Ausgabe 
11.2.1929
 
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CTftpemen tofro, um (n tl)Y eine Messe zu lesen. Ebenso wird die Nachricht verbreitet, daß die erste 'Reife am 31. Marz zum Jubiläum bes Benediktiner- erbens nach Monte Cassino führen wird. Je mehr Einzclheiten über das päpstliche Territorium bekannt werden, desto mehr ist zu ersehen, daß, so­weit St. Peter und der Vatikan in Frage kommen, die Vorschläge des Kardinals E h r l e, die er wäh­rend des Weltkrieges ausgearbeitel hatte, angenom­men worden sind. Es fleht auch fest, daß dieser Teil der ewigen Ätadt in Zukunft den Namen Eitta Vaticana fuhren wird.

3n dem Konkordat, das morgen unterschrieben werden soll, sollen, wie verlautet, vor allem die Fragen der religiösen Orden geregelt werden in dem Sinne, daß sie alle wiederum die juristische Persönlichkeit erhalten sollen. Die katholisch-kanonische Auffassung von der Ehe wird in der italienischen Gesetzgebung eine grö­ssere Anerkennung als bisher erhallen. Das neue italienische bürgerliche Gesetzbuch wird in einer Reihe von Fragen dem Loder Ju­ris Canonici an gepatzt werden. So­fort nach Unterzeichnung der Vertragsurkunden wird Italien einen Botschafter beim Hei­ligen Stuhl ernennen, und der Heilige Stuhl wird einen RuntiuS bei der italienischen Re­gierung akkreditieren. Die Sonntagmorgenblätter zeigen auf der ersten Seite dos Bild des Kö­nig- und des Pavstes und tragen auf anderen Seiten Biographien und Bilder derjenigen, die sich um das Zustandekommen der Verträge be­sonders verdient gemacht haben.

Der LiiwinoNpakt unterzeichnet.

Die Kriegsächtung in Osteuropa

Moskau, 9. Febr. (WDD.) 3m Volkskom­missariat des Auswärtigen hat d'e Unterzeich­nung des Protokolls stattgefunden, durch das der Kelloggpakt zwischen Sowjetrutz- land, Polen, Rumänien, Estland und Lettland vorzeitig in Kraft gesetzt wird. Die Unterzeichnung wurde durch eine Rede des stellvertretenden Volkskommissars des Aus­wärtigen, Litwinow, eingeleitet, auf Me der polnische Gesandte in Moskau, P a t e k, antwor­tete. AlS erster Bevollmächtigter unterzeichnete der estländische Gesandte S e l j a m a a, ihm folg­ten ber lettländische Gesandte Ozol der pol­nische Gesandte P a t e k und der rumänische Ge­sandte in Warschau Davila. Litwinow unter­zeichnete als letzter. Der Unterzeichnung wohnten oie Mitglieder des Kollegiums des Auhenkom- missariats und Vertreter der Presse bei.

Aus aller Welt.

Neue Versuchsfahrt mit einem Raketen- schlitten.

Auf dem Starnberger See fand am Samstag in den spaten Rachmittagstunden eine neue Ver­suchsfahrt des von dem bekannten Rateteninge- nieur Max Ra Hier konstruierten Raketenschlit­tensRaf Bob II" statt. Der Schlitten war mit 18 Raketen auSgestattet, die in fünf Serien mit je eineinhalb Sekunden Abstand zur Entzündung famen. Die vierte und fünfte Serie hatten eine neue Anordnung erhalten, die einen Hub noch oben ergeben und die Bodenreibung des Schiit- tenS verringern sollte. Rach den Angaben deS Konstrukteurs hat der Raketenschlitten bei dieser Fahrt durch feine Schnelligkeit die von ihm ge­hegten Erwartungen weit übertrossen und eine Geschwindigkeit von 3?8 Stimbenfilometer durchschnittlich erzielt. Schon bei der dritten Zün­dung verliehen Die vorderen Schlittenkufen den Schmre, so daß das Fahrzeug sich gleichsam ge- schohartig über die beschneite Fläche bewegte. Die Konstruktion des Schlittens hat der enormen Beanspruchung vorzü }ltd> Widerstand geleistet. Durch eine Unebenbrit der Schneedecke erhielt das Fahrzeug jedoch nach der dritten Zündung eine kleine Abbiegung von der Geraden und fuhr in einem Bogen von etwa 500 Meter Radius in der Richtung auf die am rechten User versammelten 2000 bis 3000 Zu­schauer, von denen einige sich zu weit über die Absperrungslinie vorgewagt hatten. Glücklicher­weise wurde jedoch niemand von dem Fahrzeug getroffen, das beim Auslaufen mit beträchtlicher Geschwindigkeit gegen einen Landungs- : ste g prallte, wobei die vordere Spitze des ; Schlittenrumpfes eingedrückt wurde, während bei i Haupttöcper mit dem Raketenaggregat sowie die > Kufen unbeschädigt blieben. Auf den Start eines mit drei Raketen ausgerüsteten Flugzeug­modells von fünf Meter Länge wurde dann j infolge der unzureichenden Absperrnngsmöglich- j feit verzichtet.

