Ausgabe 
11.4.1929
 
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Jan Haytir

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an

Sie großen Leunawerke, wo sie von 17 500 Stim­men mehr als 9000 auf sich vereinigten, also auch die absolute Mehrheit haben. Kein Wunder, wenn deshalb die Kommunisten auch auf poli­tische Neuwahlen drängen, weil sie ihren Weizen reifen sehen.

Die kanadische Protestnote zum Zoll Im alone.

Washington. 10. April. (WB.) Wie ge­meldet wird, zählt die kanadische Protest­note gegen die Versenkung der ,,3'm alone" drei Hauptpunkte auf:

wird die Frage aufgeworfen, ob die Bestim­mungen der Verträge den amerikanischen Küstenwachtschiffen gestatten, ein anderes Schiff anzugreifen und in den Grund zu bohren, um das Recht der Durch­suchung anzuwenden, und ob ein solches Verfahren, das möglicherweise zu Ver­lusten an Menschenleben und Gütern führen könne, berechtigt sei.

Oer Streit um die Beute.

Der Stand

der Pariser Reparationsverhandlungen.

Berlin. 11. April. (Priv.-Tel.) Rachacht­wöchigen Pariser Verhandlungen ist man jetzt glücklich so weit, daß man anfängt, die Sum­men, die Deutschland aufbringen soll, untereinan­der zu verteilen. Dabei geht man aber nicht von dem Betrag aus, den man uns a l s Höchstleistung in Rechnung sehen will, man streitet sich vielmehr um die Forderungen, die von den verschiedenen Sachverständigen un­terbreitet worden sind. Damit haben die Sach­verständigen der Gläubigerstaaten einen Weg beschritten, der auf keinen Fall zu frucht­baren Ergebnissen führen kann, schon deswegen nicht, weil namentlich Frankreich unter allen Umständen an der Begleichung sei­ner Schulden an Amerika durch Deutsch­land zuzüglich einer Summe für den Wiederaufbau festhält. Es vergißt aber ganz, daß die Vereinigten Staaten den Franzosen fünfzig Prozent ihrer Kriegsschulden erlas­sen haben, den Belgiern 46 Prozent und den Italienern sogar 74 Prozent. Man dürfte doch eigentlich erwarten, daß unsere Gläubiger uns gegenüber das gleiche Verfahren einschla- gen. Davon ist aber im gegnerischen Lager keine Rede, vielmehr präsentiert man uns Rech­nungen, deren Gesamtsumme noch über die 2,5 Milliarden des Dawesplans hinausgeht. Je länger der Streit um die von Deutschland zu fordernden Summen anhalt, desto mehr festigt sich übrigens der Eindruck, daß die alliierten Sachverständigen wohl doch nicht ganz unab­hängig, sondern sehr starken Einflüs­sen ihrer Regierungen unterworfen sind.

Tschianakaischek

tvin seine Aemter niederlegen.

Schanghai. 10. April. (Daily Telegraph. Funkspruch.) Der Präsident der Rankingregie- rung, General Tfchiangkeischek. hat in Harckau eine Erklärung veröffentlicht, die besagt,

habe die Verfolgung des Schiffes nicht in der von den Verträgen bestimm­ten Entfernung von der Küste an­gefangen, die einer Stunde Fahrt entspricht; sei die Theorie der unausgesetzten Verfol­gung nicht annehmbar, falls diese außer­halb der Drei-Mei le n-Zvne an­gefangen habe;

Samoa unter Mandatsverwattung.

Neuseeland schämt sich.

London, 10.April. (WTB.) Die Lage in dem unter neuseeländischer Verwaltung stehenden Mandatsgebiet West-Samoa hat die Regierung von Neuseeland veranlaßt, drei hohe Beamte zur Untersuchung der Verhält­nisse nach West-Samoa zu entsenden. Der von ihnen erstattete Bericht ist vom Premierminister von Neuseeland, Sir Joseph Ward, in der ver­gangenen Woche veröffentlicht worden. DerMan­chester Guardian", der sich in einer Meldung aus Wellington sehr eingehend mit den Ergebnissen der Untersuchung beschäftigt, stellt fest, daß dieser Be­richt fast vollständig auf eine Verurteilung der auf We st- Samoa geübten Verwal­tungsmethoden hinausläuft. Der Bericht er­klärt, daß die sofortige Reorganisation der Verwaltungszweige erforderlich sei und daß die Fi­nanzen sich in einem unbefriedigenden Zustand be­finden. Die derzeitigen Zustände gereichten Neusee­land keineswegs zur Ehre und ein sofortiges Eingreifen sei notwendig, um eine Besserung zu schaffen. Einzelne Teile des Berichtes, in denen von gewissen Beamten in Samoa die Rede ist, sind vom Premierminister als zur Veröffentlichung ungeeignet von der Publikation ausgeschlossen worden.

