Ausgabe 
12.2.1929
 
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Ursache «Last* ich öfH in hem schneich«r Frühwinter suchen zu müssen.

Daß Mr tiefsten Temperaturen anal* am Oft- und Südrande dkses russischen Hochdruck­gebietes auftreten, entspricht den meteorologi- >chen Gesehen, welche sagen, daß die 2uft ein Hochdruckgebiet in rechtsdrehendem Wirbel um- | Ließt So finden wir bann im Westen und Nor­den des Hochdruc^ebietes in diesem Winter anormal hohe Temperaturen. Selbst Spitzbergen und die Dären-Jnseln in 80 bzw. 75 Grad nördlicher Breite haben Temperaturen um Null, während im Balkan unter 45 Grad Breite mehr als 20 Grad Kälte herrschen. Eng­land und Westsrankreich haben dauernd mil­des Weicker mit Temperaturen zwischen -ft 4 und 8 OrdV) gehabt, aber Südsrankreich und Nordil allen leiden schwer unter der Kälte. Hier­hin ergießt sich beiderseits entlang der Alpen der falte Luftstrom, der sich nur langsam und zögernd über den: schneefreien Erdboden erwärmt.

Aber von Tag zu Tag werden die Stabilitäts­bedingungen des russischen Hochdruckgebiets un­günstiger. Die Sonne steigt täglich um '/, Grad höher hinauf, und nod) schneller nimmt die 3n» tensität der erwärmenden Sonnenstrahlen zu. Schon Ende Februar pflegen in unserem Klima heitere Tage wärmer zu sein als trübe, während im Winter bekanntlich das Umgekehrte der Fall ist. So werden Die Aussichten auf wär­meres Wetter von Tag zu Tag günstiger. Die Hoffnung ist berechtigt, daß noch mit die­se r W o ch e das Frostwetter zu Ende geht.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Giessen, den 12. Februar 1929.

Kälte-Erinnerungen eines alten Gießeners.

Zu dem in der gestrigen Nummer veröftent- lichteu Aussatz mit vorstehender Ueber'chrift schreibt uns ein Mitglied des damaligen Woyl- tatigkeits-AusschusseS:

Der Winter 1879/80 war einer der kältesten, die ich vor- und nachher erlebt habe. Dah die Lahn sowie streckenweise der Main zugefro- ren waren, wiederholte sich öfters: aber dah der Rhein sich in eine jede Belastung aushaltende Eisdecke verwandelte, daS haben nur wenige Generationen erlebt. So zwischen den Jahren, wie man sagt, machte ich mich auf den Weg nach Mainz, uni mir dos Schauspiel des zu­gefrorene v Aheins anzusehen. Ich lan­dete in Kastel, da« damals nur durch eine Schiff­brücke mit Mainz verbunden war. Der Mainzer Bahnhof befand sich noch hart am linken Rhein- ufcr, gegenüber stand der Bahnhof 'von Kastel. Der Der kehr zwischen den beiden Bahnhöfen war auf dem zugefrore- nen Nh ein ein recht lebhafter, nicht nur der Einheimischen, sondern auch der aus der nahen und weiten Umgebung Herbeigekommenen. Man hatte Gelegenheit, den Rhein zu Fuh und auch im Schlitten zu überqueren, auch Lastfuhr­werke bewegten sich auf der durch Auffüllung von Kohlenschlacken hergestelltenStrohe" von einem zum andern Ufer. Weiter fanden Kon­zerte und sonstige Veranstaltungen für die ..Weenzer" mitten auf dem Rheine statt. In Gesellschaft eines Freunde- unternahm ich eine Fußpartie nach Biebrich, die sich aber da­durch etwas Dcrtongerte, dah sich gerade vor Biebrich eine eisfreie Fahrrinne befand, so dah wir weiter abwärts wandern muhten, ehe wir das Ufer erreichen konnten. Der durch das nachfolgende Tauwetter eintretende S i S g a n g bedrohte die Ufergemeinden besonders stark, wenn sich daS Gisgestellt" hatte. Bei Caub muhten Sprengungen durch Pioniere vorgenommen werden, um dem Eis Abgang zu verschaffen und Ueberschwemmungen vorzubeugen.

