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Zimmer, ht Drverlicher tmS geifHflef Frische ihren 85. Geburtstag.
ds. LangSdorf. 11. F^r. Am SamStag hatte der Turnverein m der Wirtschaft von Heinrich Ä.ämer Witwe seine ordentliche Generalversammlung. Aach der Begrüßung der Erschienenen durch den ersten Sprecher. Bürgermeister Kneipp erstattete Oberturnwart Reitz Bericht über die Leistungen deS Vereins. Wo die Turner des Vereins antraten, errangen sie auch Siege. Besonders hervorgehoben sei dir ausopserungsfreudige Arbeit deS Iugendturn- warts. Oberprimaner Ernst Krämer. 3m Laufe deS r-erfchssenen Jahres machte er mehrevr Wanderungen mit seinen Zöglingen. Alsdann erstattete der Rechner. Lehrer G l ü <f, Bericht. Der Verein, der im vorigen Jahre aus Anlaß seines 25jähriAen Bestehens das BezirtSturnfest abhielt, geht m da« neue Jahr mit einem Der- mögen von rund 930 Ml. Ebenso wie der Ge- 'angverein, hat auch der Turnverein Mitglieder, welche 2-5 Jahre aktiv oder als Kampfrichter und dergleichen' tätig sind. Diesen wurde in Anerkennung ihrer Verdienste um die edle Turnevü ein Ab,-eichen durch den ersten Sprecher überreicht, Es sind dies der zweite Sprecher drs Vereins, Gastwirt Heinrich Koch. Sch.o.sermeister Hermann Lehrmund. Oberturnwart Georg Reih und die Landwirte Karl Kuhl und Wilhelm R o t h VI. Möchten diese allen, die der Turnsache fernstehen, besonder- drr Jugend als ausmunterndes Beispiel dienen, denn Turnm ist ein« auch dem Landwirt nützliche Tätigkeit. Bei der vogenommenen Dorstandswohl wurde der alte Vorstand wiedergewählt, neu hinzu kam al« zweiter Schriftführer Gemeinderechnrr 3 a- f ob L
Kreis Friedberg.
z£ Bad-Rauheim, 11. Febr. lieber das günstige Frequenzergebnis deS Kurjahre« 1 928, daS mit 41 112 Besuchern den höchsten Stand seit 'Bestehen des Bades erreichte. ist von mts vor einiger Zeit schon ausführlich berichtet worden. 3nteressant ist nun eine Statistik der Bade- und Kurverwaltung über die Zahl der U e b e r n a ch t u n g e n. die Im Durchschnitt auf einen Äurgaft entfallen. Bct 943 194 älebernachtunaen insgesamt ergibt sich die Zahl von 28,03 Äebernachtungen bzw. An- wesenheitätagen pro Kurgast, eine Zahl, mit der unser hessisches Staatsbad führend an der Spitze der deutschen Kurorte steht. Die Bedeutung dieser Zahl geht am deutlichsten aus dem Vergleich mit anderen Badeorten hervor, die zwar mehr Kurgäste zählen, aber viel ungünstigere älebernach- runarzahlen aufzuwei'en haben. So hat Wiesbaden mit einer Gcsamt'requenz von 156 983 eine Uebornachtungszahl von 1 118 820 (im Durchschnitt 7,12 llebernachtungen) und Baden-Baden bei einem Besuch von 98 746 die Zahl von 704 597 Uebernachtungen (im Durchschnitt 7,14). Ttünmt man die hiesigen älebernachtung?zahlen etwas genauer unter die Lupe, so ergibt sich, das; aus die 3789 Gäste, die in den hiesigen sozialen Anstalten untergebracht waren, im Durch- 'chnitt eine etwas längere Anwesenheitszeit kommt, als auf die übrigen Kurgäste. Für die Sozialversicherten wurden pro Gast eine Zahl von 28.96 älebernachtungen errechnet, während die entsprechende Zahl für die übrigen Kurgäste mit 27L1 etwas unter döm oben angegebenen Gcsamtdurchschnitt liegt.
