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Parteien sich einigen würden, wäre diese Mehrheit solange nicht gegeben, als bas Zentrum sich nicht anschlösse. Gelinge es aber nicht, ein Einverständnis zwischen der Sozialdemokratie und der Volkspartei zu erzielen, so bliebe nichts übrig, als das Be­mühen, eine Plattform zu suchen, auf die die Sozial­demokratie gemeinsam mit dem der Sozialdemokratie stehenden Zentrum und den übrigen republikanischen Gruppen treten könnten. DieDAZ/ sagt: Hil­fe r d i n g müsse als derjenige, der gegenwärtig für die Reichsfinanzen verantwortlich sei, zur Regie- rungsfrage Stellung nehmen, die im allerengsten Zusammenhang mit den Steuerfragen stehe. Das Blatt meint weiter, ein verantwortungs­bewußter Kanzler würde den Reichstag angesichts der Opposition, der die Politik seines Finanz« Ministers in so einschneidenden Dingeri, wie den Steuerfragen begegne, vor die Entscheidung der Dertrauenssrage stellen.

Oie Einschränkung des Eides.

Beschlüsse des Strafrechts-Ausschusses.

Berlin. 14.März. Der Strafrechtsausschuh des Reichstags nahm den Bericht des Llnteraus- schusses über die Eidesre,orm entgegen. Rach dem Bericht des Qlbg. Emminger (Dayr.Bp.) wird der Cid zwar nicht abgeschafft, aber nirgend- w o mehr zwingend vorgeschrieben. Heber die Frage Parteieid oder eidliche Ver- nehmung der Parteien im Zivilprozeh ist Ent­scheidung bis zum Einführungsgel eh Vorbehalten. 3m Strafprozeh kann das Gericht zwar die Be­eidigung des Zeugen beschliehen. aber nur, wenn es der Aussage ausschlaggebende Be­deutung über die Llrteilsfindung beimiht und wenn es der Auffassung ist. dah bei Würdigung der Sachlage die Beeidigung als äußerstes Mittel der Wahrheitsforschung nicht entbehrt werden kann. Sie Vereidigung hat nicht nur zu unterbleiben bei Leuten unter 16 3ahren ober wegen Derstandesfchwäche oder mangelnder Berstandesreife bei Personen, die als Täter, Teilnehmer, Begünstiger ober Hehler verdächtigt sind ober bereits überführt sind, sondern auch, wenn Gericht und Beteiligte darauf verzichten. Die Versicherung hat auch zu unterbleiben, wenn die Aussage nach der Lieberzeugung aller Mit­glieder des Gerichts unerheblich ist: die Versiche­rung kann unterbleiben in einem Strafverfahren, das ausschließlich eine Hebertretung betrifft oder in einem anderen Verfahren, wenn die Aussage nach der Lieberzeugung aller Mitglieder des Ge­richts offenbar unglaubwürdig ist.

Fahrlässigkeit und dolus eventualis sind abgeschafft. Sie Mindeststrase für vorsätzlich falsche Versicherung ist drei Monate, vorbehaltlich vorhandener besonderer Milderung ^gründe des allgemeinen Teils, die Höchststrafe in besonders schweren Fällen Zuchthausstrafe bis zu fünf Jahren. Ist die Angabe nur in einem bedeu­tungslosen Punkte unrichtig ober unvollständig, so kann das Gericht die Strafe nach freiem Er­messen mildern oder von Strafe absehen. Soweit eine D"'^ge beeidigt wird, ist sie wörtlich in ta Proioko a Lu ehwe.r. Sie Strafe für toi?» senlliche.. -teineio ist Zuchthaus bis zu fünf Jah­ren, in besonders schweren Fällen Zuchthaus bis zu zehn Jahren.

Ser Unterausschuß hat diese Anträge mit wech­selnden Mehrheiten angenommen. Re ichsju­st izmini st er Koch-Weser erklärte, er fei bereit, sich auf die Grundlage des Antrags zu stellen. Einzelheiten wolle er im 3ntereffe der Einigung gern zurückstellen, weil er in der Ge­samtheit der Vorschläge einen sehr wesentlichen Fortschritt gegenüber dem geltenden Recht er­blicke.