Die von dein älteven Leser in der gestern ge- machten Mitteilung über bedauerliche Neben- Erscheinungen des Frostes kann ich um einiges ergänzen. Ende des Jahves 1879 trat eine Epi­demie. dos sog. Rekurrensfieber, auf, das besonders die wandernden Hendwel-lsburschen be­fiel. Bis Ende März 1880 wurden insgesamt rd. 200

Zaschingsdienstag in Fmscati.

23on Margarete Schuch-Mankiewicz, Rom

Ein strahlender Dorsrühlingstag liegt über der Campagna. Unzählige Züge und Autos bringen die Gäste aus Rom, welche das Schau­spiel des w'.cdererweckten Karnevals in Frascati genießen wollen. Schon in der Elektrischen spielen eine Violine und eine Gitarre lustige Weisen, dann kommt ein Frühstück im Freien auf dem großen Platz, der gairz mit Fahnen, die Pierrot- Bilbcv zeigen, mit Moskcnteppichen geschmückt ist, und schon packt der erste Coriondoliverkäufer 'eine Waren ans. Coriandoli. aus alten Tram- waykarten gemocht, Papierschlangen, Staubwedel aus Papier, und das fröhlich-ausgelassene Treft ben beginnt.

Da speit eine Tram die erste Musikkapelle aus, eine zweite erscheint, eine dritte. Luftballoirö fliegen aus. fünfzig, hundert, es ist Karneval! Und schwerfällig, von den breitgehörnten Stieren der Campagna gezogen, lammen die Karren. Der Wagen der Blumen voran, Rosen, Mohn­blumen. und die größten blühten um reizende Mädchenköpfe, die zwischen Moos und Felsen gclagcii waren, während auf dem Gipfel _ des FelsenS eine junge Römerin eine rolenbekränzte Säule umschlingend. Bonbons unter die Menge warf. Ein Wagen des Charleston folgt, ein lustiges Flugzeug, eine goldene Rokokokarosse VON einem Schweinchen gezogen, von einer Nkond- lavalkade begleitet.Die Hochzeitsbräuche in Xcu-Guinea" heißt ein Mohrenzug mit bem Hochzeilsstrauh aus Mohrrüben und Buchs. Ein riesiger Teufel aus einem Karren, mit Ver­tretern aller Nationen, ein Schiff mit Matrosen, die mit Besen rudern so geht der Karnevals- zug vorüber

Es liegt ein Hauch von ..Gschnas" über allem, aber es ist ein künstlerisches GschnaS, wie bei den Festen im Knnstlerhans in Wien Und seift fliegen auch Gipskonfetti in Form von Ctemftfcn iMtrd) dse Luft. Heiterkeit, überströmende, aber nirgends ein Betrunkener, obwohl wir in Fras- .ati find, in der Stadt des besten Wein-e-

Unb mitten durch den Trubel geht chic Schar tun Straßenarbeitern mit ihren Geräten, fir kommen müde von der Arbeit, aber sie lassen den Lärm und das Treiben über sich ergeben, ohne Neid oder Scheelsucht. Die Kinder sind natürlich so recht in ihrem Element, aber auch die Großen, auch diejenigen, welche schwere und

