Ausgabe 
12.6.1929
 
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insbesondere von dem Führer derselben, Prälat D. Dr. Diehl, der leider am Erscheinen verhindert war. Die Glückwünsche der Hermannsburger Mis­sions-Posaunenchöre und des Vorsitzenden der Wal- decker Posaunenchöre überbrachte Missionar L a n g - h o l f (Hermannsburg). Er erzählte von seinen Ein­drücken während seiner achtjährigen Tätigkeit als Missionar in Indien. Pfarrer Lenz (Gießen), der Vorsitzende des Verbands der Oberhessischen Po­saunenchöre und ihr geistiger Führer, als Sohn un­seres Dorfes ein besonderer Kenner des hiesigen Posaunenchors, wandte sich an die Jugend und er­mahnte sie, treu zu Gottes Wort zu stehen und lebendige Glieder der Kette zu werden, deren Anker in die Ewigkeit ragt. Erwähnt sei noch die Mitwir­kung des hiesigen Kirchengesangvereins, der, wie der Posaunenchor, unter der jahrzehntelangen Leitung von Johannes Germer, zur Verschönerung der Feier beitrug. Mit dem PosaunennachspielNun ruhen alle Wälder" von I. S. Bach fand die Feier ihr Ende.

Aus der Geschichte des hiesigen Posaunenchors sei noch einiges berichtet: Als im Jahre 1848 das Ver­bot der Privaterbauungsversammlungen aufgehoben wurde, wirkte in unserem Dorfe (von Großen- Linden aus) der Vikar Henrici. Von ihm ging die Erweckung in Klein-Linden aus. Die ersten An­hänger hatten viel zu leiden und bildeten für viele andere ein Aergernis. Aber aus vielen ehemaligen Feinden wurden später treue Anhänger der Sache. Zweier der treuesten Führer sei besonders gedacht: Anton Weigel und Johann Phi­lipp Jung, gestorben 1887. Letzterer ist der Gründer des Posaunenchores, der im Juli des Jah­res 1854 entstand, lieber den Zweck des Vereins ist folgende Aufzeichnung des Gründers noch erhalten: Das Vornehmen des Vereins ist, zu blasen bei Mis­sionsfesten, Erntedankfesten, oder bei sonst evange­lisch-kirchlichen Feierlichkeiten, bei christlichen Haus- festen, als bei Hochzeiten usw. ... Wir werden uns bestreben, ganz auf Grund und Boden des Wortes Gottes zu stehen, sollte aber jemand etwas Unchrist­liches an uns wahrnehmen, so bitten wir denselben, es uns zu sagen." Das erste Auftreten konnte an Weihnachten 1854 im benachbarten Kinzenbach ge­wagt werden. Von Klein-Linden aus konnten auch die ersten Anregungen zu Gründungen von Po­saunenchören in anderen Orten gegeben werden, so halfen die Klein-Lindener mit bei der Gründung der Posaunenchöre in .Arheilgen, in Ebsdorf, Ehringshausen (Kreis Wetzlar), Holzheim, Groß- Rechtenbach, Lang-Göns, Schönborn, Oppenrod und Beuern.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 12. Juni. Wegen der Sperrung der Straße GießenWieseck (Wiesecker Weg) wird der gesamte Autoverkehr zur Zeit über die Marburger Straße Lichten- auer Weg umgeleitet. Daß am Eingang Mar- burger-Straße-Lichtenauer Weg bis jetzt noch wenige Autounglücke vorgekommen sind, ist geradezu als ein Wunder zu bezeichnen. Es fehlen hier die W a r - nungs- und Wegekreuztafeln, zumal doch die Marburger Straße einen Autoverkehr auf- weist, wie fast keine zweite Straße um Gießen. Auch ist zu berücksichtigen, daß alle Wagen und Motorräder gerade an dieser Stelle die Höchst­geschwindigkeiten fahren. Abhilfe ist unbe- b i n a t notwendig im Interesse der Sicherheit der Bevölkerung. Als weiterer großer Mangel wird von den Anwohnern des oberen Lichtenauer Weges empfunden, daß bei der Trockenheit dieses Weges die Gemeinde Wieseck den Lichtenauer Weg nur bis zur StraßeAm Eichelbaum" besprengen läßt und nicht bis zur Marburger Straße. Hoffentlich genügen diese Zeilen, um beiden Uebelständen abzuhelfen.