Unter Ablehnung aller Anträge wurde nach län­gerer Aussprache § 183a (falsche Versicherung) in der Fassung des Unterausschusses mit 17 Stimmen bei sieben Enthaltungen gegen drei Stimmen geneh­migt. Es folgt § 184 (Meineid). Er wird mit 23 gegen 3 Stimmen angenommen; desgleichen § 185 (Verleitung zur falschen Versicherung ober zum Meineid) mit 19 gegen 3 Stimmen bei Stimment­haltung der übrigen Mitglieder des Ausschusses. Mit derselben Mehrheit werben die Paragraphen 186 (Herbeiführung einer falschen Versicherung ober eines falschen Eibes) unb 186a (Verlegung ber Er- kundigungspfticht) genehmigt. Die Paragraphen 187 unb 188 fallen fort. § 189 wirb mit bem aleichen Stimmenverhältnis wie bie letzten Paragraphen ge­nehm gt; er behanbelt bie Zulässigkeit ber Versiche­rung unb des Eibes. Auch ber Rest bes Abschnittes wirb im wesentlichen nach ben Vorschlägen oes Un­terausschusses angenommen.

Aus aller Welt.

Oer Mittelmeerslug -es »-Graf Zeppelin".

Rach Erkundigungen in Friedrichshofen ist bie Flugstrecke für bie Mittelmeerreise im großen unb ganzen jetzt festgelegt. Voraussichtlich wirb bie Fahrt am 24. März angetreten. Die Fahrt wirb vier Tage dauern, so daß mit ber Rückkehr bes Fluaschiffes nach Deulschlanb am Karfreitag zu rechnen ist. Die Reise geht über Frankreich hinweg, bas Rhonetal entlang zur italienischenKüste, um gegebenenfalls Rom unb Neapel einen Be­such abftatten zu können. Wahrscheinlich werben Korsika und Sardinien überflogen werden. Dann soll bie Fahrt über Sizilien hinweg nach Afrikas Küste gehen. Kreuzfahrten über bas Mittelländische Meer bringen bas Schiff dann nach Kreta und Palästina, weiter nach Konstan - t i n o p e l unb möglicherweise Bukarest, Sa­loniki, Athen, Nisck unb Belgrad. Bu - da pest und Wien werden bestimmt überflogen.

Die Liste ber Fahrgäste steht noch nicht end­gültig fest, doch dürften folgende Persönlichkeiten daran tellnehmen. Dem Reichstagspräsibenten wur­den drei Plätze zur Verfügung gestellt; wahrschein­lich werden außer L ö b e unb zwei Herren bes Reichstages ber preußische Ministerpräsident Dr. Braun, die Ministerialdirektoren Babt unb Küsgen, vielleicht Der R e i ch s p ostm i n i st e r selber unb bei Luftfahrlreferent, Ministerialrat Knipser, teilnehmen. Ebenfalls sind ber roürttem- bergische Staatspräsident Bolz, ßanbtagspräfibent Dr. Pflüger unb Ministerialrat Steiger für bie Fahrt aemeldet. Ferner wollen brei Damen mitreifen. Die Reichstagsabgeorbnete Frau Sen der, Gräfin Branden st ein-Zeppelin unb Lady Drummonb Hay, die englische Jour­nalistin. 75 Köpfe wird der Zeppelin an Bord haben.

Diese Mittelmeerreise soll ber Auftakt zu vielen weiteren Fahrten des Sommers werden. So oft als möglich will Eckener bas Luftschiff aufsteigen lasten, um mit ber allen Mannschaft zu tränieren unb neue Kräfte auszubilden. Zwei Amerikafahr- t e n stehen bereits fest. Der erste DmerNastart die- jes Jahres findet am 10. Mai statt. Des öfteren wird

Oie Todesfälle bei der französischen Uheinlandarmee. Das Ergebnis -er Enquete. Oie Sozialisten fordern painlevSS Rücktritt.