O Kirch-Göns. 11. Febr. Am Samstag wurde die hiesige Demeindejagd auf 'i'ciicre neun Jahre öffentlich verpachtet. Es wurden folgende Höchstgebote abgegeben: Bezirk 1, umfassend etwa 900 Morgen Feld und 100 Morgen Wald. 565 Mar? von Jakob Konrad Dolf, Gambach. und Hotelbesitzer F r i ck e, Butzbach. Bezirk 2. umfassend etwa 1450 Morgen Feld und 110 Morgen Wald, 710 Mark von Friedrich Stoll. Dad-Rauheim, und zwei Mitpächtern: Bezirk 3, umfassend etwa 500 Morgen Wald (in der Gemarkung Pohl-Göns gelegen)
830 Mark von Rudolf Löffel, Frankfurta.M. Der Zuschlag würbe erteil
MrcU Schotten.
■+- Schotten, lü. Febr. Als zweiten Lehrfilm im lausenden Schuljahr bringt die Kultur s i l m st e 1 le des hiesigen Kreisschul- a m t s den hinterindischen Dschungelsilm .Chan g" in den Schulen des Kreises zur Vorführung. Auch dieser bekannte Film, der das Leben einer siamesischen Familie im dichten Dschungel vor Augen führt, von steten Gefahren umdroht, ist geeignet, der 3ugend eine gürte von Anregungen und Vorstellungen aus einer ungekannten Welt zu vermitteln. Aus dem Reinertrag der Filmvorführungen konnte bis
Zager, gedenke des hungernden Wildes!
jetzt der weitaus größte TeU der Anschasfungs- kosten für den Lausbildapparat gedeckt werden.
Ulfa, 11. Febr. Die nach Eichelsdorf führende Chaussee, die eine große Steigung auiweist. ist so stark vereist, daß der Fuhrwerks- und Autoverkehr besonderen Gefahren ausgesetzt ist. Das Verkehrsauto des Zwcclverbandes Schotten-Hungen sieht sich deshalb gezwungen, die Strecke zu meiden und auf dem Umweg über Unter- und Ober- Schmitten nach Eichelsdorf zu fahren.
Mrci» Alsfeld.
fr* AlSfeld, 11. Febr. Am Freitagabend hielt auf Einladung der hiesigen Dürergesellschaft Univers.tätsprofes or Dr. Huntemüller, Gießen. im Physiksaale der Oberrealschule einen Vortrag über diS aktuelle Thema „Arzt und Sport". Der Vortragende erläuterte zunächst die begrifflichen Unterschiede zwischen Gymnastik und Sport. Während die erstere hauptsächlich das Prinzip der Körperbildung bezwecke, erstrebe der Sport die Erzielung von Höchstleistungen. Die Grundlage für den Sport bilde die Gymnastck. Eingehend erörterte der Redner dann die hohe Bedeutung der Gynrnaftik für die Körperbildung unter Hinweis auf einzelne Bei-- spie.«. Arbeck und Uebung bezweckten eine ön- stungSsteigerung für die sportliche Betätigung. Die Bedeutung des sportlichen Trainings liege nicht nur in der Bildung des Körpers, sondern vor allem auch in der Bildung des Willens. Die sportliche Betätigung müsse aber systematisch bleiben. Der Redner warnte vor einer übermäßigen Sportöetätigung, besonders im jugendlichen Alter wahrend des Wachstums, da sonst Herzbeschwerden, insbesondere Herzvergrößerung, ein treten könnten, wie schon bei Sportsleuten in einzelnen Fällen nachgewiesen worden sei. 5>;r Vortragende erläuterte sodann noch den Begriff der Sportverletzungen. Ein enges Zusammenarbeiten zwischen ärztlicher Tätigleit und dem Sport fei notwendig. Zum Schlüsse des sehr lehrreichen und anregenden Vortrages zeigte Prof. Huntemüller eine Anzahl von guten Lichtbildern, in welchen die hauptsächlichsten Arten der Sportbetätigung vorgeführt wurden. Die dankbaren Zuhörer spendeten dem Redner reichen Beifall.
AreiS Lauterbach.
WER. Lauterbach, 11. Febr. 3m Sommer vorigen 3ahres wurde hier bei Erdarbeiten zu einem Reubau ein irdener Topf gefunden, der bis zum Rande mit wertvollen Silbermünzen und einzelnen Goldmünzen aus dem fpäten Mittelalter bis zum 17. Jahrhundert gefüllt war. Die Bezirkssparkasse Lauterbach hat nun den großen Münzenfund für eine bedeutende Summe an einen holländischen Altertumshändler aus Amsterdam verkauft.
