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hatte das Volksbegehren Erfolg. Nun erklären dieselben Minister, es seien 21 Millionen Stimmen für de n Volksentscheid nötig. Laut Verfassung ist nur die Mehrheit der Abstimmenden erforderlich. Diese Mehrheit werden wir haben. Der Neichsminister des Inneren hat die Abstimmung auf den Goldenen Sonntag f e st g e s e tz t. Das widerspricht dem Sinn der Verfassung. Dio Verfassung bestimmt, daß Wahlhandlungen nur an Ruhetagen stattzusinden haben. Mit uns sind die im Kamps gegen den Kulturbol- chewismus stehenden kirchlichen Kreise und die cywerrinaende Wirtschaft einig in der Verurteilung rtr Entscheidung des Reichsministers gewesen. Gegen den Reichstag, der nur um der Erhaltung der Koalition mit dem Marrismus-Willen uns und unsere Kinder den Erpressern der Entente ausliefert, rufen wir das Volk auf.
Weitere Austritte aus der D. R. D. p.
Berlin, 9. Dez. (WTB.) Die deutschnatio- nalen Bertreter der christlich-nationalen Gewerk- schasts- und evangelischen Arbeitervereinsbewegung Daltrusch, M. d.RWR., Rudolph, Thränert, Blum, Adolph veröffentlichen folgende Erklärung:
„Die katastrophale Entwicklung, die die DNVP. unter der Führung ihres derzeitigen Vorsitzenden Geheimrat Hugenberg genommen hat, insbesondere das Vorgehen gegenüber unseren Freunden Hartwig, Lambach und Hülser, veranlaßt auch uns, das Band zwischen uns und der Partei zu zerschneiden. Es erscheint uns für Christen und sozial denkende Menschen unmöglich, dieser Partei noch länger Gefolgschaft zu leisten. Wir haben uns ehrlich um die Durchsetzung einer Volksgemeinschaft in und durch die Partei bemüht; es war umsonst. Run ist die Bahn frei für eine deutsche christliche und soziale Bewegung aus den breiten Schichten des Volkes heraus."
Die deu^schnationale Pressestelle veröffentlicht zu dem Bericht des Deutschnationalen Arbeiterbundes über den Beschluß, die bisherige absolute Bindung an die DRVP. auf» z u h e b e n, eine Notiz, in der sie erklärt, daß ein Teil des Ausschusses gegen diesesVor- gehen protestiert habe. Diese Ausschubmitglieder hätten eine Kundgebung beschlossen, in der die Bundesausschuhsihung als sahungs- widrig bezeichnet wird. Der protestierende Teil betrachte sich als den Deutschnationalen Arbeiterbund und werde weiter im Sinne seiner alten Grundsätze tätig sein. Der bisherige zweite Bundesvorsihende Wischnowski habe nach dem Ausscheiden des ersten Vorsitzenden Hartwig aus der Partei die Führung des Deutschnationalen Arbeiterbundes übernommen. Der Abgeordnete R ü f s e r sei für die Leitung der Geschäfte ihm zur Seite getreten.
Oer polnische Korridor.
Danzig, 9. Dez. (WBst Der A p o st o l i s ch e Administrator der Grenzmark, Prälat Kaller, ist bei seiner Rückreise vom Danziger Katholikentag von der polnischen Paßkontrolle wegen Fehlens des Rückreisevisums in Dirschau Sonntag nvcht ve r h a f t e t worden. Prälat Kaller wurde in einem völlig unzulänglichen Raum die ganze Nachtbewacht und durfte erst am nächsten Morgen unter polizeilicher Bedeckung nach Danzig zurückkehren. Die „Danziger Landeszeitung" gibt ihrer Entrüstung über diese Behandlung eines prominenten Vertreters der katholischen Kirche lebhaft Ausdruck und sieht in dem Vorkommnis erneut den Beweis der Unhaltbarkeit der jetzigen Zustände im polnischen Korridor.
Aus aller Welt.
vor einem palentkampf Junkers gegen Ford.
