Landwirtschaftliche Woche in Darmstadt.
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Nachdruck verboten.
Vornan von 3- ^choeider-Foerst!. llrheberrechtsschutz Oskar Meister. Werdau i. Sa.
Oie Abnahmegewähr beim Elektrizitäts-Doppeltarif.
Von der Direktion der städtischen Elektrizitätswerke wird uns geschrieben:
Die Erhöhung der Abnahmegewähr bei dem für Geschäfts^ ite bestimmten Doppeltarif wird immer noch nicht richtig aufgefaßt. Es sei daher nochmals in aller Kürze hierauf eingegangen.
Als im Jahre 1926 der Do p p e l t a r i f eingeführt wurde, sollte er unserer Absicht nach zunächst nur für Privathaushalte bestimmt sein, um dort einen Anreiz Zur Beschaffung stromverbrauchender Apparate zu
Seit Tagen schlief Het i igen nun Nacht für Nacht In ei irr drr Baiallen an drr Arbeitsstätte. Ja-keö halt: zwar verständnislos den Kips geschüttelt, als er ihn von seinem Vorhaben In
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„Es macht mir der Eindruck, als ob ec irgendeinen Kummer mit sich trüge,“ sprach die Kam- merzienrätin. »Hast du i)n noch nie gefragt, Kurt?"
Diebvto lachte hell hinaus. „Liebeskummer! Ja — der kann ihn möglicherweise plagen, Mama! Denn in den sechs Tagen, welche die Jesko hier war, erschien er tote umgewandrlt. Ich habe ihn — als er mich damals i is Bellevue ein lud, sie kennenzulernrn, noch nie so prächtig gelaunt gesehen! Beinahe ausgelassen! Die b i den duzen sich natürlich und |te nannte ihn nie anders als „QH:in Bub". Ich hab ein biizchen aus den Busch geklopft, da gestand er, daß die Sängerin fei; Wochen die Frau des Erzherzogs Christoph sei.“
„Erlaube, Kurt," warf der Kommerzienrat erzürnt ein, „man soll dem Nächsten niemals seine Ehre schmälern. Du hättest am wenigsten Grund dazu, diesen Mann irgendwie zu verdächtigen."
„Fällt mir ja gar nicht ci i, Hava! Ich maße mir nicht das leiseste Recht zu, ihm irgendwie Moral zu predigen. Komisch ftidr ich nur — daß er — kaum die Dina fort 11, schon wieder ander» wei'ig Feuer gefa igen zu haben scheint, d:nn im Bellevue wohnt eine junge, ausnehmcmd hübsche Dame, vor der er jedesmal den Hut zieht, obwohl er sie gar nicht weiter zu rennen scheint. Ich habe sie noch nie zusammen sprechen sehen!"
„Du verleumdest ihn!“ Die KommerztenrLftn sah mißbilligend auf dm Sohn, der mit größtem Appetit s i i Huhn z^tegte.
..Aber Muttchen! Es ist ja blasser Neid von mir! Wenn ich Hrlti.ngen wäre, hätte ich dir längst schon sechs Schwiegertöchter ins Haus ge- bracht! Aber so habe sch noch bei fettem einzige, Mädchen Gluck gehabt!"
Man lachte. Da nn war dos Thema erledigt, und man sprach von anderem.
Schöffengericht Gießen.
* Gießen, 9. Ian. Ein Landbriefträger aus der Provinz hatte im September 1928 in mehreren Fällen Geldbeträge nicht ordnungsgemäß an die als Empfänger bezeichneten Personen abgelielert, sondern sie für sich behalten und die Änterfchrift der Adressaten gefälscht. In einem weiteren Fall hatte er einen ihm zur Einzahlung bei der Post mltgegebenen Betrag ebenfalls unterschlagen und die Annahme d'.efes Betrages nicht in seinem Buch vermerkt. Mit Rücksicht darauf, daß er im wesentlichen geständig war, erhielt er wegen schwerer Amts - unterschlagung zehn Monate Gefängnis.
Ein Landwirt aus der Wetterau hatte zweimal ein zwölfjähriges Mädchen unzüchtig berührt. Da besondere Milderungsgründe Vorlagen, lautete die Strafe auf 1 Monate Gefängnis.
