Einzelbild herunterladen

Aus Natur und Technik.

Srdkälie und Weltraumkälle

Von Arthur Stenhel.

Die ungewöhnlich strenge FrostperioLe des gegenwärtigen W nterS. die, vom kontinentaleir Osten hereinbrechend, mit Jahresanfang begann und, sich über fast ganz Europa ausbreitend, in den ersten Februartaacn die größte SolU mit exorbitant niedrigen Temperaturen Blnnen- unb Ostdeutsch and unter - 25 Grad. Rußland

33 Arad CeliiuS brachte, gibt Meder 2ln- kgh zu den Fragen, tpie kalt es aus Erden über- Haupt werden kann und wie kalt es im Raume guherha b des Erdkörpers ist. Die Beantwortung der zweiten Frage, d. h. die Kenntnis der Weltraum- kalte, ist deshalb wichtig, weil alle Erdenkälte unmittelbar aus dem unseren Planeten umgehen­den freien Raume stammt: denn das ganze Innere des Grdkörper- ist Heist, sogar sehr Heist, so hast sich in gröberer Tiefe alle Stoffs in glühend-flüssigem oder gasförmigem Zustande be- fiaden.

Um diese Beziehungen zu verstehen, müssen wir zuvor noch eine andere Frage beantworten, hie Frage: was ist Kälte? Wenn wir im täglichen Leben von Kälte reden, sy bezeichnen wir damit vorwiegend Tempe.aturen, die unter dem Gesri-:r- Punkt pes Walsers liegen. Da das Wasser eines der wicht gst«n E.emente unseres Dasein- bildet, hat diese Normierung des Nullpunkte- am Thermometer unh die Zählung der Grade nach oben a.6 Wärme, nach unten dagegen als Kälte praktisch ihre volle Berechtigung. 3n der exakten Physika.ischen Wissenschaft gibt es aber ftreng- aenommen keinen Degr.ss Kalte, sondern nur den Begriff Wärme, deren jeweiligen Stand in Tem­peraturgraden man oberha.b des Gefricrpunttes des Wa.sers mit einem positiven Dorzeichen (+), unterhalb mit einem negativen Dorzeichen () pyrsieht (Plus- und Wrnusgrade her Wärme) und deren Intensität man in Wärme-Einheiten oder Kalorien . usdrückt. Da nun Wärm« in Bewegung der kleinsten Stoffteilchen, der Mo­lekeln und Atome, besteht, steigt fee um so höher, je heftiger dies« Bewegung ist. und sinkt um so tiefer, je schwächer die Bewegung vor sich geht, bis sie schließlich ganz aufhört, wenn die Teilchen zum Süllstand kommen. Das aber geschieht erst bei einer Temperatur von 273 Grad Celsius, d. h. an einem Punkte, der 273 Grad unter dem Gefrierpunkte des Wassers liegt, der also nach üblicher Auslassung b;e größtmögliche Kälte be­zeichnet. In der Physik heißt dieser Punkt der absolute Nullpunkt. Man kann daher sagen: Has EiS schmilzt bei einer Wärme von 273 Grad absolut (0 Grad des Thermometers), Wasser kocht bei 373 Grad l-s- 100 Grad) Quecksilber wird fest bei 234 Grad (- 39 Grad). Kohlensäure bei 195 Grad ( 78 Grad), Wasseo, stoss bei 14 Grad ( 259 Grad) ober auch Blei schmilzt bei einer Wärme vpn 601 Grab (+ 328 Grab) absolut. Eisen bei einer solchen von 1373 Grad i-s- 1100 Grad) usw. Ebenso bedeutet die kürzlich in Rußland beobachtete Kälte von., 33 Grad, vom absoluten Nullpunkt an gerechnet, immer noch eine Wärme von 240 Grad absolut. Kälte entsteht insolgedessen durch Wärmeverlust oder Wärmeausstrahlung, ist die Ausstrahlung des (warmen) Erdköxpcrs groß, so sinkt die Temperatur seiner Oberfläche entsprechend stark herab.