wvt der Krankheft Vefavene fit 6eit KVrckken, fette in besonder- eingerichteten SsoUerbauten und in dem vom damaligen Hofgericht geräumten Ge­bäude am Drandvlatz. jetzt Turmhaus. veiPflegt. Bon den Erkrankten starben 20 beiderlei Ge­schlechts. Da man die Ursache dieser Krankheit in der mangelhaften Ernährung der davon Be­troffenen erblickte, griff die Stadt, unterstützt durch die Bürgerschaft, zu entsprechenden Maß­nahmen. Eine sofort einderufene Dürgerverfamm- lung im Cafe Leib beschloh die Errichtung einer Volksküche und setzte einen aus 51 Damen und Herren bestehenden Ausschuß ein. Der Erfolg der Tätigkeit dieses Ausschusses war recht er­freulich. und die Unterstützung, die er bei der Ein­wohnerschaft Gießens fand, erst recht. So gingen an barem Gelds über 7000 Mark ein. davon 2000 ML. die in der Geschäftsstelle des GießenerAnzeigers" meist In kleineren Beträgen abgeliefert wurden. Die im Schloß am Kanzleiberg eingerichtete Küche gab täglich bte zu 1100 Portionen Suppe aus. zum größten Teil ohne Bezahlung oder gegen gespendete Freikarten, zum kleinen Teil an beschäftigte Arbeiter, denen die Erlangung eines warmen Mittagessens nicht möglich war. für 10 Pf. je Portton (V2 Liter). Die Einrichtung der Küche,' Kessel. Geschirr, Söf­fet, Tische und Stühle hatten Private und Wirte leihweise zur Verfügung gestellt, zum Teil auch geschenkt. WaS weiter gelpenbet wurde, ist er­sichtlich aus den ab und zu im »Gieß. AiH." ver­öffentlichten Aufstellungen. Hier nur ein Beispiel: Metzger G. Euler 20 Pfund Dörrfleisch. Meyer- seld und Werter 200 Pfund Reis, Metzger Metzger 18 Pfund Ochsenfleisch. Fuhrmann Euler 1 Korb Kartoffeln und 1 Korb gelbe Rüben, 3. W. Kurz 50 Pfund Reis. A. Stern 150 Pfund Kartoffeln, Grünebaum 8 Handtücher, DebuS Sellerie und Fleischzwiebeln. Schmücker 6 Handtücher, Haßler 25 Pfund Nudeln. F. H. 10 Pfund Reis. M. Engel 25 Pfund Erbsen. Auch ein großer Teil des Brennmaterials für die Kochkessel und die Befeuerung der Aufenthalts- bzw. Speiseräume wurde gespendet. Eifrig beteiligten ftch auch "die ßanbTcute an der Hergabe der von ihnen erzeug­ten Naturalien. Durch all diese Naturalienspenden war es möglich, eine derbe, gut schmeckende Suppe zu kochen, und trotzdem gab es, zum Glück, nur vereinzelt, Nörgler, die aber ein für allemal aus derGemüsebrühanstalt", wie sie die Küche be­zeichneten. auSgeschieden tourten. Der stille Dank für das Gebotene und die unbezahlte Arbeit der im Dienste ter Küche stehenden Damen und Herren sand Ausdruck besonders in den befriedig­ten Gesichtern ter Schulkinder nach eingenom­mener Mahlzeit.

Die Ausschußmitgliedschast verdankte ich einem der in der vorbereitenden Versammlung im w6af6 Leib- anwesenden Herrn, der mich wegen meiner Eigenschaft als Gewerkschaftler und ehe­maligerÄunte (Handwerksbilrfche) als beru­fen vorschlug, den Belangen der Handwercksbur- schen, soweit deren Appetit in Frage kam, ge­recht zu werben. Das habe ich redlich getan und manchem .Kunden" zu einer zweiten, wenn nicht gar dritten Portion verholfen. Da die Suppe erst nach einer eingehenden Kostprobe durch die diensttuenden Ausschußmitglieder ver­teilt wurde, gelangte ich nach und nach zu einem gewissenSuppenverstand", von dem auch mehre Pflegebefohlenen profitierten. Mein Stell­vertreter in ter durchschnittlich 30 bis 40 Köpfe umfassenden »Kundenabteilung'' war nicht ehren­amtlich tätig, sondern wurde für seine Arbeit, die in Ofenbebicnung, Geschirrspülen, Reinigen der Räume und Im »Servieren" bestand, bezahlt. Es war ein zugereister Oesterreicher, dessen .Willst noch a Suppen?" ich heute noch zu Horen vermeine. Nach Einstellung deS Küchenbetriebs leb'«? er noch einige Jahre als Gelegenheits­arbeiter in Gießen und ist dann wahrscheinlich wieder in dem großen Kundenkreis unterge­taucht.

