, den Verfall der gelten­den Rechtsbestimmungen zu verhindern und den Völkerbund zu mahnen, daß er nicht zu einem Werkzeug ähnlicher Tendenzen werde, wie sie Mello-Franko mit seiner Assimilationstheorie vor einigen Jahren widerspruchslos vor dem Rat vertreten konnte." Selbst wenn man dem neu­tralen Beobachter wie man gestehen muh mit einiger Beklemmung beipflichtet, daßhier­über wenigstens" die Beratungbereits eine erfreuliche Abklärung in gutem Sinne gebracht" habe, so muß man doch um so stärker betonen, daß im Fall Ullh das Exempel darauf keines­wegs gemacht worden ist, sondern daß man diese in das Geschick der deutschen Minderheiten in Polen so lebenswichtig eingreifende Angelegen- heil in einer Weise behandelt hat, gegenüber der selbst im hohen Ratssaal nicht Boshaftigkeit, sondern Zorn am Platz gewesen wäre.

Man begreift auch in Kreisen, die der offi­ziellen deutschen Delegation und ihren Führern nahestehen, nicht recht, wie und auf welche Weise es gelungen ist, Dr. Stresemann von Tempera­mentsäußerungen. wie sie noch in Lugano in die etwas stickige Luft mit einem Blitz hinemfuhren, zurückzuhalten. Der deutsche Außenminister macht durchaus keinen abgekämpften Eindruck, undes ist demnach doch eher Zügelung als Mat­ti g k e i t gewesen, dah er sich damit begnügte, die Ertlärungen Zaleskis als ungenügend zu bezeich- nen und sich bei dem Vorschlag Matsch^, der za im großen und ganzen den polnischen Wünschen entsprach, der Stimme zu enthalten. Lange genug hat man ja auch von Volkerbundsseite auf ben deutschen Außenminister einzuwirken vcriucht. uno man hat denn auch den für die Tradition dieser Sitzungen und in diesem Falle besonders für die Polen so schönen Erfolg erzielt, daß es nicht zu einem ,Mihklang" gekom - men ist. Wie weit gewisse Hoffnungen, die eigent­lich Voraussetzungen sein sollten, sich erfüllen werden, dah illifc wenigstens auf eine proviso­rische Haftentlassung rechnen darf, muß abge­kartet bleiben. Man hat nur schon allzu oft vergebens abgewartet.

Das deutsche Austreten in diesem Falle hatte keine überzeugende Kraft. Man ging unter Zü­gel und man fragte sich erstaunt, welche Kandare eigentlich so spürbar sei. DieBefürchtung, daß von Seiten der Polen im Lauf der Debatte die Forderung aufaetreten wäre, daß sie auch die deutschen Gerichte für alle Zeiten dahin fest-

Abschied von Gens.

Von unserem s-Ic.-Sonderberichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Gens, Mitte März 1929.

Frühlingswinde wehen über dem großen See und weiße Rebelschwaden ziehen mit tragischer Gebärde ins Gebirge hinaus, um sich dort hinter Eiswällen zu sammeln. Es wird nicht mehr- lange dauern, dann hat die Stadt Rousseaus ihre schönsten Tage mit silbernem Mädchen­lachen, frohen Scherzworten aus jungem Männer­munde, mit weißen Segeln auf der blauen Flut und mit abendlichen Liebesmelodien unter jung- grünendem Gezweig. Es liegt schon etwas wie eine Lenzvision in der Lust, voll Zärtlichkeit,

Die polnische Denkschrift über Danzig.