: Reiskirchen, 11. Juni. Im Nachsommer vorigen Jahres wurde die Land st raße Grün- berg Reiskirchen mit einem Teerbelag ver- sehen, der aber durch die starke Inanspruchnahme der Straße an vielen Stellen wieder schadhaft wurde. Erneuerungsarbeiten an der Teerdecke auf dieser Straße wurden nun in den letzten Tagen beendet und damit die viel befahrene Straße wieder in einen einwandfreien Zustand versetzt.

! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 11. Juni. Durch die letzten Regenfälle ist es möglich geworden, daß die Dickwurz - und Gemüse­pflanzen gesetzt werden können. Kohlpflanzen sind stark gesucht, da die Erdflöhe massenhaft auf­treten und auf manchen Saatbeeten kaum etwas aufkommen ließen. Vielerorts ist das Aussetzen der Dickwurzpflanzen schon beendet, da man fast durch­weg Körner gesteckt hatte. Bei großer Trockenheit gedeihen diese Pflänzchen viel besser als umgesetzte. Auch ist in diesem Jahre die Unkrautbekämpfung lange nicht so schwierig wie bei feuchten Sommer­monaten. Die Futter not ist immer noch nicht ganz behoben. Die starke Wärme hat ja den Klee gut vorangebracht, dann aber setzte die Trockenheit ein, und der Nachwuchs kommt nur langsam. Der Stand der Sommer - und Winterfrucht da­

gegen ist allgemein ausgezeichnet. Auch die Ob st bäume haben der reichen Blüte ent­sprechend gut angesetzt.

Kreis Schotten.

Laubach, 11. Juni. Die zwei ersten Tage des Laubacher Nationalfestes, des sog. Ausschusses, das alljährlich drei Tage lang, vom zweiten Sonntag vor Johanni an, seit nachweislich vier Jahrhunderten ge­feiert wird, sind unter der Gunst herrlichen Wetters und der Teilnahme von über 2500 Festbesuchern geradezu glänzend verlaufen. Am Sonntagnachmittag nach dem Gottesdienst wurde das Fest mit allgemeiner Dolksbe- l u st i g u n g auf dem alten Marktplatz, der Hülle", eröffnet, mit Karussel, Schießbuden, Konzert, Tanz unter den Linden usw. Die Musik wurde von der trefflichen Oberhessischen Orchestervereinigung (Dirigent Horst, Stangenrod) geboten. Am Montag, dem Haupt­festtag, trat um 9 Llhr morgens der F e st z u g in 13 Sektionen von insgesamt gegen 400 Mann mit Musik und Trommelschlag auf dem Lindeplatz" an. Die Spitze bildeten die Kinder, denen die Festjungfrauen folgten. 3n der Mitte des Zuges fuhr ein Wagen mit den A l t - Veteranen von 1 8 70/ 71, noch vier Mann an der Zahl. DerAusschuß" zog zum Schlosse. Hier begrüßte der diesjährige Ausschußhaupt- mann, Bäckermeister Pitz, den Grafen und die gräfliche Familie, die zum Feste eingeladen wur­den. Der Graf dankte in längerer Rede, worin er die Bedeutung des Festes ausführte und den Ausschuß" alsden kraftvollen Aus­druck treuer Heimatliebe" bezeichnete. Sodann wurde nach alter Sitte der Hammel als erster Preis des Grafen und ein Kleid als zweiter Preis der Gräfin übergeben, worauf sich der Zug durch die Hauptstraßen nach der Hälle" bewegte. Hier entwickelte sich ein sehr munteres Treiben. Das Preisschieben nach einzelnen Sektionen begann sofort. Die anderen Festgenossen vergnügten sich sodann vornehmlich in den Hallen desSchühenhofes" und in der Festhütte. -Um 7 Uhr abends wurde das Er­gebnis des Preisschießens verkündet. Den Hammel hatte Malermeister Karl Göbel errungen. Darauf zog seine Sektion mit Musik vor das Haus und brachte ihm den Hammel. Darauf zog die siegreiche Sektion zum Schlosse, wo der Graf demHammelschühen" die von ihm im Jahre 1920 gestiftete Denkmünze übergab. Dis zu später Stunde erstreckte sich sodann die allgemeine Festfreude.