Daß es bei alledem nicht an Humor fehlte, dafür sorgten eines Sonntags mehrere Studen­ten. Nach reichlichem Frühschoppen stellten sie sich in ter Küche ein. Nach ihrem Begehr gefragt, erflarten sie. sie wollten einmal die jungen Damen bei der Kocherei sehen. .Sunt Poussiere hawe mereve ka Seit",erllär.e der dieAb.ich-t der

verantwortungsreiche Arbeit in Rom, zurückge- lassen haben, geben sich sorglos dem Augen­blick hin.

Und die Frauen schmücken sich mit Veilchen und Mimosen, wir sind ja im Süden, und alles blüht schon. Auch von den Autos Winken Pfirsich- und Schlehdomzweige. Und am Abend entzünden sich die hundert und aber hundert elek­trischen Lampen, die zwischen Lorbeergirlanden versteckt ruhig ihre Seif abgewartet haben, so­lange die Sowie ihr goldenes Zepter schwang, und ter Maskenball ter Eleganz führt alle Tanzlustigen zusammen.

Auch die Maske, durch viele Jahre eifern* streng verboten, kommt im Kanreval wieder zu ihrem Recht. Unb all, dies hat dasDapolaooro" vollbracht, das Feierabendwerk, das berufen ist, im künstlerischen Leben Italiens eine große Rolle zu spielen, im Theater, wo cs Wettbewerbe ver­anstaltet. die viele neue Talente and Licht brin­gen, in kunstgewerblichen Ausstellungen und in allen Dingen, die geistiges Volksgut sind.

Dor ter schönen Barockkirche SraScatt?, werden schlanke, weiße Kerzen vertäust, «Moccoletti, die im Dunkeln angezündet und tu der Hand ge­tragen, von Freunden und Unbetaitnten aus- gelöscht und wieder entzündet werten. Schon Goethe war begeistert von diesem lllloeeollspiel. bas jetzt auch wieder ausgenommen wird. Denn, wenn Rom. die ccnfte Stadt teS Papstes und des Studiums ist, so wollen die kleinen Städte um Rom wie Albano, FraScati. Marino, wo ich eine Hochzeit mit Masken sah. Statten ter Heiterkeit fein, wo man baS Qebcn auf bunte Weise genießt und nicht an die Sorgen deS Morgen denkt.

Ozeansahrien in Konservenbüchsen und auf Holzflößen.

Der neuerdings wieder beliebte Sport, auf klei­nen Seesahrzeugen Segelbooten, ^ohbclbnoten. Flößen große Seereisen zurückzulegen mth wo» möglich Meere zu durchqueren, ist keine Erfindung unserer sportbetonten Seit, sondern hat schon ein­mal, vor nunmehr achtzig fahren, geblüht ruft» ba» bei allerdings recht eigenartige Duften getrieben. Den Anstoß zu diesen ausgefallenen Unternehmun­gen gab ter englische ftqpttnn Notzier, der im Jahre 1849 in einer chinesischen Dschunke von China nach London fuhr, wozu er anderthalb Jahre brauchte. Rößler wurde damit plötzlich ein berühm­ter Mann. Natürlich sanden sich wie immer

Ctibetert afhwnte, fite Aufsicht ftlhvenve.Supp- bireZtor. .ater Supp fbnne se hawe". Prompt legte jeder der Studenten ein Sehnpfennigstück auf den Tisch und bald begann an einem etwas abseits stehenden Tisch das Auslöffeln der von zarter Hand eilige löffelten Suppe. Höchst be­friedigt zogen di2 Studenten nach dem .Distanz­flirt mit Kartofselfuppe" ab.

Mitte März 1880 konnte die Küche ihren Be­trieb einstellen. H <$.

Daten für Mittwoch. 13. Februar

Sonnenaufgang 7.19 Uhr; Sonnenuntergang 17.11 Uhr. Mondaufgang 9.50 Uhr; Monduntergang 21-37 Uhr.

