fängerstationen. 3m Mittelpunkt der 3nsel erhebt sich der Mount Paget zu einer Höhe von 2700 Meter; er ist bisher noch nicht erstiegen worden. Obgleich Süd-Georgien nicht über zwanzig bis dreißig Kilometer breit ist. wurde es nur einmal durchquert. Shackleton landete an der Südseite auf seiner beschwerlichen Rückreise von seiner Antarktis-Expedition und brachte es mit seinen Leuten fertig, die Walstation im Rorden der 3nsel zu Fuß zu erreichen. Bisher hat noch niemand Lust verspürt, ihm dos nachzutun.
Der Walfang wird in Süd-Georgien von mehreren Stationen an der Küste aus betrieben; die Walfänger bringen ihre Deute täglich zur Verarbeitung dorthin.
Die 3agd auf Walfische kann nur unter drei Voraussetzungen erfolgreich sein: Zunächst muß die Mannschaft vollkommen eingearbeitet und durchorganisiert sein, damit keine Gelegenheiten versäumt werden. Das zweite Erfordernis ist äußerst geschicktes Manöverieren. Dabei muß berücksichtigt werden, daß der Wal nur alle zehn oder fünfzehn Minuten auftaucht und- dann zwei- bis dreimal einen starken Wasserstrahl ausbläst. Rur ein kleines Stückchen des Tieres ist an der Oberfläche zu sehen, und der Harpunierer hat nur drei, höchstens vier Sekunden zum Zielen. Es ist beinahe unheimlich, zu sehen, wie genau einige Harpunierer fast instinktiv bestimmen können, wo der Wal das nächste Mal auftauchen wird. Drittens, noch am wenigsten bedeutsam ist Zielsicherheit beim Abschießen der Harpune.
3n der Harpunenspihe befindet sich eine starke Sprengstoffladung. Explodiert sie im Körper des Wals, so wird das Tier in der Regel sofort getötet. Manchmal geht jedoch der Schutz schräg durch den Rücken, so dah die Ladung außerhalb des Körpers explodiert; in solchen Fällen wird das Schiff oft lange durch das Wasser geschleift, bevor sich eine Gelegenheit ergibt, dem Wal- Usch mit einer oder mehr Harpunen den Gnaden- oh zu geben.
Wenn der Walfisch getötet ist, wird er am Bug des Schiffes befestigt und, um sein Sinken zu verhindern, mit komprimierter Luft durch eine ..Injektionsnadel" in der Größe einer Lanze aufgepumpt. Die oberste Hautschicht wird abgeschabt; in den Schwanz werden Einschnitte gemacht, um die Speckaufschneider in der Station davon zu unterrichten, wieviel Harpunen zur Tötung des Wals gebraucht wurden. Dann wird der riesige Körper durch eine Boje mit der Flagge des Walfängers kenntlich gemacht und freischwimmend verlassen. Der Walfänger geht weiter auf die Jagd und sucht am Ende des Tages die schwimmende Deute zusammen, die dann in die Station geschleppt wird.
Aus der Pwvinzialhaupistadt.
Gießen, den 13. Juli 1929.
Turn- undSporiabend in derVolkshatle
Bereits am Sonntag, gelegentlich des Festzuges, gaben die Gießener Turn- und Sportvereine durch ihre zahlreiche Beteiligung ein gutes Zeichen enger Verbundenheit zwischen Schützen, Turner und Sportsleuten. Einen neuen Beweis enger Zusammengehörigkeit gab der gestrige Abend in der Volkshalle, mit dem die Gießener Turn- und Sportvereine innerhalb des Schützenfestes zum Gelingen der ganzen Veranstaltung beitrugen. Cs war ein glückliches Unterfangen der Leitung, einen solchen Abend in die Festfolge des Schützenfestes einzufügen. Legte doch der überaus gute Besuch beredtes Zeugnis davon ab, daß man in weiten Kreisen der Bevölkerung Veranstaltungen in diesem Rahmen zu würdigen weiß.