Oie Historische Kommission Hessens.

WSR. Groß-Gerau, 11. Juni. Am Sams­tag hielt die Historische Kommission Hessens in unserem historischen Rathaus ihre Tagung ab. Rach der Begrüßung durch Bürger­meister Dr. L ü d e ck e eröffnete Ministerialdirek­tor 11 r st a d t die Tagung. In zweieinhalbstün­diger Beratung wurde Rück- und Ausblick ge­halten. Nachdem sich die Gäste in das Goldene Buch der Kreisstadt eingetragen hatten, fand in der durch Matthias Claudius berühmt gewor­denenKrone" ein Essen statt. Hier ergriff Kreisdirektor Dr. Merck das Wort und sprach von dem stark ausgeprägten Heimatsinn der Bevölkerung des Gerauer Landes. Später ging's nach dem Forsthaus Mönchbruch und von da nach Rüsselsheim, wo unter Führung von Leh. rer S t u r m f e l s die Festung besichtigt tourte. Lehrer Sturmfels trug den Wunsch ter Heimat­freunde, die Festung, die jetzt im Staatsbesitz ist, ter Gemeinte zu weiterem Wiederaufbau zu überlassen, vor.

S!n Todesurieilvom Reichsgericht bestätigt

Leipzig, 11. Iuni. (WB.) Das Reichs­gericht hat heute durch Verwerfung der Revi­sion das gegen den Kaufmann IakobScharth gefällte Todesurteil des Schwurgerichtes Limburg vom 29-. Ianuar 1929 bestätigt, ter im März 1928 eine Frau Ortmann in Off­dilln (Dillk.eis) vergiftet h t e. Der terhci aiete Angeklagte, ter wegen Vertriebs von Falschgeld eine vierjährige Gefängnisstrafe teilweise ver­büßt hat, ist durch eine erdrückende Betoeislast überführt, Frau Ortmann vorsätzlich getötet zu haben, intern er diese zwang, einen Likör zu trinken, dem große Mengen Zyankali beigemischt waren. Die Tat geschah offenbar in der Absicht, die Behältnisse der Getöteten nach Wertgegen- ständen zu durchsuchen. Dies wurde jedoch durch das Hinzukommen des Bruders der Frau Ort­mann vereitelt.

Aus dem Amisverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 40 vom 11. Iuni enthält: Die Festsetzung der

Polizeistunde. Reichsjugendwettkämpfe 1929. Versailler Vertrag in der Schule. Dienst- nachrichten.

Turnen, Sport und Spiel.

Oer zweite Frankfurter Zunirenntag.

Der Donnerstag bringt wieder ein gemischtes Programm. (Siehe heutige Anzeige.) Die Jagd­rennen sind Herrenreiten, deren gesamte Elite sich hier vorstellen dürfte. Der Preis von Grafenbruch sieht ein starkes Feld am Ab­lauf. Hier sind Original, Dalibor und Miles die aussichtsreichsten. Den Ganelonpreis soll­ten Delifee, Krönung, Mydear und Tarzan un­ter sich ausmachen. Im Königsteiner- Jagdrennen steigen erstmals die Herren­reiter in den Sattel. Hier dürften Stattliche Euphrat, Allah und Johannisfeuer, die am Sonntag leicht gewann, sich scharfe Kämpfe lie­fern. Ein schönes Fliegerrennen ist ter Preis von Falken st ein, für den 10 Pferde als Starter gelten. Hier sind Heruler, ter Sonn­tagssieger, Grimm, Lakai, Brombeere zu be­achten. Das Hauptrennen des Tages ist ter Preis von Westerberg. Hier sollte Ser­gius, selbst ein Westerberger, über Heilige Jo­hanna und Redopp triumphieren. Das zweite Herrenreiten ist das Buchenrode-Jagd- rennen. Ein großes Feld guter Pferde kommt hier an den Ablauf. Bandola, Fateider, Dada II, Sans pareil, Montagne russe, Allah und Credu- lite haben alle eine Gewinnchance. Mit dieser Besetzung dürfte hier dem Auge eine besondere Delikatesse geboten werten. Wie immer weist der abschließende Preis von Frauenhof ein großes Feld auf. Unter ten 12 Startern sollten Canio, Südwind, Pan Robert, Dämon und Le Parodien das Rennen unter sich ausmachen.