Minister Strasburger über Wege und Z eie der polnischen polistl gegenüber Danzig-

Danzig, 13. März. (IU.) Der polnische btplo- matische Vertreter in Danzig, Minister Stras­burger, hatte einen Vertreter derDanziger Zeitung" zu sich gebeten und ihm längere Erklärun­gen über die von der Telegraphen-Vnion veröffent­lichte polnische geheime Denkschrift ab­gegeben. Strasburger glaubt, die amtliche Erklärung abgeben zu können, dah die Denkschrift weder von ihm, noch von einem feiner jetzigen oder früheren Mitarbeiter, noch auch sonst von einem Beamten des polnischen Ministeriums des Aeuheren stamme. Er gibt aber zu, dah verschiedene Grundgedanken in der Denkschrift den Grundlinien der polnischen Politik Danzig gegenüber entsprechen. Auch ver­schiedene Ideen der Denkschrift von mehrunter­geordneter Bedeutung" entsprächen dieser Politik, wie z. B. Uebertragung von Konsulats-Ehrenämtern an prominente Führer der Danziger Mirtschast oder Entziehung des postaustrags in Polen für Zeitungen, die gegen die Unantastbarkeit des pol­nischen Staates gerichtete Artikel veröffentlichen. Andere Gedanken der Denkschrift wiederum, deren Veröffentlichung der polnischen Politik besonders peinlich zu sein scheinen, wie ;. B. das ins Auge gefaßte Tauschgeschäft: Einführung der polnischen Währung gegen Räumung der Westernplatte, den Ersah deutscher Kredite in Danzig durch Geldgewäh­rung seitens der polnischen Banken und ähnliche wirtschaftliche Mittel, streitet Strasburger ab. Lr wiederholt dann die bereits von der polnischen lele- graphen-Agentur ausgesprochenen Verdächtigungen über den Zweck der Veröffentlichung und schlieht: Echt oder gefälscht, ist die Denkschrift ein neuer Beweis dafür, dah die polnische Regierung bestrebt ist, in Danzig eine Politik zu führen, die auf Achtung der Danziger Rechte und der Danziger Kultur und auf Förderung der Danziger wirtschaft beruht, und dah diese Tatsache von den ärgsten Feinden der polnischen Danziger Verstän­digungspolitik nunmehr ausdrücklich a n e r f a n n ; worden ist." Man kann nicht umhin, in den, wenn auch polemischen Erklärungen des polnischen diplomatischen Vertreters in Danzig ein sachliches Eingeständnis dafür zu erblicken, dah die pol­nische Politik in genauer Befolgung der in der pol­nischen Denkschrift niedergelegten Richtlinien die wirtschaftliche und auf diesem Wege auch die politische Eroberung Danzigs bezweckt.

polnische Wirtschaft.

Berlin, 14. März. (Priv.-Tel.) Pilsudski hatte vor einigen Wochen schwere Anklagen gegen frühere Kriegsminister erhoben, denen er vor-

wars, daß sie Staatsgelder für per­sönliche Zwecke verausgabt hätten. In­zwischen ist nun sein Finanzmini st er zurück­getreten, weil er dem Sejm Rechenschaft über die Ausgaben des Staates ablegen wollte, von Pil­sudski aber daran gehindert wurde. Der Rücktritt erregte sensationelles Aussehen, man witterte wieder allerlei dunkle Affären, die ver­heimlicht werden sollten, die aber doch jetzt her­ausgekommen sind. Es hat sich herausgestellt, daß diesmal einer der Getreuen Pilsudskis, der Ministerpräsident Bartels, den ihm zur Ver­fügung stehenden Fonds nicht nur für Wahl- zwecke restlos aufgebraucht, sondern darüber hinaus noch viele Millionen Zloty für Wahlbeeinflussungsversuche zugunsten des Pilsudski-Dlockes aus gegeben hat. Aber nicht genug damit, das Kabinett Bartels hat noch weiter den Etat um viele hundert Millionen Zloty überschritten, waS Pilsudski ver­tuschen wollte. Jetzt haben seine Gegner wieder guten Grund, gegen ihn zu Felde zu ziehen, hat sich doch herausgestellt, dah auch unter Pilsudskis Herrschaft mit ben Geldmitteln des Staates recht leichtfertig umgesprungen wird und sie ebenso wie unter früheren Regierungen in den Wahl­dienst einzelner Parteien gestellt werden.

Nie Schlagfertigkeit der polnischen Armee.

Scharfe Kritik General Le RondS.

