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Oberheffen.
Landkreis Gießen.
a. Klein-Linden, 9. Oft. Ein Wiener Kunstgenuß wurde unserer Bevölkerung mit dem Konzert der Darmstadt er Musikanten» gilbe in unserer Kirche geboten. Die Veranstaltung war aus unserer Gemeinde, in der die Kirchenmusik in einem Maße gepflegt wird wie nur in wenigen Orten von der Größe unferes Dorfes, außerordentlich stark befuchl. Die Darbietungen, geistliche Lieder, einige Kanons, Motetten uno Choräle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, waren Gipfelleistungen auf dem Gebiete der geistlichen Mufik und hinterließen tiefen Eindruck bei den andächtig laufchenden Zuhörern. Das Konz?rt war ein voller Erfolg für den Dirigenten und feinen Chor, wie auch für den- Solisten an der Orgel.
• Leihgestern. 10. Oft. Der Tur n-Der- cin von 1893 hielt fein diesjähriges Ab - turnen im Garten seines Dereinslokales ab, das sich eines guten Besuches erfreuen konnte. Unter der Leitung des Turnwartes Wilhelm Laux fanden die gemeinsamen Freiübungen der Turner und Turnerinnen statt, die allgemeinen Anklang fanden. Die älteren Turner veranstal- teten ein Schauturnen, für die Schülerabteilung fand ein Preisturnen statt, das nachstehendes Ergebnis hatte: Oberstufe: 1. ©ieg Richard Laux mit 89 Punkten, 2. Karl Rech 88 P., 3. Willi Wardega 79 P., 4. Karl Seel 78 P., 5. Erwin Schmidt 76 P., 6. Willi Held 65 P.. 7. Karl Wagner 63 P. Unterstufe: 1. S.eg Walter Laux mit 82 P-, 2. Robert 3ung 70 P., 3. Richard Arnold 64 P., 4. Richard Faber 60 P.. 5. Ewald 11 Im 55 P. Der verdiente Turnwart W i l h. Laux, unterstützt durch die Turner Richard Belten und Richard Laux, hat eine Damen-Abteilung ins Leben gerufen, die jetzt erstmalig mit Freiübungen und Geräteturnen an die Öffentlichkeit trat. Wie schwer es ist, aus dem Lande das Frauenturnen in Gang zu bringen, kann nur der ermessen, der mit den Verhältnissen auf Land orten vertraut ist. Rach dem Turnen hielt der Tanz die jüngeren und älteren Mitglieder noch lange beisammen. Möge dem Verein, der durch die unermüdliche Tätig- feit seines Ehrenmitgliedes Diehl und des Vorstandsmitgliedes Eiss wieder der Deutschen Turnerschaft zugeführt worden ist, eine ruhige Weiterentwickelung beschieden sein. Der D.T. hat der Verein seit seinem Destehen schon ein- mal über 25 Jahre angehört.
V Mainzlar, 9. Oft. Am Sonntag hielt der hiesige Turnverein, der im Lahn-Düns- berg-Gau" dem Allgemeinen deutschen Turnerbund angeschlossen ist, fein diesjähriges Ab - turnen. Die Wettfämpfe, die verbandsoffen waren, wurden bei guter Beteiligung morgens im Gerätekampf und volfslümlichen Hebungen ausgetragen, während am Rachmittag Stafetten- läufe und Faustballspiele abwechselten. Bei der Preisverteilung erhielten: im Gerätekampf'. 1. Preis mit 164 Punkten W. Bittendorf, 2. mit 160 Erich Vogel, 3. mit 159 L. Fuchs, 4. mit 157 Werner Schmulbach, 5. mit 152 Anton Wagner. 3m volkstümlichen Wettkampfe erhielt: 1. mit 110 W. Vogel, 2. mit 105 L. Zecher, 3. mit 99 P. Hans Pauly und den 4. nut 95 Peter Schürfes. 3n der Unterstufe erhielt den 1. Pr. mit 107 P. Ernst G r ö l z , 2. mit 97 Anton Wagner, 3. mit 96 Werner Sch m ulb a ch , 4. mit 88 Hrch. Kehr und den 5. mit 82 Karl Müller. 3m 800-Meter-Lauf erhielt den 1. Pr. Aug. G l a 11 h a a r, Rordeck, 2. Hermann H i l l e b r e ch t, Ruttershausen. 3m 1500-Meter- Lauf: 1. Pr. Ludwig Felde, Staufenberg, 2. Hermann Hillrbrecht, Ruttershausen. 3m 1500-Meter-Laus (3ugend): 1. Pr. Hans Krämer, Ruttershausen, 2. Willi Dehnert, Rordeck. 3m 3000-Meter-Lauf: 1. Pr. Hans Pauly, Mainzlar, 2. Hans Krämer, Ruttershausen. Bei der 4X100-Meterstaffel siegte die Mannschaft des Turnvereins Ruttershausen, während bei den Faustballspielen in der A-Klasse die Mannschaft des Turnvereins Allendorf Lda. , und in der 3ugendflasse die des Turnvereins Rordeck den Sieg für sich verbuchen konnten. Der erste Sprecher des Vereins richtete beherzigenswerte Worte an die Turner und forderte sie auf, gerade in der jetzigen Zeit mehr denn je zur Sache 3ahns zu stehen.