Wirtschaft.

Rin&ermarff in Gießen.

Der Auftrieb zum gestrigen Gießener Rinder­markt belief sich auf 929 Stück Groß- und Jung­vieh und 171 Kälber. Der Handel war flott, die Nachfrage nach Schlachtkühen groß. Es wurden bezahlt für Kühe 1. Qualität 600 bis 700 Mk., 2. Qualität 400 bis 500 Mk., 3. Qualität 200 bis 300 Mk.; Schlachtkühe 200 bis 400 Mk.; Rinder, ein- bis zweijährig, 150 bis 250 Mk.; Kälber je Pfund Lebendgewicht 0,60 bis 0,65 Mk. Bessere Tiere erbrachten Preise über Notiz.

*

* Fürstliche Wildunger Mineral­quellen A.-G., Bad Wildungen. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, sollen von den neuen 500 000 Mk. Aktien der Fürstlichen Wil- dunger Mineralquellen A.-G., Bad Wildungen, 250 000 Mk. ten alten Aktionären im Verhält­nis von 4:1 zum kostenlosen Bezüge angeboten werten.

* Verein für chemische Industrie A.-G., Frankfurt a. M. Die G.-V. geneh­migte ohne Erörterung den Abschluß mit wieder 7 Prozent Dividente auf 6,5 Mill. Mk. Stamm­aktien.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 12. Juni. Tendenz: freundlich. Die Befestigung an der gestrigen Abendbörse konnte im heutigen Früh­verkehr weitere Fortschritte machen, und es ergaben sich überwiegend für die bevor­zugten Werte erneute Besserungen. Anregend wirkte vor allem die wieder stärkere Beteiligung des Auslandes; auch die Zunahme der Spareinlagen im Reiche fand gebührende Beachtung. Auf der anderen Seite mahnte je­doch der flaue Verlauf der gestrigen Reuyorker Börse zur Zurückhaltung. Die vorliegenden Auf­träge waren jedoch bald erledigt, und zu Beginn des offiziellen Marktes machte sich daber bei der Spekulation wieder eine größere Zu- rückhaltung bemerkbar. Das Geschäft schrumpfte daraufhin wieder zusammen. Nur für vereinzelte Spezialwerte zeigten sich noch einige Interessenten. Die Kursgestaltung wurde uneinheitlich. Die Verhandlungen von Siemens mit der englischen Siemens-Gesellschaft boten eine stärkere Anregung für dieses Papier, aber auch nur anfangs, später kam hier Material heraus und es ergab sich für dieses Papier ein Rückgang bis zu 2 Proz. Etwas höher eröffneten dagegen A.C.G. und Chade-Aktien. Sonst waren hier die Umsätze nicht von Bedeutung. Farben lagen 1,5 Prozent gedrückt. Nachfrage bestand noch am Kalimarkt für Westeregeln mit plus 2,5 Prozent. Am Montanmarkt lagen Mannes­mann, Farben, Harpen er bis etwa 1 Prozent

hoher. Karstadt verloren 1,5 Prozent. Dau- Unternehmungen leicht gedrückt. Daimler, in Nachwirkung der gesteigerten Umsatztäligkeit, wa­ren weiter etwas bevorzugt und 1 Prozent höher. Am Dankenmarkt wiesen Deutsche Bank mit plus 3 Prozent eine Sonterbewegung auf. 2llich Drau- bank und Disconto-Gesellschaft, die 1 Prozent gewinnen konnten, standen im Vordergründe. Da- natbcmk und Commerzbank büßten dagegen bis zu 2,5 Prozent ein. Am Rentenmarkt bestand für Ausländer einiges Interesse. Deutsche An­leihen dagegen still und leicht gedrückt. Rach den ersten Kursen kamen wieder einige Orders an den Markt, und es trat daraufhin etwas ver­mehrtes Interesse für A.E.G. mit plus 1 Pro­zent, für Farben mit plus etwa 0,75 Prozent, und für Siemens mit etwa 0,5 Prozent zutage. Ruch Reichsbankanteile waren etwas lebhafter gefragt. Die übrigen Dankwerte traten in den Hintergrund, blieben aber gut gehalten. Die Stimmung war freundlich. Am Geld­markt war ter Sah für Tagesgeld mit 6 Prozent unverändert leicht. Arn De­visenmarkt lag die M a r k a b g e s ch w ä ch t. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1975, gegen Pfund 20 317, LondonKatel 4 8480 g g n Paris 124 05, gegen Mailand 92 68, gegen Madrid 33.90, ge­gen Holland 12.0725.

