Ausgabe 
9.12.1929
 
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Die Gemeindewahlen in Bayern.

es dem freien Willen der einzelnen Dundesmit- alieder anheimgestellt bleibt, weiterhin der D. R.D. P. anzugehören. Die sofort in Kraft ge­setzten Satzungsänderungen werden der nächsten ordentlichen Delegiertentagung zur nachträglichen Genehmigung vorgelegt.

Lambach über seinen Austritt.

Richt Hugenberg. sondern Hindenburg."

Hamburg, 7.Dez. (WB.) In derDeutschen Handelswacht, der Zeitschrift des Deutjchnationalen Handlungsgehilfenoerbandes, erklärt der Reichstags­abgeordnete Lambach über die Gründe seines Aus­tritts aus der Deutfchnationalen Bolkspartei: Der Kasseler Parteitag hat gezeigt, daß die Deutsch­nationale Volkspartei heute ein Instrument in der Hand H u g e n b e r g s ist. Die Zahl der Wahlkreise und Ortsgruppen, die die alte christlich­nationale und soziale Tradition hochhalten, geht stän­dig zurück. Fluchtartig verlassen seit Jahresfrist die sozialgesonnenen und staatspolitisch eingestellten Ele­mente die Partei dieses Führers. Unsere Kollegen und meine politischen Freunde im Lande stehen vor der Aufgabe, in den Parteigruppen, in denen sie wirken, den Kampf um das Recht und die freie Mei­nungsäußerung und um die Möglichkeit einer wahrhaft volksoerbundenen, auf der Hindenburg-Linie s i ch be­wegenden Politik zu kämpfen. Ich habe das Vertrauen, daß sie überall, wo sie im deutschnatio- nalen Parteileben stehen, in diesem Sinne vorstoßen und von den Parteiinstanzen, denen sie angehören, eine klare Entscheidung for­dern werden. Es wird sich zeigen, daß sie in die­sem Kampf nicht einsam bleiben, sondern weite Kreise zu sich herüberziehen. Für diesen Kampf gilt die Parole: Nicht Hugenberg, sondern Hindenburg.

Keine Verstöße bei der Durch­führung des Volksbegehrens. Eine Darstellung des Reichsinncnministers.

Berlin, 7. Dez. (WB. Amtlich.) In der Presse der Parteien und Verbände, die hinter dem Volks­begehrenFreiheitsgesetz" standen, ist eine große Anzahl von Fällen zur Sprache gebracht worden, in denen angeblich Behörden oder Amts­personen gegen die gesetzlichen Be­stimmungen verstoßen haben, die den ord­nungsmäßigen Verlauf des Eintragungsverfahrens ficherstellen sollen. Das Reichsministerium des In­nern hat in allen diesen Fällen amtliche Er­mittlungen veranlaßt. Die Antworten liegen noch nicht vollzählig, aber doch größtenteils vor. Danach hat sich erwiesen, daß die erhobenen Beschwerden in fast allen Fällen u n begründet sind. Wo Unregelmäßigkeiten hervor­getreten sind, haben übergeordnete ©tei­len überall rechtzeitig eingegriffen entsprechend dem ausdrücklichen Ersuchen, das das Reichsministerium des Innern in seinem Rund­schreiben an die Landesregierungen vom 11. Oktober ausgesprochen hatte.

Oie Landtagswahlen in Thüringen.

Weimar, 8. Dez. (WB.) Die Wahlen zum Landtag von Thüringen find, soweit bisher Bach­richten vorliegen, im ganzen Lande vollkommen ruhig verlaufen. 3n Altenburg, wo es in den letzten Tagen verschiedentlich zwischen Natio- nalsozialisten und Kommunisten zu schweren Zu­sammenstößen gekommen wgr, herrschte vollkom­mene Ruhe. In Hildburghausen war Po­lizeibereitschaft eingesetzt worden, doch kam es auch hier zu keinerlei Störungen. In Jena stieß ein etwa 40 Mann zählender Trupp Ra­tionalsozialisten am Vormittag des Wahltages mit einem kleineren Trupp Iungsozialisten zu­sammen, die damit beschäftigt waren, Plakate der S. P. D., die in der Rächt abgerissen worden waren, wieder zu erneuern. Es kam .dabei zu heftigen Auseinandersetzungen, bei denen ein Iungsozialist von einem Rationalsozialisten einen Stich in den Rücken erhielt.

