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das Zuchtziel auf die Zucht des deutschen schwarz- köpfigen Fleischschafes umzustellen und dadurch der Schafzucht eine breitere Grundlage zu geben. Wert- volle Böcke der neuen Rasse wurden aus den Hoch- zuchtgebieten Westfalens bezogen und in die ober- hessischen Stammherden eingestellt. Auch wurde eine größere Anzahl weiblicher Tiere in Westfalen ange- kaust. Das neue Zuchtziel ist über Erwarten gut einqeschlagen. Die Böcke haben durchschlagend vererbt, die weiblichen Tiere haben sich den hiesigen Verhältnissen gut angepaßt. Ihre männliche Nachzucht, soweit sie in das Herdbuch der Landwirt- schaftskammer eingetragen ist, wird alljährlich versteigert, um Gemeinden und Schäfereien Gelegenheit zu geben, wertvolle Vatertiere, die durch eine sachkundige Kommission ausgesucht sind, auf den Versteigerungen zu erwerben. Die d'esrahnge Sch a s - bockvcrsteigerung findet in £' A "MM , tt - wach, 2 4.Juli, 10 Uhr statt. Zur Versteigerung sind rund 40 Böcke gemeldet. Im Anschluß an die Schafbockoersteigerung findet eine Eber- und Bullenversteigerung statt. Hierzu sind drei Eber des veredelten Landschweins vom Versuchsgut der Landwirtschaftskammer Selgenhof gemeldet, ferner dreißig Bullen, die der hessischen Fleckviehrasse angehoren. Sämtliche in Lich zur Versteigerung kommenden Tiere sind in die Herdbücher der Landwirtschaftskammer eingetragen und versprechen infolge ihrer guten Abstammung und äußeren Form eine leistungsfähige Nachzucht zu liefern. Man beachte die **tÄb.aiau5tintt Kurhaus. Arn Donnerstag, 18. t>. M., abends 7.15 iU>r, fin- det im großen Bühnensaal des Bad-Rauhermer Kurhauses eine Aufführung von Richard Wag- ners großer romantischer Oper „Tannhauser statt Für die unter Leitung von Generalmusikdirektor Dong ar h stehende Vorstellung wurden namhafte Solisten verpflichtet. (Raheres in der heutigen Anzeige.)
Oer Offenbacher Haushaltsplan genehmigt.
WSA. Offenbach a. M., 12. 3uli. Der Offenbacher Haushaltspla n. der mit einem Fehlbetrag von 2 Millionen Mark ab- geschlossen hatte und nach Rücksprache mit der Aufsichtsbehörde in Darmstadt in einer eingehenden Beratung des Finanzausschusses auf 128 000 Mark Fehlbetrag reduziert worden war, ist in der gestrigen Stadtratssihung mit allen Stimmen gegen die der Kommunisten a n g e - n 0 m m e n worden. Die Parteien (mit SluS- nahme der Kommunisten) erklärten, daß sie unter dem Zwang der Verhältnisse gehandelt hätten und deshalb bereit seren, dem Haushaltsplan zuzustimmen: unter normalen Verhältnissen hätten sie sich aber nicht dazu entschließen können, sich mit dem Plan einverstanden zu erklären. Rur um eine finanzielle Katastrophe abzuwenden und um endlich den Voranschlag zustande zu bringen, seien sie bereit, den vorgelegten Etat gutzuheißen.
Oberheffen.
Landkreis Gießen.