Berliner Börse.

Berlin, 12. Juni. Nach einem freundlichen Vor­mittags- und vorbörslichen Verkehr, der besonders durch die feste Haltung von AEG. und Siemens angeregt wurde, eröffnete die Börse selbst nicht mehr au den höheren vorbörslichen Kursen. Das G e - schäft war wieder außerordentlich gering, und nur in einigen Spezialwerten war eine 2Ius- landbeteiligung festzustellen, doch nahm sie keinen größeren Umfang an. Die ersten Kurse zeig- ten gegen gestern mittag Schluß eine ganz unein­heitliche Haltung bei 1- bis 2-o. H.-Schwankungen nach beiden Seiten, wobei aber die Besserungen doch in der Mehrzahl blieben. Anregend wirkte die weitere Besserung der Arbeitsmarkt­lage im Reiche, Versionen, daß in Kurze ein Aus- landkredit ausgenommen würde, die eher festere Reuyorker Börse und die Steigerung der Roheisen­erzeugung. Der Geldmarkt zeigte wieder eine leichte Verfassung. Tagesgeld war mit 6 bis 8,5 v. H. erhältlich, Monatsgeld stellte sich auf 9,5 bis 10,5 v. H. Am Elektromarkt wirkten die Transaktionen von Siemens mit der englischen Siemens-Gesellschaft anregend. In AEG. konnte man, wie bereits gestern abend, Auslandkäufe beob­achten; der Kurs zog um 3 v.H. an. Harpener wa­ren trotz der zuversichtlichen Mitteilung in der gestrigen General-Versammlung doch schwächer. Deutsche Linoleum, Tietz, Spritaktien, Telephon Berliner und Reichsbank lagen dagegen fester. Stöhr, Hugo Schneider, Deutsche Telephon und vor allem BMW. schwächer. Bei letzteren verstimmte die bevorstehende Entlassung von 40 v. H. der Beleg­schaft. In Daimler entwickelte sich lebhaftes Ge­schäft, der Kurs zog um etwa 1,5 v. H. an. Deutsche Anleihen waren knapp gehalten. Ausländer über­wiegend schwächer, besonders Türken und Bosnier. Der Pfandbriefmarkt war ruhig und nicht einheit­lich. Nach den ersten Kursen wurde es allgemein etwas schwächer, dann entwickelte sich aber in Ban­ken außerordentlich lebhaftes Ge­schäft. Man wollte Käufe amerikanischer Invest- menttrufts beobachten, und die Kurse zogen um 1 bis 3 v. H. an. Danatbank sogar 4,5 o. H. höher. Die übrigen Märkte waren vernachlässigt und uneinheit­lich; Tietz, Salzdetfurth zogen 2 bis 3 v. H. an, Po- lyphon und BMW. schwächer.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 12. Juni. (Drahtbericht tesGieß. Anz.") Der Produktenmarkt ver­kehrte auf die wieder ermäßigten Auslandmel­dungen in äußerst ruhiger und fast geschäftsloser Haltung. Die Tendenz neigte im allgemeinen eher zur Schwäche, was sich aber bei ter herr­schenden Geschäftslosigkeit zur offiziellen Preis­notierung nicht auswirken konnte. Nur Futter­mittel, die eine Kleinigkeit lebhafter gehantelt wurden, verloren bis 0,25 Mark. Tendenz: ruhiger. Es wurden notiert: Weizen 23,50; Doggen 21,75; Sommergerste 23; Hafer (InL) 22; Mais 20; Weizenmehl (südd. Spezial 0) 32 bis 32,50; Roggenmehl 2828,50; Weizenkleie 10,75; Roggenkleie 11,50.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Stammtisch Seibel. Die richtige Schreibweise ist nach Duden: assoziiert.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.

irranffurt a M.