Oie Reichsrichtlirrien für den Wohnungsbau.

Berlin, 10. April. (VDZ.) Im Wohnungsaus- schuß des Reichstags wurden die Reichsrichtlinien für das Wohnungswesen besprochen. Von kommu­nistischer Seite wurden verschiedene Anträge gestellt, die das Ziel haben sollen, den Grund und Boden allmählich der privaten Ver­fügung z u entziehen. Dazu sei nötig die Schaffung eines Reichsenteignungsgeset- zes. Als Vergütung für enteianetes Bauland sei nur ein Bodenertragspreis zuzuvilligen.

216g. Lipinski (Soz.) verlangte Vereinfachung und Verbilligung der Anliegerkosten. Abg. P e u 5 (Soz.) äußerte den Gedanken, die Grund­wertsteuer zu erhöhen und den Grund und Boden zu dem Steuerwert zu enteignen. Abg. D o m s ch (Dn.) lehnte die Enteignungs­anträge ab, soweit nicht damit eine angemessene Entschädigung für den Grundbesitzer verbunden sei. Äog. Tremmel (Ztr.) hielt es für falsch, daß von Reichs wegen Richtlinien über Materien beschloßen werden sollen, über welche die Län­der und Gemeinden viel besser dispo­nieren könnten. Ministerialrat Wörl (Reichs- orbeitsministerium) war ebenfalls der Meinung, daß die Reichsrichtlinien sich nicht in Einzel­heiten verlieren sollten. Der Entwurf beschränke sich in den Enzelfragen auf Anregungen, deren Be­folgung er den Körperschaften nahelege.

In der Besprechung wies zunächst der deutsch­nationale Abg. Dr. Ziehm aus den amtlichen Erklärungen des poln. Ministers Straßbur­ger nach, daß die Denkschrift echt sei, daß Herr Straßburger wisse, wer der Verfasser sei und daß er auch zugegeben habe, daß die Denkschrift dem Grundsatz der polnischen Politik gegenüber Danzig entspräche. Der Kampf Polens gegen die Souveränität des Freistaates, der Kampf um das Munitionslager auf der Westerplatte, um das Anlegerecht der polnischen Kriegsschiffe im Danziger Hafen, um die polnische Post, die wirt­schaftlichen Maßnahmen der polnischen Regierung gegenüber Danzig bewiesen llar, daß es Polen nur um die Erringung der politi­schen Macht in Danzig zu tun sei und Polen durch wirtschaftliche Mittel anstrebe. Danzig auf die Knie zu zwingen. Das bewiesen auch die jetzt geführten Verhandlungen über die sogenannten Syndikate, durch die Polen ver­suche, den Danziger Handel von der polnischen Regierung in Abhängigkeit zu bringen.

Der sozialdemokratische Abg. L p o p s bemerkte, daß das, was in der Denkschrift stehe, für jeden Danziger Politiker nichts Reues sei, und wandte sich in längeren Ausführungen gegen den Vor­schlag Ziehms. die Einheitsfront in Danzig wiederherzustellen. Der Redner des Zen­trums. Abg. Weih, betonte, daß die Veröffent­lichung der Denkschrift nur zu sehr geeignet sei, die aufgekommenen Hoffnungen auf eine Besse­rung der Danzig-polnischen Beziehungen zu zer­schlagen.

drastischsten macht das derPopolo di Roma", der sich folgendermaßen ausläßt:lieber Rächt ist aus der italienischen Fußballniederlage in Wien ein vorbereiteter, wohl überlegter feiger lieberfall beispiellosen Brigantentums gewor­den ... Wir speien den fiebenzigtausend Oester- reichern unsere Verachtung ins Gesicht, wie wir bei dem lieberfall einer Herde von Wilden auf eine italienische Karawane nicht über Ritterlich­keit und Gastfreundschaft sprechen würden... Wir im Adel unserer ruhmreichen Rasse werden ihnen (den Oesterreichern) nicht die Almosen vorhalten, die wir in ihre um Mitleid flehen­den Hände gedrückt haben, und wir werden nicht daran erinnern, wieviel Brot wir ihren verhungerten Kindern gaben."

