Ausgabe 
11.10.1929
 
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Neue Bücher.

Heren Nationalliberalen und jetzigen Deutschen Volkspartei. Hierbei ging ihm dos Wohl des Vaterlandes über alles: dessen tiefer Sturz nach dem verlorenen Kriege griff tief in sein Leben ein: sein ganzes Denken und Fühlen galt der Mitarbeit an dem Wiederaufbau des heißgeliebten Vaterlandes.

Als Mitbürger war Ludwig Augst in allen Kreisen der ihm zur zweiten Heimat gewordenen Stadt Friedberg allgemein beliebt und geachtet. Vielen Vereinigungen lieh er seine Llnterstützung und Arbeitskraft, und nach Liebertritt in den Ruhestand wirkte sich diese Tätigkeit besonders aus. Unter seinem Vorsitz blühte u. a. die Orts­gruppe des Roten Kreuzes dank seiner unge­brochenen Arbeitskraft zu segensreichem Wirken wieder auf.

Rheinhessen.

Aus Rhein Hessen, 8. Okt. Die Lese der frühen Portugiesertrauben ist allgemein mit der abgelaufenen Woche beendet worden. Es zeigte sich, das; die Reben unter dem strengen Frost des Winters kaum gelitten haben. Der Er­trag war reichlich und von außergewöhnlicher Güte. Es wurden Mostgewichte von 75 bis 85 Grad fest­gestellt. In ausgesprochen guten Lagen überstiegen sie 90 Grad. Trotz des günstigen Ernteergebnisses ist die Stimmung der Winzer sehr gedrückt, weil der Geschäftsgang sehr flau ist. Es wurden nur 13 und 14 Mark für den Zentner Trauben be­zahlt, was etwa dem Vorkriegspreis entspricht. Most kostet pro Stück (1200 Liter) 425 bis 450/Äkark. Die Nachfrage ist gering. Die Lese der späten weißen Trauben hat noch nicht begonnen. Ihr Beginn ist von der Witterung abhängig. Sollten sich noch son­nige Tage einstellen, so düufte sie sich noch um 14 Tage verzögern. Der neue Jahrgang darf in seiner Güt« dem 1921er gleichgestellt werden. Der Säuregehalt ist außerordentlich gering, was für den Ausbau und die Haltbarkeit des Wei­nes bedenklich erscheint. Auch im Obsthandel ist die Nachfrage nicht besonders rege. Dennoch liegen die Preise weit über den ober­hessische n Preisen. Schüttelobst für Wein- bereitung wird hier nicht abgesetzt. Wirtschaftsäpfel werden mit 5 bis 12 Mark, Tafeläpfel mit 15 bis 25 Mark, Tafelbirnen mit 15 bis 20 Mark pro Zentner bezahlt. Es handelt sich dabei um ausge­lesene Ware, die auf den Obstmärkten in und um Ingelheim zum Verkauf kommt.

Wirtschaft.

Oie Lage der Wettgetreidemärkte.