Nach dem vorläufigen amtlichen Ge­samtergebnis ergibt sich folgendes Bild: So­zialdemokraten 257 352 Stimmen (17 bis 18 Man­date), Chriftlichnationale Bauern- und Landvolk­partei 131 688 (9), KPD. 85 120 (6), Wirt- fchaftspartei 76 217 (5 bis 6), Deutschnationale Volkspartei 31618 (2 bis 3), Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei 90 236 (6), . Demokraten 23 528 (1 bis 2), Volksrechtpartei 9622 (0), Kom­munistische Opposition 12156 (0), Zentrumspartei 9632 (0), Hausbesitzer 423 (0), Deutsche Volkspartei 70 413 (5 Mandate). Abgegeben wurden insgesamt 798 005 Stimmen. Die Wahlbeteiligung be­trug 80 v. H.

Die Mandatsoerteilung im alten thüringi­schen Landtag war folgende: Sozialdemokraten 18, Landvolkpartei 9, Kommunisten 8, Wirtschafts­partei 6, Deutsche Volkspartei 6, Deutschnationale 4, Demokraten 2, Nationalsozialisten 2, Volksrecht­partei 1.

Oie Reform der Klaffenlotterie.

D e r l i n, 9. Dez. (Priv.-Tel.) Beratungen der Länderfinanzminister über die Reformvorschläge der Preußisch-Süddeutschen Klassenlot^erie haben zu dem Ergebnis geführt, daß eine Aenderung des staatlichen Lottcriesystems vorläufig nicht vorgenommen werden soll. Eben­falls ist nicht daran zu denken, daß eine Er­höhung des Lospreises eintritt. In Zu­kunft sollen vielmehr erst alle eingereichten Vor­schläge von den beteiligten Stellen noch einmal eingehend überprüft werden, und vorläufig, d. h. zumindest bis zum Spätsommer 19 30, der bisherige Plan beibehalten wer­den. Besonderes Interesse soll während der Be­ratung der Finanzminister für das sogenannte Mollingsche Projekt bestanden haben, jedoch soll auch für dies eine eingehende Prüfung auf feine Zweckmäßigkeit hin vorgenommen werden, da es verschiedene bedenkliche Seiten enthält. Dieses Projekt sieht bekanntlich vor, für den Staat hohe Geldbeträge als zinslose Dar­lehen hereinzubekommen.

Das Trockendock der Bulkanwerst gesunken.

Die beiden Rotterdamschen Schlepp­dampfer .Humbert" undWelte Zeey", die das von der Rotterdamsche Droogdok QUaat- schappij erworbene 11 000 Tonnen große Trocken­dock Rr. 2 der Hamburger Dulkanwerst von Hamburg nach Rotterdam bringen soll-

