Oer Sparfeldzug des Hanfabundes
Don unserer Berliner Redaktion.
Berlin. 13. März. Der Antrag der Deut- schen Dolkspartei, den Haushalt für 1929 ohne Steuererhöhungen abzugleichen, hat im ganzen deutschen Bolte Berständnis und lebhafte Zustimmung gefunden. Als vor etwa drei Jahren uie Spitzenverbände der Wirtschaft einen allgemeinen Abbau der Derwaltungskosten im Reich, in den Ländern und Gemeinden forderten. wurde diese Forderung wegen der fehlenden sachlichen Unterlagen abgelehnt. Run hat der Versuch, die Ausgabenwirtschaft weiter ins Ungemessene steigen zu lassen, die Spitzender- bände abermals auf den Plan gerufen. Das ist eine wirksame Unterstützung des Antrages der Deutschen Dolkspartei. wobei sich ruhig in den Kauf nehmen läßt, auf die fehlenden tatsächlichen Unterlagen für diesen Antrag zu verweisen. Sind die Kritiker dieses Antrages so wirklichkeitsfremd, daß sie nicht wissen oder nicht wissen wollen, wie der Entwurf des Reichshaushalts zustande kommt? Wenn sich im Reichstag eine entschlossene Mehrheit findet, die von der Reichsregierung verlangt, einen Haushaltsentwurf vorzulegen, der nicht nur keine Steigerungen gegen das Vorjahr aufweist, sondern wirkliche Steuersenkungen, so werden wir es auch erleben, daß die Finanzbureaukratie diese scheinbar unmögliche Leistung fertig bringt.
Wo es an Verständnis hierfür fehlt, dem leistet die ausgezeichnete Denkschrift des Hansabundes über EinsparungSoorschläge im Reichshaushaltsplan 1929 gute Dienste. Selbst wenn diesen Vorschlägen nicht Punkt für Punkt zugestimmt werden kann, nicht deshalb, weil sie zu hoch gegriffen sind, sondern im Gegenteil, weil vielfach ein höherer Ansatz für Senkungen möglich ist. so bleibt doch das Ergebnis übrig, dah auf der Grundlage der Ausgabenentwicklung für 1928 sich eine Steuersenkung erreichen läßt. Hilferdings Voranschlag rechnet mit einem höheren Steueraufkommen von fast 700 Millionen Mark, von denen etwa 370 Millionen Mark auf Grund von Steuererhöhungen hereinkommen sollen, während der Rest von der Steigerung der Produktionscrast der Wirtschaft erwartet wird. Dah diese Erwartung einen sehr problematischen Wert hat, bedarf angesichts des Stillstands der Konjunktur um so weniger einer Begründung, als eine Erhöhung der Steuerlast erst recht zum Rückgang der Konjunktur führen must.
Die Denkschrift desHansa-Dundes hall es für möglich, 500Mill.Mk. einzusparen, also über 100Mill.Mk. mehr
als der Reichshaushallsplan für 1929 als neuen Bedarf angemeldet hat. Es spricht für die Unpartei- lichkeit und Sachlichkeit der Denkschrift des Hansa- Bundes, daß sie Einsparungsmoglichkeiten bei allen Reichsämtern, also auch bei der allgemeinen Finanzverwaltung, gesucht und gefunden hat. Dabei ist die Denkschrift noch sehr rücksichtsvoll mit gewissen Einrichtungen verfahren, die, wie sog. Pressestellen der Ministerien im Reiche und in Den Ländern, ein sehr kostspieliges aber sonst sehr fragwürdiges Dasein führen. Alle Einsparungsvor- schlage, die durchweg nur die sachlichen Ausgaben erfaßen, richten sich nicht geaen die Beamten, nicht einmal gegen die Behördeninflation, sondern fordern nur die unbedingt notwendige Sparsamkeit. Es ist möglich, das sog. Loch im Reichshaushalt zu topfen, ohne daß zu so verzweifelten Mitteln gegriffen wird, wie die Erhöhung der Dermögens- teuer. Eine Erhöhung der Dermögenssteuersätze st schon deshalb von verhängnisvoller Tragweite, weil die völlige Hemmung des Kapitalbildungs- prozesies den Auslandkredit gefährdet. Das deutsche Volk muß die Gefahr kennen, die chm von jeder Erhöhung der Steuerlast droht, dann wird es auch Mittel und Wege finden, um den Reichstag an seine Pflicht zu erinnern. Es darf nicht einen Kampf um einzelne Steuererhöhungen geben, es muß oiclmt*- der Wille, keine Steuererhöhungen zuzulassen, pch bei den Parteien durchsetzen. Wir kommen so eher über die Notlage hinweg, wenn wir in Reich, Ändern und Gemeinden sparen, sparen und nochmals sparen. Wenn wir diesen Mut nicht aufbringen, wenn wir energielos die bisher übliche Ausgabenwirtschaft weiter forlsetzen, so wird der Zusammenbruch der Reichsfinanzen in absehbarer Zeit unvermeidlich sein. Das ist keine Schwarzmalerei, das ist furchtbare Wirklichkeit.