Das große Grauen.
ZRoman von H. A. von Byern.
Urheber-Rechtsschutz d rch Verlag Oskar Meister. Werdau.
5 Fortsetzung. Nachdruck verboten
„3a, Sic mögen recht haben, Hochwürden, „quieta non movere'", mein Freund ist ohnehin ein Träumer..."
„®r sucht Gott auf ferne Weife..
.Ganz recht, und eben deshalb meine ich, auch von ihm gilt das Wort: Wer immer strebend sich bemüht, den tarnten wir erlösen...“
3ch stand auf, denn vom Schloß herüber klang der dumpfe, dröhnende Hall eines Gongs:
,21m Abend sehen wir uns wohl nicht, mein Freund und ich wollen in der Jagdhütte an der Rheiderspitz übernachten."
„Dann Weidmannsheil!" Kaplan Innermoser drückte mir die Hand, mit raschen Schritten ging ich den Mittelweg hinunter und trat in die dämmerknhle Halle.
„■3ett lassen. Allerlei" mahnte mein Freund: „Se trennen ka ma d Gams und d' Hirsch net, wenn d' in dem Temvo wellersteiqst, kannst in a'r falben S und nimmer schnaufen!"
Ich stützte mich auf meinen Bergstock, schob den voll bepackten Schnerfer höher und trocknete mir die Stirn, auf der der Schweiß in kleinen Perlen stand.
-Ruh'n ma erst amal a bissel." Der Vinzenz hob den Rucksack von den Schlütern und setzte 'ich auf einen Stein, der grau und massig am Tande des Steilhangs lag. Dann brannte er den kurzen Ulmer Rasenwärmer an. Die kleine Rast rar mir ganz willkommen: denn Waden und ^veuz schmerzten noch von der Frühbirsch her. md die dvppelle Last der Büchse sowie des öchnerfers war ich auch nicht gewohnt. Mein >neund blickte sinnend den Rauchwölkchen nach:
..In q paar Täg birsch i in die Karpathen, ffreu ml schon, d raus, an braven Hirsch hab i <tng net mehr g schosi'n...“
..Du, Vinzenz, tote bist du eigwttllch an den Witter von Molnar geraten?*
.Durch d Zeitung hall," entgegnete er gleich- nüttg und stopfte den Tabak fester, „im „Deut- chan Jäger1 und in noch a paar Blätter hab (zunorKtert, Abschuß von an guaten Hirsch j sucht, geb dafür zwm GcunS foei, no und da Tat sich der Fra.nz Joseph von Molnar g'meldet, S a gxofjeß Sier, was ma fo in Ungarn an Kognaten nennt, Leiter vorn magyarischen Zucker- rübenkonzcnm, 'Bergwerk' hat er auch irgendwo Ni drunten, schiaht a saub're Kugel, farttit im’ vertragt a paar Schopp'n..
Die Sonne stand schräg am Firmament, gerade über dem Steinhaupt des Hochkogels, länger wurden die Schlagschatteir, violettes Dämmewr lag in Schroffen und Schrunden. ,A schiach's G'wand" hatte der 3ackl g'sagt: und das mochte seine Richll^keit haben. Glatt und lotrecht fiel der Fels ao, nur hin und wieder ein schmales Band, ein Kamin.
.Müssen wir morgen da hinauf?" Ich deutete mit der Hand nach den turmhoch anstrebeirdeir Zinnen der Aheiderspitze
,3a, is aber net so gfährli, als sich's anschaut, Seilsicherung brauch n ma net, fan überallTrassen, g'rad nur a bissel Obacht geh n muaß ma auf'n Stoanfchlag. Genga ma scho Weller...“
Gleich einem mitten in der Bewegung erstarrten steinernen Meer dehnte sich das Deröllseld. Kein Baum, kein Strauch, nur Schutt und dazwischen riesige FelStrümmer, Urgesteinsblocke bis zur Höhe eines Hauses. Die vom Sonnenglast erhitzte Luft flirrte in zitternde Wellen, Myriaden von blitzenden Stätwchen blendeten das Auge, fliegender Samen der Silberdisteln, die droben, aui den Matten, standen. Ein feiner, bläulicher Dunst verhüllte die Zinnen und Zacken, aus dem Tal fliegen ziehende Rebelschwaden empor, brandeten an gegen die Bergriesen, zerflatterten in breit hingelagerte Streifen. Und in flammender Farbenpracht stand der Buchenhochwald, wein- rote und goldiggrüne Lichter spielten darüber hin, verschmolzen mit den silbernen Stämmen zu einer Farbensymphonie von unerhörter ireuchtkraft und Schönheit. Ganz andächtig war mir zumute in diesem tiefen, friedvollen Schweigen ringsum, unwillkürlich kamen mir die Worte des Weimarer Titanen in den Sinn:
-lieber allen Gipfeln ist Ruh'. 3n allen Wipfeln spürest du Kaum einen Hauch:
Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde
Ruhest du auch."