1419: Stiftung der Universität Rostock; 1572: der Goldschmied und Bildhauer Benvenuto Cellini in Florenz gestorben; 1754: der Diplomat Fürst Talleyrand in Paris geboren; 1883: Richard Wagner in Venedig gestorben.

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* Schützt die Pferde! Bei strenoer Kölle müssen die Pferde, wenn sie auf der Strotze hallen, gut zugedeckt werden, damit sie nicht zu sehr frieren, ftiif werden unb sich erkälten. Die Decken fallen sorgsam übergelegt und an den Sellen gut befestigt sein. Flüchtiges Uebermerfen nutzt nicht viel. Da- aegen ist es sehr unvernünftig, die Arbeitstiere schon während des Dienstes mit einer Decke einher- gehen zu lassen. Darunter schwitzt die Haut, und das Tier wird empfindlich. Nur geschorene Pferde müssen im Winter eine Decke haben. Ein sorgsamer Kutscher darf nicht vergessen, über Nacht das Ge­biß der Pferde im Stalle aufzubewahren und vor dem Gebrauch in warmes Wasser zu tauchen, ober mit einem wollenen Tuche warm zu reiben, weil sonst das kalte Eisen an Zunge, Lippen unb Gau­men des Tieres kleben bleibt unb sehr schmerzhafte Beschädigungen der Schleimhaut verursacht, so daß die Tiere ihr hartes, stechendes Futter scheuen. Auf roitterung.gcmäjjen Hufbeschlag muß jetzt auch ge> achtet werden. Bei unebenem Boden, ter mit Eis, ober Schnee bedeckt ist, gehören an die Hufeisen Stollen, von denen die cinschroubbaren H- und Z- Stollen die empfehlenswertesten sind. Ist die Fahr­bahn glatt (Zement, Beton, Alphalt), so verhindern Hufeisen mit Strickeinlagen das Rutschen noch am i besten. Um Pferde, die auf glatten Straßen gestürzt : sind, leichter auszurichtcn, führe man stets Torfmull 1 oder Sand zum Bestreuen des Bodens mit.

" Der Hofhund im Winter. Dieser treue Wächter an der Kette ist durch ein wohlverwahrtes, gut gedecktes Häuschen vor Kälte und Schnee zu schützen. Seine Lagerstätte werbe öfters mit frifdjem Stroh, Decken usw. versorgt und stets warm und reinlich gehalten. Ueber den Eingang hänge man einen dicken Sack ober begL, ter dem Hund das Durchfchlüpsen gestattet, aber der Zugluft den Eintrftt wehrt. Man laste den armen Gefangenen jeden Tag einige Stunden los, damit er sich frei bewegen unb freuen kann. An Futter, bas warm fein muß, bedarf das Tier jetzt ebenfalls mehr als im Sommer. Sein Trinkgefäß werde täglich ge­reinigt und wiederholt mit lauwarmem Wasser ge­füllt. Auch die Umgebung ter Hütte hatte man sauber.

@ i e o e r e i n Gießen. Bei dem am Sams- tagnachmittag auf der Eisbahn an der Mollkeftraße veranstalteten Preislaufen wurden folgende Ergeb­nisse festgestellt: Kunstlauf: Gruppe C, über 18 Jahre: Herren: 1. ft. Rust, 136 P., 2. G. Cante mann, 133, 3. Heinz Loh, 124, 4 Erwin Beuchert, 122. 5. Walter Loh 119 Punkte; Samen: 1. Frl. Will, 133 Punkte. Gruppe B, 11 bis 18 Jahre: Her­ren: 1. Heinz Fischer, 46 P 2. Ferd. Küsters, 44, 3. Rudi Knauß, 43, 4. Otto ftnäufc 41 Punkte: Damen: L Ette Dickelhaupt, 50 Punkte, 2. Dertties Hornberger, 40 Punkte. Gruppe A, bis 10 Jahre: 1. Margot Kübel, 2. Annelene Rauch, 3. Ernst Geiger, A. Wolfgang Habrich, 5. Willi Jakob. Paarlauf: Damen-Herren: 1. Frl- Will-Herr Beuchert. Herren­doppel: 1. Rust-Seipp, 2. H. Loh°W. Loh. Schnell- lauf: GruppeC, über 18Jahre: 1.Seipp, 2.Heinz Loh, 3. W. Loh, 4. Beuchert. Gruppe B, 15 bis 18 Jahre: 1. Rinn, 2. Mewes, 3. Schuhmacher. Gruppe A, 10 bis 14 Jahre: 1. Habrich, 2. Vetter, 3. Koch, 4. Weith: Gruppe A 1, bis 10 Jahre: A. 1. Ingrid Müller, 2. Hilde König; B. 1. Brömer, 2. Habrich, 3. Döpfer.