Paris, 13. März. (WB.) Der Heeresaus- schuß der Kammer hat fein Mitglied, den Armeehygieneinfpektor 21bgeorbneter Dr. Pechin von der Fraktion Marin mit einer Enquete über die sanitären Verhältnisse bei der Sefafcungsarmee im Rheinland beauftragt Dr. Pechin war von dem Dorfitzenden des Heeresausschusses, Oberst Picot, begleitet worden. Heute erstatteten beide vor dem Heeresausschuß der Kammer über bie Ereignisse der Untersuchung Bericht. Danach sind feit dem Eintreten ber Fro st Periode bei den fran­zösischen Besatzungstruppen 2 7 3 I o be s [ä l le zu verzeichnen gewesen, bie jeboch, wie erklärt wird, teilweise auf bie auch unter der Zivilbevölkerung herrschenden Grippe zurückzuführen seien. Im übrigen betont sowohl Dr. Pechin als auch Oberst Picot, daß von ben vorgesetzten Stellen alle Maß­nahmen erariffen worben seien, und daß auch Ge­neral Guillaumat bie Sanitätskorps vollkommen decke. Abgesehen von sehr vereinzelten Verstößen gegen die getroffenen Anordnungen könnte die Mi­litärbehörde insgesamt für die Todesfälle nicht verantwortlich gemacht werden. Die erkrankten Soldaten hätten jede nur erbenllidje Für­sorge genossen. Oberft Picot stellte bei seinem Be­richt die seltsame Beyauptung auf, daß feiner An­sicht nach der Gesundheitszustand der Rheinland­armee zu politischen Zwecken ausge­beutet worden sei, die in Zusammenhang zu stehen scheinen mit der Kampagne, bie im Auslande unter­nommen werde, um eine vorzeitige Rhein- lanbräumung zu erreichen.

Morgen wird vor bem Heeresausschuß ber Kam­mer Kriegsminister Pain 1 svö erscheinen, ber, wie man annimmt, bereits in ber Lage sein wirb, über bie Ergebnisse ber offiziellen Untersuchung der unter Marschall P61 ain stehenden Enquetekommission Bericht zu erstatten. Der Generalsekretär der sozia­listischen Partei, Faure, fordert imPopulaire" in scharfem Ton ben Rücktritt bes Kriegs- m i n i ft e r s. Er schreibt: Bis zur Stunbe sind nach glaubroürbigen Nachrichten mehr als 350 französische

Soldaten im Rheinlands der Kälte zumOpfer gefallen. Eine Pressecampagne unb die Einbrin­gung einer Interpellation über bie beträchtliche Er­regung ber öffentlichen Meinung burch bisse Vor­gänge waren nötig, damit dieser republika­nische Minister sich entschloß, ftotternb und weh­klagend zu erklären:Ich werde Auskünfteein. holen und werde eine Untersuchung anstellen!" Die erste Sanktion, die ergriffen werden muß, ist, einen unheilvollen Mann aus bem Kriegsministerium zu entfernen, der dort wütet.

SieRäumungderKoblenzerZone

Eine gewundene Erklärung Chamberlains.

London, 13.März. (WTD.) 3m Unterhaus wurde Chamberlain von dem konservativen Abg. Bellair gefragt, ob mit Rücksicht auf die Verpflichtung zur Zurückziehung der fremden Truppen aus Koblenz im Jahre 1930 bereits ein Zeitpunkt festgesetzt oder mit Frank­reich in Verhandlungen über die Fest­setzung eines Zeitpunktes eingetreten worden sei, damit vermieden werde, dah die fremden Truppen das deutsche Gebiet über das vertragliche Datumhinaus besetzt halten. Chamber­lain erklärte: Rach Artikel 429 des Versailler Vertrages ist die Räumung der Koblenzer Zone am 10.Januar 1930 fällig, wenn die Vor­aussetzungen dieses Artikels von Deutschland pünktlich erfüllt wer­den. Rach meinen bisherigen Informationen habe ich keinen Grund zu der Annahme, dah Deutschland diese Erfordernisse nicht erfüllen wird. Unter diesen Umständen besteht kein Bedürf­nis, in Verhandlungen über die Festsetzung des Zeitpunktes der Räumung dieser Zone des be­setzten Gebietes einzutreten. Oberst Wedgwood fragte, ob Chamberlain davon Kenntnis nehmen wolle, dah die Frage von einem Mitglied seiner Partei gestellt worden fei. Chamber­lain gab hierauf keine Antwort.

Minister Korell zum Zusammenschluß Opel-General Motors. General-ebatte im Hessischen Lan-tag.