^Schau, Alterle!" Mein Freund faßte mich am Arm. zeigte nach der jäh abfallenden Felswand vor uns. Das Gestein schien zu brennen, als würde es von innen heraus, aus deä Berges Tiefen, durch ein rotglühendes Feuer erleuchtet, gleich Strömen von Blut rann es aus klaffenden Spalten, loderndes Leuchten umwob den Kamm. Und sieh, nun begannen auch die Firnfelder zu glühen, in einem Mantel von königlichem Purpur und schneeigem Hermelin hüllten sich die Tiroler Berge, dann sank leise, lose auf traumeS- schweren Schwingen die Dämmerung herab, breitete ihren Sch'eier über die ruhende Ratur. und nur ganz droben zitterte noch ein letzter Feuerschein.
Unter einer überhängenden Wand stand dunkel und grobschlächtig ein massiges Viereck
De Hütt'n, no also, ham ma'S g schafft . . “
Naturschutz und Jagd.
Dieser Tage sprach anläßlich der MonatSver- fammlung des »Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen" Studienrat Holzel vor Mitgliedern und Gästen an Hand zahlreicher Lichtbilder über das Thema .AuSgestorbene und aus st erbende Tier e". Der Vortragende zeigte, daß zwar Tierarten auch unbeeinflußt vom Menschen auSsterben können, daß aber die meisten in der jüngeren Zeit audgcftorbcaen oder aussterbenden Tiere ihr Schicksal einer Direkten ober indirekten Einwirkung des Menschen verdanken. Die veränderten Formen der Land- und Forstwirtschaft, die Feldbereinigungen, Trockenlegungen der Sümpfe und Moore, die Regulierung der Bach- und Flußläufe, die räumlich weite Ausdehnung der Steinwüsten der Städte mit Rauch und Staub sind Faktoren, die durch den Menschen hervorgerufen viele einstige Charakterformen unserer Tierwelt der Vernichtung Preisgaben. Hinzu kommt die direkte Beeinflussung deS TierbestandeS durch den Menschen, durch Töten der Tiere, ober durch Verdrängen aus der Umgebung, die ihnen das bot, was sie zum Leben brauchten. Die Ursachen dazu können verschiedener Art sein. Bietet ihr Körper dem Menschen Stosse, wie Fleisch, Tran. Fischbein. Elfenbein, umhüllt ihn ein wertvolles Pelzkleib ober hüllte ihn bic Ratur in den verschwenderischen Schmuck herrlicher Federn, so war bieS alles für den Menschen Grund genug, derartige Tierarten schonungslos bis zur Ausrottung zu verfolgen. SS ist ein Schandfleck für die weiße Rasse und die sog. Kulturvölker, daß ihre Angehörigen die Veranlasser und Verüber der Massenmorde wurden und sind, die zum völligen Hinschlachten der norbameritanlfdjen Wandertaube führten, deren Flüge vor 50 3ahren noch bic Sonne verfinsterten, die die Riesenherden des BisonS fast völlig vernichteten und die sich als Wildmeheleien schlimmster Sorte in Afrika barftertten. Besonders unbeliebt erwiesen sich immer Tiere, die ihrer Rührung nach als Fischfresser zu bezeichnen sind. Mit Fallen. Psahl- eifen, Retzen und Schußwaffen, häufig ausgestachelt durch Prämien der Fischereivereine, hat man sie bekämpft, und wertvolle ober schöne und interessante Tiere aus unserer heimischen Tierwelt verdrängt, oder der Gefahr der Vernichtung nahegebracht. Dahin