Ausgabe 
12.8.1929
 
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rigen Wiederkehr dieses denkwürdigen Tages gedenken die im Haag anwesenden Reichsministet mit der gesamten deutschen Delegation in dank­barer Ehrerbietung des Oberhauptes des DeutschenReiches. 3m Ringen um Deutsch­lands Freiheit und Aufstieg wird uns und dem gesamten deutschen Volke die treue und auf­opferungsbereite Hingabe unseres Reichspräsi­denten Vorbild und Ansporn sein.

Oie Rückkehr

-esGraf Zeppelin".

Glatte Landung im Heimathafen.

Friedrichshafen. 10. 2lug. (IDB.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist um 12.35 Uhr vom Werftgelände aus gesichtet worden. Zehn Minuten später überflog das Luftschiff noch einer Fahrl- dauer von 55 Stunden, aus westlicher Richtung kommend, in rascher Fahrt und ganz niedrig slic- gend die Verwaltungsgebäude des Luftschiffbaues. Das Luftschiff wurde bei seiner Ankunft von den aus dem Platz wartenden Zuschauern jubelnd be­grüßt. Rach der Ueberfliegung der Werft wandte sichGraf Zeppelin" dem Bodensee zu, über dem er zunächst eine große Schleife zog und sich dar- auf wieder nach Rorden wandte. Bei dem regneri­schen Wetter waren bei der Fahrt über dem See nur die Umrisse des Luftschiffes zu erkennen. Das Luftschiff ist um 1.02 gelandet.

Das Landungsmanöver war eines der schönsten und besten, die man bisher gesehen hatte. Als der Bug des Schiffes in die Halle eingebracht wurde, brach die den Transport begleitende Menschen­menge spontan in begeisterte Jubelrufe aus. Die Passagiere dankten durch Winken mit hüten und Tüchern. Um 1.24 Uhr befand sichGras Zeppe­lin" wieder in seiner heimathalle. wo er verankert wurde. Nachdem das Schiff festgemacht war, bestiegen die Polizei- und Zollbeamten die Gondel. Rasch sind, wie gewohnt, Pah- und Zoll­formalitäten erledigt, und die Fahrgäste können das Schiff verlassen. Dr. Eckener, der sich un­sichtbar gemacht hatte, bekam man erst wieder zu Gesicht, als er in seinem Kraftwagen die Werft verlieh, um sich nach Hause zu begeben. Er wurde beim verlassen des Geländes von der auf ihn wartenden Menge lebhaft begrüht.

Oie Reform der Arbeitslosenversicherung.

Das Reichskabinett tritt die Initiative an die Parteien ab.

Berlin, 11. QIug. (Priv.-Tel.) Samstagvor- mittag ist entgegen den bisherigen Erwartungen das Reichskabinett doch noch zusammen- getreten, um zur Frage der Arbeitslosen­versicherung Stellung zu nehmen. Die Be­ratungen haben ergeben, dah es nicht möglich ist, ohne Hinzuziehung der im Haag weilenden Reichsminister zu einer Erledigung dieser Frage im Kabinett zu kommen. Da dies aber bis zum 14. d. Oll. der Fall sein muh, hat man in Aussicht genommen, dah Reichsarbeitsminister Wissell in den ersten Tagen der kommenden Woche nach dem Haag reisen soll, um vor allem mit Dt. Hilferding und Dr. C u r t i u s die Sachlage eingehend zu erörtern. Dor allem muß ja der Reichswirtschaftsminister gefragt werden, ob er sich mit der Beitragserhöhung einver­standen erklären will. Wahrscheinlich wird Dr. C u r t i us, wenn er seine bisherige Haltung auch weiterhin verfolgt, kaum dem Plane des Reichsarbeitsministers eine Zu­stimmung erteilen können. Gewiß weih man noch nicht, auf wie lange Zeit der Reichs­arbeitsminister die höheren Beitragssätze beizu­behalten beabsichtigt. 3n politischen Kreisen glaubt man, dah das Reichskabinett den Gesetz­entwurf an den Sozialpolitischen Aus­schuß des Reichstags, der am 15. d. M. zu­sammentritt. zurückverweist, mit der Maßgabe, daß die Parteien von sich a us die Initia­tive ergreifen sollen, um, ähnlich wie im Falle der Balancierung des letzten Etats, eine Losung zu erzielen, die einer parlamentarischen Mehr­heit sicher sein könnte. Dis zum 14. August wird also über die weitere Taktik in der Be­handlung dieses so umstrittenen Gesetzentwurfes Klarheit erzielt werden müssen.