Die Junkerswerke in Dessau, die in fast allen größeren Staaten die grundlegenden P a - tente für den Bau von Ganzmetallflugzeugen besitzen, haben sich entschlossen, gegen die Ford-Werke in Detroit einen Patent- prozeß anzustrengen, der zunächst in Spanien ausgefochten werden soll. Es handelt sich in der Hauptsache um drei Patente, und zwar Aufhängung der Motoren am Flügel, Rumpfkonstruktion und Ganzmetall. Aus taktischen Gründen haben die Junkerswerke mit ihrem Vorgehen gewartet, bis die Farbwerke den Verkauf ihrer Ganzmetallflugzeuge nach einem anderen Lande als den Vereinigten Staaten durchzuführen versuchen würden. Dies ist jetzt der Fall. Die spa- Nische Monopolflugoerkehrsgcsellschaft Compania de Lineas Aereas Subvcntionadas hat eine Ford- maschine käuflich erworben, die demnächst nach Spanien eingeführt werden soll. Die Junkerswerke wollen nun durch einstweilige Verfügung dieses Flugzeug beschlagnahmen lassen, sobald das Schiff in einem spanischen Hafen eintrifft. Die Junkerswerke haben diesen Weg beschritten, weil es in Europa möglich ist, eine derartige Klage zivilrechtlich auf Schadenersatz und strafrechtlich im Offizialoerfahren zu führen, während diese Klageform in der amerikanischen Patentgesetzgebung unbekannt ist. Es handelt sich um ein einfaches Nachahmen der den Junkerswerken geschützten Konstruktionen.
Drei Kinder durch eine Bombe getötet.
3n Brooklyn sind die Kinder eines italienischen Marmoryänvlers aus tragische Art ums Leben gekommen. Sie fanden zu einer Zeit, als ihr Vater abwesend war, auf dem Küchentisch plötzlich ein Paket, das sie für ein Geschenk hielten. Als sie das Paket öffneten, e r p l o - dierteeincd arinverborgeneBombe. Die Kinder wurden getötet. Der Vater wurve bei feiner Rückkehr zunächst verhaftet, rechtfertigte sich aber durch die Vorweisung von Drohbriefen, in denen man von ihm die Zahlung von 6000 Dollar verlangte und im Weigerungsfälle mit einer Gewalttat drohte. Er hatte davon seinerzeit der Polizei Mitteilung gemacht, und sein Haus war daraufhin vorübergehend unter besondere Bewachung gestellt worden. Die Polizei hatte aber schließlich das ganze für einen schlechten Scherz gehalten und die Beobachtung aufgegeben.
Kampf mit chinesischen Piraten.
Auf dem chinesischen Dampfer „H a i ch i n g" befanden sich ein Engländer, drei Amerikanerinnen und ungefähr 300 Chinesen als Passagiere. Gegen 1 Uhr morgens machten plötzlich 2 0 bis 30 Piraten, die sich als Passagiere eingeschifft hatten, einen Angriff auf die Kommandobrücke, die durch Stacheldraht
und Gitter von dem übrigen Teil des Verdecks abgesperrt war. Es kam zu einem lebhaften oeuergesecht zwischen den Offizieren und der aus indischen Soldaten bestehenden Schutzwache einerseits und den Piraten andererseits. Die Schießerei dauerte drei Stunden. Schließlich steckten die Piraten das Verdeck des Schiffes in Brand. Unter den chinesischen Passagieren entstand eine Panik, und viele Männer, Frauen und Kinder sprangen über Bord. Gegen 5 Uhr morgens, als der Brand auf seinem Höhepunkt war, traf der durch drahtlose Hilferufe verständigte Zerstörer „Sterling" ein, dessen Besatzung das Feuer löschte und die Piraten überwältigte. 38 größtenteils schwerverwundete Chinesen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Kampf hat 12 Todesopfer gefordert, aber man glaubt, daß mindestens 60 chinesische Passagiere ertrunken sind.
Brand der Rheinbrücke bei Rieder-Lahnslein.
Montagabend entzündete sich vermutli ) durch Funkenflug ein Test! des Boden
belags der Rheinbrücke bei Riederlahnstetn. , Der Brand konnte bald durch die Feuerwehr gelöscht werden. Der Zugverkehr über die Brücke mußte fast zwei Stunden ruhen.
Deutsche Musiker im Ausland.