gehören Rörz, Fischreiher, Kormoran, Eisvogel Wasseramsel u. a. Ein besonders trauriges Kapitel ist die Vernichtung unserer großen Raubvögel, teils auS Schießwut und Großtuerei (wurde doch der Vernichter der deutschen Steinadler als „Qlblcrtonig“ gefeiert und dadurch noch mehr zu seinem Tun angestachelt), teils weil sie Fische fraßen, teils weil Flscherei- vereine und Taubenzüchter ihren Abschuß ober Fang mit Gelb belohnten. Ganz einseitige Be- russinteressen einer Gruppe von Menschen genügten, um fo prächtige Erscheinungen zum Tobe ?u verurteilen. Dabei zeigte eS sich, wie schwer ich solche Eingriffe bes Menschen in die Ratur rächen können. Seitdem die Adler fehlen, sind große Gamsbestänbe der Gamsräube verfallen, bei benen früher der Adler die Gesundheits- Polizei vertrat. Man glaubte zu nützen und hat geschadet. Rur da, wo der Mensch energisch Gegenmaßnahmen ergriff, konnte Einhalt geboten werden. Verwiesen wurde auf den hervorragenden Erfolg der Wiederaufbauarbeit an den ostpreußischen Elchbeständen, von denen wir heute sagen können, bah Deutschland in ihnen über die zahlenmäßig und qualitativ besten Elchbestände Europas verfügt. Besondere Erwähnung fanden auch die Bemühungen der .Gesellschaft zur Erhaltung deS Wisents". An der Vernichtung der Tierwelt war vor allem der Rühlichkeitsstand- punkt schuld. Alle Tiere, die dem Menschen von seinem 3chstandpunkt auS als schädlich erschienen, hatten ihn zum schonungslosen Feind. Die
Einstellung zur Ratur hat sich geändert, an die Stelle der Frage nach der Äützlichkeit oder Schädlichkeit ist die nach der Stellung im Haushalt der Ratur getreten. 3n der IagbauSübung ist eine Veredelung eingetreten, die den Roheiten der Iagdmethoden früherer Jahrhunderte ver- ständniStoS gegenübersteht. Verbunden damit ist die Liebe zur Ratur, zu allein, waS da kreuch! und fleugt, baS Kennzeichen beS wahren Weid-' mannes, das zugleich sein Handeln bestimmt. 3n diesem Geiste finden sich Raturschüher und Weidmann zusammen. Wenn der heutige 3äger nicht in dem Abschuß, sondern in der Hege seine größte Befriedigung findet, beten Früchte er mit Stolz ernten darf, so leistet er damit zugleich Arbeit an der Erhaltung der Ratur. Es ist bezeichnend, daß alle staatckchen Maßnahmen zur Erhaltung bedrohtet Wildarten, wie Elch, Hasel- wild, Trappe usw. von Iägerseite angeregt worden sind. Wenn es selbstverständlich, wie überall, an räudigen Schafen nicht fehlt, so ist sich der echte Weidmann bewußt, daß die Tiere, die er besagen darf, nicht allein wegen seiner Person auf der Erde find, sondern daß er eine Verantwortung der Allgemeinheit gegenüber besitzt. Seine Einstellung kennzeichnet der größte deutsche Iägerverein wie folgt: .Daß dem deutschen Volke Wilb und Wald erhalten bleibe, daß unsere Marken sich wieder füllen mit dem Wilde, ihrem schönsten Schmuck, das ist das Leitziel unserer Pflicht. Erhalter der freilebenden Tierwelt, Erhalter unseres Wilbes. bas bist hu, beutscher Weidmann, baS sind wir alle, sollen und wollen eS sein."
