Ausgabe 
9.10.1929
 
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sozialen Taten, die die hessische Geschichte auf- weist" ist bis jetzt ziemlich unbekannt ge­blieben. Die SchriftDas Darmstädter Waisenhaus, 1 69 7 b i s 1831", ein Bei­trag zur Geschichte der Jugendfürsorge in Hessen- Darmstadt von Dr. Jutta Verlach (Pädag. Magazin, Heft 1213. Berlag Hermann Beyer & Sohne (Beyer & Mann). Langensalza. 1929. (Preis drosch. 3,60 Mk.) füllt diese Lücke aus. Die kleine Schrift enthält die eingehende Dar­legung der Wurzeln, der Gründung, des Lebens dieser Anstalt, die Geschichte des Waisenhaus- Neubaus im Jahre 1750, eine ^lebersicht über die Waisenversorgung in den gesamten hessischen Landen um das Jahr 1821 und endlich die Dar­stellung desAnstaltsstreites" bis zur Auflösung des Waisenhauses im Jahre 1831. - (385.)

- »Das schone T i c r". 64 Bilder, einge­leitet und erläutert von Friedrich Schnack. Schaubücher 6, Herausgeber Dr. Emil S ch a e f - f e r. Geb. 2,40 Mk. Orell Fützli Verlag, Zürich. (432) Dieses Bilderbuch will nicht etwa die Schönheit des Tieres" erklären, wohl aber die Augenkenntnis von der Vielfalt des Tieres er­weitern und, darüber hinaus, Liebe zu den Tieren wecken, wo sie noch schläft, die wache aber schüren und anfeuern, auf daß nach den Worten des Dichters Friedrich Schnackjener höllische Geist zerstört werde, der Statur und Tier nur als Gegenstände von Ausbeutung und Nutzung erachtet". Der Verlag war ausgezeichnet beraten, als er die Bearbeitung dieses Bänd­chens der im besten Sinne modernen Schau- bücher-Rcihe Friedrich Schnack übertrug. Ver­mag er doch wie kaum ein zweiter geheime Schönheiten selbst aus Unscheinbarstem zu heben und zu weisen uni) Herrliches in persönlichster Prägung aufleuchten zu lassen. Wer diese Galerie vom verträumten Flamingo bis zum prunken­den Pfau, von der Robbe in Volksrednerpose bis zum gespenstigen Lori und der im Zorn un­heimlich sich hin- und herwiegenden Kobra oder dem köstlich naiven Hättegern von jungen Füchs­lein durchblättert, der wird dankbar staunen über die Magie des Photographen und seiner Linse, und das in seiner Bescheidenheit köstliche Büchlein wird ihm ein geliebter Besitz werden.

D e r russische Revolution sfil m". 74 Bilder, eingeleitet von A. W. Lunatschar­sky. Schaubücher 2, Herausgeber Dr. Emil Schaeffer. Preis geb. 2.40 Mk. Orell Füßli Verlag. Zürich. (429.) Der ru fische Rcvolu- tionsfilm hat keine Paraderollen für Virtuosen und keinhappy end", hier verloben sich nicht Graf und Dettlerstochter unterm Weihnachts­baum, hier gedeiht keinerlei Art von Hinter- trcppenromantik oder rührseliger Kolportage; er strebt nur Eines an: bestimmten sozialen und politischen Ideen den besten und wirksamsten filmischen Aufdruck zu schaffen. Diese Tendenzen und Ideen selbst kann man gutheitzen oder ver­werfen, davon unabhängig besteht die Tatsache einer bedcu.enden künstlerischen Leistung. Aus den weltbekannten neu'n Filmen Rußlands bringt das Bändchen packende Massenszenen und Grup­penbilder. Das Ganze ein eindringlicher Protest gegen den Kitsch und den verflachenden Schund auf dem Gebiete des modernen Spielfilms.

Große Strafkammer Gießen.

* Gießen, 8. Ott. Ein Kaufmann von hier ver­folgte Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, durch das er wegen Beleidigung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Nach feiner Bestrafung durch die Gießener 'Strafkammer wegen Betrugs hatte er an feinen Verteidiger in einem Brief geschrieben, das Urteil beruhe auf Lug, Trug und Schwindel, das könne er dem Vorsitzenden sagen. Später-erklärte er, den Vorwurf der Rechtsbeugung könne er nicht aufrecht­erhalten, wenigstens habe er keinerlei Beweise dafür. Mit feiner Behauptung hatte er offenbar nur den Zweck verfolgt, seinem gepreßten Herzen .ßuft zu machen. Da es sich um einen ewig aufgeregten Men­schen handelt, dessen Aeußerungen nicht das volle Gewicht beizulegen ist, wurde die Strafe auf sechs Wochen Gefängnis ermäßigt.

