Ausgabe 
13.7.1929
 
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ionntag, 14. Juli

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Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 162 Dritter Blatt

Samstag, 15. Zuli 1929

Industrie- und Handelskammer Gießen

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Taten für Sonntag, 14. Juli.

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Nachdruck verboten.

26 Fortsetzung.

hat Die den

Zu Pe- Beginn

Gerichtsvollziehern

sich als eine Notwendigkeit herausaestellt. Handelskammern werden trotz der ablehnen- Antwort des Justizministeriums in ihren

3n Stellungnahme zu den Dorschlägen des Ministers für Arbeit und Wirtschaft über die

Lockerung der Wohnungszwangswirlschafl

hat sich die Kammer für eine völlige Heraus­nahme der Wohnungen von fünf _ Zimmern und mehr, sowie der gewerblichen Räume aus der

Zwangswirtschaft ausgesprochen.

Der dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat geleitete Entwurf einer

Novelle zur Reichsgewerbeordnung

Bemühungen zur Erreichung dieses Zieles fort­fahren.

In Stellungnahme zu der Aenderung der Dor­schriften des Bürgerlichen Gesetzbuches über die

Anlage von Mündelgeldern

haben sich die hessischen Handelskammern dahin ausgesprochen, daß grundsätzlich an der gebun­denen Anlegung des Mündelgeldes festgehalten werden sollte, daß aber eine Vereinheitlichung und Zusammenfassung der Bestimmungen über die Mündelsicherheit durch Reichsgesetz anzu­streben sei. Zur Anlegung von Mündelgeld seien auch Banken zuzulassen.

Die hessischen Handelskammern haben sich für eine wesentliche

Herabsetzung der Rokarialsgebühren

bei der Anmeldung von Eintragungen ins Han­delsregister ausgesprochen.

Die seit langem von den hessischen Handels­kammern angestrebte Derringerung der

Reisekosten der Gerichtsvollzieher

wird in Zukunft automatisch dadurch eintreten, daß die Bezirke der einzelnen Beamten ver­kleinert werden und daher größere Reisen nicht mehr notwendig sind.

Auf eine Eingabe der hessischen Kammern hat der hessische Justizminister die zuständigen Be-

untergang 23.43 Uhr.

1602: der Staatsmann Jules Mazarin soina in den Abruzzen geboren. 1789: der französischen Revolution.

Daten für Montag 15. Juli.

und wartete in der Mitte des Zimmers. Da öff­nete sich die Tür.

Da bin ich wieder, Puppe." Ihr Atem kam stoßweise, als sie hörte, wie sich die Tür von innen schloß.Ich bin also nich hübsch jenuch für dich?" Er wußte nicht, daß das Licht aus war.

Eine Zeitlang machte er keinen Versuch, sich ihr zu nähern. Die Llmrisse seiner riesigen Ge­stalt waren kaum in dem schwachen Lichte, das durch das schmale Fenster drang, sichtbar.

Tony hat danebengeschosten", teilte er ihr mit. Danebengeschossen! knurrte er verächtlich. Wenn ich bloß sehen könnte, hätte ich den Hund gekricht. Blind, wie ich bin, würde ich ihn mit dem kleenen Schießprügel hier treffen, wenn ich ihn bloß bewegen hörte. Aber wir wern den kleenen Holty noch fassen, Mächen. Rur keene Bange. Wir wern fassen und reißen ihm die Kal­daunen raus. Cs wird ihm leid tun, daß er überhaupt geborn is." . .

Seine Stimme wurde leiser, und er sagte einige Worte, die dem jungen Mädchen unverständlich blieben. Dann schien ihm der eigentliche Zweck seines Kommens einzufallen.

Komm zu deinem ollen Jake, PüppchenI" kicherte er und ging langsam mit ausgebreiteten Armen auf sie zu.Komm zu deinem lieben, ollen Mann, Kleene!"

Er war flink wie eine Katze, und bevor sie sich noch Rechenschaft geben konnte, was geschah, hatte er sie schon an der Schulter gepackt und riß ihr die Bluse vom Leibe. Sie warf sich zurück. Seine andere Hand schoß vor und berührte die ausgefransten Drahtenden. Mit einem Schrei, halb Kreischen, halb Gebrüll, sprang er zurück.

Wat haste gemacht?" schrie er wild.Wat haste gemacht, kleene Hexe? Haste mich gestochen wie tret verdammte Schwein?"