Dor der Etatdebatte.
Berlin, 13. Marn. (Priv.-Tel.) Reichsfinanzminister Dr. Hilfe roing wird bei der Ginbrin- gung des Etats vor dem Reichstag eine groß angelegte finanz-politische Rede halten und dabei, wie man uns mitteilt, auch die verschiedenen Abänderungsvorschläge seine» Haushaltsvoranschlages behandeln. Es steht zu erwarten, daß sich sofort ein Ausschuß konstituieren wird, der unter dem Nomen Etatsausschuß versuchen soll, die endgültige Gestalt des neuen Etats herzustellen, wobei wahrscheinlich einer ganzen Reihe von Kürzungswünschen Rechnung getragen werden wird.
schwerbeführenden durch den ständigen AuSschutz. Die britische Oesfentlichkeit besitze die Macht, einen Ausgleich der Dinge herbeizusühren und als unparteiischer Beobachter der Vorgänge richtet Oberst Hutchinson an sie seinen Appell.
Konkordat
und evangelische Kirche.
Berlin, 13. März. (Priv.-Tel.) Als die Konkordatsoerhandlungen mit der katholischen Kirche in Gang kamen, wurde von zahlreichen politischen Parteien bekanntlich die Forderung aufgestellt, daß gleichzeitig Verhandlungen mit der evangelischen Kirche geführt und zum Abschluß gebracht werden sollten, durch die die Rechtsverhältnisse zwischen dem Staat und der Kirche abschließend und befriedigend geregelt würden. Nunmehr hat sich der evangelische Oberkirchenrat in einem Schreiben an den preußischen Ministerpräsidenten Braun gewandt und dagegen Einspruch erhoben, daß die Verhandlungen mit der Kurie fortgeführt worden wären, während die Verhandlungen mit der evangelischen Kirche e i n geschlafen seien. Es ist dringend zu wünschen, daß gleichzeitig mit dem eventuellen Abschluß mit der katholischen Kirche auch eine Vereinbarung mit der evangelischen Kirche zu- standekommt. Wie wir hören, machen mehrere Parteien chre Zustimmung zu jedem Konkordat von einer solchen Regelung mit der evangelischen Kirche abhängig.
Oie Landwirtschaft schließt sich zusammen.
Berlin. 13. März. (Priv.-Lel.) InRhein - land und Westfalen macht sich jetzt eine Bewegung geltend, die von unten herauf den Zusammenschluß der Landwirtschaft erzwingen will. Bauernvereine und Landbünde der beiden Provinzen hoben den Beschluß gefaßt, daß sich beide in Rheinland und Westfalen sofort zu einer provinziellen Einheitsorganisation zusammenschließen. Außerdem werden die Spihenverbände in Berlin ausgefordert, sich alsbald zu einer Einheitsorganisation zu verschmelzen. Falls dieser Zusammenschluß in den Spihen- organisationen bis zum 1. Oktober dieses Jahres nicht vollendet feih sollte, dann würden die rheinischen und westfälischen Organisationen von sich aus die Initiative bei allen anderen ograrpolitischen Vereinigungen Deutschlands ergreifen, um mit ihnen über eine einheitliche Reichsorganisation zu verhandeln. Dieser Beschluß der westlichen landwirtschaftlichen Vereinigungen muh dahin gedeutet werden, daß durch die Rot der Landwirtschaft der Zwang zur organisatorischen Vereinigung sich geradezu gebieterisch aufdrängt. Man muß abwarten, welches Echo dieses Vorangehen der Landbünde und Bauernvereine des Westens im übrigen Deutsch- land findet.
ffm Dietrichs Agrarpolitik.