Dos Urteil imImmertreu -Prozeß.

3m ^3mmertreu"-Prozetz verkündete unter oll- gemeiner Spannung nach breiftünbiger Beratung | Amisgerichtsral Spötter folgendes Urteil des Schöffengerichtes: Unter Auferlegung der sie be<= I ressenden Kosten des Verfahrens werden ver­urteilt: Der Angeklagte Leib wegen einfachen Landfriedensbruches in Tateinheit mit Rauf« bandel z u zehn Monaten Gefängnis der Angeklagte Latz wegen einfachen Land- >riedensbruch.s zu fünj Monaten Ge­fängnis. Beiden Angellagten wird je ein Monat der Untersuchungshaft angerechnet. Die übrigen Angellagten werden auf Kosten der SiaatSfahc freigesprochen.

Schweres Schlittenunglück Drei lote.

Ruf der flun vereisten und abichübigen Strahe Rüthen- Altrüth en (Krci) Lippstadt» er­eignete sich am Sonnlagnachmittag ein schweres Schlittenunglüä. dem drei Menschenleben zum ^Pfcr fielen. !iin mit fünf Personen besetzter

. edefchiitlcn taufte infolge Reihens einer Jug- lettc gegen einen Bau m. Während es einem ns assen gelungen war. rechtzeitig aozusprinaen. würben die wer anderen Personen aus die et ratze geschleudert. Der Obcrlandjäger Grabbe und oev Kovlenhandler Eling waren 'oiort toi. während der Schlittenbesitzer, der Landwirt Joseph Petermann. nach feiner Ein­lieferung ins Krankenhaus seinen Ber­te tz u n g e ii erlag. Der Oberlandjager Treirtz erlitt ichwere Kopfverletzungen. DaS durch den Unfall scheu gewordene Pferd war mit dem Schlitten in eine Schafherde gerannt, wobei mehrere Schafe getötet wurden.

Geständnis des Ratjener Mörders

Der verhaftete- Dienfttned)t Walter M-ersch, der den Gerneindeoorstehcr Witfchas und dessen Familie fn Ratzen ermordet hatte, hat auf dem Transport von Cicbau nach Hirscyberd dem ihn überwachenden Kriminalkommissar gestanden, daß er allein bie Morde begangen habe Die

Günther von Hünefelds letzte Fahrt.

Oie Trauerfeier im Berliner Oom. Oie Beisetzung -es Ozeanfliegers.

Berkin, 9. Febr. (WTB.) Heute nachmittag 2 Uhr fand im D o m die Trauerfeier für Gün­ther Freiherrn o. Hünefeld stall. Draußen stahlblauer Himmel, herrlicher Sonnenschein^ im mächtigen Dom eine riesige andächtige Menschen­menge, vor dem Altar eine Fülle von Kränzen und Schleifen, zu beiden Seiten des Sarges die Ehren­wache, an der Spitze Hauptmann Kohl und Ma­jor F i tz m a u r i c e. Nach dem Einzug der Fahnen und dem Gesang der Gemeinde hiell Domprediger Döring die Trauerrede, in der er den verstor­benen Helden als einen tiefgläubigen Menschen feierte. Nach dem Gemeindegesang:Wohl dir du Kind der Treue" verlas Domprediger Döring Hüne- felds GedichtPilgers Gebet". Unter den Orgcl- flänacnIch hott' einen Kameraden' senkten sich die Fahnen zum letzten Male über dem Sarg. Nach dem Auszug der Fahnen wurde der Sorg yinaus- getragen, während am H mmel zahllose Flieger dem Verstorbenen die letzten Grüße brachten. 9m Auf­trage des Reichspräsidenten legte Oberleut­nant von der Schulenburg oom Bureau des Reichs­präsidenten einen Kranz am Sarge nieder.

