Ausgabe 
13.7.1929
 
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Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen

Wasser hervorsprudelt, möcht einst auch bestattet sein!" ha gewünscht, also daß man bei

keine Steuern mehr

bauen ließen!

es umgaben, de schen Musensöhi allerdings Höch'

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BAD TOLZ

Bevorzugen Sie deutsche Bädern.Sommer (rischen!

Bad-Nauheim

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für sich geltend, daß es dank seiner Wälder, die es umgäben, der gesundeste Platz für alle deut­schen Musensöhne sein würde. Geht wird man

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Gut bürgerliches Haus Gartenwirtschaft Touristen bestens empfohlen

>rvorsprudelt, möcht ich wohl dermal-

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Dalmatien nach wenigen Tagen verleidet wäre. (Gottseidank, daß Kollege Shaw diese Insel Ko- locep nicht auch noch entdeckte! Das Hotel Impe­rial in Ragusa überlasse ich ihm gern schon wegen des Preisunterschiedes.) Wenn hier ein nicht allzu großes deutsches Hotel stände... sozu­sagen diese kleine Pension ausbaute... Ach, wie viele Deutsche würden überglücklich sein! Der Platz an der Sonne wäre gerettet: und die Tschechen und Polen nebenan auf den anderen Inseln ärgerten sich bannig, daß sie nicht so gut untergebracht und verpflegt würden. Aus meiner kleinen Pension was wäre da zu machen! Schließlich ist der Herr Major ja eigentlich Maler, würde ich als Generaldirektor des deut­schen Hotel-Konsortiums sagen: unb bie knappe Diertelmillion, bie vielleicht für unseren Bau unb Betrieb notwendig wäre, hat er auch nicht, um

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Telephon 88

und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. 446ov

allerdings höchstens noch dem Solbad B af­fe l s b e r g und dem in seiner Bähe gelegenen Rheinstädtchen Kaiserswerth, dem Stamm­sitz der bekannten Diakonissen, den Ehrennamen eines Luftkurortes verleihen dürfen.

Anrecht etwas aus der Mode gekommene Bade­städtchen nennen. Mit seiner berühmten Schwa­nenburg, von der man, als die französische Be­satzung Cleve verließ, zur Feier des Tages Richard WagnersLohengrin" als an seiner geschichtlichen Stätte ausführte, und mit seinem nahen Reichswald und den traulichen alten Park­anlagen, die seine Stahlquelle einrahmen. Aber auch die Ruhr bietet noch manchen Erholungs­punkt. Blankenstein, auf dessen alter Burg hoch über den Fluß zuweilen Witekind geweilt haben soll, kann als guter Luftkurort gelten. 2a selbst Werden, dessen grün getürmte Münsterkirche zu den besten Bauten dieser Grenz­gegend zwischen Rheinland und Westfalen ge­hört, und noch das von der Industrie kaum entstellte Kettwig an der lieblich durch die Wiesen einherströmenden Ruhr, dürfen sich wegen ihrer friedlichen Stimmung und ihrer guten Luft als Ruhestätten für nervenschwache oder überreizte Menschen empfehlen. Machte doch vor hundert Iahren noch das heut von der Ge­werbstätigkeit ganz eroberte Duisburg, als es fich um die Wiederherstellung seiner unter Ra- poleon aufgehobenen alten Aniversität bewarb,

hier das ragusäische Brioni schleunigst zu schaf­fen! Steine zum Häuserbau brauchte man noch nicht einmal herzukarren. Die liegen überall in Hülle und Fülle herum und stammen noch aus der Zeit, da noch nicht die Dampfschiffahrt die Segelschiffe abgelöst hatte und da die Insel noch über 6000 Einwohner (heute kaum 200!) bet- Heimathäfen ab­einfach abdeckten

Rur Staub, Rauch und Ruh! So malt fich in der Vorstellung des draußen Lebenden, der die Gegend um den Rhein, die Ruhr und Wupper nur von flüchtigen Durchreisen mit der Eisen­bahn kennt, die Landschaft zwischen Donn-Sieg- burg und Wesel, zwischen Aachen unb Hagen. Allerbings hat die Industrie der natürlichen Schönheit dieses meist flachen, oder doch nur leicht welligen Landes hart zugesetzt. And man hätte die Stimmen der Raturfreunde viel stärker beachten sollen in diesen letzten Iahrzehnten, da Werk um Werk, Schlot um Schlot hier erstand. Es gab schon verschiedene Möglichkeiten, die neuen Fabrikanlagen oder Hochöfen oder Kohlengruben mit der Landschaft in einen gewissen Einklang zu bringen. Schon der belgische Bildhauer Meunier sagte dem alten Thyssen, daß seine Landsleute an der Maas ihre Industrie besser in die Land­schaft hereinkomponiert hätten, als dies an der Ruhr geschehen fei. Auch im heutigen Amerika beginnt man die Schönheit unb ben Reiz einer Landschaft zu beachten und die Architektur der Fabriken, soweit es möglich ist, ben Formationen ber Ratur anzupassen.