3m Anschluß an diese Ausführungen bankte Geh. Rat Pros. Dr. 011 dem Vortragenden und wies ergänzend darauf hin, wie große Schädigungen Der Eingriff des Menschen in die Ratur mit sich gebracht hätte. Es ist vom reinen Rütz- lichkeitsstandpunkt auS häufig nicht zu beurteilen, welche Bedeutung ein Tier hat. Erst an den Folgen seiner Ausrottung ober Dezimierung läßt sich bied erkennen. Wo Wildente und Flußkrebs an und in regulierten Bächen nicht mehr ihre Lebensbebingungen finden, herrscht bic Leberegelseuche, too die Ratten,einbe Marder und 3ltis vertilgt werden, verbreiten die Rager Tierseuchen, z. D. die Maul- und Klauenseuche, von Gehöft zu Gehöft. Erschreckend ist die Zunahme der ansteckenden Gamsblindheit, feit die Adler fehlen, die jedes krank dahintastenbe Stück früher sofort zum Absturz brachten. Wo bet Fuchs um seines Balges willen mit allen Mitteln verfolgt wirb, herrschen Hasenseuchen, wo der Dach'? und das Wildschwein fehlen, leiden Rotwild und Rehwild unter der Rachenbremse. Der Redner trat dafür ein, daß die 3ägertoelt energisch gegen Mitglieder Stellung nähme und helle, ihnen das Handwerk zu legen, die sich in rücksichtsloser Weise an Resten einer einst reicheren Tierwelt vergingen. Er unterstützte die Bewegung, bic eine 3ägerprüfung verlangt, ehe der 3ungjäget den ersten 3agdschein erhält, mit dem er bann auf die Ratur loSgelassen wird. Reben dem Rachweis der Fähigkeit, mit einer Waffe umgehen zu können, solle er dabei auch nachweisen, daß er die einheimische Tierwelt und darunter vor allem die zu schützenden Formen auch kenne.
Der Raturschutz hat, wie sich aus dem Bericht des Oekonomierats Hoffmann (Hof-Güll- ergab, auch auf der 3agdausstertung in Berlin eine Rolle gespielt, wo der 3ägertoe(t vor allem bet Erfolg solch großzügiger Hegetätigkeit vor Augen geführt würbe, wie sie bem Elch in Ostpreußen jugute kam. Daß vernünftige Wildhege auch dem Beständet besondere Weidmannsfreude zu bereiten vermag, erfuhren Mitglieder des CBcteind. Denn her Verein errang mit seiner Sammlung ., Freistaat Hessen" in Berlin einen 1., 2. und 3. Preis.
Der Vinzenz schloß die Tüt auf. stieß die Fensterladen zurück, eine dumpfe, muffig riechende Luft schlug uns entgegen. 3m ersten Augenblick war ich enttäuscht, den vielgerühmten Hüttenzauber hatte ich mir denn doch anders vorgestellt. Aber da machte mein Freund schon Licht, blakend schaufelte bic kleine, rußgeschwärzte Oe'.lampe an dem niedrigen Deckenbalken, beleuchtete zwei mit Dergheu gefüllte Kreistet, einen kunstlos angeführten Steinherb, neben bem Holz geschichtet war, ben weißgescheuerten Tisch, bahinter eine roh gezimmerte Bank, brei ebensolche Stühle und aller ha nb einfaches Kochgeschirr.
.G'fallt bir's, Alterle?^
»Hm. . .“
»Wart' nur, glei wer'n ma ß ham. g rab’ nobel soll s werden!" Aus ben unergründlichen Tiefen seines Rucksacks förderte bet 3agdhetr eine ganze Anzahl sorgfältig zwischen Wolledecken verpackter Konservenbüchsen ans Licht, einen Spirituskocher, eine Flasche mit Arrak, bann griff er nach meinem Schnerfer. langte zwei Pullen Rotspohn heraus, einen Laib Brot, ein Päckchen mit Zucker. »So, jetza koch' i uns an Schmarrn, derweil kannst b' amal draußen am Brünnl Wasser holen, b’r Zuber steht in bet Gck’n . . ."
3ch beeilte mich, wieder ins Freie zu kommen, setzte mich auf ben Steintrog, in ben ein kristallklarer Quell seinen armstarken Strahl sprudelnb ergoß, und brannte mir eine Zigarette an. Doch bann, als ich nach einer Weile toieber in die Hütte trat, sah sich die Sache schon freundlicher an. Wie durch Zauberei stand weihschimmernbes Steingutgeschirr auf bem Tisch, unter bem Herd prasselte ein lustiges Feuetchen, und verführerische Düfte ftiegen aus der Pfanne, in der das zerlassene Fett briehelte und brodelte. Mein Freund quirlte Eiet und Mehl zusammen, gab Butter- slöckchen und ein paar Rosinen hinzu, zischend schwappte der Teig in bas siedeheiße Schmalz, bräunte sich, wurde zu kleinen Btöckerln zerstoßen, bic goldgelb und knusperig auf bem Teller lagen.
