Aus der provinzialhauptstadi.
Gießen, den 13. Mai 1929.
Zeriensonderzüge 1929.
Auf der Ferienzugkonferenz in Baden-Baden wurde jetzt das endgültige Programm für die in diesem Sommer verkehrenden Feriensonderzüge festgelegt.
Richtung Basel—Konstanz.
1. Kassel—Gießen—Basel—Konstanz am 5. Juli. Zu diesen Zügen werden Fahrkarten ausgegeben in G i e h e n.
2. Frankfurt—Basel—Konstanz am 14. und 20. Juli. Zu diesem Zuge werden Fahrkarten nur im Franksurtcr Hauptbahnhof ausgegeben.
Richtung München.
1. Kassel—Debra—Fulda—München am 5. Juli. Fahrkarten in Bebra und Fulda.
2. Frankfurt—München am 13. und 14. Juli und 3. August.
3. Wiesbaden— Frankfurt—München am 20. und 27. Juli. Zu diesen Zügen unter 2 und 3 werden Fahrkarten ausgegeben in Frankfurt, Offenbach und Hanau.
Richtung Rprddeich (16. Juli).
Es werden Fahrkarten ausgegeben in Frankfurt, Gießen, Wetzlar und Dillenburg.
Richtung Hamburg—Bremen.
1. Frankfurt—Hamburg—Bremen am 13. und 20. Juli. Fch.karten werden ausgegeben in Frankfurt, Offenbach, Hanau und Fulda.
2. München—Debra—Hamburg am 16. Juli.
3. München—Debra—Bremen am 17. Juli. Zu den Zügen unter 2 und 3 werden Fahrkarten in Bebra ausgegeben.
4. Kaiserslautern—Frankfurt—Gießen—Hamburg—Bremen am 16. Juli. Cs werden Fahrkarten ausgegeben in Frankfurt, Friedberg und Gießen.
Richtung Berlin.
1. Frankfurt—Wiesbaden—Berlin am 13. Juli. Fahrkarten in Frankfurt, Offenbach, Hanau und Fulda.
2. Trier—Koblenz—Limburg—Gießen—Berlin am 30. Juli. Fahrkarten in Limburg, Weilburg, Wetzlar und Gießen.
Richtung Stralsund (Ostsee).
1. Frankfurt—Stralsund—Carlshagen—Trassenheide am 14. Juli.. Fahrkarten werden ausgegeben in Frankfurt, Offenbach, Hanau, Fulda und Debra.
Richtung Schlesien.
1. Frankfurt—Dreslau—Deuthen am 13. und 14. Juli. Fahrkarten werden ausgegeben in Frankfurt, Offenbach, Hanau, Fulda und Debra.
2. Saarbrücken—Mainz—Frankfurt —Dreslau am 30. und 31. Juli. Fahrkarten werden ausgegeben in Frankfurt, Offenbach, Hanau, Fulda und Bebra.
Das Gtraußorchester in Gießen.
Am Samstagabend weilte Johann Strauß mit feinem Wiener Orchester zu einem Gastkonzert in der hiesigen Volkshalle. Das Konzert, das Wiener Musik der guten alten Zeit brachte, war für unsere Stadt geradezu ein musikalisches Ereignis ersten Ranges und für Strauß und sein Orchester ein glänzender Triumph. Weit über 3000 Menschen füllten den großen Raum der Volkshalle und begrüßten Strauß und seine Musiker schon zu Beginn mit lebhaftem Beifall. Der Wiener Meister leitete den Abend mit der Ouvertüre zu Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt" ein. Dann folgte Jos. Strauß' Walzer „Dorfschwalben aus Oesterreich", Mozarts Menuett D-Dur Nr. 1 mit dem Konzertmeister Fritz T h a l e r als Solist, Millöckers Fantasie aus der Operette „Der Bettelstudent" und Joh. Strauß' (Sohn) Walzer „G'schichten aus dem Wiener Wald". Zwischendurch gab es eine Anzahl Einlagen, um den ständig mit geradezu orkanartigem Beifall dankenden Zuhörern weitere Freude zu bereiten. Der zweite Teil des Abends wurde mit der Ouvertüre zur Operette „Der Zigeunerbaron" von Joh. Strauß (Sohn) begonnen; hierauf folgte Kom- zcaks Lieder-Potpourri „Wiener Volksmusik", Joh. (Sohn) und Jos. Strauß' „Pizzikato-Polka" und E. M. Ziehrers Walzer „Wiener Bürger", dazwischen wiederum eine ganze Reihe von Zugaben. Jede der Darbietungen des Orchesters war ein instrumentales Kunstwerk von hohem Rang, an dem die gewaltige Zuhörermenge mit Recht ihre Helle Freude hatte, und dem sie in ebenso berechtigter Weise starken, sich ständig steigernden Beifall zollte. Das war ein Abend der vollendetsten populären Musikdarbietung, wie wir ihn in unserer Stadt in dieser Art noch nicht gehabt haben. Jedes Mitglied des Orchesters ein Künstler von Rang, der Dirigent ein genial begab-
die tlrsache deS Tlnfalles konnte man nichts Bestimmtes erfahren.