Wenn auch manches an unb um ben Rieber­rhein burch allzu unbedenkliche, grobe Bauleute verschandelt worden ist, so gibt es doch noch manche Perle in dem Kranz der Kohlenessen, die das Land an unb um ben Rieberrhein wie ein glühender Gürtel umflammen und um» rauchen. Don dem ganz im Grünen ruhenden Cleve angefangen, dem schönsten Schlüssel zu Deutschland, wie die Holländer dies stille, zu

^jod.'Ulifdungen, fc/TUece u. 33£aoe

Badeschriften: durch die Niederlage

sters zu Aachen beigesetzt hat. Erst sitzend auf einem Marmorthron, dann unter Barbarossa liegend, in einem römischen Sarkophag, auf dessen Seitenwand der Raub der Proserpina dar- gestellt ist. Mit Recht läßt die Stadt Aachen bei all ihren Festen und Werbeschriften das Bild dieses ersten römisch-deutschen Kaisers aufleben, der zum Lobe seiner Stadt festgestellt hat:Der Lousberg bei Aachen ist mir lieber als der Palatin in Rom." Auch das benachbarte Burt­scheid verdient um seiner heißen Quellen, die an Wärme Aachen oft noch übertreffen, rüh­mend erwähnt zu werden.

Reuerdings haben von allen mittel-und nieder- rheinischen Badeorten, die an der Ahr am meisten von sich reden gemacht. Reuenahr insbe­sondere, das beste Bad für Nierenkranke, wie es seit der Erbohrung seiner sehr ergiebigem Quellen um die Mitte des vorigen Iahrhun- derts schon genannt worden ist. Die köstlichen Ausflüge, bie man von biesern Babeort ins Ahrtal nach bem waldigen Altenahr ober nach bem burch seinen süffigen Rotwein be­rühmten Walporzheim unternehmen kann, locken auch manchen nur Erholungsbebürftigen in bieses Dab mit bem besten Ratronwasser. Wer es ganz still unb einsam haben will, mag sich auch nach Bad Tönn isst ein, unfern des abgelegenen frommen Laacher Sees, zurück­ziehen.

Man sieht, überall sprudelt unb rauscht es und braust es heilspendend aus der. Erde in diesem Land, über das bei Tag und Rächt die Arbeit aus tausend Essen ihr schwarzes Banner schwingt. Die Wunden und Leiden, die eine allzu starke Aeberanstrengung der Kräfte in den Menschen angerichtet hat, oder auch die allmächtige zerstörerische Zeit, alle diese Schä­den, diese Minuskoeffizienten, wie sie der Sta­tistiker nennt, können durch die Bäder dieses Landes wieder ausgeglichen werden.

And darum kann man auch in der Gegenwart nur vom Riederrhein und seinen Rebenflüssen urteilen, wie es in der Biedermeierzeit der Dichter Wolfgang Müller von Königswinter ge­tan hat, als er schrieb:

Anser Rhein läßt sich in seiner Romantik nie ganz umbringen. And sollten auch noch mehr Schisse mit schwarzwehenden Rauchfahnen ihn befahren. Sollten auch noch mehr Stink­fabriken ihre mehr ober minder trüben Wässer in ihn einlaufen lassen, wie diplomatische Dunkel­männer einem Großen ihre unsauberen Gerüchts zufragen. Der Rhein läßt seiner nicht spotten. Wie der Speer des Königs Amfortas heilt er die Wunden, die er beigebracht hat, auch wie­der und läßt Heilquellen hervorkommen, für alle, bie ihrer bedürfen, oder er läßt feine frische, humorige Luft wehen, die seit alters her den größten Vorzug hat, den ein Klima haben kann, nämlich ben: Heiter zu machen.

Das Land der tausend Cffen

Don Herbert Eulenberg.

Für die Stadt Aachen als Dadeplatz hat Kaiser Karl der Große am meisten geworben, der bis zu seinem Tode die warmen Quellen dieses seines Lieblingsaufenthaltes vor allen anderen deutschen Bädern gepriesen hat.3n bem Boden aus dem solch ein heilbringendes

0er Alatz an der Gönne.

Don Alfred Richard Meyer.

Kolocep bei Ragusa, Iuli 1929.

Feststellung vorweg: die Deutschen merken ge­wöhnlich etwas von einem Platz an der Sonne, wenn er bereits vergeben ist. Dann schreien sie danach aber immer zu spät.

Ich weih von einem neuen Platz an der Sonne zu berichten. Vielleicht daß nun doch einmal, bevor es zu spät ist, die Deutschen 2Iber da komme ich schon ins Stocken.