Die Ctabübungen der Turnerinnen der Gießener Turnerschast (Männerturnverein und Tv. 1846) erwiesen sich in ihrer wundervollen Darbietung als eine sehr gute Einleitung des Abends. Sie gaben in ihrer Dreiteilung als flüssige, zügige und sprunghafte Bewegungen ein harmonisches Ganzes, das ungeteilten Beifall fand. Das Reck- turnen, eine Glanznummer des Programmes, bildete durch eine Kette vorzüglicher Leistungen eine Darbietung, auf welche die beiden Vereine der. Gießener Turnerschaft mit Recht stolz sein können. Vor allem gefiel der erste Zwölfkampfsieger des 14. Deutschen Turnfestes, Karl Reuter, der durch seine schwierigen, exakt ausgeführten -Hebungen vor breiter Öffentlichkeit Proben seines großen Könnens ablegte. Dennoch fielen auch die übrigen Turner durchaus nicht aus dem Rahmen. Durch Hebungen am Sprungtisch war der Turnerjugend der Gießener Turnerschaft willkommene Gelegenheit geboten, zur Bereicherung der Festfolge beizutragen. Daß die Fechtriegen der beiden Turnvereine willig in die durch Ausfall eines Programmpunktes entstandene Lücke einsprangen, ist hoch anzuerkennen und macht ihnen alle Ehre. Die dargebotenen Gefechte (Säbel, Degen und Florett) fanden allgemeine Anerkennung und Beifall.
Vorführungen in nahezu höchster Vollendung waren die sehr schwierigen zweier und dreier Kunstfahren des Radklubs „Germania 1899". Ebenso wie diese radsportlichen Darbietungen wurde der flott durchgeführte 16er Schmuckreigen des Radfahrervereins von 1885 durch überaus herzlichen Beifall ausgezeichnet.
Ein Gymnastisches Bilderbuch", dargestellt von der Damenabteilung des V.f.D. 08 Gießen mit einer Bewegungsharlekinade von R. Fischer beschloß den Reigen der Darbietungen. Ohne voll zu überzeugen, konnten sich die Darstellerinnen sowie der Tänzer der Zustimmung des Publikums erfreuen.
Die Kapelle Topp umrahmte in gefälliger Art die turnsportlichen Darbietungen mit ansprechenden Musikstücken; auch in der Begleitung der Vorführungen konnte sie durchaus gefallen.
Da der Besuch als sehr gut zu bezeichnen war, dürften alle — Schützen verein, Zuschauer und Milwirkende — vollkommen auf ihre Rechnung gekommen fein.
Erfolgreiche Stenographen.
Dei dem anläßlich der 49. Verbandstagung des Hessen-Rassauischen Kurzschriftverbandes (Verband für Einheitskurzschrift) in Wiesbaden veranstalteten stenographischem Wettkampfe, an dem sich 1184 Kurzschriftler Beteiligten, gelangten 84 wertvolleEhren- preise zur Verteilung. Besonders erfolgreich ging aus diesem Wettkampf die I. Reichs- kurxsch riftgese llschaft „Gabelsberger' und Damenabteilung Gieß en hervor. Allein zwölf von den zur Verfügung stehenden Ehrenpreisen entfielen auf die Gießener Gesellschaft. Don den Gießener Vereinen konnten folgende Leilnehmer mit Preisen
Der Neubau der pesialozzischule.
Richtfest.
Gestern konnten die Dauleitung und die Arbeiterschaft an dem Neubau der Pesta- lvzzischule in den Eichgärten das
Richtfest
begehen. Aus diesem Anlaß war der Dau mit dem Richtkranz und Fahnen in den Reichsfarben und den hessischen Landesfarben geschmückt. Das Städtische Hochbauamt hatte aus diesem Grunde die Mitglieder des städtischen Dau- ausschusses, die leitenden Schulmänner unserer Stadt und die Presse zu einer
Besichtigung des Baues eingeladen. Hierbei konnte man die Feststellung machen, dah das große Dauwerk rasch vorangekommen ist. Die Erdbauten wurden Ende Ro- vember begonnen, am 5. April wurden die Maurerarbeiten in Angriff genommen, und heute steht das große Haus bereits in seiner imponierenden Gestaltung vor dem Deschauer.