*• Fahrt a n den Rhein. Auch in diesem Sommer veranstaltet das Hapag-Reisebureau in Gießen wieder einige Rheinfahrlen. Die erste Tour findet am 16. Juni statt. Die Reise geht über Mainz nach Rüdesheim, Niederwald, Aßmanns- Hausen, Koblenz und zurück nach Gießen, mit Sonderzug und Sonderdampser, begleitet von einer Musikkapelle. Rechtzeitige Bestellung von Plätzen dürfte empfehlenswert sein. Näheres im heutigen Anzeigenteil.
'* Eine recht ausgiebige Jagdbeute hatten hiesige Jäger dieser Tage im Gießener Stadtwald. In dem Tannenwald hundert Nieter rechts der. Straße nach Rödgen, in nächster Nähe der Sandgrube an der den Wald durchziehenden Schneise zum Bahnwärterhaus an der Grünverger Straße, befinden sich zwei große Fuchsbaue, sog. Kessel, mit mehreren Eingängen. Auf dem einen Bau waren in den letzten Tagen von verschiedenen Seilen zwölf, ja vierzehn junge Füchslein beob- achtet worden, die sich da ihrem drolligen Spiel Hingaben. Eine Menge im Wald umherliegender Federn von Hühnern, Fasanenhenne, Ueberreste von Hasen, Rehkitz usw. bestätigten, daß hier, tief unter der Erde, Reineke Fuchs seine Kinderstube eingerichtet hatte. Die Ueberreste von den Mahlzeiten legten aber auch Zeugnis ab von der außerordentlich räuberischen Tätigkeit, die von den alten Füchsen ausgeübt wird. So wurden z. B. in einem in der Nähe im Walde gelegenen Gehöft allein in einem Jahre achtzehn Hühner geraubt. Im Beisein des Jagdpächters zogen mehrere Männer mit Aexten, Hacken, Spaten und Fangeisen, von vier guten Hunden (einem Dackel und drei Foxterriern) begleitet, aus, um dem räuberischen Gesindel das Handwerk zu legen. Die Hunde nahmen an dem größeren Bau gleich Witterung, drangen hinein und verbellten dort. Nun wurde mit Hacke und Spaten nachge- graben, und nach einiger Zeit wurden zwei junge Füchse zutage gefördert. Die einzelnen Gänge wurden durchstochen und gesichert, um zu verhindern, daß die Füchse von einem Schlupfwinkel in den andern flüchten konnten. Abwechselnd trieben die Hunde die Füchse in zwei Winkel zusammen, aus denen es für sie kein Entweichen mehr gab, und verbellten dort. Nachdem erst dio Hunde wieder ausgegraben waren, wurden die letzten Schlupfwinkel mit dem Spaten freigelegt. Mit der Zange wurden die Jungfüchse, von denen mehrere schon eine ziemliche Größe erreicht hatten und sich darum auch mit den Zähnen recht energisch zur Wehr setzten, an das Tageslicht gebracht, wo sie dann ein sehr verdutztes Gesicht machten. Insgesamt wurden zwölf I u n g f Ü ch s e lebend gefangen, die dem Schliefplatz unterhalb der Liebigshöhe zugeführt wurden. Der dreizehnte Fuchs, der sich gegen den Hund wohl schon zum Kampf gestellt hatte, war von diesem im Bau erledigt worden; beide mußten aus- gegraben werden. Leider gelang es aber nicht, der alten Füchse, von denen, nach der Zahl der Jungen zu urteilen, wohl zwei Paare in Betracht kommen, habhaft zu werden. Weidmannsheil!