Nach der Trauerfeier im Dom bewegte sich der Leichenzug zum Steglitzer Friedhof Trotz der grimmigen Kalte waren die Straßen von einer überaus zahlreichen Menschenmenge gefüllt: ein großes Schupoausgebot sorgte für Aufrechterhaltung der Ordnung Unaufhörlich strömten neue Men- schenmassen heran, um Abschied von dem Verstor­benen zu nehmen Auf dem Friedhof in Sieglitz wurde dann unter Trauerklängen der Sarg m die Gruft gesenkt. Währenddessen kreisten Flieger zum letzten Gruße über dem Friedhof. Die Trauerrede hielt Pfarrer Ricger-Südende. Nach ihm nahm

Geheimrat Stimming vom Norddeutschen Lloyd im Namen des Norddeutschen Lloyd, des Ringes Deutscher Flieger und der Deutschen Luftfahrtocr- bände, das Wort zu folgendem Nachruf

Ehrenfried Günther Freiherr von Hüneseld, furchtlos, fromm, rastlos und treu warst du, ein Ganzer stets. Wie du kein Hin- dernis kanntest, wenn es gatt, ein gestecktes Ziel zu erreichen, kanntest du keine Rücksicht, wenn du die Klinge kreuztest im Kampfe für deine Ideale. An der Bahre des früh Vollendeten senken auch die Gegner im Kampfe ritterlich die Klinge. Wir aber, die wir deine Freunde waren, sagen dir Dank für das teure Vermächtnis, das du uns in dem Kristall deines ftttlichen Wesens hinterließest. Dein Dor» bild wird anfeuernd wirken auf jugendliche Men- schen, wird sie stärken in dem schweren Kampf in des Vaterlandes Not, der nicht gewonnen werden kann ohne ideale 6 i-n ft e H u n g unseres Her­anwachsenden Geschlechtes. Dein Vorbild wird die Degeisterungsfreudigkeit der Söhne tapferer Män­

ner weiter entflammen im Ikarus-Kampfe um die Beherrschung der Lust. Es grüßt dich durch meinen Mund der Ring Deutscher Flieger, es grüßen dich in einheitlicher Kundgebung Deutsch. landsLustverbande. DerRorddeutsche Lloyd ist stolz darauf, daß du ihm angehörtcst, daß er seine weltweiten Verbindungen und Hilfs­mittel in den Dienst deiner Unternehmung stellen konnte. Als sein Angehöriger warst du ein treuer Mitarbeiter so manegen ein opferwilliger Freund. Mir warst du innerlich verbunden in einer Hin­gebung, die ich als germanische Mannentreue be­zeichnen möchte. Warst du ein Mensch, uns allen warst du mehr. Ehrenfried Günther von Hünefell»! Du warst der unjere, du warst uns verbunden, wie du dich dem genialen Schöpfer der von dir einge­setzten Flugzeuge, wie du dich Professor Junkers verbunden fühltest, der dir mit mir deine Treue dankt. Und wie wir deine ste-' liche Hülle mit der Flagge, die seit mehr als siebzig Jahren in Ehren auf dem Weltmeere weht, decken, so wird deinem Andenken ein Ehrenplatz in der Geschickte des Norddeutschen Lloyd sicher sein. Ruhe in Frieden, treuer Freund.' Mit einem Ehrensalut über das Grab des Fliegerhelden endete die eindrucksvolle Trauerfeier.

Hünefelds letztes Gedicht.

Der Tag" bringt das Gedicht Hüre'elds, daS er am Tage vor seinem Tode im West- sanatorium verfaßt hat. GS lautet:

Bevor das Schweifen, das ich oft gekannt. Zum letztenmal die Kehle mir umspannt, Steigt einmal noch au» meiner Seele tief Das Bild empor, daS mich in» Leben rief.

Du Erde, die mich mütterlich gebar.

Die Ziel und Ken meines Kämpfens war.

Dir gilt mein Gruß, wenn Gottes Dort befiehlt. Daß jäh das Band, das mich am Dasein hielt. Zerrissen flattert und die Rächt fällt ein.

Mein deutsches Land, noch sterbend denk' ich dein! Den Mantel, der dich königlich umfließt.