Augenscheinlich befühlte er sich selbst, um nach einer Derletzung zu suchen, und dann sprang er wieder auf sie ein. Jetzt trafen die Polenden sein Gesicht, und wie ein Holzklotz stürzte er zu Boden.

Sie hörte, wie er sich bewegte.

Wat is denn das? Wat is denn das bloß?" flüsterte er.Ich kann nischt sehn!n ollen, blin­den Mann so zu behandeln! Du verdammte"

Seine Hand packte sie am Fußgelenk und riß sie zu Boden. Aber wieder berührte sein Gesicht die elektrischen Drähte mit 200 Volt Spannung. Er kreischte wie ein wildes Tier und rollte sich auf dem Boden. Er war jetzt wahnsinnig vor Wut und Angst ein wimmernder Tollhäus­ler. Wieder und wieder fiel er sie an, wieder und wieder kam seine Hand, sein Gesicht, sein Hals mit dem Strom in Berührung. Plötzlich brach er zusammen, und das junge Mädchen hielt die grausamen Enden des todbringenden Drahtes an seine Kehle Sie fühlte sich als Mörderin mit dem zuckenden Körper unter sich. Aber sie mußte

Larry mußte sich klar machen, daß fein Wild entwischt war, und ging zu Diana zurück. Er fand sie im Bureau des Dorstehers und Harvey verdächtig nahe bei ihr, was das junge Mädchen lachend erklärte, indem sie einen ihrer Arme hochhob. Harvey hatte ihr Handgelenk mit Hand­fesseln an das seine geschlossen er wollte kein neues Risiko mehr laufen.

Außerordentlich vernünftig," sagte Larry lä­chelnd und schloß die Handschellen auf.Und jetzt, Mr. Dearborn, möchte ich von Ihnen einige Aufklärungen über die merkwürdigen Dorkomm­nisse in Ihrem Hause haben."

Ich kann nicht finden, daß sich irgend etwas Merkwürdiges und Geheimnisvolles in diesem Hause ereignet hat," sagte Mr. Dearborn ruhig. Sie können mich doch nicht für Verbrechen ver­antwortlich machen wollen, die im nächsten Hause begangen wurden. Man hat mir erzählt, daß Verbindungstüren zwischen den beiden Gebäuden gefunden wurden, aber davon hatte ich nicht die geringste Ahnung. Wenn wirklich jemand im Rebenhause gewohnt

Sechs Menschen wohnten nebenan," unter­brach Larry.Wir haben ihre Betten und einige ihrer Kleidungsgegenstände gefunden, lind die Tatsache, daß wir Bücher fanden, einige noch ge­öffnet, beweist sehr klar, daß die Insassen nicht blind waren."

Mr. Dearborn zuckte mit den Achseln.

Was kann ich denn machen?" fragte er.Wir sind in unserem Hause gänzlich von der Zu­verlässigkeit unserer Insassen abhängig. Auch wenn es zeitweise möglich ist, die Gegenwart eines Fremden an dem ungewohnten Fußtritt, der Stimme, am Husten zu erkennen, ist es gar nicht ausgeschlossen, daß diese Männer sich frei und ungehindert dieses Hauses bedienten, um ihre verbrecherischen Pläne zur Ausführung zu brin­gen, ohne daß wir auch nur den geringsten Ver­dacht haben konnten."

Seine Worte waren von so unbestreitbarer Logik, daß Larry nichts darauf entgegnen konnte. Diese gerissenen Männer, aus denen sich die Bande zusammensehte, konnten das Haus mög­licherweise völlig unbehindert benutzt haben, wenn sie nur in ihren Bewegungen außerordentlich vorsichtig waren und striktes Schweigen bewahr­ten. Ganz offen gab er auch die Berechtigung von Mr. Dearborns Worten zu.

Ich muß ohne weiteres diese Möglichkeit zu­geben," sagte er.Es ist natürlich sehr bedauerns­wert für Sie und auch für mich. Die Sache hätte ja noch viel schlechter ablaufen können." Wie entsetzlich sie aber in Wirklichkeit gewesen war und hätte endigen können, erfuhr er erst, als ihm das junge Mädchen ihre Erlebnisse wahrend der Fahrt nach Scotland QJarö mitteilt«»

(Fortsetzung folgt)

hat den hessischen Kammern Veranlassung geben, eine Reihe von Wünschen vorzutragen, an deren Reuregelung ihnen besonders gelegen ist: diese Wünsche betreffen vor allem den Bahn­hof- und Straßenhandel, den Geschäftsbetrieb der Versteigerer, das Feilbieten bestimmter Waren im Amherziehen, das Fernhalten unlauterer Ele-

hörden angewiesen, bei geringfügigen Verseh- lungen, welche unverhältnismäßig

hohe polizeislrafen

nach sich ziehen, größtes Entgegenkommen walten zu lassen.