♦♦ XXX. Derbandsfchießen. Dor einigen Tagen hielt der Mittelrheinische Schühen- bund seine Derbandstagung in Mainz ab. Einen großen Baum der Tagesordnung nahm das XXX. Derbandsschießen in Anspruch. Der Besuch war sehr stark, sowohl aus dem unbesetzten wie aus dem besetzten Gebiet. Alle Teilnehmer zeigten das wärmste Interesse und brachten zum Ausdruck, daß sie alle regen Anteil nehmen und in größerer Zahl den Besuch des Schießens sich vorgenommen haben. Die Schießordnung wurde durch einige Sachverständige der letzten Durchsicht unterzogen, so daß sie wahrscheinlich im Laufe dieser Woche zum Versand kommen kann. Aus der Schießordnung sei nur kurz erwähnt, daß das Kleinkaliber-Schiehen voll eingeführt ist und daß die mit dem Deutschen Schü- henbund in Arbeitsgemeinschaft stehenden Klein- kaliber-Derbände an diesem Schießen sich beteiligen werden. Wie verlautet, wird die Beteiligung von dieser Seite recht stark werden. Die Kleinkaliber-Scheiben, Fest- wie Meisterscheiben, werden mit sehr schönen Ehren- und Geldpreisen ausgestattet. Aus allem ersieht man, daß das Interesse für Gießen groß ist und daß man mit vollem Erfolg rechnen kann.
** Auftrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 54 Bullen, 171 Ochsen, 660 Kühe, 320 Färsen, 1005 Kälber, 41 Schafe und 5632 Schweine.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
• Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 32 vom 10. Mai enthält: Die Gemeinde-, Kreis- und Provinzialumlagen. — Die Verhütung von Waldbränden. — Vertilgung der Rou
ter Musiker, und dazu eine Musiziersreudigkeit mit feinster, musikkultureller Gestaltung, «H das zusam- men ließ dieses Ereignis zu einem riesigen Erfolg des Orchesters und zu einem einzigartigen Erlebnis der Besucher werden. Man kann angesichts dieser Konzertleistung nur eines: Johann Strauß und seinen Künstlern herzlich danken für den wunderbaren Abend, den alle Besucher noch lange Zeit im Gedächtnis behalten werden, und der den Wunsch aus- gelöst hat, Strauß und seine Musikerschar bei passender Gelegenheit wieder hier zu hören.
Daten für Dienstag, 14. Mai.
Sonnenaufgang 4.11 Uhr, Sonnenuntergang 19.42 Uhr. — Mondaufgang 8.42 Uhr, Monduntergang 1.04 Uhr.
1686: der Physiker Gabriel Daniel Fahrenheit in Danzig geboren (gestorben 1736); — 1752: Albrecht Thaer, der Begründer der rationellen Landwirtschaft, I in Celle geboren (gestorben 1828); — 1840: der i Staatsmann Karl Freiherr vorn Stein zu Altenstein gestorben (geboren 1770); — 1906: der deutschameri- konische Staatsmann Karl Schurz in Neuyork gestorben (geboren 1829).
Bornotizen.
— TageskalenderfürMontag. Wilhelm Schöttlers Schule für höheres Violinspiel: Wohl- tätigkeitskonzert, 19.30 Uhr, im (Singfaale des Realgymnasiums. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Sandgräfin". — Astoria-Lichtfpiele: „Die Jagd nach der Braut".
— Aus d e m S t a d 11 h e a t« r b u r e a u wird uns geschrieben: Unter Leitung von Direktor Otto Schwarz wird Irene Triesch mit ihrem Ensemble ein einmaliges Gastspiel geben. Frau Triesch hat sich für das einmalige Gastspiel „Scheiterhaufen" von Strindberg gewählt. Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß dies Gastspiel im Freitag- Abonnement stattfindet.
— Das Wohltätigkeitskonzert der Violinfchule Schüttler, das heute abend pünktlich um 19.30 Uhr im Singfaale des Realgymnasiums stattfindet, fei noch einmal der Aufmerksamkeit unserer Mitbürger empfohlen. Der Reinertrag der Veranstaltung kommt den beiden hiesigen Schwesternhäusern zugute. Der Besuch sei bestens empfohlen. ,
*• Ein hessisches Kirchengesang- vereins-Fest, das aus allen Gegenden der Provinz Oberhcfsen stark besucht war, fand gestern hier ans Anlaß des 50jährigen Bestehens des Gießener Kirchengesangvereins und der 45. Jahrestagung des hessischen Kirchengesangvercins, die in unserer Stadt abgehalten wird, statt. Vormittags und nachmittags waren in der Stadtkirche außerordentlich stark besuchte Festgottesdienste. Im Anschluß an den Rachmittagsgottesdienst bewegte sich von Oswaldsgarten aus ein großer Festzug nach der Volkshalle, die von den Teilnehmern in allen Teilen voll beseht wurde. Hier wurden eine Reihe von Ansprachen gehalten, darunter von Prälat D. Dr. Diehl namens der Kirchenregierung, von Beigeordneten Dr. Hamm im Auftrage der Gießener Stadtverwaltung, ferner von Sr. Magnifizenz dem Rektor der Landesuniversität Prof. Dr. Herzog, dem Vertreter der Theologischen Fakultät Prof. Dr. Bornkamm usw. Die Kirchengesangvereine brachten Chorgesänge zum Vortrag, die Posaunenchöre erfreuten mit instrumentalen Darbietungen. Die Veranstaltung nahm einen sehr stimmungsvollen Verlauf. Räherer Bericht folgt morgen.
