Ausgabe 
13.3.1929
 
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Oer Sparfeldzug des Hanfabundes

Don unserer Berliner Redaktion.

Berlin. 13. März. Der Antrag der Deut- schen Dolkspartei, den Haushalt für 1929 ohne Steuererhöhungen abzugleichen, hat im ganzen deutschen Bolte Berständnis und lebhafte Zustimmung gefunden. Als vor etwa drei Jahren uie Spitzenverbände der Wirtschaft einen allge­meinen Abbau der Derwaltungskosten im Reich, in den Ländern und Gemeinden for­derten. wurde diese Forderung wegen der fehlen­den sachlichen Unterlagen abgelehnt. Run hat der Versuch, die Ausgabenwirtschaft weiter ins Ungemessene steigen zu lassen, die Spitzender- bände abermals auf den Plan gerufen. Das ist eine wirksame Unterstützung des Antrages der Deutschen Dolkspartei. wobei sich ruhig in den Kauf nehmen läßt, auf die fehlenden tatsächlichen Unterlagen für diesen Antrag zu verweisen. Sind die Kritiker dieses Antrages so wirklichkeitsfremd, daß sie nicht wissen oder nicht wissen wollen, wie der Entwurf des Reichshaushalts zustande kommt? Wenn sich im Reichstag eine ent­schlossene Mehrheit findet, die von der Reichs­regierung verlangt, einen Haushaltsentwurf vor­zulegen, der nicht nur keine Steigerungen gegen das Vorjahr aufweist, sondern wirkliche Steuer­senkungen, so werden wir es auch erleben, daß die Finanzbureaukratie diese scheinbar un­mögliche Leistung fertig bringt.

Wo es an Verständnis hierfür fehlt, dem leistet die ausgezeichnete Denkschrift des Hansabundes über EinsparungSoorschläge im Reichshaushaltsplan 1929 gute Dienste. Selbst wenn diesen Vorschlägen nicht Punkt für Punkt zugestimmt werden kann, nicht deshalb, weil sie zu hoch gegriffen sind, sondern im Gegenteil, weil vielfach ein höherer Ansatz für Senkungen möglich ist. so bleibt doch das Ergebnis übrig, dah auf der Grundlage der Ausgabenentwick­lung für 1928 sich eine Steuersenkung errei­chen läßt. Hilferdings Voranschlag rechnet mit einem höheren Steueraufkommen von fast 700 Millionen Mark, von denen etwa 370 Millio­nen Mark auf Grund von Steuererhöhungen hereinkommen sollen, während der Rest von der Steigerung der Produktionscrast der Wirtschaft erwartet wird. Dah diese Erwartung einen sehr problematischen Wert hat, bedarf angesichts des Stillstands der Konjunktur um so weniger einer Begründung, als eine Erhöhung der Steuerlast erst recht zum Rückgang der Kon­junktur führen must.

Die Denkschrift desHansa-Dundes hall es für möglich, 500Mill.Mk. einzusparen, also über 100Mill.Mk. mehr

als der Reichshaushallsplan für 1929 als neuen Be­darf angemeldet hat. Es spricht für die Unpartei- lichkeit und Sachlichkeit der Denkschrift des Hansa- Bundes, daß sie Einsparungsmoglichkeiten bei allen Reichsämtern, also auch bei der allgemeinen Finanzverwaltung, gesucht und gefunden hat. Da­bei ist die Denkschrift noch sehr rücksichtsvoll mit gewissen Einrichtungen verfahren, die, wie sog. Pressestellen der Ministerien im Reiche und in Den Ländern, ein sehr kostspieliges aber sonst sehr frag­würdiges Dasein führen. Alle Einsparungsvor- schlage, die durchweg nur die sachlichen Ausgaben erfaßen, richten sich nicht geaen die Beamten, nicht einmal gegen die Behördeninflation, sondern fordern nur die unbedingt notwendige Sparsamkeit. Es ist möglich, das sog. Loch im Reichshaushalt zu topfen, ohne daß zu so verzweifelten Mitteln ge­griffen wird, wie die Erhöhung der Dermögens- teuer. Eine Erhöhung der Dermögenssteuersätze st schon deshalb von verhängnisvoller Tragweite, weil die völlige Hemmung des Kapitalbildungs- prozesies den Auslandkredit gefährdet. Das deutsche Volk muß die Gefahr kennen, die chm von jeder Erhöhung der Steuerlast droht, dann wird es auch Mittel und Wege finden, um den Reichstag an seine Pflicht zu erinnern. Es darf nicht einen Kampf um einzelne Steuererhöhungen geben, es muß oiclmt*- der Wille, keine Steuererhöhungen zuzulassen, pch bei den Parteien durchsetzen. Wir kommen so eher über die Notlage hinweg, wenn wir in Reich, Ändern und Gemeinden sparen, sparen und nochmals sparen. Wenn wir diesen Mut nicht aufbringen, wenn wir energielos die bisher übliche Ausgabenwirtschaft weiter forlsetzen, so wird der Zusammenbruch der Reichsfinanzen in absehbarer Zeit unvermeidlich sein. Das ist keine Schwarz­malerei, das ist furchtbare Wirklichkeit.