In dem neuen Schulhaus werden 2 4 Klass e n geschaffen, ferner ein Physiksaal, ein Saal für Werkunterricht, ein Hortsaal, eine Milchküche, ein Zimmer für den Rektor, ein Konferenzzimmer, ein Singfaal, ein Saal für den Religionsunterricht, ein Arztzimmer mit Warteraum, eine 13x24 Meter große und 7,15 Meter hohe Turnhalle (die auch als Aula benutzt werden kann) mit Dühne und Galerie, ein Raum zur Bekämpfung von Ungeziefer an Kindern, ferner ein Aufenthaltsraum für die Kinder an Regentagen, eine Hausmeisterwohnung — bestehend aus 4 Zimmern und Küche —, ferner die erforderlichen Wasch- und Aborträume. In dem Vorhof der Schule soll ein Standbild Pestalozzis aufgestellt werden, damit diesem großen Pädagogen in dem neuen Schulhaus ein würdiges Denkmal gesetzt wird. Der große Dau hat Huf- eisenform, er ist aus Klinkersteinen gemauert und —wie bei der Desichtigung übereinstimmend fest- gestellt wurde — sehr, zweckmäßig gegliedert und mit hohen luftigen Räumen ausgestaltet. Die Fenster der Klassenräume gehen nach Süden, so dah den Kindern der Aufenthalt in den Räumen so angenehm wie möglich gemacht wird. Del dem anschließenden
Dei dem anschließenden
Richlfestschmaus
in Gemeinschaft mit der an dem Reubau beschäftigten Arbeiterschaft teilte Stadtbaurat ©rattert, dem als Vorstand des Städtischen Hochbauamtes die oberste Dauleitung obliegt, mit, daß der Dau 22 000 Kubikmeter umbauten Raum umfaßt. In diesen Dau seien 1,1 Millionen Steine, ferner 34 000 Stück Deckensteine,
72 500 Kilogramm Rundeifen und 5500 Sack Zement verarbeitet ttorden. Der Dau fei in 100 Arbeitstagen erstanden. An Tagewerken seien 6397 geleistet, so daß eine durchschnittliche Arbeiterbelegschaft von 64 Mann von Anfang bis heute an dem Dau tätig gewesen sei. Wenn man das verarbeitete Rundeisen meterweise berechnen und aneinanderfügen wollte, so käme eine Strecke von Gießen bis Frankfurt a. M. heraus; die gesamten Ziegelsteine aneinander» gereiht ergäben eine Strecke von Frankfurt a. M. bis Freiburg i. Dr. Zur Herbeischaffung des Rundeisens sei ein Cisenbahnzug von 58 Waggons zu je 15 Tonnen notwendig. Dieser Dau sei der größte, den unsere Stadt seit vielen Jahren errichtet habe. Besonders erfreulich sei es, daß bei dem Dau bisher keinerlei Unfälle zu verzeichnen waren. Er wünsche, daß auch die weitere Dauarbeit ohne jeden Unfall verlaufen und nach jeder Richtung hin zu einem guten Ende kommen möge. Zum Schluß gab der Redner dem Wunsche Ausdruck, daß die gemeinsame Arbeit zwischen Baumeister und allen an dem Bau beschäftigten Personen ein W^rk zustandebringe, das Anerkennung finde und
der Jugend zum Segen
gereiche. Genugtuung und Freude über das bis jetzt wohlgelungene Werk, aufrichtige Anerkennung für die Arbeit aller Männer vom Bau, von der obersten Spitze bis zum letzten Lehrling, brachten in Ansprachen zum Ausdruck: Kreisschulrat Loos, der bisher Rektor der Pestalozzischule war und jetzt in Groß-Umstadt amtiert. Stadtratsmitglied Mann, Stadtratsmitglied Fischer, Stadtratsmitglied Schmidt. Gleichzeitig sagten die Herren auch der Stadtverwaltung und dem Stadtrat für ihre Großzügigkeit bei der grundlegenden Beschlußfassung für diesen Bau herzlichen Dank. Oberpolier Balser brachte den Dank der Arbeiterschaft für die Herrichtung des Richtfestes zum Ausdruck, Polier Schwalb feierte den Bauleiter Wieth, Herr Freitag als Vertreter der Firma Aber mann brachte ein Hoch auf Stadtbaurat ©rattert und den Bauleiter Wieth aus; der Statiker des Baues, Ingenieur Roth aus Frankfurt, ein Ausland- schweizer, gedachte mit Worten der Genugtuung der Tatsache, dah seinem großen Landsmann Pestalozzi in dieser Schule ein Denkmal errichtet werden wird.