Selbstverständlich wird auch noch gefordert, daß die italienische Regierung was bisher übrigens nicht geschehen ist aus dem gar nicht vor­handenen sportlichen Zwischenfall einen tatsäch­lichen diplomatischen Zwischenfall mache, und von der österreichischen Regierung Entschuldi­gung, Genugtuung und ähnliche Dinge fordere. Dazu wird nun freilich Herr Mussolini wohl zu llug fein. Wenn man diese Exaltationen der römischen Presse lieft, kann man sich eigentlich nur an den Kopf fassen. Was ist mehr zu bewundern-, ihre Dreistigkeit, ihre Taktlosigkeit oder ihre plastische Ausdrucksweife? Der Ruhm Pilsudskis, der mit seinem letzten Sonntagsartikel ja wieder einmal unter die Journalisten gegangen ist. läßt offenbar die Journalisten Italiens nicht schlafen!

Berlin, 10. April. (Priv.-Tel.) Die ita­lienische Presse tobt. Was ist geschehen? Am Sonntag hat, wie schon gemeldet, in Wien e i n Fußball-Länderspiel zwischen den Ra­tionalmannschaften Italiens und Oesterreichs stattgefunden, das die starke italienische Mann­schaft ebenso verloren hat wie die neun Kämpfe der letzten Jahre. Die Italiener haben sich vom Temperament ihrer Rasse zu einem reichlichharten" Spiel hinreihen lassen, das der englische Schiedsrichter für unfair erttärte; nüt dem Erfolg, daß die siebenzigtausend Zu­schauer des Kampfes gelegentlich ihrer Mißstim­mung Ausdruck gaben, wenn wieder einmal ein Italiener nach einem Schienbein statt nach dem Dolle zielte. Es wird das übliche Hallo mit Pfeifen, Pfuirufen, Hurras und Auf­munterungen gewesen sein, wie es bei großen Sportveranstaltungen und ganz besonders bei Fußballspielen immer zu beobachten ist. Ganz ähnlich, wie sich die italienische Zuschauerschaft demonstrativ erregte, als das letzte Mal die österreichische Elf int Lande Mussolinis zu Gaste war.

Also wirllich, so sollte man meinen, kein Grund zu irgendwelcher Aufregung. Aber die i t a - li enische Presse ist anderer Mei­nung. Die 0.3°Aiederlage ihrer Landsleute läßt sie gänzlich aus dem Häuschen geraten und in eine Schimpfkanonade g gen die elf österreichischen Spieler, die siebzigtausend österreichischen Zu­schauer und die sechs Millionen Oesterreicher überhaupt und ihren Staat ausbrechen. Am

sobald er nach Nanking zurückgekehrt sei, werde er alle seine politischen und mili­tärischen Aemter niederlegen. Es wird angenommen, daß Tschiangkeischek. der sich viele Feinde gemacht hat, durch seine politi­schen Versprechungen, die er geben muhte, um die Oberhand zu behalten, ernstlich in Ver­legenheit gekommen sei. Er vertraue wahrscheinlich darauf, später wieder auf seinen Posten zurückberufen zu werden. Fengjuhsiangs Truppen, die im Vor­marsch auf Hankau waren, sollen sich nach Honan zurückgezogenhaben. Tschiangkei- schek lieh in einem längeren Zirkulartelegramm im Londe bekanntgeben, dah noch weitere mili­tärische Operationengegen andere Gegenrevo­lutionäre und rcvrlutionäre Elemente" vorgenom­men werden mühten, die sich der Autorität der Rankingregierung nicht fügen wollen.

polens Politik gegen Danzig.

Oie polnische Geheimdenlschrist steht im Oanziger Volkstag zur Oebatte.

