Ausgabe 
13.5.1929
 
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Auftakt zurZMä'umstaglmg des Deutschen Schutzbundes.

Empfänge in Tirol und Vorarlberg.

Bregenz, 13. Mai. (TU.) Die Jubiläums- tagung des Deutschen Schutzbundes, deren Haupt­teil Mitte der Woche in Salzburg stattfindet, hat am Samstag mit der Versammlung der Fahrtteilnehmer in Friedrichshafen ihren Anfang genommen, lieber 100 Vertreter des Deutschtums aus den europäischen Siedlungs­gebieten hatten sich in Friedrichshafen eingefun­den, um zunächst die Zeppelinwerft zu besichtigen, in der an dem Luftschiff die letzten Vorbereitungen zu der bevorstehenden Atlantik­fahrt getroffen werden. Bereits in Friedrichs­hafen wurden die Fahrtteilnehmer durch Ver­treter der Regierung, des Landes Vorarl­berg und des österreichischen Bundesheeres be­grüßt. Auf einem feierlichen Empfang in Bre­genz erinnerte Landesstatthalter Dr. Redler, Bregenz, an die Verletzung des Selbstbestim­mungsrechtes der Völker, die besonders deutlich in der Losreihung Südtirols in Er­scheinung trete. Die Zeit werde kommen, in der alle Deutschen des ganzen deutschen Sprach­gebietes vereint seien und Zusammengehen woll­ten. Die Vorbereitung dieser Gemeinschaft gelte die Arbeit deS Deutschen Schutzbundes, den man auch in Vorarlberg zu schätzen wisse. Dr. von Lösch erwiderte, daß die vergangenen zehn Jahre der gemeinsamen Arbeit der Deut­schen aus den verschiedenen Winkeln des mittel­europäischen Raumes noch nicht die Verträge von Versailles, St. Germain und Trianon hätten beseitigen können. Aber während früher die Ent­wicklung auscinandergcgangen wäre,' hätten die letzten zehn Jahre doch eine Vereinheit­lichung des Volksgefühls gebracht und eine europäische Verantwortung geweckt, die man als Hoffnung für die Zukunft buchen könne.

Am Sonntag wurden die Teilnehmer an der Jubiläumstagung im Schloß Ambras bei Inns­bruck auch von der Tiroler Landesregie­rung empfangen. Landeshauptmann Stumpf sprach von der Vedeutung der Arbeit des Deut­schen Schutzbundes, der dafür werbe, daß auch das deutsche Volk Gerechtigkeit in der Welt finde. Dieser Kampf des Schuhes würde nicht mit Waffengewalt geführt, sondern mit den Waffen des Geistes. Zur Erreichung eines friedlichen Ausgleichs zwischen den Völkern Europas. Ge­rade Tirol als die südlichste Grenze des deutschen Sprachgebietes verfolge die Arbeit des Deutschen Schutzbundes mit besonderem Interesse. Der Rektor der Innsbrucker LIniversität, Professor W o p f n e r, sprach über die wissenschaftliche Deutschtumsarbeit der Innsbrucker Llniversität, die insbesondere der Erforschung der Zusammen­hänge mit Tirol diene. Der Vorsitzende des Deutschen Schutzbundes, Dr. von Lösch, schloß sich mit grundsätzlichen Ausführungen über die Bedeutung der südlichen Volks- grenze für die gesamtdeutsche Arbeit an. Der Schutzbund gedenke in dieser Stunde gerade Ti­rols, das zugleich das gemeinsame Sym­bol für die Grenzlandarbeiten Oesterreichs und Reichsdeutschlands sei. Er schloß mit den Worten: :,Wir alle, die wir aus allen Teilen des deutschen Sprachgebiets in Europa gekommen sind, kennen nur das eine Ziel, daß die deutsche Volksgrenze ein st auch die deutsche Staatsgrenze werde.

König Fuads Besuch in Berlin.

Das Programm für den Empfang des Königs von Aegypten.