Darmstadt, 13. März. Vizepräsident Blank eröffnet die schwach besuchte Sitzung um 103/4 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Weiterberatung des Etats für 1929. Auf Aus­führungen in der bisherigen Debatte erllärt Ministerialdirektor Schwarz, dah die Ant­wort der Regierung auf den Befischen Antrag bezüglich des Rotariates im Laufe dieser Woche dem Landtag zugchen werde. Er sei jedoch der Ansicht, diese schwierigen Materien zunächst im Gesehgebungsausichuh eingehend durchzube­raten. Die Regierung sei im Begriff, die Ein­kommensverhältnisse der Gerichts­vollzieher nach preußischem Muster ne-uzu- ordnen; jedoch werde die Stellung des Gerichts­vollziehers als Gebührenbeamter beibehallen. Wenn eine Verstaatlichung eintreten würde, könnte Hessen mit den 59 Gerichtsvollziehern nicht mehr auskommen. Hessen habe bisher jährlich rund 39 000 Mark Reineinnahme aus dem Gerichtsvollziehcrwesen bezogen. Preußen zahle für sein Gerichtsvollzieherwesen einschließlich Pensionen dagegen einen jährlichen Zuschuß von 3360 000 Mk. Die Berechnung der Reise­kosten der Gerichtsvollzieher sei änderungsbe­dürftig, könne aber nur von Reichs wegen er­folgen.

Abg. Eberle (D.) kritisiert die Rede des Volksparteilers Dr. Scholz in Mainz über die Symbole des Staates. Der Unterschied zwischen dem Burschenscha,ter Dr. Stresemann, der Schtoarz-Rot-Gold trage, und dem Ostelbier Scholz liege klar auf der Hand. Dadurch werde den Demokraten, die stets die Drohe Koalition forderten, ihre Stellung auherordentlich erschwert. Die Demokraten lehnten eine Aufhebung des Altersgrenzengefetzes ftrilte ab. Sine Reform der Wahlgesetzgebung in Hessen und eine Verringerung der Landtagssähe halte er für wünschenswert.

Abg. Böhm (Sn.) erklärt: Unsere wirtschaft­liche und finanzielle Lage sei nicht trostlos, son­dern katastrophal. Der Ausverkauf der deutschen Industrie an das Ausland gehe täglich weiter, während die Landwirtschaft zu dauernden Ein­griffen in die Substanz gezwungen fei. Der Ein­heitsstaat werde nicht auf parlamentarischem Wege, sondern nur durch diktatorische Mahnah- men zu errichten möglich fein; die Haltung der hessischen Rechtspartelen sei hier sehr verschieden. Er fragt, ob es richtig sei, dah die letzte hessische Anleihe zu 93,8 Prozent bei einer Doni- sikationsgebühr von 3,25 Prozent und einem Ruck^ahlungskurs von 102 Prozent gegeben wor­den sei. Das würde einen Verlust von 580 000 Mark für den Staat bedeuten. Er wünscht, dah der Wirtschaftsminister, wenn irgendwie möglich, bei dem Verkauf der Opelwerke an

das Ausland zur Wahrung hessischer Inter­essen intervenieren möge. Für den Schutz der Landwirtschaft und des Mittelstandes, die Ein­führung der Warenhaus st euer, werde er sich stets einsetzen.

Minister für Arbeitun-Wirtschaft Korett erklärt, dah die meisten in der Dresse erschienenen Rachrichten über den Zusammenschluß Opel und General Motors jedenfalls den Ereignissen vorausellen. Der Chef der Firma Opel habe von sich aus in anerkennenswerter Weise die Minister auf dem Saufenden gehal­ten, wie weit die Dinge ständen. Bis jetzt sei über Einzelheiten des Zusammenschlusses überhaupt nichts ausgemacht. Allerdings sei es wahrscheinlich, dah in irgendeiner Form eine Zusammenarbeit der General Motors mit der Firma Opel zustandekommen werde. Don der Firma Opel sei wiederholt erklärt worden, dah bei irgendwelcher Vereinigung das Werk in seiner Gröhe erhalten bleiben werde; Rüsselsheim werde unter allen Umständen im Interesse der hessischen Wirtschaft ein Industrie­platz mindestens von der heutigen Gröhe bleiben, wahrscheinlich aber einer der größten Industrie­plätze Deutschlands werden.

Abg. Blank (Zentr.) polemisiert gegen die Aus­führungen des Abgeordneten Böhm, der von einer katastrophalen Lage ber hessischen Finanzen gespro­chen habe. Die Entwicklung zum Einheitsstaat einem Diktator zu überlassen, fei doch zu bequem. Die heute noch ausstehenben landwirtschaftlichen und Mainzer Kredite seien in obsehoarer Heft nicht zurückzuzahlen. Statt des erwarteten guten Weinherbstes sei nur ein mittelmäßiger Herbst bei sehr schlechten Preisen eingetreten. Der Redner be­klagt ben schärfer in die Erscheinung tretenden Klassen ka mvf in Deutschland; alle Volksschich­ten stünden doch in einer gemeinsamen Schicksals- Verbundenheit.