Ein wegen Betrugs vielfach vorbestrafter Pferde­händler aus dem Kreise Ufingen hatte gemeinschaft­lich mit einem Geisteskranken (und deshalb Unver­antwortlichen) einem Gutspächter aus Seibelsdorf ein Pferd abgeschwindelt und dabei eine Urkundenfälschung begangen. Gegen das Urteil des Schöffengerichts Gießen, das ihn mit einem Jahr Gefängnis bestraft hatte, verfolgte er Berufung Sein Verteidiger war der Meinung, sein Mandant könne nicht bestraft werden, da die Unverantwortlichkeit seines Genossen Mittäterschaft ausschließe und damit auch der Angeklagte straffrei werde. Diese Ansicht, die dem Standpunkt des Reichs­gerichte entsprechen sollte, erwies sich als irrig; der Angeklagte war dann auf alle Fälle Alleintäter,

oder sog. mittelbarer Täter. Es wurden ihm aber zehn Monate von der Untersuchungshaft angerechnet. Unter Einbeziehung zahlreicher von anderen Ge­richten verhängter Strafen wurde auf eine G e - famtgefängnis (träfe von vier Jahren fünf Monaten Gefängnis erkannt.

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 73 vom 8. Oktober enthält: Das Volksbe­gehren. Erste Anlegung der Handwerksrolle.

Schutz der Telegraphenleitungen. Die Kreisfürsorgerinnen. Schlachthausanlage des Metzgers Paul Drescher in Wieseck. Rein­haltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze. MonatsschriftDie Schule". Die Schrift Was jeder Deutsche vom Grenz- und Ausland­deutschtum wissen muß".

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

0.6. ID. 1. Ihre Frage, wieviel Lehrlinge eine Firma ohne Gehilfen beschäftigen dürfe, ist in all­gemeinem Sinne nicht zu beantworten. Zur Aus- funfterteilung ist es notwendig, daß Sie angeben, um welchen Beruf es sich in dem vorliegenden Falle handelt. Die Zahl der zugelassenen Lehrlinge ist nämlich bei den einzelnen Berufen ganz verschieden. 2. Es wird natürlich ein Unterschied gemacht zwischen einem Handwerksbetrieb und einem Fabrik- betrieb. 3. Hier kommt das Arbeitsgericht bei dem Amtsbericht Gießen in Betracht.

Grünberg 100. Wenn das Mädchen als Haus­tochter mit 10 RM. monatlichem Taschengeld auch Kost und Wohnung in seiner Stelle erhält, kommt die Versicheriingspflicht in Betracht.

irffchast.

Oie Arbeiterenilaffungen der Z.-G.-Iarbenindustrie.

Don der I. -G. -Farben-Industrie in Ludwigshafen erhält der W.T.D.-Halndelsdienst folgende Zuschrift:Die alarmierenden Presse­meldungen über die Gründe der Entlassun­gen bei der I. °G. - Farbenindustrie sind auf einen Artikel in derReuen Pfälzischen Landeszeitung" zurückzuführen. Demgegenüber ist festzustellen, daß in unseren Unterredungen mit derReuen Pfälzischen Landeszeitung" lediglich über die Verhältnisse in Ludwigshafen und Oppau gesprochen wurde. Die Entlassungen wurden begründet mit der Beendigung des Ver­suchs- und Dauprogramms, das seit dem 1. Januar 1925 eine Belegschaftsmehrung von 5000 Personen für die Werke Ludwigshafen und Oppau zur Folge hatte, von denen nunmehr ein Teil in den letzten und kommenden Monaten zur Entlassung kommen muß. Außerdem wurde aus­geführt, daß in einzelnen der hier hergestellten Produkte Produktiorrseinischränkungen zugunsten von Fabrikationen gleicher Art bei anderen I- G--Werken vorgenommen würden, wodurch auch Arbeitskräfte frei werden, namentlich im Hinblick darauf, daß es unser Ziel sei, allenthalben zu einer möglichst kleinen Lagerhaltung zu kommen. Die in die übrige deutsche Presse übergegangene Notiz, daß sämtliche Lager der J.-G.-Farben- induftrie überfüllt und in einzelnen Produkts kein Absatz sei, und daß ferner eine Absahkrise in Stickstoffdünger vorhanden sei. ist hiernach un­zutreffend. Die Verhältnisse auf dem Stickstoff­gebiet sind durchaus normal.