Berlin, 11. Mai. (TU.) An den zuständigen Stellen ist man zur Zeit mit den Vorbereitungen für den Empfang des Königs Fuads von Aegyp­ten beschäftigt, der am 2. Juni von Alexandrien aus seine Europareise antreten und voraussichtlich am 10.Juni in der Reichshauptstadt zu amt­lichem Besuch eintreffen wird. Im großen und ganzen wird das Empfangsprvgramm sich in dem Rahmen der Veranstaltungen halten, die seinerzeit zu Ehren Aman Ullahs ftattfanden. Die feierliche Einholung des im Sonderzug eintreffenden Königs, dessen Gefolge aus zahlreichen ägyptischen Würdenträgern gebildet wird, dürfte wiederum vom Lehrter Bahnhof aus erfolgen, wo sich der Empfang nach den bisherigen Erfahrungen am besten durch­führen läßt. König Fuad wird dann vom Reichs­präsidenten zum Palais PrinzAl- b r e d) t geleitet, das in Ermangelung anderer ge­eigneter Räumlichkeiten wieder zur Unterbringung des fremden Herrschers auserfehen ist. Am Abend des ersten Tages des für vier Tage berechneten amtlichen Aufenthaltes in Berlin gibt der Reichs­präsident dem fremden Gaste ein Staatsdiner, an das sich im Voraarten des Reichspräsidenten­palais ein Zapfen st reich aller Reichswehr­kapellen des Standortes Berlin und der benachbar­ten Garnisonen anschließen wird. Im weiteren Vcr- aufe des Proaramms, das wiederum eine ganze ^etpe von B e sich tigungen technischer u n d s ozialer Einrichtungen sowie sonstige Empfange vorsieht, wird voraussichtlich auch die Teilnahme König Fuads an einer Reichsweh r- u bring erfolgen. Im ganzen will sich das ägyp­tische Staatsoberhaupt etwa 12 Tage in Deutschland aufhalten und dann auch der Tschechoslowakei, der Schweiz und wahrscheinlich auch Spanien einen Be­such abstatten.

Die Gemeindewahlen in Frankreich.

Llabilisierung der Lage." Vordringen der Autonomsten.

Paris, 13. Mai. (WTB.-Funkspruch.) Die Gemeindewahlen haben im großen und ganzen wenn man von dem Vordringen der elsässischen Autono mist en in den Stadt Parlamenten von Straßburg und Kolmar absieht eine Stabilisierung der Lage gebracht. DerMatin" schreibt: Dos Charakteristikum des ersten Wahlganges war daß alle Parteien fast völlig ihre Positron gewahrt haben. Rur die So­zialisten verzeichneten einen leichten Rückgang.

Wahlgang hat das Ergebnis nicht wesentlichgeandert. In P a r i s hat die rechts- stehende Mehrheit vier Sitze gewonnen, die den Sozialisten und den sozialistischen Republikanern, also dem Kartell der Linken abgenommen wur­den. Die Sozialisten haben jedoch in Lyon einen Sieg davongetragen, so daß Herriot

Das Ergebnis der sächsischen Landiagsivahlen.

Dresden, 12.Mai. heute fanden bei lebhaf­tester Tätigkeit aller Parteien die Dahlen für den Sächsischen Landtag stall. 3m ganzen waren von 12 Parteien Dahlvorschläge eingereichl worden, hier und da ist es zu Zwischenfällen gekom­men. So wurde in Dresden in der Ditlenbcrger Straße ein SpD.-Wagen von einem kpO.-Wagen überholt, dessen Insassen heraussprangen und über die SpO.-Leuke herfielen, von denen einer oerlehl wurde. An anderer Stelle wurden die Instrumente einer Rotfrontkapelle von dec Polizei beschlagnahmt. Auch in Leipzig und Chemnitz ist der Wahl- sonnkag im allgemeinen ruhig verlaufen. Die Kom­munisten betrieben namentlich in den Außenbezirken lebhafte Propaganda, daneben auch in geringerem Maße die Nationalsozialisten und die Soziademo­kralen. Der Wahlakt war um 5 Uhr nachmittags beendek.