Den weitaus größten Betrag bet Bodenwärme liefert die Sonne: ihre erhöhte Strahlung im Sommer steigert die Wärme über den Mittel­wert. ihr« verminderte Strahlung im Winter senkt si« unter diesen In hohen geographischen Breiten, wo die Sonnenstrahlen das ganze Jahr hindurch tixgen ihres schrägen Einsalls oder zeit­weise gänzlichen Fehlens nur geringe Wirkung haben, herrschen deshalb auch die niedrigsten Temperaturen. Man hat hier jedoch zu unter­scheiden zwischen mittlerer Temperatur, die aus Durch chnittswerten ganzer Jahre sich er­gibt und ab oluter Temperatur, die zu

einem bestimmten Zeitpunkt an einem Orte auf- | tritt (absolut in diesem Zusammenhänge nicht in Bezug aus den wahren Nullpunkt. sondern als Gegensatz zu mittlerer Temperatur gebraucht). Da ergibt sich nun die Tatsache, dast die nied­rigste mittlere Temperatur, d. h. die gröstte durchschnitll.che Kalte der Erde, das S u d p o l a r- gebiet mit mehr als 25 Grad Celsius aus- weist. D« absoluten Temperaturen scheinen dort aber kaum viel unser 50 Grad Kälte herabzu- gefoen. Demnächst folgt bas Rordpolargebtet mit einer Mitteltemperatur von 25 Grad und niedrigsten absoluten Temperaturen von einigen 40 Grad. Weit weniger tiefe mittlere, dagegen bedeutend niedrigere absolute Temperatur ftn» den sich in Aordostsibirien, wo sehr lange äuhecst strenge Winter und kurz« heihe Sommer Herrchen. Bis in die jüngste Zeit galt die Gegend von Werchojansk für die im Winter kälteste, weil dort Temperaturen biS zu 68 Grad (Ja­nuar 1885) und 67.8 Grad (Januar 1392) ge­messen worden sind. NeuerdingS ist aber sest- geftellt worden, tag in dem südöstlich von Wercho- iansk gelegenen Gebiet von Oemikon noch tie­fere Temperaturen vprzuloinmen scheinsn: der russisch« Forscher Obrutschew beobachtete dort bereit- im November 60 Grad Kälte. Gelegent- ' ch mögen ii jenen Bezirken auch 70 Grad unter Aull Vorkommen, wir haben sie demnach als die kälteste Gegend der ganzen Erde qnzulrhen. Gegen wir jetzt wieder den physikalischen Begriff des absoluten Nullpunktes ( 273 Grad) zu Grunde, so entspricht die für Mensch und Tier erschreckend niedrige Temperatur von 70 Grad noch einer Wärme von 203 Grad.

Wie wir aus Beobachtungen auf hohen Bergen, in Luftschiffen und Flugzeugen und besonders

mit Registrierballons wissen, nimmt bk Tem­peratur der Atmosphäre mit wachsender Höhe ab, in den unteren Schichten zwar nicht regel­mäßig wegen der Jnverswnen, im allgemeinen aber doch beständig. Öie bet.ägt in 16 Kilometer Höhe je nach der geographischen Breite 54 Grad (über Europa) bi- 70 Grad über dem Aequator. In der tropischen Zone nimmt sie schneller ab als in höheren Breiten und über den Po en. Als tief st e Temperaturen überhaupt wurden nach Hann-Sürlng über dem Diktor-a-Ryanza in 19 Kilometer Höhe 84 Grad und über Batavia schon in 15.5 Kilo­meter Höhe 91.9 Grad gemessen. Soweit sich die über ter Troposphäre lagernde S.ratosvhäre er­streckt. ist immer noch Wärme, d h. sich an den Stofs knüpfende und von uns empfundene leitende Wärme, vorhanden: wo es keinen Stofs, kein noch so feines Gas mehr g.bt, in mehr alS tausend Kilometer über der Erdoberfläche, hört schließlich alle Wärm« auf, der freie Weltraum selbst besitzt a so gar keine Temperatur mehr ober, man kann auch lagen: eine Temperatur von 273 Grad, entsprechend dem absoluten Nullpunkt der Physik. Den fr« en Raum durcheilt nur strahlende Warme, die von der Sonne und von den Fix­sternen ausgesandt wird. Erst auf der Erde ver­wandelt sich di« strahlende Sonnenwärme in leitende Wärme. Daß diese von der aus dem Erdinnern nur noch sehr wenig erwärmten Erd­oberfläche nicht wieder an den kalten. Weltraum verloren geht, sondern auf einem mittleren Stande von runb 15 G-ad EelsiuS ober 288 Grad qblo ut für die ganze Erde erhalten bleibt, dafür sorgt hie schuhende Atmolphäre, unter der wir wie in einem G.aShause leben.

Das Junkers-Riesenflugzeug.

Von Max Fischer.

NacPruck verboten.