Eröffnung des Weltreklamekongreffes. Berlin, 11. Qlug. (WB.) 3n dem mit Flag­gen aller Länder der Welt geschmückten riesigen Kongrehsaal der Funkhalle wurde heute abend der Weltreklamekongreh feierlich er­öffnet. Zahlreiche diplomatische Vertreter des Auslandes und viele (Vertreter von Reichs- und Staatsbehörden sahen unter den Ehrengästen. Als Ehrenpräsident des Kongresses be­grüßte der frühere Reichskanzler Dr. Lu­ther die Dersammlung mit einer Ansprache, in der er ausführte:

Die Rationen hatten wahrend des Krieges die trennenden Wände mit einer Belsazar-Schrift des Dölkerhasses beschrieben, und immer noch wurden diese dunklen Wände durch die umfang­reichste Reklame aller Zeiten grell beleuchtet. 3n der Blendung dieser Flammenschrift vermochten die Doller sich nicht zu sehen. Allmählich aber versanken die trennenden Wände und endlich wieder sieht Dolk auf Dolk, Mensch sieht wieder Mensch. Die ungeheure Sug­gestiv k r a f t der modernen Werbung über die Grenzen der Dotter hinaus muh und wird von _ jetzt ab auf das allgemeinmenschlich Verständliche, auf das den Rationen Gemein­same und auf die Verdichtung der wirtschaft­lichen und kulturellen Beziehungen hingewandt sein. 3m Qlamen der Reichsregierung begrüßte dann Reichspostminister Dr. Schätzet den Kon­greß. Er erklärte, Reichspräsident von Hindenburg habe ihn beauftragt, dem Kon­greß feine Grüße und besten Wünsche zu über­mitteln. Wir wollen, so sagte er, die Tatsache, daß sich heute hier so zahlreiche Vertreter der Wirtschaft aus den verschiedensten Ländern zu friedlicher Zusammenarbeit versammeln, als ein gutes Vorzeichen dafür nehmen, daß auch die Verhandlungen im Haag zu einem günstigen Ab­schluß kommen und einen weiteren Schritt in Richtung einer wirklichen Befriedung der Well bedeuten werden.

Die enOsch-sranzösische kontroverse im Haag. persönlicheZusammenstößezwischenSnowdenundCh^roninderZinanzkommission

Haag, 10. Qlug. (WB.) 3n der Finanzkom­mission sprach zunächst Popowici (Rumä­nien), der die schwierige Finanzlage Rumäni­ens schilderte und darauf hinwies, daß die ge­rechten Forderungen Rumäniens nicht befriedigt und die interalliierten Schulden Rumäniens nicht gedeckt seien. Er forderte Teilnahme an den Or­ganisationskomitees des Voung-Planes und der internationalen Dank, sowie Beteiligung an den ungeschützten Teilen der Annuitäten. Dann kam der englische Handelsminister Graham noch einmal auf die drei bekannten englischen For­derungen zurück. Er beschäftigte sich insbesondere mit den Sachlieferungen, die für die heu­tige Tagesordnung vorgesehen waren. Graham verwies zunächst auf die Rotwendigkeiten des britischen Exporthandels, auf die starke Arbeits­losigkeit in England, das zur Zeit l1/« Million Arbeitslose zähle, und bezeichnete das Ex­portproblem als das wichtigste Englands. Besonders hätten die Stahl-, Eisen-, Kohlen- und Baumwollindustrie zu leiden. Die Sach­lieferungen, die ein künstliches und unnatürliches Clement in den Außenhandel brächten, seien zwar auf weitere zehn 3ahre befristet. Aber über diese zehn 3ahre hinaus gäbe es überdies auf Grund des Poung-Planes gewisse Möglichkeiten, durch die dieser unnatürliche Faktor noch weiter störend für den Welthandel wirksam gemacht werde. Auch der Reexport von Sachlieferungen sei besonders bedenklich, weil dieser Deutschland den Zugang zu den Märkten ermögliche, die ihm sonst verschlossen seien. Indirekt genieße Deutschland auf Grund der Bestimmungen des Dersailler Qkr» träges obendrein noch Tarifermäßigungen für die Reparationssachleistungen. Diese Wiederaus­fuhr würde auf diese Weise im Gegensatz zu den englischen Handelsverträgen stehen und die eng­lischen Waren zu ihrem Rachteil diskriminieren. Frankreich decke ein großes Quantum seines Koh­lenbedarfs durch die Reparationsleistungen, Ita­lien den seinen sogar sämtlich. England müsse darauf bestehen, daß die deutsche Repara­tiv n s k o h l e auch nach Qlblauf der Freiklausel des Dersailler Qkrtraged nicht billiger ge­liefert werden dürfe als die englische Kohle. Bezüglich des Reparation Recoverh Act forderte Graham, dah diese unmittelbare Steuer auf die deutsche Ausfuhr nicht, wie dies der Voung-Plan vorsehe, durch die (Verminderung der französi­schen Beteiligung an der Recoverh-Belastung für Frankreich eine tatsächliche Befreiung von dieser Beschränkung ergäbe.