Der der engen Verflechtung der deutschen Ge­treidemärkte mit dem Weltmarkt sind Versor- gungs- und Preislage für Getreide im Ausland für die deutsche Wirtschaft von großer Dedeu- tung. Das Institut für Konjunkturforschung hat in seinem neuesten Wochenbericht eine Unter­suchung über die statistische und technische Lage des Weltmarktes angestellt, wobei unter statisti­scher Lage die reine Versorgungsanlage nach dem Verhältnis der Gesamtvorräte zum Bedarf, und unter technischer Lage das vorherrschende Verhältnis zwischen Angebot und Rachfrage ver­standen ist. Danach wird die Lage der Welt­getreidemärkte zur Zeit noch mehr als früher nicht durch die Dersorgungslage für das ganze Erntejahr, sondern durch den Umstand bestimmt, daß ein außergewöhnlich großer Teil der Iahres» vorräte bereits sehr frühzeitig sichtbar gewor­den ist. Der Preisdruck für effektive Ware, der 'sich daraus ergibt, wird noch dadurch ver­schärft, daß sich ein erheblicher Teil der greif­baren Vorräte in Ländern befindet, die diese nicht durchhalten können. (Rumänien, Deutsch­land und andere mehr.) 3m Laufe des Sep­tember ist die statistische Lage des Weltmarktes für die Verkäufer noch ungünstiger geworden. Den größten Einfluß hatte der Umstand, daß in Argentinien und Australien Regen gefallen ist. Die Dürregefahr ist dadurch in diesen Län- dem aber nicht endgültig behoben. Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika soll sich der spät bestellte Mais durch Regenfälle verbessert haben. Von Bedeutung ist endlich, daß das trockene Wetter in Europa und Kanada es er­möglichte. das Getreide in gutem Zustande zu bergen. Das trocken« Wetter beschleunigte aber auch das Herauskommen der Ware auf den Markt. Hält das trockene Wetter noch weiter an, so kann mit sehr großem Herbstexport gerech­net werden, während in normalen Jahren der größte Teil der Exportmengen erst in dem auf die Ernte folgenden Sommer herauskommt. Der für 1929/30 errechnete Weltexport in Höhe von etwa 21 Millionen Tonnen bleibt stark hinter dem von 1928/29 zurück. Trotz der Annahme ziem-

Rudolf Lämmel: Die moderne Raturwissenschaft und der Kosmos. Vollsverband der Bücherfreunde, Wegweiser- Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. (420) Von den Sagen über die Weltschöpfung aus­gehend, schildert Lämmel das Erwachen wissen­schaftlicher Einsicht in den Jahrhunderten Her­ders, Goethes, Humboldts, Darwins, und macht die Grundfragen der modernen naturwissenschaft­lichen Begriffsbildung allgemeinverständlich. Der Wissenschaftler sowohl als auch vor allem der Laie erhält aus diesem interessanten Buch« einen klaren Lleberblick über die Zusammenhänge zwi­schen den neuesten Problemforschungen der Ra­turwissenschaften und der Philosophie, aus denen sich gegenwärtig eine neue Weltanschauung, eine neue Raturphilosophie entwickelt, die mit den Ramen Einstein und Planck, Schrödinger und Heise, Eddington und De Droglie hervorragende Bedeutung erhält. Gedanken von Mach und Dergson, Hartwig und Driesch werden in selb­ständiger Darstellung entwickelt und fortgeführt. Das Werk eröffnet die neu eingeführte wissen­schaftliche 3ahresreihe des Volksverbandes der Bücherfreunde. Vorbildlich ausgestattet, in Halb­leder gebunden, kostet es nur 2,90 Mark.

Rudolf Hensel: D i e Reue Welt. Ein Amerikabuch. Verlag 3akob Hegner, Hellerau bei Dresden (265). Es ist überraschend, wie in den letzten 3ahren die Amerikaliteratur an­wächst. Man scheint zu vergessen, daß heutzutage eine Reise über den großen Teich absolut zu den Alltäglichkeiten gehört, aber immer noch fühlen unsere deutschen Reisenden das Bedürfnis, ihre Eindrücke von drüben, und wenn sie auch nur in wenigen Monaten oder gar Wochen gesammelt sind, in dicken Büchern niederzulegen. Diel Reues kann dabei natürlich nicht herauskommen, wenn nicht in besonderen Fällen der Verfasser Spezial­studien getrieben hat. Das ist bei dem vorliegen­den Buch kaum der Fall gewesen. Der Ver­fasser ist Versicherungsfachmann und ist zweifellos gut vorbereitet hinübergegangen. Er hat dann das unternommen, was die Amerikaner einen tri£ nennen. Er hat viel gesehen und gehört und vielleicht noch mehr gelesen und daraus ein Duch zusammengestellt, das sich sehr flüssig und amüsant liest, aber doch, vielleicht abgesehen von dem Kapitel über amerikanisches Versicherungs­wesen, kaum etwas Reues bietet.

lich großer Endbestände in Nordamerika erscheint es fraglich, ob die errechneten Exportmengen nicht den normalen Bedarf der Einfuhrländer übersteigen werden, denn angesichts der guten Ernten und der großen Anfangsbestände wird der Einfuhrbedarf Europas wahrscheinlich klein blei­ben. Ein Ausgleich dafür, möglicherweise auch kein voller, kann aber von Außeneuropa erwartet werden, das eine rege 3mporttätigkeit aufweist.