Schneller, als es nach den letzten Mitteilun­gen der Iunkerswerk« in Dessau zu erwarten war, haben sich diese Werke entschlossen, eine Veröffentlichung über das Aussehen ihres Rie­senflugzeugs 3 38 zu gestatten. Das Flugzeug wird eine Flügelfpannweite von 45 Meter ha­ben. Gs hat vier in die Flügel eingebaute Mo­toren. deren Schrauben unmittelbar vor der vor-

kanntlich dazu dienen, daS Flugzeug um seine Längsachse zu steuern, das heißt die Flügel­enden in gleicher Höhe zu erhalten, liegen wie schlich an der Hinterkante der Flügel und find sehr lang. Heber dem an «Stelle eines Sporns durch ein Rad mit Luftreifen gestützten Schwanz sitzt ein hohes Leitwerk mit zwei wagerechten Höhensteuerttächen übereinander, zwischen denen Drei senkrechte Seitensteuer angeordnet sind.

F 13 für S Personen. 3

deren Flügelkante sitzen. Die Motoren sind wäh­rend des Fluges zugänglich; sie können also überwacht und gewartet, und es können auch kleinere Instandsetzungen im Fluge daran vor­genommen werden. Dte Fluggäste sind zum Teil in einer riesigen Rumpfkabine. zum Teil aber entsprechend dem grundlegenden Patent von Jun­kers aus dem Jahre 4910 auch im anschließen­den Teil der Flügel untergebracht, aus denen sie durch in der Stirnfläche angebrachte große Fenster einen freien Blick vorwärts haben.

Aeuherlich hat das natürlich ganx aus Me­tall bestehende Flugzeug die gewohnte Form. Die vprn sehr dicken Flügel von gewaltiger Breite reichen mit ihrer vorderen Wölbung bis an die Decke der Kabine und sitzen mit ihrer Hinterkante in der Höhe des Kabinenbodens: sie werden nach den äußeren Enden zu erheb­lich schmaler. Die Derwindungsklappen, die be-

38 für 30 6i6 35 Personen-

Das mit stromlinienförmigen Mänteln um­gebene Fahrgestell stützt sich auf vier Räder ab. die paarweise hintereinander liegen; der Luftwiderstand jedes der beiden Räderpaare ist durch einen tropfenförmigen Mantel vermin­dert. au« dem die Räder unten nur wenig herau-schouen.

Das ' Flugzeug wird einschließlich der Be­satzung 30 bis 35 Personen tragen.

Um unseren Lesern einen Eindruck von der gewaltigen Gröhe dieses Flugzeuges zu geben, haben wir das Bild eines Junkerflugzeugs F 13 für 6 Personen neben das Bild der I 38 ge­setzt. Es sieht neben dem Riesenflugzeug wie ein Ponyfohlen neben einem ausgewachsenen, ge­wöhnlichen Pferd aus.

Im Sommer wird das Riesenflugzeug flie­gen. Ich hoffe. Ihnen dann weiteres darüber berichten zu können.

11 1 J 1

Das schöne Aviv. ll.LnternakionalerAutomobil-Salon in I^om. Äon Dr. Gustav W. Eberlein.

Rom, im Februar.

Eine Modenschau, eine königliche Schau, der Ähnig selber hat sie eröffnet. Und den Ehren» Vorsitz lübrt Mussolini.

Man hat den Meisterwerken der Techntk da- würdigste Heim zur Derfügung gestellt, das der Meisterwerke dec Kunst, den Ausstellungspalast im Herzen des modernen Roms, in der Dia Razionale. Zehn Tage lang, bis in die Dacht des zweiten Februarsonntags hinein, strömt in die feierlichen Säle, waS gerne ein Auto hat oder haben möchte. Und die andern, die sonst bloß schmälen, strömen erst recht. Denn zwei Dmge gibt es auf dieser Welt, denen kein Irdischer widerstehen sann: schönen Frauen und schonen Tragen. . _ Ci

Tinge, die übrigens zusammenzuaehoren schei­nen wie ein Paar. Wo sonst die Dame kritisch und gelassen die Lorgnette an tie Augen führte oder gelangtoeift den Stift an die Lippen, wo sie kein Derhältnis zur modernen Malerei finden konnte, da kehrt sie jetzt zur Natur zuruck, wird ein ausgelassenes Kind, daS in Hellem Derzucken in die Hände patschen kann und. ehe man sich s versieht, in einem Coupe Royal sitzt, nach den Pedalen angelt und das Steuerrad nut jener un­sagbar graziösen Sicherheit umsaht, die in den illustrierten Zeitschriften so faszinierend und auf der Landstraße so fluchterweckend wirkt.