Berlin, 14. März. Unter dieser Über­schrift teilt die Berliner kommunistischeRote Fahne" mit: Wir sind in der Lage, die Oeffentlichkeit über ein militärisches Geheimdoku­ment zu unterrichten. Es handelt sich um einen Bericht des französischen Generals Le R ond über die polnische Armee, der sich zum Teil auf seine eigenen Beobachtungen stützt, zum Teil aus Informationen jener französischen OkfitziSflr, dir d N pob'lsHen Manövern im Jahre 192t beiwohnte'!. General Le Rond übt an der Schlagfertigkeit der polnischen Armee scharfe Kritik. Er führt in dem AbschnittAllge­meines" unter anderem aus: Die polnische Armee in ihrer gegenwärtigen Verfassung ist nicht fähig, in einem Krieg gegen Truppen von der Kraft der russischen oder der deut­schen Reichswehr ihren Mann zu stellen, obwohl letztere zahlenmäßig durchaus unter­legen ist. Jede offensive Bewegung, die die polnische Armee auf russischem Gebiet unter­nehmen wird, könnte mit einer Katastrophe enden.

legen würden, Verhaftete polnischen Stammes freizulassen, ist doch wohl nicht stichhaltig. Denn zwischen Verhaftung und Verhaftung ist doch schließlich noch und gegebenenfalls ein himmel­weiter Unterschied. Wäre ein Vorstoß al­ler Minderheiten noch in letzter Minute auf dem Völkerbundsrat unternommen worden, und hätte sich Deutschland dann an die Spitze stellen können, so wäre wohl auch der Eindruck des Falles Ulitz etwas verwischt worden. Da aber dieser Vorstoß nicht kam, so bleibt nichts als eine Schlappe, die auch nicht durch das allzu deutliche Lavieren der deutschen Delegation ut der Frage der Saarkredite ausgeglichen worden ist. Es ist verständlich, daß unter diesen Um­ständen die deutsche Delegation nicht gerade mit Sang und Klang von Genf abreift. Sie ver­schwindet ziemlich unbemerkt, und Dr. Stresemann flüchtete in die schon wärmeren Gefilde der Ri­viera. Gern denkt er bestimmt nicht an diese Ratstagung zurück, die doch, alles in allem ge­sehen, auch ihm mehr Enttäuschungen, Enttäu­schungen sowohl sachlicher Ratur, als auch in persönlicher Beziehung, denn Befriedigungen brachte. Der Dölkerbundsrat ist abgereist. Der See steckt wieder fein strahlendes Mäd­chenlächeln auf.

England alsMndaiarOftasrikas

Mandatsdebatte im Oberhaus.

London, 13. März. (WTD.) 3m Oberhaus brachte Lord L u g a r d den Bericht der Hilton- Voung-Kommission zur Sprache, der für eine engere Verbindung zwischen den bri- tischenDebieten in Ost - und Zentral­afrika eintritt. Lord Lugard gab der Ansicht Ausdruck, daß die einzig dauernde Lösung des Problems in Ostafrika die Schaffung einer abgesonderten weißen Riederlassung sei, die schließlich autonom werden könne, während die übrigen Gebiete getrennt nach dem Vorbild des südafrikanischen Protektorats verwaltet wer­den könnten. 3m Ausland, so fuhr der Redner fort, sei der Verdacht laut geworden, dah in diesen Vorschlägen der heimliche Wunsch ver­borgen sein könnte, Mandatsgebiete zu annektieren. Wenn diese Frage von der Mandatskommission erörtert werden würde, deren Mitglied er sei, so würden alle ihre Mitglieder sich bemühen, ohne nationale Voreingenommenheit an sie heranzutreten. Die Permanenz des Mandats sei jedenfalls nicht in Frage gestellt

und im Vertrag von Versailles fest- gelegt.