69 Lich, 10. Ott. Das Wohnhaus und die Stallungen des verstorbenen Geheimrats Hofrat Dr. mea. Stamm gingen in den Besitz der
Das neueFmanzamtsgebäude in Grimberg.
+ Grünberg. 10.Ott. Im Laufe des Septembers wurde hier das neue Finanzamtsgebäude feiner Bestimmung übergeben. Das massive, aus Stein und teilweise Beton erbaute Gebäude, mit einer Frontlänge von etwa 30 Meter und einer Tiefe von etwa 15 Meter, an der Theo-Kochstraße vor ihrer Einmündung in die Gießener Straße gelegen, bietet sich mit seinem gelben Kleide dem Blicke des Beschauers als ein Monumentalbau dar, der vier ausgebaute Stockwerke umfaßt. Zwar ist der Zugang noch nicht ganz in einwandfreiem Zustande, denn dieses Stück der Theo-Kochstraße, sowie der Platz, auf dem das Gebäude steht, sind Teile des Gallmarktplahes und waren so tief gelegen, daß bei der nach Westen zu vorgenommenen Verbreiterung des Gallmarktplahes sämtliche abgetragene Erde zur Auffüllung dieser Stelle benötigt wurde. Mittlerweile ist aber die 3nstand- setzung der Theo-Kochstrahe vom Gemeinderat beschlossen worden, und so ist wohl zu hoffen, daß bald der Zugang zu dem Gebäude in passierbaren Zustand kommt.
Während seither das Finanzamt und die $i" nanzkasse in zwei Gebäuden untergebracht waren, die räumlich weit auseinander lagen, vereinigt das neue Gebäude beides in sich. Abgesehen von zwei Dienstwohnungen, im Erdgeschoß, die eines Steuerwachtmeisters und im zweiten Stock die des Amtsvorstandes, sind sämtliche Räume fürDienst- zwecke eingerichtet. Das Gebäude besitzt eine Zentralheizungsanlage, die von zwei Dampfkesseln gespeist wird, sämtliche Zimmer und Gänge weisen Linoleumbelag auf. 3m Erdgeschoß, gleich am Eingang, befindet sich links das Zimmer für die Auskunft, auch ist hier die Telephonzentrale. Der hier seines Amtes waltende Steuerwachtmeister, dessen Wohnung in der rechten Hälfte
des Stockes liegt, hat neben der Auskunftserteilung die Bedienung der Telephonzentrale wahrzunehmen. Weiter befindet sich in diesem Stock noch die Kasse. Dieser Raum ist wohl der größte des ganzen Hauses; er beansprucht die ganze Dreitenausdehnung an der linken Seite, so daß er von drei Seiten Licht empfängt. Der Eintritt erfolgt durch eine doppelte Flügeltür; ein tischbreiter, etwa ein Meter hoher Aufbau schließt nach drei Seiten den Raum für die Steuerzahler von den hier beschäftigten Beamten ab. Direkt anschließend ist ein Zimmer für den Kassenleiter. 3m ersten Stock, der nur Dienfträume enthält, durchzieht ein breiter Flur in der Mitte das Gebäude feiner ganzen Länge nach. Sämtliche Zimmer münden auf den Flur, außerdem find die Räume, in denen die zusammengehörenden Steuern bearbeitet werden, nochmals miteinander verbunden. Sv enthält dieser Stock drei Hauptabteilungen: 1. Reichssteuern, 2. Umsatz- und Lohnsteuer, 3. Landessteuem. 3ede dieser Abteilungen ist auf mehrere Zimmer verteilt. Der zweite Stock enthält in feiner einen Hälfte Die Räume für Grunderwerbssteuer, außerdem je ein Zimmer für Schreibmaschinen und Vervielfältigungsapparate und einen großen Sitzungssaal, in dem die Steuerausschüsse tagen. Die übrige Hälfte dieses Stockes ist als Dienstwohnung für den Amtsvorstand eingerichtet. Der dritte Stock (Dachstock) besitzt ebenfalls vollständig ausgebaute Zimmer, die jederzeit bei einer nötig werdenden Vergrößerung in Gebrauch genommen werden können. Vorläufig werden hier die alten Akten aufbewahrt.