Man steigt die Himmelsleiter hinauf, die große Freitreppe, und kaum haben sich die Wolken ge­teilt. von galonlerten Dienern eilfertig Zurück­gezogen, blinkt der erste Stern qm Himmel der Erwartung auf und siehe, e- ist ein deutscher Stern, der Mercedes-Stern. Als einziger muh er die ganze deutsche Industrie vertreten, da ist man doppelt froh über feinen strahlenden, überstrahlenden Glanz. Er hat einen gesä rlichen Platz, so gleich am Eingang, den ersten Blick fangend, umgeben von den berühmtesten Gehir­nen Amerikas, Englands und Frankreichs. Aber er hat gesiegt.

jlnd nicht nur bildlich. Gerade treffen die Sportmeldungen vom Sonntag ein, von dem er­bitterten Merluzza-Htrahenrennen. veranstaltet vom römischen Automobilklub, und man klebt

die SiegeLnachricht an die Windscheibe deö Kom­pressormodells: Las lisch hat aus Mercedes einen neuen Rekord aufgestellt und auch der Zweite in der Kategorie über 3)00 ccm fuhr den­selben Typ. Das Sportmodell S steht mit einer hinreißenden Keibl-Karosserie da, neben dem Fahrgestell des AchtzylindersNürburg". der seinen Namen von einer ununterbrochenen zwöls- tägigen Fahrt hat, die auf der schwicriosten Prüfungsstelle der Welt stattsand: 20 000 Kilo­meter, die Hälfte des Erdumfangs, ohne Panne! Eine fiebeniUige Pullman - Limousine zeigt, daß dieser 4,6-litrige ungemein bequem karossiert werden kann.

Aber der Salonlöwe ist das noch nicht. Der Salonlöwe, immer umlagert von den schönsten der Frauen, den diplomatischsten der Diplomaten, den exzellentesten unter den Exzellenzen. das ist ein kurzes, viersitziges Eabriolet. LuxusauSsüh- rung, heißt es. aber offensichtlich zu keinen an­deren Zweck hergestellt als $um Derlieben. Rot Wie die berühmte große Liebe, die einmalige. Kommt ein Fürst, der letzte Gouverneur von Rom, sieht das Ding und liegt schon in feinen Armen. Man sagt ihm, das sei der verbesserte Stuttgart"-Typ, Modell 260, mit stärkerem, 2,6° litrigen Motor, 8 38 PS aber der Fürst scheint nicht zu Horen, er hält den Dolante umklammert und rast durch die Gefilde der Seligen.

An dem Schwestermodell, einem vier- bis fünf» sihigen Jnnenlenker mit sechs Fenstern, vorbei und man steht vor dem sagenhasten Rolls Royce, steht und staunt. Heber das konserva­tive England, über das leich.mwagenhaste schwarze Ungetüm, am meisten aber über das frit llofe Nachplappcrn, das diesem Uiv'.terwagen noch immer die Gloriole des teuersten und damit, wie dumm, elegantesten verleiht. Wie seit am, wie - kolonial England den Kontinent cinschätzt. geht noch deutlicher aus einer Gruppe von Klein­wagen oder Kinderwagen hervor, die unfehlbar zum Lachen reizen. Den Ramen der Fabrik wollen wir aus sportlicher Rächstenliebe ver­schweigen. Wenn man in England ober British Guyana fp herumlut chiert. viel Vergnügen! aber in dem vermeintlich so rückständigen, in Wirklichkeit aber überaus vornehmen Italien wird sich kein Käufer finden.

Rennen wir an dieser Stelle noch, wegen des nicht minder konservativen Stolls auf eine un­modern gewordene Rase, Pen französischen Re­

nault, so sind die Marken aufgezählt, hie mit diesem Salon der schönen Wögen nichts gemein haben. Alle anderen halten auf feine, die meisten auf prunkvolle Kleidung.

Erwihnen wir den Austro-Daimlyr und - auch die Liste der technischen Steuerungen ist erschöpft. Der Austra-Daimler paßt nicht recht herein, weil er ein ungewöhnliches, nacktes Fahr­gestell zeigt, das aber so interessant ist. daß «s eine besondere fachtechnische Abhandlung verdient. Der Wagen der Zukunft, wenn er es wird, hat also keinen Rahmen mehr, die bisherige Urform des Autogcrippes. sondern nur noch ein einziges Rückgrat, wi« der Mensch. Daran hängen als Glieder die Räder. Brücke und Differential find in konsequenter Foröetzung der Anatomie aus- gefchält. Ein solches Auto soll kreiselartig in den Kurven liegen. Wir werden ja sehen und fühlen.