München, 9. Dez. (WTB. Funkspruch.) Sie Wahlbeteiligung bei den Gemeindewahlen in Bayern ist mit 79 bis 80 Prozent anzunehmen, und dürste wohl den Durchschnitt der Wahl oon1924 erreicht, wenn nicht überschritten haben. Aus den bisher gemeldeten Ergebnissen läßt sich ein ziemlich sicherer Schluß auf den Wahlausfall ziehen. Der her­vorstechendste Zug ist das außerordentlich starke Anwachsen der Nationalsozialisten. In dem von dem Londesdienst des Süddeutschen Korre- spondenzbureaus erfaßten Städten und Gemeinden haben die Nationalsozialisten insgesamt 62 Mandate neu gewonnen, und ihren Besitz­stand teils verdoppelt, teils verdreifacht. Als zweites Charakteristikum zeigt die Wahl eine stellenweise sehr beträchtliche Dezimierung der bürgerlichen Mittelgruppen, die in'den verschiedensten Kombinationen in den Wahlkampf gingen. Im ganzen ist der Mandatsverlust in den diesen Zahlen zugrunde liegenden Kommunen auf rund 50 Mandate anzunehmen. Vielfach sind an den Einheitslisten auch die Deutschnatio­nalen beteiligt gewesen. Wo die Deutschnatio­nale Dolkspartei allein in den Wahlkampf gegangen ist, läßt sich ebenfalls ein starker Rückgang der Mandatszahlen feststellen. Ebenso haben die De­mokraten und die Deutsche Dolkspartei, die nirgends eigene Listen ausgestellt hatten, teil an dem Rückgang der Einheitslisten. Im Gegensatz hierzu steht ein beträchtliches Anwachsen der Reichspartei des deutschen Mittel- standes. Die Bayrische Volkspartei und der Bayrische Mittelstandsbund haben ihren Besitz­stand im wesentlichen gewahrt. Die Sozial­demokraten hatten mehrfach nicht unbeträchtliche Gewinne, aber an anderen Punkten auch Verluste zu verzeichnen, die sich ziemlich die Waage halten. Das gleiche gilt von den Kommunisten. Die Stadträte in München, Augsburg und Re­gensburg verfügen über eine zweifelhafte bür­gerliche Mehrheit. In den genannten drei Städten dürfte die Bayrische Dolkspartei wieder die Ersten Bürgermeister stellen. In Nürnberg stehen 19 bürgerlichen Sitzen 21 Sozialdemokraten und 2 Kom­munisten gegenüber. Hier werden die 8 Mandate der Nationalfozialisten das Zünglein an der Waage sein.

Der neue Münchener Stadtrat wird sich wie folgt zusammensetzen: Sozialdemokraten 17

Hirschberg, 7. Dez. (WTB.) Am zweiten Verhandlungstage des Iannowitzer Tot.chlags- prozesses bekundete als Zeuge der in Ianno- wih ansässige Sanitätsrat Dr. Planitz, daß Graf Christian Friedrich der Täter sein mühte. Auf der Schule haben die Stolbergs alle nichts geschafft. Christian Friedrich war schwächlich und von kindlicher Denkungsart. Dei allen Stolbergs war der Erwerbssinn schlecht entwickelt. Einen Mord traue er dem Angeklag­ten nicht zu. Dr. Planitz hält es auch für un­möglich, daß die Mutter ihren Sohn zum Morde angestiftet haben konnte. Dem jungen Grafen selbst habe wiederum die Energie dazu gefehlt. Kreisarzt Dr. L ange hat im Ge­fängnis von einer geistigen Erkrankung des Grasen nichts feststellen können.

Auch die Zeugin Zobel, Stubenmädchen bei Stolbergs, traut dem Angeklagten nicht zu, daß er seinen Vater erschießt. Die Zeugin hat zwei Tage nach dem Tode des Grasen im Auftrage der Gräfin einen Stotz Briefe ver­brannt, und zwar schon zu ungewöhnlich früher Morge nstunde. Vorsitzender: Die Gräfin soll Ihnen gesagt haben:Gertrud, sa­gen Sie nichts davon, wenn die Herren zur Durchsuchung kommen." Zeugin: 2a.