Die Zahl der abgegebenen Stimmen betrug in den drei Dahlkreisen Dresden, Leipzig und Chem­nitz nach den vorläufigen Berechnungen 2 701 217 (gegen 2 357 699 bei den vorigen Landlagswahlen). Davon entfallen auf die Sozialdemokratische Partei 922 118 (758 142), Deutschnationale volkspartei 218 363 (341 056), Deutsche Volkspartei 363 417 (292 079), Dirlschaflspartei 304 353 (231462), Kom­munistische Partei 345 817 (342 112), Demokratische Partei 115 097 (111 351), Kommunistische Opposition 22 594 (), Volksrechtparlei 70 092 (98 258), Alt- sozialistische Partei 39 625 (98 026), Rationalsozia- listcn 133 787 (48 018), Zentrum 25 440 (24 059), Sächsisches Landvolk 140 522 ().

Rach den vorläufigen Berechnungen werden sich die Mandate im neuen Sächsischen Landtag wie folgt verkeilen:

Sozialdemokraten 33 (bisher 31), Deutschnalionale 8 (14), Deutsche Volkspartei 13 (12), Wirtschaftsparlei 11 (10), Kommunisten 12 (14), Demokraten 4 (5), Volksrechtparkei 3 (4), Alk-Sozialisten 2 (4), Nationalsozialisten 5 (2), Sächsisches Landvolk 5 ().

Bei den Dahlen sind also in der Verkeilung der Mandate unter den Parteien nur gerlngever- schiebungen eingetreten. Cs ist weder der kom­munistischen Opposition noch dem Zentrum gelun­gen, ein Mandat zu erlangen. Eine s o z i a l d e - mokrakisch-kommunistische Mehrheit Hal sich nicht ergeben, von bekannten Parlamenta­riern sind wiedergewählt worden bei den Deutsch- nationalen der Landtagsvizepräsident Dr. E ck a r d k (Zwickau), von der Deutschen Volkspartei Volksbil­dungsminister Dr. B ü n g e r (Dresden), Oberbürger­meister Dr. B l ü h e r (Dresden), von der Wirk­schaftsparkei Finanzminister Weber und dec frü­here Minister Dr. Wilhelm, von den Demokra­ten der frühere Minister Dr. Dehne, von der Volksrechkpartei Justizminister Dr. v. Fumetti. Die Nationalsozialisten entsandten den Kapilänleul- nank a.D. von üillinger neu in den Landtag. Die Altsozialisten den jetzigen Ministerpräsidenten h e l d t. von sozialdemokratischen Abgeordneten sind wiedergewählt Schriftleiter Edel, der bisherige Landlagspräsident Schwarz, sowie die früheren Minister Liebmann, Reu und Graupe, von den Kommunisten Schriftleiter Renne (Dresden).

Sie Länder und das Rotfront-Verbot.

Wo bleibt eine einheitliche Innenpolitik des Reichs?

Wir sind über den Verdacht erhaben, eine be­sondere Sympathie für Pen derzeitigen Reichs- innenminister zu hegen. Trotzdem ist es not­wendig, über die Kompetenzen und den Aufbau seines Ministeriums jetzt einige Bemerkungen zu machen, die sich anläßlich der Vorgänge beim Verbot des Roten Frontkämpferbundes geradezu auf drän gen.

Wie ist das alles gekommen? Der preußische Innenminister Grzesinski, gegenwärtig zufällig einmal ein Parteifreund des Reichsinnenministers, hat den Roten Frontkämpferbund für Preußen verboten. Der Reichsinnen­minister hat dieses Verbot in einem Schreiben an sämtliche ßäni) erreg ierungen m i t g e t e i l t. Man kennt den Text dieses Schreibens nicht, vielleicht ist darin den übrigen Länderregierungen anheimgestellt worden, e i n Gleiches zu tun. Einige sind dem preußi­schen Beispiele gefolgt, andere haben gezö­gert, wieder andere, wie Mecklenburg-Schwerin und Anhalt, haben sich bislang geweigert, da angeblich für ihre Länder kein Anlaß vor­liege. Damit haben wir bei einem der wichtig­sten Akte der deutschen Innenpolitik wiederum eine vollendete Duntscheckigkeit, die dadurch her- borgerufen wird, daß der Reichsinnenminister in diesem Fall nichts weiter als ein Briefträger zwischen den Länderregierungen ist, weil ihm jede eigentliche Verwaltungskompe­tenz abgeht. Hm die vorhandenen Gegensätze aus­zugleichen, hat man eine Konferenz der Länderinnenminister nach Berlin berufen, wo stundenlang über das Rot-Frontverbot debattiert worden ist. Rachher wurdeEinmütigkeit" fest­gestellt, aber es steht noch dahin, ob sich alle Länderregierungen zu dem Verbot bequemen werden.