Dervölkerverbindende" Jußballsporl

Italienische Fußballspieler in Wien zu Gaste.

Aus aller Wett.

Haftentlassung des Grasen Christian Stolberg?

Obwohl der Lokaltermin eine endgültige Klärung der Frage, ob der Tod des Grafen Eber­hard zu Stolberg-Wernigerode von fremder Hand vorsätzlich oder aus Fahrlässigkeit herbeigeführt worden ist, nicht erbracht hat, haben die drei Schiebsachverständigen ihr Gutachten dahin ab­gegeben, daß die Darstellung des Grafen Christian zum mindesten nicht zu widerleg en sei und daher die Möglichkeit eines Un­falles vorliege. Es verlautet nach einer Dlätter- melöung aus Hirschberg, dah der Verteidiger des Grafen Christian daraufhin die Haftentlas­sung seines Mandanten beantragen wolle.

DerSekretär der Kaiserin" verhaftet.

Auf Atckrag der Staatsanwaltschaft in Köln ist in Berlin vor zwei Tagen einSchwindler und Hochstapler namens Karol Hartung, der unter der Vorgabe, ein illegitimer Sohn des früheren Kaisers und der Sekretär der jetzigen Gemahlin Wilhelms II. zu sein, zahlreiche Per­sonen um erhebliche Beträge geprellt hat. Har­tung hatte sich vor etwa zwei Jahren an die Hausverwaltung des früheren Kaisers gewandt und Dort um eine Unterstützung ge - v e t e n, da er angab, Kriegsverletzter zu sein. Hartung erhielt längere Zeit hindurch Zuwen­dungen, und es wurde ihm schließlich eine Stellung bei einer Berliner Spedi- c"ja ö«rmi11cU, &ie er jedoch nach ft. wieder aufgeben muhte, da er seine Pflichten gröblich vernachlässigt hatte. Hartung wandte sich erneut an das Hausministerium und Rm'L. einen ausgedehnten Brief- wechsel. Als er sah, dah er keine Zuwen - düngen mehr erhielt, verlegte er sich auf Betrügereien. Mit Hilfe der Schriftstücke, die er der Hausverwaltung des früheren Kaisers er­halten hatte, bezeichnete er sich in gewissen Kreisen

als denSekretär der Kaiserin Hermine" und lieh durchblicken, dah er in Deutschland wich­tige politische Missionen zu erfüllen habe. Einer ganzen Anzahl von Personen ge­genüber gab sich der Schwindler als illegitimen Sohn Wilhelms II. und seiner jetzigen Gattin aus und wußte allerlei Geschichten aus Dorn zu er­zählen, so daß er das Vertrauen weiter Kreise erwarb. Hartung benutzte die Verbindungen, die er sich so geschaffen hatte, dazu, überall mehr oder weniger große Beträge zu erborgen, mit denen er schließlich verschwand. Besonders in Köln war es ihm gelungen, Beträge von über 15 000 Mark zu erbeuten. Gegen Hartung wird noch ein weiteres Verfahren eingeleitet werden, da er einem linksstehenden Berliner Abendblatt eine Anzahl Artikel geliefert hatte, in denen Briefe der Hohenzollernschen Ver- mögensverwa t^ng gefälscht wiedergege­ben worden sind.

Neuer Haftbefehl gegen den Rundfunkführer Frank.

Dr. Karl Frank, der gegenwärtig im Gefängnis vier Monate wegen Nötigung und Ent­führung desVorwärts"- Redak­teurs Schwartz verbüßt, hat im Gefängnis einen neuen Haftbefehl zugestellt bekom­men, da er vor dem Rundfunkattentat imVieh - Hof unter falschem Namen gearbeitet hat. Dr. Frank, der als Fleischträger soziale Studien machen wollte, hatte eine Steuererklärung und eine Karte der Ortskranken­kasse mit dem Namen Karl Suckow als Per­sonalausweis benutzt. Da er Ausländer ist, nahm die Staatsanwaltschaft Fluchtverdacht an und er­ließ Haftbefehl.

Beim Paddeln ertrunken.