Förster Gruner, der die Ausgabe hatte, die Gewehre sauber zu halten, erklärt, die Büchse, mit der der Todesschuh abgegeben wurde, sei um Weihnachten herum noch von einem Gast be­nutzt worden. Dann behielt er sie etwa acht Tage bei sich, säuberte sie und lieh sie in den Gewehrschrank wenige Tage vor dem Llnglücks- sall zurückstellen. Die Büchse sei, als er sie weg- bringen lief), bestimmt nicht gestochen gewesen, vielleicht hätten das aber seine Kinder getan, die sie in den Schrank brachten. Der junge Gras sei ein tüchtiger, vorsichtiger und gewandter Jä­ger gewesen, wozu ihn der Vater besonders an- gehalten habe. Sein Verhalten beim Repetieren sei unvorsichtig und leichtsinnig gewesen. DaS Verhältnis zum Vater sei viel zu gut getoeicii, als dah man ihm einen Mord zutrauen konnte.

Der Förster W a b n i tz erklärte auf die Frage des Vorsitzenden, Sie wissen, dah der Gras Sie indirekt beschuldigt hat:Ich bedauere das, aber schreibe das seiner Erregung zu. Mit Mutwillen kann er das nicht getan haben. Ich traue seinem anständigen Charakter eine solche Beschuldigung

ten, wurden auf der Rordsee von einem schweren Südwest sturm überfallen. Als sich der Schleppzug nördlich der Insel Ser- schelling befand, wurde er von der Gewalt des Orkans auseinandergerisser.. Hier­bei brach das Dock mitten durch und vers ank imWasser. Von den auf dem Dock befindlichen Personen sind zwei Männer er­trunken, deren Leichen geborgen werden konn­ten. Die beiden Schleppdampfer, die vermutlich nur geringfügig geschädigt wurden, befinden sich auf der Weiterreise nach Rotterdam.

Aus aller Wett.

Der Fall Lampel.

In der Strafsache gegen Lampel und Genossen hat das gerichtsärztliche Institut der Universität Breslau jetzt das Gutachten erstattet. Gefunden mür­ben in dem übersandten Grabeninhalt u. a. eine Trillerpfeife, ein kleines Taschenmesser, zwei Siegel­ringe und zwei Manschettenknöpfe. Außerdem wurde eine ftarf oxydierte Kugel aus einer Pistole, anscheinend Kaliber 7,69 mm vorgefun­den. Nach dem Gutachten läßt sich nicht mehr fest­stellen, ob die schwere Verletzung, die die Schädeldecke des Getöteten aufaeift, während des Lebens oder er st nach dem Tode entstanden ist. Nach dem Gutachten hätte die Verletzung zum mindesten Bewußtlosigkeit bewirkt, so daß der Verstor­bene nicht hätte aufspringen können, wenn die Ver­letzung nicht tödlich gewesen wäre. Das Gutachten hält es für möglich, daß die Verletzung erst nach dem Tode beigebracht worden ist. Der oorgefun-

(16), Deutschnationale 3 (6). Kommunisten 3 (2), Bayer. Volkspartei 12 (14), Nationalsozialisten 8 (4), Grund- und Hausbesitzer 2 (1), Freier bürgerlicher Mittelstand 3 (4). Die aus Demo­kraten, Deutsche Dolkspartei, und Reichspartei des deutschen Mittelstandes gebildete Freie bür­gerliche Mittelstandspartei, die bei der Wahl 1924 getrennt vorgegangen waren, hat demnach trotz des Zusammenschlusses einen Sitz verloren. Außerdem sind im Münchener Stadtrat neu der Gewerkschaftsring mit einem Sih und eine Bayer. Mittelstandspartei ebenfalls mit einem Sih ver­treten.

Fürth: Sozialdemokraten 19 (21), Kommu­nisten 2 (0), Bayer. Volkspartei 2, Rational­sozialisten 4 (1), Liste Selbständigkeit 8 (früher bürgert Ar bei tsgemeinsch af t, Daher. Volkspartei, Demokraten, Hausbesitzer und Lehrer 6 Sitze), Sozialrentner 1, Fortschrittliche Arbeitsgemein­schaft 3, Volksgemeinschaft (Deutschnationale) 1.