Was bedeutet dieses umständliche Verfahren? Daß es im Reich keine zentrale Stelle gibt, die für die entscheidenden Maßnahmen der deutschen Innenpolitik verantwortlich gemacht werden kann. Früher, als Severing noch das preußische Innenministerium inne hatte, da ent­sinnen wir uns zahlreicher Fälle, in denen es mit der Einigkeit zwischen dem Ministerium am Platz der Republik und dem Unter den Linden gar nicht so weit her war. Der frühere Reichs­innenminister Jarres wird sich vermutlich solcher Fülle auch noch erinnern. Jedenfalls ist in keiner Weise die notwendige Uebereinstimmung zwischen der Innenpolitik des Reiches und der Preußens sichergestellt. Auch kann der Reichs­innenminister kaum jemals wirksam in die Innen­politik der Länder eingreifen, wenn es sich als notwendig Herausstellen sollte, eine einheitliche Aktion vorzunehmen. Auf das Beispiel des Rot- Front-Derbotes angewandt, bedeutet dieser Zu­stand, daß heute alle Rotfrontorganisationen in

Hessen, Anhalt oder Mecklenburg-Schwerin einen Unterschlupf finden und ungestört ihre Tätig­keit weiterführen können, wenn diese deutschen Länder auf ihrem bisherigen Standpunkt be­harren sollten. Es liegt auf der Hand, daß unter solchen Umständen eine einheitliche Leitung der inneren Politik überhaupt unmöglich ist, denn wo soll die Achtung vor Derwaltungs- maßnahmen bleiben, wenn in einem deutschen Lande erlaubt ist, was im anderen mit Gefäng­nis bedroht wird.

Besonders unerträglich wirkt dieser Zustand dadurch, daß der größte deutsche Bundesstaat, Preußen, fast zwei Drittel des ganzen Reiches umfaßt und daß schon sehr häufig die leiten­den innenpolitischen Stellen sich in offenem Gegensatz befunden haben. Man erinnere sich nur des Vorganges, daß der Versuch des Reichs­innenministers v. Keudell, vor Jahresfrist das Verbot des Aotfrontkämpferbundes vorbeugend durchzusetzen, damals in erster Linie an Preußen gescheitert ist. So kann es im Interesse einer einheitlichen deutschen Innenpolitik und irn Inter­esse der Achtung des Volkes vor den staatlichen Organen nicht weitergehen. Es muß dafür Sorge getragen werden, daß endlich durch eine großzügige Reichsreform die Quelle dieses Uebels, der Dualismus zwischen dem Reich und Preußen und die Verworrenheit der Zu­ständigkeiten beseitigt wird.

Die Gesellschaften zu den Maikrawallen.

Berlin, 13. Mai. (Priv.-Tel.) Die Plenar­versammlung der Delegierten der Berliner Arbeiter - und Angestelltengewerk­schaften faßte zu den blutigen Ereignissen der ersten Maitage eine Entschließung, in der es heißt: Am Abend des 1. Mai sowie an einigen darauffolgenden Tagen wurden an einigen Stel­len Berlins Zusammenstöße mit der Po­lizei provoziert, die einen blutigen Aus­gang nahmen und eine Anzahl Tote und Ver­wundete als Opfer forderten. Dafür ist die Kommunistische Partei Deutschlands verantwortlich zu machen, die durch ihre wochenlange Hetze in derRoten Fahne" den Boden dafür vorbereitete. Die Plenar­versammlung bedauert außerordentlich, daß der 1. Mai nicht ohne Blutvergießen verlaufen ist und beklagt die unschuldigen Opfer. Bei einer Durchsuchung des Breslauer Bureaus des Roten Frontkämpferbundes fand man nach einer Meldung derVoss. Ztg." belastendes Material. Es wurden Rundschreiben aufgefunden, in denen immer wieder zum aktiven Wider­stand aufgefordert wird und zu einer Durchbrechung des Demonstrations- Verbotes in Berlin durch Bildung angriffs­bereiter Kampftruppen.

gezwungen ist, auf das Amt des Bürgermeisters zu verzichten. Die Haltung der Sozialisten verdankt Herriot seinem Eintreten in das erste Kabinett der nationalen Einigung unter der Lei­tung Poincares im Juli 1926. Die Kommu­nisten haben ihre Stellung in Paris und in der Bannmeile beh auptet und konnten im übrigen, trotzdem sie mit Ausnahme des Elsaß ohne Wahlkompromisse kämpften, ihre Position unwesentlich verstärken, zum Teil auf Kosten der Sozialisten.