Ministerlaldirektor Schäfer erwidert auf eine Anfrage wegen ber Reform des hessischen Ver­messungswesens, daß die eingebrachten Vor­schläge geprüft worben seien. Da aber im Zusam­menhang mit bem bevorstehenden Spargutachten diese Frage erneut durchgesprochen werden müsse, werde bie Regierung nochmals auf die Frage zu- rückkommen, um sie dann zusammen mit bem Par­lament endgültig zu klären. Auf die Frage des Abgeordneten Böhm wegen der letzten hessischen Anleihe stellt er fest, baß die Anleibebedingungen dem entsprachen, was in der letzten Zeit erreichbar war, und daß anders Länder und Kommunen un­günstigere Bedingungen akzeptieren mußten. Auch der in Option gegebene Betrag sei voll gezeichnet worden. Donnerstag Beginn der Einzelberatung zum Staatshaushalt.

der Zeppelin auch Berlin ansteuern, wird Grönland und Island besuchen und im Spät­sommer die große Weltreise antreten, die von Friedrichshafen zunächst nach Japan, bann nach Kalifornien, weiter nach Lake hur st und bann roieber nach Friedrichshafen durchgeführt wird.

Robile verschwindet.

Das Amtsblatt des italienischen Lustschiffahrt- ministeriums veröffentlicht einen Erlaß vom 7. März 1929, durch den das Rücktritts­gesuch des Geniegenerals z. D. Umberto Ro- bilc angenommen wird. In einer Llnter- redung mit einem Vertreter der , Associated Preß" über seine Verabschiedung wies General Robile u. a. daraus hin, dah ihm keine Gelegen­heit gegeben worden fei. von der amtlichen LlntersuchungSkommission über das .Italia"-Llnglück gehört zu werden und die Beschuldigung w.gen f.hlerhafi.n Manövrie­rens derItalia", oder die fehlerhafte Zusam­mensetzung der Mannschaft zu widerlegen. Wenn ihn die Kommission über diese Fragen vernommen hätte, hätte er die Anschuldigungen richtig- Mllen können. Die Angelegenheit fei noch

nicht abgeschlossen. In dem Buch, an dem er arbeite, werde erdie ganze Wahrheit über die Expedition" erzählen. Er habe viele Gründe, die zu einem Zweifel an der Llnpartei- lichkeit der Mitglleder des Llntersuchungsaus- schusfes berechtigen.

Reue Der Handlung im Mordprozeh Halsmann

Der Oberste Gerichtshof in Wien hat der Rich- tigkeitsbefchwerde im Prozeß Halsmann Folge gegeben, den Wahrspruch der Geschworenen auf- ?eyoben und eine neuerliche Derhand» ung in Innsbruck angeorDnct Maßgebend für die Entscheidung deS Gerichtshofes war im wesentlichen das Sachverständigengut­achten, das. wie einzeln auSgesübrt wird, einige durrlle Stellen enthalte, dessen Lleberprüsung not­wendig sei. Der Gerichtshof sah sich nicht ver- aniaht, die Sache an ein anderes Geschworenen­gericht zu überweisen, da hierfür nicht die ent­sprechenden Voraussetzungen gegeben feien, ins­besondere auch nicht aus den von dem Ange­klagten geltend gemachten Erwägungen. Der Dres­dener Student Halsmann ist, wie er inner fab. im Dezember 1928 unter der Beschuldigung, seinen

Da ter in den Zillertaler Alpen durch Hin- abwerfen getötet zu haben, zu zehn Jah­ren schweren Kerkers verurtellt worden.

Mysteriöse Ermordung eines französischen Zugführers.