Würzburg: Sozialdemokraten 10 (9), DVP. und Deulschnattonale 2 (4), Demokraten 4 (5), Bayer. Dolkspartei 16 (17), Wirtschaftspartei 3 (3), Rat.-Soz. 4 (1), Christl.-soz. Reichspartei 1 (1). Wahlbeteiligung 66 Prozent.

Aschaffenburg: Sozialdemokraten 8 (8), Deutschnationale 1 (2), Demokraten 3 (4), Daher. Dolkspartei mit verbundenen Listen 14 (15), Rat.- Scz. 2 (0).

Ludwigshafen: Sozialdemokraten 14 Sitze, Zentrum 8. Wirtschaftspartei 3, Deutsche Volks- Partei 4, Demokraten 2, Kommunisten 3, Linke Kommunisten 1, Rationalsozialisten 3 und Christ­licher Volksdienst 1 Sih.

Pirmasens: Sozialdemokraten 5, National­sozialisten 10, Bayerische Volkspartei und Zen­trum 4, Kommunisten 5, Bürgerliche Mitte 3, Deutsche Dolkspartei 3, Deutschnationale kein Mandat.

. Neustadt a. d. Hardt: Sozialdemokra­ten 6, Bayerische Dolkspartei und Zentrum 5, Gewerbebund 2, Wirtschaftspartei 3, Mieter­verein 1, Kommunisten 2, Demokraten 1, Pro­testantischer Dürgerblcck 3, Deutsche Volkspartei 2, Nationalsozialisten 4 Sitze.

Speyer: Sozialdemokraten 9, das Zentrum und die Bayerische Dolkspartei zusammen 9, Deutsche Dolkspartei 5, Kommunisten 2, Demo­kraten 1, Wirtschaftspartei 2, Nationalsozialisten 2 Sitze.

wider besseres Wissen nicht zu."

Oberlandcsgerichtsrat Dr. Renner kennt als Beamter der Fideikommihaufsichtsbehörde die Verhältnisse auf Iannvwitz. Er bekundet, dah der Angeklagte über die ernste Lage des Fideikommisses unterrichtet gewesen sei. Er habe vor dem Geständnis wegen der Nachfolge den Angeklagten im Llntersuchungs- gefängnis besucht. Im Qkrlauf dieser Bespre­chung habe der Angeklagte auch gesagt, er wolle eine Erklärung abgeben. Der Llnter- suchungsrichter habe jedoch die Zuziehung eines Protokollführers abgelehnt, weil er die Unter» suchung bereits an die Berliner Kommissare ab­gegeben hatte. Ich hatte den Eindruck, dah der Angeklagte damals ein Geständnis abge­legt hätte.

Der Angeklagte erleidet plötzlich, einen offenbar schweren Zusammenbruch. Er ringt nach Luft und fällt bann halb ohnmächtig auf bie An­klagebank zurück. Seine Schwester, der Arzt Dr. Planitz unb mehrere anbere bemühen sich währenb einer Pause um seine Wieberherstellung. Nachdem ber Angeklagte sich von seinem Ohnmachtsanfall er­holt hat, wirb bie Verhanblung nach einer halbstün­digen Pause fortgesetzt.

Rechtsanwalt Reier stellt fest, daß die Gesamt- schuld der Allodmasse rund 215 000 Mark betrage, bie Ueberschulbung also um 153 000 Mark übersteige. Auf bie Frage bes Vorsitzenden, ob sich ber Ange­klagte sagen konnte, baß bie Wirtschaftslage besser werbe, wenn er den Vater erschieße, antwortet ber Zeuge Reier: Wenn Graf Eberharb ro e i t e r ge­arbeitet hätte, wäre nach anberthalb bis zwei Jahren ein rettungsloser Zusam. m e n b r u ch erfolgt. Führte Christian Friebrich die Wirtschaft weiter, so wäre der Zusammenbruch schon n a d) einem halben Jahre gekommen, so daß überhaupt nicht einmal eine Sanierung mehr möglich war. Der Zeuge Oberlandesgerichtsrat Ren- ner betont nochmals, er halte es für ganz aus- geschlossen, daß der junge Graf einen Mord begangen habe, zumal er keinerlei, namentlich keine wirtschaftlichenMotive finde. Zwar habe der Angeklagte einmal von Selbstmord gespro­chen: aber er habe sicherlich nicht im Ernst daran gedacht. Die Verhandlung wird mit Rücksicht auf den Schwächezuftand des Angeklagten auf Montag ver­tagt.