Beitritt Frankfurts

zur Güdwestdeutschen Gas-A.-G.

Die Stadt Frankfurt hat der S ü d w e st - deutschen Gasgesellschaft in Frank­furt a. M. unmittelbar bisher noch nicht an» gehört, sondern nur durch die Beteiligung der Frankfurter GasgeseUschaft, während die Städte Mannheim, Hanau, Karlsruhe, Ludwigshafen, Pforzheim und Wiesbaden unmittelbar an ihr beteiligt sind. Die Stadt Frankfurt will nun­mehr der Südwestdeutschen Gasgesellschaft eben­falls beitreten, und zwar wird sie von der 20proz. Beteiligung der Frankfurter Gasgesell» schäft an dem Süwega-Kapital von einer Million Mark die Hälfte übernehmen. Der Magistrat hat eine dementsprechende Vorlage beschlossen.

Oie Bankenfusion in Wien.

Wie die gestrigen Wiener Abendblätter melden, hat das Exekutivkomitee des Verwaltungsrates der C r e d i t a n st a 11 gestern die Direktion zum Abschluß des Fusionsvertrages mit der Boden-Creditanstalt ermächtigt, so daß die Transaktion als solche perfekt ist. Donnerstag wird der gesamte Derwaltungsrak seine letzte formale Genehmigung erteilen. Im Laufe des gestrigen Tages sollten auch die meisten Fragen, die bisher offen geblieben sind, eine Bereinigung erfahren. Eine genaue Aufstellung des Status der Boden-Creditanstalt liegt bei der kurzen Zeit seit dem Abschluß der Vereinbarungen noch nicht vor, doch besteht aller Grund zu der An­nahme, daß durch die Auswirkungen des Aktien­umtausches und durch die Heranziehung der offe­nen Reserven derartige QKittel frei werden, daß sie die Abschreibungen decken. Das Aktienkapital der Boden-Creditanstalt beträgt 55 QUiHionen, ihre offenen Reserven 37 Millionen Schilling. Zu ihrer Erwerbung dienen die 11 Millionen Schilling neue Aktien der Creditanstalt, so daß dann für Abschreibungen ein Betrag von etwa 80 Millionen Schilling zur Verfügung steht.

Die Abendblätter fügen hinzu, es könne keine Rede davon sein, daß der Staat bei dieser Trans­aktion zu irgendwelchen finanziellen Haftungen herangezogen würde.

* Frankfurter Börse. Am Montag, dem 14. Oktober, fällt die Abendbörfe aus.

* Einstellung der Kleyer notiz. Mit Wirkung vom 22. Oktober wird als Folge der Sanierung die amtliche Rotierung der Aktien der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer A.-G., Frankfurt a. M., eingestellt. Es wird damit ge­rechnet. daß der Antrag auf Wiederzulassung der Aktien gestellt werden wird, sobald die Be­dingungen hierfür erfüllt sind.

* Die Produktion des Stahlvereins im Geschäftsjahr 1928/29. In den soeben veröffentlichten Produktions- und Uinfatzziffern der Vereinigten Stahlwerke kommt die Tendenz ver­stärkten Exports bei geringerem Jnlandsumsatz zum Ausdruck. Es betrug die Produktion in Kohle 27,2 (26,5 in 1927/28) Millionen t, Koks 9,6 (9,4), Roheisen 6,0 (6,5), Rohstahl 6,4 (6,9) Millionen t. Der Umsatz mit Fremden betrug 1928/29 vorläufig insgesamt 1433 Millionen gegen endgültig 1438 Mil­lionen Mk. in 1927/28, wovon auf das Inland 904 bzw. 958 Millionen, und auf das Ausland 529 bzw. 480 Millionen Mk. entfallen. Die spezifizier­ten Auftragsbestände am 30.9.29 in den Büchern der Gesellschaft machen etwa 81,9 v. H. des entspre­chenden Auftragsbestandes im Monatsdurchschnitt 1927/28 aus.