♦ Lang-Göns. 12.3uli. Alles rüstet sich zum Empfang der Festgäste die zur 3 0 j ä h r i - gen Jubelfeier des Turnvereins morgen hier erscheinen. Reben etwa 20 Turnvereinen, die ihre Mitwirkung zugesagt haben, beteiligen sich an dem Jubiläum die beiden hiesigen Gesangvereine. Cs wird somit Turn- und Gesangs- sreunden Rechnung getragen.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
~ Krofdorf, 11. Juli. Die Gemeindevertretung von Krofdorf-Gleiberg hat in ihrer jüngsten Sitzung folgendes beschlossen: Die angeregte Erhebung eines Zuschlages auf das Wassergeld für Ladeeinrichtungen fand nicht die Zustimmung der Vertretermehrheit: dagegen soll die schon früher beschlossene Anschaffung von 25 Wassermessern nun durchgeführt und die Messer für Haushaltungen mit starkem Wasserverbrauch eingebaut werden. — Sn Krofdorf wird die Kreisverwaltung die Pflasterung der Haupt st ratze fortsetzen und ist auch die Gietzener Strahe von der Abzweigung an der Hauptstraße bis an die Einmündung der Wiesen- strahe für diese Verbesserung vorgesehen. Die Gemeinde soll diesen Teil der Gießener Strahe vor der Pslasterung auch kanalisieren lassen, was die Vertretung aber ablehnte, da andere, dringende Wegevcrbesserungen der Erledigung harren. So soll in Gleiberg die schon oft zurückgestellte Straßenpflasterung in diesem Jahre durchgesührt werden. — Infolge Abbaus des bisherigen Rachtwächters für Krofdorf ist diese Stelle frei geworden. Die Vertretung hält einen Rachtwächter nicht für erforderlich und lehnt es ab, einen neuen einzustellen. — Der Haushaltsplan für 1929 wurde durchbe- raten und festgesetzt. Als Gemeindeumlage au die Grundvermögens- und die Gewerbesteuer kommen 360 Proz. zur Erhebung. Es ist dies gegen 1928 eine Erhöhung von 10 Proz., welche durch Bereitstellung größerer Mittel für Wegebauzwecke einschließlich der erwähnten Strahen- pflasterung in Gleiberg bedingt ist.____________
F"Naunheim,12. Juli. Wie aus der Deffnung der Offerten für unsere Wasserleitung hervor- aeht — die Quellen sind gefaßt —, bewegten sich die Angebote für den Hochbehälter zwischen 15 000 und 20 000 Mark, für das Ortsnetz zwischen 63 000 und 78 000 Mark.
Kreis Biedenkopf.
T Waldgirmes, 12. Juli. Da die Gemeinde Dorlar täglich über 30 Kubikmeter Wasser mehr verbraucht, als erst vorgesehen war, reicht bei der bestehenden großen Trockenheit im Erdreich die eine Quelle für die gemeinsame Wasserleitung nicht aus. Die Gemeindevorstände von Dorlar und hier beschlossen daher in ihrer letzten gemeinsamen Sitzung eine zweite ergiebige Quelle nahe bei der ersten hinzuzuleiten. Die Arbeiten sollen in drei Wochen beendet sein.
# Holzhausen b. Gladenbach, 11. Juli. Die hiesige Textileinkaufsgenossenschaft hat ihr 4. Geschäftsjahr abgeschlossen. Die Bilanz, die dieser Tage der Generalversammlung vorgelegt werden wird, weist ein günstiges Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres aus. Aus dem Geschäftsbericht ist ersichtlich, daß, obwohl die Mitgliederzahl dieselbe geblieben ist, sich der Umsatz auf allen Konten bedeutend erhöht hat. Trotz erheblicher Abschreibungen verbleibt noch ein namhafter Reingewinn, der wohl dem Reservefonds zugeschrieben werden wird, und der damit die Höhe von fast 5000 Mark erreicht. Das eigene Kapital der Genossenschaft
Geschichten aus aller Welt.
„Wir wollen so tun, als ob wir Stradivari wären..
(v) Budapest.
Michael Krausz ist heute ein ziemlich bekannter Operettenkomponist, dem vor einiger Zeit die große Ehre zuteil wurde, für_ Frau Mas - art) eine Operette schreiben zu dürfen. Da war auch der recht volkstümlich gewordene Tango „Wir woll'n so tun, als ob wir Freunde wären", der seinem glücklichen Komponisten ansehnliche Tantiemen einbrachte. Vor elf Jahren war das anders: Michael Krausz, den jungen Titanen, kannte kein Mensch. Er absolvierte seine musikalischen Studien in Budapest und hatte sich bereits im Alter von zweiundzwanzig Jahren in den Kopf gesetzt, zumindest ein Beethoven der Operette zu werden. Zu diesem Zwecke muhte er erst einmal vor die Oeffentlichkeit treten, also einen Autoren-Abend veranstalten. Hierzu gehörte aber Geld. Das war es eben, was der junge Mann nicht besah. Dafür aber eine recht wertvolle Stradivarius. Rach langwierigen Verhandlungen gelang es ihm denn auch, die Meistergeige der Konzertagentur zu verpfänden. Das Konzert fand statt. Allerdings vor einem halbleeren Hause, Endete mit einem einmütigen Fiasko. Sowohl für den Veranstalter als auch ür den später doch bekannt gewordenen Komponisten. Das Defizit betrug rund sechs Millionen Kronen. Krausz hatte so viel Geld noch nie im Leben gesehen. Da behielt die Agentur die Stradivari zurück. Rach elf Jahren unternahm jetzt Krausz Schritte, um sein Kleinod wieder zu erlangen. War nicht abgeneigt, die sechs Millionen zurückzuerstatten. Allerdings nicht aufgewertet. Lind da kam es dazu, dah die Behörde die Llntersuchung des Faustpfandes, der wertvollen Stradivari-Geige anordnete, um ihren vermutlich schier unermeßlichen Wert doch zu ermessen. Die Sachverständigen kamen, untersuchten, schüttelten die Köpfe und stellten fest, dah die auf etwa 30 000 Pengö taxierte Stradivari eine — allerdings gelungene — Kopie sei, die höchstens einen Wert von vielleicht vierzig Pengö darstelle. Lind auch das nur inklusive Bogen und Kasten. Das reicht natürlich nicht einmal für die inflatier- ten sechs Millionen. „Wir woll'n so tun, als ob wir Stradivari wären", singt jetzt die herein- gefallene Agentur mit einiger Resignation, ist aber keineswegs gewillt, der liebenswürdigen Aufforderung des Komponisten entsprechend so zu tun, als ob sie Freunde wären. Sie will sehen, zu ihrem Gelde zu kommen.