Das Mitglied der Arbeiterpartei, Lord Oli­vier, betonte, dah die Zeit gekommen sei für eine sorgfältige neue Darlegung der Grundsätze, die bei der Verwaltung des britischen Mandats als Treuhänder befolgt werden sollten. Klare Definitionen seien erforderlich. Soviel er wisse, beabsichtige die Regierung, eine Kommission nach Afrika zu senden, um die Fragen mit der Bevölkerung an Ort und Stelle zu erörtern und ihre Ansichten zu hören. Die Arbeiterpartei könne jedoch unmöglich durch irgendwelche Abmachungen gebunden werden, die von einer solchen Kom­mission getroffen würden.

Der konservative Lord Eranwern bemerkte, in Tanganhika seien die offiziellen Kreise gegen den Bericht. Die britischen Ansiedler begrüßten ihn, aber die deutsche Bevölkerung be­fürchte, dah, wenn dieser Bericht je angenommen würde, ihre wenn auch noch so geringen Aus­sichten, je wieder eine gesonderte Gemeinschaft unter dec deutschen Regierung zu werden, schwinden toürben. Der Liberale, Lord Duckmaster, erklärte, die drei Gebiete boten ganz verschiedenartige Derwaltungsprobleme. Aber ihre künftige Entwickelung könne sich kaum unabhängig voneinander vollziehen.

Für die Regierung gab Lord Plymouth eine Erklärung ab, in Der es u. a. heiht: Der Bericht enthalte eine ganze Reihe von konstruk­tiven Anregungen, die insbesondere die Frage eines engeren Zusammenschlusses der drei Ge­biete Kenya, Tanganyika und Uganda berührten. Die Regierung habe keine Absicht, irgendeine endgültige Aktion auf die Empfehlungen des Berichts hin zu unternehmen, bevor man Ge­legenheit gehabt habe, die Fragen in England ausreichend zu erörtern und die Ansichten der Leute festzustellen, die am nächsten beteiligt seien, nämlich die verschiedenen Gemeinschaf- te n in O ft a f r i ta. Die Regierung prüfe zur Zeit eingehend die Frage, wie die Gemein­schaften in Ostafrika am besten zu Rate gezogen werden konnten. Es sei klar, dah das Ergebnis Derartiger Beratungen nicht innerhalb der Le­bensdauer des augenblicklichen Parlaments be­kannt werden könne, und er glaube, dah es unter diesen Umstänoen der Regierung verfrüht erscheinen würde, einen gemeinsamen Sonder- ausschuh zu schaffen, wie dies in der Aus­sprache angeregt worden fei.

Ein echter belgischer Mobil- machungsplan gefunden.

Bei der Sekretärin eines flämischen Aktivistenführers.

Berlin, 14. März. DerVorwärts" meldet aus Brüssel: Der Dokumentenfälscher Frank-Heine wurde am Mittwoch von der Staatsanwaltschaft nochmals vernommen. Außerdem wurden ein General und ein Oberst der belgischen Armee verhört. Die Krimi­nalpolizei schrill kurz nach dem Verhör zu einer Haussuchung in der Wohnung der Sekretärin des flämischen Journalisten Hermans. Sie be­schlagnahmte verschiedene Dokumente, darunter einen Mobi l i sierungsplan des belgischen Heeres, der, wie mitgeteilt wird, aus dem drit­ten Bureau des Generalstabes stammt. Wie und durch wessen Mithilfe dieses geheime Dokument in den Besitz Hermans gelangt ist, bleibt zunächst rätselhaft. Nach einer anderen Blättermeldung sollen die Dokumente, wie von der belgischen Polizei mit- geteill werde, durch Diebstahl aus dem Kriegsmini st erium entfernt und in den Besitz Hermans gekommen sein.

Wie demJournal" aus Brüsiel gemeldet wird, sollen tatsächlich bei einer Haussuchung bei einer Sekretärin einer aktivistischen Vereinigung mit Namen Peters in j)enft op den Berg Doku­mente, die sich auf die Mobilisation des Eisenbahnmaterials und der Eisen­bahner im Kriegsfälle beziehen, entdeckt worden fein. Es handelt sich um offizielle Dokumente, die aus dem Kriegsministerium gestohlen worden [eien, um Pläne mit Kartenskizzen und Angaben über die Materialdepots. Frl. Peters habe bei der Vernehmung erklärt, diese Dokumente seien ihr von dem Journalisten Hermans a n - ue r traut worden.