Die Bemühungen der amtlichen Derufsvertre- tungen von Handel und Industrie haben die Reichspostverwaltung veranlaßt, die im vorigen Jahre angeordnete vereinfachte Behandlung der

Einschreibebriefe

durch neue Maßnahmen zu ersetzen, um den sich mehrenden Verlusten wirksam zu begegnen.

Einem von dem Berg- und Hüttenmännischen Verein zu Wetzlar bet der Oberpostdirektton ge­stellten und von der Kammer unterstützten An­trag auf früheren Beginn der

Aernsprechdienslslunden

bei den Qlemtem Hungen, Mücke und Lau - bach hat zu dem Teilergebnis geführt, daß der llnfallmeldedienst bei diesen Qlemtem unter allen Umständen gesichert ist.

Den durch die Kammer vorgebrachten Klagen der Kaufmannschaft über die dem heutigen Ver­kehr nicht mehr entsprechenden Einrichtungen bei dem

Sonnenaufgang 3.59 Uhr, Sonnenuntergang

20.12 Uhr. Mondaufgang 13.26 Uhr,

Sonnenaufgang 4.01 Uhr, Sonnenuntergang 20.11 Uhr. Mondaufgang 14.39, Mondunter- gang 23.59.

1606: der Maler Rembrandt Harmensz van Ryn in Leiden geboren.

Herrn Ludwig Rinn. Unter seiner Führung besichtigten die Mitglieder das Rohtabaklager in Gießen, die Zweigniederlassung in Staufenberg und die Hauptfabrik in Heuchelheim. Die Teil­nehmer erhielten in diesen vorbildlich eingerich­teten Fabrikanlagen einen Einblick in den Her­st ellungsprozeß der Zigarre vom Rohprodukt bis zum versandfertigen Fabrikat, von dessen her­vorragender Güte sie sich auch persönlich über­zeugen konnten. Der Vorsitzende, Herr Kom­merzienrat Schirmer, ergriff denn auch unten dem lebhaften Beifall der Versammlung sowohl in der Sitzung selbst, wie auch später bei Tisch das Wort, um Herrn Rinn für die dargebotene lehr- und nicht minder genußreiche Gastfreund­schaft in seinem H^use wärmsten Dank zu sagen. Die Handelskammer könne es sich zur Ehre an­rechnen, einen Mann in ihren Reihen zu zählen, welcher vermöge seiner persönlichen Befähigung sein Unternehmen in einem verhältnismäßig kur­zen Zeitraum zu einer ganz außerordentlichen Entwicklung gebracht und damit zu einer führen­den Stellung innerhalb der gesamten deutschen Zigarrenindustrie emporgehoben habe.

Mitt« MM «MdR

Vornan von Edgar Wallace.

Sie untersuchte die Tür, wenn sie auch wußte, daß Flucht auf diesem Wege unmöglich war. Sie hatte keinen Stuhl, mit dessen Hilfe fie an das Fenster reichen konnte, und würde auch nicht durch dieses entsliehen können, ohne die Auf­merksamkeit ihrer Peiniger zu erwecken. Richts war in dem kahlen Raum, nichts als das elek­trische Licht.

Sie dachte an Larrys Erzählung, wie dieser Mensch mit erhobenen Händen auf ihn zukam, wie er die Glühlampe in seinen riesenkräfttgen Händen zerdrückt hatte. Er mutzte unmenschlich stark sein! War denn keine Gefahr für ihn, von dem elektrischen Strom getroffen zu werden?

Bei diesem Gedanken blickte sie plötzlich in die Höhe. Die Beleuchtung war ohne jede Rücksicht auf ordentliche Ausführung angelegt worden. Ein langer Draht lief von einer Ecke des Zim­mers, lose an der Decke befestigt, bis zur Mitte, von wo er über einen Haken nach unten hing. An feinem Ende war ein kleiner Metallreflektor über der birnenförmigen Lampe befestigt. Sie ergriff diese und drehte sie herum.