Cher on (Frankreich) antwortete darauf, daß er auf die Sachlieserungen jetzt nicht näher e i n g e h e n wolle, da er die Erörterung dieser Frage einer besonderen Sitzung Vorbehalten wissen wolle. Die französische "Regierung sei durchaus bereit, Garantien und Präzisionen zu geben, durch die eine Schädigung des englischen Handels ver­mieden werden könne. Er versuchte, die drei englischen Thesen zu widerlegen, wobei er sehr eingehend anhand der englisch-französischen offi­ziellen diplomatischen Unterhandlungen, nament­lich unter Zitierung der Balfour-Rote und eines Memorandums von Churchill, feststettte dah die englischen Interessen mit bezug auf den Spa- Schlüssel usw. vollauf gewahrt seien. Die Ab­deckung der auswärtigen englischen Kriegsschulden sei durchaus von den Experten erreicht worden. Zum Schluß betonte er in Anerkennung der be­rechtigten englischen Interessen, daß man doch wegen einiger Millionen Reichsmark die Kon­ferenz nicht ergebnislos verlaufen lassen dürfe.

Snowden beschwerte sich darüber, dah heute nicht allein von Sachlieferungen gesprochen wor­den sei, wie dies vereinbart worden sei. Er bestritt die Richtigkeit der französischen Olrgu- mente unter Wiederholung der Behauptung, dah die Experten nicht in Uebereinftimmung mit der englischen Regierung gehandelt hätten. Offenbar durch die geschäftsmäßige Konferenz etwas ver­stimmt, machte er sodann einige mißmutige Be­merkungen. Er habe keine Lust, bis zu seinem Lebensende im Haag zu sitzen. Auch er erhvffe die Erzielung einer befriedigenden Regelung, aber er muffe am englischen Standpunkte festhalten.

Macdonald billigt Snowdens Haltung. Ein Glückwunschtelegramm des britischen Premiers.

Haag, 12. Qlug. (TU. Funkspruch.) Schatz­kanzler Snowden hat, wie von der englischen Abordnung auf der Konferenz am Spimtagabend mitgeteilt wird, soeben ein Telegramm von Ministerpräsident Macdonald erhalten, in

