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dere Kinder in den deutschen Volksschulen dem fa­kultativen französischen Unterricht beiwohnen, zu folgern, im Saargebiet sei man dem franzö­sischen Annektionsgedanken günstig gesinnt. Diese Schlußfolgerung ist v o l l k o m . men irrig: aber sie scheint für gewisse chauvi­nistische Kreise Frankreichs ein willkommenes Argu­ment mehr zu liefern in der Kette der Trugschlüsse, die sie für eine offene oder verschleierte Annexion des Saargebietes ins Feld führen. Diese bedauerliche Tatsache bestimmt die po­litischen Parteien, die Bevölkerung des Saargebie- tesvoreinem Besuch nicht nur 6er fron- zösischen Schulen, sondern auch des fakultativen französischen Unterrich­tes zu warnen.

Groeners Mrinebauprogramm.

NurEriatzbautcn für veralietcKriegsfchisfe.

Berlin, 14. Febr. (Priv.-Tel.) Obwohl noch icincrlci Einzelheiten über das Marinebau- Programm des Reichswehrministers, das dieser antragsgemäß dem Reichstag vor-- legen wird, bekannt sind, beschäftigt sich die Oeffentlichkcit namentlich des Auslandes recht lebhaft damit, wobei man sich in, Kombina­tionen ergeht, die die Sachlage aber völlig c n t - Hellen. Zunächst muß doch noch einmal klar sestgestellt werden, wie unsere Marine heute aussieht. Wir besitzen vier einiger­maßen fahrtüchtige Linienschiffe und vier, die völlig veraltet sind. Dafür ist der Dau der vier Panzerkreuzer geplant, von denen der eine ja schon begonnen worden ist. Ferner besitzen wir g-rnäh dem Versailler Vertrag acht kleine Kreuzer, und zwar die Rhmphe (Jahrgang 99), die Thetis, Amazone und Medusa (Jahrgang 1903), die Arkona (Jahrgang 1902), die Berlin und die Ham­burg (Jahrgang 1903) und den neuen Kreuzer Emden, der sich auf einer Auslandreise befindet. Diese Kreuzer sind also bis auf die Emden vöNig veraltet. Dafür find bereits drei Kreuzer vom Stapel gelaufen, nämlich dir Königsberg im März 1927, die Karlsruhe im August 1927 und die Köln im Mai 1928. Weiter liegt noch der neue Kreuzer E im Bau. Das be­deutet also, daß das Marineneubauprogramm den Reubau von weiteren drei neuen Kreuzern vorsehen muß. um unsere veralte­ten Kreuzer wieder zu ersetzen. Weiter besitzt Deutschland noch zwöl.f Torpedoboote zu 800 Tonnen, von der Möwe und Jltisllasse, und es könnte noch zwölf Torpedoboote auf Grund des Versailler Vertrages besitzen, die 203 Tonnen fassen, die aber überhaupt keinen Prakti­schen Wert haben.

Wenn die Times in diesem Zusammenhänge heute von dem gefährlichen deutschen Ma­rinebauprogramm berichtet, so läßt sich wirklich nicht begreifen, womit sie das begründen will. Im diesiährigen Etat des Wchrministeriums sind lediglich 20 Millionen eingesetzt, die sich ouS der zweiten Panzerkreuzer rate und den übrigen Ansorderungen der laufenden Kreuzerneubouten zufammensehen. In­wieweit der 2»eichswehrminister das Reubaupro­gramm festlegen wird, steht noch sehr dahin. Auf jeden Fall wird er kaum mit bevorstehenden Reu­bauplänen auf Grund der obigen Aufstellung auf- warten.

Verständigung

in der Textilindustrie.