* Maschinenfabrik Augsburg- Nürnberg. In der Aufsichtsratssitzung der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg wurde mit» geteilt, daß sich nach Abzug der Abschreibungen von 1 364 050 (103. 1 336 738) Mk. einschl. des Vortrages von 1 517 550 Mk. für das Geschäfts­jahr 1928/29 ein Reingewinn von 2 742 507 (2 717 550) Mk. ergibt. Der am 18. Dezember stattfindenden Generalversammlung wird vorge­schlagen, wieder 6 Proz. Dividende zu verteilen und 1 542 507 Mk. vorzutragen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 9. Oft. Tendenz: schwach. Auch an der heutigen Börse vermochte die feste Haltung der Reuhorker Börse und die fort­schreitende Verflüssigung des dortigen Geldmark­tes die Abwärtsbewegung der Kurse nicht aufzuhalten, und die vorbörslich gehegten Er­wartungen, daß nach der Schwäche an der gestri­gen Abendbörse heute eine Erholung eintreten werde, erfüllten sich nicht. Zu Beginn des offi­ziellen Verkehrs setzten die Abgaben wieder ein. Bei dem allgemein ziemlich stillen Geschäft gaben die Kurse auf den meisten Marktgebieten weiter nach. Die Verkäufe soUen in erster Linie für ausländische, und zwar für schweizerische und holländische Rechnung vorgenommen worden sein. Daneben dürften aber auch Verkaufsorders aus der Provinz vorgelegen haben. Außerdem schritt die Baissespekulation zu neuen Dlankoabgaben. Von D a n k s e i t e schien nur in geringem Maße interveniert zu werden. Gegenüber den niedrigern Abendbörsenkursen waren überwiegend neue Ab­schwächungen von 1 bis 3 Prozent zu verzeichnen. Farben gaben erneut 1 Prozent, Zellstoff Waldhof 1,5 Prozent nach. Am Elektro- markt verloren Bergmann, Felten, S ch u ck e r t und Siemens erneut 1 bis 3 Pro­zent. Umfangreich waren die 03erkäufe in Chad e-A k t i e n, die 9 Mk. niedriger eröffneten. AEG. blieben dagegen behauptet. Elektrische Lieferungen 1 Proz. fester. Am Montan­markt büßten Mannesmann 1,4 Prozent I und Rheinstahl 2 Prozent ein, während Phönix gehalten blieben. Am Markte der «Bankaktien waren vor allem B'erliner

Handelsgesellschaft angeboten mit minui 3,5 Prozent. Schiffahrtswerte lagen nicht einheitlich. Ebenso Kunstseidenwerte, von denen G l a n z st o f f sich 2,25 Prozent erholen konnten, während B e m b e r g erneut 3 Prozent nachgaben. S v e n s k a setzten ihre Kurserholung um weitere 8 Mk. fort. Leicht erholt waren außerdem noch Kali Westeregeln und Daimler. Letztere auf die Nachricht, daß das Mannheimer Werk nicht geschlossen werden soll. Neubesih anleihe gaben etwas nach. Schutzgebiete geringfügig gebessert. Im Freiverkehr konnten Gulden-Russen mit 1.45 Prozent. 1 922 er Russen mit 1.55 Prozent genannt werden. Im Verlause wurde die Stimmung ruhiger, und auf den meisten Marktgebieten führten Deckungskäufe zu Kurserholungen, wozu die bekanntwerdenden Ziffern des Reichsbankausweises für die erste Oktober-Woche beitrugen. Farben konn­ten sich 2 Prozent und Siemens 4 Prozent im Kurse bessern. Am Geldmarkt setzte sich die Erleichterung für Tagesgeld fort. Tages­geld 6.5 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,19, gegen Pfund 20,402, gegen Paris 123,8650. London' gegen Ka­bel 4.8626, gegen Mailand 92,81, gegen Madrid 32,77, gegen Holland 12,10.

Berliner Börse.