Ein wegen Körperverle^ung mittels eines Messers vorLestraftcr, herumziehen^ec Korbmacher hatte beim ©Len mit einem anderen Händler Streit bekommen und diesem e'.r.en derart schweren Messerstich versetzt, daß längere Zeit Lebensgefahr bestand und dec Verletzte noch heute in ganz erheblichem Maße unter den Folgen des Stichs zu leiden hat. Wegen schwerer Körperverletzung wurde auf eine Strafe von 8 Monaten Gefängnis ernannt.
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toirikchaft.llche Sage des Vereins ist. wie aus der Rechnungsablage hervorging, günftig. Die Borstandswahl brachte folgendes Ergebnis: Ehrenvorsitzender Gutspächter Kammer, Hungen, 1. Vorsitzender R. Schmidt, Stein- Heim, Reitlehrer Heine, Hungen, Rechner E. Hofmann, Rodhelm, Schriftführer K. Weck, Hungen, sowie zwei Beisitzer: H. Köhler, Hungen und W. K o h l h e y e r . Hungen. Der von e'nigen Mitgliedern gestellte Antrag, den Verein vom Landjugendbund loszulösen, wurde ahgeleBnt. Der Beitritt zum „Reichsvecband für ländliche Reit- und Fahrvereine" (Sitz Derlin) lourße beschlossen. Für die Zukunft plant man Den Sammelbezug von einheitlichem Reitzeug u. DgL An den kommenden Sonntagen sollen Werberitte nach Villingen, Ronnenroth, Langsdorf usw., nach jetzt noch nicht beteiligten Orlen, vorgenommen werden. Die Aeuanmeldun- gen von Mitgliedern bei der jetzigen Versam- lung — Der Derein hat jetzt über 40 Mitglieder — sowie die Zunahme der Warmblutpferde bei den Landwirten unserer Gegend lassen erhoffen, daß Der Reitsport Zukunft hat.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
ZL Wetzlar, 9. Ian. Die neue eiserne Brücke über die Lahn ist seit etwa 14 Tagen für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Infolge des eingetretenen Frostwetters konnte nur die Fahrbahn fertiggestellt werden, während die Bürgersteige erst im Frühjahr angebaut werden sollen. Die in ihrem Unterbau sehr massig aussehende Brücke findet in den Kreisen der Bürgerschaft, die noch an die schlanken Linien der alten Brücke gewöhnt sind, manche Kritik. Bemängelt wird besonders, daß eine wesentliche Höherlegung der Brücke emlgen mußte, dazu noch eine Wölbung von ungefähr einem halben Meter. Hierdurch mußten auch die anschließenden Straßen- Aüge erhöht werden, was bei der Enge des zur Verfügung stehenden Raumes und des direkt angrenzenden Hausertores nicht besonders günstig wirkt. Die seitlich verschobene alte Brücke ist an einen Alt- händler auf Abbruch verkauft worden und wird zur Zeit auseinander gefügt und als Schrott verladen. Vie wir hören, soll der ganze Erlös für die Brücke etwa 3000 Mark betragen.
Kreis Biedenkopf.
4k Gladenbach, 9. Ian. Gestern abend gegen 8.45 Uhr brach in der Drechslerwerk st atte des Konrad Rücker, Burgstraße 30s, wahrschein- lich durch Ueberhitzen eines Ofens, Feuer aus. Rach kurzer Zeit erschien die Freiwillige Feuerwehr und nahm sofort die Lööscharbeiten auf. Durch ihr tatkräftiges Eingreifen gelang es, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken. Rach einer Stunde tonnte der Brand als gelöscht angesehen werden. Der Schaden beläuft sich auf etwa 5000 Mark »nd ist durch Dersicherung gedeckt.
Maingau.
* Frankfurt a. M., 9. Ian. Am Montag hielt Der Klub für Landwirte, dem auch viele hessische Gutspächter und Hofpächter als Mitglieder angeboren, seine erste Hauptver- f ammlung im neuen Jahre zu Frankfurt a. M. ab. Die Tagung war gut besucht. Den Haupt- gegenftanb Der Tagesordnung bildete ein Vortrag des älniversitätsprofessors Dr. H. K r o e - m e r vom Landwirtschaftlichen Institut in Gießen über das sehr zeitgemäße Thema: „L e i st u n a s - Prüfungen in ihrer Bedeutung für Die heutige Tierzuch t“. Der Vortrag wurde in all seinen ausgezeichneten Ausführungen mit großem Beifall ausgenommen. Auch die anwesenden Damen kamen dabei auf ihre Rechnung, da der Vortragende über die Leistungsprüfungen beim Geflügel, namentlich in der sich an den eigentlichen Vortrag anschließenden Aussprache, eingehende Aussührungen machte und schließlich den Klub zur Besichtigung der Einrichtungen in dieser Beziehung auf den Oberen Hardthof bei Gießen einlud.