Bei einer Paddelbootsfahrt auf der Ruhr, die die Brüder Huge unternahmen, kippte das Boot um. Der jüngere Bruder ver­sank, obwohl er des Schwimmens kundig war, vor den Augen des älteren in den Wellen. Die reißende Strömung machte eS sowohl dem Bruder als auch herbeigerufener Hilfe unmög­lich, den Verunglückten wieder auszufinden.

Ein neuer Raubüberfall in einer Chemnitzer Sparkassenzweigstelle.

Die in der Hainstraße gelegene Sparkassenzweig­stelle, in der im Juli vorigen Jahres unbekannten Räubern 5000 Mark in die Hände gefallen sind, wurde wiederum der Schauplatz eines Raubiiber- falles. Um die Mittagsstunde betrat ein Monn die Kasse unter dem Voraeben, sich ein Sparkassenbuch anlegen zu wollen. Während er bedient wurde kamen zwei weitere Männer in den Spar- kassenraum. Der zuletzt Eingetretene forderte un­ter Bedrohung mit einer Pistole die beiden Beamten auf, die Hände zu erheben. Als der eine der beiden Beamten sich hierauf nieder­beugte, um in gebückter Stellung den Sparkassen- raum zu verlassen, wurde ein scharfer Schuß

Danzig, 10. April. (TU.) Die von der Tele- graphenunion Ende Februar veröffentlichte polnische Geheimdenkschrift über die Politik Polens gegenüber der Freien Stadt Danzig bildete am Mittwochnach­mittag den Gegenstand einer großen parlamentari­schen Aussprache im Danziger Volkstag. Bemerkens­wert war, daß keiner der Redner an der Echtheit der Denkschrift zweifelte und die große Bedeutung der Veröffentlichung von allen Rednern anerkannt wurde. Der deutschnationale Abg. P h i l i p s e n be­gründete zunächst die Große Anfrage seiner Partei. Er betonte, daß trotz der polnischen Dementis an der polnischen Urheberschaft der Denkschrift nicht zu zweifeln fei. Er richtete an die Regierung die Frage, welche Stellung sie zu der Denkschrift ein- nehme.

Namens des Senats erklärte der Präsident des Senates, Dr. Sahm, angesichts der beiden Dementis durch die polnische Teleoraphen- agentur und angesichts der in der Presse abge­gebenen Erklärung des diplomatischen Vertreters der Republik Polen in Danzig habe die Regierung keine Möglichkeit, in Warschau Aufklä­rung zu fordern. In der Politik des Senats gegenüber Polen habe sich nichts geändert. Sie fuße nach wie vor auf den in der Regierungserklärung vom Januar 1928 kundgegebenen Leitsätzen. Die Regierung stelle sich loyal auf den Boden der Ver­träge, verlange aber von Polen die Achtung der Selbständigkeit Danzigs und Wahrung seines deutschen Charak­ters. In der Aussprache bezeichnete der Vertreter der Deutschnationalen die Erklärung der Regierung als nicht genügend.

auf ihn abgegeben, der jedoch fehlging. Die Tater ergriffen dann ohne Beute die Flucht. Sie konnten noch nicht ermittelt werden.

Tornado in Arkansas.

Nach einem Funkspruch aus Little Rock ist das Gebiet zwischen Diaz und Swifton durch einen Tornado heimgesucht worden. Dabei wurden 40 Personen getötet. Eine siebenköpfige Familie wird vermißt. Zahlreiche Häuser wurden zer­stört. Die Rettungsarbeiten werden dadurch er­schwert, dah die betroffenen Siedlungen kilo­meterweit von den Straßen entfernt liegen und auch diese durch den Regen ungangbar geworden sind.

Die kalifornische Obsternte schwer geschädigt.

Durch den Frost der letzten Woche haben die kalifornischen Obstzüchter einen Schaden er­litten, der auf 50 Millionen Dollar geschäht wird.

Rangstreit in der Nufterrepublik.

Wie aus Washington berichtet wirb, werden die Mitglieder des diplomatischen Korps beschließen, der Schwester des Vizepräsidenten Curtis, Frau Dolly Gann, aus Höflichkeit bei gesellschaftlichen Funktionen den Vortritt vor ihren Frauen zu überlassen.

Brandstiftung aus Eitelkeit.