Berlin, 9. Oft. Heute vormittag konnte man nach den starken Abschwächungen im gestrigen Abendverkehr eine leichte Beruhigung fest- stellen, da man der Ansicht mar, daß die Kurse gestern abend heruntergesprochen wurden, ohne daß stärkeres Angebot vorlag. Die Vorbörse zeigte bankt ein etwas unsicheres Aussehen und der offizielle Beginn lag wieder ausgesprochen schwach. Man be­obachtete an allen Märkten Abgaben, die, wie man verschiedentlich behauptete, Blankoabgaben der Spe­kulation waren. Der feste Schluß der gestrigen Neu- yorker Börse und die Erleichterung am dortigen Tagesgeldmarkt blieb hier ohne Eindruck, auch die Zunahme des Goldbestandes der Bank von Eng­land wirkte nicht. Sonst lagen Momente kaum vor. Die Arbeitslosenziffe r hat eine weitere geringe Zunahme erfahren, die Erklärung der Karstabt-Verwaltung zu den Kursrückgän­gen ihrer Aktien blieben unbeachtet. Die ersten Kurse zeigten überwiegend Rückgänge von 1 bis 4 v. H., zum Teil bis 6 v. H. I. - G. - F a r b e n , in denen ziemlich großes Angebot vorlag, gingen um 4,5 v. H. zurück. I. - G. - B e z ü g e nannte man mit 3,80 v. H. Am M o n t a n m a r f t waren Klöckner, Mans- selber und Stollberger Zink bis 5 o. H. schwächer, Laurahütte erschienen mit Minus- Minuszeichen an der Maklertafel. Nur Ilse Bergbau waren etwas fester. Von E l e k tro- werten waren Elektrische Licht und Kraft, Bergmann, Felten bis 6 v. H., Ehade sogar 8 Mk. schwächer. Sonst lagen noch Hemberg, Deutsche Linoleum, Berger, Sarotti und Tietz sehr schwach. Svenska konnten auf besseres London 7,50 Mark anziehen. Eisenbahn-Verkehrsmittel gewannen 3 v. H. Deutsche Anleihen waren behauptet. Pfandbriefmarkt schwächer. Der Geldmarkt war weiter leichter. Tagesgeld 7 bis 9,5 v. H.; Monats­geld 9,25 bis 10,5 v. H.; Warenwechsel zirka 7,75 v. H. Nach den ersten Kursen wurde es auf die Veröffentlichung des Reichsbankausweises für die erste Oktober-Woche etwas beruhigter. Wech­sel, Schecks, Lombards und Effekten haben um 20,2 Millionen, Noten und Rentenbankscheine um 259,1 Millionen abgenommen. Die Deckung besserte sich um 2,2 bzw. 2,9 v. H. Später wurde es dann wieder schwächer. Der weitere Verlauf blieb bann schwankend. I. - G. - F a r be n, einzelne Banken und Bayerische Motoren-Werke lagen etwas fester, die anderen Werte eher schwächer.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 9. Oft. Der Probukten- martt verkehrte heute im Einklang mit den festeren Auslandmeldungen in etwas freundlicherer Hal­tung. Namentlich für Weizen bestand von Müh­lenseite weiter Interesse. Auch für Weizenmehl und Mais konnte sich verstärktes Interesse durch­setzen. Dagegen gaben Futtermittel weiter nach. Es wurden notiert: Weizen 25,75 bis 25,85; Roggen 19,25 bis 19,50; Sommergerste für Drau- zwecke 20,75 bis 21; inl. Hafer 18,75 bis 19,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 20; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 38 bis 38,50; Roggenmehl 27,50 bis 29; Weizenkleie 10,75; Roggenkleie 10,90 Mk. Tendenz: stetig.

Frankfurter Pscrdemarkt.

Der Pferdemarkt in Frankfurt a. M. am 7. Oktober war infolge der hohen israelitischen Feiertage, die kurz vorher vorangegangen sind, nicht so stark be- schickt, wie der vorhergehende. Es standen ungefähr 350 Pferde aller ©atungen zum Verkauf. Scylacht- pserde waren eher etwas gesucht.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.

Frankfurt a M.

Berlin

Frankfurt a M. I

Berlin

Franlsurt a M.

Berlin

Berlin, 8. Oktober

Geld

Brief

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Kurs

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französische Wotcn.....

Holländische Noten ...... (ttalienische Noten......

Norwegische Noten......

Deutsch Oesterr .ä 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten......

Schweizer Noten ....... Spanisch: Noten.......

Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten.....

6,415

68,03

168,71

22,03

112,14

58,97

2,495

112,62

81,06

62,27

12,425

73,23

Datum

8.10.

9. 10.

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Datum

8.10.

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8.10.

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72,93

6% Dt. NelchSaulethe o. 1927 . . DI. Aul.-Ablbs.-Schuld mit Aus- lo|.-9lediten.........

87,5

53,2 9,25

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121

Philipp Hol,mann......