dem dieser ihn zu seiner bisherigen Haltung auf 3er Konferenz beglückwünscht e. Die Bekanntgabe dieses Telegramms hat in allen Konferenzkreisen stärksten Eindru ck hervor­gerufen. Don gut unterrichteter Seite wird hier­zu mitgeteilt: Ursprünglich hat die Olbsicht be­standen, dah der englische Premierminister Mac­donald anfangs dieser Woche nach demHaag zur Teilnachme an den Konferenzarbeiten kom­men wollte. Dieser Plan stieß jedoch auf den energischen Widerstand des Schah­kanzlers, der darin eine Schädigung seiner bisherigen Stellung auf der Konferenz zu er­blicken glaubte. Es soll nun auf den Minister­präsidenten eingewirkt worden sein, seine Reise vorläufig aufzugeben. Auf Grund einer länge­ren Unterredung zwischen Macdonald und dem amerikanischen Sachverständigen Lamont soll beschlossen worden sein, Snowden ein Telegramm zu senden, das den Eindruck wolliger Uebereinftimmung zwischen dem Minister­präsidenten und dem Schahkanzler ergibt. Rach- träglich wird jedoch in Konferenzkreisen die Be­deutung dieses Telegramms dann gesehen, daß man auf englischer Seite den Schahkanzler Snowden durch die betonte Unter- stützung seines Standpunktes durch den eng­lischen Ministerpräsidenten die Möglichkeit geben wollte, in den weiteren (Verhandlungen der Konferenz in einigen Punkten von seiner bis­herigen starren Haltung abzugehen. Mac­donald selbst erklärte demDaily Expreß": An­gesichts der auf dem Kontinent weit verbrei­teten Ansicht, dah Snowden blufft, wollte ich es vollkommen klar machen, dah der von ihm eingenommene Standpunkt, dah Großbri­tannien zeht die Grenze des Ertragens ungerechter Lasten erreicht hat, die Unter ft ütjung von uns allen erhält. Ich erklärte, dah dies ohne Rücksicht auf die Parteien so ist.

Entspannung.

Eine sonntägliche Aussprache der einladenden Mächte.

Haag, ll.Aug. (Priv.-Tel.) Nachdem heute vor­mittag auf Grund der gestrigen Vorfälle, die sich in dem französischen (Kommunique über die Aus­einandersetzung Snowdens mit Eheron und über die Zurückziehung einiger beanstandeter Redewen­dungen Snowdens aus dem Protokoll spiegelten, die Lage zunächst als unmittelbar bedrohlich für die Fortsetzung der Konferenz angesehen worden war, hat die improvisierte persönliche Aussprache der Delegierten der sechs einladenden Mächte zu einer Entspannung geführt. Die weit sich diese auf die materiellen Verhandlungen selbst auswirkt, kann erst der verlaus der morgigen Sitzung des Finanzkomitees zeigen. Jedenfalls ist aber über die Wiederher st ellung eines versöhnlichen, freundschaftlichen Ver­hältnisses der entente cordiale, wie es in der Besprechung genannt wurde, hinaus auch der sachliche Gegensatz wenigstens etwas geklärt worden; man dürfte sich gegenseitig nach­gewiesen haben, woher die diametrale Verschiedenheit der beiderseitigen Auffassungen auf die Innehaltung vorher bestehender Vereinbarungen zwischen Eng­land und Frankreich sowie Englands und Italiens in bezug auf die Preisgabe von Vorbelastungen und auf die Anwendung des Spa-Schlüssels gekommen ist. Der schon seit Tagen vorliegende Antrag Snow­den auf Einsetzung eines U n t e r k o m i t e e s zur Behandlung der Einwendungen gegen den Poung-Plan wird vielleicht gar nicht mehr zur Ab­stimmung gelangen, da man praktisch schon im Flnanzkomiteeselbstrnit dem morgen weiter vorkommenden Sachlieferungsfragen und mit bcr Debatte über den Verteilungsschlüssel in die (Er­örterung dieses Antrages eingetreten ist. Jedenfalls hat der Sonnlagsfriede nicht unerheblich auf die Stimmung der Delegationen abgefärbt, so daß eine unmittelbare Krise der Konferenz zweifellos vermieden wird. Deutschland kann das von seinem Standpunkt aus nur begrüßen, denn wenn es auch im Grunde unbeteiligt an dieser Auseinandersetzung ist, ist es wenigstens im gleichen Maße wie die Gläubigermächte an einer plan­mäßigen Fortführung der Konferenz in allen ihren Teilen und an der Verhütung von Konflikten interessiert, die notwendig bedenkliche Rückwirkungen nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Politik ganz Europas haben müßten.