Die Feier der geistigen Schaffer und der Werkleute an diesem Dau nahm bei Wurst und Brot und einem guten Glase Bier sowie guten Zigarren in allen Teilen einen Verlaus, mit dem die Telnehmer recht zufrieden waren.
ausgezeichnet werden. (R.G. — I. Reichskurz- schriftgesellfchaft „Gabelsberger" und Damenabteilung e. V. Gießen- D. 61 = Kurzschriftverein von 1861; D.V. = Damenverein „Gabelsberger"):
Abteilung 240 Silben: Kurt Moosdorf, R.G., 1. und Ehrenpreis.
Abteilung 200 Silben: Georg Wahl, R.G., 1. und Ehrenpreis; Ottilie Treser, R.G., 1. und Ehrenpreis; Bruno Schneider, R.G., 1. Preis.
Abteilung 1 80 Silben : Hildegard Kuhl, R.G., Emmi Schüler, R.G., erste Preise.
Abteilung 160 Silben: Heinr. Preu- ßer, R.G., 1. und Ehrenpreis; August Hirsch, R.G., Johanna Flamme, R.G., erste Preise.
Abteilung 140 Sil den: Dora Rickel, R.G., Dora Heß, R.G., erste und Ehrenpreise; Elisabeth Gladigow, D.V., Kurt Leipold, 03.61, erste Preise; Wilhelm Rieß, 2.61, Luise Schade, D.V., zweite Preise; Erna Franz,' R.G., 3. Preis.
Abteilung 120 Silben: Liselotte Jockel, D.V., 1. und Ehrenpeis; Alfred Bormuth, R.G., Fritz Dörfner, R©., Elly Volland, R.G., Fritz Möller, R.G., Irma Büxler, R.G., Berta Eisenbach, R.G., ©g. Hanitsch, 2.61, Olga Pfeiffer, D.V., Ewald Wagner, 2.61, August Becker, 2.61, erste Preise; Erich Wagner, R.©., 2. Preis.
Abteilung 10 0 Silben: Max Katz, R.G., 1. und Ehrenpreis; Rich. Hainbach, R.G., 1. und Ehrenpreis; Ludw. Schwinn, R.G., Erich Hock, R.G., Herm. Buchner, R.G., Hch. Mosbach, 2.61, Lilli Pietz, 9.2., Anni Lanio, 9.2, Agnes Sack, D.V, Elly Rieh, D.V., Otti Jung, 9.2, Fritz Reh, 2.61, Walter Schmitz, 2.61, erste Preise; Rich. Hock, R.G., Herta Krehe, R.G., Adam Carl, RG., Johanna Bohl, R.G., Minna ©erbig, RG., Hanni Iacobsohn, D.2., Friedr. Gorges, 2.61, Erwin Sack, 2.61, zweite Preise.
Abteilung 80 Silben: Alwin ©erbig, R.G., Erna Philipp, R.G., Otto Rühl, R.G., Kathi Keller, R.©., erste und Ehrenpreise; Hch. Dörr, R.G., Erwin Weber, R.G., H. Kröcker, R.G., Karl Balser, R.G., Christel Stinn, R.G., Lina Kreutzer, R.©., Luise Reinhardt, R.G., Albert ©ötz, R.G., Hch. Schmieder, R.©., Heinrich Ochs, R.G., Minni Schmitz, R.©., Marianne Schreiner, R©„ Walter Bolpert, R.G., Daniel Bodenbender, 2.61, Ilse Schmal!, D.2., Wilh. Honig, 2.61, Arthur Willershäuser, 2.61, Kurt Horeyseck, 2.61, Elisabeth Müller, D.2., Else Pauly, D.2., erste Preise; Kurt Steber, R.G., Emmy Overbeck, RG., Phil. Remy, R.G., Arthur Michel, 2.61, Käthe Kern, 9.2., Rob. Rieß, 2.61, Ludw. Schön, 2.61, zweite Preise.