Heidelberger Eement .... 10

Grment Karlstadt.....1°

Wayß & Freitag.......8

Schultheis Patzenhofer ... 16

Ostwerke.........12

Ber. Glanzstoss ...... 18

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Zellstoff Waldhof .... 18%

Zellstoff Aschaffenburg ... z

Charlottenburger Wäger ... 8

Dessauer Gas . 9

Daimler Motoren......>

Deutsche Maschinen-Fabril . . ldlerw 'rte Klcvcr . ....(>

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Rat. Automobil.......<

Orenstein 4 Koppel.....6

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Bergmann.........-

Elektr. Lieferungen.....1<

Licht und Kraft ...... 10 Felten & Guilleaume....?¥, Gej. f. Elektr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektr. Werte .... 10 Rhein. Elektr.........!.

Schlei. Elettr........io

Tmuckcrt..... 11

Siemens & Halske.....16

Transradio ......... 8

LahMeyer L Eo.......10

Buderus...... 6

Deutsche Erdöl.......6

Essener Steinkohle......f

Gelsenkirchener ....... 8

Harpener......... 0

Hoesch Eisen........6*4

Ulle Bergbau.......10

Klöcknerwerte ........

Köln-Ncuessen. ....... 7

Mansselder.........'<

Obersch'.es. Eisend. Bedarf..."

Oberschles. KoUwerte..... 7

Phönir Bergbau......6Vi

Rhelnstche Braunkohlen... 10

Ryeinstahl..... 6

Riebeck Montan......7,

Bereinigte Stahl» .....

Olavi Minen......16'/.

Loli Aschersleben.....1<

Kall Westeregeln......1(

Kaliwerk Salzdetfurth ... lf>

3. G Farben-Industrle ... 12 Dynamit NobÄ.......t>

Scheideanfialt........t>

Goldschmidt ........ 6

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DeSal. ohne Au-los.-Rechte . . . 7% Franks. Hl>p -Bk Goldps. un- fünbbat 618 1932.......

4 Vi% Rheinische Hyp.-Bank 8iqu Goldps............

Vl.E.Gabg. V ortriegS- Obligation, rückzahlbar 1982 .....

4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. .

4% Lcstcrreichische Goiorte.. . .

O<UI|tUUlUlU -VllUll 0lUIU|Uli U. 4M.

Telegraphische Auszahlung.

8. Oktober

9. Oktober

Amtliche Notierung

Geld 1 '-örter

Amtliche Notierung

Geld | Bries

4% Oesterreich. einheitl. Rte . .

4% Ungarische Goldrte......

4% Ungarische StaatSr. o. 1910'

4/t% desgl. von 1913.....

Amst.. Rott- Bucn--Arces Brss-'Antw- Ehrtstiania. Kopenhagen Stockholm . Helnngiors. Italien. . . London. . . Neuyork .. Paris.... Schweiz .. Spanien . . Japan . . . Rio de $ait. Wien in D-- Oest. abgest. Prag . . . . Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Viffabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. .

Canada Urnauay - - Tatro - >

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112,14

112,62

10,556

21,975

20,413

4,1995

16,485

81,08

62,33

2,002

0,4995

59,04

12,424

7,398

73,25

3,041

18,82

81,59

2,029

5,445

4,159

4,104

1 20,935

168,38 1..57

58,41 111,90 111,91 117,37 10,532 21,935 20,375 4,1905 16,445

80,93 62,19

2,002 0,4975

58,915

12,40 7,387

73,11 3,035

18,82 81,43

2,002

5,445 4,150 4,096

20,895

168,72 1,761 58,53

112,12 112,13 112,59 10,552 21,9,5 20,415 4,1985

16,485 81,09 62,31

2,006 0,4995

59,035 12,42 7,401

73,25 3,045 18,86 81,59 2,024 5,455 4,158

4,104 20,935

4% Ungarstche Kronenrte.....

4°/«> Türt. Zollanleihe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahu-Aal.,

Serie 1...........

4% desgl. Serie 11.......

4% Rumänen unwert. Rte . . . 4%% Rumänen Goldanl. von 1913

ülllg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamb.-Südom. Dampssch. . . 6 Hansa Danipsjchiss.....10

Norddeursckier Llohd.....8

eill«. Deutsche Creditanst. . - 10 Barmer Banlverein .... 10 Berliner HandeUgejellsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmst. u. Nationalbank . . 12

Deutsche Bank......10

Tislonio-Gejellschaft «nt.. . 10

Dresdner Bant......10

Meiallbrmk ....... 8 fririd**!........1?

Berlin, 8. L ktob r

Geld

Brief

Amerikanische Noten.....

Belgische Noten ....... Dänische Noten ....... Lnoltsche Noten........

4,176

58,23

111,68

20,35

4,196

58,47

112,12

20,43