C&ei allen Getreidearten zusammengenommen scheinen die Gesamtbestände durchaus nicht über­mäßig groß zu sein, wobei die Brotgetreide- Vorräte wohl reichlicher sind, als die Vorräte an Futtergetreide. Bei solchen Beständen erscheint em Preis für Plataweizen von unter 12 hfl. je 100 Kilogramm unverhältnismäßig niedrig. Die große 3uli-Einfuhr nach Deutschland und das günstige Erntewetter haben es verhindert, daß der De r m ah lu n g sz w a n g den deut­schen Weizen auf Weltmarktparität gebracht hat. Die Vorschriften über den Vermahlungszwang sind daher zwischen dem 1. Oktober und 30. Ro- vember weiter verschärft worden.

* Der deutsch-französische Waren­austausch vom Januar bis August. Die Journs' Industrielle" veröffentlicht die Einzel­statistik des französischen Außenhandels. Danach sind in den ersten acht Monaten des Jahres 1929 nach Frankreich deutsche Waren im Werte von 4172593000 Franken eingeführt worden, gegen 3 046 232 000 Franken in der gleichen Periode des Vorjahres. Der Wert der französischen Ausfuhr nach Deutschland belief sich in den ersten acht Monaten d. I. auf 3148 076 000 Franken gegen 3 825 052 000 Franken in den ersten acht Monaten des Vorjahres.

* Horch-Werke A. -G Zwickau. Die Verwaltung der Horch-Werke A.-G., Zwickau, hat mit den Arbeiter-Betriebsvertretungen eine Vereinbarung getroffen, derzufolge eine Ein­schränkung des Betriebs <auf vier bis fünf Wochen erfolgen wird. Rund 1000 Arbeiter werden vorn 18. Oktober ab zur Entlassung kommen. Die Ein» schränkungsmaßnahme wird bis Ende dieses Mo­nats durchgeführt werden. Vom 17. Rovember soll dann die Wiederaufnahme der Arbeit er­folgen. Von den Einschränkungsmahnahmen wer»

Dr. Gustav W. Eberlein: Der Weg zum Kapitol. Der Faszismus als Bewegung. Ganzleinen 4,50 Mk. Duchverlag Scherl, Ber­lin SW 68. (395) Der Verfasser ist den Lesern desGießener Anzeigers" durch seine ausge­zeichnete Berichterstattung seit vielen Fahren be­kannt. Er ist zweifellos einer der besten Kenner des modernen Italiens. Sein neues Buch über den Faszismus ist deshalb von ganz besonderem Wert, weil es aus genauer Sachkunde heraus das Werden der faszistischen Bewegung schil­dert. Wir Deutsche hatten in den für Italien entscheidenden Jahren des Kriegsendes andere Sorgen, als unser Interesse auf die Vorgänge jenseits der Alpen zu lenken. So ist es uns meist entgangen, in welch kritischer Phase sich das kon­stitutionelle Italien in den Jahren 1918/19 be­fand. Mindestens so sehr wie bei uns pochte der Bolschewismus an die Tore Roms, nicht minder gefährlich war das versagende ©clbftDertrauen des italienischen Volkes nach den schweren Rieder­lagen in Oberitalien und nach einem Friedens­schluß, der die hochgespannten Erwartungen der Italiener, soweit sie auf Fiume, Dalmatien und ein afrikanisches Kolonialreich gerichtet waren schwer enttäuschte. Hier setzte Mussolini ein. Daß es ihm gelang, die letzten Kriegshandlungen, den vittorio veneto seinem Volke als den größten Sieg der Weltgeschichte insGedächtnis zu hämmern und damit das historische Gespenst des sinkenden Rationalstolzes zu verscheuchen, war seine erste staatsmännische Tat und ist eine seiner größten geblieben. D'Annunzios Zug nach Fiume wurde erst nach drei Jahren durch Mussolinis Annexion sanktioniert. Eberlein gibt dann eine außerordent­lich klare und einleuchtende Darstellung der inner­politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Italiens der liberalen Aera, aus denen die bol­schewistische Gefahr, aber auch die faszistische Be­wegung, erwuchsen. Die zweifellos imponierende Gestalt des Duce wird ohne Schönfärberei auf Grund eigenen Erlebens dieser eigenartigen Per­sönlichkeit dem Leser nahegebracht. Wir kennen kein zweites Duch, das das Italien des Faszis­mus besser begreifen ließe.