Erspäh ich noch, eh' sich mein Auge schließt. Ich seh die Krone, die drin Haupt geschmückt. Und f$au das Schwert, das du im Kampf gezückt. Der Duft, der deinem Boden herb' entsteigt, Umftromt mein Herz, da sich der Abend neigt Und mein Debet geht stumm durch Raum und Zeit: .Schirm' gnädig. Herr, des Reiches Herrlichkeit!" Doch weicht der Sch eier, der sich vor mir senkt, Wei! mir ein neuer Morgen ward geschenkt.

Beug' ich daS Haupt in feinem Strahlenschein Und will wie einst dein treuer Knappe fein."

Oie neue Kältewelle.

Bis 32 Grad

in der Reichshauptstadt.

Schwere Frostschäden in Ostdeutschland.

Berlin, 11. Febr. (TU., Die Meldungen aus großen Teilen Deutschlands lassen erkennen, daß sich die neue Kältewelle, die am Samstag aus Rordrußland hereinbrach, noch weit stärker au/wirkt, als die vorhergegangenen. 3n vielen Orten des östlichen Grenzgebietes muß­ten die Schulen bereits am Samstag geschlossen werden, da die Heizung einfach nicht mehr aus­reicht. die Räume durchzuwärmen. Das Vieh erfriert in den Stallen, das Wild kommt in den tief verschneiten Wäldern durch Frost und Hunger um. Auch aus Ostpreußen werden Temperaturen bis zu 34 Grad unter Rull gemeldet

Im Eisenbahn- und Fernsprechverkehr verur­sachte die strenge Kälte erhebliche Störungen. Be­sonders die Züge aus dem Norden und Süden hat­ten Verspätungen aufzuweisen. Der D r a h t v e r - kehr Paris Berlin mußte umgeleitet wer­den. Auch auf den Linien nach Südost-Eu­ropa waren Umleitungen nötig, da viele Drähte infolge des Frostes zerrißen. In der Berliner Innenstadt wurden am Sonntagabend um 11 Uhr 28 Grad unter Null gemessen: in den Airßendezir- ken sogar bis minus 32 Grad Eelsius. Die .bar­barische" Äältc macht sich im Leben der Großstadt stark bemerkbar. Die Straßen sind verhältnismäßig leer, die Fußgänger versuchen durch Dauerlauf und Armschlagen dem Frost Trotz zu bieten. Besonders ungemütlich ist es in den Berliner Verkehrs­mitteln, Der Straßenbahn und Autobus. Die Heizkörper reichen nicht aus, um den Aufenthalt in den Wogen auch nur einigermaßen angenehm zu machen.

Sibirische Kölle in Schlesien.

Seit 1791 die kälteste Nacht in BreSlau.

Breslau, 11. Febr (TU.) Nachdem Schlesien vorübergehend am Freitag in den Bereich wärmerer Luft gelangt war, trat am Samstag ein er­neuter Temperatursturz ein. In Breslau wurden in der. frühen Morgenstunden des Sonn­tags 31 Grad Kälte gemessen, eine Kälte, die seit 17 91, dem Beginn der amtlichen Meldungen, nicht mehr beobachtet wurde. Die gewöhn­lich, n Quecksilberthermometer reichen zur Messung solcher niedrigen Temperaturen nickt mehr aus. Der Aufenthalt im Freien ist fast zur Unmöglichkeit ge­worden. eelbft zahlreiche Eisbahnen haben ihren Be­trieb geschlossen, da sich infolge der barbarischen Kölle fein E i slä u f e r mehr einfindet.

Das Observatorium Breslau-Krietern tagt für die nächsten Tage nach seiner Beobachtung noch eine Zunahme der Kälte voraus. An verschiedenen Orten der Provinz Oberschlesien wurden am Sonn tagmorgen bis35 Grad unter Null gern-ff en. Der Zugverkehr erlitt in Ostoberschlesien der-' artige Verspätungen, daß non einem fahrplan­mäßigen Verkehr keine Rede mehr sein Eon nie, trotzdem die polnische Eisenbahndirektton in Katto> toqj schon in den letzten Tagen von Kattowitz ab­gehende Zuge eingestellt hatte. Aus allen Teilen der Wojewodschaft Schlesien werden erneut zahlreiche Todesfälle infolge Erfrierung gemeldet. Im Kreise Lublinitz sind Drei Kinder erfroren, die twn ihren Eltern in der ungeheizten Wohnung zu- rüi-fplanen worden waren.

Starke Stauungen des Rhein- und Moseleises.