Dor der Etatdebatte.

Berlin, 13. Marn. (Priv.-Tel.) Reichsfinanz­minister Dr. Hilfe roing wird bei der Ginbrin- gung des Etats vor dem Reichstag eine groß an­gelegte finanz-politische Rede halten und dabei, wie man uns mitteilt, auch die verschiedenen Abände­rungsvorschläge seine» Haushaltsvoranschlages be­handeln. Es steht zu erwarten, daß sich sofort ein Ausschuß konstituieren wird, der unter dem Nomen Etatsausschuß versuchen soll, die endgültige Gestalt des neuen Etats herzustellen, wobei wahr­scheinlich einer ganzen Reihe von Kürzungs­wünschen Rechnung getragen werden wird.

schwerbeführenden durch den ständigen AuSschutz. Die britische Oesfentlichkeit besitze die Macht, einen Ausgleich der Dinge herbeizusühren und als unparteiischer Beobachter der Vorgänge richtet Oberst Hutchinson an sie seinen Appell.

Konkordat

und evangelische Kirche.

Berlin, 13. März. (Priv.-Tel.) Als die Konkor­datsoerhandlungen mit der katholischen Kirche in Gang kamen, wurde von zahlreichen politischen Parteien bekanntlich die Forderung aufgestellt, daß gleichzeitig Verhandlungen mit der evangelischen Kirche geführt und zum Ab­schluß gebracht werden sollten, durch die die Rechts­verhältnisse zwischen dem Staat und der Kirche abschließend und befriedigend geregelt würden. Nunmehr hat sich der evangelische Oberkirchenrat in einem Schreiben an den preußischen Minister­präsidenten Braun gewandt und dagegen Einspruch erhoben, daß die Verhandlungen mit der Kurie fortgeführt worden wären, während die Ver­handlungen mit der evangelischen Kirche e i n ge­schlafen seien. Es ist dringend zu wünschen, daß gleichzeitig mit dem eventuellen Abschluß mit der katholischen Kirche auch eine Vereinba­rung mit der evangelischen Kirche zu- standekommt. Wie wir hören, machen mehrere Par­teien chre Zustimmung zu jedem Konkordat von einer solchen Regelung mit der evangelischen Kirche abhängig.

Oie Landwirtschaft schließt sich zusammen.

Berlin. 13. März. (Priv.-Lel.) InRhein - land und Westfalen macht sich jetzt eine Bewegung geltend, die von unten herauf den Zusammenschluß der Landwirtschaft erzwingen will. Bauernvereine und Landbünde der beiden Provinzen hoben den Beschluß gefaßt, daß sich beide in Rheinland und Westfalen sofort zu einer provinziellen Einheitsorganisa­tion zusammenschließen. Außerdem werden die Spihenverbände in Berlin ausgefordert, sich als­bald zu einer Einheitsorganisation zu verschmel­zen. Falls dieser Zusammenschluß in den Spihen- organisationen bis zum 1. Oktober dieses Jahres nicht vollendet feih sollte, dann würden die rheinischen und westfälischen Organisationen von sich aus die Initiative bei allen anderen ograrpolitischen Vereinigungen Deutschlands er­greifen, um mit ihnen über eine einheitliche Reichsorganisation zu verhandeln. Dieser Beschluß der westlichen landwirtschaftlichen Ver­einigungen muh dahin gedeutet werden, daß durch die Rot der Landwirtschaft der Zwang zur orga­nisatorischen Vereinigung sich geradezu gebiete­risch aufdrängt. Man muß abwarten, welches Echo dieses Vorangehen der Landbünde und Bauernvereine des Westens im übrigen Deutsch- land findet.

ffm Dietrichs Agrarpolitik.