FricdlicheBeilegung von Tarifsirciligkciten

Berlin, 14. Febr. (Priv.-Tel.) Der Ar- beitgeberverband der Deutschen Textil­industrie e. V. harte unter dem 6. Februar den Tertilarbritergewerkschaften unterbreitet, alle in der Textilindustrie schwebenden Auseinander­setzungen aus friedlichem Wege beizule­gen und deshalb sämtliche zur Zeit schwebenden Tarifstreitigleiten einem zentralen

Schiedsgericht zur endgültigen gleichzeitigen Entscheidung zu über­tragen. Dir drei Spihenverbände der deutschen Textilarbeiter haben gestern dem Arbeit­geberverband mitgeteilt, daß sie bereit seien, seinen Vorschlag anzunehmen, sämtliche Larisstreitigteiten einem neutralen Schiedsge- richtsvrrfahren zu unterbreiten. Dieses Schieds­gericht soll sich nach den Vorschlägen der Ge- werlschaften aus drei Schiedsrichternzu° sarnmenfetzen. Den Vorsitzenden soll aber der Reichsarbeitsmini st er ernen­nen. Die beiden Parteien sotten je einen Bei­sitzer ernennen. Die Gewerkschaften schlagen vor, daß, falls der Versuch des Schiedsgerichts, eine Einigung herbeizufuhren, mißlinge, das Schiedsgericht einen Spruch fällen solle. Sei dieser Spruch e i n st i m m i g , so solle er für beide Parteien a l s verbindlich gelten. Sei er mit Mehrheit zustandegekom- men, so sollen die Parteien innerhalb 24 Stun­den über Annahme oder Ablehnung des Spruches sich entscheiden. Auf Antrag der an- nehmenden Partei solle die zuständige amtliche 6te(*- eine Entscheidung über die Verbindlich­keit des Spruches fällen. Bereits am Freitag sott eine tleine Kommission mit den Ar­beitgeberverbänden alle Einzelheiten des einzu- leitenden Verfahrens besprechen.

Oer Reichspräsident beglückwünscht den Papst.

Berlin, 13. Febr. (WB.) Der Reichsprä­sident hat an Seine Heiligkeit den Papst an­läßlich dcr Wiederkehr seines Krönungstages nach­stehendes Telegramm gerichtet:

Eure Helligkeit bitte ich, zum krönungs­feste meine aufritfytigjten und wärmsten Glück­wünsche eatgegenzunehmen."

Der Papst hat darauf wie folgt geantwortet: Eurer Exzellenz gütiges Gedenken und innige Glückwünsche erwidern wir mit den herzlichsten Segenswünschen für Ihre Person und das ganze deutsche Bolt

Der Reichspräsident und die Reichsregierung haben ferner dem päpstlichen Nuntius und dem italienischen Botschafter in Berlin ihre Glück­wünsche anläßlich der Unterzeichnung des Vertrages über die römische Frage aus­gesprochen. Die Botschaster Freiherr von Neurath und Dr. von Bergen sind angewiesen worden, ihre Glückwünsche sowohl bei der Kurie wie bei der italienischen Regierung auszusprechen. Anläßlich des Krönungstages des Papstes gab der a p o ft o » lifche Nuntius Pacelli am Dienstagabend ein Essen, an dem teilnahmen: der Reichs-

Die Sachverständigen besprechen den Gilbertbericht.

(KrtLuierungdesJreichsbankpräsidentenSchachtzurWirtschastslageOeutschlandS

Paris, 13. Febr. (WTB.) Rach Beendigung der heutigen DormittagSfitzung des Sachverstän- digenausfchusses wurde folgendes K o m m u - niqu6 ausgegeben. Der Vorsitzende Owen V o u n g verlas den Mitgliedern des Aus­schusses die Antwort des Generals Dawes auf das Degrühungstelegramm des Komitees, das, wie folgt, lautet: Och bestätige dankend den Empfang des Grußes des Sachver- ständigenausschusses. Die Welt erwartet im Ver­trauen auf das hohe Ziel und die Bedeutung deS großen Werkes hoffnungsvoll dessen Vottendung, die so wesentlich für das Wohlergehen der Welt ist. Auf Ersuchen der Mitglieder des Aus­schusses machten Reichsbankpräsident Dr. Schacht und seine Kollegen von der deutschen Delegation Ausführungen über bestimmte Punkte, betreffend die deutsche wirtschaftliche Lage, wie sie im letzten Bericht des General­agenten für die Reparationszahlungen, Parker Gilbert, dargelegt sind.