In der überfüllten Albert-Hall in London fand das erste Konzert der Berliner P H i l - harmoniker unter Leitung Furtwänglers statt. Die englische Gesellschaft war durch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten vertreten. Ferner sah man die deutsche Kolonie mit Botschafter Sthamer und den Mitgliedern der Botschaft. Das Programm umfaßte Haydn, Beethoven, Tschaikowsky und Strawinsky. Der Beifall war sehr stark und am Schlüsse stürmisch.
In Rom dirigierte Richard Strauß im ausverkauften Augusteum sein zweites Orchesterkonzert. Das Programm umfaßte Teile aus „Salome" und die Alpe Symphonie. Mit begeistertem Beifall wurde bj$ Leistung des beliebten Komponisten und Dirigenten gefeiert.
Die Komnumalwahlen in Ostoberschlesien.
Auch in Ost-Oberschlesien haben am letzten Sonntag Gemeindewahlen statgefunden. Nach den bis jetzt eingelaufenen Nachrichten hat das Deutschtum seinen Besitzstand in den örtlichen Parlamenten nicht wahren können. Der Wählernachwuchs ist nicht kräftig genug, um sich durchsetzen zu können, wie das die deutschen Oberschlesier bisher getan hatten. Einmal fällt zugunsten der Polen ihre Schulpolitik ins Gewicht, die sich nur dem Scheine nach an die Bestimmungen des Minderheitenabkommens hält, in Wirklichkeit aber unbeirrt dafür sorgt, daß deutsche Kinder in polnischem Geiste erzogen und zu Pole na e m a ch t werden. Zum anderen haben aber diese Wahlen gezeigt, daß der Pole drauf und dran ist, das Deutschtum mit Gewalt m u n d t o t zu machen. Das System des Wojewoden Garszynski ist schon so oft an- geprangert worden, daß es eigentlich überflüssig ist, darüber noch ein Wort zu verlieren. Dennoch ist es nötig, sich mit seinen Wahlvorbereitungen zu beschäftigen, weil aus ihnen klar heroorgeht, daß, wenn er noch länger im Amte bleibt, eines Tages unter seiner Herrschaft überhaupt nur noch polnisch „gewählt" werden wird.
Es ist viel zu wenig öetaimt, daß die Wahlen am letzten Sonntag lediglich Wahlen in den Landgemeinden waren. Garszynski hatte für eine Dreiteilung Ost-Ober schle- siens gesorgt. Zunächst kam das von einer polnischen Mehrheit bewohnie Tefchener Land heran. Man konnte mit den Wahlergebnissen im Ausland den Eindruck erwecken, als ob in Loschen ausschließlich Polen leben. QI;er auch bei diesen Wahlen sind Wahlfälschungen an der Ordnung gewesen. Jetzt sind die Wahlen in den Landgemeinden gefolgt. 1926 durste das Deutschtum noch in 106 Ortfcha'ten mit eigenen Listen auftreten, jetzt war das lediglich in 60 Landgemeinden erlaubt. Lieber vie zig Ortschaften, die deutsche Mehrheiten aufuxifen, sind glatt ausgeschaltet worden. Hier erhielten also lediglich die polnischen Listen Stimmen, für die polnische Propaganda haben somit diese Orte dem Deutschtum endgültig den Rücken gekehrt oder weifen überhaupt keine deutschen Ern- wohner mehr auf!
Am 15. Dezember werden die Städte wählen. Auch hier wird der Wosewode Polens „Interessen" wahrzunehmen wissen, er wird vor allem genau wie bei den eben vorgenommenen Wahlen mit Terrorakten nicht sparen. Auf diese Weise werden, wenn man nachher die Ergebnisse der drei großen Stimmbezirke — Teschen, Landgemeinden und Städte — zuscrmmenfaßt und auch noch entsprechende Korrekturen vornimmt, für das Deutschtum erhebliche Verluste in die Erscheinung treten, die die Polen dann so erklären, als gehe das Deutschtum immer mehr im Polentum auf. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn Warschau vielleicht diesen Wahlausfall zum Anlaß nimmt, um die Neuwahlen zum Schlesischen Sejm, die längst überfällig sind, überhaupt nicht auszuschreiben. Ob man in Genf die ober schlesischen Gemeindewahlen auch einmal von dieser Seite aus betrachtet? Nas vorläufige Wahlresultat.
Schwere Beringe des Deutschtums.