Modeschau. Das Auto ist längst keineein­malige Anschaffung" mehr. Es wechselt viel rascher als die Rocklänge, nach ein paar Jahren ist es schon unmodern. Gegenüber der Amorti­sation spielt der Benzinverbrauch gar keine Rolle mehr. Me amerikanische Industrie kann sich, nach­dem di« Aufnahmefähigkeit des Landes erschöpft ist. überhaupt nur noch durch die Mode halten, ist also an ihrem raschen Wechsel mindestens so intereffiert wie an dem Fernhalten de- künst­lichen deutschen Benzins.

Das Massenaufgebot der stählernen Manne­quins zeigt das. Alle haben denselben Motor im Leibe, jeder will aber den andern an Elegattz übertrumpfen. Sie müssen so tun, als ob sie sich gegenseitig Konkurrenz machten, in Wirklichke t liebäugeln sie schon mit deutschen und italien.schen Teilhabern.

Wenn man diesen Rummel sieht, dann wird es einem erst so recht klar, was es für ein selb­ständige- Werk, wie Mercedes-Benz, h.ißt. sich nicht nur mit einer gediegenen Werlrnannsarbeil im römischen Salon, sondern auch auf dem rück» sichtslosen Kampfjelde des Geschäftes zu behaup­ten. Dann begreift man leichter das Unterliegen so mancher ehrwürdigen Fabriken.

Amerika ist in den entgegengesetzten Fehler jenes oben nicht genannten englischen Unter­nehmens verfallen: es schickte lauter Wagen für Dollarprinzessinnen.

Italien nahm den Kamps um hie Karosserie auf. Reben fainen bewährten Gebrauchs Modellen, unter denen Fiat das unbestrittene Primat hat, stellt es Wagen, von einfach berückender Schönheit: bis zu pompösen Aufbauten aus, die den Zweck eines Automobils vergessen haben. Di« an sich schon mächtigen 3 f ot t av Fraschini gleichen mit ihrem riesigen walzenförmigen Vorbau unh dem ungeliebten Fühverstcnd mit den zwei Guck" sensterchen schon eher Lolomotiven, andere eher einem Teesalon als einem Fahrzeug. Je billiger die Maschinentechnik arbeitei. um so phantastischer wütet der Lurus. um durch di« Karosserie einen Ausnahme ress zu erreichen. Farben fieren herum, wie Detrunlene.

Man geht durch diese Sonderausstellung und fragt sich kopfschüttelnd, wo denn im Lande die Straßen zu diesen Wagen seien. Wie eine Eisen-- bahn ohne Schienen mutet das an. wie eine schöne Frau, die keine Gelegenheit hat, sich in e.nern Salon zu zeigen.

Technische Rundschau.

Von Dr. Kran- flittter.

Betrachtet man den Jordan ausschließlich mit den Augen des nach neuen Energiequelle« suchenden Elektrotechniker-, so findet man hier geradezu ideale Derhältnisf«. Der eine feiner beiden Quellslüfte entspringt am Westabhang des Hermonge tedirges in einer Höhe von 523 Meter Bis zur Mündung am Toten Meer, Öle sich 394 Meter unter dem Spiegel des Mittel«' mecreS befindet, ergibt sich also ein Gefälle von 914 Meter. In der Tat strömt der Fluß an einzelnen Strecken in starkem Fall dahin. Sr stürzt ziemlich jäh über verschiedene Stufen herab und erweist sich auch sonst noch in vielfacher Hinsicht als günstig zur Ausnutzung. Der In­genieur Rutenberg hat deshalb der Regie­rung von Palästina einen Plan zur Derwertung der Wasserkräfte des Jordans und seiner b iben hauptsächlichen Rebenflüsse, des Barmuk und d«s Jabbok. unterbreitet, der von ihr gebilligt wurde Die Arbeiten zu seiner Ausführung bqben ein­gesetzt. Bereits Ende 1929. spätestens Anfang 1930, wird ein Teil d«S heiligen Landes mit Elektrizität versorgt sein. Der Rest durfte halst folgen.