Berlin, 13. März. (Priv.-Tel.) Nachdem gestern sich das Reichskabinett erneut mit den Plänen des ReichsernShrungsministers zur Linderung der landwirtschaftlichen Not beschäftigt hat, zeigt sich, daß in verschiedenen Punkten doch noch recht große Gegensätze zwischen den in Der Regierung vertretenen Parteien herrschen. Dor allem wird von sozialdemokratischer Seite auf die Minister dieser Partei dahingehend eingewirkt, daß man gegen d i e Zollpläne Dietrichs opponiere. Obgleich Der Reichsernahrungsminifter geradezu erschütternde Zahlen über die Bedeutung 6er Einfuhr von Lebendvieh über die See- grenzschlochthöfe mitgeteilt hat — in Berlin sind es allem 55 v. H. der Jnlandbeschaffung und in Westfalen gar 89 o. H. —, wird gegen eine Erhöhung der Rindviehzölle Stimmung gemacht. Da aber trotz gewisser Meinungsunterschiede Zentrum und Demokraten hinter den Thesen Dietrichs stehen, so Dürfte in wesentlichen Punkten die sozialdemokratische Opposition im Reichskabinett in Den Zollfragen nicht durchdringen.
Die französische LlniersuchungS- kommission in Landau.
Landau, 12. März. 3n ztre' Sonderwagen, die dem von Germersheim kommenden Zug angegliedert waren, traf die von dem französischen Kriegsminister bestimmte Untersuchengskommis- flon für den Gesundheitszustand der Rheinlandbefatzung ein. Sie ist zusammengesetzt aus dem Marschall P 6 tain. Generalinspektor der französischen Armee, Zten Generalärzten Dr. Dovter und Dr. S a s q u e - v 6 c, dem Professor Feissier von der medizinischen Fakultät der Universität Paris, dem Chefarzt Dr. R e n a u l d und dem Generaldirektor Simon. Die Kommission wird die Landauer Kaserne und Hospitäler besichtigen und dann über Hagenau und Bitsch nach Paris zu- rücNehren.
Das Achtstundenabkommen.
Ablehnung der englischen Revisionsantrage.
Genf, 12. März. (WB.) Bei der Fortsetzung der aUgemeinen Aussprache des Derwaltungsrats des Internationalen Arbeitsamts über den englischen Reoisionsantrag zum Achtstundentag»Abkommen sprach sich der italienische Regierungsvertreter sehr bestimmt gegen jede Revision und für Anwendung des Washingtoner Abkommens in Jeiner jetzigen Form aus. Der schwedische Regierungsvertreter Dagegen gab die Notwendigkeit einer teil- weisen Revision zu, was auch die Auffastung der übrigen skandinavischen Regierungen sei. Die Aus- nähme des Londoner Abkommens in das allgemeine Abkommen sei jedoch nicht zulässig. Der spanische Regierungsverireter unterstützte das vom Reichsarbeitsminister Wissell vorgeschlagene Verfahren zur Beschleunigung der noch ausstehenden Ratifikation Englands, während die Gewerk- fchaftsführer P o n 11 o n (England) und Iouhaux (Frankreich) nochmals erklärten, daß das Washing- toner Abkommen ein Minimum darstellt, und daß die Arbeiterschaft den Antrag auf Revision in einschränkendem Sinne gegebenenfalls mit dem Antrag auf allgemeine Erweiterung seiner Besttmmmi- gen beantworten werde.