** Ehrung eines Buchdruckerveteranen durch den Reichspräsidenten. Der Herr Reichspräsident von Hindenburg hat dem Buchdrucker Theodor Loos in Gießen, der in der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Longe, Verlag des Gießener Anzeigers, tätig ist, aus Anlaß der Vollendung einer 58jährigen Dienstzeit in einem Schreiben herzlichste Glückwünsche, sowie seine besondere Anerkennung für die treuen Dienste, die der Buchdruckerveteron in ununterbrochener und hingebender Arbeit geleistet hat, ausgesprochen.
** Ein Autounfall, der zum Glück ohne ernste Folgen blieb, ereignete sich am Samstag gegen 21 Uhr in der Gnauthstraße, nächst dem Bahnübergang am Schiffenberger Weg. Der einer hiesigen Daufirma gehörige Lastkraftwagen fuhr dort über das östliche Trottoir der Böschung hinunter und blieb in dem etwa zwei Meter tiefer gelegenen Garten kurz vor dem Klingelbach stehen. Am gestrigen Sonntagmorgen wurde der Lastwagen in Gegenwart einer großen Zuschauermenge über den Klingelbach nach dem Schiffenberger Weg obtransportiert. Außer der Beschädigung eines Stückes Gartengeländes ist ein Personen- und Sachschaden nicht zu verzeichnen, lieber
pennest er. — Erhebung der Kurtaxe und Dade^ gelber in Dad-Rauheim. — Bekämpfung der Tuberkulose. — Verhältnis der Schulen zum republikanischen Staat. — Ein allgemeiner hes« sischer Iugendseiertag. — Die Feier des Muttertags im Vollsstaat Hessen. — Dienstnachrichten.
Buntes Allerlei.
Wie das Parlament in Uganda lagt.
Uganda ist nur ein Name, der vor etwa achtzig Jahren von arabischen Händlern erfunden wurde, die im Norden des Victoria-Nyanza Handel trieben. Sie hatten hier ein Volk gefunden, das sich selbst die Beganda nannte, ihr Land Begunda, ihre Sprache Luganda und jeden einzelnen von ihnen Muganda. Das war zuviel für die Araber, und so nannten sie das ganze Gebiet Uganda, wie es auch jetzt noch heißt. Es gibt keinen König von Uganda, aber auch unter der englischen Schutzherrschaft hot sich noch ein Herrscher in dem Lande erhalten, der jedoch nur über eine der fünf Provinzen des Gebietes regiert Es ist dies der Kabaka von Buganda, ein schwarzer Monarch, der über Leben und Tod gebietet. Buganda rühmt sich einer ununterbrochenen Folge von 35 Herrschern, aber nur die letzten unter ihnen sind in das Licht der Geschichte gerückt. Der König Suna, der von 1836 bis 1860 regierte, war der erste Herr- scher, der mit den Arabern in Handelsbeziehungen trat. Unter seinem Nachfolger Mtesa begann die christliche Mission im Lande, und dessen Nachfolger Mwanga, der sich gegen dos Christentum auslehnte, stürzte das Land in schwere Unruhen. Die königlichen Krokodile wurden damals überreichlich mit Men- schensleisch genährt, das ihnen der schwarze Gewaltherrscher vorwerfen ließ; Hunderte seiner Gattinnen wurden auf diese Weise weggeräumt, und ein Beweis für seine Willkürherrschaft ist die Tatsache, das er einmal die dreihundert Bewohner eines ganzen Dorfes zum Tode verurteilte, weil bei dem Durchzug des Königs durch diesen Ort einer seiner Träger strauchelte und dadurch das allerhöchste Gleichgewicht störte. Nur mit der Waffenhilfe der briti- scheu ostafrikanischen Gesellschaft behielt er seinen Thron, nahm 1893 das britische Protektorat an, wurde aber schließlich gefangen genommen und starb in der Verbannung. Sein Sohn, der gegenwärtige Kabaka Daudi Chwa, der als Kind auf den Thron kam, ist Christ, hat eine englische