Die Einzelheiten daS Ruienbergschen Planes bieten in technischer Hinsicht vielerlei Inter­essantes dar. In Palästina drängen sich die Regensalle auf eine kurze, in den Winter sal endv Zeit zusammen. Infolgedessen herrscht hier ein Äebersluß an Wal ec. Die Flüsse schwellen un­geheuer an. 3m Sommer hingegen trocknen sie bis zu einem gewissen Grad« aus. Es tritt Wassermangel ein. Will man daher die int Winter zur Derfügung stehenden Dorräte an Energie während des ganzen Jahre- gleich'' mäßig für die Zweck« der Kraftversorgung unst der Bewässerung ausnütz-n, so läßt sich die Er- rtchtung eines ober mehrerer Stauwerke nicht umgehen. Mit der Errichtung dieser Werke tritt dann auch die Frage in den Dordergrund, ob man den Jordan und vielleicht den einen oder anderen seiner Nebenflüsse nicht schiffbar machen könnte.

Bei dieser Lage her Sache und der unumgäng*1 lichen Notwendigkeit des Aufstauen- der Ge­wässer hat man nicht davon absehan können, den Hee von Genezareth alS DorratSbehältep zu verwenden. Die erste Gesäll-stuse. mit der man begonnen hat und an der man jetzt arbeitet, wird dazu dienen, di« im See auf geflauten: Wassermassen zur Erzeugung elektrischen Stroms' zu verwerten. DaS vom See abfließende Wasser wird zu diesem Zweck in zwei Teile gctellf. Jeder Teil flieht durch ein anderes Becken ab. Der eine nach Abadieh, das etwa vier Kilometer" südlich des Sees liegt, der andere nach Iisr-^te Mujameh, das In einer Entfernung von etwa zwölf Kilometern gelegen ist. Der audnüftbqrc Höhenunterschied beläuft sich auf etwa 55 Meter. Bei Jisr-eteMujameh wird daS erste der drei vorgesehenen Kraftwerke entstehn Es wird sich an einer Stelle erheben, die bis jetzt vvllkommer wüst war und wo es weder Anpflanzungen noch irgendwelche für die Erschließung d«S ßanbe# wichtige Siedlungen gab. Dorerst wird dort ein einstweiliges kleines Kraftwerk erbaut, das «tw« 1000 Kilowatt liefert und lediglich dazu dienen! sott, die bei der Arbeit verwendeten Maschinen mit Strom zu speisen.

Diese Arbeiten beginnen damit, daß quer über den Jordan und über den Bärmuk hinweg HtäU" dämme errichtet werden. Der eine Staudamm am Jordan wird den See nach Süden ab-' schließen. Der über den Barmuk wird die ffint stehung eines neuen Stausees bewirken, dem sich später ein weiterer künstlicher See anschließen wird. Dieser wird sich wieder am Jordan beftnj den und die Folge der Errichtung eine- Siau- dammes bei Delhamieh sein. 6r sott mit dem. Stausee des Barmuk mit einem Kanal von zwei Kilometer Länge verbunden sein, der unter

Die meisten Besucher begnügen sich denn auch, in Gedanken zu fahren. Dielleicht wird der große Traum sich verwirklichen, wenn einmal MussolimS Straßensystem Tatsache geworden ist... oder der Dreizehnzysinder...

Die Fahrer haben bald festgestellt, daß dec Dolante allgemein nach links rückt, daß dte Stoß" fänger j.ht schon mit dem Ch-ssis geboren Werken, daß Ford tot ist und lcidergottes auch dec rassigeHerrenwagen", der offen«, immer mehl verdrängt wird, dqh für jeden Geschmack gesorgt ist und immer ein Modell übrigbleibt, das man eigentlich unbedingt haben müßte.

Der Fürst sitzt übrigens, wie ich beim zögern­den Verlassen des Salons nicht umhin konnte zu. bemerken, noch immer in dem roten Cabriolet.

Ein neues Werkstoff-Prüfverfahren.

Auf der amerikanischen Werkstofftagung in At­lantic City wurde ein neues Werkstofsprüfverfahren Dorgefübrt, das den NamenM a g n e t a n a i y s e" führt. Mit einem hochempfindlichen Galvanometer kann man jn Stahlstücken von bis zu 15 Zentimeter Dicke alle gehler und Luftbläschen bi» herab zu Stecknadelkopfgröße einwandfrei fcftfteHen. Dies ist von bßfpnderer Wichtigkeit bei Mafchinentetten mit hohen Drehzahlen