Wie die Agentur HavaS berichtet, hat es sich Dr. Schacht vor allem angelegen sein lassen, die Schlußfolgerungen des letzten Berichts Parker Gilberts zu erörtern, besonders soweit sie das LebensyaltungSniveau Deutsch­lands betreffen, verglichen mit dem der anderen Rationen. Der deutschen Delegation wurden ver­schiedene Fragen über Einzelheiten gewisser Titel des Reichsbudgets gestellt. Dr. Schacht wurde ersucht, sich über den Stand der gegen­wärtigen Prosperität der deutschen Industrie sowie über die deutsche Handelsbilanz zu äußern. Die deutsche Delegation hat umfangreiches Ma­terial und zahlreiche Statistiken vorgelegt, die die Sachverständigen in ihren Einzelheiten werden prüfen müssen. Wie man sieht, ist der Ausschuß erst noch bei einer Untersuchungsarbeit ziemlich allgemeiner Art, die wahrscheinlich noch meh­rere Tage fortgesetzt werden wird und die die unerläßlichen Vorarbeiten für die Er­füllung seiner Aufgabe darstellt.

Rach dem .Matin" soll Dr. Schacht daran erinnert haben, daß die Handelsbilanz Deutsch­lands ein Defizit in Höhe von einer Milliarde auftoeife. Damit die Dawesannuitäten bezahlt werden konnten, sei ein größerer lieber- schuß in der Handelsbilanz notwendig. Andererseits müßten auch bei den Einfuhr- und Ausfuhrziffern die Reparationssach­lieferungen in Berücksichtigung gezogen wer­den. Dr. Schacht habe außerdem die nach seiner Ansicht zu optimistischen Schlußfolgerungen Par­ker Gilberts hinsichtlich dec budgetären Einnahmen aus den fünf verpfändeten Ein­nahmequellen (Zoll, Tabak, Bier, 2ttlohol und Zucker) erörtert.Chicago Tribüne" erklärt: Die Verhandlungen gingen Dreimal so schnell voran, als man vorher angenommen hatte und werden, wenn dieses Tempo beibehalten würde, schon in einem Monat zu Ende fein,

statt in Atoei oder btel Monaten, wie man ge­glaubt hat.

Deutschlands Steuerlast.

Keine Ncberschirsse für die Neparations- zahlungen.

Berlin, 14. Febr. (Priv.-Tel.) Reichsbank­präsident Dr. Schacht hat in seinen Ausführungen vor dem Reparationsfachverständigenausschuh die deutsche Steuerlast als die schwerste ge­genwärtig in Europa bestehende bezeichnet und betont, daß infolgedessen öle Lebenshal­tung stärker als in irgendeinem anderen Lande herabgedrückt sei. Die Ausführungen Dr. Schachts haben durch ihre Sachlichkeit und ihre Ueberzeugungskrast den Erfolg gebracht, daß die Reparationssachverständigen zunächst die Steuerlast Deutschlands erörtern werden. Deut sch lands Einkommen beträgt rund 940 Mk. je Kopf der Bevölkerung, dagegen das Englands rund 1700 Mk. Zieht man die Steuern usw. ab, so bleiben im Durchschnitt für den Privatverbrauch oder Ersparnisse in Deutschland pro Kopf der Bevölkerung höchstens 720 Mk. übrig, in England dagegen 1330 Mk., d. h. fast das Doppelte. Man sieht an diesen Zahlen, daß es nicht auf die absolute Große der Steuerlast ankommt, sondern darauf, was nach Abzug der öffentlichen Abgaben für Wirtschaft und Lebenshaltung bleibt. Darüber hinaus kommt es darauf an, wie die Steuern auf die wirtschaftliche Entwicklungs- Möglichkeit wirken, bzw. auf bie Heber- fchüsse, da Privatwirtschaft und Volkswirtschaft nicht nur von dem Unentbehrlichen leben können. Gerade die Ueberschüsse der deutschen Volkswirtschaft sollen die Grundlage für die Reparationszahlungen abgeben.