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Oer zweite Tag.
WSR. Darmstadt, 9. Ian. In Den Beratungen des heutigen Tages kam vocmi.tags zunächst Prozessor Dr. Sagawe von Der ilni- versität Kiel zu Wort, Der über
„Betriebswirtschaftliche Fragen im bäuerNchen Betrieb"
sprach. Der Redner zeigte zunächst zwei Möglichkeiten: 1. Einstellung der Wirtschaft in möglichster Anpassung an Den Preteoeclauf, so, daß man versucht, Die günstigen Kvmun.taren auf- zu'angen und ungünstigen PreiSstanden möglichst auszuweichen, 2. Einstellung Der Wirtschaft so. Da*j man gewissermaßen eine Abwehrstellung gegen Den Einfluß Des ständigen Preiswechsels einnimmt, um ti? Wirtschaft dadurch vor allzu starken Erschütterungen zu bewahren. Der erste Weg, Der bedeute, etwa Den Preisen nachzulausen, wird als mit dem Wften des landwirtschaftlichen Betriebes wenig vereinbar mit wenigen Ausnahmen abgelehnt. Eine Verminderung des Risikos müsse gerade in Zeiten Der Geldknappheit an gestrebt werden, Da sonst bei Verlusten keine Deckungsmoglichkeit bestehe, oder neue Verschuldung eintrete. Dem Preisverlauf könne durch or- ganisatorifche Maßnahmen nur begegnet werden, wenn man mit einiger Sicherheit diesen Verlauf zu übersehen in der Lage sei und Den Er- zeugu.igsvorgang entsprechend reguliere. Die Selbsthilfe sei beschränkt, und die Absatzsteigerung führe mir langsam vorwärts. Notwendig sei sofortige Ei Stellung Der Wirtschaftspolitik auf die Bedürfnisse der Landtoi.tschaft. Kreditbewil- ligungen unD halbe Sanierungen packten das älebel nicht an der Wurzel. Der zweite Weg. die Wirtschaft den Preisschwankungen nicht ganz wehrlos auszusetzen, führe zu vielseiliger Wirtschaftsorganisation. Da auch heute noch die Voraussetzungen für intensive Wirtschaft nicht gegeben sind, müsse die Wirtschaft möglichst bodenständig eingestellt werden. Um verstärkte Ver- edrlungswirtschast treiben zu können, müsse der Staat für eine ausreichende, stetige Preislage sorgen, die vor Preiseinbrüchen der ausländischen Konkurrenz bewahre.
Nach kurzer Aussnrache referierte der Geschäfts- führet beim Deutschen Landwirtschafterat, Dr. Eyrenforth über das Thema:
„Wie wirkt sich die soziale Umschichtung unseres Bolkes In der Zukunft auf unsere Landwirtschaft aus?"