Berlin, 13. März. (Priv.-Tel.) Nachdem gestern sich das Reichskabinett erneut mit den Plänen des ReichsernShrungsministers zur Linderung der landwirtschaftlichen Not beschäftigt hat, zeigt sich, daß in verschiedenen Punkten doch noch recht große Gegensätze zwischen den in Der Re­gierung vertretenen Parteien herrschen. Dor allem wird von sozialdemokratischer Seite auf die Minister dieser Partei dahingehend eingewirkt, daß man gegen d i e Zollpläne Dietrichs opponiere. Obgleich Der Reichsernahrungsminifter geradezu erschütternde Zahlen über die Bedeutung 6er Einfuhr von Lebendvieh über die See- grenzschlochthöfe mitgeteilt hat in Berlin sind es allem 55 v. H. der Jnlandbeschaffung und in West­falen gar 89 o. H., wird gegen eine Erhöhung der Rindviehzölle Stimmung gemacht. Da aber trotz gewisser Meinungsunterschiede Zentrum und Demokraten hinter den Thesen Diet­richs stehen, so Dürfte in wesentlichen Punkten die sozialdemokratische Opposition im Reichskabinett in Den Zollfragen nicht durchdringen.

Die französische LlniersuchungS- kommission in Landau.

Landau, 12. März. 3n ztre' Sonderwagen, die dem von Germersheim kommenden Zug an­gegliedert waren, traf die von dem französischen Kriegsminister bestimmte Untersuchengskommis- flon für den Gesundheitszustand der Rheinlandbefatzung ein. Sie ist zusam­mengesetzt aus dem Marschall P 6 tain. Ge­neralinspektor der französischen Armee, Zten Ge­neralärzten Dr. Dovter und Dr. S a s q u e - v 6 c, dem Professor Feissier von der me­dizinischen Fakultät der Universität Paris, dem Chefarzt Dr. R e n a u l d und dem Generaldirek­tor Simon. Die Kommission wird die Lan­dauer Kaserne und Hospitäler besichtigen und dann über Hagenau und Bitsch nach Paris zu- rücNehren.

Das Achtstundenabkommen.

Ablehnung der englischen Revisionsantrage.

Genf, 12. März. (WB.) Bei der Fortsetzung der aUgemeinen Aussprache des Derwaltungsrats des Internationalen Arbeitsamts über den englischen Reoisionsantrag zum Achtstundentag»Abkommen sprach sich der italienische Regierungsvertreter sehr bestimmt gegen jede Revision und für Anwen­dung des Washingtoner Abkommens in Jeiner jetzi­gen Form aus. Der schwedische Regierungs­vertreter Dagegen gab die Notwendigkeit einer teil- weisen Revision zu, was auch die Auffastung der übrigen skandinavischen Regierungen sei. Die Aus- nähme des Londoner Abkommens in das allge­meine Abkommen sei jedoch nicht zulässig. Der spanische Regierungsverireter unterstützte das vom Reichsarbeitsminister Wissell vorgeschlagene Verfahren zur Beschleunigung der noch ausstehen­den Ratifikation Englands, während die Gewerk- fchaftsführer P o n 11 o n (England) und Iouhaux (Frankreich) nochmals erklärten, daß das Washing- toner Abkommen ein Minimum darstellt, und daß die Arbeiterschaft den Antrag auf Revision in ein­schränkendem Sinne gegebenenfalls mit dem An­trag auf allgemeine Erweiterung seiner Besttmmmi- gen beantworten werde.