K a t t o w i tz, 9. Dez. (WB.) Nach dem in der „Polska Zachodnia" veröffentlichten halbamtlichen Bericht über das Ergebnis der gestrigen Kommunalwahlen in den ost oberschlesischen Landgemeinden entfallen auf die deutsche L i ste (Deutsche Wahlgemeinschaft) im Kreise Kattowitz 9 Mandate gegen 13 im Jahre 1926, im Kreise Tarnowitz 9 (25), Lublinitz 11 (78), Schwientochlowitz 63 (111), Pleß 65 (92) und Rybnik 37 (rund 100 Mandate weniger). Nach den bisher ermittelten Zahlen hat die deutsche Wahlgemeinschaft in den Landkreisen einen Vertu st von 40 Prozent zu verzeichnen. Die deutschen Sozialdemokraten haben entgegen ersten Meldungen keinen Gewinn erzielt, sondern die Zahl ihrer Sitze im allgemeinen nur behauptet; nur in wenigen Ortschaften haben sie einen Gewinn zu buchen. Die Korfanty-Par- tei hat verhält üsmäßig starke Verluste zu verzeichnen, ebenso die nationalpolnifd)e Arbeiterpartei und die polnischen Sozialdemokraten. Endgültige Resultate liegen noch nicht vor.
Oer Prozeß gegen den Grafen Stolberg- Wernigerode.
Oie Mutter des Angeklagten wird als Zeugin vernommen.
Hirschberg, 9.Dez. (WTB.) Der dritte Derhandlungstag im Prozeß gegen den Grafen Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode begann mit der Vernehmung des Llntersuchungs- richters Landgerichtsrat Thomas über das erste Verhör des jungen Grafen, drei Tage nach der Tat. Der Untersuchungsrichter bekundete, er habe nicht den Eindruck gehabt, daß der Angeklagte im Llnterfuchungcgefängr.is ihm ein Geständnis ablegen wollte. Der Angeklagte habe sich später unter großer Erschütterung wegen seines Lügens entschuldigt.
Kriminalkommissar Drehhaupt sagte aus, der Angeklagte habe zugegeben, „wenn seststände, daß der Förster Wabnitz der Täter sei, dann würde er zugeben, daß er es ihm zutraue". Die Frage des Vorsitzenden, ob er der Auffassung sei, daß der Angeklagte einen Mord begangen habe, beantwortete der Zeuge verneinend. Bei der weiteren Vernehmung mußte die Schwester des Angeklagten Frau von Ohnesorge den Saal verlassen. Auf die Frage des Vorsitzenden: Wie stellte sich Ihr Vater zu der Verlobung Ihrer Schwester Antonie? antwortete der Angeklagte: Linser Vater war damals vollständig zufrieden. Bei der ganzen Familie fand die Verlobung keine Schwierigkeiten. Vorsitzender: Die ganze Familie soll Anstoß genommen haben an dem Leben des Verstorbenen. Konnte der Angeklagte aus diesen Motiven heraus gehandelt haben? Zeuge Dreyhaupt: Ich habe keinen Anhalt dafür, im Gegenteil. Das eine steht für mich fest, daß Christian Friedrich nie einen Mord begehen würde aus unwürdigen Motiven. Nun wurde Frau Ohnesorge wieder hereingerufen und bekundete, wie sie schon vor dev Verlobung die Einwilligung ihres Vaters gehabt habe, der ihren Verlobten sehr schätzte.
Die Lehrerin am Landeserzichungshe'.m Ilsenburg, Fräulein Krauß, die den Angeklagten bis zum Herbst 1915 als ihren Zögling b streut und erzogen hat und von Ostern 1916 bis Ostern 1918 als Hauslehrerin in Iannowih gewesen ist, bekundete, daß der Angeklagte Erlebnisse m i t reicher Phantasie aussta11ete. Bewußt habe er aber Unwahrheiten Wohl nicht ergäbst. Von einer Differenz zwischen Vater und Sohn habe die Zeugin nie etwas bemerkt. Ich glaube, daß er aus Fahrlässigkeit feinen Vater erschoß, und führe feine Lügen auf seine il n - f ähigkeit der Kontrolle seiner selb st zurück.
Es kommt dannzurZeugenvernehmung der Mutier des Angeklagten.