Der Redner behandelle zunächst die verschiedenen Arten der statistischen Erfassung Der Umschichtungen der Bevölkerung auf dem Lande und in den Stadien. Er kritisierte Die Richtung der Bevölkerungsstatistik des Statistischen Reichsamte, die zugunsten der Städte sich auswirke. Der Redner glaubt, daß man in Zukunft froh sein könne, wenn Der deutsche industrielle Zustand im gegenwärtigen Umfange und in modernster unb intensivster Art erhalten werden könne. Die wirtschaflliche Bedeutung Der Landwirtschaft bleibe nach wie vor erhalten, deren Arbeitsleistung bedeutend gestiegen sei. Den Vorwurf, daß die Landwirtschaft sich der kapitalistischen Entwicklung nicht angepaßt habe, wies der Redner zurück: allerdings fei man auch in der Landwirtschaft in der kapitalistischen Entwicklung noch nicht am Ende. Trotz aller Hemmnisse während und nach dem Kriege habe die Landwirtschaft inzwischen eine sehr beachtliche Produktionssteigerung aufzuwetsen, während die gesteigert« 3luslandeinfuhr auf geenterte Konsumgewohnheiten zurückzuführen fei. Die deutsche Landwirtschaft kaufe jährlich für mehr als 800 Millionen Mark Maschinen unserer Industrie ab, wobei die Mechanisierung bet Landwirtschaft noch viel weitergehen könne. Wenn die schlechte soziale Lage Der Landwirtschaft so weiterbestehen bleibe, wäre eine neue schwere Beoölkerungsum- schichtung und die Proletarisierung der Landvevöl- kerung nicht au vermeiden. England habe diese Entwicklung bereits erkannt und seiner Landwirtschaft Prämien ausgesetzt. Der Redner behandelte dann die politischen Gründe und das Unvermögen, sich in bäuerliches Denken einzufühlem Der Achtstundentag der Stadtbevölketung fei nur auf dem Rücken der zehn« bis dreizehnstündigen Arbeitszeit der Landbevölkerung möglich. Der Redner polemisierte bann gegen die städtische Wohn- und Bodenreform, wie sie in der Reichsverfassung und dem neuen Heimstättengesetz ihren Niederschlag gefunden habe. Die Zahlen über Produktionsanteile der Land- roirt|d^ift und Industrie seien Unsinn. Im Jahrs 1925 habe aber tatsächlich die Roheisenerzeugung 25 v. H. der Milcherzeugung betragen, die der Stoin-
Oedem ein^e'.nen dankte Joachim mit einem freundlichen Dicken für fein „Guten Morgen, Herr Chefingenieur I" Er hatle noch niemals eine Differenz mit einem feiner Untergebenen gehabt. Sie liebten ihn ausnahmslos und folgten ohne Widerrede seinen Anordnungen.
Jankes legte ihm mit einem Lächeln die Hand aus Die Schuller. „Gucken Sie nur Die Leute an. wie die an Ihnen hängen. UnD Das andere: Sie sehen Gespenster, verehrter Baron! Es ist alles in bester Ordnung. Ihre Berechnung stimmt so genau, Daß nicht Das geringste fehlen kann."
Hettingen stanD schwelge iD unD nagle an seiner, älnterüppe. Mit einem grübelnDen Zug in Den Rügen starrte er nach Dem Dunklen Loche, Das Menschenwille in Den Berg gebohrt hatte. Ein Fünftel Der acht Kilometer weiten Strecke war bereits gesprengt.
Immer, trenn Der letzte Donner über Die Berge hmlief, atmete er auf. Dis heute halle er noch nicht einen ein,igen Ung ücksfall zu verzeichnen. Das war immerhin beruhigend. Gewöhn.ich ging es nie ohne solche ab, und auch Diesmal haäte er mit einem gewissen Prozentsatz gerechnet.
Aber es vrr/ief alles gut!
„Sind Sie Der Meinung, Bäron, Daß man weiter hinein auf größere Schwierigkeiten stoßen wird?" fragte Jankes unD suchte Vergeblich Den sinn enden Au sDruck in Hettingens Augen zu enträtseln.
Ein kaum merkliches Hochheben Der Achseln. „Ich mache seit Wochen Den Letzten spät abenDs. Dann Dampft es aus Dem Inneren. Ein ganz seiner, leichter Rebel nur. Aber er ist da — Tag für Tag!"
»Das ist Doch nichts BefonDeres. Baron! Das können 6te Doch am ganzen Gelände beobachten."
Hettingen fchültelle den Kopf. „Das ist nicht ein und Dasselbe, Herr Kommsr'ienrat. Wenn ich morgens komme, sollte Das Doch eigentlich noch viel mehr Der Fall sein. Aber Da liegt Der Schacht ohne jeden Schleier!"
»Sie sind zu gllvi/fenhaft, lieber Baron Hettingen. Ich erinnere mich genau an Ihre Worte in der ersten Stund: des Beisammens.ins. „Jedes andere Leben ist mir so heilig wie Das meine selbst. Man kann nicht mehr tun, als Vorsicht wallen lassen — und für Dis it ja unter Ihrer Lei'.ung bN zum Höchstmaße gesorgt."
Joachims HanD lag für Seku idm zur Verabschiedung in Du- Des Kommerzienrates. „Möglicherweise, Daß ih Doch noch darauf komme -V‘ sagte er uib begleitete Den Eh es zu seinem Wagen, der ein wenig später der Stadt zusuhr.