-CETEtx. eonmn i r«it

bald Nachahmer solcher sensationeller Extratouren, aber da mit einer bloßen Nachahmung wenig Sen­sation zu machen war, strebte der Amerikaner 21r» chibalb Blascar danach, in einem in jeder Weise ungewöhnlichen Fahrzeug den O^ean zu durch­queren. 2lus leeren Konservenbüchsen fabrizierte er ein eisörnftges Schiff, intern die Dosen in zwei Lagen zusammengelötet unb die Zwischenräume mit Pech und leer verbunden unb wasserdicht gemacht wurden. Sehr bezeichnenderweise wurde dieses un­gewöhnliche FahrzeugAmerika" getauft unb, nach­dem die Probefahrt zur Zufriedenheit ausgefallen war, am 10. April 1851 in See gelosten. Blascor beabsichtigte mit seinem Begleiter, dem Steuermann Wilkiens, auf unb in diesem Ei über den Ozean nach Europa zu fahren unb an einem eng lischen Hafen anzulegen. Man hotte die Reise auf sieben Monate berechnet unb sich mit entsprechen­dem Proviant versehen. Nach anfänglich guten Tagen bei günstigem Wind würbe dieilinerifa" bereits nach einer Woa'ie von einem fürchterlichen Sturm heimgcsucht, ter beinahe sechzehn Tage tobte unb das BleäM weit nördlich abtrieb. Dloscars Begleiter wurde so schwer von ter Seekrankheit heimgesucht, baß er cm Herzschwäche starb. Daraus stellte sich eine Windstille ein, die dem nunmehr einsamen Dla- fcar ebensowenig willkommen war. da sie fast einen Ntonat dauerte. Ein neuer Sturm trieb oicAme­rika" gegen die Insel Island, wo sie beinahe an ten Klippen zerschellt wäre. Dann scl-aukette dos unge­füge Fahrzeug zwei Monate lang ouf dem Ozean umher, ohne auf Land ober ein Schiss zu stoßen. Gegen Enbe des fünften Monats landete es auf ter kleinen, unbewohnten, völlig unbewachsenen Insel Nockall, westlich von Schottland, wo sich der aben­teuerliche Seefahrer robmsonhost acht Wochen auf- hielt und von dem in der Sonne gedörrten Fleisch ter Seevögel unb Regenwasser lebte. Als er wieder in See ging, in der Hoffnung, auf zivilisiertes Land zu stoßen, verschluaen ihn heftige Stürm« an die norwegische Küste, bis er endlich, nach elf monatiger Odyssee auf offener See non Hcrinasfischcm auf- gegriffen und nach ter kleinen dänische«: ftasenstabi Sontervig gebracht wurde, wo er infolge ter Ent­behrungen und ausneftanbenen Schrecken mehr tot als lebendig unb mehr trr als bet Verstaute ankvm Merkwürdigerweise hatte die .^Imarita* alle diese Abenteuer bester überftonten; sie diente den Sonder- olger Heringsfischern noch lange als schwbnmender Netzbehälter, nachdem sie ihnen von Balscar ge­schenkt worden war. Der Seefahrer erhielt durch eine in Neuyork eingeleitete öffentliche Sammlung ein Ehrengeschenk von 30000 Dollar, ferner schrieb er ein Buch über feine abenteuerliche Reise in der