Friedrich Gundols: Lessing. Red« zum 22. Januar 1929. 22 Seiten 8°. Preis 1,25 Mk. Weiß'sche Unioersitätsbuchhandlung, Heidelberg, 1929. (263).

den vornehmlich die Produktionsabteilungen be­troffen, während die Betriebe der Abteilungen Werkzeugbau und Reparatur, sowie die Ver­suchsabteilung mit zusammen über 600 Arbeitern von der Einschränkung nicht berührt werden.

* Maschinenfabrik Gritzner A.-G.,D u r - l a ch. Wie von der Verwaltung mitgeteilt wird, ist das Werk in seiner HauptabteilungNähmaschinen" zur Zeit befriedigend beschäftigt, und es liegen für die nächste Zeit noch gute Aufträge vor. Der Ge­samtumsatz in allen Abteilungen bis Ende September 1929 steht nur wenig hinter dem im gleichen Zeit­raum des Vorjahres zurück.

* Deutscher Eisenhandel A.-G. Die Ge­sellschaft hat, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, die aktienmaßige Beteiligung an der Polnisch-Danziger Eisenkonzern A.-G. und die Beteiligung an der Dan­ziger Eisenhandels G. m. b.H. mit erheblichem Buch- gewinn an einen polnischen Großinteressenten ver­kauft.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 11. Okt. Tendenz: fester. An der heutigen Börse schritt die Konsolidierung der Borsenverfassung fort, und die Ten- denz war allgemein zuversichtlicher und fester. Die Deckungen der Spekulation bewirkten im Zusammenhang mit Kauforders, die vom Publi- kum und von Auslandseite Vorgelegen haben sollen, auf fast allen Märkten Kurserholungen von 1 bis 3 v. H. Die weiter feste Haltung der Neu- yorker Börse und der Rückgang der dortigen Mak­lerdarlehen boten der Aufwärtsbewegung der Kurse eine Stütze. Auf verschiedenen Märkten war das Geschäft etwas lebhafter, als an den Vortagen. So namentlich am Elektromarkt, an dem A E G., Licht und Kraft, Elektrische Lieferungen, Gesfürel, Schuckert, Siemens usw. bis 3,5 v. H. anzogen. I.- G.-Farben gewannen bei reger Umsatztätigkeit 2,25 o-H- Größere Nachfrage bestand ferner nach Kali- afhen. Westeregeln lagen 3 v. H., Aschersleben 3,25 0.5). und Salzdetfurth 4,5 v. H. höher. Montan- wert« waren trotz des leichten Rückganges der Roh­eisengewinnung und der Zunahme der Feierschich­ten im Ruhrkohlenbergbau durchschnittlich 1 bis 2 v. H. gebessert. Glanzstoff konnten sich gegenüber bem Abendbörsenkurs 2 o. H. erhöhen. Am Banken­markt waren Reichsbankanteile plus 2 o. H. gefragt.