bene Oberkieferteil paßt nicht genau in den Schübel unb weist in der Nähe ber Trennungsstelle noch anbere Verletzungen auf, bie bie Annahme rechtfertigen, baß wahrscheinlich auch an bieser Stelle eine st umpfeGewalteinge wirkt hat. Das Gutachten läßt es bahingestellt, ob sie bei Lebzeiten ober nach bem Tobe beigebracht finb. Der schon früher erwähnte Leutnant Dr. Kanbt erkennt jetzt auf dem ihm übersandten Gruppenbild den Köh­ler als den Angehörigen seiner Kom­pagnie wieder. Den Köhler will er wenig gesehen haben, da Köhler nach den ersten Zwistigkeiten nicht mehr zum Dien st erschienen fei. Inzwischen haben sich bei dem Untersuchungsrichter weitere Personen gemeldet, bie den verstorbenen Köhler gekannt Haven wollen.

Grohfeuer in Bad Pyrmont.

In dem Hotel Waldecker Hof entstand in der Nacht zum Sonntag aus bisher noch nicht geklärter Llrsache ein Feuer, das mit großer Geschwindigkeit um sich griff. Gegen 1 Llhr nachts stand bas ganze Haus in Flammen. Die Hotelgäste muhten, da der Ausgang vollkommen verqualmt war, über die Balkons in Sicher­heit gebracht werden und konnten nur das nackte Leben retten. Durch den starken Sturm angefacht, wütete das Feuer etwa sechs Stunden. Das Hotel und ein daneben befind­liches Wohnhaus ,inb vollkommen nieder- gebrannt. Ein weiteres Wohnhaus ist schwer beschädigt. Personen sind glücklicherweise nicht zu- schaden gekommen. Hm 7 Llhr früh war die Ge­walt * des Brandes mit Hilfe der Feuerwehren der. Umgegend Im wesentlichen gebrochen, ihn

9er Nwzeß des Grasen Siolbers- Wernigerode.

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'LLettervOltiussage.

Die Zyklonentätigkeit nimmt unvermindert ihren Fortgang. Immer neue Störungen verursachen durch ihre Südseiten unbeständiges und regnerisches Wei­ter. Nachdem der heute über dem Nordmeer liegende Wirbel kühlere Luft nach Deutschland brachte, so daß ein allgemeiner Temperaturrückgang wahrzunehmcn ist, bringt durch ben neuen Wirbel westlich von Jr- lanb roieber wärmere Luft vor. Mit bem wechsel­haften Witterungscharakter werben auch bie Tem­peraturen Schwankungen unterworfen sein. Stärkere Bewölkung unb zeitweise Niederschläge treten zu­nächst auf, später jeboch dürfte die Wolkendecke wie­der durchbrochen werden.

Wettervoraussage für Dienstag: Un­beständiges Wetter mit schwankenden Temperaturen und zeitweisen Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 8. Dezember: mittags 7 Grad Celsius, abends 7,7 Grad Celsius: am 9. Dezember: morgens 4,1 Grad Celsius. Maximum 8 Grad, Minimum 3,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Dezember: abends 4,2 Grad: am 9. De­zember: morgens 4,6 Grad. Niederschlag 3,8 nun. Sonnenscheindauer 1K Stunde.

10 ilhr morgens war das Feuer endlich gelöscht. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.

Großer holelbrand in Middelburg.