Erziehung erhal- ten und moderne Verwaltungsformen angenommen, die aber mit mittelalterlichen Sitten noch merkwürdig verknüpft sind. Das zeigt sich schon in den Der- Handlungen seines Parlaments, des Lukiko, die er selbst leitet. Kürzlich fand wieder eine feierliche Parlamentseröffnung statt, die in einem Londoner Blatt geschildert wird. Die Parlamentsmitglieder waren in einer großen Halle vor dem Thron versammelt, der auf einem mit Leopardenfellen belegten Podium steht- er ist überdeckt von einem Baldachin in blauen und 'gelben Farben, den Nationalfarben von Buganda. Vor dem Einzug des Kabaka erschien eine Kapelle aus sechs ebenholzfarbigen, weiß gekleideten Würdenträgern, die drei Saiteninstrumente und drei Trommeln bearbeiteten. Nach einer Fanfake auf einem Muschelhorn erschien der Herrscher, «in großer Mann, in einen roten Seidenburnus gekleidet und auf dem Kopf eine weiße, reich bestickte Mutze. Die Versammelten erhoben sich und jubelten ihm zu Das Orchester brachte ihm einen Willkommens- gruß und die Sitzung war eröffnet. Eine Abord- nung nahte sich, um über die Prüfung des Budgets Bericht zu erstatten. Der Finanzminister las mit so- norer Stimme den Bericht vor. Der Kabaka neigte das Haupt zum Zeichen seiner Zustimmung. Das Muschelhorn ertönte, das Orchester spielte, die Volks- Vertreter klatschten laut Beifall, und der erste Teil der Sitzung war vorüber. So einfach sind die par- lamentärifchen Sitten in Uganda. Dann folgte eine längere Erörterung über den Baumwollhandel, die ebenfalls durch ein Kopfnicken des Herrschers ob- , geschlossen wurde, und dann folgte eine Huldigung ' einiger reicher Untertanen, die kürzlich durch den Tod ihrer Väter zu Besitz gelangt waren. Sie er- baten die Anerkennung des Herrschers, und diese wurde ihnen in patriarchalischer Weise zuerteilt.
Berliner Börse.
Berlin, 13. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Ge- schäftsstillc, die am Samstag die Börse beherrschte, hält auch zu Beginn der neuen Woche an. Im heutigen Vormittagsverkehr sind bis jetzt Umsätze noch nicht zustande gekommen und Surfe nicht zu hören. Die Tendenz ist zurückhaltend, die Spekulation wartet bis zur Börse ab. Anregende Momente liegen nicht vor. Neuyork schloß nach festem Beginn schwach. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Kabel 4,8520, London gegen Madrid 34,05, London gegen Paris 124,21, London gegen Berlin 20,4650, Kabel gegen Berlin 4,217750.
---IIF— ■" —Ml1 — I! ,
In jeder Beziehung ideal...
so lautet eines der vielen glänzenden Urteile über unseren Mercedes-Benz Achtzylinder Typ „Nürburg“ die uns fast täglich unaufgefordert aus unserem Kundenkreise zugehen. Es ist der beste Beweis für seine hohe Vollkommenheit, daß auch die ältesten Automobilisten ihn rückhaltlos bewundern!
Ausführung und Ausstattung
RM. I5OOO.-ab Werk
Neunmal gelagerte Kurbelwelle, Spezialvergaser, Saugrohrheizung, Luft-, Brennstoff- und doppeltes Ölfilter, Bosch- Dynamo-Zündung,unerhörte Straßenlage und damit höchste Fahrsicherheit, Saugluft-Sen o-Vierradbremse, Bremsbänder ebenfalls mit Servowirkung, hervorragend weiche Federung mit doppelt wirkenden Stoßdämpfern, selbsttätige Zentralschmierung des ganzen Fahrgestells nach Mercedes-Benz-Spezial-Patenten, daher unerreicht bequeme Wartung des Wagens.— Preis der 6-7sitzigen Pullman-Limousine in vollendeter
Daimler-Benz A.-G., Verkaufstelle Giefeen, Bahnhofstrake 90/92
jI81V