Zweihundert Volt", las sie auf dem Hals der Lampe.

Sie schwang und schleuderte den Draht hm unu her, bis es ihr nach einigen vergeblichen Ver­suchen gelang, ihn von dem Haken freizubekom- men. Die Lampe hing nun tief bis beinahe zum Fußboden herunter. Dann zog sie vorsichtig und ruckweise an dem Draht, bis die dünnen Klam­mern die diesen an der Decke festhielten, nach- gaben und der ganze Draht frei wurde. Sie ging nach dem Schalter an der Tür und löschte das Licht aus. Jetzt setzte sie einen Fuß auf die Leitungsschnur dicht in der Rähe der Lampe und zerrte aus Leibeskräften, bis diese ritz und die beiden Enden frei wurden.

Sie war im Dunkeln, aber mit ihren geschick­ten Fingern zupfte sie die seidene Isolation aus­einander, kratzte mit den Rägeln die Gummi­umhüllung ab, die die vielen haarfeinen Kupfer- drähte einschloh. Bald hielt sie etwas m den Händen, das sich wie ein struppiger Pinsel an- sühlte; sie war mit ihrem Werk zufrieden. Jetzt glaubte sie ein Geräusch im Gang zu hören, eilte nach der Tür und schaltete den Strom ein. In dem Halbdunkel suchte sie nach ihrer Handtasche, nahm ihre Lederhandschuhe heraus, zog sie an und tastete vorsichtig nach den herabhängenden Drahtenden. Sie nahm sie in die Hand und hielt denDrahtpinsel" vor sich, ängstlich bemüht, nicht bie beiden freien Polenden zu berühren. Mit dem Fuß stieß sie Reflektor und Lampe beiseite

Die Industrie- und Handelskammer für die Kr eise (Sieben, Alsfeld und Lauterbach hielt vor einigen Tagen auf Ein­ladung ihres Mitgliedes, Herrn Fabrikanten Rinn (Heuchelheim) eine Sitzung in Heuchel­heim ab, über deren Verhandlungen folgendes zu berichten ist:

Schon seit längerer Zeit wird es als eine Lücke in der Einteilung des Kammerbezirks emp­funden, daß die Kaufmannschaft des jetzt zum engeren Wahlbezirke Lauterbach gehörigen Schliher Landes keine eigene Ver­tretung in der Kammer selbst besitzt. Um diese Lücke nunmehr auszufüllen, wird einstimmig beschlossen, bei dem Herrn Minister für Arbeit und Wirtschaft die Errichtung eines

Wahlbezirks Schlitz, umfassend die Orte des Amtsgerichtsbezirks Schlitz, mit einem Mitglied und die Erhöhung der Gesamtzahl der Kammermitglieder von 18 aus 20 zu beantragen.

Die Kammer stimmt der vom Verbände der hessen-nassauischen Industrie- und Handelskam­mern und dem hessischen Industrie- und Handels­kammertage geplanten Herausgabe einer gemein­samen

Denkschrift

über das rhein mainische Wirtschaftsgebiet grundsätzlich zu. Die Denkschrift soll das Ziel verfolgen, die wirtschaftliche Struktur und innere Verflechtung des rhein-mainischen Wirtschafts­gebiets klarzulegen und nachzuweisen, dah eine usammenfassung des Wirtschaftsbezirks bei den künftigen Verwaltungsreformen im Interesse aller beteiligten Kreise liegt.

Um den starken Anforderungen finanzieller Art, welche in der allernächsten Zeit an die Handelskammer als Trägerin der

Handelslehranstalt berantreten, begegnen zu können, wird einstimmig beschlossen, das Schulgeld für die zweijährige Handelsschule von 15 Mk. auf 17,50 Mk. mit Wirkung vom 1. August d. I. ab zu erhöhen. Aus dem

Tätigkeitsbericht der Kammer

seit der letzten Vollversammlung ist folgendes hervorzuheben:

Der Einspruch der Kammer gegen die Er­höhung der Gewerbesteuer in Gießen für 1929 ist insofern von Erfolg begleitet gewesen, als die vorgesehenen Ausschlagssätze eine Herabsetzung erfahren haben, und zwar bei dem Gewerbe- kapital von 63 auf 55 Pf. und beim Ertrag von 270 auf 220 Pf.