Deutschland und Italien vor dem Krieg ein selbstverständliches und geliebtes Kapitel hat sich definitiv für viele Iahre erledigt. Wer in diesen schönen Iunitagen kurz in Venedig Zwi- schenstation machte, fühlte sich in schauerlicher Einsamkeit. Don den Gründen braucht hier nicht mehr gesprochen zu werden. Italien hat es so gewollt: und wenn es heute nicht mehr ganz so unfreundlich zu uns wie vor ein paar Iahren war, so ist es immerhin teuer geblieben. Es hat seine Beliebtheit bei rund an Jugoslawien abtreten müssen, an bie herrliche balmatinische Küste von Crikvenica bis nach Ragusa.

Run hat in biesen Tagen ber große Dichter Shaw, bem ich im Hotel Imperial zu Ragusa begegnete, seine gewichtige Stimme als Propa­ganda-Megaphon für Süddalmatien hergegeben: an alle Angehörigen der zivilisierten Dölker, daß sie in Millionen kommen möchten, und zwar bald öenn es sei zu schön, als daß es lange dauern werde". Ich bin ausnahmsweise einmalvoll und ganz" ber Ansicht meines größeren Kol­legen in Apoll und den neun Musen: aber nein, »voll unb ganz" doch nicht. Ich habe Mit­leid um mich und meine Freunde und ganz Dalmatien, wenn der Heroldsruf des großen Iren Gehör fände.

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fügte, die dann in die neuen wanderten und ihre Häuser unb verfallen liehen, um ke. dafür zahlen zu müfsen. Phantastisch leicht, wie sich hier aus alten Häusern schnellstens neue

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düngen und Anterkunftsm _ , digen, empfing ich ben tröstlichen Bescheid:Da hätten Sie drei Wochen vorher bestellen müssen! Cs ist dort unten alles überfüllt!" Wenn ich trotzdem hier alles nach Wunsch fand und dem Ansturm der stärksten Reisegesellschaften aus dem

Wege gehen konnte, so verdanke ich das vielleicht meinem alten Reisegeschick, aber auch einem ge­wissen Dusel, mit dem nicht jeder rechnen kann. Ich weiß: Dalmatien hat schon heute viel zu wenig Anterkunftsmi-glichkeiten und wird es im nächsten Iahr noch weniger haben, wenn Eng­länder, Iren, Schotten, Amerikaner nach Shaws Pfeife karawanenweise angetanzt kommen.

Aber auch sonst kann die Lage hier politisch werden: sie hat vielleicht schon damit begonnen. Cs geht um den Platz an der Sonne! And die kriegt man hier ab Mai bis Oktober garantiert ohne Regen unb wolkenfrei, dazu das Meer von einer Bläue und ewigen Babelust wie nirgenbs. Schon haben sich tschechische unb polnische Kolo­nien gebildet. Schleunigst müßte deutsches Hotel­

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Kapital her, sich in jeder Beziehung gewinn­bringend hier anzulegen! Wenn ich Generaldirek­tor eines solchen Konsortiums wäre ich sicherte mir die Insel Kolocep, die in 25 Mi­nuten von Ragusas Hafen Gravosa im Motor­boot zu erreichen, all die Annehmlichkeiten bietet, mit denen Ragusa, Süddalmatiens schönste Stadt, heute leider nicht mehr aufwarten kann: kein Stau, kein Auto, nicht Pferd noch Wagen, dafür aber versehen mit ben üppigsten Hainen blühenden Lorbeers, blühender Myrthe und Olive unb reifenben Iohannisbrotwälbern, von benen wir als Kinder nur zu träumen wagten. And hier gibt es noch kein Hotel! Wo der schönste, mückenfreieste Sandstrand ist, wie ihn Ragusa nie gehabt hat, wo man sich allenfalls auf Felsen .sonnen kann unb wo bie Richtschwimmer übel dran sind. Zwar und nun verrate ich ein Geheimnis, das ich lieber für mich unb meine allernächsten Freunde bewahren sollte! hat hier ein österreichischer Major, dessen Bataillon im Weltkriege als erstes ben Lovcen, Monte­negros schwarzen Berg, nahm, bie kleine Pen­sion Kalamota, in ber durchweg Reichsdeutsche und Oesterreicher wohnen und ein Idyll an gesellschaftlicher Angezwungenheit und freund­schaftlicher Heiterkeit genießen undauf ber Insel ist das Tageskleid für Herren und Damen der Pyjama, daher kein großes Gepäck not­wendig", heißt es verheißungsvoll im Prospekt, der nur durch einen lächerlichen Zufall in meine Hände kam und ohne den mir vielleicht ganz

Was würde geschehen? Was jetzt schon vielfach geschieht, daß nämlich hier alles überfüllt ist, baß dieses Land nicht im entferntesten auf einen großen Fremdenstrom unb absolut nicht auf einen anspruchsvollen Frembenstrom eingerichtet ist. Als ich Anfang Mai in Berlin zu dem speziell auf Jugoslawien eingestellten Reisebureau Ilf (besonders zu empfehlen die Geschäftsstelle: Hohenzollemdamm 11) ging, mich über Derbin- erkun-

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