Die englischen Vorschläge zur Revision des Washingtoner Abkommen 3 wurden vo n Derwal- tungsrat des Snternatioiunen Arbeitsamtes in der Weise abgelehnt, dah sich für keinen der vier vorliegenden Anträge über die Bergung der Entscheidung oder Die Einleitung des Revisions­

verfahrens eine Mehrheit fand. Die Arbeiter­gruppe lehnte alle vier Anträge geschlossen ab. Der italienische und der belgische Regierungsver­treter lehnten gleichfalls alle vier Vorschläge ab. Die übrigen Regierungsvertreter stimmten zwar gegen die von der Änternehmergruppe bean­tragte Einleitung des Revisionsverfahrens, konn­ten aber andererseits wegen der Stimmenthal­tung der Tlnternehmergruppe auch ihre eigenen Anträge auf Vertagung der Entscheidung und Vorprüfung durch ein Unterkomitee des Ver- waltung^rats nicht dnrchbringen. Albert Thomas, der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, hatte vor der Schluhabstimmung vergebens ver­sucht. die Arbeitergruppe für dieses Kompromiß zu gewinnen.

Oie Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in England.

London, 12. MärZ. (TL.) Auf einer gemein­samen Zusammenkunft der Arbeitgeber- Vertreter und des Generalrates der Ge­werkschaften unter Vorsitz von Lord M e l - che 11 wurde der vorläufige Plan eines Ar­beitslosenprogramms angenommen. Der Plan, an dem ein Ausschuß mehrere Monate ar­beitete, verlangt von der Regierung die Durch­führung einer umfassenden Untersuchung und die Bereitstellung von Geldern für Pen- sions- und Versicherungszwecke. Für Die Auswanderung werden besondere Mittel verlangt, die von einer gemeinsamen Körper­schaft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und Regierungsvertretern auf Grund bestimmter Re­geln zu verwalten wären. Weiter wird verlangt die Dlldung eines Ausschusses zum Studium der Entwickelungsmöglichkeiten der briti­schen Kronkolonien, Ausdehnung der Aus­fuhrkredite, Gewährung von Pensionen aus dem Rationalversicherungs- und Pensionsfonds für Arbeiter über 65 Jahre. Bereitstellung eines Fonds zur Finanzierung wichtiger nationaler Pläne, Rationalisierung auf brei­tester Basis, enge Verbindung zwischen In­dustrie und Landwirtschaft und Erhöhung des Schulentlassungsalters.

Läßt Trotzki sich in Frankreich nieder?

Paris 13. März. (WTB. Funkspr.) Rach einer Meldung deS .Petit Parisien" aus dem Petit Marseillais" soll Trotzki im Departement Hörault, und zwar In Tarassac, ein Haus gekauft haben und gleichzeitig um die Ein­reisegenehmigung nach Frankreich habe nachsuchen lassen. Er werde zwischen dem 17. und 20. März mit seiner Frau und seinem Sohne sich nach Montana in der Schweiz begeben, wo er die Entscheidung über die Einreisegenehmi­gung nach Frankreich abwarten werde. Im Falle Der Bewilligung werde er zunächst sich nach Montpellier begeben und dort eine Operation vornehmen lassen. Den Aprll und Mai werde er in Dizza in einem Hotel, in dem bereits Zimmer für ihn reserviert seien, verbringen und alsdann tn sein HauS nach Tarassac übersiedeln.

Latein die offizielle Sprache des Vatikans.

Rom. 12. März. (WB.) Die Blätter melden, daß nach Einführung der lateinischen Sprache als offizielle Sprache des Vatikans diese nicht als eine tote Sprache mehr betrachtet werden könne, sondern dah sie unter die Sprachen der verschiedenen Staaten auf genommen werden müsse. Als Umgangssprache werde das Ita­lienische gebraucht werden, während daS Französische oder das Italienische in den diplomatischen Schrift st ücken des va­tikanischen Staates weiter Verwendung finden werde. Ungefähr 80 Familien, die mit dem va­tikanischen Staat in keiner Beziehung stehen.

haben das vatikanische Gebiet verlassen müs­sen. Der Gouverneur von Rom hat ihnen neue Wohnungen zugewiesen.

OieTlie-erwerfungdermexika- nischen Revolution.

Calleö rückt gegen Lorreon vor.