Berlin

Frankfurt a. ffli.

Berlin

Schlug. Kurs

l-Uhr- Kurs

Schluß. Kurs

Anfang- Kurs

Schluß- Kur«

1 Uhr- Kurs

Schluß. Kurs

Anfang- Kurs

Datum

11.6.

12-6.

11 6.

12 6.

Datum

11.6.

12.6.

11.6.

12.6.

6% Dt. ReichSanleihe v. 1927 .

Dl. 8Inl^8lblöi^Sd)Ulb mit AuL los.-Rechlen..... . -

Des gl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 1% Front«. Hyp.-Bk. Soldps. un> kündbar bis 1932.......

<y,% Rheinische Hyp^Bank fiiqiP

Goldpf............

V.E.G. obg. Lorkriegr-Obligaiion., rückzahlbar 1933......

4% Schweiz. BundeSb^Anl.. . . 4% Oeslcrretchilche Goldrie.. . . 4,20% Gelten. SUbente.....

4% Oesterreich, einheill. 0Me. . . 4% Ungarische ®olbrte......

4% Ungarische Staat! t. v. 1910 .

4-/,% betgl.Don 1918.....

4% Ungarische flronenrte.....

4% Türk. Hollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,

Serie I...........

4% deSgl. Serie II.......

4% Rumänen convert. fRte. . . . 4'/, % Rumänen (BolbanL t>on 1918

üllg. Deutsche Eisenbahn . . 4K Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb-Südam. Dampfsch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

Llllg. Deutsche Creditanst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bank. 11 Darmst. u. Nationalbcmk . . 12

Deutsche Bank......10

DlSkonto-Gesellschaft Ant.. . 10

Dresdner Bank......10

Mitteldeutsche Ereditbant ... 8 Metallbau! . ...»* Neichsbank..... U

87,3

51,2

11,2

86,5

79

87

28,75

2,55

1,9

23,3

22

2

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122

11375

128,75

134

227,5

190,25

281

171,75

158

165

186

384

1 12 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Illi ISSI 1 1 1 1 |g

87,5

51,13 11,2

29,1

20,65

22,13

2 8,75

8,6

8,65

17,13

121,75

153,25

113,25

129,25

134

227

190,25

279,75

172

158

165

333

11

i

122,25

153,25

113,25

129,5

133,5

227

190

279,5

173,25

157,75 165

335

Ül.E.G............8

Elektr. Lieferungen . . . . 10

Licht und Kraft ...... 10

Ges. f. Elektr. Untern.. ... 10

Hamb. Elektr. Werke .... 10

Rheln. Elektr.........9

Schlei. Elektr........10

Echuckert...... 8

Siemens & HalSk» . . 12 TranSradio . ........ 8 Lahmeyer 4 (So...... . 10

Buderu»..... .... 6

Deutsche Erd bl.......6

Gelsenkirchener ... s. Z4 I. 4 Harpener..... 6

Voesch Eisen. ........ 8 Ilse Bergbau ...... .8

Köln-Neuessen. .......9

ManneSmann..... 8

ManSselber.........7

Obcrschles. Eisenb. Bedarf. . . 6

Lberschlej. KokSwerke.....6

Vhöntr Bembau......6%

Rheinische Braunkohlen... 10 Nh^nstahl . . . |. % ga6t 4V, Riebeck Montan......7,2

Bereinigte Stahl.......6

Otavi Minen.......9 $h

Kali Aschersleben ..... 10

Kaki Westeregeln......io

Kaliwerk Salzdetfurth ... n>

I. ®- Farben-Industri» ... 12 Dynamit Nobel ....... b Scheideanstalt..... 9

Goldschmidt ........ 6 RütgerSwerke . ....... 6

Metollgelellschast......11

194

228

162

224

137

230,5

248,25 406

171

75

136,5

222

107,5

120

132

95

294,5

129

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246

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228 161,25

224 137,5 230,75 143,5 163,5

196 245,25 401,25

145

171

74,25 114,13

137,25 143,5

127,25

217

107 125,25 118,25

131,5

86,5

111

93,75

293

129,5

148

100

70,13

246 254,75

415

259,5 120,25

80,75

94 129,5

195,5

228,5 163

223,5

231

164

201

247,5

405,25

114

137,25

143,5

128,25

107,25

127,5 120

133

112,75

95,4

294,5

129,25

149,75

100,9

70

246,5

255

418,5

258,5

120,5

80,6

95,25

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß- Kurs

l-Uhr- Kurs

Schluß. Kurs

Anfang Kurs

Datum

11.6.