Konservenbüchse, das chm weitere 20 000 Dollar einbrachte. So taufte er sich einrichtiges" Schiff und starb 1876 als wohlhabender Mam. Ohne sich durch Dlascars schreckliche Erlebniste obschrccken zu foucr-, unternahm bereits 1853 ter Holländer von Förlingen mit zwei Begleitern eine Ozeanfahrt auf einem dreißig Meter langen Holzsloß mit eingebauter Kajüte. Sein Ziel tna- Amerika, er hat es nie erreicht und man hat nie von ihm gehört; nur Bruchstücke des Fahrzeuges wurden ein Jahr später on ter schottischen Stufte angeschwemmt. 1854 mieterhcllre ein Norweger allein den Versuch, in einem Floß nach Amerika zu gelangen, was chm ebenfalls mißglückte; mitten im Atlantischen Ozean wurde er von seinem, bedenk­lichen Fahrzeug auf einen deutschen Dampfer über­nommen. Stott sich von solchen Unternehmungen abschrecken zu lassen, spornten die bisherigen Miß­erfolge eine Menge Wagemutiger an, sich ten Er- folg zu holen, im Floß ten Ozcan überquert zu ljaben. Eine ganze Reihe von Berfuchen wurden in den nächsten fahren, teils von Amerika, teils mit Europa aus, unternommen, und tatsää)l!ch bticb ter Erfolg nicht aus. Cm echt englisches Unterneh­men war eine Wette, bei ter es sich um nicht weni­ger als um eine halbe Million Mark handeltr. Der Engländer Lord Baltroup fuhr mit zehn Dc- glcifcrn in einem Wftinoerschiif, einer getreuen Kopie eines alten Holzschiffes, von Werdccn nad) Neuyork, n>o er, begünstigt vom Wetter, wohlbe' hatten nach vier Monoton anfam. Sofort kam bte Modo ter Segelbootscchrten über ben Ozean mit. ober erst im Q.ohre 1872 gelang tem Francs«« Ma rvikle die Fahrt über den Ozean. T. F-

Welche SUtte erträgt -er Mensch?

Nansen berichtet von Temperaturen von 30 bis 40 Grad und einmal verzeichnet, er, daß er unb feine Begleiter sich her Minus 50 Grad (^Isius .sehr wohl befanden-. Aber auch bei. un# bc' man anläßlich hon Ballonaussttegmr sehr nto ilrige Tenweraturen _ gut über ft anben» Es übrigens rächt die. Kälte, bte zum Tod des frierens, führt, eS spi^an andere Umstände einc wichtigere- Rolle babev ErschöpfiL Menschen oder solche, dto unter der Einwirkung teS Attobo»- stehen- können bei niedrigen Temperaturen er­frieren, während gesunde auch durch sehr tteft Temperaturen kernen Schaden erleiden. Daß Waffensterben der großen Armee auf dem Rück­marsch von Moskau ist hauptsächlich auf die Er­schöpfung der Soldaten zurückzuführen getoefen.

Oberhessen.

LanvkreiS Gietzeie.

CO Klein-Linden, 11.Febr. Mit einem er­lesenen Programm wartete am Samstagabend im ©aale des Gasthauses .Lur Deutschen Eiche- die hiesige Freiwillige Feuerwehr ihren Mit­gliedern und Freunden auf. Seit Jahren bas erste berartige Wmtervergnügen ter Feuerwehr, erfreute es sich eines recht guten Besuches. Nach Eröffnung ter Feier durch eine gute Musikkapelle begrüßte ter erste Jtomanbant der Wehr, Fritz Müller, die Er­schienenen, besonders auch die Abordnungen ter be­nachbarten Gießener städtischen Freiwrlligen unb Gotischen Freiwilligen Feuerwehr. Aus ter Ge­schichte ter hiesigen Wehr, über die ter erste Kom­mandant einen Rückblick gab, ist ersichtlich, daß die Wehr im Jahr 1895 mit 17 Mitgliedern gegründet wurde. Vier ter Gründer sind noch am Leben unb heute noch treue Glieder der Wehr. Es sind dies Ehrenkommandant Karl Jung. Friedr.' S p e i e r, Ludwig Schaum unb Heinrich User. Die Dor tragsfolge brachte neben einem gut gefDielten ernsten Dreiakter unb einem heiteren Einakter aus den: Berufsleben der Feuerwehr, ter, ebenso wie des erste Stück großen Beifall fand, gute Musikstücke einer erstklassigen Musikkapelle. Eine Verlosung schöner Geoenstante unb ter übliche Tanz schlossen die wohlgelungene Feier.