Von der Kriegsgräberfürsorge.
Auf dem Gebiet der ersten Marneschlacht, die Anfang September 1914 von der 2. Armee unter Generaloberst v. Bülow und der 3. Armee unter Generaloberst Freiherrn v. Hausen geschlagen wurde, liegt der Ort Connantre. Rur kurze Zeit haben sich unsere Truppen in dieser Gegend ausgehalten und haben sie auch später nicht wieder erreicht. Auf dem Friedhof von Connantre liegen daher, aus den Feldgräbern der Hmgegend zusammengetragen, vor allem Gefallene aus Der großen Schlacht an der Marne. Der Sammelfriedhof birgt 558 namentlich bekannte Soldaten in Einzelgräbern und 8369 einzeln nicht feststellbare Tote in zwei Sammelgräbern. Der Bolksbund Deutsche Kriegs- gräberfürsorgc hat diesen Friedhof mit eigenen Mitteln ausgebaut und jetzt nahezu fertiggestellt. Im Iuliheft der Zeitschrift „Kriegsgräberfür- sorge" berichtet er darüber in einem Aufsatz mit guten Bildern. Wir finden die Orte angegeben, aus deren Bereich die jetzt in Connantre ruhenden Toten zusammengebettet worden sind, und eine Aufzählung der hauptsächlichsten Truppenteile, denen die Gefallenen angehörten. Die ein* gefügten Dllder veranschaulichen den früheren
Zustand des Friedhofes und die Arbeit, die der Bolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hier geleistet hat. Ein Ausgestaltungsplan gibt uns einen Gesamtüberblick über die ausgeführten Arbeiten, ein weiteres Bild zeigt den stimmungsvollen Zugang zum Friedhof, das Titelbild ist ausgenommen zwischen den beiden mit 2000 Lavendelpflanzen besetzten Sammelgräbern in Richtung nach dem Eingang, während das letzte Bild den Blick vom Eingang über den mit Stein» fließen ausgelegten Ehrenraum zwischen^ den Sammelgräbern hindurch nach den Einzelgräbern darstellt. Da der Krieg dieses Gebiet nur wenig berührt hat, stehen heute noch sowohl am Eingang des Friedhofes die ihn so stimmungsvoll einfassenden Fichten, als auch in der weiteren Hingebung die stattlichen, Schatten spendenden Laubbäume, die das landschaftliche Bild beleben. Dieser eigenartige, im ausgesprochenen Frontgebiet nicht zu findende Rahmen der ganzen Anlage und die idyllische Lage des Friedhofes gaben Veranlassung und die Möglichkeit, diesen Friedhof, der die sterblichen Heberreste vieler deutschen Brüder birgt, die für uns schon in den ersten Kriegsmonaten in den Tod gegangen sind, besonders schön auszugestalten.
Oer Hauptgewinn in der preußisch- Süddeutschen Klaffentotierie.
Wie die „B. Z." meldet, brachte die am Freitag begonnene Ziehung zur vierten Klasse der 33./259. Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie gleich in den ersten Stunden die von allen Losinhabern erwartete Sensation: Der Hauptgewinn in Höhe von 100 000 Mk. wurde gezogen und fiel auf die Rümmer 1 6 2 8 3 4. Das siegreiche Los wird in der ersten Abteilung in Schwerin in Mecklenburg, in der zweiten in Magdeburg, beide in Achteln, gespielt.
Gießener Wochenmarktpreise.
Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Wirsing 30 bis 35, Weißkraut 30 bis 35, gelbe Rüben 20 bis 25, rote Rüben 25 bis 30, Römischkohl 15 bis 20, grüne Dohnen 35 bis 60, gelbe Dohnen 50 bis 65, dicke Dohnen 20 bis 25, Erbsen 25 bis 30, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 30 bis 80, Zwiebeln 10 bis 25, Rhabarber 10 bis 15, alte Kartoffeln 5,5, neue Kartoffeln 9 bis 10, ausländische Aepsel 45 bis 70, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 40 bis 60, Sauerkirschen 45 bis 50, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25 bis 35, Erdbeeren 60 bis 90, Himbeeren 80 bis 90, Aprikosen 55 bis 60, Pfirsiche 75 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Walderdbeeren 50 bis 55 Pf. der Schoppen; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 70 bis 90, Eier 13 bis 14, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 7 bis 10, Salatgurken 25 bis 50, Gin» machqurken 8 bis 15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 15 bis 25, Sellerie 10 bis 15 Pf. das Stück; Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund; alte Kartoffeln 4,50, neue Kartoffeln 8 Mark der Zentner.
*
Oeffen11iche Bausparkassen. 2on der Dezirkssparkasse Gießen wird uns mitgeteilt: Entsprechend den vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband aufgestellten Richtlinien werden auch im Dolksstaat Hessen und der Provinz Hessen» Rassau öffentliche Bausparkassen errichtet, und zwar werden sie als besondere Abteilungen den öffentlichen Bankanstalten ungegliedert: für den Dolksstaat Hessen der Hessischen Girozentrale in Darmstadt, für den Regierungsbezirk Wiesbaden der Rassauischen Landesbank in Wiesbaden, für den Regierungsbezirk Kassel der Landeskreditkasse in Kassel. Hm in dem gesamten Wirtschafts- Lchiet folg Organilutifiü untz Werbetätigkeit ein
heitlich zu gestalten, ist in Frankfurt a. M. ein» gemeinsame Geschäftsstelle dieser drei öffentlichen Bausparkassen geschaffen. Die ganze Organisation wird in Kürze durchgeführt, so daß sich Bau- lustige schon im Laufe des Juli an die örtlichen Sparkassen wenden können.
** Der Polizeibericht meldet: In der Nacht zum 5. b. M. wurde aus dem Wandschrank eines Sludentenoerbindungshauses mittels Nachschlüssels eine braune Stahlkassette mit Einsatz und 48,27 Mk., eine Zigarettenpappschachtel mit 40 Mk, und eine weiße Blechschachtel mit 8,80 Mk. entwendet. — Am 7. b. M. gegen 5 Uhr würben an einer Aufbruchstelle im Teufelslustgärtchen zwei Sturmlaternen entwenbet, von bencn eine in zertrümmertem Zustande in der Löwengasse gefunben wurde. — Am 10. b. M. gelang es der Kriminal- Polizei, in ber hiesigen Stabt einen schon lange gesuchten Sittlichkeitsvcrbrechcr festzunehmen und seiner Schanbtaten zu überführen. Der Rohling, ein 43 Jahre alter, verheirateter, hier wohnhafter Schlosser, hatte es besonders auf Knaben im Alter von 5 bis 8 Jahren abgesehen. Unter allerlei Lockmitteln nahm er diese auf seinem Fahrrab mit sich und verging sich bann in ber gemeinsten Weise an ihnen. Einen Jungen lockte er sogar in den Berg- werkswalb, wobei er allerdings bas Pech hatte, von erwachsenen Personen erkannt zu werden. Er wurde der Staatsanwaltschaft vorgeführt unb in Untersuchungshaft genomen. Damit finden eine ganze Reihe ber vorstehend geschilderten Straftaten ihre Aufklärung. — An die Eltern unb Erzieher sei hiermit nochmals die ernste Mahnung gerichtet, ihre Kinder bavor zu warnen, sich sremben Menschen anzuvertraucn.
** Verlegung ber Dien st räume bes Finanzamtes. Das Finanzamt Gießen verlegt seine Diensträume ab 17. b. M. nach Ecke Goethe- unb Lessingstraße. Deshalb fällt jeder Verkehr am 17., 18. und 19. b. M. aus. Näheres wolle man ber heutigen Bekanntmachung entnehmen.
** Gehaltserhöhung im Versiche- rungsgewerbe. Wie uns der Deutschnatio- nale Handlungsgehilfen-Derband mitteilt, ist der Schiedsspruch vom 14. Juni 1929, der eine Erhöhung der bisherigen Gehälter für die Angestellten im Dersicherungsgetterbe mit 3 v. H. bringt, vom Reichsarbeitsminister für allgemeinverbindlich erklärt worden.