Begonnen wurde mit dem Bau im Herbst 1927, so daß bis zu seiner Fertigstellung annähernd zwei 3ahre gebraucht wurden.
Handelsleute Gebrüder Julius und Ludwig Bamberger, früher in Mufchenheim, über.
Bellersheim, 10. Oft. Der hiesige O b stund Gartenbauverein, der vor 3ahres- frist gegründet wurde, veranstaltet am kommenden Sonntag seine erste Ob ft au d ft eHung im Saale der Gastwirtschaft Angermüller. Hm den Forderungen des kaufenden Publikums Rechnung zu tragen, soll ein großer Teil des zur Ausstellung gelangenden Obstes in die Einheitslisten des Reichsverbandes des Deutschen Gartenbaues verpackt werden. Aus diesem Grunde wird soeben unter Leitung von Obstbauinspektor En kl er beim Landwirtschaffskammerausschuß Gießen ein kleiner Obstverpackungskursus abgehalten. Der junge Verein hat in Diesem 3ahre bereits Vorbildliches in der Baumpflege geleistet. Besondere Hnterstühung wird ihm seitens der weitschauen- den Gemeindeverwaltung zuteil. Zum Zwecke der Prämiierung wurden von der Landwirtschaftskammer, dem Kreisobst- und Gartenbauverein und der Gemeinde Zuschüsse bewilligt.
LI Rodheim a. d. Horloff, 9. Oft. Der 82jährige, schon 25 3ahre dem hiesigen Kirchen- v 0 r st a n d e als Mitglied angehörende Hein- r i ch K r ö l l VI. wurde durch die Ernennung zum Ehrenkirchenvorsteher geehrt. Der Ortsgeistliche überreichte dem 3ubilar im Ramen des Kirchenvorstandes eine sehr geschmackvolle Bilderbibel und wünschte ihm einen gesegneten Lebensabend. Am vorigen Sonntag wurde das Erntedankfest gefeiert. Bereits am Freitag zogen die Schulkinder durch die drei Dörfer des Kirchfpiels (Rodheim, Steinheim und Raberts- haufen), um Crntegaben zu sammeln, die am Montag an eine Anstalt der 3nneren Mission abgeliefert wurden. 3n dem mit Blumen und Feldsrüchten aller Art festlich geschmückten Gotteshaufe fand am Sonntag der feierliche Emtedankfestgottesdienst statt. Eingeleitet wurde die Feier durch das alte Rodheimer Erntelied, das in Text und Melodie entweder von Pfarrer B. F. Müller oder noch wahrscheinlicher von Lehrer W. Reufch, die beide um die Mitte des vorigen 3ahrhunderts in Rodheim amtierten, stammt. Es folgte dann ein feinfinniges Emte- feftfpiel, das ebenfalls in seiner Hrform 1851 von Pfarrer Müller eingeführt, durch den späteren Pfarrer Schlosser erneuert und 1922 von Pfarrer Dr. Heymann wieder ausgenommen wurde. An Hand des Textes Lukas 15, V. 19 würdigte der Geistliche in tiefgründiger Predigt die Bedeutung des Tages. Verschönert wurde der Gottesdienst durch altkirchliche Gesänge einer
40 Mann starken, zu Besuch hier weilenden christlichen Pfadfindergruppe aus Frankfurt a. M.
Kreis Alsfeld.
I Kirtorf, 9. Oft. Wie in der Rachbar- fchaft, find auch hier in den letzten Wochen mehrere Fälle von Milzbranderkranfungen unter dem Vieh Dorgetommen. Da sie jedoch rechtzeitig erfannt und die nötigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen wurden, konnte einer Ausbreitung dieser für Vieh und Menschen in gleicher Weise verhängnisvollen Krankheit vor- gebeugt werden.
I Ober-Gleen. 10. Oft. Die Pacht- zeit für die Grundstücke der hiesigen Pfarrei läuft zu Martini nächsten 3ahres ab. Verpachtet werden auf 12 3ahre etwa 6000 Quadratmeter Grab- und Grasgarten, 75 000 Quadratmeter Wiesen und 92 000 Quadratmeter Ackerland. Die Reuverpachtung wird im Laufe des kommenden Winters voraussichtlich für die gleiche Zeitdauer, wie vorher, ftattfinben.
Kreis Lauterbach.