In Middelburg auf ber holländischen Jnsek Walcheren brach in bem Hotel Versseput ein Brand aus, der bald eine große Ausdehnung an­nahm und in seinem Verlaufe nicht nur das Hotel selbst, sondern insgesamt 12 Häuser, bar- unter vier ber ältesten Patrizierhäuser vernichtete. Außer den Feuerwehren von Middelburg, Dlissingen und der Umgegend war auch aus Haag und Rotter- bam Hilfe herbeigeeilt. Doch war ber Wasser, bruckzugering.um einen berartigen Branb zu bewältigen. Der gewaltige Funkenregen, ber sich über die ganze Stabt verbreitete, hat auch in einem ber entfernteren Häuser einen kleineren Brand verursacht. Die zerstörten Giebel der Häuser stürzten auf die schmalen Straßen. Gegen Mitternacht war das Feuer bezwungen. Am Sonntag ist in einem ber abgebrannten Häuser ein neuer Brand ausge­brochen, wodurch die daneben befindliche..katholische Schule bedroht wurde. Einige Feuerwehrleute wur­den bei den Löschungsarbeiten verletzt und mußten ins Krankenhaus geschafft werben.

Verbrennungstod eines Brandstifters.

In Bodman am lieberlinger See war in der Nacht zum Samstag das Anwesen eines Landwirts durch Brand st iftung ein Raub der Flammen geworden. Als Brandstifter kam ein früher bei dem Landwirt beschäftigt gewesener Knecht in Frage, ber die Tat ausRache, weil er nicht wieder eingestellt worden war, begangen hatte. Als er am Sonntag- morgen in die noch unversehrt aebliebene Scheune des Landwirts eindrang und Feuer legte, konnte der Brandstifter nicht mehr rechtzeitig das Freie gewinnen. Er verbrannte in der mit reichen Futtervorräten gefüllten Scheune.

Aufklärung eines Raubmordes nach 15 Jahren.

Im Januar 1914 waren die Gebrüder Schmidt und der Händler Adolf L e h i n g aus Oldenburg vorn Oldenburger Schwurge.icht wegen eines Raubübersalls auf den Kassen­boten der Delmenhorster Wollkämmerei, bei dem der Bote getötet wurde, zu lebensläng­lichem Zuchthaus verurteilt worden. Im Jahre 1926 begnadigt und entlassen, be­trieben sie, die stets ihre Unschuld behauptet hatten, das Wiederaufnahmeverfah­ren. Es ist ihnen nun mit Llnterstühung ihrer Verleid'ger gelungen, die wirklichen Täter ausfindig zu machen. Am Samstag wurden in Bremen zwei Personen verhaftet, die be­reits beide ein volles Geständnis abgelegt haben. Die Verhaftung von zwei weiteren Tätern steht unmittelbar bevor.

Drei Mäbchen durch Einsturz einer Mauer getötet

In der Ortschaft Haubourdin bei LiUe ist durch das Llnwetter und den Sturm eine vier Meter hohe Mauer nach der Straßen­seite einge stürzt. Drei vorübergehende junge Mädchen wurden dabei getötet.

Die Aufgaben desGraf Zeppelin".

Auf einem parlamentarischen Abend In Hamburg sprach Dr. Leisner-Kiep von der Hapag über oerkehrswirtschaftlichs Fragen ber Luftfahrt unter besonderer Berücksichtigung der Fahrten desGraf Zeppelin". Die bisher erzielten Passage-, Fracht- unb Posteinnahmen der Hapag haben ben Beweis erbracht, daß sich bas Luftschiff im Gegen- s a tz zum Flugzeug wirtschaftlich selbst erhalte. Ein regulärer überseeischer Verkehr werde freilich erst bei einer Sicherung größercr Geschwindigkeiten und ber unerläßlichen Regelmäßigkeit möglich sein. Es sei zu hof­fen, bah ein eventueller Polflug keinesfalls bie vor­liegenden Verkehrsaufgaben, wie beispielsweise ben Flug nach Südamerika, verzögern oder beeinträchti­gen werde.

Oie Wetterlage.