** Arbeits-Jubiläum. Der Magazinarbeiter Justus Hofmann aus Alten-Buseck beging heute bei ber Firma H. Schafsstaedt ©. m. b. H. in Gießen sein 25jähriges Arbeitsjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde er seitens der ©eschäftsleitung, der Beamten unb der Arbeiterschaft gebührend geehrt.
** Von ber oberhessischen Schafzucht. Man schreibt uns: In Oberhessen war bis vor wenigen Jahren das veredelte oberheffischc Lanbschas, entstanden aus Kreuzung bes Lanbschafes mit englischen Schafen, zu Hause. Dieses Schaf genügte wohl hinsichtlich Fleischleistung und Wuchs, befriedigte aber nicht völlig in ber Wolle. Da außerbem sich bas Zuchtziel nur auf bie Provinz Oberhessen beschränkte, Zuchttiere also weber auswärts angekauft, noch nach bort abgefetzt werden konnten, entschloß sich der mit ber oberhessischen Schafzucht betraute Lanbwirtschastskammer-Ausschuß in Gießen unter Zustimmung ber oberhessischen Schäfer dazu,
Gewinnauszug
4. Klaffe 33. Prcußisck-Südbeutfche (259. Preuß.) Klasjen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Rümmer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II
1. Ziehungstag 12. Juli 1929
3n der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
2 Gewinn« gu 100000 M. 162834
2 Gewinne zu 3000 Q1L 4768
2 Gewinne zu 2000 M. 64626
8 Gewinne zu 1000 M. 49224 173016 219799 333791
10 Gewinne zu 600 M. 99016 195589 269862
361856 376582
34 Gewinne zu 500 M. 8100 13940 66072 57298 67589 60207 91179 115597 118099 176950 179319 182446 197404 215057 318930 351844 393282 102 Gewinne zu 400 M, 18457 28808 31639 34285 36787 40755 66148 73642 83346 85134 85955 94204 106019 116955 118819 123636 143259 154189 155077 156397 159276 178270 179818
191707 199577 204271 216746 218833 221225
226111 229940 232383 249201 254127 254448
289385 289301 310481 312176 320127 323969
347385 349595 357942 366408 371982 374979
377962 381972 383185 398798
252 Gewinne >.u 300 M. 1627 4028 6618 9933 10880
13078
13284 19665 20573 21669 21952
22776
27034
27709 27867 28557 35304 35880
37722
39527
39993 41042 44054 44094 45616
48153
48301
49472 59806 63043 63975 76756
77259
79131
83928 85404 87083 90847 93318
94892
93785
99041
1*02234
108911
109972
112134
117796
118349
122303
125871
126350
126404
127195
138749
139870
140439
147549
148595
149067
154487
161166
174533
175399
176138
180270
192829
200113
207973
209297
211328
212476
212806
212924
219887
223249
227560
229917
242257
244816
245212
250083
253762
255601
262232
262285
268298
272013
279053
280241
281485
282555
282979
283480
233612
284235
2 18964
299788
301763
303437
306269
303130
308881
314668
319878
322863
328082
329794
335906
337853
340088
342439
343581
347005
349614
349993
356249
373182
374430
381156
382458
384723
387647
388972
389090
393456
398189
Die in der heutigen Vormittagsziehung gezogenen beiden Hauptgewinne von je 100000 M. fielen auf Nr. 162834 in Abteilung I nach Schwerin (Mecklenburg) in Abteilung II nach Magdeburg,
8n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
2 Gewinne,u 6000 M. 2844
2 Gewinne gu 3000 M. 72033
100589 101460
300 M. 3346 3976 6902 6966 8408
86260 89003 91133 95341 99516
168471
199330
235279
288145
343566
386685
169401
205004
237052
297439
356600
387102
117734
181477
224045
273796
323812
359609
132555
182934
226221
275247
329339
360316
147359
186617
229410
279805
336272
382372
107602
134348
165944
180300
207698
230810
241057
268037
279133
290846
303215
328982
840340
357815
881040
65979
85042 105445
123100
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