Die gatoaltige deutsche Steuerlast, die der Wirtschaft bzw. den Trägem der Wirtschaft, den Arbeitgebern und Arbeitnehmern, schweren Scha­den zufügt, beweist am besten, tote schwer die Reparationslasten auf uns drücken, denn der Zuschuhbedarf der öffentlichen Hand ist vornehm­lich durch die steigenden Repara­tiv n s l a ft e n vergrößert worden. Die hohen Steuern hindern also die wirtschaftliche Ent« wicklungsmögfichkeit, deren Steigerung gerade im Onteresse unserer Reparationsgläubiger liegt. Denn die deutsche Wirtschaft soll nicht nur für sich selbst ertragfähig sein, damit eine gesunde Entwicklung gewährleistet ist, sondern sie soll darüber hinaus noch Reparationen zah« l e n. Man kann nur hoffen, daß die Ausfüh­rungen Dr. Schachts über Deutschlands schwere Steuerlast und gedrückte Lebenshaltung ihren Eindruck bei den Reparationssachverständigen nicht verfehlen und daß sie vor allem ihrem Sinne nach verstanden und geprüft werden.

Langsamer Rückgang des Frostes.

Berlin, 13. Febr. (WTB.) Allem Anschein nach hat Deutschland den Höhepunkt des Frost- wetters nunmehr überschritten. Auch die Wetterbeobachtungen der vergangenen Nacht zeigten ein Abwandern der Ka 111 uftrnaf - scn nach Südwesten. Wenn auch stellenweise noch sehr hohe Temperaturen gemessen worden sind, so ist doch überall ein wenn auch geringer Rückgang des Frostes zu verzeichnen. O st preußen meldet durch,chnittlich minus 17 Grad, die pommersche Küste minus 15 bis 19 Grad, Stettin dagegen minus 24 Grad. In Mitteldeutschland lagen die Temperaturen zwischen minus 18 und 22 Grad. In Berlin maß man in der Innenstadt minus 18, in den Außenbezirken minus 24 Grad. In Bayern war der Rückgang der Kälte sehr erheb­lich, so In München minus 22 Grad gegen 30 Grad gestern. Im Rheinland lagen die Temperaturen zwischen 18 und 21 Grad. Bon der Nordsee- k ü st e werden 4 bis 10 Grad Kälte gemeldet. In Frankreich Hot die Stätte teilweise erheblich zu­genommen. In Mittelsrankreich, so z. B. in Cler­mont, herrschten Temperaturen von minus 22 bis 23 Grad. Poris hotte 13, Bordeaux 11 Grad Kälte. In Marseille wurden sogar minus 13 Grad ge­messen. Sie Riviera meldet Schnee bei 2 Grad Kälte. Auch O b e r i t a l i e n leidet noch sehr unter Frost. Die Durchschnittstemperaturen betrugen 10 bis 12 Grad. Man rechnet für morgen mit einem Auffrischen der Winde, verbunden mit z u n e h m e n° der Bewölkung, da über ganz Südosteuropa ein großes Wolkenfeld lagert; trotzdem sind die Aus­sichten auf größere Schneefälle gering. Die stärkere Bewölkung verspricht ober weiteren Rück­gang des Frostes.

NotstandsmaßnahmendsrStadtBerlin

Berlin, 13. Febr. (WTB.) Der Magistrat stimmte der Bewilligung einer Sonderkoh- l e n r a t e für laufend unterstützte Erwerbslose und andere Minderbemittelte in Höhe von einer Monatsrate zu. Ferner beschließt der Magistrat zwecks Ersparung von Heizmate­

rial vom 15. bis 21. d. M. einschließlich sämt­liche Schulen zu schließen. Die Schul­verwaltung wird beauftragt, in eng bevölkerten Teilen der Stadt dafür zu sorgen, daß einzelne Schulen, gut durchheizt, a 16 Aufenthalt für bie Schulkinder dienen können. Es sollen ferner von sofort ab ebenfalls bis Don­nerstag, den 21. d. M. einschließlich die Schwimm-, Wannen- und medizinischen Bäder geschlossen werden. Die Brausebäder sind offen zu halten. Die Reichsbahnverwaltung folt,1 ersucht werden, durch Einlegung besonderer Koh­lenzüge zu ermäßigtem Tarif die Kohlenheran­schaffung zu erleichtern.

(Steuerung der Breunstoffnot in Hessen.