Die englischen Vorschläge zur Revision des Washingtoner Abkommen 3 wurden vo n Derwal- tungsrat des Snternatioiunen Arbeitsamtes in der Weise abgelehnt, dah sich für keinen der vier vorliegenden Anträge über die Bergung der Entscheidung oder Die Einleitung des Revisions
verfahrens eine Mehrheit fand. Die Arbeitergruppe lehnte alle vier Anträge geschlossen ab. Der italienische und der belgische Regierungsvertreter lehnten gleichfalls alle vier Vorschläge ab. Die übrigen Regierungsvertreter stimmten zwar gegen die von der Änternehmergruppe beantragte Einleitung des Revisionsverfahrens, konnten aber andererseits wegen der Stimmenthaltung der Tlnternehmergruppe auch ihre eigenen Anträge auf Vertagung der Entscheidung und Vorprüfung durch ein Unterkomitee des Ver- waltung^rats nicht dnrchbringen. Albert Thomas, der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, hatte vor der Schluhabstimmung vergebens versucht. die Arbeitergruppe für dieses Kompromiß zu gewinnen.
Oie Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in England.
London, 12. MärZ. (TL.) Auf einer gemeinsamen Zusammenkunft der Arbeitgeber- Vertreter und des Generalrates der Gewerkschaften unter Vorsitz von Lord M e l - che 11 wurde der vorläufige Plan eines Arbeitslosenprogramms angenommen. Der Plan, an dem ein Ausschuß mehrere Monate arbeitete, verlangt von der Regierung die Durchführung einer umfassenden Untersuchung und die Bereitstellung von Geldern für Pen- sions- und Versicherungszwecke. Für Die Auswanderung werden besondere Mittel verlangt, die von einer gemeinsamen Körperschaft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer und Regierungsvertretern auf Grund bestimmter Regeln zu verwalten wären. Weiter wird verlangt die Dlldung eines Ausschusses zum Studium der Entwickelungsmöglichkeiten der britischen Kronkolonien, Ausdehnung der Ausfuhrkredite, Gewährung von Pensionen aus dem Rationalversicherungs- und Pensionsfonds für Arbeiter über 65 Jahre. Bereitstellung eines Fonds zur Finanzierung wichtiger nationaler Pläne, Rationalisierung auf breitester Basis, enge Verbindung zwischen Industrie und Landwirtschaft und Erhöhung des Schulentlassungsalters.
Läßt Trotzki sich in Frankreich nieder?
Paris 13. März. (WTB. Funkspr.) Rach einer Meldung deS .Petit Parisien" aus dem „Petit Marseillais" soll Trotzki im Departement Hörault, und zwar In Tarassac, ein Haus gekauft haben und gleichzeitig um die Einreisegenehmigung nach Frankreich habe nachsuchen lassen. Er werde zwischen dem 17. und 20. März mit seiner Frau und seinem Sohne sich nach Montana in der Schweiz begeben, wo er die Entscheidung über die Einreisegenehmigung nach Frankreich abwarten werde. Im Falle Der Bewilligung werde er zunächst sich nach Montpellier begeben und dort eine Operation vornehmen lassen. Den Aprll und Mai werde er in Dizza in einem Hotel, in dem bereits Zimmer für ihn reserviert seien, verbringen und alsdann tn sein HauS nach Tarassac übersiedeln.
Latein die offizielle Sprache des Vatikans.
Rom. 12. März. (WB.) Die Blätter melden, daß nach Einführung der lateinischen Sprache als offizielle Sprache des Vatikans diese nicht als eine tote Sprache mehr betrachtet werden könne, sondern dah sie unter die Sprachen der verschiedenen Staaten auf genommen werden müsse. Als Umgangssprache werde das Italienische gebraucht werden, während daS Französische oder das Italienische in den diplomatischen Schrift st ücken des vatikanischen Staates weiter Verwendung finden werde. Ungefähr 80 Familien, die mit dem vatikanischen Staat in keiner Beziehung stehen.
haben das vatikanische Gebiet verlassen müssen. Der Gouverneur von Rom hat ihnen neue Wohnungen zugewiesen.
OieTlie-erwerfungdermexika- nischen Revolution.
Calleö rückt gegen Lorreon vor.