12.6.

11-6-

12 6.

Philipp Hotzmann......1

Heidelberger Cement .... 10

Gement Karlstadt ...... 8

Wayß 4 Freitag......10

Schultheis Patzenhofer ... 15

Qslmerke.........12

Bei. Glanzstosf......18

Beuiberg.........14

Mellftoff Waldhof.....12

Zellstoss Aschaffenburg ... 12

Charlottenburger Wasser ... 7

Dessauer Gas........8

Daimler Motoren......O

Deutsche Maschinen-Fabril ; . o

Adlerwerke Kleoer......5

Ludw. Loewe.......10

Nat. Automobil.......0

Lrenstein 4 Koppel ..... 5

Leonhard Tietz.......c

Bamag-Meguin ....... 0

Franks. Maschinen......6

Gritzner..... 11

Mainkrastwerke ....... 8

Miag....... io

Peters Union ........ 8

Gebr. Roeder.......10

Doigt 4 Haeffn«......8

Südd. Zucker........8

113,5

138,5

178

108

256

62

53

52

73

107,75

106,25

124

128,5

116

222

138,5

107,5

63

75

114

107,5

316

255

461,5

362 256,5 195,5

115 215,25 62,13

52

52

208,5

28,5

94,13

285

52

72,5 73?5

123,5

128,65

223

149

113,75

319,25

257,25

464

362

256,5

195,5

116

216,13

63,5

52,25

213

94,5

289

124

Banknoten.

Berlin, 11. Juni

Geld

Brief

Amerikanische Notes .....

4,171

Belgische Noten........

58,09

58',33

Dänische Noten ........

111,33

111,77

Englische Noten........

20,283

20,363

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Berlin, 11. Juni

Geld

Brief

französische 'Noten.....

16,34

05

Holländische Noten......

167,93

168,61

(italienische Noten......

21,94

22,02

Norwegische Noten......

111,33

111,77

Deutsch Oesterr-, 5100 Kronen

58,77

59,01

Numänische Noten......

2,525

2,545

Schwedische Noten......

111,78

112,22

Schweizer Noten......

80,51

Spanische Noten.......

59,71

59^95

Tschechoslowakische Noten ..

12,385

12,445

Ungarische Noten.......

72,85

73,15

11. Juni

12. Juni

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

tönet

Geld

Bries

AMU-- NoN-

168,23

168,57

168,41

168,>5

Buen. AireS

1,754

1,758

1,756

1,760

Brff.-Antw-

58,17

58,29

58,215

58,335

Christiania

111,61

111,83

111,71

111,93

Kopenhagen

111,60

111,82

111,72

111,94

Stockholm -

112,05

112,27

112,16

112,38

Helnngfors.

10,525

10,545

10,523

10,543

Italien. . .

21,925

21,965

21,935

21,975

London. . .

20,316

20,356

20,33

20,37

Neuvork . .

4,1900

4,1980

4,1935

4,2015

Paris....

Schwei; . .

16,375

16,415

16.39

16,43

80,605

80,765

80,66

80,82

Spanien.

59,88

60,00

59,16

60,02

Japan - . . 'Hio de Ian Dien in D-'

1,841

1,845 0,498

1,840

1,844

\496

0,437

0,499

Lest- abgcst

58,855

58,975

58,90

59,02

Prag . . . .

12,40

12,42

12,41

12,43

Belgrad . .

7,361

7,375

7,365

7,379

Budapest. .

73,00

73,14

73,07

73,21

Bulgarien

3,029

3,033

3,032

3,038

Lissabon .

18,73

18,77

18,73

18,77

Danzig. . . Konstantin.

81,19

81,35

81,25

81,41

2,008

2,012

2,023

2,027

Athen. . .

5,435

5,445

5.44

5,45

Ecmada

4,157 4,046

4,165

4,159

4,167

Uru nah. .

4,054

4,086

4,044

Cairo . . -

20,835

20,875

70,85

70,89