Am Schiffahrtsmarkt waren Hapag 1,5 v. H., Lloyd 0,75 v. H. erhöht. Der Bauunternehmungsmarkt blieb vernachlässigt, bei kaum veränderten Kursen. Autoaktien lagen wieder uneinheitlich, Kleyer 1 v H. fester, Daimler etwas gedrückt. Zellstoffwerte lagert 1 bis 1,5 v. H. fester. Deutsche Anleihen zogen et­was an. Von Auslandrenten waren Türken und Anatolier gefragt und fester. Im Verlaufe blieb die Stimmung bei stiller werdendem Geschäft freund­lich. Regere Nachfrage erhielt sich nach Elektro- werten. Schuckert gewannen erneut 2 v. H., Sie» mens plus 3 v. H., Farben waren behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas stärker gesucht, so daß eine Erhöhung des Satzes auf 7 v. H. vorge- nommen wurde. Am Devisenmarkt nannte matt Ikarf gegen Dollar 4.1910, gegen Pfund 20,403, London gegen Kabel 4,8658, gegen Paris 123,94, gegen Mailand 92,97, gegen Madrid 32,7750.

Berliner Börse.

Berlin 11. Okt. Auch heute hielt die freundliche Stimmung an, wenn auch Oie Kursgestaltung zu Beginn nicht ganz einheit­lich war. Die Spekulation schritt wieder zu Deckungen, auch vom Publikum Ionen einzelne Kauforders vor, denen an einigen Märkten auch Abgaben, jedoch nicht erhebliche, gegenüberstan- den. Im großen und ganzen waren die ersten Kurse 1 bis 2 Proz. nach beiden Seiten ver­ändert. Die Besserungen waren aber doch in der Mehrzahl. Die gestrige feste Aeuhorker Börse, die anhaltende Gelderleichterung und der erst­malige Rückgang der Maklerdarlehen dort befrie­digten natürlich. Der Monatsbericht der Dresdner Bank ist ebenfalls überwiegend optimistisch ge­halten. Lieber die I.-G. lagen wieder günstige Rachrichten vor. Die in der heutigen Morgen­presse veröffentlichte Nachricht über die Zünd- holzanleihe, die kurz vor dem Abschluß stehen soll, wurde lebhaft besprochen und gut ausgenommen. Kunstseidenwerte waren 4 bis 6 Prozent schwächer. Dagegen Svenska 3,50 Mark fester, zumal auch aus London festere Meldungen Vorlagen. I.-G.-Farben konnten sich leicht be­festigen. Auch Kaliwerte waren gebessert. Deut­sche Anleihen waren unverändert. Ausländer lagen nicht einheitlich. Pfandbriefmarkt ruhig und gehalten. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 6,5 bis 9 Proz.. Monatsgeld 9,25 bis 10,5 Proz., Warenwechsel 7,75 Proz. etwa. Aach den ersten Kursen wurde das Geschäft etwas lebhafter, und es ergaben sich im all­gemeinen Besserungen von 1, vereinzelt 2 Proz. Svenska, Salzdetfurth, Rheinische Braunkohlen und Demberg waren bis 3 Proz. fester. Später wurde es wieder etwas ruhiger, doch konnten sich die Kurse behaupten.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Am Montag, 14. Oktober, fällt der FrankfurterSchlachtviehmarkt infolge oes israelitischen Feiertages aus. Der nächste H aup tm a rk t findet am Dienstag, 15. Ok­tober, statt.

Berliner Produktenmarkt.