Neuyork, 12.März. (WTB.) Associated Preß berichtet aus Mexiko, daß Die Vorhut Der unter Dem Oberbefehl des vormaligen Präsidenten Calles stehen­den Truppen die Stadt Camacho erreicht habe. Zwischen Camacho und Torreon liegt eine wasser- lose Wüste. Wie Die Aufständischen melden, sind sämtliche Eisenbahnbrücken zwischen Ca­macho und Torreon z e r ft ö r t worden. Aus Monterey wird berichtet, daß General Almazan mit 10 000 Mann auf Saltillo vorrückte, um Die dort flehenden Streitkräfte Der Aufständischen nach Tor- r e o n z u r ü ckzu t r e i b e n. 2m Staate Sinaloa marschiert Der Rebellenführer 21 u r b e mit 5000 Mann auf Mazatlan, das von einer Garnison von 2000 Mann Dundestruppen gehalten wird. Die mexikanische Regierung gibt bekannt, daß sie das in Der Stadt Mexiko befindliche Privateigen­tum mehrerer Rebellenführer im Werte von einigen hunderttausend Dollar beschlagnahmt habe und öffentlich versteigern werde. Der Erlös soll zur Deckung eines Teiles Der Kosten Dienen, Die Die UnterDrürfung des Aufstandes verursacht.

Der mexikanische General O l a ch e a, Den Die Leiter Der Aufständischenbewegung mit Der Füh­rung von 2000 Mann Truppen Der Sonora-In­dianer betraut hatten. Die er zur Verstärkung Der Besatzung nach Torreon führen sollte, hat die Der amerikanischen Grenzstadt Naco gegenüberliegende Stadt im Staate Sonora, die von den Aufitändi- schen besetzt war, im Namen Der Bundesregierung kampflos eingenommen. General Olacheo erklärte, daß er Die revolutionäre Bewegung nur schein­bar begünstigt habe, in Wahrheit jedoch Der Bun­desregierung treugeblieben fei. Ein Versuch, größere Mengen von Waffen und Munition, Die offenbar für die Aufständischen bestimmt waren, über Die mexikanische Grenze zu schmug- geln, ist durch Die amerikanische Grenzwache Der- eitelt worden. Es kam zu einem Feuergefecht zwi­schen Der Grenzwache und Den Schmugglern, bei Dem zwei amerikanische Grenzwächter verwundet wurden. Das Washingtoner Kriegsamt hat zur Ver­stärkung Der Grenzwache eine Abteilung Kavallerie nach Naco im Staate Arizona entsandt.

Aus aller Welt.

Schwere Zeuersbrirnst in Hagen. Zwei Mädchen verbrannt.

3n Hagen entstand ein Grotzsener Dienstag nacht in dem Doppelwohnhaus Marienstraße 17. Als Die Bewohner sich zur Ruhe begeben wollten, bemerkte einer von ihnen beim zufälligen Oeffnen der Aim- mertik im Treppenhaus Feuerschein. Für die Be- wohner Des ersten und des zweiten Stockwerks war cs bereits zu spät, das Haus über Die Trep­pen zu verlassen. So mußte Die Feuerwehr sechs Personen mittete eines Sprungtuchs retten. Besonders schwierig gestaltete sich die Rettung eines etwa 20 Iahre alten völlig gelähmten Mädchens. Der Brand hat zwei Todesopfer ge­fordert. Die 24 und 26 Jahre allen Töchter des Bäckermeisters Bernhörster wurden Mittwoch früh völlig verkohlt auf der Brandstätte aufgefun­den. Das Wohnhaus ist von oben bis unten voll­kommen ausgebrannt

vier Opfer des Starkstromes.

In der ungarischen Gemeinde Enying wollte der Kaufmann Josef Reumann mit dem Hand­lungsgehilfen Horde auf einem Dache eine Antenne montieren. Dabei kamen sie mit der Hochspannungsleitung i» Berüh­

rung. Auf ihre Hilferufe eilten die Mutter und die Schwester Hördes zur Hilfe, doch gerieten sie ebenfalls unter die Wirkung des Stark­stromes und konnten sich nicht mehr los- reihen. Schließlich wurden die Unglücklichen nach mehreren mißlungenen Versuchen von einem Arzte aus ihrer schrecklichen Lage befreit Reu­mann war bereits tot, während die anderen drei Personen mit lebensgefährlichen Verletzun­gen ins Krankenhaus gebracht werden mußten.