Oie Reparationskonferenz.

Die Arbeit der Unterausschüsse.

Paris, 13. März. (WTB.) 3n der heuti­gen DettsiAlng der Reparationskonferenz, an der der aus Berlin zurückgekehrte Reichsbank- präsidcnt Dr. Schacht teilnahm und die eine halbe Stunde dauerte, wurde zunächst ein kurzer schristlicher Bericht des Unteraus­schusses für Sachlieferungen vorge­legt. Die beiden anderen Unterausschüsse haben ihre Berichte noch nicht fertiggestellt. Lord Re­vel st o k e hat über die Arbeiten des von ihm geleiteten Unterausschusses, der sich mit Der Frage der Kapitalbeschaffung für die Zentralbank, mit den Beziehungen des 3n- stituts, mit den Rotenbanken und mit der Kredit­organisation beschäftigt, referiert. Sir 3osiah S t a m p ist gewissermaßen Generalberichterstatter für den ganzen Fragenkomplex und hat als sol­cher die Aufgabe, die Berichte der einzelnen Unterausschüsse zusammenzufassen.

Es wurde in Konlerenzkreisen zu der heutigen Sitzung erflätt, daß die Befürchtungen, dah in­nerhalb der Zentralbank irgendein Land eine führende Stellung einnehmen könne, grundlos feien. Was die Bemerkungen ameri­kanischer Blätter betreffe, als ob innerhalb bei Revelftoke-Komitees Meinungsverschiedenheiten über Die Kapitalbeschaffung beständen, so träfen diese nicht zu. Alle Delegierten seien vielmehr der Auffassung, daß die Bank ein sehr gro­ßes Kapital besitzen müsse. Für die Be­schaffung seien verschiedene Möglichkeiten gege­ben, z. B. die Ausgabe von Aktien, aber auch dadurch, daß einzelne Länder oder Privat­bankiers Anteile übernehmen. Auch konnten Telle der deutschen Annuität hierfür abgezweigt werden, wobei es sich im Vergleich zu Den an­deren Teilen allerdings nut um geringe Be­träge handeln könnte.

Schachts Berliner Reife.

Keine neuen Instruktionen.

Berlin, 14. März. (Priv.-Tel.) Den Despre chungen, die Reichsbankpräsident Dr. Schacht gestern in Berlin hatte, kommt, wie dieB. Z. a.M." bar­legt, mehr als rein informatorische Bedeu­tung zu, doch wäre es nach Meinung des Blattes falsch, wenn man sich in Paris der Hoffnung hin» gäbe, daß Berlin zur Akzeptierung der von den Franzosen angemeldeten Forderungen auch nur entfernt bereit wäre. Die Reichsregierung habe von Anfang an den Standpunkt eingenommen, daß in die Substanz der deutschen Wirtschaft nicht eingegriffen werden dürfe und jede Endregelung der Reparationsfrage ihre naturge­mäße Grenze an der deutschen Leistungr - fähigkeit finden müsse.Instruktionen" habe Dr. Schacht jetzt ebensowenig erhalten wie ehedem, zumal da gerade von deutscher Seite ' stets großer Wert auf die Unabhängigteit der Sachverständigen gelegt worden sei. Wohl aber hatte die Fühlungnahme Schachts den Zweck, noch einmal die praktische Seite der Pariser Kon­ferenz zu erörtern.

Etat und Parteien.

Pressestimmen zum Beginn der Etats­beratungen im Reichstag.

Berlin, 13. März. (TU.) Zu den Etatsberatun­gen im Reichstag, die am Donnerstag beginnen, schreibt derVorwärts" u. a.: Mit der Etats- fraae stehe bi e Regierungsfrage im engsten Zusammenhang. Eine Mehrheit sei notwendig. Selbst wenn die zur Zeit im Kabinett vertretenen