D e r l i n, 10. Okt. Die Produktenbörse eröffnete auch heute in sehr ruhiger Haltung. Vorn Aus- lande lagen etwas festere Meldungen vor, Äb- fchlüsse in Auslandweizen blieben jedoch auf ein Mindestmaß beschränkt. Das Angebot von In- landweizen aus erster Hand war weiterhin ziem­lich mäßig und sand bei hiesigen Mühlen zu gestrigen Preisen Llnterkunft. Roggen bleibt da­gegen vernachlässigt. Für das reichliche Angebot in Kahn» und Waggonmaterial nichtmärkischer Provenienz waren gestrige Gebote nicht mehr zu erhalten und nur märkische Waggonware war aus Grund von Stühungskäufen im Preise etwa behauptet. Am Lieferungsmarkt kam anfangs nur Dezemberweizen zur Notiz, der 0,50 Mark höher einsehte, Roggen stellte sich in den späteren Sich­ten 0,50 Mark niedriger. Weizen- und Roggen­mehle haben zu unveränderten Preisen kleines Konsumgeschäft. Hafer wird infolge nachlassender Exportnachfrage am hiesigen Platze etwas reich­licher angeboten, die Gebote lauten niedriger. Gerste in ruhigem Geschäft. Es notierten für je 1000 kg: Weizen, märf., 235 bis 237 (ruhig), Okt. 249, Dez. 259 bis 259,50, März 269; Roggen, märf., 182 bis 186 (ruhig), Okt. 196, Dez. 204,50 (Brief), März 214,50 bis 214; Braugerste 196 bis 216 (ruhig)' Futtergerste 172 bis 188 (ruhig); Hafer, märf., 173 bis 183, Dez. 194,50 bis 193,50 (ruhig), März 208 bis 207: Mais, La Plata, 204 bis 205 (ruhig): für je 100 kg: Weizenmehl 28,50 bis 33,75 (still); Roggenmehl 24,50 bis 27,25 (matt); Weizenkleie 11,60 bis 12,25 (still); Roggenkleie 10,50 bis 11 (still); Rapskuchen 18,50 bis 19; Leinkuchen 24,30 bis 24,60; Trockenschnihel 11,60 bis 11,80; Sojaschrot 19,80 bis 20,20; für je 50 kg: weiße Kartoffeln 1,90 bis 2,20; rote Kartoffeln 2,20 bis 2,60; gelbe Kartoffeln 2.50 bis 2,70; Fabrikkartoffeln 9 bis 10; Kartoffel­flocken 15,80 bis 16,40 Mark.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinssuß 8,5 Prozent.

Datum

7,4

Danknoten.

8

®ie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an.

7,15

7,15

7,35

5

6

IS 6 V 6

. 7 . 7

. 7 . fi . 7 6Vi 10 . 6 7,2

21,5

2,05

7,3

4% Rumänen amtiert. Rte. . . . V/i% Rumänen (BolbanL von 1919

16/, lu 10 15

27,5

3

2

22,4

7,3

7,35

. 8 . 0 ey, 10

. ö . 9

io 10

?y, io io

. Ü U) 11 10

. 8 10

27.6

2,95

2

22,5

4% Türk. KoUanleihe ti. 1911 . .

<%_ TÜMsche Bagdadbahn-Anl.,

7,35

7,3

7,25

14,4

4% Schweiz. BundeSb^Aal.. . . 4% Oestcrreichische Goldrte.. . . 4,20% Dcfterr. Silberne.....

4% Oesterreich, einheill. Rte. . . 4% Ungarische Goldrte......

4% Ungarische StaatSr. ti. 1910 . 4yz% deögl. von 1918.....

4% Ungariiche Kronenrte

Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.

Telegraphisch« Auszahlung.

2

7,4

Allg. Deutsche Eisenbabn . Hamburg-Amerika Paket . Hamb.-Eüdam. Dampssch. Hansa Dampfschifs .... Norddeutscher Lloyd . . . Mg. Deutsche Eredstallst. . Barmer Bankverein . . . Berliner HandelSgesellsch. . Commerz, und Privat-Ban! Darmst. u. Nationalbant . Deutsche Bant.....

Dietoalv-Gejellschast Ant.. Dresdner Bant .....

MelaMwt. ..... Reich-tzaM.......

Serie I. . . .

4% deSgl. Serie 11

A.E.G..........