Vier Personen von einet Eisspalte getötet

Als bei Der holländischen Ortschaft Darik eine Anzahl Personen Der Tätigkeit eines Eis­brechers, Der mit Der Zerstörung Der auf Dem Waal zufammengepreßten Eismassen beschäftigt war, zusah, wurde plötzlich eine mächtige Eisscholle auf einen in den Fluß yineinragenden Landungs­steg geworfen, auf dem sich fünf Personen befanden. Von diesen konnte sich ein Mann durch schnelles Zurückspringen in Sicherheit bringen. Die vier ande­ren, zwei Männer und zwei Frauen, wurden von Der Eisscholle förmlich zerschmettert und won den sich fortberoegenDen Eismassen m i t g e r i f f e n. Drei Leichen konnten bereits geborgen werden.

Von einer Lawine verschüttet

Eine am Fuß der Karpathen niederge­gangene Schneelawine verschüttete vier Männer. Als man sie nach großer Mühe ausgegraben hatte, waren zwei bereits tot Einer ist lebens­gefährlich verletzt

Mode und Schule in Italien.

Der italienische Llnierrichtsminister erinnert in einem Rundschreiben daran, daß die Vorschriften für die Kleidung der Lehrerinnen und der Schüle­rinnen genau eingehalten werden müssen. Diese Bestimmungen besagen, daß Lehrerinnen und Schülerinnen Kittel tragen müssen, die über die Knie herunterreichen, ferner daß die Kleider bis zum Halse geschlossen und daß die Aermel bis zum Handgelenk reichen müssen. Bei den Lehrerinnen und Schüle­rinnen der höheren Klassen sollen die Kleider dunkel fein. Der LlnterrichtZminister verlangt daß die Schulvorstände über die Durchführung dieser Bestimmungen Bericht erstatten.

Jünf Jahre Zuchthaus für einen AlkoholsSlscher.

In dem umfangreichen Wethylalkoholprozeß vor dem in Emmendingen tagenden Offen­burger Schöffengericht wurde das Ur­teil gesprochen: Der Angeklagte Kaufmann Ju­lius Bruchsaler aus Offenburg wurde we­gen Derbrechens gegen daS RahrungSmittel- aesetz zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt Bruch­saler hatte den gefährlichen Methylalkohol als hochprozentigen Sprit an Branntwein­brenner verkauft und dadurch zwei Todes­fälle und eine Erblindung herbeige- führt. Der Staatsanwalt hatte zehn Jahre Zuchthaus beantragt

Eine berühmte Münzensammlung gestohlen.

In Laderneau (Frankreich) haben Einbrecher die in der ganzen Welt als Sammlung ErneS Gregoire betannte außerordentlich wertvolle Münzensammlung geraubt. EL handelt sich vor allem um 500 Gold-, Silber- und Bronze- Münzen und Medaillen au» Syrien, Ly- bien und Judäa aus der Zeit von 300 bis 500 vor Christi mit dem Siegel deS Königs Krösus und anderer.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das gestern zwischen Spitzbergen und Nordstai» Dituwien gelegene Tiefdruckgebiet hat sich weiter ver­tieft und sehr rasch südösllich nach Finnland hin weiter bewegt Die Druckgegensätze haben sich in­folgedessen wesentlich verschärft, und stürmische Nord» Westwinde bringen an seiner Rückseite über Skan­dinavien südwärts vor. 2n Norddeutschland und be­sonders nn Küstengebiet hat Die Luftbewegung zuge­nommen, und außer Nebelblldung und stärkerer Be­wölkung treten vereinzelte Niederschläge auf. Der Einfluß der abziehenden Störung Dürfte wahr schein- sich auch unseren Bezirk vorübergehend streifen, jedoch treten Niederschläge nur vereinzelt auf. Auch erfahren die Temperaturen keine stärkere Schwan­kung.

Wettervoraussage für Donnerstag: Wolkiges Wetter, vereinzelte leichte Niederschläge, weiterhin wenig Aenderung Der Temperaturen, west- (tche bis nordwestliche Winde.

Wettervoraussage für Freitag: Viel­fach aufheiternd, tagsüber wärmer, vorwiegend trocken.

Lufttemperaturen am 12. März: mittags 6,2 Grad Celsius, abends0,5 Grad: am 13. März: morgens 1,7 Grad. Maximum 6,3 Grad. Minimum V Grad. Erdtemperaturen am 12. März: abends 0,2 Grad: am 13. März: morgens0,2 Grad Celsius. Sonnenscheindauer % Stunden.