Jankes sah noch einmal zurück unD lüftete den Hut. Aber Het.ingen grü >te nicht mehr. Denn er war bereits Den Damm hi:ausgeklettert. Die viele Arbeit macht i)n nervös, dachte der Kommerzienrat und lehnte sich nachdenklih in die Kissen. Sowie Der Tunnel fertig l;\ soll er Urlaub haben, unD zwar einen ganzen Wonot. DaS bringt seine Nerven am ersten wieDer in völliges Gleichgewicht. An Diesem Tage kam Hellingen nach Feierabend nicht zum Nachttisch in die Villa Jankes. Dafür überbrachte einer der Arbeiter ei ten Dries.
Sehr geehrter Herr Kommerzienrat!
Entschuldigen Si: heute giLlift mein Fernbleiben. Der Nebel, von fern ich Ihnen erzählte, ist mehr denn je abgetreten. Ich möchte die Nacht In einer Der Baracken bleiben.
Ihr ganz ergebenster
Joachim Hellingen.
„Wie wunderlich er schreibt,“ kritisierte Kurt. „Ich werde hinausgehen und ihm Gesellschaft leisten.'
Der Kommerzienrat verneinte. „Er sucht irgendeinem Phänomen auf die Svur zu fmimen.
würdest ihn nur stören. Vielleicht sieht er schon diese Nacht eil. daß es nicht Der Mühe wert war, Darüber zu reden."
schaffen. Für den Haushalt war auch di« damals ge- Ioiutrte ivaiantie von 4üU kw h zay^icher Lwnahnie bemessen. Entgegen unsrer Absicht wurde jeooch dieser Hausharilanf zunächst ohne jede Aenderung auch auf gewerbliche Abnehmer ausgedehnt. Nun ist cs ohne weiteres klar, daß eine derartige Herabsetzung des Strolnpreises von 45 Pf. auf 10 Pf. nur dann gerechtfertigt werden kann, wenn Der hierbei entstehende Einnahmeausfall durch eine entsprechende Vermehrung des Umsatzes min« deftens ausgeglichen wird. Eine Herabsetzung des Strompreises ohne Die Gewähr eines finanziellen Ausgleichs könnte u. E. auch von der Stadt- verordn»tenversammlung mit Rücksicht auf die finanziellen Auswirtungen in unserem Haushalt nicht verantwortet werden.
Aus diesen Erwägungen heraus mutzte Die G a - rantie für Die Geschäftsinhaber auf 1 5 00 kWh proIahr erhöht werden. Es wird nun wiederholt seitens Der Interessenten Darauf hinge- wiessn, daß viele Geschäftsleute diesen Iahresver- brauuj nicht erreichen tonnten. Wenn dies der Fall ist, und uns sind sehr viele derartige Fälle bekannt, so muß Darauf hingewiesen werden, daß sich der Abnehmer trotzdem beim Doppeltarif wesentlich günstiger steht als bei dem früheren Normaltarif. Es tna nur bei geringerer Abnahme eine aewisje Staffelung der Strompreise ein, die ja auch eine gewlsse Berechtigung hat, wenn man bedenkt, daß ja auch beim normalen Kleinkraftbetrieb, Der doch auch ge- werbl.che Abnehmer betrifft, eine Staffelung des Strompreises je nach Abnahme erfolgt. Ohne jede Gebühr, d. h. ohne jede Staffelung des Strompreifes, Den Geschäftsinhabern einfach einen Strompreis von 10 Pf. einzuräumen, würde den Kleinkraftabnehmern, die für Die ersten 1000 kWh 25 Pf. bezahlen müssen, gegenüber eine ungerechtfertigte Bevorzugung Dar- stellen.