Bergmann ....... Elektr. Lieferungen. . . . Licht und Kraft . . . . . gelten L Guilleaume. . . Ges. s. Elektr. Untern.. . . Hamb. Elektr. Werte . . . Rhein. Elektr.......

Cchles. Elektr Schuckert . Siemens & Halske . Transradio . ...... Lahaseyer »So.. . . . .

Buderus......

Deutsche Erdöl . . . .

Essener Steinkohle . .

Gelsenkirchener . . .

Harpen er...... .

Hoesch Eisen. ...... Ilse Bergbau ..... Klöcknerwerte ..... Köln-Neuessea......

Mannesman» ManSfeider.......

Oberschlej. Eisend. Bedarf. Oberschlei. KoUwerke. . . Phönix Bergbau.....

Rheinische Braunkohlen. . Rheinstahl ... . . . . Riebeck Montan.....

Bereinigte Stahl». . . Otavi Minen ..... Halt AcherSlebea . . . . Kali Wrsleregel».....

Kaliwerk Salzdetfurth . .

I- ®. Farben-Illdustrie . . Dynamit No

Echeideanstalt. . . , '6 Goldschmidt ..... RütgerSwerke ..... Metallgefellichaft

Frankfurt a M.

Berlin

Schluß.

1-Uhr

Schluß.

Ansang»

Kurs

Kurs

Kurs

Kurs

Datum

10.1).

11.10.

10.1t.

11.10.

6% Dt. RetchSanIeihe v. 1937 .

Dt. Anl.-Ablös.-Schuld mit AuL-

87,5

87,5

los.-Rechten.........

53,2 9,5

_

53,2 9,55

DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bt. Goldpf. mu

9,65

9,6

kündbar bis 1932.......

85,5

_

_

4%% Rheinische Hyp.-Bank 8Iqu-

Goidps............

76,3

A.E.G. aba. BortriegS-Obltgation., rückzahlbar 1932 ......

88,5

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß»

1-Uhr

Schluß-

Anfang.

Kurs

Kurs

Kurs

Kurs

10.10.

11.10.

10.10.

1 11.10.

182

185

182,25

183,5

209

208

207

166,5

170

167

168

184

187,5

182,5

184,5

126

125

124,25

180

181,5

179

181,13

131

145

144,75

173,65

175,75

201,5

204,5

201,5

202,6

350

352

348,5

348,5

136,75

134,75

171

169,5

68

67

67

107,5

107,75

134,5

135

135,75

136,75

136

135,6

140

142

140,5

140,5

122,5

216

217

215

111

110,25

109,75

118,9

118,75

105

106,4

105,25

106

129,5

129

127,75

74

73

99,13

99,9

103,75

104,75

103,9

104,25

265

265

264,75

264,5

110,25

112,5

110,13

110,5

114,5

111

112

111,5

111,75

67,5

67,75

223

226,25

223

224

228

231

228,5

231,5

367

371,5

366,25

367,75

198,4

200,75

197,75

198,5

93,5

146

-

68

69,13

67,75

75,5

76,75

75,25

75,75

121,5

121,9

121

Frankfurt a M.

Berlin

Schluß- Kurs

1-Ühr Kurs

Schluß. Kurs

Anfang Kurs

Datum

10.10.

11-10-

10.10.

11.10.

Philipp Holzmann.......

Heidelberger Eeineat.... 10

Eement Karlstadt.....10

Wayß & Freitag.......8

Schultheis Patzenhofer ... 16

Osiwerke........ . 12

Ber. Glanz stoss......18

Bömberg.........14

Zellstoff Waldhof .... 13% Zellstoff Aschaffenburg ...