Neuyork, 12.März. (WTB.) Associated Preß berichtet aus Mexiko, daß Die Vorhut Der unter Dem Oberbefehl des vormaligen Präsidenten Calles stehenden Truppen die Stadt Camacho erreicht habe. Zwischen Camacho und Torreon liegt eine wasser- lose Wüste. Wie Die Aufständischen melden, sind sämtliche Eisenbahnbrücken zwischen Camacho und Torreon z e r ft ö r t worden. Aus Monterey wird berichtet, daß General Almazan mit 10 000 Mann auf Saltillo vorrückte, um Die dort flehenden Streitkräfte Der Aufständischen nach Tor- r e o n z u r ü ckzu t r e i b e n. 2m Staate Sinaloa marschiert Der Rebellenführer 21 u r b e mit 5000 Mann auf Mazatlan, das von einer Garnison von 2000 Mann Dundestruppen gehalten wird. Die mexikanische Regierung gibt bekannt, daß sie das in Der Stadt Mexiko befindliche Privateigentum mehrerer Rebellenführer im Werte von einigen hunderttausend Dollar beschlagnahmt habe und öffentlich versteigern werde. Der Erlös soll zur Deckung eines Teiles Der Kosten Dienen, Die Die UnterDrürfung des Aufstandes verursacht.
Der mexikanische General O l a ch e a, Den Die Leiter Der Aufständischenbewegung mit Der Führung von 2000 Mann Truppen Der Sonora-Indianer betraut hatten. Die er zur Verstärkung Der Besatzung nach Torreon führen sollte, hat die Der amerikanischen Grenzstadt Naco gegenüberliegende Stadt im Staate Sonora, die von den Aufitändi- schen besetzt war, im Namen Der Bundesregierung kampflos eingenommen. General Olacheo erklärte, daß er Die revolutionäre Bewegung nur scheinbar begünstigt habe, in Wahrheit jedoch Der Bundesregierung treugeblieben fei. Ein Versuch, größere Mengen von Waffen und Munition, Die offenbar für die Aufständischen bestimmt waren, über Die mexikanische Grenze zu schmug- geln, ist durch Die amerikanische Grenzwache Der- eitelt worden. Es kam zu einem Feuergefecht zwischen Der Grenzwache und Den Schmugglern, bei Dem zwei amerikanische Grenzwächter verwundet wurden. Das Washingtoner Kriegsamt hat zur Verstärkung Der Grenzwache eine Abteilung Kavallerie nach Naco im Staate Arizona entsandt.
Aus aller Welt.
Schwere Zeuersbrirnst in Hagen. Zwei Mädchen verbrannt.
3n Hagen entstand ein Grotzsener Dienstag nacht in dem Doppelwohnhaus Marienstraße 17. Als Die Bewohner sich zur Ruhe begeben wollten, bemerkte einer von ihnen beim zufälligen Oeffnen der Aim- mertik im Treppenhaus Feuerschein. Für die Be- wohner Des ersten und des zweiten Stockwerks war cs bereits zu spät, das Haus über Die Treppen zu verlassen. So mußte Die Feuerwehr sechs Personen mittete eines Sprungtuchs retten. Besonders schwierig gestaltete sich die Rettung eines etwa 20 Iahre alten völlig gelähmten Mädchens. Der Brand hat zwei Todesopfer gefordert. Die 24 und 26 Jahre allen Töchter des Bäckermeisters Bernhörster wurden Mittwoch früh völlig verkohlt auf der Brandstätte aufgefunden. Das Wohnhaus ist von oben bis unten vollkommen ausgebrannt
vier Opfer des Starkstromes.
In der ungarischen Gemeinde Enying wollte der Kaufmann Josef Reumann mit dem Handlungsgehilfen Horde auf einem Dache eine Antenne montieren. Dabei kamen sie mit der Hochspannungsleitung i» Berüh
rung. Auf ihre Hilferufe eilten die Mutter und die Schwester Hördes zur Hilfe, doch gerieten sie ebenfalls unter die Wirkung des Starkstromes und konnten sich nicht mehr los- reihen. Schließlich wurden die Unglücklichen nach mehreren mißlungenen Versuchen von einem Arzte aus ihrer schrecklichen Lage befreit Reumann war bereits tot, während die anderen drei Personen mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden mußten.