Um die Wirkung der Garantie als Staffeltarif zu veranschaulichen, sei noch ein Beispiel gebracht. Ein mittelgroßes Friseurgeschäft verbrauchte 1925/26 vor Einführung des Doppeltarifs 530 kwh im Jahr und bezahlte hierfür 238,50 Mark; im Jahre 1926/27 stieg der Verbrauch auf 706 kWh zu niederem Tarif und 343 kWh zu hohem Tarif, wofür insgesamt 224,95 Mark bezahlt wurden; im Jahre 1927/28 schließlich betrug Der Verbrauch 850 kWh zu nieDerem und 387 kWh zu hohem Tarif, wofür zusammen 259,15 Mark bezahlt wurden. Hieraus geht also hervor, daß der betreffende Geschäftsmann nach Einführung des Doppeltarifs trotz nahezu verdoppelter Abnahme (von 530 auf 1049 kWh) noch weniger bezahlen mußte, als vorher; erst nach weiterer Steigerung auf 1237 kWh überschreitet Die jetzt gezahlte Summe Die frühere um rund 20 Mark. Wäre von Anfang an, d. h. seit seiner Einführung, die jetzt beim Doppeltarif verlangte Mindestentnahme von 1500 kWh pro Jahr gefordert worden, so hätten die Zahlungen im Jahre 1926/27 304,35 Mark, im Jahre 1927/28 324,15 Mark betragen. Im ersten Jahre hätte der Durchschnittspreis für eine kWh zu niederem Tarif dann anstatt 10 Pf. rund 21,2 Pf., im zweiten Jahre statt 10 Pf. rund 17,7 Pf. betragen. Beide Preise stellen eine ganz wesentliche Ermäßigung gegenüber Dem Norrnalstrompreis Dar unb weisen selbst gegenüber dem normalen Kleinkrafttarif noch wesentliche Vergünstigungen auf.
Kenntnis setzte, aber er trug sich mit der Hoffnung. die Unruhe würde sich am ersten dadurch beheben, daß -er eben einsah, wie nutzlos seine Befürchtungen waren.
Da in keiner der Dretterhütten eine Schlafgelegenheit vorgesehen war, hatte sich I. achim kurzerhand zwei Holzschragea zimmern lassen, über die er Bretter legte. Alnb auf dies« noch eine Schütte Stroh. Eine große Kotze vervollständigte dies mehr als einfache Dell.
Es gc-ügte ihm vollkommen. Die Nächte waren nicht kalt.
Wenn die Arbeiter nach Hause gingen, aß et rasch ein belegtes Brot und trank eine Tasse Tee, die er sich selbst zubereikete. Dann kroch er aus Händen und Füßen das Ge else hinauf unD horch e, ließ sitz herabgleiten u rd verschwcuiD int Innern des gesprengten Schachtes, d-ec sich Lfimet tiefer nach der Mitte des Berges zu erstreckt-.
Mit den Hand-'lächm tastete er dal Gewände ab, befühlte prüfend Die Dunstig . Dampfenden Mauern. Sie waren heiß und fchluvfrig. Er faltete die Finger zu ei-er Schale und fing die Tropfen auf, dir heraussickerten.
Sie waren tote laues Schtorselwasser. das mit Phosphor vermengt toai. und schmeckten ekel- erregend bis zum Brechreiz.
Er setzte sich auf eines der toter Herumliegenden Ftlstrümmer im Schachte und dachte angestrengt nach, wie sich ihm das Rätsel am ersten lösen könnte. Der Geruch, welcher sich auf seine Atmungsorgane legte, betäubte fast. Schon heute mittag war einer der Arbeiter zu ihm gekommen und hatte über starkes Itebslsein geklagt. Das hing möglitzerw iie mit dieser mehr alö eigentümlichen LurSoünstung drs Berges zusammen.
Er hatte erst die ganze Nacht herinnen ver- brlnpen wollen, aber es erschi-rn i';m Nun als ztoecklos. SS war nicht das geringste zu sehen.
Ins Frei: tretend, warf ihn ein jäher Schwindel gegen eines der riesigen Svrengstücke, bb sich hier zu meterhohen Haufen türmten.
(Fortsetzung folgt.)
kohlenerzeugung 55 v. H. Der Milcherzeugung. Es gelte, die „städtische" Gesinnung umguänbem. Denn die Wirtschaftsentwicklung gehe in den Bahnen des Imperialismus unb Nationalismus mit ben Schutzzöllen unb der Niederlage des Frsihandels weiter. Salle Deutschland auch in der Handelsabrüftung vorangehend Die Landwirtschaft habe dasselbe Recht zum Leben wie jede andere Bevölkerungsschicht.
Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine beinahe zweistündigen Ausführungen. Präsident Hensel bedauerte, daß es nicht möglich gewesen sei, nach einer viel größeren Zuhörerschaft den Dor trag zugänglich zu machen. Der Vortrag möge aber von allen draußen auf dem Lande ousgewertet werden. Er wünsche, baß es endlich gelingen möge, die hessische Bauernschaft unter einen Hut zu bringen. Dr. Ehrenforth erklärte auf eine Anfrage u. o., daß es der Mangel an Geschlossenheit der Landwirtschaft sei, wenn sie sich politisch nicht cner< gischer durchsetzen könne.
Tagung der heUchen landwirtschaftlichen Genossenschaften.
In dem bis auf den letzten Platz gefüllten großen Gartensaal DeS Städtischen Saalbaues tagte nachmittags Der VerbanD Der hessischen lanDwirtschaftlichen Genossenschaften unD seiner Zentralstellen. Nach einem toarm aufgenommenen Begrüßungswort Des Ver- hanDsprästDenten Professor B i e D e n k o p f sprach Der Generaldirektor Der heslifchen lanDwirtschaftlichen Genossenschaften, Berg, über
„Gegenwarlsfragen der ländlichen Gcnosseuschafteu".
Er erklärte u. a., wenn auch Der Stand Der hessischen Genossenschaften ein außerorDentlich hohes Niveau aufweife, so sei Doch Das Genossenschaftswesen kein Zaubeünnittel, um plötzlich alle Rot abstellen zu können. Wie int vorigen Jahre, könne auch Dieses Jahr die Prognose gestellt toer» Den:, keine Verringerung Der Zinssätze, feint: Ermäßigung Der Steuern unD sozialen Abgaben. Die Zentralgenossenschaft umfaffe nach einem Zugang von 39 Genoßen schäften, Der sich besonders auf Die Milch-, Obst- und Gemüse-Llösatzgenossen- schaften erstrecke, am 31. Dezember 1928 1045 Genossenschaften. Bei Dem StanD Der Spareinlagen, aus Dem oft auf eine Blüte Der LanDwirtschaft geschlossen werde, sei zu beachten, Daß in Den örtlichen Genossenschaftskassen auch Die Arbeiter, Angestellten unD Beamten, sowie die Gewerbetreibenden Der einzelnen OemeinDen Einlagen Deponierten. Der Redner vertrat eine mehr individuelle Kreditgewährung und die Schaffung von Rück.agen bei Den örtlichen Genossenschaften. Trotz Des außerorDentlich verschärften Konkurrenzkampfes zwischen Dem Handel unD Den Genossenschaften. Der individualistischen und kollektivistischen Wirtschastsgebarung haben sich Die Umsatz- ziffern weiter «choht. Der ReDner gab Dann zur Ausweitung Des TätigkeitsselDes Der Genossen- schasten zahlreiche Anregungen. Er warnte vor Der Inanspinichnahme staatlicher Mittel, wenn Damit für Die Genossenschaften eine Einengung ihres Selbstvertoaltungsrechts verbunden sei. Hoffentlich erreiche man noch in Diesem Jahr Die Schaffung Der Reichsgenos enschast. Wenn in Den örtlichen Genossenschaften politische, religiöse unD personelle Streitigkeiten erst ganz ausgeschlossen seien, sei man Dem Grnvssenschaftsziel am nächsten gekommen.
Die Lage im landwirlschafttichen Geldgeschäft behandelte Direktor Wager von der Zentralgenossenschaft. In seinen Ausfühiautgen war das wichtigste, daß er am Jahresende eine Entspannung von 3,4 Mill. Mk. feststellle. Die Gesamt- Haftsumme betrage heute 24 Mill. Mk. Der Gewinn würde wahrscheinlich 200 000 Mk. erreichen, woraus wahrscheinlich eine DiviDende von 6 Prozent unD eine Rücklage von 40—50 000 Mk. bewilligt werden könne.
Direktor Strasburger von Der Zentral- genvssenschaft behandelte darauf in über ll/i* stündigen Ausführungen
das geuossenfchafllichs Warengeschäft.
Er ging auf die einzelnen Gattungen im Warerv« bezug ein und teilte mit, daß der Llrnsatz in Futtermitteln im letzten Jahr täglich 1500 Zentner betragen habe. Er warnte vor Dem Ankauf von Mais zu teurem Mifchfutter, solange Die Zentrale Dieses selbst nicht liefere. Bei Der De- hanDlung Der Düngemittel kritisierte er beson-