Reichskanzler a. D. Dr. Luther sprach auch noch vor Dertretern der Presse über den Re- klamekongreh. Wie wichtig ein Rellamekongreß fei, gehe daraus hervor, dah die Anzeigen­aufträge in den Zeitungen nach dem Reklamekongreß in England vor fünf Jahren um 22 v. H. gestiegen feien. Dabei müsse beachtet werden, daß die Teilnahme am Reklamekongreß in England lange nicht so groß gewesen sei, wie die diesjährige in Berlin. Olllein 1500 amerikanische Fachleute würden in Berlin erwartet oder seien schon eingetroffen. In Amerika spiele die Reklame eine ungeheure Rolle, während man in Deutschland in vielen Handelskreisen unter dem (Begriff Reklame immer noch Marktschreierei verstehe. Diese Stimmung müsse überwunden werden. Cs komme dar­auf an, den Erzeuger und Derbraucher in nähere Beziehungen zu bringen als bisher. Das könne vor allem "durch die Reklame erreicht werden. Man denke nur an die außerordentlich große Reklame der aus­ländischen Parfümfirmen. Die ausländischen Er­zeugnisse seien bestimmt nicht besser als die deut­schen, und die Riesenerfolge der Ausländer feien nur durch die bessere Reklame zu er­klären. Die deutschen Erzeuger hätten eben immer noch gewisse Hemmungen bei ihrer Reklame­vergebung zu überwinden. Olllerdings solle da­mit nicht gesagt werden, dah die Arbeit der deut­schen Reklame nicht schon voll im Gange sei. Deutschlands Erfindungen auf diesem Gebiet seien in der ganzen Welt übernommen worden Aber es sei noch viel Arbeit zu leisten. Das wichtigste sei, dah die deutsche Mentalität in dieser Be­ziehung unbedingt eine andere werde.

Aus aller Welt.

Die Luropa-Rundflieger in Berlin und Hamburg.

Nachdem in Tempelhof im Laufe des Sonntagnachmittags vier Teilnehmer am Curopa- runöflug auf ihrem Wege von Budapest über Wien, Prag und Breslau nach Berlin gelandet waren, nämlich B r o a d, seine Landsmännin Miß S p o o n e r, der für Deutschland fliegende Kanadier Carberry und der Deutsche Kirsch, dem von dem ausgesetzten Derfassungs- gedächtnispreis von 10000 Mk. 2500 Mk. zuerkannt wurden, ist dem Deutschen O f f e r - mann, der eine M 23 b der Bayerischen Flug­zeugwerke fliegt und um 16,29 Uhr als fünfter Teilnehmer gelandet ist, eine Prämie von 2500 Mark zuerkannt worden. Als letzter traf dann der Tscheche K l e p s aufAvia" ein. Als erster der deutschen Teilnehmer am Europarundflug ist am Montag um 8.56 Uhr der Flieger Kirsch, der um 7 Uhr in Berlin-Tempelhof gestartet war, im Hamburger Flughafen eingetroffen.

Der zweite Schüler-Rede-Dettbewerb.

In der Deutschen Hochschule für Politik wurde der zweite deutsche Schülerredewettbewerb aus­getragen. Es nahmen insgesamt fünf Be­werber teil, die aus den Ausscheidungskämp­fen in den einzelnen höheren Schulen des Rei­ches hervorgegangen waren. Das Thema der Wettbewerbsrede lautete:Welche Aufgaben stellt die Reichsverfassung der deut­schen Jugend?" Der Dizepräsident der Deut* scheu Hochschule für Politik, Dr. Theodor Heuß, gab die Entscheidung des Preisgerichtes bekannt, wonach der erste Preis, der in einer Amerika­reise besteht, dem Schüler Schaumann, 3n> fier bürg, zu erkannt wurde. Den zweiten Preis

in Gestalt einer Stiftung in Höhe von 200 Mark erhielt der Schüler Lange aus Essen.

Vierzehn Tote bei einem Autounglück.

30 Kilometer östlich von Dallas (Texas) über­fuhr ein Exprehzug der Texas- und Pacifikeisen- bahn an einem Bahnübergang ein Lastau to- mobil, in dem zwei Familien von einem Aus­flüge zurückkehrten. Don den Insassen des Auto­mobils wurden 14 auf der Stelle getö­tet, während ein Kind, das als einziges mit dem Leben davonkam, mit schweren Ver­letzungen in ein Krankenhaus gebracht wurde. Das Unglück ereignete sich nur etwa 120 Meter von dem Heim einer der beiden Familien ent­fernt. Der Vater, der nicht an dem Ausfluge teilgenommen hatte, sah von dem Hause aus mit an, wie seine Frau und seine sie- b e n Kinder den Tod fanden.