Abenteuer tut Orient-Expreß.
(v) Belgrad.
Der Kaufmann Jaco Toledo aus Konstantinopel bestieg in seiner Heimatstadt den Orientexpreß, um über Sofia, Belgrad, Budapest und Wien nach Paris zu fahren. Von da aus sollte die Geschäfts- reise über Le Havre nach Neuyork führen. Bis Serbien verlief auch alles sehr schön: die Insassen des Luxuszuges träumten süß von den Freuden, die ihrer in der Seinestadt warteten. Ein gellender Schrei schreckte sie plötzlich auf: er kam aus dem Schlafwagenabteil Toledos. Personal und Mitreisende rannten herbei und fanden den Kaufmann leichenblaß, am ganzen Körper zitternd vor. Die kalte Winterluft strömte durch das zerschlagene Fenster ein und der alte Herr stammelte außer sich vor Erregung nur die Worte: „Dort, dort die Hand!" Einige Kognaks ermunterten dann seine Lebensgeister wieder und er berichtete über sein geradezu phantastisches Erlebnis. Wie in den Detektivromanen erblickte er plötzlich im Halbschlaf eine schwarze Hand. Nur eine schwarze Hand, die sich selbständig bewegte: vom Inhaber dieser Hand war nichts zu sehen. Vorsichtig drückte die
Geisterhand die Fensterscheibe ein und entfernte nach und nach sämtliche Gepäckstücke aus dem Abteil. Zunächst wollte man der Erzählung keinen Glauben schenken, nachdem aber die Notbremse gezogen wurde, endeckte man einen am Dache des Wagens befestigten Strick, und so wurde es klar, daß ein zumindest für europäische Begriffe noch kaum dage- wescnes Gaunerstück versucht und auch erfolgreich ausgeführt worden war. Die Räuber konnten bis heute noch nicht ermittelt werden. Toledo hat wohl fein gesamtes Gepäck und seine Schmuckstücke ringe» büßt, durch einen glücklichen Zufall blieb ihm aber sein Bargeld erhalten, das er gewohnheitsmäßig in einer Ledertasche auf dem Körper trug. Er erstattete wohl in Belgrad beim Stationsvorsteher Anzeige, fuhr jedoch mit demselben Zuge weiter. Sein Budapester Geschäftsfreund wurde benachrichtigt und erwartete ihn bann am dortigen Bahnhof mit einem Anzug, und nur auf diese Weise gelang es dem bemitleidenswerten Helden des eigenartigen Abenteuers, seinen Dampfer in Havre noch rechtzeitig zu erreichen. Es ist anzunehmen, daß der von „Geisterhand" so sehr erschreckte Kaufmann Jaco Toledo dieses merkwürdige Erlebnis im Orient-Expreß Zeit seines Lebens nicht vergessen wird.
Mit dem U-Boot nach dem Nordpol.