Oer Namenstag des Papstes.

Rom, 13. Mai. (TU.) Anläßlich des Namens­tages des Papstes veranstaltete der de u t s ch e B o t- schafter beim Heiligen Stuhl, Diego von Bergen, am Sonntag in der Villa Bonaparte einen großen Empfang. Unter den Anwesenden sah man Öen Kardinalstaatssekrctär Gasparri sowie die Kardinäle Ehrle, Früh wirt und Faul- Haber, ferner Mitglieder des päpstlichen Hof- des Papstsekretariats, Vertreter der hohen Geistlichkeit, Ordensgenerale, die Chefs der beim heiligen Stuhl beglaubigten ausländischen Mist 5"- Leiter der päpstlichen wissenschaftlichen und 8rÄn ?"ltltutc, ferner Mitglieder der römischen von Jt"l'"' 6arUn Cr QUd) Hofdamen der Königin

Unter den Gästen befanden sich auch der Reichs- unb leine Gemahlin sowie der deutsche Botschafter am Quirinal, v. Reu r a t h öer bayerische Gesandte beim Heiligen Stuhl und

der österreichische Gesandte beim Heiligen Stuhl mit ihren Damen sowie die Leiter der deutschen In­stitute in Rom. Der Bayreuther Bariton Georg von Tschurtschentaler erntete lebhaften Beifall für seine Darbietungen, in deren Mittelpunkt Wagner und Schubert standen. Der Erzbischof von München, Kardinal Faulhaber zelebrierte in den Domi- tilla-Katakomben bei Rom, in denen sich die Gröber der beiden Märtyrer Nereus und Achille befinden, ein feierliches Pontifikalamt. Anschließend daran hielt der Lektor der Katakombenforschung eine An­sprache. Im Vatikan, wo weit sichtbar die päpst­lichen Fahnen wehten, haben sich zahlreiche Gratu­lanten in das ausliegcnde Buch eingetragen, dar­unter auch sämtliche beim Vatikan akkreditierten Diplomaten.

Aus aller Wett.

Amerika will denGraf Zeppelin" ankaufcn?

London, 11. Mai. (Telun.) Der Präsident der amerikanischen Skyways-Gesellschaft. John El den, teilte nach Meldungen aus Cleveland in Ohio mit, daß er am Sonntag mit einer füh­renden Persönlichkeit des amerikcmischen Trans­kontinentalen Lufttransportdienstes und Mitglie­dern der Verwaltung des Curtius-Flugdienstes Verhandlungen zum Zwecke der Festlegung der Einzelheiten für den Ankauf des deutschen Luftschiffes .Graf Zeppelin" führen werde. DaS Lustschifj foU füi den Dienst

von Los Angeles nach Hawak verwen­det werden, über den gegenwärtig in Reuyork zwischen einem Vertreter des Transkontinentalen Luftschiffdienstes und der Zeppelinwerke Bespre­chungen gepflogen werden. Eiden betonte, daß das Kapital in Cleveland und in Los Angeles für den Ankauf des Luftschiffes aufgebracht werde. Gleichzeitig mit dieser Mitteilung kün­digt das amerikanische Flottenamt an, daß es dem Flug desGraf Zeppelin" um die Welt, der für Juli geplant ist, seine volle II n - terstühung leihen werde. Der Sekretär des Flottenaintes, Adanis, erklärte, daß alle Schiffe und Stationen bereits angewiesen worden sind, die Reise des Luftschiffes zu erleichtern. Die Einrichtungen des Flugplatzes von L a k e h u r st wurden den deutschen Behörden zur Verfügung gestellt. Das Flottenamt hat ein großes Inter­esse an dem Zeppelinflug, wegen der wertvollen Aufklärungen, die er f ür die künftigen F l u g p l ä n e der gegenwärtig in Akron für das Flottenamt in Bpu befindlichen Luftschiffe liefern kann.