Charlottenburger Wasser ... 8

Dessauer Gas........9

Daimler Motoren......t

Deutsche Majchinen-Fabrtk . . , Adlerwerte Klever......o

Ludw. Loewe.......10

Nat. Automobil ....... t

Orenstein » Koppel ..... 6

Leonhard Tiey ...... 10

Bamag.Megum ....... 0

Franks. Maschinell ...... 4

Grivner...... 6

Heyiiaensiaedt.......o

HunghanZ..........6

Lechwerte. . ........ 8

Malntraftwerte ...... 8

Miag...........io

Nekarsulmer ........ 8

Gebr. Roeder ...... io

Boigt » Haesfuer......9

Südd. Zucker.......10

91 123,5 171 89,5

281 221

143

37

47

51 106,4 106,5

125

105 222 153,5

1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 « 1 1 115 11 1 1 S-

91

89,5

283

220

289,5

225,25

218

142

96,25

177,5

37,25

48

37

178,75

76,9

183,5

47

48

124,5

222

153

91

285

220,5

283

221

219

96,75

178

38

48,75

37

180

77,25 184,25

124,5

Berlin, 10. Oktober

Geld

Brief

französische Noten.....

16,43

16,49

Holländische Noten......

168,06

168,74

Italienische Noten ......

Norwegische Noten......

Deutsch-Oesterr, ä 100 Kronen

21,93

22,01

111,73

112 17

58,80

59,04

Rumänische Noten......

2,48

? fin

Schwedische Noten ......

112,08

112.52

Schweizer Noten .......

80,82

81,14

Spanische Noten.......

62,06

62.30

Tschechoslowakische Noten . .

12^35

12,41

Ungarische Noten.....

72,90

73,20

10. Oktober

11. Oktober

Amtliche Geld

Dotierung Bries

Amtliche Notierung

Geld l Briet

Amft.-Rott.

168,43

168,77

168,46

168,80

Buen. AireS

1,758

1,762

1,758

1,762

Brss.-Antw-

58,43

58,55

58,415

58,435

Chrisiiania.

111,87

112,09

111,91

112,13

Kopenhagen

111,91

112,13

111,93

112,15

Stockholm . HelsingforS.

112,33

112,55

112,30

112,52

10,527

21,929

10,547

21,965

10,521

10,541

Atollen. . .

21,925

21,965

London. . .

Neuyork ..

20,376

20,416

20,378

20,418

4,1885

4,1965

4,1880

4,1960

Paris....

16,43

16,47

16,435

16,475

Schweiz ..

80,935

81,095

80,945

81,105

Spanien. .

62,19

62,31

62,19

62,31

Japan . . . Rio de Jan.

2,002

0,498

2,006

2,002

2,006

0,500

0,498

0,500

Dien in D-»

Oest. abgeft.

58,88

59,00

58,86

58,98

Prag . . . .

Belgrad . .

12,395

12,415

12,394

12,414

7,387

7,401

7,387

7,401

Budapest. .

73,08

73,22

73,06

73.20

Bulgarien .

3,032

3,038

3,032

3,038

Lissabon . .

18,82

18,86

18,80

81,59

Danzig. . . Konstantin.

81,41

2,010

81,57

2,014

81,43

2,005

18,84

2,009

Athen. . .

5,435

5,445

5,435

5,445

Canada . .

4,148

4,156

4,141

4,149

Uruguay. .

4,096

4,104

4,096

4,104

Cairo - .

20,89

20,93

20,895

20,935

. 4K . . 7

117,5

119,25

117,5

118

. . 8

178,5

. 10

157

157

. . 8

110,13

110,9

110

110,75

. 10

123,75

124,25

124,75

. 10

123

123,13

124-h

. 12

200

201

200,25

. 11

173,75

173,75

173,75

262,5

173,75

. 12

268

262,5

. 10

162,25

163,25

162,25

162,25

162,5

. 10

162,25

162,5

162,5

. . 8

157

157

156,75

157

. 12

287

288,5

285

285,5

Berlin, 10. Oktober

Geld

Brief

Amerikanische Noten ..... Belgische Noten ........ Dänische Noten ........ Enalisch« Noten........

4,172

58,18

111,68

20,35

4,192

58,42

112,12

20,43