In der Gegend von Kröv an der Mosel waren innerhalb von vier Wochen nacheinander, und zwar jedesmal in Mondnächten, sieben Gebäude eingeäschert worden. Die Behörden hatten auf Ermittlung des Brandstifters 3000 Mark Belohnung ausgesetzt. Man glaubte zunächst, daß die Brände von einem Mondsüchtigen angelegt worden seien. Die Kölner Ländeskriminalpolizei hat jedoch nun­mehr den Täter in der Person eines Feuerwehrmannes aus Kröv ermittelt, der aus Eitelkeit zum Brandstifter geworden war. Er gefiel sich nämlich darin, in feiner schmucken Feuerwehruniform herum- zugehen, wozu ihm die angelegten Brände die er­wünschte Gelegenheit boten.

Ein schlimmes Ende.

Ein betrunkener Landwirt belästigte in einem Gasthause zu Prutting fortgesetzt die Gäste. Nach verschiedenen Zurechtweisungen und Ermahnungen packte einen Müller aus Haign, der als sehr be- fonnen bekannt ist, die Wut, und er versetzte dem lästigen Menschen eine Ohrfeige. Dieser fiel um und war sofort tot. Die Todesursache dürfte die Ohrfeige zusammen mit Alkoholvergif­tung und Herzlähmung gewesen sein. Der Landwirt,, der Vater von sechs unmündigen Kindern ist, hatte bereitslöLiterBiergetrunken.

Die Heidelberger Schlohbeleuchtung.

In diesem Sommer werden große Beleuchtun­gen des Heidelberger Schlosses ftattsinden: am 5. Juni anläßlich der Tagung des Deutschen Zei­tungsverlegervereins, am 21. Juni anläßlich der Genossenschaftstagung deutscher Konsumvereine in Mannheim, am 8. Juli, eine Beleuchtung an einem Tag zwischen dem 24. und 28. Juli und am 11. August.

Drei Kinder bei einem Wohnungsbrand gelötet.

In dem fleinen Dorfe Leuzingen bei Solo­thurn brach in einem Wohnhause Feuer aus, das vermutlich durch vier Kinder in Abwesenheit ihrer Mutter verursacht wurde. Der Brand griff so rasch um sich, daß von den vier Kindern nur eins gerettet wurde. Die drei anderen im Alter von 46 Jahren wurden als verkohlte Leichen aus den Trümmern geborgen.

Oie Wetterlage.

Mittv/och, d.IO. April 1929,7° 2065. M

O wolkenlos ö neuer ® naiD oedecM. ® wolkig, < Gedecktrtegeir, * Schnee » Graupeln e HeDel "R Oewit'/r.(§) windstille. <O> sehr (eichte, Osi massiger SOdsudWest q stürmische« Kordwcst Ole Pfeile fliegen mit dem Winde. Pie oeiden Stationen stehenden Zah­len gehen die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichem, euf Meeresniveao omgerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Unsere Wetterlage steht immer noch unter dem Einfluß des nach Süden abziehenden Tiefs. Das nordwestliche Hoch hat sich ostwärts ausgebreitet und liegt mit seinem Kern, der Barometerftände von über 775 Millimeter aufweist, über dem Nord­meer. In Norddeutschland hat an seiner Südseite schon eine Ostwindsträmung eingesetzt, die sich auch in unserem Gebiet bald bemerkbar machen wird. Infolgedessen ist mit einem Nachlassen der Nieder­schläge zu rechnen. Die Reste der Störung lassen zu­nächst noch Bewölkung vorherrschen, die jedoch durch die ausschließenden kühleren Luftmassen des Hochs alsbald mehr zur Auflösung kommt.

Voraussage für Freitag: Zunächst noch wolkiges Wetter mit Neigung zu Niederschlagen, später mehr aufheiternd, kühl.

Voraussage für Samstag: Teils wol­kiges, teils aufheiterndes Wetter, meist trocken.

Lufttemperaturen am 10. April: mittags 10,6 Grad Celsius, abends 5,2 Grad; am 11. April: morgens 4,3 Grad. Max.rnum 9,7 Grad, Minimum 3,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. April: abends 8,9 Grad; am 11. April: morgens 4,9 Grad Celsius. Niederschlag 1,2 mm. Sonnenfchsm» tau« 2% Stunden.