Den gigantischen Plänen der Untertunnelung des Kanals, der Einrichtung einer Bahnlinie durch die Sahara und anderen tritt jetzt ein neuer zur Seite, der des englischen Ingenieurs Lake, der die Handelsschiffahrt zwischen Europa und Asien über den Nordpol hinwegführen will. Es sind in den letzten Jahren verschiedene derartige Pläne aufgetaucht, jedoch immer wieder wegen ihrer Undurchfuhrbar- feit verworfen worden. Erst als die Luftfahrt immer mehr an Bedeutung gewann, tauchte das Problem einer verkehrstechnischen Verbindung zwischen Europa und A 111 e n über den Nordpol wieder auf und es schweben verschiedene Projekte, beide Erdteile mit Flugzeugen und Luftschiffen zu verbinden. Lake hat nun den Plan, eine regelmäßige 25er- binbung mit Unterseebooten herzustellen, um die gewaltigen Reichtümer Norbrußlanbs dem Welthandel zu erschließen. Dieser Versuch erscheint sehr aussichtsreich, da die nordrussischen Handelsprodukte bisher wegen der schlechten Verbindungen dem Welthandel nicht zugänglich gemacht werden konnten. Lakes Pläne beruhen zum Teil auf den Erfahrungen, die deutsche Ll - Boote während des Krieges gemacht haben. Wie erinnerlich haben die beiden deutschen Llnterseeboots - Handelsschiffe „Bremen" und „Deutschland" bereits den Beweis langer Linker- Wasserfahrten erbracht, und sie haben sich für die englischen Pläne erfolgreich bewährt. Eine wichtige Frage bei der praktischen Durchführung sind allerdings noch die Gefahren des Polare-ifes, da das Meer der Polargegend an einigen Stellen nur zum Teil, und anderen überhaupt noch nicht erforscht worden ist, so dah eine Fahrt ein Wagnis allerersten Ranges bedeuten würde. Es darf auch nicht vergessen werden, welche Katastrophen den Ll-Booten unter Wasser durch die Eisberge drohen, die bekanntlich sehr tief unter dem Ozean schwimmen. Lake will eine kleine Llnterseebootflotte eigens für die Polarfahrten Herstellen lassen, und zwar soll jedes Ll—Doot ein Fassungsvermögen von 10 000 Tonnen haben. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die phantastischen Pläne des eng- ischen Ingenieurs verwirklichen lassen werden. Che es nicht gelingt, einwandfrei die Wasser- und Meerestiefen-Verhältnifse sowie die Cisverhältnisse genau festzulegen, wird die Verwirklichung der Ideen Lakes jedenfalls ein recht zweifelhaftes Wagnis sein.
beträgt bereits 25 000 Mark. Der ganze Geschäftsbetrieb ist feit s/4 Jahren in einem eigenen Gebäude untergebracht. Da die Strickerei wieder vollauf beschäftigt ist, ist auch in diesem Sahr mit einem guten Geschäftsergebnis zu rechnen. — Wer den hiesigen Ort von früher her kennt, und ihn längere Zeit nicht gesehen hat, wird ihn heute kaum wiedererkennen. Der Bach, der längs durch fast alle Straßen floß, diese ein- engte und eine stete Gefahr für Menschen und Vieh bedeutete, ist überbrückt. Die Straßen sind sämtlich neu gemacht und verbreitert, so daß — auch durch die vielen neuen Häuser — das D 0 rfbi 1 d einen ganz anderen, biet freundlicheren Anblick bietet. Eine Echwesternstation wurde eingerichtet, ein Jugend- und Wohlfahrtsheim mit Kleinkinderschule wird baldigst gebaut, so daß unsere Gemeinde dann wohl vorbildlich für viele andere Gemeinden sein kann: insbesondere da die Arbeiten unter tätiger Mithilfe der Einwohner vollendet wurden. Sie Mallversicherung in -en Gemeinden und Gemeindeverdänden.