In Unterstützung einer Eingabe der Gießener Banfenbereinigung an den Stadtrat der Stadt Gießen hat die Kammer die nachträgliche Her­ausnahme der Bank- und Versicherungsunter­nehmungen aus der bereits beschlossenen Orts- satzung über die Erhebung einer

städtischen FAialsleuer

befürwortet. Leider ist der Eingabe ein Erfolg versagt geblieben.

Die hessischen Kammern haben sich gegen eine reichsrechtliche Regelung der

Kirchensteuer

ausgesprochen mit der Begründung, daß das neue hessische Kirchensteuergeseh den gestellten Anforderungen größtenteils entspricht, während eine reichsrechil.che Regelung, welche die ver­schiedenartigsten Verhältnisse berücksichtigen mühte, Verschlechterungen mit sich bringen könne.

ihn töten; sie wußte: nur sein Tod würde ihr Le­ben retten.

Endlich nahm sie den Draht von seinem Halse weg. Er lag regungslos, und mit zitternden Hän­den durchsuchte sie seine Taschen. Sie fand den Schlüssel und einen Revolver. Dann, suchte und fand sie das Schlüsselloch. Die Tür öffnete sich, und sie befand sich in einem Gang, der nach rechts und in ein helleres Zimmer mit zwei Fenstern führte. Aber immer noch war fie in Todesangst: jetzt hatte sie ihr bestes Verteidi- gungsmittel verloren.

Die Tür war leicht zu finden. Wie außer­ordentlich geschickt auch die Tür im Schlafsaal von Todds Heim verborgen war, hier lag sie sichtbar vor Augen. Sie zog an einem Hand­griff, das ganze schwere steinerne Tor schwang zurück, und sie ging durch die Oeffnung. Ein Mann stand in der Mitte des Schlafsaales und fuhr, Revolver in der Hand, bei dem Geräusch herum.

Mein Gott! Miß Ward," rief er.Wo kom­men Sie denn her?"

25.

Ein unbeschreibliches Gefühl von Sicherheit, Frieden und tiefem Glück durchströmte sie, als sie in Larrys Armen lag. Endlich machte sie sich langsam frei und stieß wenige hastige Worte her­vor, die ein kleines Regiment von Detektiven veranlaßten, nach dem Schlafsaal und durch die Ziegelsteintür zu stürzen, die sie halb offen ge­lassen hatte.

Larry vertraute das junge Mädchen der Ob­hut Harveys an und eilte hinterher. Das Zim­mer, in dem Diana eingeschlossen war, war leer; er hielt sich nur einen Augenblick auf, um den Strom auszuschalten, und folgte bann den anderen nach. Es stellte sich ohne jeden Zweifel heraus, dah der ganze Teil dieses Gebäudes trotz seiner anscheinenden Unbewohntheit regel­mäßig benutzt worden war. Sie fanden Zimmer, die innerhalb der ursprünglichen Räume durch Errichten einer schwachen Wand gebildet wur­den, die nur wenige Fuh von jedem Fenster ent­fernt war. So konnte das Haus bei Rächt be­leuchtet werden, ohne daß irgend jemand von außen das geringste wahrnahm.

Jake der Blinde hatte die reine Wahrheit ge­sagt, als er dem jungen Mädchen von den vielen Ausgängen des Hauses sprach. Einen fanden sie im Keller, der zu einem aufgegebenen Abzugs- lanal von Regenwasser führte, und dort gaben sie weitere Nachforschungen auf. Keiner von ihnen allen mit Ausnahme Larrys, der stets eine elektrische Taschenlampe bei sich hatte, war für eine Verfolgung durch die Dunkelheit aus­gerüstet.

Ein zweiter Ausgang führte direkt in den Hof, wo Larry die Garage gefunden hatte, und ein dritter führte nach der Küche in Todds Heim.

Sladkpostamt Gießen

begegnete die Postdirektion mit der Zusicherung, dah alles für eine möglichst schnelle Abfertigung des Publikums getan werden solle.

Die Kammer befürwortete eine Eingabe der Bürgermeisterei Großen-Linden an das Hessische Finanzministerium, in welcher zur Behebung der auf dem

Bahnhof Großen-Linden

bestehenden Verkehrsschwierigkeiten der Dau einer Unterführung angeregt wird.

Die hessischen Kammern haben den Deutschen Industrie- und Handelstag gebeten, sich für eine

Verminderung der Post- und Lisenbahnreklame

einzusehen, da diese so sehr überhand genommen hat, dah sie immer häufiger zur Ursache für alle möglichen Verwechslungen und Unzuträglich- keiten wird.