CO Schlitz, 10. Ott. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung: Der Bürgermeister widmete vor Eintritt in die Tagesordnung dem verstorbenen Reichsautzenminister Dr. S t r e f e- m a n n einen eindrucksvollen Rachruf, in dem er mit warmen Worten der Verdienste des so plötzlich aus dem Leben geschiedenen Staatsmannes und Menschen gedachte. — Bezüglich der Wasserversorgung konnte der Vorsitzende die erfreuliche Mitteilung geben, datz trotz der Trockenheit und des erhöhten Bedarfs nicht nur Rieder- und Hochdruckbehälter gefüllt seien, sondern datz sogar ein Heberschutz von Wasser vorhanden wäre. Für den Winter sei die Verlegung eines neuen Verbindungsrohrstranges vorgesehen. Dadurch würde sich der Druck in den höher gelegenen Stadtteilen weiterhin erheblich verbessern. — Hm der für diesen Winter sicher zu erwartenden Arbeitslosigkeit entgegentoirten zu können, wurde die Fortführung der Kanali- fationSarbeiten grundsätzlich beschlossen. Vorausgesetzt wird jedoch, datz Mittel aus der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge zur Verfügung gestellt werden. — Der Hm bau im Elektrizitätswerk ist beendet. Das Werk verfügt nunmehr über eine moderne «Schaltanlage von 20 000/5000 Volt, die die Verbindung des Zweckverbandes und des Elektrizitätswerkes mit dem Heberlandwerk Oberheffen sicherstellt. Die Re- feroelicferung ist durch das Heberlandwerk Fulda- Hünfeld-Schluchtern gewährleistet. — Der durch
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.
„Jetzt will ich's Dir verraten I Der Kaffee, der Euch bei unserem letzten Kränzchen so vorzüglich schmeckte, war Kaffee Hag. Er ist Euch allen so ausgezeichnet bekommen, weil er coffeinfrei und daher völlig unschädlich ist.
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die Trockenheit bedingte Ernteausfall wird wie folgt veranschlagt: Wiesen, Schaden 50 Prvz. einer Rvrmalernte, Klee 60 Prvz.. Hacksrüchte 25 Proz., Kartoffeln 20 Proz., und Getreide, 25 Proz. — Von dem Beschluß des Verkehrs- Vereins, datz am 22.3uni 1930 ein gröbere« Trachten- und Heimatfest verbunden mit Durgenbeleuchtung stattfinden soll, nahm der Gemeinderat Kenntnis.
P. Schlitz, 10. Olt. Gestern feierten unter großer Anteilnahme der hiesige Schuhmacher- meister Wilhelm Hohmeier und Ehefrau das Fest der Golden ei' Hochzeit. Die Glück - wünfche der Stadtverwaltung übermittelte "Bürgermeister Dr. Riep 01h, diejenigen der evangelischen Kirchengemeinde und des Landeskirchenamts die beiden Ortsgeistlichen, die des Gewerbevereins Buchdruckereibesiher Guntrum, die der Schuhmacherinnung Schuhmachermeister H. Becker. Zahlreiche Geschenke wurden dem 3ubelpaar, das sich noch bester Gesundheit erfreut, überreicht.
Preußen.
OO Münchholzhausen, 10. Ott. Der Land- wirt Heinrich Weller !., welcher, wie berichtet, beim Heimfahren aus dem Felde von seinem mit Kartoffeln schwer beladenen Wagen überfahren wurde und schwerverletzt in die Chirurgische Universitätsklinik in Gießen überführt werden mußte, ist dort gestern an den Folgen seiner Verletzungen gestorben.
<> Hörnsheim, 9. Df. Jin Alter von 90 Jahren starb die Witwe Maria Gorr geb. Müller. Die Verstorbene war die älteste Einwohnerin des hiesigen Ortes.
<> Dornholzhausen, 9.Okt. Der Autoverkehr Butzbach und Umgegend hat den Antrag gestellt, die von unserer Gemeinde bewilligte Garantiesumme um 50 v. H. zu erhöhen. Der Autoverkehr will den Autobetrieb auf der Linie Butzbach-Dornholzhausen im bisherigen Umfange auf- rechterhalten, wenn feinem Anträge stattgegeben werde. Der Gemeinderat beschloß, mit Rücksicht auf die angespannte Finanzlage der Gemeinde die Erhöhung der Garantiesumme abzulehnen.
Kreis Marburg.
][ Marburg, 10. Oktober. Der heutige Schweinemarkt war mit 627 Schweinen, darunter 27 Läufern, beschickt. Bei flottem Handel kosteten 6 Wochen alte Ferkel 30 bis 35 Mk., 6 bis 8 Wochen alte 35 bis 40 Mk., 8 bis 13 Wochen alte 40 bis 60 Mk. und Läufer 80 bis 120 Mk. das Stück.
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