Fünfzehn Opfer des Blitzes.

Bei einem schweren Gewitter im nördlichen Pommerellen befanden sich zwei junge Leute au£ Long auf dem Kirchgang nach Briesen. Sie suchten unter einem Baum Schutz, in den bald darauf ein Blitz einschlug Der 18- jahrige Günther wurde getötet. Sein Beglei­ter, ein 14jäfjriger Knabe, war, als er aus seiner Bewußtlosigkeit erwachte, anbeiden Beinen gelähmt. Auch in der Gegend von M o g i l n o (Posen) gab es mehrere Bliheinschläge. Ein Fischer wurde vom Blitz getroffen und getötet. Un dem Dorfe Targ owencza schlug ein Blitz in ein Arbeiterhaus. Oabei sind 12 Per­sonen schwer verletzt worden.

Schwere Verkehrsunfälle in Schlesien.

In der Rähe von Rogau-Rosenau fuhr der Führer eines Kraftfahrzeuges gegen ein Fuhr­werk, das er wegen einer Staubwolke nicht ge­sehen hatte. Eine mitfahrende Dame wurde so unglücklich auf einen Stein geschleu­dert, daß sie auf der Stelle tot war. Der Führer trug schwere Knochenbrüche und andere Verletzungen davon. An der Kreuzung der Kleinbahnlinie SamenzReichen­stein und der Frankenfteiner Chaussee fuhr ein mit vier Personen besetztes Auto eines Guts­pächters in einen in voller Fahrt be­findlichen Zug, da sich dortkeineSchran- kenanlage befindet. Das Auto wurde vom Zuge erfaßt und völlig zertrümmert, während die Insassen herausgeschleudcrt wurden und sämt­lich schwer verletzt liegen blieben. Das Un­glück geschah dadurch, daß der Führer des Wa­gens seine Aufmerksamkeit auf einige Radfahrer gerichtet hatte und den herankommenden Zug übersah.

Von einer Kastanie erschlagen.

Ein schweres Tlnglück ereignete sich in der Kei­nen Ortschaft Prötzel bei Wriezen in der Mark. Ein Jahrhunderte alter Kastanienbaum brach in sich zusammen und begrub sechs Personen, Berliner Ausflügler, unter sich. Eine von ihnen wurde erschlagen, während drei lebensgefährliche und zwei andere leichtere Verletzungen davontrugen.

Elf Schulmädchen ertrunken.

In Homel in Wolhynien find elf Schulmädchen bei einerKahnpartie verunglückt. Der Kahn kippte um, und da sich kein Mensch zur Rettung in der Nähe befand, find die Mädchen ertrunken.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Nachdem im Lause des gestrigen Tages die Er­wärmung angenommen hat, bringt der Zustrom aus Westen kommender Luftmassen wieder leichte Abkühlung mit sich. In Deutschland kam es durch sie vielfach zu Riederschlägen. Auch bei uns dürfte es im Laufe des heutigen Tages noch zu ver­einzelten Riederschlägen kommen. Don Westen rückt eine neue Störung heran, deren Warmiust an der Südseite auch bei uns später wieder Er­wärmung bringen wird. Auch dürfte sie zu strich- weisen Riederschlägen führen, die teilweise von Gewittererscheinungen begleitet sind.

Wettervoraussage f ü r Dienstag: Wolkiges Wetter, vorübergehend auch aufhei­ternd, nach anfänglich leichter Abkühlung wie­der wärmer mit Reigung zu Riederschlägen.

Wettervoraussage für Mittwoch: Zeitweise bewölkt mit vereinzelten Riederschlägen, teilweise gewitterhafter Art.

Lufttemperaturen am 12. Mai: mittags 20,4 Grad Celsius, abends 14,3 Grad: am 13. Mai: morgens 13,8 Grad. Maximum 20,4 Grad, Minimum 11,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Mai: abends 19 Grad; am 13. Mai: morgens W& Grad, Sonnenscheindauer drei Stunden.