Köln, 11. Febr. (Tel.) Während aus dem Osten des Reiches bis zu 35 Grad Kälte gemeldet werden, wurden in Köln am Sonntag nur 10 Grad unter Rull gsrnes'en. Da aber ein eisiger Wind durch d'.e Straßen fegte, sah man an dem ersten der drei KarnevalStage, an denen das Maskentreiben auf den S.raßen Kölns sreigc/eben ist, nur wenige Masken. Das Treibeis des RheinS steht seit Sonntag» vormittag oberhalb der Lorelei vollkom­men. Aus einer St ecke von vier Ki.om tern bildet der Rhein in seiner ganzen Breite ein zusam­menhängendes Eisfeld, was seit Jahr- zehnten nicht mehr vorgekommen ist. Besonders groß sind die Stauungen des Mosel eises in der Gegend von Vinnins.en. Die Schollen, die in erheblicher Störte die Mosel abwärts trieben, tünnten sich an der Staustelle bis zu einer Hohe von vier Meiern auf und bilden eine große Eiswüste.

Ein Fährschiff vor Gjedser vom Eise eingeschloffen.

Kopenhagen. 10. Febr. (WB.) Die an­haltende Kälte bringt große Schwierig­keit für die Schiffahrt und den Fähr­betrieb mit sich. Sämtliche verfügbaren brecher find feit einiger Zeit in Tätigkeit, um eingefrorene Handelsschiffe zu befreien. 3m Großen Bell und auf der Strecke Gjedser Warnemünde laßt sich der Fährbetrieb nur mit großen Schwierigkeiten und Verspätungen durchführen. Eine ganze Reihe von Fahrten mußte ausfallen. Die deutsche Fähre ..M eck- I e n 6 u t g, die heute mittag 1 älhr Warne­münde verließ, licht mit 60 Reisenden an Bord vor Gjedser im Eise fest. Die dänische FähreD a n m a r f" ist zur Hilfeleistung aus Warnemünde ausgelaufen. Man nimmt an, daß die ..Danmark" die ..Mecklenburg ' gegen Mitter­nacht erreichen wird.

Bis 44 Grad Kälte in Rußland.

Kowno , 11. Febr. (T. äl.) Infolge der gro­ßen Kalte find in Moskau und in Leningrad sämtliche Schulen und die Universi­täten geschlossen worden. Am Sonntag wurden in Moskau 140 Personen mit Frostver- lehungen in die Krankenhäuser eingeliefert. Be­sonders schwierig ist die Lage der auslan - difchen Schiffe geworden, die in der Rähe von Leningrad liegen und wegen des EifeS nicht in den Hafen einlaufen können. Die Marine in Kronstadt und in Leningrad hat den Auftrag er­halten. die Rettungsmaßnahmen der Eisbrecher im Finnischen Meerbusen zu unterstützen. Aus verschiedenen Xeilen Rußlands werden 4 4 Grad Kälte gemeldet

Hungersnot und Wolfsplage in Griechenland.

3n den griechischen Grenzgebieten sind irach Meldungen a'ifi Athen zahlreiche Dörfer von der Hungersnot bedroht, da sie miß ge dec riesigen Schneemaslen von der Außen­welt abgrschnitten sind. Ein Rudel von hundert Wölfen überfiel nach Deichten aus Janina den Ort G o r y tz e und tötete 16 Kinder, vier Sol­daten und zwei Polizisten. Die Zahl der an Erschöpfung Gestorbenen ist groß.

weiteren Vernehmungen des Mörders, der ein ve» stocktes Wesen zeigt, kaffen die Annahme berechtigt erscheinen, daß Miersch die Bluttat in einem Ausbruch von Jähzorn verübt hat Er gibt an, seit etwa Jahresfrist von seinen Pslegsellern schlecht behandelt worden zu sein Sie hätten bauernd seine Arbeit bemängelt und ihn gezwungen, bei ihnen zu bleiben, obwohl er sich bereits ander- weitia Arbell suchen wollte. Dies habe in ihm den Entschluß zur Ausübung der Tal reifen lassen, um sich seiner Pflegeeltern zu entledigen. Miersch hat bereits in feiner frühesten Jugend eine besondere Vorliebe für Schußwaffen gezeigt, woraus auch die Benutzung der Jagdslintc bei Derübui g der Tat zurück,zuführen fein dürfte. Ein Lust, oder Raub­mord schallet nach Sage der Dinge vollständig aus. Es handelt sich einzig und allein um einen Racheakt.