Ehe sie vernommen wird, beantragt Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune, den Angeklagten abtreten zu lassen, weil die Mutter sonst vielleicht in ihrer Aussage zu
rückhalten würde. Das Gericht schließt sich dieser Auffassung an und der Angeklagte verläßt den Saal. Die Gräfin Erika sagt aus, sie habe neun Kinder Ihre Ehe sei unglücklich gewesen. Sie gibt zu, zu ihrem Schwager Karl In nähere Beziehungen getreten zu fein.
Vorsitzender: Seit wann bestand dieses Verhältnis? — Zeugin: Schon seit Beginn der Ehe.
Vorsitzender: Können Sie heute verstehen, wie das gekommen ist? — Zeugin: Es waren geistige Beziehungen. Die Zeugin bekundet ferner, i h r VerhältniszudenKindernseigut gewesen und in Erziehungsfragen habe sie keine Differenzen mit ihrem Manne gehabt.
Vorsitzender: Wann hat Ihr Mann erfahren, daß Sie in Beziehungen zum Grafen Karl standen? — Zeugin: Ich habe es ihm sofort gesagt.
Vorsitzender: Und was sagt« er dazu? — Zeugin: Es ist ihm nicht leicht geworden, aber «r hat gesagt: Ehe du gehst, erlaube ich alles.
Vorsitzender: Sind die Liebesabenteuer Ihres Mannes bis in die letzte Zeit hineingegangen? — Zeugin (nach einigem Zögern): Sie ereigneten sich immer wieder mal.
Vorsitzender: Waren Sie auch so großzügig wie Ihr Mann? — Zeugin: Ich konnte «s ihm nicht verdenken.
Vorsitzender: Wie standen Sie zu dem Alkohol- genuß Ihres Mannes? — Zeugin: Er war mir unsympathisch. Die Zeugin schildert dann den Unglückstag. Ihre Kinder schreckten sie mit der Nachricht von einem Einbruch und ihre Tochter erzählte von einer schweren Verletzung des Vaters. Ich hatte, so erklärt die Zeugin, das Gefühl, Antonie wollte mich schonen. Später erfuhr ich die Einzelheiten.
Vorsitzender: In welcher Verfassung war Ihr Sohn? — Gräfin Erika: Er hatte einen ganz seltsamen Gesichlsausdruck, war furchtbar aufgeregt und schien direkt gestört. „Mama", sagte er, „das lasse ich mir nie im Leben gefallen! Papi ist tot! Sieht man denn was? Din ich gewürgt?" fragte er weiter. Es war aber nichts zu sehen. Ich glaubte zwar an einen Einbruch, aber mir fiel die merkwürdige Stille auf, die trotz dieses Einbruches herrschte. Bis zum Morgen blieb ich mit meinem Sohn zusammen, beim ich fürchtete, es könnte ihm etwas passieren.
Vorsitzender: Hat Ihr Sohn sich in dieser Nacht Ihnen anvertraut? — Gräfin Erika: Nein.
Vorsitzender: Können Sie das mit gutem Gewissen beschwören? — Gräfin Erika: Ja.
Qlm nächsten Morgen, so fährt die Zeugin fort, packte mich regelrecht die Verzweiflung: Der Mann tot, der Sohn in Haft genommen, und, als letztes, die Nachrichten in den Zeitungen. Ich sah meinen Schreibtisch voll von Brie
fen. Ich wußte, daß eine H ausfirchung kommen sollte. Da stieg ein förmlicher Ekel in mir auf. Jetzt wollen fremde Hände in meinen eigensten Angelegenheiten wühlen! Da beschloß ich — das war natürlich blödsinnig, das gebe ich heute zu — die Briefe zu verbrennen. Auch habe ich dem Mädchen tatsächlich gesagt, sie sollte von dieser Verbrennung der Llntersuchungskommission nichts sagen.
Vorsitzender: Stand etwa in den Driesen schon etwas über die Tat? Der Staatsanwalt geht von der Vermutung aus. — Zeugin: Nein!
Vorsitzender: Können Sie das beeiden? —> Zeugin: Sofort! Ich freue mich.
Vorsitzender: Haben Sie sich mit Ihrem Sohn verabredet? Zeugin: Nein!
Vorsitzender: Können Sie das auch beschwören? — Zeugin: Ja. (Sie schluchzt und geht schnell zu dem Platze des Verteidigers, um ein Glas Wasser zu trinken.)