Schwerer Autozusammenstoß in Berlin.

Am Samstagabend stießen im WestenBer- lins ein Privatauto und eine Kraftdroschke mit solcher Gewalt zusammen, daß beide Fahr­zeuge um stürzten. Von den Insassen, deren Ramen noch nicht festehen, wurden zwei Per- Ionen getötet und vier schwer verletzt. Der Zusammenstoß soll dadurch erfolgt sein, dah sich ein Mann vor das Privatauto zu werfen versuchte, um sich durch Ueberfahren das Le- ben zu nehmen. Der Cauffeur wollte das Unglück verhüten und ist bei der Aenderung der Fahrtrichtung mit der Kraftdroschke zusammen- gestoßen.

Line jugendliche Räuberbande im Grünewald festgenommen.

Der Kriminalpolizei ist es gelungen, eine mehr« töpfige Einbrecherbande festzunehmen. Die Beam­ten entdeckten in den Schonungen in der Nähe des Jagdschlosses Grünewald ein Zelt, in dem fünf Burschen im Alter von 17 bis 23 Iah. ren zusammen mit sechs Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren ein regelrechtes Ban­ditenleben führten. Alle elf wurden festgenommen. Es stellte sich heraus, daß die Bande an die 40 Geschaftseinbrüche auf dem Kerbholz hat. Bon der Beute ist nichts mehr vorhanden.

Die Aeberschwemmung im Jndus-Tal.

Nach amtlichen Schätzungen beläuft sich der von den Uederschwemmungen des vorigen Monats im Jndus-Tal verursachte Schaden auf 400 000 Pfund Sterling. Allein in der Stadt Heiderabad mür­ben 2000 Häuser zerstört. Die Getreideernt. sowie das in den. Speichern gelagerte Getreide mür­ben an vielen Orten vernichtet. Durch eine Cho­leraepidemie im oberen Jndus-Tal mürbe die Sage noch verschärft. Die Ueberschrnemmungen vor ursachten 20 Todesopfer.

(Ein neues Ford-Großflugzeug.

Auf feinem Europaflug traf, von Paris kommend, das neue Ford-Großflugzeug im Kölner Flug. Hafen ein. Es rnurde gesteuert von dem bekannten amerikanischen Piloten Wenzel, der seinerzeit den deutschen Ozeanfliegern auf Greenly Island die erste Hilfe brachte. Das Fahrzeug, von drei Motoren an- getrieben, fällt besonders beim Landen durch seine Wendigkeit auf. Ein drehbar gesteuerter Sporn am Schmanzende und hydraulisch gebremste Laufräber ermöglichen ber Maschine bei großer Fahrt zu Ian- den unb roieber aufzusteigen. Die Flügelspannmeite des neuen Großflugzeuges, einem Einbecker, beträgt 23,72 Meter. Die Maschine besitzt eine Höchstgeschwin­digkeit von 217 Stundenkilometer. Die Kabine bietet bequem Platz für 14 Fluggäste. Das Flugzeug wird nach Berlin fliegen, von dort nach Moskau unb bann zurück nach Berlin unb später durch alle Hauptstädte Europas.

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Wettervoraussage.

lieber Deutschland ist der Luftdruck seit gestern gefallen, so daß sich der Hochdruckrücken gespalten hat unb eine Rinne lieferen Drucks entstauben ist Die somit aus bem westlichen fiodj ausfliefjenben kühleren ozeanischen Luftmassen haben heute mor­gen vielfach stärkere Bewölkung aufkommen lassen, bie jeboch auf erneuten kräftigen Druckanstieg von Westen her wieder nach und nach zurückgehen wirb.

Wettervorhersage für Dienstag; Teils heiter, teils wolkig, Temperaturen schwankenb, trocken.

Witterungsaussichten sürMittwoch Wieber mehr sommerliches Wetter.

Lufttemperaturen am 11. August: mittags 24,5 Grab Celsius, abenbs 17,3 Grab: am 12. August: morgens 15,2 Grab. Maximum 25,2 Grad, Minimum 11,7 Grad. (Erbtemperaturen in 10 cm liefe am 10. August: abenbs 24,6 Grad: am 11. August: mor- gens 18,4 Grad Celsius. Sonnenscheindauer zehn Stunden.