Durch das dritte Gesetz über Änderungen in der Llnfallversicherung vom 20. Dezember 1928 sind verschiedene Betriebe und Tätigkeiten der Llnfallversicherung neu unterstellt worden, so der Betrieb der Feuerwehren und Betriebe zur Hilfeleistung bei Lln- glücksfällen, Krankenhäuser, Heil- und Pflege
anstalten, Entbindungsheime und Anstalten der Wohlfahrtspfege, und im Gesundheitsdienste Bei triebe von Schauspielunternehmungen, Schaustes Iungen, Vorführungen, Lichtspielbetriebe, Rund^ funksendebetriebe, Laboratorien für Wissenschaft* liche, technische und medizinische Untersuchungen, Betriebe mit Röntgeneinrichtungen, Betriebe zur Bewachung von Betriebs- und Wohnstätten usw. Aus Grund der neuen Vorschriften des erwähnten Geiehes kann die oberste Verwalkungs* behörde eines Landes Gemeinden bzw. Gemeinde* verbände von wenigstens 250 000 Einwohnern, die sie zur Durchführung der Llnfallversicherung ür leistungsfähig hält, auf ihren Antrag zum Versicherungsträger für bestimmte Betriebe der oben aufgeführten Arten erklären. In Aus- ührung dieser Bestimmung hat der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft durch eine Verordnung vom 21. Juni 1929 bestimmt, dah die hessischen Städte, die der Städteordnung unterstehen, zu einem Versicherung s- verband vereinigt werden, welcher die Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erhält. Dieser Verband übernimmt die Llnfallversicherung, soweit dies im Rahmen der Art. 1 und 14 des dritten Abänderungsgesehes vom 20. Dezember 1928 zulässig ist, für diejenigen- Detriebe und Tätigkeiten, die durch das eben erwähnte Abänderungsgesetz der Llnfallversicherung neu unterstellt worden sind, mit Wirkung vorn 1. Juli 1928 ab, für diejenigen Betriebe, für die bereits eine eigene Llnfallversicherung einzelner Derbandsrnitglieder bestanden hat, mit Wirkung vom 1. Juli 1929 ab, für die übrigen in seine Zuständigkeit fallenden Betriebe und Tätigkeiten zum 1. Januar 1930, soweit nicht ein früherer Zeitpunkt unter den Beteiligten vereinbart wird. Der neue Verband ist auch Träger der Llnfallversicherung für Bauarbeiten und Tätigkeiten bei nicht gewerbsmäßigem Halten von Reittieren oder Fahrzeugen in anderen als Eisenbahnbetrieben.
° Gleichzeitig sind durch eine weitere Verordnung des hessischen Ministers für Arbeit und Wirtschaft vom 26. Juni 1929 die hessischen Kreise und Provinzen zu einem Llnfallversiche- rungsverband der hessischen Kreise und Provinzen vereinigt worden. Dieser Verband übernimmt in demselben Umfange wie der Versicherungsverband der hessischen Städte die Llnfallversicherung für die in Betracht kommenden Betriebe und Tätigkeiten seiner Mitglieder. Als Ausführungsbehörde dieses Verbandes ist die Provinzialdirektion Starkenburg bestimmt worden. Die beiden Verbände unterstehen der Aussicht des hessischen Ministers für . Arbeit und Wirtschaft.
Dücheriisch.
— Aldous Huxleh: Parallelen bet Liebe, Roman. Insel-Verlag, Leipzig (192). — Wir bekennen uns oft als heftigen Feind der heute bei unseren deutschen Verlegern in geradezu bedenklichem Maße grassierenden lieber- sehungswut. Aber dieser bislang noch unbekannte Huxley ist eine Akquisition. Es wird nicht leicht fein, einen Schriftsteller mit ähnlich überlegenem Humor, Witz und Ironie ausfindig zu machen. Das ganze umfangreiche und in manchen Passagen vielleicht allzu breit geratene Buch ist eine sehr feine Satire auf die Schalheit der Empfindungen und Gefühle einer Generation, die wir zu den vergangenen zählen möchten, ob mit Recht?
— Grundzüge der deutschen Volkskunde. Von Prof. Hans Raumann. 2. Auflage. Gebunden 1.80 Mk. (Sammlung Wissenschaft und Bildung.) Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. (288) — Raumann stellt ein klares und einheitliches System einer wissenschaftlichen Volkskunde auf. Er führt uns all die ideellen und materiellen Dinge und Zustände vor Augen, in denen sich die Seele des Dolles spiegelt. Volkspoesie und Volksglaube, Sitte und Drauch. die Volksfeste, Hausbau und Dorf-Anlage, Lied und Tracht — fie alle formen sich unmerkbar nach dem Geist, der sie beseelt und immer wieder neuformend umgestaltet. Wir sehen anschaulich geschildert das Entstehen der Dolksbräuche und Gewohnheiten vor uns. wie sie sich langsam aus dem Geiste der Gemeinschaft bilden, oder wie fie von oben her. von der führenden Oberschicht der Herren und Städte, ins Volk bringen und dort aufgenommen und verändert werden. Die Schrift ist reich an mannigfachen Anregungen, ergeht sich aber nirgends in blassen Theorien, sondern läßt überall die unendliche Reichhaltigkeit und Fülle des Wirklichen zu ihrem Recht kommen.
— Das Turnen in der Grundschule. Von Turn- und Sportlehrer Alfred Gröger. 100 Seiten mit Abbildungen. Kartoniert 2,80 Mk. 3n Leinenband 3,60 Mk.. (Sammlung Bücherei für Leibesübungen.) Verlag Quelle & Meyer in in Leipzig. (284)__________________________
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