Vier Personen von einet Eisspalte getötet
Als bei Der holländischen Ortschaft Darik eine Anzahl Personen Der Tätigkeit eines Eisbrechers, Der mit Der Zerstörung Der auf Dem Waal zufammengepreßten Eismassen beschäftigt war, zusah, wurde plötzlich eine mächtige Eisscholle auf einen in den Fluß yineinragenden Landungssteg geworfen, auf dem sich fünf Personen befanden. Von diesen konnte sich ein Mann durch schnelles Zurückspringen in Sicherheit bringen. Die vier anderen, zwei Männer und zwei Frauen, wurden von Der Eisscholle förmlich zerschmettert und won den sich fortberoegenDen Eismassen m i t g e r i f f e n. Drei Leichen konnten bereits geborgen werden.
Von einer Lawine verschüttet
Eine am Fuß der Karpathen niedergegangene Schneelawine verschüttete vier Männer. Als man sie nach großer Mühe ausgegraben hatte, waren zwei bereits tot Einer ist lebensgefährlich verletzt
Mode und Schule in Italien.
Der italienische Llnierrichtsminister erinnert in einem Rundschreiben daran, daß die Vorschriften für die Kleidung der Lehrerinnen und der Schülerinnen genau eingehalten werden müssen. Diese Bestimmungen besagen, daß Lehrerinnen und Schülerinnen Kittel tragen müssen, die über die Knie herunterreichen, ferner daß die Kleider bis zum Halse geschlossen und daß die Aermel bis zum Handgelenk reichen müssen. Bei den Lehrerinnen und Schülerinnen der höheren Klassen sollen die Kleider dunkel fein. Der LlnterrichtZminister verlangt daß die Schulvorstände über die Durchführung dieser Bestimmungen Bericht erstatten.
Jünf Jahre Zuchthaus für einen AlkoholsSlscher.
In dem umfangreichen Wethylalkoholprozeß vor dem in Emmendingen tagenden Offenburger Schöffengericht wurde das Urteil gesprochen: Der Angeklagte Kaufmann Julius Bruchsaler aus Offenburg wurde wegen Derbrechens gegen daS RahrungSmittel- aesetz zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt — Bruchsaler hatte den gefährlichen Methylalkohol als hochprozentigen Sprit an Branntweinbrenner verkauft und dadurch zwei Todesfälle und eine Erblindung herbeige- führt. — Der Staatsanwalt hatte zehn Jahre Zuchthaus beantragt
Eine berühmte Münzensammlung gestohlen.
In Laderneau (Frankreich) haben Einbrecher die in der ganzen Welt als Sammlung ErneS Gregoire betannte außerordentlich wertvolle Münzensammlung geraubt. EL handelt sich vor allem um 500 Gold-, Silber- und Bronze- Münzen und Medaillen au» Syrien, Ly- bien und Judäa aus der Zeit von 300 bis 500 vor Christi mit dem Siegel deS Königs Krösus und anderer.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Das gestern zwischen Spitzbergen und Nordstai» Dituwien gelegene Tiefdruckgebiet hat sich weiter vertieft und sehr rasch südösllich nach Finnland hin weiter bewegt Die Druckgegensätze haben sich infolgedessen wesentlich verschärft, und stürmische Nord» Westwinde bringen an seiner Rückseite über Skandinavien südwärts vor. 2n Norddeutschland und besonders nn Küstengebiet hat Die Luftbewegung zugenommen, und außer Nebelblldung und stärkerer Bewölkung treten vereinzelte Niederschläge auf. Der Einfluß der abziehenden Störung Dürfte wahr schein- sich auch unseren Bezirk vorübergehend streifen, jedoch treten Niederschläge nur vereinzelt auf. Auch erfahren die Temperaturen keine stärkere Schwankung.
Wettervoraussage für Donnerstag: Wolkiges Wetter, vereinzelte leichte Niederschläge, weiterhin wenig Aenderung Der Temperaturen, west- (tche bis nordwestliche Winde.
Wettervoraussage für Freitag: Vielfach aufheiternd, tagsüber wärmer, vorwiegend trocken.
Lufttemperaturen am 12. März: mittags 6,2 Grad Celsius, abends —0,5 Grad: am 13. März: morgens 1,7 Grad. Maximum 6,3 Grad. Minimum — V Grad. — Erdtemperaturen am 12. März: abends — 0,2 Grad: am 13. März: morgens —0,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer % Stunden.