Die Bemühungen um eine Verlängerung der

Aufbrauchsfrisken für Vollgummireifen

sind erfolglos geblieben; doch wurde vom Reichs­tag eine Entschließung angenommen, wonach die Reichsregierung ermächtigt wird, auf die Länder- regierpngen dahin einzuwirken, dah die Anträge auf Verlängerung der Aufbrauchsfrist beim Vor­liegen einer wirtschaftlichen Notlage entgegen­kommend behandelt werden sollen.

Die Kammer hat sich gegen die weitere Auf­rechterhaltung des Gesetzes über den

verkehr mit unedlen Metallen

bzw. gegen die Aufnahme diesbezüglicher Vor­schriften in die Gewerbeordnung mit der Begrün­dung ausgesprochen, dah ein dringendes Bedürf­nis hierfür nicht mehr anerkannt werden könne.

Die Klagen des Handels über die von land­wirtschaftlichen Genossenschaften und auch von Landwirtschaftskammern selbst betriebenen Han­delsgeschäfte aller Art haben zur Errichtung einer

Verbindungsstelle

bei der Industrie- und Handelskammer Frank­furt a. M.-Hanau geführt mit dem Ziele einer engen Zusammenarbeit von Landwirt­schafts- und Handelskammern in allen gemeinsamen Fragen.

Mit der Sitzung in Heuchelheim folgte die Kammer einer Einladung ihres Mitgliedes, des

mente im Warenhandel.

Das Hessische Justizministerium hat den Antrag der hessischen Kammern auf Erlaß einer Ver­fügung, nach welcher, gleich wie in Bayern, Baden und Sachsen,

Verstöße

gegen das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb

ohne weiteres von der Staatsanwaltschaft zu verfolgen sind, wenn der Strafantrag seitens eines gewerblichen Schuhverbandes oder der­gleichen gestellt wird, abgelehnt, dafür aber die Staatsanwaltschaften angewiesen, in solchen Fäl­len die zuständige Handelskammer gutachtlich an­zuhören.

Seit dem 1. April 6.3. sind bei den hessischen Gerichten

Gerichlskostenmarken

eingeführt worden; die dahingehenden Bestre­bungen der hessischen Kammern sind also erfolg­reich gewesen.

Die Haftung des Staates bei Verfehlungen von

Oie Patronatsfrage in Hessen.

Kürzlich fanden Verhandlungen über dieP a - tronatsfrage in Hesse n statt, wozu Prälat D. Dr. Diehl vom hessischen Landes­kirchenamt ein Referat erstattete. Der Vortra­gende ging davon aus, daß durch Artikel 63 der Verfassung des Dolksstaates Hessen und durch das Gesetz vom 22. Juni 1923 die Auf­hebung der Standesvorrechte betr. eine neue Rechtslage, gleichzeitig aber auch erhebliche Schwierigkeiten entstanden seien. Auch durch die Aufhebung von Fideikommissen ist die Lage der Kirche insofern schwierig geworden, als dadurch vielfach die Sicherungen Wegfällen, die feit altersher für die Kirchen bestanden. Bei der Neuregelung muß davon ausgegangen werden, ob ein Patronat grundherrlich oder ftan- desherrlich ist. Auch das Präsentations­recht. muh neu geregelt werden. Dabei er­scheint notwendig die Beteiligung der Kirchengemeinden bei den Stellen­besetzungen. Cs muh geprüft werden, inwieweit dies möglich ist, ohne die Präsentation ihres Wesens zu entkleiden. Ebenso scheint eine Neu­regelung des Kirchengebets notwen­dig im Hinblick auf die bestehende Vielartigkeit. Es wird dabei die Frage zu prüfen fein, ob man die bestehenden Rechte ablösen soll und in welcher Weise. In der an das Referat sich an* schließenden Aussprache wurde von verschiedenen Seiten betont, dah alles geschehen müsse, um die Kirchenvor stände aktiv zu betei­ligen. Allerdings dürfe man nicht so weit gehen, dah die Ausübung des Patronatrechts nur noch eine leere Form würde. Die Aus­sprache führte dahin, dah der Vorschlag an­genommen wurde, eine Kommission zu er­nennen, die alle einschlägigen Fragen prüfen und Vorschläge ausarbeiten soll.