Darmstadt, 13. Febr. Die Kvalitionspar- teten haben in Landtag folgenden Antrag ein- gebracht: D^cch die katastrophale Entwicklung der gegenwärtigen Frost Periode, die einen über daS gewöhnlich? Maß weit hinauS- gehende i Brenn st offbedarf erfordert, wer­den zahlreiche Hilfsbedürftige in die größte Rot­lage versetzt, der die Fürsorgekräger allein zu steuern vielfach nicht in der Lage sind. Diese außerordentlichen ilmftänbe machen daher auch eine Mitwirkung des Landes zur Lin­derung der Rotlage notwendig. Wir beantragen daher, einen Betrag von 100000 Mk. zur Verfügung zu stellen, der sofort den De« zirksfürsorgeverbänden als einmalige außerordentliche darlehensweise Bei­hilfe zur Steuerung der Drennstoffnot für Hilfsbedürftige zur Verfügung gestellt werden soll, unter der Bedingung, daß DezirkSfürsorge- verbände oder Ge.neinden für die außerordent­liche Drennstof rerforgung mindestens den gleichen Betrag aufwenden, den sie von dem Lande erhalten. Die Regierung erklärte sich mit der sofortigen Behandlung dieses An­trages einverstanden, und der Hauplausschuß deS Landtages hat dann einstimmig dem Anträge zugestimmt.

Präsident mit Staatssekretär Meißner und Oberstleutnant von Hindenburg, Reichskanzler Müller mit Staatssekretär Pünder, der preu- ßische Ministerpräsident Dr. Braun mit Staats­sekretär Dr. Wcismann, der preußische Kultus- Minister Dr. Becker und Staatssekretär Lam­mers, der Chef des Protokolls, Gesandter K ö st e r, sowie zahlreiche bei der Reichsregierung beglaubigte Botschafter und Gesandte.

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Der Bischof von Limburg, zu dessen Diö­zese auch der Kreis Gießen gehört, hat aus An­laß des Friedensschlusses zwischen Italien und dem Vatikan an den Papst folgendes Tele­gramm In lateinischer Sprache gerichtet:Wie dcr ganze katholische Erdkreis in diesem geschicht­lich hochbedeutsamen Augenblick Dir zujubelt und Beifall klatscht, so lege auch ich mit dem hohen Domkapitel und dem übrigen Klerus sowie dem katholischen Volk meines Bistums Dir unsere herz­lichsten Glückwünsche zur Wiedererlangung der Freiheit der Heiligen Kirche in kindlicher Ehrfurcht und Ergebenheit zu Füßen/ Der Bischof hat außer­dem angeordnet, daß aus Anlaß dieses Ereignisses am nächsten Sonntag am Schluß des Hochamt» in

sämtlichen Kirchen des Bistums das Tedeum zu singen ist.

Aus aller Welt.

Die Folgen der dünnen Strümpfe.

In Rauen find einem jungen Mädchen beide Deine bis zu den Knien herauf erfroren. Das Mädchen glaubte, auch in dieser Kälte mit hauchdünnen Florstrümpfen gehen zu müssen. Run werden ihr aller WahrschÄnlichkät nach beide Beine abgenommen werden. Vorn Berliner Gesundheitsamt erfährt dieDeutsche Zeitung" hierzu, daß auch in anderen Fäl - l e n diejenigen Frostschäden erlitten haben, die zu leichte Strümpfe trugen.

Aaschingsabend mit Ueberraschungeu.

Auf ungewöhnliche Wcise bestohlen wurden die Gäste einer Pension im Berliner Westen, in der vor kurzem unter dem Ramen Pillon ein 35 bis 40 Jahre alter Mann abge- ftiegen war, dem seine gewandten Umgang3formcn rasch eine ungewöhnliche Beliebtheit verschafften. Sein Vorschlag, für die Gäste der

Pension auf allgemeine Unkosten ht einem ge­mütlichen Lokal einen FaschingSball au ver­anstalten, sand deshalb auch allgemeinen Beifall. Während aber die Gäste im Lokal versammelt waren, fuhr der Fremde mit einem Auto vor der Pension vor und plünderte in aller Ruhe die Zimmer der übrigen Pensionsbewohner aus, worauf er unbehelligt verschwand.

General Booth nochmals feines Amtes enthoben.

Der Oberste Rat der Heilsarmee entschied mit 52 gegen 5 Stimmen, daß General Booth un­geeignet sei, fein Amt weiter auszuüben. Es wurde deshalb beschlossen, den General seines Amtes zu entheben. Bier Mitglieder ent­hielten sich der Stimme. Der Rat wähtte den Gene- ralstabschef Higgins zum Nachfolger des Gene­rals Booth.