.Kaiserschmarrn, mei‘ Staber, gelt, da schaugst?"
Der Vinzenz schnitt einen Berg Weißbrotscheiben herunter, öffnete eine Konservenbüchse: ,Ein- g'lagerte Kirschen, nacha gibt'ß Schinken und Kos. den Grog setz' i glei an . . ."
Es fing an gemütlich zu werden ... An ben Wänden hingen ein paar gerahmte 3agbbilber, Illustrationen und Beilagen auS Iagdzeitungen, daneben auf geschnitzte Schädelstöcke aufgesetzte Abwurfstanaen von geringen Hirschen, und in bet einen Ecke hing unter dem MuttergotteSblld ein Weihbrunnkessöchen. 3ch schob meinen Teller zurück.
„Du, Binzen-, so gut hat mir's selten im Leben geschmeckt!"
»Freut mich": er schmunzelte, mischte Arrak und Rotwein, goß kochendes Wasser hinzu. »A
bissel stark hab' i 'n g macht, ba schläfst besser b raus, merlft'ß net fo. wenn be Flöh im Kreister beißen — na, Prost. Alterle, und Weidmanns- Heil für morgenI“
Die Zigarren brannten, zarte Rauchschleier zogen durch die offene Hüttentür hinaus, und mein Freund griff nach der Zither, die ganz unten im Schnerfer lag.
.Dös g hort a bazua, nur be Dianb'ln fehlen — no, macht nix, dafür is der Grog um so besserk" Unb seine Hänbe glitten über das 3n- ftrument, baß die Saiten schwirrten und Hangen, als seien sie lebendige Wesen.
»Menschenskind, du bist ja ein Künstlerl"
^WaS denn noch?" Der Vinzenz von AndriaN lachte und sang mit seinem vollen Bariton:
.Die Lüste wehten so weich, so weich. Die Tränen flössen so reich, so reich.
Es war ja die Abschiedsstunde...
Sie lagen einander im Arm, im Arm,
Sie ruhten beisammen so warm, so warm. Sie ruhten Mund auf Munde..."
.Schluß, er Polizeistund' — Herrgottsakra, hat der Kerl ben ganzen Grog ausg'soff'n — no, schlaf' schön!"
Aber ttotz deS ausgiebigen Dämmerschoppens lag ich doch noch zwei Stunden lang wach, nicht well „bic Flöh gebissen hätten", nur das Heu duftete so seltsam süß und würzig, und Gedanken wurden wach — Erinnerungen ...
.Aufstehn, Alterle! Aussteh'n! IessaS na, iS bös a Faulpelz!"
Ich rieb mir die Augen.
.Wo — wo bin ich denn?!“ Doch dann wußte ich Bescheid, drüben glostete funke,llnifternd das Herbfeuer, warf blutroten Widerschein an die verräucherten Hüttenwänbe, unb nun fuhr mir ein nasses Etwas ins Gesicht.
„<J}fui Deuwel, du!"
Mein Freund lachte unb hielt den Schwamm in die Hohe.
„Glaubst b. der Doms wart' auf dich? Da bist g'ftimmt, mei Staber, wasch' dich, derweil koch' i an Kaffee auf.“
Schlaftrunken stieß ich die Hüttentür auf, stolperte in S Freie — eiskalt schlug mir die Morgenluft entgegen, verscheuchte den letzten Rest der Müdigteit. Droben, am nachtschwarzen Fir-. mament, brannten die Sterne, als hätte ehr furwihigeS Englein mit einer spitzen Radel lauter Gucklöcher in den Himmelsboben gestochen, und silbernes Mondlicht geisterte über die träumende Bergwelt, ließ ben sprühenden Tropfenfall deS BrunneirS aufglänzen gleich einer Kaskade flüssigen Edelmetalls.
.Wo bleibst d' denn so lang?" Der DinzenH trat in ben Türrahmen, schwer und massig zeichnete sich seine Gestalt ab.
.Ich komm' schon!"
(Fortsetzung folgt)