Als abends 19,30 Llhr der Pariser Schnellzug auf dem Bahnhof Epernah eintraf, wurde der Zugführer Perrin im Packwagen von vier Revolverschüssen durchbohrt tot aufgefun­den. Da Perrin um 18,15 Llhr noch eine Ein­tragung in das dienstliche Tagebuch vorgenommen hat, ist anzunehmen, dah er erst zwischen den Stationen Doudy und Epernah ermordet wor­den ist. Verluste an Gepäckstücken find nicht fest- gestellt worden. Im Packwagen wurden fünf Patronen gefunden. Der Zug nimmt bis Epernah, den ersten Haltepunkt nach seiner Abfahrt von Paris, nur Reisende erster und zweiter Klasse auf. Don der Gendarmerie von Epernah unter dem Verdacht der Ermordung des Zugführers wurde ein Mann namens Stessens festgenommen. Steffens, der über den Zweck seiner Reise nach Epernah keine befriedigende Auskunft geben konnte, hatte sich gleich nach der Ankunft des Pariser Zuges in Epernah nach der Möglichkeit erkundigt, wie er noch am gleichen Abend nach Paris zurückkehren könne. Sein Taschen­tuch und das Futter seiner Kleider zeigen Blut- spuren. Der Revolver, mit dem der Zugführer getötet wurde, ist an der Bahnstrecke bei La Serie auf gefunden worden.

Sei feinem Rekordversuch tödlich verunglückt.

In Dayton Beach (Florida) verlor bei dem Versuch, den von Major Seagrave dieser Tage aufgestellten Schnelligkeitsrekord zu überbieten, Der amerikanische Automobilfahrer Lee Bibel, als er eine Stunden geschwindig- keit von 325 Stundenkilometern erreicht hatte, die Herrschaft über seinen Rennwagen und rannte in eine Stranddüne. Der Wagen überschlug sich und Bibel wurde sofort getötet Bei Dem Unfall wurde auch ein Photograph der Pathe-Filmgesellschaft von dem Automobil Bibels angefahren und getötet. Bibel unternahm seinen Rekordversuch in einem 36-Zhlinder- Triplex-Rennwagen und geriet am Rordende der Strandrennbahn zu nahe an das Wasser. Bei Dem Versuch, nach Der Innenseite der Renn­bahn zu steuern, verlor er Die Gewalt über Den Wagen urtD fuhr mit gewaltiger Wucht in eine Sanddüne.

Dom Tanzbären zerfleischt

Ein arbeitsloser Handwerksbursche hatte sich auf Dem Eichsf eld einer Därensührer- ?ruppe als Gehilfe angeschlossen. Als er auf em Wege von Obernfeld nach Wingerode war, wollte er einem schnell daherkommenden Auto ausweichen und zog dabei Den Bären außer» ordentlich heftig am Rasenring. Dadurch wurde das sonst zahme Tier plötzlich wütend und schlug mit seinen Tatzen Den Handwerksburschen nieder. Das Tier richtete ihn so furchtbar zu, dah er in hoffnungslosem Zustande Dem Krankenhaus An­geführt werden mußte.

Ein Rachspiel zum Jmmerlreu-Prozeh.

Der Vorstand DerDerlinerAnwaltS- lammer macht eine Mitteilung, Die Durch ihren außergewöhnlichen Inhalt geeignet ist, toeit- gehendstes Aussehen zu erregen. Es toirD nämlich angekünDigt, daß zur Aufklärung gewisser Vor­gänge, Die Anwaltskammer eine ünterfu* chung über das Verhalten einiger Rechtsanwälte eingeleitet habe. Es handelt sich um die Teil­nahme einiger Verteidiger des 3m- mertreu-Prozesses an einem Ball, Den eine Dem berüchtigten Verein angeschlossene Gruppe kürzlich veranstaltet hatte. Weiter fDielt eine Veröffentlichung, nach der sich Drei .be­rühmte" Rechtsanwälte in etwas seltsamer Art um Die Ver teiDigung Der Drei Brü- D e r Saß, Denen Der sensationelle Tresoreinbruch zur Last gelegt toirD, bemüht haben, eine Rolle.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Lu'stdruckoerteilung hat wenig Aenderung er­fahren. Der hohe Druck über England ist wohl etwas zurückgegangen, aber auch die Tiefdruck­störungen im Nordosten hoben sich wieder abge­flacht. Die Wetterlage wird sich daher vorläufig wenig ändern.

Wettervoraussage für Freitag: Neb­lig, wolkig, auch zeftweise ausheiternd, Tempera­turen wenig verändert, trocken.

Wettervoraussage für Samstag. Wenig Aenderung Der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 13. März: mittags 4,7 Grad Celsius, abends 1,7 Grad, am 14. März: morgens 0,8 Grad. Maximum 4,8 Grad, Min.mum 0,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Mörz: abends 0,2 Grad Celsius; am 14. März: morgen« 0,2 Grad Celsius. Sonnenscheinoauer 2% Stunden.