Erneut Großfeuer in stottbuv.

2n der Tuchfabrik von Kühn & Mohr in KottbuS brach ein Feuer auS, das gewaltigen Umfang annahm und dem die ganze Fabrik zum Opfer fiel. Der Brand entstand dadurch, daß man mit einer Lötlampe versuchte, eine zugc - fr orene Wasserleitung au'z.tauen. Die Löscharbeiten erwiesen sich zunächst als unmög­lich, da das Wasser auf dem Weg von den Hydranten bis zu den Schlauchspritzen gefror. Vie Flammen griffen auch auf das Dach einer benachbarten Maschinenfabrik über; hier konnte die Feuerwehr aber rechtzeitig großes Unheil verhüten. Aus der Fabrik, die bis auf die Grund­mauern nleberbrannte, sind lediglich einige Bal­len Tuch gerettet worden.

Der Finanzausschuß lehnt den Theaterzuschuß für Gießen ab.

D a r m ft a b t, 13. Febr. Der Finanzausschuß er­ledigte im Fortgang der Etatsberatung zunächst Kap.tel 62 (Höhere Bürger- und Höhere Mädchenschulen). Angenommen wurde mit dem Kapitel auch ein Antrag Axt (Volksrechtpartei), die seither der inzwischen eingegangenen Höheren Pri­vatschule in Crainfeld bewilligten Staatszuschüsse für die Höhere Privatschule in Gedern zu bewilligen. Ohne wesentliche Debatte angenommen wurden die Kapitel 62a (Gewerbliche und kaufmän­nische llnterrichtsanftalten), 63 (Fortbildung der Lehrer an Volks- und Höheren Schulen), 64 (Jugend­pflege) und 65 (Volksbildung).

Lei Kapitel 66 (Förderung der Kunst) wurde gegen zwei Stimmen ein Antrag Birnbaum (D. v.) abgelehnt, dem Stadttheater in Gießen i einen Staatszufchuh von etwa 25 000 Mark zu gewähren und im Rachlragsetal 1929 einzu- stellen.

Mit acht zu vier Stimmen a b g e l e h n t wurde ein Antrag Storck (Soz.), der die Regierung ermächtigen soll, den Zuschuß für das Stadttheater in G.etzcn entsprechend zu erhöhen. Gegen drei St.mmen abgelehnt wurde ein Antro Storck, für die Aus­bildung und Unterstützung hessischer Künstler usw. den vorgesehenen Betrag von 8500 Mark zu erhöhen. Das Kapitel selbst wurde genehmigt, ebenso Kapitel 67 (Landesuniversität Gießen). Hier wurden auch die in dem Nachtragsetat angeforderten Beträge für bauliche und innere Einrichtungen b e- willigt.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Wettervoraussage für Freitag: Wol­kiges Wetter mit zeitweisen Schneefällen, Tempera­turen wenig verändert.

Witte rungsaussichtenfürSamstagl Noch Anhalten des Frostwetters, vielfach neblig­wolkig mit Neigung zu vereinzelten Schneefällen.

Lufttemperaturen am 13. Februar: mittags13,1 Grad Celsius, abends17,3 Grad Celsius: am 14. Februar: morgens16,3 Grad Celsius. Maxi­mum13,1 Grad Celsius, Min mum20,8 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentim.ter T efe am 13. Februar: abends6,1 Grad Celsius: am 14. Februar: morgens 6,7 Grad Celsius. Son­nenscheindauer 7 Stunden.

winlerfporlmeldungen der Hess. Wetterdienststelle.

Vogelsberg (Hoherodskopf): Leichter Schnee­fall, 20 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, etwas verharscht, Ski und Rodel gut. (Herchen- hainer Höhe): Le-chter Schneefall,18 Grad Cel­sius, 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Odenwald (Neunkirchen): Leichter Schnefall, 10 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, etroaf verharscht, Ski und Rodel gut

Sauerland (Winterberg): Leichter Schneefall, 11 Grad Celsius, 40 Zentimeter Schnee, Ski und Rodel gut.

Taunus (Kleiner Feldberg):22 Grad Cel­sius, 40 Zentimeter Schnee, stark verharscht, Ski und Rodel gut