Allendorf (Lahn), 11. Febr. Am Sams­tagabend hatte der hiesige Turner-Ve.rein e.V. (D. T.) £u feinem diesjährigen Unterhalt tungSabcnb eingeladen. Der Saal der Gast­wirtschaftZur Linde" war gut besetzt. feiner Begrüßungsansprache Hieß der 1. Dor- sitzende Faber die Erschienenen herzllch will­kommen. Sein zum Schluß ausgebrachtes ..Gut Heil" galt bet D. T.. dem Gau Hessen und dem T. V. Allendorf (Lahn). Zwei gutgespielte Ein­akter wechselten mit turnerischen Vorführungen und humoristischen Vorträgen ab, die von den Zuhörern mit großem Beifall ausgenommen wur­den. Der anschließende Tanz hielt die Anwesen­den noch lange zusammen. Vollbefriedigt ver­ließen die Besucher den Saal.

: Beuern, 11. Febr. Auf der hiesigen Rodelbahn ereigneten sich in den letzten Ta­gen zwei UnglückSsälle. Gin verheirateter Mann und ein Schüler kamen mit ihren Schlit­ten zum Stur- und trugen dabei schwere Beinbrüche davon. Ein anderer Mann wurde von einem Schlitten angerannt und am Fuße gequetscht.

° Steinberg, 11. Febr. Am Samstagabend feierte bet GesangvereinJugend­freund" Steinberg unter der Leitung seines Dirigenten Heinrich Köhler sein 41. Stiftungs­fest. Zu Gehör kamen verschiedene gift votge- tragene Chöre, u. a.Sabbatfrühs" undDer DoUSgesang" von Rempler. Der zweite Teil des Programms begann mit einem dreiaktigen Lust­spiels anschlietzsrd folgte ein Lustspiel ht einem Aufzug. Hervorragende Leistungen tourbc-i hier­bei vollbracht. D e Musik wurde von bet Kapelle Heß, Watzenborn, auSaeführt, die ftch nxr- toiegenb aus jungen Musikern zufanunensetzt und gerate in letzter Zett überall Anklang gefunden hat. Der Abend fesselte die Besucher derart, daß man erst in vorgerückter Stunde an ben Heim­gang dachte. Der Verein kann mit dem Erfolg feiner Veranstaltung zufrieden fein.

D Sich. 11. Febr. Infolge Les starken Frostes war der heuttge Diehmarkt (Schweine- und Schafniarkt) nur schwach befahren. Schafe wur­den nicht gehantelt. £ür Ferkel bis zu acht Wochen alt wurden 30 biS 38 Mk.. für solche über acht biS -wöls Wochen 50 bis 62 Tiarf bezahlt. ES verblieb geringer lieber ft anb.

X Lich, 11. Febr. 3n Vertretung deS Su­perintendenten von Oberheffen nahm Dekan G u h m a n n (Kirchberg) Einsicht in den R e - ligivnSunterticht der hiesigen Volls- schule. ES wurden acht Klassen besucht. Selon Gußmann sprach sich am Schlüsse der Einscht- nahme dem Leiter der Schule gegenüber sehr befriedigt über bte gewonnenen Eindrücke aut.

Ebetstadt bei Lich, 11. Febr. Gestern beging als älteste Einwohnerin unseres OrteS, die Witwe des früheren Gemeiilbercchners Gg. Dender L, Frau Marie Bender, geb.