Faschingssahrl >n den Tod.

Am Sonntagabend fuhr beim Hagelkreuz in Langenfeld be. Opladen ein .uto, in dem sich zehn Personen auf einer Faschingsfahrt- befanden, gegen einen Baum und wurde vollständig zertrümmert. Zwei Personen kamen ums Leben, fünf wurden schwer verletzt.

Eine Aulodroschke stürzt in die Pleiße.

3n der Rächt zum Sonntag überfuhr in Leip- zi g eine Droschke das Geländer der Tauchnitz- Brücke, so dah der Wagen in die Pleiße stürzte. Die Insassen, vier Fahrgäste und der Wagen­führer, konnten sich dadurch retlen, daß sie die Scheiben deS Wagens durchschlugen und sich her- auszwänaten. Der Wagen sank nur langsam, weil infolge des starlen Frostes die Pleiße ft a r t vereist ist. Der Wagen war beim Ausweichen vor einem anderen auf der glatten Straße ins Schleudern geraten.

Die Heifecben des elngeschueileo Symplon-Expretz.

Tie Reisenden des Symplon-Erpreß. der in Ofttrazien über eine Woche eingeschneit war, tra'en auf einem Tamp.er aus Rodosto In Konstantinopel ein. Sie waren nach Rodo'to in Automobilen befördert worden. Untn ihnen befand sich auch der britifche Obrrkommisfar für das Irak Sir Gilbert C l a h t o n.

Seehunde in Heringsdorf.

A S an der Hettngsdor,er Srcbrücke Arbeiter damit beschäftigr waren, das Eis von einem der Wellenbrecher zu lösen, tauchten plötzlich in un­mittelbarer Rähe fct.f amc Köpfe aus dem Wasser auf, die zwar g elch daraus verschwanden, aber nach kurzer Zeit fast an drrselben Stelle wirdee auftauchlen. Bei neuer.ichem Hinsehen r:kannien die erstaunten Arbeiter, daß es sich um See­hunde handelte, die bis an die pommersche Küste vorgedrungen traten. Auch unweit Ahlbeck wurden später einige mittelgroße See­hunde bemerkt, die auch aus daS Eis kamen, dano aber wieder in die Fluten tauchten.

Eine Kundgebung der jüdischen Fronlsoldoken.

Der Reichst und jüdischer Frontsoldaten beging in Berlin die Feier feines lOjährr.zen Bestehens durch einen Festakt, verbunden mit einer Kund­gebung im ehemaligen Herrenhause, an dem auch Vertreter deS Reichswehrministeriums, des LhefS ber Rlarineleitung, der Wehrmachtabteilung, ferner der Kommandant von Berlin, General­major Frhr. v. Schleinitz und Vizepolizei­präsident Dr. Weiß teil nahmen. Dec Gründer und Vorsitzende des Reichsbundes jüd-ischer Front­soldaten, Dr. Lev Löwenstein, wieS in feiner Festansprache darauf hin, daß 80 000 jüdische Soldaten an der Front gestanden hätten, von denen 12 030 auf dem Felde der Ehre geblieben feien, für die demnächst ein Gedenkouch heraus- gebracht werde. Der Reichsbund werde wie in oen vergangenen zehn Jahren auch in Zukunft feine Dienste dem deutschen Staat, dem deutschen Vaterland und dem deutschen Volk widmen. Als Vertreter des Bayerischen Landesverbandes sprach Landenberaer-Rurnberg, drc besonder- einen Mebetfclid darüber gab, was der ReichS- bunb aus dem Gebiete der körperlichen Ertüch­tigung und der Landwirtschaft und Siedlung geleistet habe.

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Wettervoraussage

Wettervorhersage für Dienstag Weiterhin sehr strenger Frost mit Tiefsttempera­turen unter - 20 Grad CelsiuL, hellenweise veb- llg. fonft meist heiter, trocken.

Witterungsaussichten für Mitt­woch: Etwas Abschwächung der Kälte, sonst toento Aenderung des 1 itterungLcharaklerS.

Lufttemperaturen am 10. Februar: mitaas3,1 Grad Celsius, abends14,7 Grad Celsius: am 11. Februar: morgens21/7 Grad Eelsius. Maxi­mum 3 Grad Celsius, Minimum 22,2 Grav Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 10. Februar abends4,2 Grad Celsius: oin 11. Februar: morgens =r-5,6 Grad Celsius. Som nenscheindauer 5X Stunden