Vorsitzender: Es' ist behauptet worden, Sie hätten vieUeicht mit Ihren Söhnen darüber gesprochen, es wäre besser, toeim der Vater wegkäme. — Zeugin (empört): Das ist eine Gemeinheit, das ist nicht wahr.
Vorsitzender: Wissen Eie davon, daß Onkel Karl unerlaubte Beziehungen zu ihren Söhnen gehabt hat? — Zeugin: Nein!
Vorsitzender: Einer Ihrer Söhne hat die Aussage verweigert. Einer hat gesagt, Sie hätten sogar das Schreiben des Onkels entdeckt, als Sie ihn mit einem der Söhne überraschten. — Zeugin: Das ist nicht wahr. Das kann ich beschwören.
Vorsitzender: Haben Sie jemand beauftragt, die Spuren der Einbrecher zu entdecken? Die Zeugin führt ihr Taschentuch zu den Augen und findet lange keine A.stwort, bis der Vorsitzende davon abläßt, in sie zu dringen.
Damit ist die Vernehmung der Gräfin beendet. Weiterverhandlung Dienstag.
Oer Sturm dauert an.
London, 9. Dez. (WB?) Der Sturm, der seit nunmehr fünfTagen über England und dem Atlantik wütet, ist der h e f t i g st e, der in England je verzeichnet wurde. Wie das Wetterbureau ankündigt, dürfte der Sturm, verbunden mit Regen» fällen zum mindesten an der Südküste vorläufig noch andauern. Der Kanalverkehr wurde trotzdem heute vormittag wieder ausgenommen. Die schweren Regenfälle haben die Lage in den vom Hochwasser heimgesuchten Gegenden, besonders im oberen Tal der Themse, noch verschlimmert. Nach Meldungen aus Trouville, hält ber Sturm im Kanal mit unverminderter Heftigkeit an. Alle Schiffsverbindungen mit der Normandie sind seit drei Tagen unterbrochen, sogar der Schiffsverkehr zwischen Trouville und Le Harve. Zu gewissen Stunden mußte auch der Motorbaotverkehr zwischen den nahe gelegenen Städten Trouville und Deauville eingestellt werden.
Nach einer Aufstellung des „Journal" sind während der letzten Sturmtage 71 Seeleute ums Leben gekommen; die Zahl dürfte sich jedoch beträchtlich erhöhen, da noch zahlreiche Schiffe in Seenot gemeldet werden. So ging im Golf von Gascogne der italienische Dampfer „C h i e r i" unter, der 4 1 Mann an Bord hatte. Nur der Kapitän und fünf Mann der Besatzung konnten gerettet werden. Die von einem französischen Fischerboot aufgenommenen sechs Schiffbrüchigen trieben, sich an Planken klammernd, stundenlang auf der stürmischen See. Trotz Absuchens der UnglüdS- stelle bis zum nächsten Morgen konnte fein weiteres Mitglied derBesahung gerettet werden.
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Die Zyklonenfamilie im Norden verursacht durch ihre Verlagerung eine allgemeine Wcstströmung, unter deren Einfluß wechselhaftes Wetter herrscht. Die Temperaturen zeigen bereits wiedr einen leichten Rückgang, der noch weiter anhalten wird, zumal kältere ozeanische Lust nachfolgt. Der Luftdruck steigt dobei an und die Bewölkung wird zurückgehen, jedoch nimmt die Wetterlage noch keine Beständigkeit an, und der Einbruch kälterer Luft führt noch zu leichten Schauern, die in Schnee übergehen.
WettervoraussagefürMittwoch: Käl- ter, nachts bis an Null Grad, wechselhafte Bewölkung mit Aufheiterung, vereinzelt leichter Regen, in höheren Lagen auch Schneeschauer, um West drehende Winde.
Witterungsaussichten für Donnerstag: Ruhigeres Wetter mit Nachtfrostgefahr.
Lufttemperaturen am 9. Dezember: mittags 7,5 Grad Celsius, abends 8,5 Grad; am 10. Dezember: morgens 6,1 Grad. Maximum 9,6 Grad, Minimum 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Dezember: abends 3,9 Grad; am 10. Dezember: morgens 5 Grad Celsius. — Niederschlag 1,1 nun.— Sonnenscheindauer 2% Stunden,
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